Mieterhoehung mit Widerrufsbelehrung - was tun?

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klara1

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Hallo, liebe Elo Freunde,

Wenn ich nicht unterschreibe, muss auch nichts widerrufen werden. Werde gleich mal den schrägen Text hier vorführen. :icon_confused:

Soll der Mieterhöhung bis Ende September zustimmen - die Widerrufsbelehrung machte mich stutzig, weil diese 'Formalie' zum ersten Mal erscheint. Wäre ja noch interessant zu wissen, wie die Abgeordnetenwahl Ende September verläuft. Neben mir liegt ein Flyer der Nachfolgerin von Hans-Christian Ströbele, Katrin Schmidberger, welche neben einem Plakat mit der Forderung auf Kappung der Mieten auf 4 Euro kalt! in die Kamera lächelt.

Der Erhöhungsbetrag bleibt im Rahmen. Änderungsmitteilung an JC ist raus.

Hat da jemand ein übelst schlechtes Gewissen
- für die miese Butze mit einem super-lauten Hof, weshalb ich nachts nur noch über das Toilettenfenster lüften kann
- wo mir Anfang dieses Jahres eine Mietminderung wegen anhaltendem Baulärm verweigert wurde mit dem Hinweis auf die schlechte Substanz des Baugebietes
- weshalb ich mir einen Bandscheibenvorvall zuzog, da auch keine Anwaltsunterstützung möglich war (Berechtigungsschein nur, wenn weniger als 2,5t € auf Konto)
- Die Beraterin der GEWO-Bau mit Verweis auf die allgemeine 'Lage' dringend von jeglichem 'Aufbegehren' abriet.

Die Miete soll auf 4,81/qm steigen.

Freue mich auf unterstützende Beiträge.

Schönen Sonntag :glaskugel:
 

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klara1

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Hallöchen, und danke für die Rückmeldungen!

Mit pdf Dokumenten habe ich wohl grundsätzlich ein Problem. Das jpg Dokument sollte sich öffnen lassen.

Von wegen Wahlkampfversprechen: Steht such auf den Plakaten der anderen relevanten Parteien.

Über den Zusammenhang zwischen Bandscheibenvorfall und Mieterhöhung würde ich ja gerne kichern - bleibt die Feststellung, dass ich die Wohnung als Arbeitsplatz nutze und immernoch ein 'mentales' Problem habe, etwas auf die Reihe zu kriegen. Ungefähr so, als würde ich massiv gestört (Stress) und hätte keine Möglichkeit auszuweichen. Merkte ich gestern, als ich in der Bahn unterwegs war und tatsächlich 'arbeiten' konnte, was hier in der Wohnung nicht mehr geht, weil das 'Klima' verseucht ist.

War gestern bei der Hausverwaltung. Allerdings wegen der ebenfalls aktuellen Betriebskostenabrechnung und erziehlte zumindest einen Teilerfolg - dass die zuvor erstrittenen Ausnahmen von Hauswarts- und Gartenpflegekosten nun berücksichtigt werden.

Ein dickerer unberücksichtigter Posten steckt in der Hausreinigung. Hier ergab sich für mich eine Erhöhung von ca. 30€, was die Dame mit starkem russischen Akzent damit erklärte, dass die Mieter des zweiten Hinterhofs der hiesigen Mietskaserne nicht mehr an den Kosten beteiligt werden würden. Kopfschüttelnd registrierte ich diesen Sachverhalt, der unter den Verständigungsproblemen zustande kam - fragte mich aber hinterher

mit welcher Begründung mir jemand erzählen will, dass ich eine idiotische Rechenleistung akzeptieren soll? Die Reinigungsfirma berechnet den gleichen Preis für deutlich weniger Leistung, ohne dass sich jemand die Mühe macht um festzustellen, dass es hier eindeutig Gewinner und Verlierer wegen dieser NACHLÄSSIGKEIT gibt
,

Kann sein, dass ich einen neuen Thread anfangen sollte.

Muss mich jetzt dringend um die betäubten Nerven kümmern.
 

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klara1

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An der Quelle des Zitats mag sich vielleicht mancher stören, mir half es aber die 'Kurve zu kriegen'

Manche Vermieter würden das ausnutzen. "Da gibt es Wohnungen aus den 60er-Jahren, in denen über Jahrzehnte kaum etwas renoviert wurde. Die sind gar nicht mehr marktfähig und haben im Einkauf vielleicht nur 300 Euro pro Quadratmeter gekostet. Wer so eine Wohnung jetzt an Flüchtlinge vermietet oder auch an andere Empfänger von Arbeitslosengeld, lacht sich doch ins Fäustchen. Die Gemeinde muss dann gemäß Sozialmietensatz 5,25 Euro pro Quadratmeter für Schrottimmobilien bezahlen."

Hier liegt die Bauzeit mehr als das Doppelte zurück (vor 1900). Und weil die Decken hauptsächlich 'aus Stroh' bestehen, höre ich jedes Geräusch der Person über mir.

Eine andere Nachbarin, die ich nur im Treppenhaus höre, an das mein Berliner Zimmer mit Bett angrenzt, fragte, wieso die Hausverwaltung (im Auftrag der Eigentümer) alle 2 Jahre die Miete erhöhen würde. Sie wusste allerdings selbst die Antwort: für eine frei gewordene Wohnung wurde ein spanisches Pärchen gefunden, das die gewünschten 900€ für den 'Schrott' bezahlt.
 
E

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Meine Vermieterin hat auf eine eine Beschwerde meinerseits einst geantwortet:"Es bleibt Ihnen unbenommen, auszuziehen."

Solange es wirtschaftlich unrentabel ist, ein Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen, darf ein Eigentümer dazu nicht gezwungen werden, zudem gilt z.B. bei Elektrik Bestandsschutz. Solange keine umfassenden Arbeiten vorgenommen werden, muss allein aufgrund des Alters des Gebäudes keine Modernisierung erfolgen.

Ende vom Lied- ich wohne weiterhin für € 4,90 / qm in meiner Wohnung und freue mich, ein bezahlbares Dach über dem Kopf zu haben.
 

klara1

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In der Taz gerade etwas Aufbauendes gefunden. Mit Freundin, die im Bauwagen wohnt, telefoniert, und dasselbe mit Lebenskünstler im ausgebauten LKW.

Merkt irgendjemand, was sich da für ein Frust aufbaut? 35 Millionen Deutsche wohnen zur Miete und müssen sich das zynische Gequatsche von Boommärkten, besten Investitionschancen und renditestarken Objekten in bester Wohnlage anhören, während sie einen immer größeren Teil ihres stagnierenden Einkommens für eine schlichte Wohnung hinblättern müssen.


Kolumne Kapitalozän: Wutanfall wegen Wuchermieten - taz.de
 

klara1

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Kleines Brötchen gebacken und Nebenkostenerhöhung angefochten. Im Netz einige Beiträge gefischt und - weil Betriebssystem mit Fax gerade nicht verfügbar - als pdf-Datei an Email mit Lesebestätigung und hoher Priorität verschickt. In der Bücherei ausgedruckt (Drucker defekt) und persönlich der Hausverwaltung in Briefkasten gesteckt.
 

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Die "pdf" ist eine psd-Datei. Nix was Adobe mag. Ist halt eine Bilddatei. Die Änderung des Umlageschlüssel ist vor Beginn einer Abrechnungsperiode bekanntzugeben und ggf. zu begründen. In dem Tenor äusserte sich der BGH zum Thema. Ein zulässiger Grund wäre die gerechtere Verteilung von Kosten. Was gerecht ist, wer weis das schon. Wer dann mehr zahlen soll weis zumindest, was er als ungerecht ansieht. Wie ein Vermieter seinen Anspruch auf Zustimmung des Mieters zur Mietanpassung durchsetzen kann, steht im Gesetz. Eine Wiederrufsbelehrung á la Fernabsatzgesetz dürfte als Versuch der Herbeiführung von Verwirrung beim Mieter dem Vermieter teuer zu stehen kommen. Könnte mir vorstellen, das Gericht verwirft den Wunsch des Vermieters auf mehr Geld. Nur was bringt der Aufwand wenn man keinen Gewinn / Einsparung erzielen kann ???? JC kapiert auch nicht, dass mit solchen Mietanpassungen auch die Mieten anderer steigen. JC müsste im Grunde jeden, dem so ein Vermieterwunsch zugestellt wurde, zur Rechtsberatung schicken und Beistand leisten.
 

klara1

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Habe Unterstützung von einer Kundin im Sozialladen gefunden. Sie gab mir die Hausaufgabe, bis nächsten Freitag den Mietspiegel durchzuarbeiten. Bin ganz guter DInge, weil allein nach Zusammenrechnen der Sondermerkmale genügend Abschläge zusammen kommen, dass der Mittelwert von 5,62€ sogar um 3€ gemindert wird.

Werde hoffentlich noch eine Mieterberatung mit einem Anwalt am Donnerstag hinbekommen. Freitag dann die Expertin konsultieren - dann werde ich laut Mietspiegel die Mieterhöhung einfach nicht unterschreiben :icon_hihi:

https://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel/de/download/Mietspiegel2015.pdf
 

klara1

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Bin zu einem Vergleich von 4,64€/qm als ortsüblicher Vergleichsmiete gekommen [jetzt 4,52 - soll 4,86] , welchen ich per Fax der Hausverwaltung mitgeteilt habe. Werde den Text demnächst einstellen.
Vom JC gibt es noch keine Antwort zu den eingereichten Änderungen der Mieterhöhung.

die ortsübliche Vergleichsmiete, die wiederum nicht alle, sondern solche Verträge widerspiegelt, die in den vergangenen vier Jahren neu abgeschlossen oder verteuert wurden.

Debatte Wohnungspolitik: Alle Macht den Mietern - taz.de
 

klara1

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Mieterhöhung noch immer nicht unterschrieben, aber ortsübliche Vergleichsmiete von 4,64€ als Vergleich angeboten.

Kommende Woche gibt es (hoffentlich!) einen Termin mit RA.

Bei der Betriebskostenabrechnung gibt es offenbar keine existentielle 'Eile', da Hausverwaltung die Heizkostenabrechnung auch erst bis zum Ende des Jahres geklärt haben will.
 

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klara1

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Immerhin um Mitgliedsbeitrag der Mietergemeinschaft rumgekommen

Der ursprünglich verhandelte RA war leider eine bewusste Wahltäuschung. Gab mir aber einen gewissen Rahmen, um an der Beweiskraft meiner Dokumente zu feilen. Zuletzt bot sich für den Stichtag noch ein veritabler Termin an - mit dem Ergebnis ... worst case :mad:

Dies bedeutete allerdings auch, dass kein Mieterladen dieser Welt daran etwas geändert hätte. In der Verdi-Hotline wurde ich von einer Mitarbeiterin dieses Vereins sogar dringend gebeten mich sofort dort gebührenpflichtig (45€/Jahr mit 2-jähriger Mindestvertragsdauer) zu registrieren.

Die Anwältin des ehem. Frauenprojekts Frieda wusch mir geziehlt den Kopf. Ausgeschlossen wurde u.a. auch eine Prozesskostenhilfe, da diese - Entschuldigung, ich muss gerade :icon_kotz2: - keine Aussicht auf Erfolg habe.

JC reagierte noch nicht auf das Änderungsformular. Hörte aber inzwischen von Viona, dass man zusätzliche 10% der Miethöhe geltend machen kann, wenn man länger als 10 Jahre nicht ausgezogen ist.

Kleine Anekdote zur Kundin im Sozial-Laden - sie brüstete sich mit dem Namen eines lokal renommierten Mietrechts-Experten. Ebenso der Grünen Mitarbeiter Julian Schwarzer. Die Mietrechtskoryphäe war erst 2 Wochen in Urlaub. Danach passierte eine Woche gar nichts. Und schlussendlich faselte er von seinem Notariats-Kollegen, der gerade in Urlaub sei.

Mal über den Tellerrand gelesen
Mietsteigerungen seit 2004 in Berlin von 59%
 
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