Merkwürdige Einladung zu ÄD, nicht von Jobcenter (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Muzel

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Bei den Gutachtern, bei denen ich war, die haben sich die Unterlagen kopiert und mir die Originale zurückgegeben.
 
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Ferdinand456

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Merke: Kein Arzt darf Dich ohne Deine Einwilligung begutachten oder behandeln. Keine Behörde darf Dich ohne gesetzliche Grundlage, fundierte Begründung, etc., inklusive Nennung eines Paragrafen zu einer Untersuchung oder zu einem Gutachten einladen.

So, ich erklär's noch einmal:

Solche Einladungen haben keine Rechtsgrundlage. Es ist ein politisches System von Hardlinern, die gerne die totale Kontrolle über Sozialgeld-Empfänger (auch ALG-II-Empfänger) hätten, am Besten ihre Entmündigung. In den USA hat man bereits damit begonnen. Jeder, der dort Sozialgelder empfangen möchte, muss sich Blut- und Urintests sowie Drogentests unterziehen, wer sich weigert, bekommt kein Geld. In Deutscheland finden das manche Jobcenter und Behörden "richtig gut", hätten das auch gerne hier und fangen schon mal damit an, bevor dafür irgendein Gesetz grünes Licht gegeben hat.

Ich erläutere nochmals den Wortlaut meiner letzten "Aktivierungsmaßnahme" im Jahre 2010: Dort wurde uns erklärt, wir hätten "keine Chance", alle würden zusammenhalten: Jobcenter, Maßnahmeträger, unsere Hausärzte und Arbeitgeber. Seit damals ist meine Hausärztin ganz erpicht auf meine Blutwerte, rät mir immer wieder zu einem "Gesundheits-Check", obwohl ich sie mehrfach darauf aufmerksam gemacht habe, dass es a) einem Hausarzt definitiv nicht erlaubt ist, Patienten ohne konkrete Begründung zu Untersuchungen einzuberufen und b) eine Straftat ist, wenn sie ohne meine Erlaubnis Informationen mit dem Jobcenter über mich austauscht, auch telefonisch. Sie darf nicht einmal bestätigen, dass ich überhaupt ihr Patient bin.

Die Methode, alle Langzeitarbeitslosen in all ihren körperlichen und psychischen Daten zu erfassen, inklusive Blut- und Urinwerten, entspricht einer unerlaubten Massen-Untersuchung, die in ähnlicher Form während des Nationalsozialismus stattgefunden hatte, als Zwangsarbeiter dahingehend aussortiert werden sollten, ob sie (weiter)-arbeiten können oder aber in die Gaskammer sollen.

Rechtlich gesetzlich unbegründete Einladungen zu Amtsärzten oder Hausärzten oder anderweitigen Ärzten sind definitiv nicht erlaubt. Das widerspricht dem Selbstbestimmungsrecht des Bürgers und Patienten. Selbst Menschen, die unter Betreuung gestellt sind (= entmündigt), dürfen in den meisten Fällen über ihre medizinische Versorgung ganz alleine bestimmen, laut Bundesgerichtshof (Urteil gegen Zwangsbehandlung) sogar nicht nur "in den meisten Fällen", sondern grundsätzlich. Grundsätzlich ist jeder Eingriff und jede Untersuchung wie auch Befragung durch einen Arzt nur mit deinem Einverständnis möglich, oder aber aufgrund einer konkreten rechtlichen Grundlage erlaubt (beispielsweise Musterung zur Bundeswehr).

Da über mich seit 15 Jahren Gerüchte gestreut werden, dass ich wohl angeblich "psychisch labil" sei, schaute meine Hausärztin bei ihrer letzten Einladung sogar auf meinen Gamma-GT (= Leberwert, anhand dessen man den Alkoholkonsum einschätzen kann). Wörtlich sagte sie am Telefon: "Na, Ihr Gamma-GT war bisher ja immer in Ordnung.....". Daraufhin erhielt sie drei gepfefferte E-Mails von mir, dass der Gamma-GT auch in Zukunft immer in Ordnung sein wird, sie jetzt bitte ab sofort und ein für alle Mal diese Unterstellungen, Unverschämtheiten und Beleidigungen unterlassen solle, wie es auch bitte unterlassen solle, mir immer wieder diese dämlichen Gesundheitschecks nahezulegen.

Fakt ist: Wer "Nein" sagt, muss keine Sorge haben, dass man ihm unterstellt, er habe "etwas zu verbergen". Wer "Nein" sagt, pocht letztendlich nur auf sein gutes Recht. Ich zum Beispiel habe meiner Ärztin hundert Mal erklärt, dass ich höchstens drei Flaschen Wein pro Jahr trinke, weil ich keinen Alkohol vertrage, dennoch kam letztes Mal wieder diese unverschämte Einladung und Bemerkung. Fakt ist, dass ich ihr zum letzten Mal erklärte, sie solle nun bitte einfach den Gedanken aufgeben, dass ich "psychisch labil" oder sonst etwas, oder gar alkoholgefährdet sei.

In Deinem Fall und all diesen Fällen "plötzlicher Einladungen" zu irgendwelchen Ärzten vermute ich, dass Du denunziert wurdest:

https://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/105547-jobcenter-schuetzen-denunzianten.html

So. Du gehst jetzt folgendermaßen vor: Du schreibst freundlich zurück, dass diese dubiosen Einladungen bitte in Zukunft unterbleiben, oder aber bitte rechtlich gesetzlich fundiert begründet werden sollen. Du fragst nach, ob irgendetwas oder irgendjemand den Anlass gegeben habe, Dich zu verdächtigen ein kranker Mensch zu sein. Meist ist dann Ruhe im Karton, denn es ist für das Amt sehr unangenehm zum Beispiel zu schreiben: "Wir laden Sie ein, weil Ihr Nachbar uns gesteckt hat, dass Sie des Öfteren laute Parties feiern und einmal sogar sturzbetrunken über den Gang wankten".
 

Anna B.

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hallo,

wie ich schrieb...die Einladung hat keine gesetzliche Grundlage...

ergo mußt du nicht zu dieser Einladung erscheinen..

sicherheitshalber würde ich mir anwaltliche Hilfe holen..

man weiß nie, was denen noch einfällt..

vielleicht ist aber auch dieser ÄD einfach zu doof, eine korrekte Einladung...§ 309 SGB in Verbindung mit...zu erstellen...

m.E. brauchst du dieser Einladung gar nicht zu folgen....

keine Rechtsgrundlage, keine Rechtsfolgenbelehrung, keine Belehrung darüber, dass du dagegen Widerspruch einlegen kannst...

bei einer Sanktion ziehen sie m.E. den kürzeren...aber...Vorsicht..sichere dich ab..


@Ferdinand...

auf diesen Arzt kannst du doch verzichten...such dir einen Neuen..
solche Unverschämtheiten muss man sich nciht bieten lassen..
Arztwechsel ist dringend angeraten...
 

Muzel

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Eine Einladung zum Gesundheitsamt ist kein VA, weil ihm die unmittelbare Regelungswirkung fehlt. Also brauchen sie auch keine RGL und Rechtsmittelbelehrung beizufügen. (Ein Widerspruch ist nicht möglich).
Allerdings ist die der Betroffene ausführlich auf die Folgen des Nichterscheinens hinzuweisen, was passiert ist. Du kannst aber verlangen, dass das man dir sagt, warum du zum Arzt musst. Solange, dass nicht geklärt ist, möchte man von weitern Einladungen absehen. Eine ärztliche Untersuchung ist ein tiefer Eingriff in dein allgemeines Persönlichkeitsrecht.
 

Anna B.

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Es kann also jeder Amtsarzt mich anschreiben und so mir nichts, dir nichts, mich einfach zu einem Tag ins Gesundheitsamt bestellen um mich zu begutachten?
ohne Nennung von Gründen?
oder hInweise, warum, weshalb wieso?

das glaube ich dir nicht...
 

Muzel

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Anna, so sahen reglmäßig meine Einladungen aus.
 

Muzel

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Ich tipp dir mal ab, was auf der Einladung stand:

Gesundheitsamt
Ärztliche Zusatzuntersuchung

Sehr geehrte Frau.....
Ich bitte Sie am... den... um...im Sekreteriat (Zimmer-Nr. ...) vorzusprechen.
Sollten Sie verhindert sein, so bitte ich um Ihren rechtzeitigen telefonischen oder schriftlichen Bescheid.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag
 
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Ferdinand456

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Eine Einladung zum Gesundheitsamt ist kein VA, weil ihm die unmittelbare Regelungswirkung fehlt. Also brauchen sie auch keine RGL und Rechtsmittelbelehrung beizufügen. (Ein Widerspruch ist nicht möglich).
Allerdings ist die der Betroffene ausführlich auf die Folgen des Nichterscheinens hinzuweisen, was passiert ist. Du kannst aber verlangen, dass das man dir sagt, warum du zum Arzt musst. Solange, dass nicht geklärt ist, möchte man von weitern Einladungen absehen. Eine ärztliche Untersuchung ist ein tiefer Eingriff in dein allgemeines Persönlichkeitsrecht.
Genau das meinte ich. Eine Belehrung inklusive Aufklärung über Widerspruch entfällt. Jedoch muss die Einladung und Terminvergabe inklusive Paragrafen zur Rechtfertigung vom Jobcenter aus erfolgen, wie auch einer Begründung zur Untersuchung. Im Text muss eine Belehrung stehen, dass der Arbeitslose die Untersuchung "aus wichtigen Gründen" nicht antreten muss.

Zudem haben solche Einladungen meist eine Geschichte. Entweder, der Arbeitslose hat eine Maßnahme abgebrochen (dann erfolgt eine Einladung zum Amtsarzt aus Gründen der Schikane), oder der Arbeitslose ist seit 20 Monaten krankgeschrieben (dann ist eine solche Einladung auch mal nachvollziehbar) oder der Arbeitslose ist chronisch krank und klagt derzeit auf Opferentschädigung oder hat einen Rentenantrag gestellt, oder, oder, oder. Oder der Arbeitslose verweigert immer wieder bestimmte Arbeiten, weil er z. B. einen Schaden am Knie hat. Oder (und dafür wurde der Amtsarzt ursprünglich eingesetzt) der Arbeitslose wünscht eine amtsärztliche Untersuchung.

Auch ein Anwalt klärte mich letztes Jahr darüber auf, dass man stetigen Einladungen von Seiten einer Behörde zum Arzt eben nicht folgen muss, selbst wenn kein Rechtsbehelf oder keine Rechtsfolgenbelehrung angehängt ist. Im Zweifelsfalle, und der tritt immer ein, wenn die Anordnung zur ärztlichen Untersuchung vom SB ausgeht und nicht vom Arbeitslosen oder anderweitig Antragstellenden, hat eine fundierte schriftliche Begründung zu erfolgen.

Besser noch (so klärte mich der Anwalt auf): Eben weil kein Rechtsbehelf oder keine Rechtsfolgenbelehrung angehängt ist, muss man nicht zum Amtsarzt, muss man nicht einmal Widerspruch einlegen, sondern kann sofort den Klageweg über die Gerichtsbarkeit wählen. Anders ausgedrückt: Wo kein Rechtsbehelf im Sinne von "Widerspruch ist möglich", kann man ohne den langen Weg des Widerspruchverfahrens sofort über ein Gericht Einspruch erheben.

@Anna B.: Somit hat sich auf Dein Einwand bestätigt. Natürlich kann nicht einfach jeder Amtsarzt plötzlich eine Einladung an irgendjemanden versenden. Da muss eine (Kranken)-Geschichte erfolgt sein und die Einladung muss von der entsprechenden Behörde ausgehen.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals an Heinrich Alts Vorschlag im letzten Jahr erinnern, der lautete, die Arbeitsagenturen sollen in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Ärzten den Gesundheitszustand aller Arbeitslosen erfassen. Dies könnte das Verhalten meiner Hausärztin erklären wie auch solche dubiosen Einladungen wie hier von noiilusions beschrieben.

Meine Hausärztin werde ich übrigens nicht wechseln, ich weiß, wie sehr die unter Druck gesetzt werden von den Behörden. Dasselbe hat der Vorgänger dieser Praxis bereits mitgemacht. Die Telefone laufen heiß bei denen, wenn der Arbeitslose nicht so spurt, wie das Jobcenter möchte. Diesem Druck kann man nur entgegensetzen, dass man mit Strafanzeige droht, sollte der eigene Arzt ohne Schweigepflicht-Entbindung mit dem Jobcenter kommunizieren. Dann kann der Arzt dem Jobcenter auf diese Weise die Grenzen setzen: "Tut mir leid, ich kann hier nicht mehr mitmachen, der Patient drohte mich anzuzeigen". ("Drohung" mit Strafanzeige wird übrigens nicht als "Drohung" im eigentlichen Sinne bewertet und ist rechtens).

Wernn es nach mir ginge, würde ich am liebsten alle Arbeitslosen dazu auffordern, ihren Hausärzten und Krankenkassen per Einschreiben mit Rückschein und Drohung mit Strafanzeige zu verbieten, einfach die Krankendaten an die Jobcenter weiter zu reichen. Man weiß nämlich nicht, was Herr Alt damals vor hatte und schlimmstensfalls längst eingeleitet hat. Das alles könnte auf illegalen Austausch von Patientendaten zwischen den Behörden hinauslaufen wie auf Reihen- und Massenuntersuchungen der Arbeitslosen. Reihen- und Massenuntersuchungen sind eigentlich illegal, selbst ein Staatsanwalt muss beispielsweise DNA-Proben, die bei einem bestimmten Teil der Bevölkerung durchgenommen werden, ordentlich begründen, nämlich mit einem fundierten Beweis und Verdacht.
 

Anna B.

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Hallo,

na das mein ich doch...

kann doch nicht jeder kommen und sagen: hier du arbeitsloser...jetzt komme mal vorbei, ich will dich mal begutachten..

da stellt sich doch zuerst immer die Frage: wer ist Auftraggeber, aus welchem Grund? und nach welcher gesetzlichen Grundlage bin ich verpflichtet, mich begutachten zu lassen..

und bei den o.aufgeführten Einladungen fehlt m.E. jegliche Rechtsgrundlage...
 

Muzel

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"kann doch nicht jeder kommen und sagen: hier du arbeitsloser...jetzt komme mal vorbei, ich will dich mal begutachten.."
So ist es.
 
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Ferdinand456

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Ich sehe gerade, dass noillusions bereits die Vermutung aussprach, es könne an der Verweigerung einer Unterschrift der EGV liegen.

Doppeloma hatte es bereits geschrieben: Niemand hindert das Amt, einen Verwaltungsakt zu erlassen. Eine oder mehrere Verweigerungen der EGV sind kein Grund für eine amtsärztliche Untersuchung.

Ich kann bestätigen, dass ein Kollege hier grundsätzlich keine EGV unterschreibt und letztes Jahr, als er auch noch eine Maßnahme abgebrochen hatte und Klage bei Gericht eingereicht, prompt eine Einladung vom Amt zum Amtspsychiater kam.

Es ist Ausdruck ihres Ärgers über sein Verhalten. Eine rein emotionale Angelegenheit, umgangssprachlich genannt "unzulässige Schikane". Ein Schreiben von seiner Seite aus (auf meine Empfehlung hin) genügte, damit das Amt die Einladung zurückzog: Er fragte nach einer rechtmäßigen Begründung für die Einladung und erklärte, dass weitere Unterstellungen einer "psychischen Erkrankung" mit Strafanzeige wegen Beleidigung beantwortet werden wird.

Im juristischen Sinne kann selbst die Bemerkung "gute Besserung" als Beleidigung aufgefasst werden, wenn sie im entsprechenden Kontext geäußert wird:

Beleidigung (Deutschland)

Ich kann noillusions nur empfehlen, dort einmal anzurufen und nachzufragen, von wem die Einladung zum Amtsarzt eingeleitet wurde und wie das begründet wurde. Wenn der Amtsarzt das nicht beantworten kann, dann sich an denjenigen wenden, den er nennt (wahrscheinlich der SB von noillusion) und dieselben Fragen stellen.

Wenn dann herumgestottert wird, oder gar triumphierend geäußert "Jaaaa, wenn Sie Ihre EGV aber auch nie unterschreiben wollen :icon_party: müssen Sie sich nicht wundern, dass wir Sie zum Arzt schicken!", dann sofort reagieren und freundlich fragen, ob man beleidigt werden soll und auflegen. Dann ein Schreiben aufsetzen, "in Bezug auf Ihre Einladungen vom [1. Datum] und [2. Datum] und heutiges Telefonat bitte ich Sie freundlich um Stellungnahme und rechtmäßige Begründung wie Herleitung einer Begründung zur Aufforderung meiner Teilnahme an einer amtsärztlichen Untersuchung".

Das wird's dann wahrscheinlich gewesen sein, denn die Verweigerung der Unterschrift einer EGV ist kein Grund für eine Einladung zum Amtsarzt.
 

Piccolo

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"kann doch nicht jeder kommen und sagen: hier du arbeitsloser...jetzt komme mal vorbei, ich will dich mal begutachten.."
So ist es.
in amerika, genauer gesagt in new york wird das so gemacht: erst zum amtsarzt und abklären ob und inwieweit man arbeitsfähigt ist. vorher gibt es kein geld.
vor ein paar jahren war eine delegation von ba- und jobcentermitarbeitern zum hospitieren in new york und diese waren von der vorgehensweise, erstmal zum amtsarzt gehen zu müssen, regelrecht begeistert.
man kann sich wohl gut vorstellen, dass das über kurz oder lang auch hier kommen wird.
 
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Ferdinand456

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in amerika, genauer gesagt in new york wird das so gemacht: erst zum amtsarzt und abklären ob und inwieweit man arbeitsfähigt ist. vorher gibt es kein geld.
vor ein paar jahren war eine delegation von ba- und jobcentermitarbeitern zum hospitieren in new york und diese waren von der vorgehensweise, erstmal zum amtsarzt gehen zu müssen, regelrecht begeistert.
man kann sich wohl gut vorstellen, dass das über kurz oder lang auch hier kommen wird.
Genau. Ähnliches hatte ich weiter oben in Beitrag #28 geschrieben. Allerdings erwähnte ich fälschlicherweise die gesamte USA, es war letztes Jahr wohl nur Florida:

https://www.elo-forum.org/news-disk...-florida-fuehrt-drogentests-sozialfaelle.html

Ein weiterer Beitrag hier im Forum (leider finde ich ihn trotz intensiver Suche nicht mehr) erwähnte irgendein Jobcenter in Mitteldeutschland, das stolz per Presse verkünden ließ, man habe eine eigene Amtspsychiaterin eingeführt und bereits 32 Arbeitslose untersuchen lassen. Die meisten würden, so wurde die Amtsärztin zitiert, aufgrund ihres Arbeitsplatzverlustes unter einer "posttraumatischen Belastungsstörung" leiden.

Ob denen die Einladung zur Behandlung in einer Klinik ins Haus flatterte, weiß ich nicht. Diejenigen, die sich einfach auffordern ließen und dort hin gingen, zähle ich zum unaufgeklärten Teil, der hier wohl auch nicht im Forum mitliest.

Dieses "Posttrauma" sollte uns in letzter "Aktivierungsmaßnahme" ebenfalls aufgedrückt werden. Immer dann, wenn die Kursleiter Methoden anwandten, die den Methoden ausbeuterischer Arbeitgeber entsprachen (Druck, Beleidigungen, Repressalien, Kriminalisierung und Pathologisierung der Arbeitslosen, Aufwiegeln der anderen Arbeitslosen gegen "Rebellen", Spionage-Tätigkeiten, etc.) und wenn die Arbeitslosen sich dagegen wehrten, wurde plötzlich das "Posttrauma" aus der Tasche gezogen: "Das meinten wir nicht so, Sie interpretieren das nur falsch, weil Sie ihre Arbeits- und Lebenstraumata noch nicht verarbeitet haben".

Psychiater wurden gleich dazu empfohlen. :icon_kotz: Ich hatte dann irgendwann erwähnt, dass diese dauernde "zum Arzt-Schickerei", oder aber "zum Psychiater-Schickerei" kein "Posttrauma" ist (post = nachwirkend), sondern ein aktuelles "never-ending-Trauma" (niemals endendes Trauma), und dass sie mal damit aufhören sollen. Stalking, Nötigung, alles nur Dreck. Es sind Verbrecher. Das muss einmal dazu gesagt werden, damit man widerstandsfähig bleibt, ohne auf Dauer kaputt zu gehen.
 

Muzel

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Nicht alle Ärzte lassen sich zum Affen der Ämter machen, auch unter der Naziherrschaft nicht.
 
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Ferdinand456

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Nicht alle Ärzte lassen sich zum Affen der Ämter machen, auch unter der Naziherrschaft nicht.
@Muzel: Das ist zwar ein freundlicher Einwand, aber steht hier irgendwo "alle Ärzte lassen sich zum Affen der Ämter machen"? Es reichte eine Hand voll, um 70.000 Menschenleben zu vernichten:

Aktion T4

noillusion (und wohl einige weitere Arbeitsuchende dieser Nation) haben derzeit das akute Problem, eine schriftliche Einladung zum Amtsarzt in den Händen zu halten. Der Einwand, dass nicht alle Ärzte sich zum Affen machen lassen, hilft dabei recht wenig.
 

Muzel

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Es bleibt doch nur die Hoffnung. Ich muss am 27.2. zur Gerichtspsychiaterin und hoffe auf einen Menschen zu stoßen. Trotzdem habe ich natürlich Bammel.
Ich habe auch schon schlechte Erfahrungen mit Amtsärzten gemacht. Aber was nützt es einem, wenn man Leistungen haben will.
 
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Ferdinand456

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Es bleibt doch nur die Hoffnung. Ich muss am 27.2. zur Gerichtspsychiaterin und hoffe auf einen Menschen zu stoßen. Trotzdem habe ich natürlich Bammel.
Ich habe auch schon schlechte Erfahrungen mit Amtsärzten gemacht. Aber was nützt es einem, wenn man Leistungen haben will.
Nein, es bleibt nicht nur die Hoffnung. Du wirfst hier zwei Fälle durcheinander: Der eine Fall ist eine vom Jobcenter angeordnete Einladung zum Gesundheitsamt. Dein Fall ist vom Gericht angeordnet worden. Bei Dir existiert insofern irgendein Klageweg, womöglich hast Du Anwälte an Deiner Seite.

Hier (in Fällen wie von noillusions) geht es um völlig überraschte Bürger, die vom Jobcenter, oder gar vom Gesundheitsamt, ohne weitere Begründung plötzlich zum Amtsarzt einberufen werden. Das ist ein riesiger Unterschied. Das Jobcenter ist nicht die Polizei, ist nicht der Staatsanwalt und nicht der Richter. Das sagte ich auch meiner Hausärztin. Seitdem ist sie wieder meine Dienstleisterin und nicht die des Jobcenters.
 

Piccolo

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Das Jobcenter ist nicht die Polizei, ist nicht der Staatsanwalt und nicht der Richter. Das sagte ich auch meiner Hausärztin. Seitdem ist sie wieder meine Dienstleisterin und nicht die des Jobcenters.
hast du den eindruck dass sie das in aller konsequenz verstanden hat und künftig auch so handelt?
mein hausarzt hat sich von dem verhalten des jobcenters noch nie beeindrucken lassen.
 

noillusions

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oha was hier los?? ich les das erstmal alles..

wie es bei mir aussieht kann ich schwerlich einschätzen, alle die ich kenne folgten diesen Einladungen, ich tat es erstmal nicht, habe es aber auch nicht so angefaßt wie es muzel war es glaub ich, riet. Ich würde da ja auf Weigerung umschwenken müssen was ich vorher nicht tat.
Soweit mir bekannt ist wurde auch schon geurteilt daß das beharrliche Weigern dieser Untersuchung mit Leistungsentzug beantwortet werden kann. Daß einem das begründet werden muß warum man da hin soll, darüber kenne ich halt keine Gesetze oder Urteile. Im SGB2 steht ja sogar, daß die JCen die Erwerbsfähigkeit feststellen. Daß sie es nicht bei allen machen weiß ich nun auch, aber theoretisch könnten sie.
Die vom Gesu-Amt müßten mir ja schriftlich geben daß ich wegen EGV-Nicht-Unterschreiben untersucht werden soll, so doof werden die wahrscheinlich nicht sein.
Mich wollte das JC mit einer Umschulung ködern, aber erstmal sollte ich Maßnahme machen, und Maßnahme war aber so angelegt daß ich "bei guter Führung" Umschulung machen darf. Ich holte dann mehr Infos und sah wie wenig aussichtsreich es war einen Umschulungsplatz zu kriegen und bestand auf den direkten Weg. Nach Streitereien kam dann der Schwenk mit "Prüfung Erwerbsfähigkeit". Das deute ich so, daß die Umschulung von denen aus nun auch offiziell für mich erledigt ist (was sie wohl inoffiziell auch schon war).
Ich kann nachvollziehen wie Ferdinand hier geht, aber so weit ist es bei mir bisher vermutlich nicht. Die Gefahr sehe ich schon, da ich diese Psychologische Eignungsuntersuchung schon gemacht habe, und da mußte ich 3 mal hintereinander sagen daß ich kein Psychoproblem habe! Das muß Methode sein da den Leuten ein Psychoproblem anzuhängen.

Soweit mir bekannt kann man zu diesen Untersuchungen einen Beistand mitnehmen. Auch wenn da Amtsarzt drübersteht ist diese Art der Untersuchung doch meines Wissens nach ja das was normalerweise der ÄD von JC/AfA macht.
Was hartaber4 hier kürzlich berichtete läßt ja aber aufhorchen.
 
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Ferdinand456

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hast du den eindruck dass sie das in aller konsequenz verstanden hat und künftig auch so handelt?
mein hausarzt hat sich von dem verhalten des jobcenters noch nie beeindrucken lassen.
Sie hat die Praxis meines langjährigen Hausarztes übernommen. Er nun steckte mir, dass das Jobcenter seit Jahr 2010 plötzlich massenhaft ärztliche Gutachten von seinen Patienten verlangte.

Kaum hat er die Praxis abgegeben, hat wohl jemand meine damit neue Hausärztin geimpft, anders kann ich mir ihre Anmerkung nicht erklären. Ich schrieb ihr sofort, dass ich Anzeige gegen sie erstatte, sollte ich je erfahren, dass sie Informationen über mich mit anderen austauscht, auch mit anderen Behörden.

Den Zahn, dass ich irgendwie alkoholgefährdet bin, habe ich ihr nun gezogen. Wer da bei ihr anruft und Informationen an sie reicht, oder aber von ihr möchte, werde ich nie kontrollieren können. Das wird auch andere Ärzte betreffen, die ich in Zukunft aufsuchen werde. Ich habe die Wahl, 100-prozentige Kontrolle über mein Gegenüber ausüben zu wollen, was nie möglich sein wird, oder aber zu vertrauen, nachdem einige Fronten geklärt wurden. Ich entscheide mich für den zweiten Weg, grundsätzlich. Dies deswegen, weil 100-prozentige Kontrolle nie möglich sein wird.

So lange sie meine Wünsche erfüllt und eine gute freundliche Ärztin ist, bleibe ich bei ihr. Und genau das tut sie. Sie erfüllt meine Wünsche und ist eine gute Ärztin. Dass da mal irgendjemand Gerüchte bei ihr gestreut hat, bin ich mittlerweile gewohnt. Ich bin nicht die Beliebteste. Aber ich bin auch nicht auf die Welt gekommen, um überall und bei jedem beliebt zu sein.

@noillusions: Dein Fall wird mir zu kompliziert. Wenn da Anträge wegen irgendwelchen Umschulungen laufen und irgendwelche Maßnahmen, in denen du erst "gute Führung" beweisen musst (so etwas habe ich auch noch nie gehört).....keine Ahnung. Das ist mir zu hoch. Das gehört in die Hände eines Anwalts. Oder du machst eben alles mit wie deine Kumpels auch.
 

noillusions

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Ja das der Grat auf dem man wandert: Auf seine Rechte bestehen, aber nicht Leute gegen sich aufbringen die einem schaden können.
 

hartaber4

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Nicht alle Ärzte lassen sich zum Affen der Ämter machen, auch unter der Naziherrschaft nicht.
Macht auch nichts.... denn es gibt genügend Mietmäuler zur Auswahl, die das Zubrot gern mitnehmen.

Die Auswahl trifft der jeweilige Sozialleistungsträger und nicht die/der Betroffene.
 

noillusions

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@noillusions: Dein Fall wird mir zu kompliziert. Wenn da Anträge wegen irgendwelchen Umschulungen laufen und irgendwelche Maßnahmen, in denen du erst "gute Führung" beweisen musst (so etwas habe ich auch noch nie gehört).....keine Ahnung. Das ist mir zu hoch. Das gehört in die Hände eines Anwalts. Oder du machst eben alles mit wie deine Kumpels auch.[/QUOTE]

Sowas sind Ermessensleistungen, das ist nicht so ganz einfach. Es bibt hier kaum noch Umschulungen wie ich mitbekam. Ich glaube wenn man auf seinen Rechten besteht sortieren sie einen gleich in die Schublade "unwillig" ein, machen ordentlich Vorwürfe. Das mit "gute Führung" meine so: in der Maßnahme wird dann geschaut ob der/die Kandidat/in was "taugt". Daß ist dann aber selten der Fall. Oder man darf Altenpflegehelfer oder Sicherheitsfuzzi werden obwohl man einen ganz anderen Bereich anstrebt. Es passiert häufiger daß Umschulungswillige hören "machen sie erstmal Euro-Job, wenn das klappt dann sehen wir weiter". Am Ende ist leider gerade keine Möglichkeit für eine Umschulung aus welchem Grund auch immer.
 
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Ferdinand456

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[...] Sowas sind Ermessensleistungen, das ist nicht so ganz einfach. Es bibt hier kaum noch Umschulungen wie ich mitbekam. Ich glaube wenn man auf seinen Rechten besteht sortieren sie einen gleich in die Schublade "unwillig" ein, machen ordentlich Vorwürfe. Das mit "gute Führung" meine so: in der Maßnahme wird dann geschaut ob der/die Kandidat/in was "taugt". Daß ist dann aber selten der Fall. Oder man darf Altenpflegehelfer oder Sicherheitsfuzzi werden obwohl man einen ganz anderen Bereich anstrebt. Es passiert häufiger daß Umschulungswillige hören "machen sie erstmal Euro-Job, wenn das klappt dann sehen wir weiter". Am Ende ist leider gerade keine Möglichkeit für eine Umschulung aus welchem Grund auch immer.
Ich kann dir nicht aus der Ferne raten "bleib von der Untersuchung fern", wenn daraus folgt, dass du in einen Rechtsstreit verwickelt wirst, den ich nicht verantworten möchte. Ich blieb hier fern und fragte nach einer rechtmäßigen Begründung und der Untersuchungstermin wurde sofort storniert. Natürlich muss jeder Verwaltungsakt von einem Beamten ordentlich begründet werden, insofern ist die Einladung, die du in den Händen hältst, defintiv so formuliert, dass du definitiv nicht zu dieser Untersuchung müsstest.

Nur scheinst du mir sehr ängstlich und zögerlich, nimmst dir auch keinen Anwalt. Insofern höre ich hier mit jeder Beratung auf. Du musst wissen, wie weit du mit dir gehen lässt und ich kann nicht verantworten, dass du Schritte gehst, weil wir sie dir hier geraten haben, und damit in Teufels Küche kämst. Das, wie gesagt, will ich nicht bewirken und nicht verantworten müssen.

Weiter viel Erfolg!
 
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