Mietbürgschaft bei Hartz 4 Empfängern

RED82

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Hallo zusammen, ich hoffe Ihr könnt mir bei meiner Notsituation helfen.

Ich bin Ü25 und wohne mit meiner Mutter in einer Mietwohnung zusammen. Seit dem sie ihre Selbständigkeit aufgeben musste, ist sie auf das Jobcenter angewiesen. Ich bin erwerbstätig und hätte gerne irgendwann mal auch eine eigene Wohnung. Sie hätte gerne auch was Eigenes. (Umzug wurde schriftlich als notwändig angesehen). Doch alle Versuche scheitern kläglich. Entweder sind die Wohnungen eine reine Absteige oder wenn alles passt (Umgebung, Wohnung selbst und auch der Preis), dann macht der Vermieter bzw. Makler Probleme, wenn er Hartz 4 Empfängerin hört. Die Sache sieht dann manchmal anders aus, wenn ich sage, dass ich als Mietbürge für meine Mutter einspringe.

Nun war ich im Netz unterwegs und mich über die Bürgschaft informiert, aber nichts Klares gefunden. Über die Gefahren einer Mietbürgschaft bin ich mir im klaren, aber sehe da im Moment KEINE andere Lösung.
Ist es tatsächlich so, dass wenn ich als Mietbürge auf dem Mietvertrag unterschreibe, dass ich als Mieter beim JC angesehen werde? d.h. meine Mutter erhält nur 1/2 der Mieter zugesprochen? Wenn ja, gibt es hierfür §en, worauf das JC sich beruft oder ich mit §en dagegen angehen kann? Denn ohne Bürgen kommt man ja nirgends weiter. Das ist ja ein Teufelskreis aus dem man kaum rauskommt!!!

Heute hatten wir den Fall mit einer SUPER Wohnung in der Nähe, dass der Hausvermieter nichts mit Hartz 4 Empfängern zu tun haben möchte, da ihm das alles zu aufwändig ist (?). Er sagte, wenn der Mietvertrag auf mich laufen würde, und meine Mutter wohnen würde, dann wäre dies kein Problem. Nun zu meiner nächsten Frage: Kann ein Mietvertrag auf mich laufen und meine Mutter, die dort alleine wohnt, vom JC die Miete erhalten und an den Vermieter überweisen kann? Oder würde das JC den Mietervertrag nicht anerkennen? Bevor ich mit den Vorschlägen (Vertrag auf mich und Mutter zieht ein oder ich als Bürge), wollte ich eure Meinung hören.

Irgendwo sind wir langsam echt verzweifelt, da ich dachte, dass die Mietbürgschaft uns helfen würde, aber dann lese ich sowas, dass das JC sogar das hintergeht und die Kohle einspart, indem zwei Mieter angerechnet werden. Das kann doch nicht rechtens sein? Jetzt hängen wir beide, sie kann nicht raus und ich genau so wenig, da der derzeitige Mietvertrag auf mich läuft.

Über ein wenig Feedback und Ratschläge würde ich mich freuen. :icon_daumen:
 

rechtspfleger

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Ich kann nur Zivilrecht, von Sozialrecht habe ich keine Ahnung. ;-)

Mietrechtlich wärst Du als Bürge kein (Mit-)Mieter, wenn Deine Mutter den Mietvertrag als alleinige Mieterin/Vertragspartnerin unterzeichnet. Der Bürge hat ja "nur" für die Erfüllung der Verpflichtungen der Vertragspartei, für die gebürgt wird, einzustehen.

Wenn der Mietvertrag auf Deinen Name liefe - mit der Konsequenz, dass gegenüber dem Vermieter alleine Du für alle Verpflichtungen aus dem Mietvertrag einzustehen hättest -, aber Deine Mutter in der Wohnung lebt, wäre das (faktisch) eine Untervermietung von Dir an Deine Mutter. Mietrechtlich machbar, aber - wie ich vermute - sozialrechtlich wahrscheinlich problematisch. :icon_kinn:
 
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ExitUser

Gast
@ RED82 , warum sich hier ein Vermieter querstellt wundert mich schon . Da hier doch bei H4 die Miete quasi garantiert wird !

Es mag zwar lobenswert sein wenn du hier bürgen willst . Doch würde ich dringend davon abraten !

Diese muß ja wohl notwendig sein weil es Schulden aus der Selbstständigkeit gibt . Und vermutlich einen schlechten Schufa - Eintrag !

Auch wenn du deine Mutter von herzen liebst würde ich hier ganz klar trennen zwischen privat und geschäftlich .

Was nicht bedeutet das du sie nicht finanziell unterstützen kannst .

Doch solltest du dich aus Verträgen jeglicher Art die deine Mutter betreffen tunlichst raushalten ! :icon_daumen:
 
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ExitUser

Gast
Ich bin erwerbstätig und hätte gerne irgendwann mal auch eine eigene Wohnung. Sie hätte gerne auch was Eigenes. (Umzug wurde schriftlich als notwändig angesehen). Doch alle Versuche scheitern kläglich. Entweder sind die Wohnungen eine reine Absteige oder wenn alles passt (Umgebung, Wohnung selbst und auch der Preis), dann macht der Vermieter bzw. Makler Probleme, wenn er Hartz 4 Empfängerin hört.
Bezüglich Wohnungssuche kannst du auch mal bei e..y Kleinanzeigen oder Quoka schauen.

Zum Thema "Mietbürgschaft" habe ich noch den folgenden Link gefunden.

Eine Mietbrgschaft eingehen
 

RED82

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@ rechtspfleger
So sehe ich das mit dem Bürgen auch. Was mir letztendlich fehlt ist die sozialrechtliche Sichtweise. Sowohl für die Bürgschaft als auch für den Mietvertrag mit einem Untermieter. War für mich eine riesen Überraschung, als ich von anderen Usern im Netz las, dass die Bürgschaft angerechnet wird.

@con_er49
Eine Mietbürgschaft wird erstmal nicht wegen der Schufa (aber hier hast du mit dem Negativen Recht), benötigt. Bis zur Schufa kommen wir gar nicht. Schon beim "outen" als Hartz 4 - Empfänger kriegst du komische Blicke und ein "....tut mir leid...". Ohne Bürgschaft kriegst du keine Wohnung. Ohne Wohnung trete ich auf der Stelle, seit Jahren.

Aber ich verstehe immer noch nicht, was an der Bürgschaft so schlimm sein soll und du mir das ausreden möchtest (Danke für den Schutzgedanken :icon_daumen: )

Das Risiko, dass ich die Miete im schlimmsten Fall zahlen muss, ist mir bewusst. Mit 400 € halte ich das Risko nicht für existengefährdend. Nur du schreibst ja dass die Miete quasi garantiert ist vom JC. Unter welchen Umständen kann die Mietzahlung verweigert werden, so dass der Bürge einspringen muss? Ausser, dass der Mieter seinen Pflichten nicht nachkommt.
 

alexander29

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Die Mietbürgschaft

Bei der Mietbürgschaft wird deiner Mutter nichts angerechnet und du wirst auch nicht als Person zu der Wohnung gezählt.
Da passiert gar nichts.
Die Bürgschaft ist beschränkt auf 3 Monatsmieten.

Du müsstet einspringen, wenn das JC die Leistung einstellt, zb bei Schwarzarbeit; oder wenn deine Mutter entscheidet, die Miete auszugeben.
Aber das wird ja nicht vorkommen, so dass ich die Gefahr für dich bei der Bürgschaft als gering ansehe


Falls du die Wohnung mietest, und an deine Mutter zum selben Preis weitervermietest, sollte meiner Meinung nach nichts passieren.
Du bist ja nicht mit eingezogen und vermietest die ganze Wohnung.

Des weiteren bist du dann der Vermieter, das ist meiner Meinung nach rechtlich erlaubt, so dass das ok wäre.

Aber warte bitte noch auf andere Antworten.

.
 

hartz5

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Falls du die Wohnung mietest, und an deine Mutter zum selben Preis weitervermietest, sollte meiner Meinung nach nichts passieren.
Du bist ja nicht mit eingezogen und vermietest die ganze Wohnung.

Vorsicht, hier bedarf es der Zustimmung des Eigentümers....

Des weiteren bist du dann der Vermieter, das ist meiner Meinung nach rechtlich erlaubt, so dass das ok wäre.

Aber warte bitte noch auf andere Antworten.

.
....eine Mietbürgschaft hat nichts damit zu tun, dass man die Wohnung mietet und dann untervermietet. Mieter wäre die Mutter und der Sohn bestätigt, dass er einspringt, wenn Mutter nicht zahlt.
 

Speedport

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.....................................


Falls du die Wohnung mietest, und an deine Mutter zum selben Preis weitervermietest, sollte meiner Meinung nach nichts passieren.
Du bist ja nicht mit eingezogen und vermietest die ganze Wohnung.

Des weiteren bist du dann der Vermieter, das ist meiner Meinung nach rechtlich erlaubt, so dass das ok wäre.

Aber warte bitte noch auf andere Antworten.

.
Das wollte ich auch eben empfehlen, aber dann muß der TE vorher eine entsprechende Vereinbarung zur Weitervermietung mit dem Vermieter treffen. Ohne dessen Einwilligung geht das nicht.

Eben sehe ich, @hartz5 war schneller aber genau so richtig.
 

RED82

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Vielen Dank bisher für euer Feedback.

Das mit der Untervermietung klingt interessant und versuche dies mit dem JC zu klären. Weiß nicht, wo die sich da noch querstellen könnten. :confused::confused:

Dies würde bedeuten: Ich mache mit dem Vermieter einen Vertrag und vermiete die Wohnung weiter an meine Mutter, die alleine dort wohnt. Ich denke es ist alles nachweisbar.

Kann das JC irgendwann die Mietzahlung einstellen, obwohl vorher allem zugestimmt wurde? Denn die wissen, dass ich meine Mutter nicht rausschmeisen werde und selber die Miete übernehme. Ist zwar fieß, aber Recht haben die ja damit. Nur das kann nicht rechtens sein. Habe aber schon alle möglichen Storys gelesen.

Die Maklerin meint die Untervermietung sollte auch mit dem Vermieter klappen. Ich hätte zu min. die Hoffnung, dass auf diese Weise unsere Chancen, was passendes zu finden, DEUTLICH steigern würden.
 

alexander29

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Die Mietzahlung kann nur eingestellt werden, wenn deine Mutter Sozialleistungsbetrug begeht ö.ä.

Ansonsten muss das JC zahlen; falls nicht, reicht der Gang zum Sozialgericht mit einer einstweiligen Anordnung.
 

Erolena

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Die Zahlung wird wegen 'fehlender Mitwirkung' eingestellt, wenn die Mutter geforderte Unterlagen nicht einreicht oder wenn Unterlagen im Jobcenter verschwinden. Hier saßen schon viele User ohne Geld da, das hätten sie sich vorher nicht träumen lassen.

Oder wenn die Mutter den Stress mit dem Jobcenter nicht mehr aushält (Depressionen), dann kann es passieren, dass sie Anträge zu spät stellt. Oder dass sie versucht, Nebenkosten-Nachzahlungen aus eigener Tasche zu zahlen, statt sich mit dem Jobcenter zu streiten. Wenn dann das Geld hinten und vorne nicht mehr reicht, kommt es zu Mietschulden. Ich wünsch dir das nicht, aber du musst einkalkulieren, dass so etwas bei einer Langzeitabeitslosigkeit (Langzeitarmut) passieren könnte.
 

RED82

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Wenn diese Gründe eine Nichtzahlung auslösen, dann kann ich mich damit abfinden. Bei mir alles kalkulierbare Risiken. Sie will ja auch nicht dauerhaft arbeitslos bleiben sondern tut auch was dafür, dass es sich ändert.

Ich denke, dass meine Mutter als Untermieterin von mir die beste Lösung ist.

Habe mich hier (Hartz IV Forum - Fragen & Antworten zu Hartz IV - Untermietvertrag - Seite 1) und hier (Hartz IV Forum - Fragen & Antworten zu Hartz IV - Hauptmietvertrag/Untermietvertrag) ein wenig eingelesen. Klingt fürs erste plausibel und logisch. Da dürfte, wenn man hartnäckig ist, beim JC durchkriegen.
 
E

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@ RED82 = Sie will ja auch nicht dauerhaft arbeitslos bleiben sondern tut auch was dafür, dass es sich ändert.
Was leider meistens aussichtslos ist !
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Doch nun zu den Fakten : Ich wohnt jetzt zusammen . Gemeinsamer Mietvertrag ?

Wenn ja dann sollte der geändert werden zugunsten deiner Mutter .

Du suchst dir eine eigene Wohnung .

Nun wird das JC deine Mutter irgendwann auffordern die Kosten zu senken . Änderungsmeldung ist hier sehr wichtig !

Dann hat sie ein halbes Jahr Zeit sich eine andere Wohnung zu suchen . Wenn deine Mutter dann nachweisen kann das sie sich um eine andere Wohnung erfolglos bemüht hat , so muß das JC weiterhin die Mehrkosten tragen !

Bei Erfolg müssen Umzugskosten / Kaution / Renovierung vom JC bezahlt werden !

Wenn der neue Vermieter dann irgendwelche Zweifel hegt kannst du ja einen externen Vertrag abschließen . Tauchst folglich auch nicht im Mievertrag auf !

Dann bist du letztens aus der Geschichte raus . Vom externen Vertrag mal abgesehen !
 
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