Mietspiegel KdU

L

Lieschen69

Gast
ebHallo,
hab da eine Frage zu etwas, was mir nicht ganz in den Kopf reingeht.
Mal angenommen man hat eine Wohnung Baujahr 58, Kaltmiete 276 € im Kreis Gütersloh.

Das Grundsicherungsamt äussert man nehme als angemessene Miete beim Mietspiegel den Preis der mittleren Wohnlage. Ergo laut Mietspiegel betrüge das bei Häusern bis Baujahr 1969 pro qm 4,20 € - 5,50 €. Bei einer 50 qm Wohnung wären das dann 210 Euro bis 275 Euro Kaltmiete.

Nun gibt es aber auch noch die Tabelle für angemessene Bruttokaltmiete, wo es heisst, bei einer Person bis 50 qm gelten 344 Euro als angemessen.

Was ich nicht verstehe ist, wie soll man diese Preise bitte im Einklang bringen. ? Also ich meine wenn ich ne Kaltmiete von 210 Euro habe, kann man ja vielleicht 344 Euro Bruttokalt für angemessen halten. Wie aber ist es wenn ich 275 Euro Kaltmiete habe, dann komme ich doch mit 344 Euro evtl. nicht hin.

Irgendwo geht mir das nicht in den Kopf rein. Desto höher die Miete kalt, desto höher doch auch die Bruttokaltmiete. Wie kann man das also einfach schreiben, bis 344 gelten als angemessen. ? Kann ja auch bei 210 Euro Kaltmiete vielleicht mehr Nebenkosten haben. Hm. Weiss nicht hab ein Blackout in dieser Sache. Und wie soll ein Laie sich denn ausrechnen, was die angemesse Kaltmiete ist, wenn da nur Bruttokaltmiete steht. ?

Vielen Dank im voraus.
 
E

ExitUser

Gast
Irgendwo geht mir das nicht in den Kopf rein. Desto höher die Miete kalt, desto höher doch auch die Bruttokaltmiete. Wie kann man das also einfach schreiben, bis 344 gelten als angemessen. ? Kann ja auch bei 210 Euro Kaltmiete vielleicht mehr Nebenkosten haben. Hm. Weiss nicht hab ein Blackout in dieser Sache. Und wie soll ein Laie sich denn ausrechnen, was die angemesse Kaltmiete ist, wenn da nur Bruttokaltmiete steht. ?
Musst du ja gar nicht wissen, solange du bruttokalt nicht über dem Richtwert liegst. In den Konzepten der jeweiligen Kommune steht das aber meist.

Es wird unterschiedlich gehandhabt. Ich glaube in Essen, darf die Nettokaltmiete nicht überschritten werden, in Köln schaut man eher, das die Nebenkosten nicht zu hoch sind ...

Letztendlich ist es ein dreister Betrug, da solche Wohnungen nicht oder kaum auf dem Markt sind und schon gar nicht 50 qm. Immerhin haben fast alle Kommunen unter dem Druck ständiger Klagen inzwischen die Richtwerte angehoben. Die Mieten sind in vielen Gegenden allerdings vermutlich schneller gestiegen.
 

biddy

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@Lieschen69

Da es im SGB XII nicht anders sein dürfte als im SGB II:

Es gilt die Produkttheorie, Du musst also mit Quadratmetern und Bruttokaltmiete (Nettokaltmiete plus Betriebskosten so "spielen", dass die angemessene Bruttokaltmiete nicht überschritten wird (wird im Dokument, siehe Link unten, noch mal beschrieben).

Um beim Beispiel von Gütersloh zu bleiben, da hast Du ggf. die "alte" Liste von Harald Thomé benutzt (örtliche KdU-Richtlinien).
Hier jedenfalls (ganz unten auf der Seite 2 Dokumente zum Herunterladen, gültig ab 16.06.2014) steht nichts von "Baujahren von ... bis", sondern feste Beträge für die Bruttokaltmiete und gilt m. E. auch für Leistungsbezieher nac dem SGB XII, jedenfalls kenne ich keine Kommunen, bei denen da Unterschiede gemacht werden (dürfen):

*klick* https://www.kreis-guetersloh.de/thema/015/sr_seiten/112180100000030748.php
 
E

ExitUser

Gast
Baujahre spielen höchstens im Mietspiegel eine Rolle und damit bei der Ermittlung der KdU-Sätze oder bei der Angemessenheitsprüfung der Heizkosten.

Meine Aussage zu Essen muss ich korregieren. Dort wird inzwischen offensichtlich auch die Produkttheorie angewendet.

(Quelle: JC Essen)

In Köln wird bei kalten Nebenkosten unter 2€/qm gesondert geprüft, ob sie nicht absichtlich niedriger angesetzt wurden.

(Quelle: Keas)
 
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