Merkel und Seehofer stellen Behörden, Dienststellen und Gerichte des Bundes von waffenrechtlichen Vorschriften frei

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Zeitkind

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Die Verordnung wurde am 30. November 2020 von Merkel & Seehofer mit folgender Begründung herausgegeben;

Auf Grund des § 55 Absatz 5 Satz 1 des Waffengesetzes vom 11. Oktober 2002 (BGBl. I S. 3970, 4592; 2003 I S. 1957) verordnet die Bundesregierung: ...
Absatz 5 Satz 1 des Waffengesetzes vom 11. Oktober 2002
(5) Die Bundesregierung kann durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf,
eine dem Absatz 1 Satz 1 entsprechende Regelung für sonstige Behörden und Dienststellen des Bundes treffen.

Dazu stellen sich mir ein paar Fragen;
Warum gibt es keine aussagefähige Begründung für diese Verordnung?
Demnach dürfen sich nun alle aufgezählten Behörden selbst bewaffnen?
Selbst wenn sich die Behörden bewaffnen, warum werden sie dann von diversen Umgangsvorschriften befreit?

Anhand des gültigen Waffengesetztes (WaffG) kann bestimmt werden,
welche Pflichten demnach für die Bediensteten außerkraft gesetzt wurden.

Verordnung über die Freistellung von Behörden, Dienststellen und Gerichten des Bundes von waffenrechtlichen Vorschriften (Waffengesetz-Bund-Freistellungsverordnung – WaffGBundFreistV) Vom 30. November 2020

Auf Grund des § 55 Absatz 5 Satz 1 des Waffengesetzes vom 11. Oktober 2002 (BGBl. I S. 3970, 4592; 2003 I S. 1957) verordnet die Bundesregierung:

§ 1 Freigestellte Behörden, Dienststellen und Gerichte des Bundes

Die Freistellung von waffenrechtlichen Vorschriften nach dieser Verordnung gilt

1. für die Behörden
a) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen,
b) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat,
c) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung und
d) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft;

2. für die Behörden und Gerichte im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz;

3. im Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes für den Bundesnachrichtendienst;

4. im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für

a) das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle,
b) die Physikalisch-Technische Bundesanstalt,
c) die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung;

5. im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur für

a) die Behörden der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes,
b) die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation, soweit sie Sicherheitsaufgaben wahrnimmt,
c) die Behörden der Luftaufsicht des Bundes.

§ 2 Nicht anwendbare Vorschriften des Waffenrechts
Keine Anwendung finden auf die Behörden, Dienststellen und Gerichte nach § 1 sowie deren Bedienstete, soweit diese dienstlich tätig werden:

1. aus dem Waffengesetz:
a) § 2 Absatz 1 bis 4 über die Grundsätze des Umgangs mit Waffen oder Munition und die Waffenliste,
b)§ 10 über die Erteilung von Erlaubnissen zum Erwerb, Besitz, Führen und Schießen,
c)§ 12 Absatz 4 über Ausnahmen von den Erlaubnispflichten,
d) § 25a über Anordnungen zur Kennzeichnung,
e)§ 26 über nichtgewerbsmäßige Waffenherstellung,
f) § 27 Absatz 1 und 3 sowie Absatz 7 Satz 1 über Schießstätten und das Schießen durch Minderjährige auf Schießstätten,
g) § 27a über die sicherheitstechnische Prüfung von Schießstätten,
h) die §§ 29 bis 32 sowie § 33 Absatz 1 und 2 über das Verbringen und die Mitnahme von Waffen oder Munition in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes,
i) die §§ 36 bis 39 über Obhutspflichten sowie Anzeige-, Hinweis- und Nachweispflichten,
j) § 40 Absatz 1 über verbotene Waffen,
k)§ 42 Absatz 1, 5 und 6 über das Verbot des Führens von Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen und Verordnungsermächtigungen für Verbotszonen,
l) § 42a Absatz 1 über das Verbot des Führens von Anscheinswaffen und bestimmten tragbaren Gegenständen und m) § 58 über Altbesitz und Übergangsvorschriften;

2. aus der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung:
a) die §§ 9 bis 11 über die Benutzung von Schießstätten,
b) § 13 über die Aufbewahrung von Waffen oder Munition und
c) die §§ 22 bis 25 über die Ausbildung in der Verteidigung mit Schusswaffen.

§ 3 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Fünfte Verordnung zum Waffengesetz vom 11. August 1976 (BGBl. I S. 2117),
die zuletzt durch Artikel 227 der Verordnung vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328) geändert worden ist, außer Kraft.

Berlin, den 30. November 2020 Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
 

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Maritimer78

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Das WaffG ist alt und sehr schwammig, in Teilen. Nun wurde etwas davon präzisiert.
Vielleicht aber auch eine gesetzliche Absicherung geschaffen, für den Fall das es ungemütlich wird.
 

Ruhrpottmensch

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Ai, ai, ai... 🙈

Da ich selbst im Thema drin bin (Sportschütze), würde ich dieser Änderung jetzt mal nicht so ganz viel Bedeutung & Gewicht, wie es vielleicht im Eingangspost vermuten lässt, zuschreiben. Das WaffG ist nicht erst in jüngerer Vergangenheit zu einer der größten und schwierigsten "Baustellen" in der Gesetzgebung geworden. Das war schon zu Bonner Zeiten mit Adenauer und allen danach ein "heißes Eisen".

Die "Lesart" der Änderungen von Nov. 2020, kommt halt auch immer auf den "Betrachtungswinkel" an. In Zeiten von internationalen Terrorbedrohung ist m.E.n. eine solche Anpassung mehr als notwendig und hat sich -im Gegensatz zu anderen Ländern- in Deutschland mehr als nur verzögert.

Das wir jetzt demnächst mit vorgehaltener Langwaffe im Finanzamt oder bei der BA "begrüßt" werden, halte ich -trotz der Änderung- für gänzlich ausgeschlossen...
 

NNBezug

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Das könnte aber auch erklären warum die Bundesministerien keine Empfangsbestätigung für signierte Email rausschicken :) :ROFLMAO:
 

Manni1976

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Warum gibt es keine aussagefähige Begründung für diese Verordnung?
Es braucht keine. Bei einem formellen Gesetz begründet derjenige, der den Entwurf fertigt, diesen um das Legislativorgan von seinem Entwurf zu überzeugen. Der Verordnungsgeber braucht das nicht.

Demnach dürfen sich nun alle aufgezählten Behörden selbst bewaffnen?
Ja.

Selbst wenn sich die Behörden bewaffnen, warum werden sie dann von diversen Umgangsvorschriften befreit?
Welchen?
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Was könnte der Schelm denn denken?
 

Stauer

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Warum gibt es keine aussagefähige Begründung für diese Verordnung?
Demnach dürfen sich nun alle aufgezählten Behörden selbst bewaffnen?
Selbst wenn sich die Behörden bewaffnen, warum werden sie dann von diversen Umgangsvorschriften befreit?
Vielen Dank für die Info, zuerst.
Ich möchte mal meine Gedanken dazu schreiben.
Zu Frage nach Begründung:
Es scheint, als ob sich unsere Regierung bedroht fühlt. Sollte dem so sein, erübrigt sich eine Begründung.
Vieleicht haben die auch etwas vor, daß mit Gewalt gegen das eigene Volk durchgesetzt werden muß. Pläne dieser Art dürften aber streng geheim sein.
Anders kann ich mir das auch nicht erklären.
Zur Bewaffnung:
Ja das dürfen die. Ich hatte Ende letzten Jahres etwas dazu in den Nachrichten gehört. Die Behörden haben wahrscheinlich Waffenschränke geliefert bekommen.
Da sind Langwaffen und Faustfeuerwaffen drin, inklusive Munition. Wieviele Behörden schon bestückt sind und womit genau (Modell, Kaliber...) weiß ich auch noch nicht.
In Logistik sind die Deutschen ja nicht mehr so gut, wie früher.
Jeder, der Zugang zu diesen Schränken hat, wird garantiert vereidigt, damit nur ja nichts bekannt wird.
Zur Frage nach Umgangsvorschriften:
Falls die Waffen griffbereit sein müssen z.B. bei unmittelbarer Bedrohung oder Angriffen. Beispiel: Waffen müssen stets entladen sein, wenn sie im Waffenschrank sind. Hierauf verzichtet man, damit sie sofort schußbereit sind. Bei den neueren Modellen der Faustfeuerwaffe entfällt das Entsichern.

Mit dem Hinweis auf Terror ist zur Hälfte die Augenwischerei erledigt.
P.S. Sie bewegt sich wieder. Mein Gott, hab ich das vermißt. Danke
 

Manni1976

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Na er schreibt ja selbst ein Beispiel: Waffen "verschwinden" zu lassen.
Vielleicht fehlt ja wieder iwo massig Munition und ohne Waffenliste und so "bürokratischem Mist" ist das alles kein Problem mehr.
Wenn das das Motiv wäre: Warum wickelt man das dann nicht einfach über die Sicherheitsbehörden ab, die nach § 55 Abs. 1 WaffG bereits befreit sind?
 

Ruhrpottmensch

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Na er schreibt ja selbst ein Beispiel: Waffen "verschwinden" zu lassen.
Vielleicht fehlt ja wieder iwo massig Munition und ohne Waffenliste und so "bürokratischem Mist" ist das alles kein Problem mehr.
Glaub mir... Das war & ist auch mit irgendwelchen "bürokratischen Mist" kein wirkliches Problem... 😅
Ich hab das Anno-dazumal selbst erlebt als ich "bei der Truppe" war, wie da Kistenweise "Zeugs" aus den Kasernen getragen worden ist.
Highlight war mal eine Ansprache eines Kasernenkommandeur im schönen Sauerland, dass fast ein kompletter Kampfpanzer "weggekommen" ist... 🤣

Aber um noch mal auf das eigentliche Thema einzugehen...
Glaubt hier wirklich jemand ernsthaft, dass jetzt der "Hans Franz" Beamte "bewaffnet" wird?! 🤔
 

sonnyterry

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Reichlich gruselig! Als ob die Politik nicht wichtigere Gesetze zu verabschieden hätte (im MIetrecht z.B.)! Ich bin schon immer bedient, wenn überall die sogenannten "Sicherheitskräfte" herumlungern und sofort ihren Auftritt haben, wenn man mal etwas deutlicher seine Meinung sagt. Und demnächst auch bewaffnet???
 

noillusions

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Wenn das das Motiv wäre: Warum wickelt man das dann nicht einfach über die Sicherheitsbehörden ab, die nach § 55 Abs. 1 WaffG bereits befreit sind?
Hä? Die Dienststelle die Verluste verbockt ist doch dafür dann verantwortlich und nicht wer anders.
Das war & ist auch mit irgendwelchen "bürokratischen Mist" kein wirkliches Problem... 😅
Ich meinte es andersrum: Ohne "bürokratischen Mist" sind diverse Skandale um verschwundenes Material nicht möglich weil das nicht erst erfasst wird: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!:biggrin:
 

xj3Qr1nL7ys

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Fast ein ganzer Panzer? Will das nicht zwingend anzweifeln, hört sich trotzdem reichlich überzogen an. Stand heute ist eher, dass selbst das ganze Gelände der Verschrottung Satellitenüberwacht ist und sich da nichts und niemand bewegen kann; ohne dass dies registriert wird.

Mal abgesehen davon dass Munitions- und/oder Waffenverlust zumindest früher bei einigen Behörden durchaus auch zur fristlosen Kündigung führen konnte.
 
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noillusions

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Fast ein ganzer Panzer? Will das nicht zwingend anzweifeln, hört sich trotzdem reichlich überzogen an. Stand heute ist eher, dass selbst das ganze Gelände der Verschrottung Satellitenüberwacht ist und sich da nichts und niemand bewegen kann; ohne dass dies registriert wird.
Er meinte wohl eher das Inventar eines Panzers. Tatsächlich aber war es zumindest vor einiger Zeit einfacher einen ganzen Leo zu klauen als eine einzelne Waffe. Die Waffe wurde aus der Waffenkammer ausgegeben und notiert wer sie bekam und wurde dort wieder abgeliefert/zurückgefordert.
Die zwei Schlüssel für einen Leo befanden sich in einer Papiertasche die beim UVD/GVD am Eingang der Einheit abgeholt/abgegeben wurden.
Schusselige Fahrer die zu Beginn ihrer Wehrdienstzeit vergaßen, die Taschen dort wieder abzuliefern gab es oft, und wenn UVD und GVD nicht am Ende die Reihen durchsahen ob alle Taschen wieder da waren, "übernachteten" die Taschen im Gepäck des Rekruten und es wurde schon mal eine Papiertasche kurz gesucht am nächsten Tag.
Mit krimineller Energie hätten das durchgeknallte Typen ausnutzen können. Dass mit zwei Leuten besetzte Leos einzeln mal den Technischen Bereich verließen war normal - da hätte niemand sofort Verdacht geschöpft.
Ich denke mal die Leos sind denen aber zu unhandlich.:icon_mrgreen:
Jedenfalls habe ich noch von keinem Verlust gehört.
 

xj3Qr1nL7ys

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Hört sich kundig an was du schreibst, mit Panzern hatte ich nichts am Helm, noch nicht mal denen, von wenigen Monaten abgesehen. Bei der Marine sind die (ausser im SHTF Fall) halt eher überflüssig...
 
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Ramteid

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Als alter Panzersoldat des 3/333 kann ich ebenfalls von Waffenverlusten und Munition berichten. Ganze Leos verschwanden zwar nicht, aber MG-Bauteile wie Rohr, Verschluss usw.
Nach ner Geländeübung haben wir stundenlang ein MG Wechselrohr gesucht und nicht gefunden....
Schwund beim Bund :)
 

samuraji

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Waffen und Munition sind beim Bund getrennt zu lagern und entsprechend zu sichern. Bedeutete (ka ob es heute nach 10Jahren schon anders ist) das die schusswaffen in der Waffenkammer eingelagert werden. ein altes Gebäude, bei dem das Erdgeschoss mit Gittern versehen gut erkenntlich ist und das erste Stockwerk nicht mehr gesichert ist, also wer will, kann sich nen Stuhl ans Gebäude stellen und klettert dann durchs Fenster, um sich danach ins Erdgeschoss zu begeben.
Die passende Munition findet man auf dem großen platz mittig der Kaserne, toll versteckt, da einmal Wald drumherum gepflanz wurde und die Büsche meterhoch sind, stehen zwar alle 50Meter ne Lampe, aber die ist so dunkel, da ist selbst der Mond heller. Wer dann einfach ne Kneifzwange mitnimmt wird von den Munitionskisten dann auch das 1,50€ teuer Sicherheitsschloss aufknacken - manche sind auch offen, weil sie gar nicht mehr einrasten. Der Zaun durch den wald kann man übrigens auch ohne weiteres beklettern, Leiter ranstellen, drüberklettern, zur not einen der Bäume als Hilfe nutzen, kann man prima runterutschen.

Bund und Sicherheit ist wie im Sommer auf nem See eislaufen zu wollen - es passt einfach nicht zusammen. Auf dem papier ist natürlich alles sicher und doppelt und dreifach abgesichert.....man war ich froh nach 4 jahren wieder ins normale Leben umzusiedeln.

Übrigens: Diejenigen mit etwas Restverstand nannten die Bundeswehr liebevoll bezeichnet als "Kindergarten für Erwachsene".
 

noillusions

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Denkbar wäre ja dass die Ausführungen des Gesetzes tatsächlich unpraktisch für Behörden sind und das eine Art Bereinigung ist. Dann bleibt natürlich die Frage wie die Regulierung stattdessen aussieht. Freiwillige Selbstkontrolle?
Ganze Leos verschwanden zwar nicht
Kann mich erinnern dass wir die Dinger nur abgerüstet unter die Schleppdächer gestellt haben. Wer die geklaut hätte, hätte also nicht ballern können, nur was plattfahren. War den Waffenfanatikern vielleicht zu uninteressant.
 

Ramteid

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Kann mich erinnern dass wir die Dinger nur abgerüstet unter die Schleppdächer gestellt haben. Wer die geklaut hätte, hätte also nicht ballern können, nur was plattfahren. War den Waffenfanatikern vielleicht zu uninteressant
Genau! Die abgerüsteten ohne jede Austattung zu klauen wäre sinnbefreit. Aber vor wenigen Jahren wurde in Kiel ein ganzer Panther (Panzer V) aus einem Privatmuseeum gefunden und geborgen :)
So als Panzerhistoriker ist man nicht abgeneigt sich sowas unterzustellen. Just for fun.
 

Ruhrpottmensch

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Ja Moin Kameraden... 🤣

Auch wenn es nicht zum eigentlichen Thema passt, so ist glaub jedem - der mal eine gewisse Zeit bei der Truppe war - so eine "Geschichte" schon mal untergekommen. 😉

Was da dann wirklich dran war oder ist... Nun ja, Soldaten tratschen mitunter mehr als Waschweiber...

Die von mir beschrieben Ansprache habe ich im Zuge meiner Tätigkeit bei den FJg live miterleben dürfen und hatte im Nachgang auch einige interessante Gespräche mit den Kollegen vom MAD. 😅

Es war in der Tat so, daß erhebliche Teile des Leos nicht mehr "auffindbar" waren... 🙈

Das mag inzwischen anders aussehen (weil der Großteil der Ausrüstung eh Kernschrott ist), aber "früher" waren das so Knaller, die einem im Gedächtnis bleiben.

Ob es es dann in Zukunft auch eine "Taskforce" für die Amtsstuben geben wird, bleibt abzuwarten. Wenn ich daran denken, wie "sorglos" manch ein Amt schon mit Papierakten umgeht, könnte eine "Bewaffnung" spannenden werden. Dritte Schublade oben links... 🤣
 

noillusions

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Aber vor wenigen Jahren wurde in Kiel ein ganzer Panther (Panzer V) aus einem Privatmuseeum gefunden und geborgen :)
Ich habe das anders in Erinnerung: Die Behörden wußten jahrelang von den Panzer, haben aber, ich glaube 2015, auf einmal ein Problem damit gehabt und das Rausschleppen organisiert.
Auch wenn es nicht zum eigentlichen Thema passt, so ist glaub jedem - der mal eine gewisse Zeit bei der Truppe war - so eine "Geschichte" schon mal untergekommen. 😉
Ich habe was Waffen und Munition angeht ein dagegen straffes Regiment erlebt. Allenfalls mal ein Prahlhans der heimlich ein oder zwei Patronen aus einer Munitionskiste gemopst hat und auf Stube damit geprahlt hat. Da die Kisten grundsätzlich leergeschossen wurden auf der Schiessbahn und nicht jeder einzelne Schuss erfasst wurde, fiel das nicht auf.
Zwei Kameraden einer benachbarten Einheit die just for fun auf einen Baum geballert hatten bei ihrem Wachgang wurden dafür dienstrechtlich entsprechend belangt - das Fehlen der Munition konnten die auch nicht begründen.
Darum, irgendwas an Regulierung müßte ja an die Stelle treten stattdessen - sieht man ja an den Vorfällen bei der KSK dass die sonst machen was sie wollen, und auch die Polizei hat schonmal Waffenverluste zu beklagen.
In der Einheit wo ich war kam auch manches weg wie z.B. die grünen Alkali-Batterien, aber durchweg eben nur harmloses Zeug.
 

Ramteid

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Die Behörden wußten jahrelang von den Panzer, haben aber, ich glaube 2015, auf einmal ein Problem damit gehabt und das Rausschleppen organisiert.
Damit wären wir zurück beim Thema, den Gesetzen und vorallem deren auslegung, welche sich plötzlich ändern können :)
Eine 8,8 Flak wurde ja zudem auch noch gefunden.
 

pinguin

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Hä? Die Dienststelle die Verluste verbockt ist doch dafür dann verantwortlich und nicht wer anders.
Ist/wird ähnlich zur DSGVO; es ist jeder Verantwortliche zu jeder Zeit voll verantwortlich und kann seine Verantwortung nicht auf andere Verantwortliche delegieren.

Es brauchen doch bloß alle verantwortlich zu handeln, was mit dem Selbsteinlesen in das Regelwerk beginnt und bei Nichtverstehen des Regelwerkes zu Vorlagefragen an den EuGH führen muß? (Vom BVerfG, (bspw.: 2 BvR 1161/19 ), als "zwingend" bestätigt, wo immer Europa den Rahmen setzt, was nicht nur bei DSGVO und Waffenrecht der Fall ist).

Das berühmte "Der-Andere-ist-schuld"-Spiel wird von Europa jedenfalls unterbunden.
 

Stauer

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Oh, Leute mir fällt gerade ein: behauptet das JC nicht auch eine Behörde zu sein? Und hat es da nicht schon Tote gegeben? Die haben doch Wachteln im Eingangsbereich.
Was meint ihr, bewaffnen die sich gegen Arbeitslose auch? Theoretisch dürfen die das.
Ich habe keine Lust nochmal in einen Gewehrlauf zu starren und zu warten, ob mich eine Kugel zerfetzt. Leistungsbezug ums Verrecken?
Würdet Ihr noch mal ein JC betreten, wenn die bewaffnet sind?
 
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