Mindestlohn in Europa – Deutschland gehen die Ausreden aus

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Paolo_Pinkel

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Europäische Arbeitnehmervertreter kritisieren auf einer Expertenkonferenz in Berlin ihr Unverständnis über eine fehlende Lohnuntergrenze in Deutschland.
Die Grafik mit den Mindestlöhnen in Europa ist schon deprimierend. Gut, Luxemburg ganz oben mit 11,10 Euro brutto die Stunde mag ja noch als Ausreißer durchgehen. Aber Frankreich, mit inzwischen 9,43 Euro? Die Niederlande mit 9,07 Euro, Irland mit 8,65 Euro? Denn in Deutschland: nichts, keine nationale Lohnuntergrenze, nirgends. „Deutschland gibt ein schlechtes Beispiel“, sagt John Douglas, Präsident des Irish Congress of Trade Unions.
==> Mindestlohn in Europa: Deutschland gehen die Ausreden aus - taz.de
 

hartaber4

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Ähhh.... es gibt doch einen subtilen Mindestlohn: "Hartz IV"

Dieses Aufstockmodell soll gar nicht sooooo selten sein.....

Für eine 4 Kopf- Familie ergibt sich jetzt mal grob geschätzt:

(Auf das sozialrechtliche Kleinklein der Transferleistungen mal jetzt geschixxen..... im Endeffekt ist ja alles beitrags- und/oder steuerfinanziert)



Bedarfslage (minus Arbeitslohn)

4 mal 300 Regelsatz = 1200
1 mal KDU 1000

Und jetzt zeig mir einen Hilfsarbeiter der netto 2.200 bekommt..... dürfte wenn er keine Überstunden macht...Seltenheitswert haben

Brutto gerechnet ist das schätze ich "leicht&locker" über 10,00€ die Stunde bei 40 Wochenstunden....
 
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ExitUser

Gast
arbeiten in deutschland lohnt sich nicht mehr
ausser man hat einen job der noch vernünftig und fair nach seiner leistung die er tätigen muss bezahlt wird so das er nicht aufstocken muss

aber vom rechnerrischen her lohnt es nicht
auch ein mindeslohn so wie sich das diverse leute vorstellen würde die arbeitsaufnahme auch nicht lohnen da wenn 8,50 euro die stunde brutto
kann man auch nicht von leben und muss noch aufstocken ^^
von daher solte h4 abgeschaft werden und das alte system reeingeführt werden
dann brauch es einmal keinen mindeslohn mehr und die kosten sinken erheblich ^^
 
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Rounddancer

Gast
Beim Mindestlohn ist es nur wichtig, daß endlich mal der Stein ins Rollen gebracht wird,- nur dann kann man denen, die skeptisch/ablehnend sind, zeigen, daß er wirkt (die können nämlich nicht über den nationalen Tellerrand dorthin blicken, wo es längst Mindestlohn gibt und wo keiner mehr darauf verzichten möchte.),

und dann setzt automatisch die Progression ein. Denn dann wird der seit nun schon Jahrzehnten darniederliegende Binnenmarkt gestärkt,
Nachfrage und damit Arbeitsplätze geschaffen. Und der Druck der Fachkräfte, die natürlich immer einen Lohnabstand zu den Mindestentlohnten wollen und brauchen, selbst eine Lohn-/Gehaltserhöhung zu kriegen, wird steigen.

Ich denke an meinen letzten Aufenthalt in den USA, da fragten die Amis in meinen Kreisen herum, und fanden unter sich keinen mehr, der nur den Mindestlohn hatte (damals so um $7 oder so), die hatten alle mindestens $15/Stunde.

Wie gesagt: Wenn der Mindestlohn mal gestartet ist, dann wird er zum perpetuum mobile. Das zeigt die Entwicklung in Holland, England, Frankreich, ja selbst den USA.
 
R

Rounddancer

Gast
Naja, es sind halt etliche Ängste und Vorbehalte unterwegs, so schrieb mir vor Tagen mein Teamchef:

Und ich hab zum Thema "Mindestlohn" bis vor paar Monaten genauso gedacht wie Du. Aber heute weiß ich aus der Praxis, dass Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet. Um wirtschaftlich zu arbeiten und gleichzeitig Arbeitsplatz zu sichern, müßte Florian oder Frau Werner weit weit unter dem Mindestlohn bezahlt werden. Das heißt: Ein Unternehmer hat nur die Wahl zwischen Mindestlohn und dementsprechend Preiserhöhungen oder seinen Betrieb sehenden Auges zugrundegehen zu lassen. Im Friseurbetrieb wäre der gesetzliche Mindestlohn ein absoluter Arbeitsplatzvernichter. Welcher Kunde wäre denn noch bereit, 5 bis 8 Euro mehr für den Haarschnitt zu zahlen? Damit würde die Schwarzarbeit gefördert oder eben der Betrieb vernichtet. Auch ist der Mindestlohn unfair, weil unterschiedliche Regionen in Deutschland unterschiedliche Lebenshaltungskosten haben.
Der Mindestlohn von 8,50 Euro ist in München, Hamburg, Frankfurt ein Hohn, während ein Arbeiter in Mecklenburg Vorpommern damit sehr glücklich wäre, weil die Lebenshaltungskosten (Mieten, etc.) dort viel günstiger sind. Ein gesetzlicher Mindestlohn ist Planwirtschaft, die ja bereits in der Praxis gescheitert ist.
In Ländern wie Frankreich ist er auch sehr umstritten, weil dort eben auch unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichen Lebenshaltungskosten bestehen. In Luxemburg ist er unumstritten und hat dort auch nicht zu Arbeitsplatzverlusten geführt.

Wie gesagt, ich war früher strikt für einen flechendeckenden einheitlichen Mindestlohn - aber vielleicht auch, weil ich von der Problematik die ein solcher Mindestlohn mit sich bringt, nicht berührt war. Da habe ich es aus der Sicht des Arbeiters gesehen - heute sehe ich es aus der Sicht eines Unternehmers.


Dabei wäre er doch unter den Glücklichen, wenn endlich noch mehr Menschen genug verdienen würden, um sich unsere gesunden Produkte leisten zu können, sage ich.

 

sixthsense

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Wenn es mal tatsächlich einen Mindestlohn in der BRD geben wird, dann wird das - sehr, sehr optimistisch betrachtet - so ein Ding wie "7.99 €" oder "8.99 €" sein und man wird das dann so hinstellen, als wäre das eine überfürstliche Entlohnung.

Aber bis es soweit ist, wird ein - unbelegtes - Brötchen sicherlich so um die 3-4 € kosten.
 

hartaber4

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God save the


the german......Niedriglohnsektor....Kombilohn........Jobwunder.... etc.
 

hartaber4

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Aber bis es soweit ist, wird ein - unbelegtes - Brötchen sicherlich so um die 3-4 € kosten.

Das könnte aber eher andere Gründe haben.... so wie man die Erde im wahrsten Sinne des Wortes behandelt... wird sie wohl kaum 9 Mrd Menschen satt bekommen.....

Wenn sich dann noch viele Schwellenländer endlich "emanzipieren" und sich von den westlichen Spaßgeseelschaften nicht mehr ausbeuten lassen....... wird es sicher noch einen Pups teurer... (zu Recht!)

Knappes Angebot erklärt dann bei großer Nachfrage den Preis....ist ja ein alter Hut...
 

hartaber4

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Naja, es sind halt etliche Ängste und Vorbehalte unterwegs, so schrieb mir vor Tagen mein Teamchef:



Dabei wäre er doch unter den Glücklichen, wenn endlich noch mehr Menschen genug verdienen würden, um sich unsere gesunden Produkte leisten zu können, sage ich.

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z.B. den Dreck aus der Massentierhaltung? Der so schön "billig" mit Soja von den abgeholzten Urwäldern erzeugt wird ?
 

StartMeUp2013

Elo-User*in - temp. eingeschränkt
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arbeiten in deutschland lohnt sich nicht mehr
ausser man hat einen job der noch vernünftig und fair nach seiner leistung die er tätigen muss bezahlt wird so das er nicht aufstocken muss

aber vom rechnerrischen her lohnt es nicht
auch ein mindeslohn so wie sich das diverse leute vorstellen würde die arbeitsaufnahme auch nicht lohnen da wenn 8,50 euro die stunde brutto
kann man auch nicht von leben und muss noch aufstocken ^^
von daher solte h4 abgeschaft werden und das alte system reeingeführt werden
dann brauch es einmal keinen mindeslohn mehr und die kosten sinken erheblich ^^
Arbeiten lohnt sich schon. Aber um ein ausreichendes EK zu erzielen, muss frau/man zumindest hinreichend der deutschen Sprache (in Wort und Schrift) mächtig sein.
@Sumse: Einfach mal die Rechtschreibungsprüfung nutzen tun, da kann Dich kein Arzt besser zu Dir tun....)

Merke: Sumsedumm ist hier im Norden ein Synonym für?
Du nicht wissen tun?
Dann:


Okay, Arbeit lohnt sich nicht für Dich, wenn Du das echt nicht wissen tust.
 
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ExitUser

Gast
Mutti muss in den Koalitionsverhandlungen der SPD entgegen kommen.
Ich wette, Mutti knickt ein.
Der Mindestlohn kommt!

Ein Risiko gibt es für Mutti nicht.
Schlägt der Mindestlohn positiv ein, kann sie sich feiern lassen.
Geht das Ganze wirtschaftlich schief, kann sie genüsslich auf die SPD zeigen, die sie schließlich zum JA gedrängt hat.
 
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