Millionenverschwendung bei Hartz IV - HE oft in zu großen Wohnungen

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Borgi

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• Nach Angaben der CDU verschwendet der Staat dadurch pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag. In NRW hat die CDU (mit FDP) die Kommunalwahl von den Bundestagswahlen getrennt und kostet dem Steuerzahler 42 Millionen Euro!
Nach Erkenntnissen des Rechnungshofs erhalten vier von zehn Alg-II-Empfängern zu hohe Leistungen. Das sind 40% und das bei der Schikane, die bei jeder Nebenkostenabrechnung ausgeübt wird.
• Die Behörden gehen nach Meinung des Rechnungshofes nur zögerlich gegen diese vermeidbaren Ausgaben vor. Das ist mal wirklich eine neue Nachricht.

Als besonders extrem kennzeichnen die Prüfer die Lage im rot-rot regierten Berlin. Hier habe die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz festgelegt, dass die Hilfsbedürftigen erst nach zwölf Monaten aufgefordert werden sollen, ihre Aufwendungen zu senken. "Sie verstößt insoweit gegen höherrangiges Recht", heißt es im Bericht des Rechnungshofes. Hört hört, beim SGBII sollen Rechtsverstöße verfolgt werden. Warum aber immer nur auf der Kundenseite?
• Nach Einschätzung des Rechnungshofes sind die Mitarbeiter der zuständigen staatlichen Stellen von der komplizierten Gesetzeslage überfordert. Das sollte doch bereits mehr als nur eine Einschätzung sein. Die Kunden jeweils wissen, dass die Mitarbeiter überfordert sind!
• Nach Worten des haushaltspolitischen Sprechers der Union, Steffen Kampeter (CDU), ist es realistisch, einen hohen dreistelligen Millionenbetrag zu veranschlagen. "Hartz IV ist zu einer großen, zum Teil rechtswidrigen Ausweitung sozialer Leistungen geworden." In vielen Kommunen werde eine stillschweigende Ausbeutung des Sozialstaates betrieben. "Das ist den 40 Millionen Arbeitnehmern, die mit ihren Steuergeldern dafür aufkommen nicht zuzumuten.":icon_lol: Was sagt denn dieser "Sprecher" dazu, dass Milliarden von Euronen für Statistikfälschungen ausgegeben werden?
Zusammengefasst: Die Argen sind schlichtweg zu dumm, aber der Kunde ist der Dumme!
 

Fortunatus

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Gegenfrage, bei wie vielen Arbeitslosen wird die Leistung zu niedrig berechnet, die das nicht gemerkt haben und eben nicht widersprechen?
Warum wurde eine Bürokratie mit zusätzlichen Kräften aufgebaut, die mangelhaft in diesen Gesetzeswulst eingearbeitet wurden und diesen oft ungenügend umsetzen?
Aber klar, wenn die Bild eine Kampagne fährt, dauert es nicht lange, bis die Politik sich anhängt und das ist das Bösartige, die Linke kommt hoch, weil die Menschen langsam kapieren, dass dieser Staat ungerecht ist und die Leistungen zu niedrig sind, dagegen muss man halt dann die Hetze verstärken, die Bürokratie noch mehr ausweiten und nach weiteren Kürzungen rufen.
 

Arania

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Hartz-IV-Empfänger oft in zu großen Wohnungen

Nach Erkenntnissen des Rechnungshofs erhalten vier von zehn ALG-II-Empfängern zu hohe Leistungen. Sie liegen im Schnitt um 119 Euro über dem Satz, der von der jeweiligen Grundsicherungsstelle als angemessen festgelegt wird, wie es in dem Beitrag weiter heißt. Die Behörden gehen nach Meinung des Rechnungshofes nur zögerlich gegen diese vermeidbaren Ausgaben vor. Langzeitarbeitslose dürften insgesamt nur sechs Monate lang unangemessen hohe Kosten für die Wohnung oder Heizkosten geltend machen. Trotzdem hätten die zuständigen Stellen sie oft nur mit erheblicher Verspätung dazu aufgefordert, die Ausgaben zu senken.
"Stillschweigende Ausbeutung des Sozialstaats"

Nach den Worten des haushaltspolitischen Sprechers der Union, Steffen Kampeter (CDU), ist es realistisch, einen hohen dreistelligen Millionenbetrag für die entstandenen Mehrkosten zu veranschlagen. «Hartz IV ist zu einer großen, zum Teil rechtswidrigen Ausweitung sozialer Leistungen geworden», sagte er der «SZ». In vielen Kommunen werde eine stillschweigende Ausbeutung des Sozialstaates betrieben. «Das ist den 40 Millionen Arbeitnehmern, die mit ihren Steuergeldern dafür aufkommen, nicht zuzumuten.»

Hartz-IV-Empfänger oft in zu großen Wohnungen - Politik - DerWesten



es wird immer schlimmer, jetzt wird auch da wieder der Druck grösser werden
 

Rinzwind

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Das Pack wird immer unerträglicher! :icon_kotz:

Erwerbslose Menschen werden als Schwerverbrecher dargestellt, weil sie unter Umständen 5,- € pro Monat "zu viel" für die Unterkunft erhalten, während sie andererseits mindestens 200,- € zu wenig erhalten, weil die ReGIERung die Regelsätze nach Lebenshaltungskosten aus dem letzten Jahrtausend berechnet!

Im gleichen Moment werden Millarden Euro pro Monat für einen Völkerrechtswidrigen Krieg verbrannt - Tendenz steigend! (nur mal so als ein Beispiel von vielen für die illegale Vernichtung von Steuergeldern)

"Liebe" ReGIERungsfaschokraten, wieso werden die heiß geliebten 40 Millionen SteuerzahlerInnen nicht davor geschützt?

Ich würde mich freuen, wenn die PolitikerInnen, die solche Nazimethoden verwenden, um Stimmung gegen die Bevölkerung zu machen, mich einmal ohne Leibwächter besuchen, damit ich ihnen seeehr einfühlsam beibringen kann, wie ich mir die "Zukunft" solcher asozialen Drecksäcke vorstelle.

Wann werden die wohl auf die Idee kommen, uns kostenlos Decken zur Verfügung stellen (wie seiner Zeit unsere Busenfreunde aus Amerika den Indianern! :icon_pfeiff:)!

Jetzt weiß ich wenigstens, warum in der Schule im Bezug auf den Hitler-Faschismus ausschließlich über die Judenvernichtung gesprochen wird und nicht über das "wie konnte so ein System entstehen ohne, dass die Menschen sich dagegen wehren" :icon_motz:

Heil Merkel :icon_kotz2:, Andreas
 
S

sogehtsnich

Gast
Bundesrechnungshof sagt doch schon alles!
Wie bei den Arbeitslosenzahlen, wird nur in eine Richtung gerechnet! Was an Kosten entstanden ist, durch fehlerhafte Gesetzgebung, wird unter den Teppich gekehrt!
Wenn man allein überlegt, dass die Verwaltungskosten des Koloss " BA/ARGE" weit höher sind, als die Ausgaben für ALG II, fragt man sich schon, ob die noch richtig ticken?
 

Foozzie

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hab vorsichtshalber auch schonmal bw-schlafsack und einmann-zelt besorgt.
man kann ja nie wissen.
 

Nimrodel

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«Das ist den 40 Millionen Arbeitnehmern, die mit ihren Steuergeldern dafür aufkommen, nicht zuzumuten.»

Die tun ja grade so, als würde die KDU und Alg II ausschließlich über die Lohnsteuer finanziert werden.
Bei den immer weiter sinkenden Löhnen kann garnicht soviel über die Lohnsteuer erwirtschaftet werden, wie der Staat ausgibt.
Also ich für meinen Teil zahle erst ab ca. 1100 € Brutto einen minimalen Bruchteil an Lohnsteuer. Da ich da aber in absehbarer Zeit nicht mehr ansatzweise hinkomme, bleibe ich also auch ein Schmarotzer, der nur MWST, Ökosteuer, Mineralölsteuer, KFZ-Steuer, Versicherungssteuer, ... noch was vergessen? ... zahlt. Aber das zählt ja nix.
Hauptsache man hat mal wieder die Masse der Erwerbstätigen Steuerzahler gegen die nicht Erwerbstätigen Steuerzahler aufgebracht.

Nimrodel
 

ichnunwieder

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Wir wissen doch seit gestern, wer hier den Sozialstaat verbrecherisch ausbeutet, Herr Kampeter! ( Den Name sollten wir uns merken für später, wenn es hier wieder demokratische Verhältnisse im Land gibt)
Also halten Sie bitte den Mund!
 

zebulon

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In einem weitgehend unbeachtet gebliebenen Bericht vom Ende des vergangenen Jahres kommen die Kontrolleure dem Bericht zufolge zu dem Ergebnis, dass Empfänger von Arbeitslosengeld II je nach Wohnsitz völlig unterschiedliche Leistungen erhalten. Sie stießen in dreizehn kontrollierten Behörden auf insgesamt acht verschiedene Modelle, nach denen die Zahlungen für die Heiz- und Unterkunftskosten berechnet wurden.
Schlampige, uneinheitliche und missverständliche Regelungen führen zu Rechtsunsicherheit.
Manche hätten sich nach dem örtlichen Mietspiegel gerichtet. Andere bewerteten den Markt durch das Sichten von Zeitungsannoncen, wiederum andere orientierten sich an Berechnungen des Rings Deutscher Makler. Teilweise hätten die Stellen den Hilfsbedürftigen sogar größere und besser ausgestattete Wohnungen zugestanden, weil sie in sozialen Wohnungsbauten lebten.
Genau das wurde doch vor vielleicht einem Jahr auch den Kommunen vom BSG durch ein Urteil zur Auflage gemacht, da der Mietspiegel keine Aussage darüber trifft, ob auch wirklich Wohnraum zu diesem Preis zur Verfügung steht. Die Wohnungen, denen denen der Mietspiegel zugrundeliegt sind teilweise schon sehr lange bewohnt und haben oft keine Preisanpassung, die ja meistens beim Mieterwechsel durchgeführt wird. So wird der tatsächliche Preis den man für Wohnungen aktuell bezahlen muss, im Mietspiegel gar nicht abgebildet.

Das wird hier völlig unter den Tisch fallen gelassen. Man kann das eigentlich nur in die Hetzpropaganda der vergangenen zwei Wochen einreihen. Während Spekulationsverluste der Banken von -zig Milliarden vom Steuerzahler getragen werden müssen, falls das überhaupt noch möglich ist, jagt man die Hilfeempfänger auf die Straße.
 
E

ExitUser

Gast
Es ist schon ziemlich durchsichtig wenn einer sich beim Geld- und Börsenadel einschleimen (neudeutsch: profilieren) will, indem er als Gegenparade zu den gerade laufenden Vorwürfen gegen oberraffgierige Manager eben mal schnell "dreistellige Millionenhöhen" an angeblicher Abräume des armen Menschen in diesem Staat konstruiert. So manche/r versucht wirklich seit Jahren eine günstigere Wohnung zu kriegen - doch da ist die Raffgier der jetzigen Vermietergeneration vor. Was sollten denn die Leute tun - wohin sollen sie denn, wenn die Kommunen den Spekulanten Tür und Tor offenhalten und dabei noch einen Bückling veranstalten. Billiger gehts wohl nimmer.

Irgendwie reichts langsam gewaltig.

Emily
 
D

Debra

Gast
Schikane, sinnlose Maßnahmen von absoluten Dödels gibt's eben nicht umsonst. Da werden Mio. Arbeitslosenversicherungsgelder versenkt, schließlich sollen doch die SPD/Grünen-Seilschaften nicht darben müssen, gelle?
Also ich gönn es ja D, dass HartzIV viiiel teurer ist als die alte Regelung. Jetzt weiß auch der Allerletzte, dass Schröder/Fischer nichts als Schaumschläger/Flaschen sind. :icon_razz:
 
N

Nihilist

Gast
Arge zahlt zuviel - ja stimmt

Der Rechnungshof hat Recht. Aber es sind nicht die ALGII-Bezieher die zuviel Geld für ihre Wohnung bekommen, das Geld bekommen die Vermieter.

Diese rechnen unwirtschaftlich ab, und die Arge zahlt. Denn mit einer Wohnungsbaugesellschaft legt sich keine Arge an. Den Mietern ist das egal, falsche Nebenkostenabrechnung - zahlt die Arge doch, warum aufregen.

Ist es wirklich allen Mietern egal?

Nein, in einer kleinen Stadt in Niedersachsen ....................

Fortsetzung demnächst vermutlich unter "Erfolge gegen die Arge"
 

Arania

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es wohnen ja nun nicht alle ALG II-Empfänger in Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaften:icon_stop:
Es ist aber furchtbar da von Verschwendung zu reden wo es um notwendige Dinge geht, aber die ganzen rausgeschmissenen Spesengelder von wem auch immer nicht zu thematisieren
 
N

Nihilist

Gast
es wohnen ja nun nicht alle ALG II-Empfänger in Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaften:icon_stop:
Es ist aber furchtbar da von Verschwendung zu reden wo es um notwendige Dinge geht, aber die ganzen rausgeschmissenen Spesengelder von wem auch immer nicht zu thematisieren

Aber nach geforderten Umzügen landen die Menschen meist in solch ehemalige billige Sozialwohnungen von solchen Gesellschaften.

Hier am Ort will gerade die Gesellschaft 516 Wohnungen an einen "Investor" aus der Schweiz verkaufen. Mit der Aufklage, diese NICHT an auswärtige ALGII Bezieher zu vermieten. Die Gesellschaft wird noch von der Stadt kontrolliert. Da die Gesellschaft einen Leerstand im 2stelligen %-Bereich hat, ohne genauerer Angaben zu machen, schwant einigen Mietern schon folgendes. Frisch renovierte Wohnungen mit Altmietern denen man die Miete nicht so stark anheben konnte, wie man wollte, werden verscheuert. Die neue Gesellschaft erhöht dann die Mieten, denn die haben ja nun Investitionen in den Kauf gesteckt .... dann müssen diese Mieter dort raus, und hinein in die unrenovierten leerstehenden Wohnungen. In die frisch renovierten ziehen dann "Besserverdienende". Mit dem Geld aus dem Verkaufserlös werden dann die nächsten Wohnugen renoviert. Dann kann das Spiel von vorne losgehen.

Denn die Stadt hat schon oft versucht die Gesellschaft loszuwerden. aber keinen Interessenten für die maroden Wohnungen gefunden.

Jedenfalls sind diese Gedanken gekommen, als die Nachricht vom Verkauf in der Presse zu lesen war. Und damit die Gesellschaft das frisch eingenommene Geld nicht in ein Verlustobjekt stecken darf, wurde der Vertrag so formuliert, das diese Gelder nicht in das gekaufte Hotel (das was wir hier gegen Rieger geschafft haben) gesteckt werden dürfen.
 
E

ExitUser

Gast
Nach Worten des haushaltspolitischen Sprechers der Union, Steffen Kampeter (CDU), ist es realistisch, einen hohen dreistelligen Millionenbetrag zu veranschlagen. "Hartz IV ist zu einer großen, zum Teil rechtswidrigen Ausweitung sozialer Leistungen geworden." In vielen Kommunen werde eine stillschweigende Ausbeutung des Sozialstaates betrieben. "Das ist den 40 Millionen Arbeitnehmern, die mit ihren Steuergeldern dafür aufkommen nicht zuzumuten."
Haben die auch unterschieden zwischen "normalen" Hartzis und Aufstockern?

"Das ist den 40 Millionen Arbeitnehmern, die mit ihren Steuergeldern dafür aufkommen nicht zuzumuten."
und was ist mit den über 8 Mio Erwerbslosen?

Wann kapieren die endlich, das auch WIR Steuerzahler sind?
 
E

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Gast
Ich suche seit 2005 eine "angemessene Wohnung" und habe bis heute nichts gefunden.
Bevor hier jemand das Maul soweit aufreißt,soll er erst einmal aufzeigen,wo die Wohnungen sind oder welche bauen!!
Die Arge konnte es bis heute nicht!!!
So ist es.
Beispiel München (zufällig da sämtliche Hintergrundinformationen vorhanden, mein Beispiel, anderen wird es nicht anders gehen, aber sie halten die Klappe und versuchen irgendwie "durchzukommen" - dass sie damit nicht durchkommen sondern abrutschen werden sowie diese Lawine viele andere mitreissen wird haben viele ja noch nicht kapiert):

Als ich durch Kind und Krankheit 1996 die eigene Firma aufgeben durfte, war die bis dahin bezahlbare Wohnung aus Sicht des damaligen Sozialamtes überdimensioniert. Lösungen gab es keine - Wohnung auch nicht. Da ich eine Wohnung hatte, gab es auch keine "Dringlichkeit" und ensprechend niedrige "Punktzahl" im Bescheid des Amtes für Wohnen und Migration - also keine Sozialwohnung. Manche "Sozialwohnung" wird seitens des Vermieters, der seine Bedingungen stellen darf, auch nur an "Familien" angeboten - als Alleinerziehende mit Kind gelte ich nicht als "Familie". So durfte ich notgedrungen in meiner Drei-Zimmer-Wohnung verbleiben - wie gesagt für mich bezahlbar gewesen als ich noch verdiente - aber mir wurde nur ein Teilbetrag der Kosten erstattet. Zwei Jahre suchte und suchte ich ebenfalls am offenen Mietmarkt, es gab jedoch einfach nichts im Rahmen der Angemessenen Miete nach Sozialamt. Aufgrund der Mindererstattung der Miete durch das SA musste ich untervermieten. Obwohl dies rechtswidrig ist - einer Mutter mit kleinem Kind steht gesetzlich das Recht auf eigene und abschließbare Wohnräume zu. Also ertrug ich mehr oder weniger über einige Jahre stets wechselnde Untermieter, einschließlich der Tatsache dass manche davon sich sowohl an meinem Kühlschrank bedienten ohne ihren Teil einzubringen, andere sich auch an meinem Haushaltsinventar, und es einigen auch nicht einsichtig war dass sowohl zerstörte als auch entnommene Gegenstände irgendwie zu ersetzen sind. Schließlich kann man auch nicht hineinschauen wenn man einen Untermieter aufnimmt. Angenehm ist es jedenfalls nicht unbedingt, zwangsweise Untermieter aufnehmen zu müssen wenn man die Differenz der tatsächlichen Miete zu übernommener Miete aufbringen muss. Ein paar der Untermieter waren auch recht nett - nur wer ein Zimmer auf Zeit nimmt bleibt entweder nicht lang oder er steht auch nicht gerade darauf in einem Haushalt mit zahnendem Kleinkind zu leben.

Vor ein paar Jahren, als das Mietshaus wegen Ableben der alten Vermieter von der Stadt München aufgrund deren Vorkaufsrechtes übernommen werden konnte, entschied sich die Stadt gegen einen Kauf. Angeblich hätten sie in die überalterten Systeme zu viel investieren müssen - Fenster, Abwasserrohre und Elektrizität waren arg überholungsbedürftig. Zugeschlagen hat dann ein Miethai: Aus optischen Gründen wurden die Fenster gewechselt - Energiesparfenster welche bis heute keinerlei Ersparnis an Energie erbracht haben, ausgeführt von einer nichtansässigen Firma, aber ziemlich garantiert gefördert von der Stadt - und wenn nicht dieses dann auf jeden Fall absetzbar. Weder Elektro- noch Abwasserinstallationen wurden renoviert - das also, woran der Vorkauf durch die Stadt gescheitert war. Dafür hat die Fassade einen neuen Anstrich bekommen. Ausssen hui, innen pfui, aber das erkennt der Neumieter der hohe Preise zahlt erst nach einiger Zeit.

Bei der Euro-Umstellung rundete der Vermieter schnell mal auf - dies sei nur erwähnt um aufzuzeigen welche niedrigsten Mittel so manchem "recht" sind um sich an Anderen zu bereichern. Da ich wegen der nicht nachvollziehbaren Nebenkostenabrechnungen letztlich vor Gericht zog und Recht bekam, kam es immer zum Jahresabschluß zu den üblichen Ablehnungen der jährlichen Nachzahlung meinerseits, sowie logischerweise auch zur Verweigerung der Zustimmung zu seitens des Vermieters angeforderten NK-Vorauszahlungserhöhungen. Der frühere Hausmeister war auch inzwischen bald "gegangen", unter der Hand wird gemunkelt dass Positionen in der NK-Abrechnung nie für das Haus aufgewendet worden waren. Bei solchen Vorgehensweisen erübrigt sich auch die Möglichkeit, in die Abrechnungen Einsicht zu nehmen - kann doch die Quittung durchaus den Posten aufzeigen, die Ausgabe aber nicht unbedingt für das Anwesen aufgewendet worden sein.

Nachdem die ARGE ab Juli 2007 für einige Monate als Zwangsmaßnahme bei Fortzahlungsantrag unter Verweigerung der drei Monate Kontoauszüge das aufstockende ALG2 einstellte, kam es zur Einschaltung der Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. Diese "soll" ausstehende Mieten zur Sicherung der Wohnung als Darlehen gewähren. Prompt schlug der Vermieter nach Kontaktaufnahme seitens des Amtes die von ihm zwar gewünschten aber dank Gerichtsurteil zur mangelnden Nachvollziehbarkeit bis dato abgelehnten erhöhten Nebenkostenvorauszahlungen auf die angeblich ausstehenden Mieten auf! Und was tat das Amt? Das AMT akzeptierte diese entgegen jeder Rechtsgrundlage, umgehend und schlug die nicht nachvollziehbaren Kosten auf das zu gewährende Darlehen auf - zu Lasten des Mieters, also des ALG-Empfängers! So einfach ist es für Spekulanten, auch betrügerisch nicht zu erlangende Profite - da sich manche der zu Betrügenden wehren - über Umwege zugesprochen zu bekommen. Das Amt ist gegenüber Forderungen des Vermieters jedenfalls mehr als willig, ein äußerst interessanter Aspekt wenn man bedenkt dass ALG-Empfänger jeden Kleinkram nachzuweisen haben und auch dann noch abgelehnt bekommen.
Der Darlehensvertrag ist übrigens bis heute mit der ALG-Empfängerin, mir, nicht zustande gekommen, da ich weiterhin der Meinung bin dass die ARGE den Mietrückstand verursacht hat. Aber die die die Paragrafen reiten, werden das letzte Sagen haben, allzu viele Hoffnungen mache ich mir in diesem Rechts-Freistaat nicht unbedingt. Dann werde ich, ob ich das will oder nicht, auf Schulden sitzen welche andere verursacht haben aber ALG2-Empfänger zahlen sollen.

Nebenbei habe ich natürlich, mittlerweile mit zwei Kindern, wieder einmal Antrag auf eine sozial geförderte Wohnung gestellt - schließlich drohte bereits die Zwangsräumung. Die Kosten für die zurückgenommene Zwangsräumung belaufen sich übrigens, auch ganz nebenbei, auf ca. 1400,- Euro - welche auch die ALG-Aufstockerin bezahen soll, obwohl die ARGE den Mietrückstand voll wissentlich und damit vorsätzlich verursacht hat. U.a. werden mir Wohnungen angeboten, welche durch die Stadt München gefördert werden. Das bedeutet, die Wohnungen kosten pro qm ca. 9,00 Euro, solange man innerhalb einer Einkommensgrenze liegt wird ein fester Teil des qm-Preises von der Stadt München übernommen. So weit so gut. Es gibt schöne Wohnungen innerhalb dieses Programmes - und ich habe mich auf solche beworben. Genau gerechnet kostet eine solche Wohnung bei angemessener Wohnungsgröße von 75 qm für drei Personen 675,- Euro kalt plus 200,- Euro Nebenkosten - also warm 875,- Euro. Meine jetzige, nicht gefördert und daher muss ich mit ALG2 aufstocken, kostete bis 31.12. warm 860,- Euro, dank Kapitulation betreffend er Nebenkostenvorauszahlung seit 01.01 warm 899,- Euro. So viel Unterschied macht also die geförderte Wohnung nicht aus - die sozialen Kosten werden nur von anderen Stellen getragen.

Der Clou aber ist: Im Auswahlverfahren für die geförderte Wohnung wurde ich nicht in der ersten Auswahl berücksichtigt, was heisst ich habe nur Chancen wenn einer der vorrangig Berücksichtigten zurücktritt. Auszufüllen ist wahrheitsgemäß nämlich auch ob man im letzten Jahr ein Räumungsverfahren laufen hatte - und das hatte ich, dank ARGE. Welche Kriterien noch angesetzt werden kann ich nicht beurteilen, vielleicht weiss ja ein Insider mehr dazu. Seit 10 Jahren also versuche ich, mit Kindern und alleinerziehend (was ja nicht erwünscht ist, die Familien sollen sich ja innerhalb zerfleischen und somit nach aussen hin besser kontrollier- und steuerbar sein, auch wieder einmal auf Kosten der Schwächsten innerhalb des Systems, diese Beobachtung jedenfalls ergibt sich aus vielfältigen Beobachtungen zur Politik seit einigen Jahren) sowohl auf dem freien als auch dem sozialen Wohnungsmarkt eine tragbare Wohnung zu finden und es gelingt mir nicht. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass wer immer "zurückgestellt" wird bei egal was, sich irgendwann einmal auch "zurückgesetzt" im wahrsten Sinne des Wortes vorkommt. Anscheinend machen Andere wohl etwas richtiger als jemand es macht der trotz aller widriger Umstände und mehrfachen Überlastungen jedes Jahr versucht mit Kindern für Kinder eine lebenswerte Zukunft aufzubauen, weniger jammert sondern durchgehend mehr tut. Dieses Verhalten wird in D-Land offensichtlich nicht gewünscht - und dass viele die Konsequenzen ziehen wundert mich gar nicht.

Und so stellt sich die Frage, wie der Mensch der aufgrund noch vorhandener ethischer Vorstellungen nicht die dicke Knete verdient oder auch aufgrund von Kindern gar nicht verdienen kann, überhaupt eine Chance haben soll irgendwo aus eigener Kraft wieder Fuß zu fassen und an ein menschenwürdiges Leben in diesem Land glauben soll.


Fazit:
Betrügern wird willig rechtswidrig Geld zugewiesen (Vermieters gerichtlich abgewiesene NK-Abrechnungen und -Vorauszahlungen)
Die Stadt und der Bund zahlen das gerne
Der Anständige bleibt auf der Strecke, ihm sollen weiterhin zusätzliche Kosten aufgebrummt werden die er sein Leben lang nicht zahlen kann
Betrogen wird willig zu Gunsten Bessergestellter, zu Lasten derer die keine Wahl haben

Und SPD-OB Ude verkündet fleissig auf blutroten Wahlplakaten, wie sozial diese Stadt unter seiner Amtszeit sei und weiter sein wird. Nunja, Andere sind auch nicht aussagekräftiger - ausser dass sich nationales eindeutig auf Wahlplakaten häuft.

Da lache ich doch dreimal laut und trocken. :icon_kotz:


Und da wundert mich nicht, dass viele ihr eigenes Resümee aus Beobachtungen solcher Art ziehen.


LG

Emily
 

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Ein dreistelliger Millionenbetrag......

«Das ist den 40 Millionen Arbeitnehmern, die mit ihren Steuergeldern dafür aufkommen, nicht zuzumuten.»

aber 1 200 Millionen Euro für die IKB sind drin, kein Problem.
 

Helga Ulla

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Klar, wenn der Bund/ Land die unterschiedlichsten Förderungsstufen für den "sozialen" Wohnungsbau herausgibt.
Schaut Euch doch mal die Förderungstufen an, sind aus den Angeboten der Kommune/ Kreis zu ersehen.
Dort sind Mietpreise von 2-3 Euro Unterschiede festzustellen.

Glaubt jemand, ein Grusi, Sozi- Allg2 Empfänger und Aufstocker bekäme die mit er höchsten Förderungsgeld geförderte Wohnung? Nein- nur das billigste.

Für die 2. Förderung steht nur denen zu, die noch eine Person in fester Arbeit haben.

Die 3 Stufe denen, wo beide arbeiten- meist junge Ehepaare, ohne Kinder mit sehr guter Ausstattung.
Nach Jahren kräht hier kein Hahn mehr danach, ob da ein Einkommen wegbricht, weil ein Kind ankommt.

Dies ist meiner Meinung nach auch das Dilemma, was Emely in Ihrem Beitrag beschrieben hat.
Da werden die WBS Scheine zwar nach Bedürftigkeit ausgegeben, aber nach Einkommen in die bestimmten Wohnungen sortiert.
Hier nimmt man auch eine Obdachlosigkeit von vereinzelt betroffenen Bürgern billigend in Kauf.

Lieber läßt man eine Wohnung länger leer stehen, wenn man nicht den passenden solventen Mieter findet.
 
E

ExitUser

Gast
Um meinen langen Beitrag noch einmal kurz und kompakt darzustellen:

Hast du eine Wohnung, auch eine zu teure,
  • kriegst du keine Sozial- oder geförderte Wohnung weil du keine Dringlichkeit hast - denn du hast ja eine Wohnung.
Legst du es darauf an oder geschieht es irgendwann, dass du deine zu teure Wohnung verlierst,
  • riskierst du die Gefahr drohender Obdachlosigkeit und initiierst damit das Kick-Off in die absolute Abwärtsspirale.
Hast du dabei noch Kinder,
  • hast du gleich auch das Jugendamt auf der Matte um dir im Zweifelsfall die Kinder wegzunehmen - so geschehen bei meinem letztherbstlichen und dann doch abgewendeten (um welchen Preis!) Räumungsverfahren.
  • Anschaulich ist mir aus letztem Jahr ein Fall bekannt, in dem einer Mutter, welche sich von einem gewalttätigen Lebenspartner getrennt hatte und in einer Pension untergebracht war, die aber von dem Lebenspartner auch nicht lassen konnte - was ich irgendwo auch nachvollziehen kann dass Frauen mancher Orientierung sich lieber EINEN Mann als vermeintlichen Beschützer suchen als KEINEN Mann zu haben - ihre beiden 12jährigen Jungs weggenommen und ins Heim gesteckt wurden. Klar waren die Kinds durch den Wind (wir ziehen offenbar oft magisch solche Problemwölfchen an, vielleicht liegts ja daran dass wir sie einfach zu Kenntnis nehmen und nicht ignorieren), aber auch war der Frau keine Chance gegeben aus eigener Kraft und mit etwas Unterstützung eine bessere Situation herzustellen.
Dass bei all dem die Katze sich stets in den Schwanz beisst, mögen die Verantwortlichen in Behörden und an Entscheidungspositionen nicht einsehen. Sich auf den Misthaufen zu stellen und populistisch "Verschwendung" zu krähen ist einfach - wenn gleichzeitig keine Strukturen geschaffen werden dass Menschen akzeptabler und finanziell angemessener Lebensraum zur Verfügung steht sondern Miethaien noch Vorschub geleistet wird.

Und wie am Beispiel sehr schön sichtbar: Den Haien wirds noch ohne Hinterfragen in den Rachen geworfen. Ich wette, meins ist kein Einzelfall. Die kriecherische Haltung von Amtspersonen gegenüber "geachteten Mitgliedern der Gesellschaft" (also die mit Geld Druck ausüben) wird meines Erachtens hier sehr sehr deutlich.


Emily
 
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