Mindestlohn in der Praxis oft weniger als Hartz IV

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

franzi

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
4.165
Bewertungen
1.737
Mindestlohn: 8,50 Euro reicht oft nicht zum Leben - FOCUS Online

"In einzelnen Städten ist die Lücke dem Bericht zufolge noch größer: Ein alleinstehender Hartz-IV-Empfängerin München habe Anspruch auf einen Mietzuschuss von 492 Euro, so das Papier.
Dieser Betrag liege um 156 Euro über dem Existenzbedarf aus einem Vollzeit-Job mit Mindestlohn. In Düsseldorf zahle das Job-Center einen durchschnittlichen Mietzuschuss von 395 Euro. Auch hier bringe ein Mindestlohn-Job 46 Euro zu wenig ein."
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Der Mindestlohn war von Anfang an zu niedrig, ein politisches Placebo für die Wähler, mehr nicht.
 

#HIV#

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 Mai 2014
Beiträge
1.493
Bewertungen
1.328
Das war doch vorher schon klar, wieso tut man nun so überrascht? Haben die in der Bundesregierung keinen der vier Zahlen addieren kann? Ich bin schockiert!
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Viel schlimmer finde ich noch, dass neben dem, dass der Lohn aus dem Mindestlohn während des Erwerbslebens nicht ausreichend ist, den Umstand, dass man damit im Rentenalter unterhalb des Grundsicherungsniveaus liegt, wenn man überwiegend nur so entlohnt wurde!

Heisst: Man geht ein Leben lang arbeiten und man darf im Alter noch zusätzlich Transferleistungen beziehen (müssen), um halbwegs über die Runden zu kommen...

Und dann hat man soviel, wie jemand, der nie arbeiten war...
Und das kann es ja wohl nicht sein!!
Da muss sich noch viel ändern ...
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.533
Bewertungen
1.947
Der Mindestlohn war von Anfang an zu niedrig, ein politisches Placebo für die Wähler, mehr nicht.

der mindestlohn, war schon immer NUR eine lohnuntergrenze, auch wenn die lohnuntergrenze, mindestlohn genannt wird :icon_hihi:

Heisst: Man geht ein Leben lang arbeiten und man darf im Alter noch zusätzlich Transferleistungen beziehen (müssen), um halbwegs über die Runden zu kommen...

das hat nichts mit der höhe der lohnuntergrenze zu tun, sondern mit dem wert des einzelnen rentenpunktes und dem damit abgesenkten rentenniveau.
faktisch bezahlt man für die künftige grundsicherung doppelt: rentenbeiträge auf lohn/gehalt und über alle anderen steuern, als bundeszuschuss(defizit der rentenversicherung).
dafür darf man aber demnächst bis 70 ackern :icon_mrgreen:
 
E

ExitUser

Gast
Ich frage mich ja, wie die Politik gedenkt aus der Misere wieder rauszukommen.
 
E

ExitUser

Gast
bei 2 bio€ staatsschulden ? da kann man nicht mehr aus der misere herauskommen-so einfach ist das !

Ach die Schulden:biggrin: Sind die heute eigentlich noch in irgend einem Land interessant?

Schäuble hat die schwarze Null, und tut so, als wenn wir überhaupt keine Schulden hätten.
Ich habe das auch mal versucht. Aber da hatten welche etwas dagegen:icon_frown:
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Wenn Du "ein Leben lang" zum Mindestlohn arbeitest, läuft bei Dir definitiv was falsch.
Und wer wirklich glaubt, er könne für so ein Taschengeld ein Single-Leben in München oder Düsseldorf finanzieren, bei dem läuft offensichtlich auch etwas falsch.


Das war nicht auf mich bezogen sondern allgemein!

Und by the way:
Man erreicht ja kaum noch mit dem sog. Durchschnittseinkommen eine auskömmliche Rente im Alter! (Das mal so am Rande...)
 

Maximus Decimus

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2014
Beiträge
713
Bewertungen
969
Das war nicht auf mich bezogen sondern allgemein!

Und by the way:
Man erreicht ja kaum noch mit dem sog. Durchschnittseinkommen eine auskömmliche Rente im Alter! (Das mal so am Rande...)

Was bekommt man denn an Rente mit einem Durchschnittseinkommen?
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Was bekommt man denn an Rente mit einem Durchschnittseinkommen?

Hi Maximus!

Das wurde doch kontrovers - insbesondere in diesem Jahr - in zahlreichen Polittalkshows (Hat aber Fair, Maischberger etc) und den Printmedien diskutiert.

Ein Beispiel (von etlichen):

https://m.focus.de/finanzen/altersv...ten-und-trotzdem-nur-hartz-iv_id_4245618.html

Die Ergebnisse der Studie im Detail
Eine Grundsicherung erhält der Durchschnittsverdiener mit einem Bruttolohn von 2.900 Euro
- bei einem Renteneintritt 2015 nach 28,3 Jahren
- bei einem Renteneintritt 2025 nach 29,5 Jahren
- bei einem Renteneintritt 2030 nach 31,6 Jahren

...

Den Eckrenter gibts auch immer seltener!
(Also der, der 45 Jahre am Stück - ohne 1. Tag Lücke - bei einem Arbeitgeber)
 

Maximus Decimus

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2014
Beiträge
713
Bewertungen
969

Dieses steht weiter unten auf der oben genannten Seite:
Deutsche Rentenversicherung dementiert

Die Deutsche Rentenversicherung widerspricht der Modellrechnung in einer Mitteilung an FOCUS Online: "Die Berechnungen sind reine Modellrechnungen. Ein Durchschnittsverdiener, der sein Berufsleben lang gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, wird auch künftig eine Rente bekommen, die deutlich über dem Grundsicherungsniveau liegt."
Was glaube ich jetzt?
Jetzt wurde der Link eingestellt, aber was stimmt jetzt?
Demnach ist die Quelle nur mal wieder reisserischer Journalismus, um Angst und Panik zu verbreiten. Ich vermisse die Quellen dazu, wie die Zahlen oder Berechnungen zustande gekommen sind.
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Die RV rechnet selbst mit Modelrechnungen.
Dem Eckrenter, der 45 Jahre am Stück (ohne 1. Tag Pause) arbeitet.

Nur diesen Eckrenter gibts immer seltener!!
 

Maximus Decimus

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2014
Beiträge
713
Bewertungen
969
Die RV rechnet selbst mit Modelrechnungen.
Dem Eckrenter, der 45 Jahre am Stück (ohne 1. Tag Pause) arbeitet.

Nur diesen Eckrenter gibts immer seltener!!
Das glaube ich nicht.
Das einzige was sich geändert hat oder ändern wird, ist das die Versicherungsjahre insgesamt weniger werden, weil die Zeit vorbei ist mit 14 in den Job zu gehen.
Vielfach kann es vorkommen, dass man erst mit Ende 20 in den Job aus welchen Gründen auch immer startet. Dann hat man erstmal viel aufzuholen.
Eigentlich sollten um die 40 Versicherungsjahre möglich sein.
Das was wohl auch noch vorbei ist, dass man von seinem Ausbildungsbetrieb in Rente geht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass durch den demographischen Wandel, die meisten Firmen daran interessiert sind, ihre Mitarbeiter solange wie möglich zu halten. Das habe ich vielfach aus meinem Bekanntenkreis gehört, auch wenn es natürlich nicht repräsentativ ist. Es darf nicht nur der Niedriglohnsektor gesehen werden, sondern ebenso der Mittelstand und da werden vielfach noch gute Gehälter gezahlt um sich eine annehmbare Rente in der Zukunft sichern zu können.
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Was glaubst du nicht? Mit dem Eckrentner, mit dem die RV rechnet?

Um die Standardrente zu veranschaulichen wird häufig die Bezeichnung Eckrentner benutzt. Eckrentner ist eine Person mit einer angenommenen modellhaften Erwerbsbiografie. Der Eckrentner bezieht eine Regelaltersrente und hat zuvor 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung jeweils in Höhe des Beitrags für ein Durchschnittsentgelt gezahlt. Sein versichertes Einkommen entsprach also stets dem Durchschnittsentgelt. Die Standardrente (auch Eckrente) ist also die Altersrente, auf die der Eckrentner aufgrund seiner Beitragsleistung einen Anspruch erworben hat.

Und diesen Modelrenter, 45 Jahre - ohne Pause - immer das Durchschnittseinkommen, gibts fast garnicht mehr.

Einige wollen mal hier, mal dort arbeiten (flexibler sein) oder eine Zeit selbständig tätig sein.. Mancher vllt mal im Ausland arbeiten.. mancher ist mal arbeitslos (und muss bei Wiedereinstieg ins Arbeitsleben dann vllt eine Zeit mit weniger Verdienst auskommen - zb niedrig entlohnte Zeitarbeit - (also kein konstantes Durchschnittseinkommen), viele Studenten hangeln sich von Praktikum zu Praktikum, bis sie eine Anstellung finden etc.

Vor 50 Jahren war das noch anders, wo man (wie du schreibst) Im selben Betrieb die Ausbildung macht und dort bis zum Renteneintritt bleibt.
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Du kannst es als Geringverdiener drehen und wenden wie Du willst: Du kommst alleine nunmal nicht über die Runden. Nicht in einer Großstadt, und auch nicht im Alter.

Ist doch mein reden !
Ich habe das Augenmerk nur mehr aufs Alter gesetzt..nicht mehr :)

Das man von 8,50 kaum leben kann ist mehr als klar!
Und ein Geringverdiener hat auch keine Chance, wirklich ergänzend vorzusorgen (Riester & Co), zumal nach aktueller Rechtslage, die Riesterrente, insofern man im Alter ergänzend aufstocken muss, auf die Grundsicherung angerechnet wird.

Heisst, der Geringverdiener, wenn er denn von seinem knappen Budget etwas fürs riestern abzweigt und (wie die Politik einem immer wieder ins Gedächnis ruft: privat vorsorgen!) im Alter eine kleine Zusatzrente (Riester) bekommt und aufstocken muss (was wahrscheinlich ist) nichts von der Rente hat, weil sie angerechnet wird.

Ergo: Er hat soviel, wie ein Geringverdiener, der nicht geriestert hat und aufstocken muss...
 
E

ExitUser

Gast
Und diesen Modelrenter, 45 Jahre - ohne Pause - immer das Durchschnittseinkommen, gibts fast garnicht mehr.

Der setzt als Berechnungsmodell auch hinreichend viele Betriebe voraus, die länger als 50 Jahre lang vorausschauend geführt und nicht beim ersten Euro Gewinn an eine Heuschrecke verscherbelt werden.
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Der setzt als Berechnungsmodell auch hinreichend viele Betriebe voraus, die länger als 50 Jahre lang vorausschauend geführt und nicht beim ersten Euro Gewinn an eine Heuschrecke verscherbelt werden.

Das kommt hinzu ;-)
 

logro

Elo-User*in
Mitglied seit
5 Juni 2016
Beiträge
65
Bewertungen
19
Was ich beim Mindestlohn noch schlimm finde, ist, dass AG diesen jetzt auch nach einer BAG Entscheidung in der Art unterlaufen können, dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf den Mindestlohn angerechnet werden kann, wenn diese Zahlungen monatlich (je 1/12) mit ausbezahlt werden.
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.533
Bewertungen
1.947
Hi Maximus!
Das wurde doch kontrovers - insbesondere in diesem Jahr - in zahlreichen Polittalkshows (Hat aber Fair, Maischberger etc) und den Printmedien diskutiert.

das hat aber nix in irgendwelchen überflüssigen sabbel:icon_laber:shows zu suchen und printmedien sind nicht die legislative.

bei 2 bio€ staatsschulden MÜSSEN politikerbezüge gekürzt und pensionen ganz gestrichen werden !

so wie jetzt, kann es NICHT weitergehen !
 

Maximus Decimus

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2014
Beiträge
713
Bewertungen
969
das hat aber nix in irgendwelchen überflüssigen sabbel:icon_laber:shows zu suchen und printmedien sind nicht die legislative.

bei 2 bio€ staatsschulden MÜSSEN politikerbezüge gekürzt und pensionen ganz gestrichen werden !

so wie jetzt, kann es NICHT weitergehen !

Genau und durch die Kürzungen ergeben sich 2 Billionen, dass die ganzen Schulden abgezahlt werden können. Was ein Schwachsinn.
Meiner Meinung nach verdienen die Politiker viel zu wenig, bei deren Verantwortung. Die haben für mehr als 80 Millionen Bürger eine Verantwortung und werden mit keine 250.000€ brutto im Jahr abgespeist. Da würde ein DAX Vorstand gar nicht für aufstehen, obwohl der viel weniger Verantwortung hat.
Ich kann auch immer auf alles schimpfen und meckern, aber helfen tut das nichts. Ausserdem wird doch keiner gezwungen hier zu leben, jeder kann doch ins Paradies, das viel viel besser als Deutschland ist auswandern. Wenn ihr es gefunden habt, sagt mir mal Bescheid.
Wie soll es denn deiner Meinung nach weitergehen?
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.533
Bewertungen
1.947
Wie soll es denn deiner Meinung nach weitergehen?

grob gibt es zwei optionen

  1. man lässt alles so weiterlaufen, dh. millionäre und milliardäre bezahlen 0, freiberufler werden kaum belastet, unternehmer zahlen auch keine steuern(doppelbesteuerungsabkommen sei dank). dann steigen die staatsschulden stetig und die zinszahlungen verkürzen das jährliche budget, wenn man an der nettoneuverschuldung festhält, versteht sich ;)
  2. man kürzt dort wo man kann und treibt dort steuern ein, wo das geld vorhanden ist. dafür werden politiker eigentlich auch bezahlt und das ist deren aufgabe. nicht dumm rummsabbeln in irgendwelchen shows !

das mit mir noch eine extrazeile wert:
Da würde ein DAX Vorstand gar nicht für aufstehen, obwohl der viel weniger Verantwortung hat.

der DAX vorstand belastet nicht den steuerzahler und erhält auch nicht eine lebenslange pension, die künftige altersarmutstrentner berappen sollen
von den abgehobenen und maßlosen verdiensten werden betrüger angezogen, falsche doktoren, kinderschänder und vor allem die abteilung ->kreissaal->hörsaal->plenarsaal
nutzlose fresser und abzocker gibt es im bundestag und den landtagen massenhaft !
 

Kaleika

Redaktion
Mitglied seit
20 August 2006
Beiträge
4.132
Bewertungen
367
Bundesregierung berechnet: Mindestlohn reicht nicht zum Leben

Bundesregierung berechnet
Mindestlohn reicht nicht zum Leben
Jetzt ist es amtlich: Der Mindestlohn reicht in vielen Städten nicht zum Leben, hat die
Bundesregierung berechnet. Die Linke fordert nun mehr als 8,50 Euro pro Stunde * doch ein
Ökonom widerspricht.
(...)
Druckversion - Bundesregierung berechnet: Mindestlohn reicht nicht zum Leben - SPIEGEL ONLINE - Wirtschaft

Das fällt aber ganz schön spät auf.

Und mir selbst fiel ganz schön spät auf, dass dieses Thema bereits existiert.
 

musiker01

Elo-User*in
Mitglied seit
24 Februar 2009
Beiträge
430
Bewertungen
89
Heisst, der Geringverdiener, wenn er denn von seinem knappen Budget etwas fürs riestern abzweigt und (wie die Politik einem immer wieder ins Gedächnis ruft: privat vorsorgen!) im Alter eine kleine Zusatzrente (Riester) bekommt und aufstocken muss (was wahrscheinlich ist) nichts von der Rente hat, weil sie angerechnet wird.

Ergo: Er hat soviel, wie ein Geringverdiener, der nicht geriestert hat und aufstocken muss...


Meine Eltern pflegen dazu zu sagen: für diese Summe muss dann wenigstens schon nicht mehr die Allgemeinheit aufkommen. Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder so denken würde? (übrigens auch bezogen auf prekäre Jobs) :icon_frown:
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten