Midijob oder über 850,-€ brutto - Unterschied für Arbeitnehmer?

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Sennet

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Hallo,

habe gerade eine Angebot für einen befristeten Aushilfsjob (nur 2,5 Monate) und der AG meint, es wäre vorteilhaft für mich, wenn ich soviel Stunden arbeite, daß ich auf mindestens 851,-€ komme, weil ich dann aus der Gleitzone raus wäre.

Der Job ist allerdings extrem belastend und ich bilde mich nebenbei gerade auf eigene Initiative und Kosten in Teilzeit fort. Ich habe zwar keinen Anspruch auf ergänzendes ALG2 (wg. zu hohem Sachvermögen), besitze aber noch geringe private Rücklagen, so daß ich es mir derzeit noch leisten könnte die nächsten Monate auch nur knappe 20 Stunden/Woche zu arbeiten, womit ich dann aber unter 851,-€ brutto falle und das ganze somit zum Midi-Job wird. Dies würde ich derzeit vorziehen.

Nach meiner Recherche konnte ich für mich als Arbeitnehmer hinsichtlich Sozialabgaben und Versicherungsstatus bei einem Midi-Job keine Nachteile gegenüber einem Job mit Verdienst leicht über der 850,-€-Grenze finden.

Liege ich da richtig oder habe ich etwas übersehen?
 

biddy

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Midijobs sind in der Regel "günstiger" für den Arbeitnehmer, weil die von ihm zu tragenden Sozialabgaben von einem geringeren Brutto errechnet werden (nicht die vom Arbeitgeber!), das Netto also höher ausfällt, als wenn das volle Brutto herangezogen wird.
Allerdings fällt dieser Vorteil umso geringer aus, je näher das Brutto an die Gleitzonengrenze von 850 € brutto kommt.

Beispiele (*klick* Gleitzonenrechner):

451 € brutto - Sozialabgaben werden beim AN von nur 342,60 € berechnet, beim AG von den vollen 451 €

600 € brutto - Sozialabgaben werden beim AN von nur 532,08 € berechnet, beim AG von den vollen 600 €

700 € brutto - Sozialabgaben werden beim AN von 659,25 € berechnet, beim AG von den 700 €

800 € brutto - Sozialabgaben werden beim AN von 786,42 € berechnet, beim AG von den 800 €

849 € brutto - Sozialabgaben werden beim AN von 848,73 € berechnet, beim AG von den 849 €


Deshalb verstehe ich diese Aussage des Arbeitgebers nicht:

der AG meint, es wäre vorteilhaft für mich, wenn ich soviel Stunden arbeite, daß ich auf mindestens 851,-€ komme, weil ich dann aus der Gleitzone raus wäre.
 
E

ExitUser

Gast
Nach meiner Recherche konnte ich für mich als Arbeitnehmer hinsichtlich Sozialabgaben und Versicherungsstatus bei einem Midi-Job keine Nachteile gegenüber einem Job mit Verdienst leicht über der 850,-€-Grenze finden.

Es gibt auch keinen.

Deshalb verstehe ich diese Aussage des Arbeitgebers nicht:

Der verwendet zur Lohnabrechnung möglicherweise eines derjenigen internetbasierten Brutto-Netto-Lohnportale, die keine Gleitzonenberechnung anbieten.
 

Sennet

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Hmm, der Mann besteht darauf, mich "in meinem Interesse" für 851,-€ anzumelden. Obwohl ich ihm geschrieben habe, daß die Krankenkasse mir mitgeteilt habe, es gebe da keinerlei Nachteil für mich, wenn ich unter 850,-€ falle.
Finde ich jetzt langsam komisch.

Kann es sein, daß dies aus irgendeinem Grund für die Firma günstiger ist?

Kann natürlich auch sein, daß er einfach will, daß ich mehr arbeite, weil ich dort letztes Jahr schon diesen Saisonjob hatte. Es handelt sich um einen Verkaufsjob am Stand im extrem stark frequentierten Eingangsbereich eines großen Supermarktes. Auch wenn die Schichten meist nur 6-6,5 Stunden dauern ist man danach so geschafft, daß man nicht mehr lernen kann. Wenn ich dort zu viel arbeite wird das nichts mit nebenbei weiterbilden. Bin Naturwissenschaftler und muß zusehen wieder etwas anständiges zu finden, was mir langfristige Perspektiven bietet .
 

biddy

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P123 meinte:
Der verwendet zur Lohnabrechnung möglicherweise eines derjenigen internetbasierten Brutto-Netto-Lohnportale, die keine Gleitzonenberechnung anbieten.

Das würde aber, falls es so wäre, doch diese Aussage des Arbeitgebers auch nicht verständlicher machen:
es wäre vorteilhaft für mich, wenn ich soviel Stunden arbeite, daß ich auf mindestens 851,-€ komme, weil ich dann aus der Gleitzone raus wäre.

Ich kann mir das nur so erklären, dass er sich nicht genug auskennt, irgendwas mit Minijob und Midijob verwechselt o. ä.

Was mir aber gerade einfällt: Je nachdem, wie viele Stunden dann noch abzudecken wären, wenn @Sennet weniger arbeiten würde, könnte es aber sein, dass er hier jemanden als Minijobber einstellen müsste für die noch abzudeckenden Stunden ... da wären seine Abgaben an die Minijobzentrale dann wieder höher (ca. 30 statt ca. 20 %), so dass er in der Summe draufzahlen würde, also der AG einen Nachteil hätte. Vielleicht geht's ja darum *schulterzuck*
 
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