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midijob soll nun minijob werden ...

Joshma

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hallo zusammen,

ich habe seit nov 2012 einen sozialversicherungspflichtigen midijob als fahrer für ein zahnlabor. auf meinem vertrag steht "aushilfe " ( was ja schon mal quatsch ist ) wochentliche arbeitszeit 25std. bruttoeinkommen 800€. Arge stockt auf und lässt mich in ruhe.

im juni wurde mir erklärt, dass ich zukünftig nur noch an einem tag in der woche für ca. 3 std. eingeteilt werde, da man eine vollzeitkraft eingestellt hat und ich aus gesundheitlichen gründen ja nicht mehr std. arbeiten könne / wolle. ich antwortete, dass wir das ganze dann gleich sein lassen könnten, da sich das ja nicht rentiert und die arge sicher nicht damit einverstanden ist. ich bat um eine schriftliche bestätigung, für die arge. das sei kein probem.
man würde mir dann zum ablauf des "urlaubs" kündigen ...

mit urlaubsstunden und überstunden stand juni, sollten mir noch 240std. ausgezahlt werden. aufgeteilt in juni, juli, august. so weit so gut. eine bestätigung wollte man mir dann plötzlich nicht mehr aussstellen. meine lohnabrechnung, sei die bestätigung, die ich bei der arge einreichen könne.

nun habe ich gestern dort angerufen und gefragt, warum ich noch immer keine kündigung bekommen hätte. man würde mir nicht kündigen, da sie befürchten, die geschichte landet vor dem arbeitsgericht. es läuft alles "normal" weiter, ich sei ja als aushilfe angestellt und sie könnten mich einteilen wie sie möchten. also zukünftig 3 std / wöchentlich unbd als urlaubsvertretung. also quasi nen dummen auf abruf. ich war erstmal baff. auf meine frage, nach einer bestätigung für die arge, wurde diese erneut abgelehnt - mit der begründung ( s.o. aushilfe, kann nach belieben eingeteilt werden ).

nun werde ich heute mittag zur offenen sprechstunde zur arge gehen und den fall schildern. mir ist jetzt schon flau im magen. ich habe keinen plan, wie ich mich verhalten soll. am liebsten würde ich garnicht mehr bei der firma arbeiten, zumal ich seit rund 3 monaten in ärztlicher behandlung bin. tennis-ellbogen. der ortho wollte mich schon krank schreiben, da er der meinung ist, es wäre ein risiko für andere verkehrsteilnehmer, wenn ich durch die schmerzen das lenkrad nicht richtig halten kann. wenn es hart auf hart kommt, könnte ich mich nun krank schreiben lassen. d.h. das wird eh passieren, da am 15.august meine krampfadern entfernt werden.

sorry für den roman - ich hoffe, ich habe einigermaßen verständlich ausgedrückt. was meint ihr zu der ganzen geschichte ?

danke & gruß,
josh
 

Fritz Fleißig

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Dein Arbeitgeber scheint recht eigenartige Ansichten zu haben.

Wenn du angestellt bist, wird in deinem Arbeitsvertrag eine bestimmte tägliche, wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit festgeschrieben sein. Du hast dann auch Anspruch auf Beschäftigung und Bezahlung in diesem Umfang. Ob du "zur Aushilfe" beschäftigt bist oder nicht, tut nichts zur Sache.

Die Firma kann das nicht einfach ändern, sondern müßte eine Änderungskündigung aussprechen, die auch arbeitsrechtlich überprüfbar wäre. Wahrscheinlich weiß das die Firma selbst ganz genau und will dir deshalb nichts schriftlich geben.

An deiner Stelle würde ich der Firma nachweislich schriftlich mitteilen, daß du weiterhin im Umfang deines Arbeitsvertrages zur Verfügung stehst und deine Arbeitskraft insoweit anbietest.

Für dich wäre allenfalls interessant, ob du Kündigungsschutz hast, also ob die Firma (etwas vereinfacht ausgedrückt) mehr als zehn Vollzeitbeschäftigte hat. In einem Kleinbetrieb können Kündigungen recht schnell und ohne Begründung ausgesprochen werden.

Die Arbeitsagentur oder das Dschobb-Zenter ist nicht für Beratung in arbeitsrechtlichen Fragen zuständig oder kompetent.
 

Joshma

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ich finde die ansichten auch merkwürdig, bin in solchen dingen leider unsicher und gehe streitereien lieber aus dem weg. das zahnlabor ist ein größerer betrieb, es sind schon alleine 6 fahrer angestellt.

wie oben bereits geschrieben, ist in meinem vertrag eine wöchentliche arbeitszeit von 25std. angegeben. es wurden regelmäßig 100std. zu 800€ brutto abgerechnet. überstunden wurden angesammelt.

ich befüchte nun - dass es ein fehler war, dass ich mich nicht gleich bei der arge gemeldet habe. ich wollte die kündigung abwarten - die ich nun nicht bekomme.
 

Fritz Fleißig

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Auch wenn du Streitigkeiten gerne vermeidest, solltest du hier nicht klein beigeben. Der Arbeitgeber weiß vermutlich selber ganz genau, daß es so nicht geht und versucht dich für dumm zu verkaufen. Du hast Anspruch auf 25 Wochenstunden Beschäftigung und Bezahlung gemäß deinem Arbeitsvertrag.

Höchstwahrscheinlich hast du wegen der Beschäftigtenzahl des Betriebes auch Kündigungsschutz. Du kannst die Voraussetzungen sicherheitshalber nochmal in § 23 KSchG nachlesen.

Der Kündigungsschutz gilt auch für Änderungskündigungen, die ja nichts anderes als eine Kündigung, verbunden mit dem Angebot eines neuen Vertrages, sind.

Ich würde so verfahren, wie schon beschrieben: Brief mit Zugangsnachweis an die Firma, daß du ihr weiterhin im vollen Umfang des Arbeitsvertrages zur Verfügung stehst und ihr entsprechend deine Arbeitskraft anbietest. Die bislang angesammelten Überstunden mußt du irgendwann mal bezahlt "abbummeln" oder ausgezahlt bekommen.

Du hast derzeit keinen Anlaß, dich an die Arbeitsagentur oder das Dschobb-Zenter zu wenden. Beratung in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten kann und darf man dort nicht leisten, und andererseits ist der Arbeitsvertrag auch noch nicht gekündigt.
 

Joshma

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ich habe gerade ein schreiben aufgesetzt und darauf hingwiesen, dass ich im rahmen meines vertrages, weiterhin 25 Std. wöchentlich zur verfügung stehe. falls sie beabsichtigen meine arbeitszeit zu kürzen / ändern, bitte ich um schriftliche mitteilung. zur arge gehe wohl besser nicht.
 

Fritz Fleißig

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Richtig so. :icon_daumen:

Dennoch der Vollständigkeit halber als Hinweis: eine Änderung der Arbeitszeit kann nicht durch "Änderungsmitteilung" des Arbeitgebers an dich erfolgen, sondern nur durch

1. mit dir abgeschlossenen Änderungsvertrag oder
2. schriftliche Änderungskündigung des Arbeitgebers, welche wegen des Kündigungsschutzes arbeitsgerichtlich überprüfbar wäre.

"So nebenbei" geht das nicht.

Ich würde dir auch nicht raten, freiwillig eine Reduzierung der Arbeitszeit mit der Firma zu vereinbaren, weil du dann Schwierigkeiten mit dem Dschobb-Zenter bekommen könntest (du hättest deine Bedürftigkeit dadurch erhöht).

Viel Erfolg!
 

Joshma

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danke ! ich habe das schreiben noch mal geändert und etwas "knackiger" gestaltet und zusätzlich auf den erforderlichen änderungsvertrag hingewiesen.

jetzt gehts ab zur post !
 

Joshma

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guten morgen !
bisher, habe ich von meinem arbeitgeber keine antwort bekommen ...

nun werde ich doch etwas nervös. muss ich mich denn nicht beim arbeitsamt melden und bescheid geben, dass ich wahrscheinlich arbeitslos werde - auch wenn ich noch nichts schriftlich habe ? womöglich bekomme ich sonst ne sperre ... wenn dort nicht vermerkt ist, dass ich mich gemeldet habe...

ich habe anspruch auf ALG1, welches natürlich nicht ausreicht. wer stockt dann auf, die arge ? mir raucht der kopf ... morgen werde ich operiert und bin erst mal 2 wochen ausser gefecht. mal sehen, wie es dann für mich weiter geht.

gruß
josh
 

gelibeh

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Du kannst Dich erst beim Arbeitsamt melden, wenn Du die Kündigung hast. Es ist ja kein befristeter Vertrag, wo Du weißt, dass der ausläuft. Die Kündigung muss Dir auch nachweislich zugehen.
 

Joshma

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ok danke. nun geh ich schon etwas beruhigter in den tag.
 

Texter50

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Du hast doch bisher nichts auf Papier zu diesem Thema zugeschickt bekommen?
Mündliche Verabredungen oder telefonische Ankündigungen können die gerne tätigen, das hat auf Dein Arbeitsverhältnis erst mal keinen Einfluss.
Und schau, bis heute ist da auch nix passiert. :icon_pause:
Das Schreiben hast Du nachweisbar da eintrudeln lassen? :biggrin:

Beim Arbeitsamt musse Dich erst melden, nachdem Du ne schriftliche Kündigung in Händen hast, da Du keinen befristeten Vertrag hast. Ich würd da vorher keine schlafenden Hunde wecken. :icon_mrgreen:
 

Joshma

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klar, das hab ich per übergabe - einschreiben geschickt. nein, ich habe nichts schriftlich bekommen, da die unfähige madame im büro mir nichts schriftlich geben will, weil sie, lt. eigener aussage befürchtet, die geschichte landet vorm arbeitsgericht. was dort abgeht,
ist echt der knaller ;-)
 

Fritz Fleißig

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Noch ein Tipp am Rande: wenn dort derart komische Verhältnisse herrschen, daß man dir nichts schriftlich geben will und Angst vor dem Arbeitsgericht hat, heißt es für dich vorsichtig zu sein. Man könnte auf den "schlauen" Gedanken kommen, dir irgendeine Pflichtverletzung anzuhängen und daraus dann einen Kündigungsgrund zu konstruieren.

Achte also künftig genauestens auf die Einhaltung von Arbeitsvorschriften und Dienstanweisungen und sorge dafür, daß alles beweissicher dokumentiert ist. Krankschreibungen beispielsweise sofort per Fax (wegen Sendenachweis) melden und Bescheinigung umgehend per Einschreiben nachreichen. Auch dann, wenn bislang bestimmte Regeln eher locker gehandhabt worden sein sollten, könnte sich das ändern. Also Vorsicht!
 

Joshma

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guten morgen !
ich habe gestern meine kündigung erhalten. fristgerecht zu ende september, ohne angabe von gründen.

ich bin derzeit wegen meiner OP, noch bis zum 22.08. krank geschrieben und bekomme noch eine woche verlängerung. d.h. ich werde am 1. september dort ganz normal zur arbeit erscheinen und bin schon gespannt, wie das läuft ... und ob die meinen, mich nur - wie angekündigt - 3 stunden wöchentlich ( statt der vertraglich geregelten 25std. ) einzuteilen.


ich wollte heute gleich zum arbeitsamt gehen, da ich anspruch als ALG1 habe,
soll ich aber lt. deren tel. auskunft nicht, so lange ich krank geschrieben bin ! ?

gruß josh
 
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