Menschenwürdige Zeitarbeit 2.0 (gemeinnützige Initiative ohne Gewinnerziehlungsabsicht, für ALG2'ler mit Kurzfrist-Einsätzen bis 4 Wochen) gründen? (1 Betrachter)

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Otto27

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Zeitarbeit in jetziger Form ist Ausbeutung und gehört verboten und analog ist das jetzige ALG2-System mit Sanktionen menschenunwürdig (ein Existenzminimum kann man nicht noch weiter kürzen...). Nur die Mühlen der Politik mahlen langsam (manchmal auch überhaupt nicht) und dauert wohl noch lange, bis sich hier was ändert. Nur wenn man etwas erst mal nicht ändern kann, ok, dann kann man sich ja zumindest überlegen, das beste daraus zu machen. Idee:

Man gründet gemeinnützigen Verein (nennen wir ihn mal "Menschenwürdige Zeitarbeit 2.0"). Der Verein hat keine Gewinnerziehlungs-Absicht, d. h. alle arbeiten dort ehrenamtlich und alles verdiente Geld durch die Einsätze, geht zu 100% an die Zeitarbeiter!

Zeitarbeiter erhalten Arbeitsvertrag für bis zu 4 Wochen im laufenden Monat. Der Entleiher hat die Möglichkeit unkompliziert neuen Mitarbeiter zu bekommen und 4 Wochen beurteilen zu können. Wenns passt, darf er ihn gerne danach übernehmen und es entstehen ihm keine weiteren Kosten (wie Ablöse-Summen usw.) und die Abwicklung ist sehr flexibel und unbürokratisch.

Die Einsätze und Arbeitsverträge sind auf maximal 4 Wochen im laufenden Monat begrenzt. Hintergründe:

a) Dauerhafte Zeitarbeit ist Ausbeutung und daher soll das nicht durch lange Verträge gefördert werden.
b) Der Verein soll wie gesagt kein Gewinn machen, nur er muß damit er nicht bankrott geht, zumindest vor Verlusten etwas geschützt sein. Durch die maximalen 4-Wochen-Verträge verringert sich das Risiko, weil bei Neueinstellungen ja z. B. dann auch die Krankenkasse die Lohnkosten für Krankheitsausfälle übernimmt. Mit dem Entleiher werden Einsatz-Abmeldungen entsprechend den Probezeit-Kündigungsfristen vereinbart (und bei groben Verstößen greift fristlose Kündigung).

Falls der Zeitarbeiter nicht übernommen wird, kann er dann z. B. Ende vom nächsten Monat ALG2-Antrag stellen und bekommt es dann rückwirkend zum Monatsersten. Praktisches Beispiel: 4 Wochen-Vertrag vom 02. bis 29. September. Falls keine Übernahme erfolgt, könnte dann am 31. Oktober der ALG2-Antrag gestellt werden und während der Zeit, wäre man dann auch von menschenunwürdigen Sanktionen geschützt. Im November kann das ganze dann wieder von vorne losgehen, mit neuem 4-Wochen Vertrag usw.

Die gesamte Abwicklung erfolgt weitesgehend über Online-Web-Service. In Verbindung mit den anderen Punkten (nur ehrenamtliche Helfer, weniger Risiko bei Krankheitsausfällen usw.), kann so auch ein höherer Stundenlohn ausbezahlt und dem Entleiher trotzdem noch ein attraktives Angebot gemacht werden. Als Stundenlohn wird daher 12€ bezahlt.

Was haltet ihr davon?
 
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ZynHH

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Was haltet ihr davon?
Nichts.
Zeitarbeit muss teurer sein, als ein Festangestellter.
Wer Zeitarbeit in seinem deutschen Betrieb einsetzt, tut das um weniger zu zahlen.
Warum einen Wasserkopf a'la Verein gründen? Um für weniger Geld schlechter abgesichert zu sein, muss der Arbeitnehmer doch niemanden zwischen sich und dem Entleiher dulden.

Also, wozu noch einen Verleihbetrieb gründen?
Damit der Entleiher Lohnstückkosten spart?
 

Otto27

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Rein praktisch sind Zeitarbeiter halt nicht teurer wie Festangestellte, sonst wäre es auch nicht so verbreitet, die Arbeitgeber wollen hier natürlich Kosten sparen, nur wenn die Politik hier keine Riegel vorschiebt, können wir halt nix dagegen machen. Und wenn man mal die letzten 20 Jahre nimmt, ging die Entwicklung immer eher in die andere Richtung, Dinge lockern, mehr Zeitarbeit usw. Von daher braucht es andere Möglichkeiten und das beste ist wohl Zeitarbeit mit den eigenen Mitteln der Zeitarbeit zu schlagen und einfach besseres Angebot abliefern und das aber nicht auf Kosten der Zeitarbeiter zu machen, daher auch meine Idee Verein ohne Gewinnerziehlungsabsicht mit der dann evtl. sogar Stundensätze um die 12€ möglich wären.

PS: Alternative wäre natürlich noch bei nächster Wahl nur linke Parteien zu wählen, wobei man halt auch bedenken muß, die jetzigen Gesetze haben wir Rot/Grün zu verdanken unter Schröder...
 

Matt45

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Vielleicht habe ich es nicht richt verstanden, aber ich halte so gar nicht davon.

Einen Verein zu gründen mit ehrenamtlichen so etwas gibt es jede schon jede Menge und nennt sich Tafel.

Warum sollte sich ein Arbeiter für "deine" Zeitarbeit entscheiden? Zumindest habe ich es nicht richtig verstanden mit dem 4 Wochen Einsatz. Für eine Familie oder wer Kinder ernähren muss, der wird auch mit 12,- nicht weiter kommen.

Ehrenamtliche Arbeit finde ich gut, aber damit kann man derzeit nicht so "viel" machen.

Vielleicht kannst du die Idee noch einmal erklären.
 

ZynHH

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Rein praktisch sind Zeitarbeiter halt nicht teurer wie Festangestellte, sonst wäre es auch nicht so verbreitet
Doch sind sie, praktisch und theoretisch steht ihnen mehr Gehalt zu. Nur weil es in Deutschland umgedreht wurde, ist das ja nicht automatisch in anderen Ländern auch so.

Mich stören schon Vereine, die günstig Holzarbeiten, Umzüge etc. anbieten, die es auch als richtige Berufe gibt.
Und wenn die Vereine dann personalmangel haben, holen sie sich Hilfskräfte beim Jobcenter....
 
G

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Frage: Die Recruiter, Vertriebler, Teamassistenten, Personaldisponenten, Buchalter und Co. arbeiten alle ehrenamtlich für umme? :D
 

ZynHH

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Warum sollen Menschen sich nicht selbst an Firmen verleihen können.... Oh, warte, das gibts ja schon, dann heißt es Arbeitnehmer.

Einfacher wäre es, Lohn und Gehalt umzubenennen, in Maschinengebühr, abschreibungsfähig für den Entleiher, und tägliche Kündigung natürlich, dann benötigt man gar keine Verleiher mehr dazwischen. Mist, das gibts auch schon, heißt Selbständigkeit...

Der Entleiher spart Lohn/ Gehaltskosten und reduziert damit seine Lohnstückkosten....

Das ganze gibts doch schon, staatlich geregelt, heißt ALGII.....
 
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Otto27

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@Matt45
Ja, du hast natürlich Recht, das wäre nix was alle glücklich macht und hilft. Zielgruppe wären ledige alg2-Empfänger, die genervt sind von unnötigen Sanktionen oder 1€-Jobs und die im Grunde schon gerne arbeiten wollen, nur halt nicht für Ausbeuter-Firmen und Stundensätze unter 10€.

Und wenn die Vereine dann personalmangel haben, holen sie sich Hilfskräfte beim Jobcenter....
Das müßte natürlich per Vereinssatzung ausgeschlossen werden, Ziel ist zu helfen (für die wo genau das suchen) aber nicht eine Art Maßnahme werden und hier mit Jobcenter zusammenarbeiten um Leuten die das überhaupt nicht wollen, etwas reinzudrücken oder mithelfen die Jobcenter-Statistiken zu verschönern...

Frage: Die Recruiter, Vertriebler, Teamassistenten, Personaldisponenten, Buchalter und Co. arbeiten alle ehrenamtlich für umme?
Ja, ehrenamtlich ist Voraussetzung, sobald man anfangen würde einzelne da irgendwie dafür zu entlohnen, würde sich das ganze zu stark Richtung normale Zeitarbeit entwickeln, das ist nicht der Sinn, Ziel ist wirklich 100% an Zeitarbeiter weiterzugeben.
 
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HermineL

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Was haltet ihr davon?
Gar nichts.

Ja, ehrenamtlich ist Voraussetzung, sobald man anfangen würde einzelne da irgendwie dafür zu entlohnen, würde sich das ganze zu stark Richtung normale Zeitarbeit entwickeln, das ist nicht der Sinn, Ziel ist wirklich 100% an Zeitarbeiter weiterzugeben.
Träum weiter, Du glaubst doch nicht allen ernstes das die ganze Verwaltung von der notwendigen Sachbearbeiterin über den Personaldisponenten bis hin zum Leiter einer solches Vereins für lau 8 Stunden arbeiten würden damit nur die Zeitarbeiter entlohnt werden. Wovon sollen die den leben ?
 

Otto27

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@HermineL
Ziel wäre schon das ganze weitesgehend automatisch als Online-Service (und zusätzlich könnten auch KI's mithelfen...) laufen zu lassen. Wenn der Entleiher z. B. wen abmeldet, dann erfolgt automatisch Kündigung (diese Bedingungen werden vorher klar kommuniziert, hat auch Vorteile, gibt kein Stundenkonto, alles wird sofort ausbezahlt, aber wenn halt Abmeldung erfolgt, wird der Vertrag beendet, weil bei einem 4-Wochen-Vertrag gehts nicht anders...), oder Krankmeldung hat online zu erfolgen und dann wird automatisch Entleiher und Krankenkasse informiert...Abrechnung könnte quasi auch vollautomatisch stattfinden, das gleiche auch bei Zeugnis-Verfassung, der Entleiher bewertet im einfachen Formular 4-5 Punkte mit Notenschlüssel und dann erfolgt automatische Zeugnis-Formulierung...

Insgesamt wäre man dadurch auch viel effizienter als normale Zeitfirmen und das alles wird wie gesagt zu 100% an Zeitarbeiter weitergegeben und zusäztlich wird das Gesamt-Angebot dadurch auch für die Enteiher interessant und die wo sich ehrenamtlich engagieren wollen, werden auch zeitlich entlastet, also es muß dann keiner 8 Stunden am Tag dort arbeiten...
 

HermineL

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Insgesamt wäre man dadurch auch viel effizienter als normale Zeitfirmen und das alles wird wie gesagt zu 100% an Zeitarbeiter weitergegeben und zusäztlich wird das Gesamt-Angebot dadurch auch für die Enteiher interessant.
Aha du willst es für die Entleiher auch noch günstiger machen. Das Gegenteil wäre der richtige Weg.
Zum Rest kann ich nur sagen träume weiter.
 

Otto27

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Wenn wir teurer als andere (Ausbeuter)Zeitfirmen sind, dann finden wir halt keine Entleiher, von daher muß natürlich auch das Gesamtpaket für den Entleiher Vorteile bringen, nur so können wir die bösen Zeitfirmen schlagen und (langfristig) zerstören!
 

HermineL

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Wenn wir teurer als andere (Ausbeuter)Zeitfirmen sind, dann finden wir halt keine Entleiher,
Genau das gilt es zu verändern. Zeitarbeit für Entleiher noch zu verbilligen führt nur dazu das es noch mehr Zeitarbeit gibt anstatt vernünftige feste Arbeitsplätze. Mit deiner Vorstellung erweist du allen einen Bärendienst den nun wahrlich niemand braucht.
Zeitarbeit muss so teuer werden das es sich für Entleiher wirklich nur noch im Ausnahmefall lohnt diese in Anspruch zu nehmen. Du hingegen willst das noch zu gemeinnützig als Verein erklären und die durch günstigere Preise die Situation noch weiter verschärfen.
Bist du dir überhaupt bewusst was das du damit allen Arbeitnehmern mehr schadest als nutzt ?
 

Otto27

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Ich habe keine Möglichkeit Zeitarbeit von existierenden ZAFs teurer zu machen (und im Gegenzug haben die auch riesige Lobby die sich ja auch die letzten 20 Jahre gut für ihre Interessen eingesetzt hat...), von daher kann ich da nix machen...meine Idee wäre dagegen ein Versuch sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen (und hier kann man was machen....obs wirklich klappt ist natürlich noch mal andere Frage...) und vom Markt zu verdrängen, wenns keine Zeitarbeit mehr gibt (oder halt ihr Anteil kleiner als x% ist), dann könnte man auch den Verein auflösen, Ziel erreicht...könnte man auch gerne in Vereinssatzung aufnehmen...).
 

AsbachUralt

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Ich kenne mich da nicht so gut aus, aber ich vermute einmal, dass schon das Wettbewerbsrecht einer solchen Idee entgegen stehen würde.
 

HermineL

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Mal abgesehen davon das du für diesen "Vereinszweck" nie eine Gemeinnützigkeit durch die Finanzbehörden anerkannt bekommen würdest hilft dein Konstrukt zu aller Letzt den um die es geht. Die Arbeitnehmer.
Das einzige was du erreichst ist das sich der Zeitarbeitsmarkt noch weiter aufbläht. Das käme den Jokecenter sehr entgegen. Tolle Idee.
Mehr von solchen Ideen und wir haben bald überhaupt keine festen Arbeitsplätze mehr und nur noch von Leiharbeit abhängige Vasallen.
 

Otto27

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Keine Gewinnerziehlungsabsicht, ausschl. ehrenamtliche Arbeit und Einsatz um ALG2-Empfänger wieder in Arbeit zu bringen, also wenn das nicht gemeinnützig ist, was dann? Und wir blähen den Zeitarbeitsmarkt damit nicht auf, wir säubern ihn von Ausbeuter-ZAFs und weil wir ja auch keine Ablöse-Summen verlangen, erleichtern wir sogar dem Entleiher danach die Leute anschließend direkt einzustellen.
 

HermineL

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Keine Gewinnerziehlungsabsicht, ausschl. ehrenamtliche Arbeit und Einsatz um ALG2-Empfänger wieder in Arbeit zu bringen, also wenn das nicht gemeinnützig ist, was dann?
Kann es sein das du vom Vereinsrecht nicht die meiste Ahnung hast ?
Glaube mir die Gemeinnützigkeit bekommt man nicht so leicht und fast noch schwerer ist es diese zu behalten. Wenn man nicht aufpasst kann die noch Jahre rückwirkend aberkannt werden und dann auch rückwirkend Steuern fällig werden. Ich war einige Jahre in einem größeren Verein Schatzmeister und für die rechtliche Seite zuständig. Mir ist das wovon ich rede also nicht ganz unbekannt.
 

Otto27

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Die Idee ist es klar gemeimnützig zu machen, d. h. in erster Linie, kein Gewinnerziehlungsabsicht und nur ehrenamtliche Tätigkeiten, wie das ganze steuerrechtlich dann bewertet wird ist noch mal anderes Thema. Und ja, es wäre schön wenn das steuertechnisch auch entsprechend gewürdigt wird, aber es ist kein entscheidener Punkt von dem abhängt ob die Idee umsetzbar ist oder nicht (auch mit zusätzlichen Steuerabgaben wäre 12€ Stundensatz möglich, nur das Gesamtpaket für den Entleiher wäre dann etwas schlechter...).

PS: Die 12€ sind übrigens als Mindestlohn gedacht, also wir akzeptieren keine Entleiher wo weniger bezahlen wollen, so dass 12€ dann unwirtschaftlich wäre, wenn aber andersrum mehr bezahlt wird, dann wirds zu 100% weitergeben (nach Abzug von Arbeitgeberkosten-Sozialbeiträge, evtl. Gewerbesteuer usw...also so das beim Verein halt plus-minus-Null rauskommt...).
 
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HermineL

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Die Idee ist es klar gemeimnützig zu machen, d. h. in erster Linie, kein Gewinnerziehlungsabsicht und nur ehrenamtliche Tätigkeiten, wie das ganze steuerrechtlich dann bewertet wird ist noch mal anderes Thema.
Das ist kein anderes Thema. Die Gemeinnützigkeit eines Vereins wird durch das Finanzamt erteilt. Es gibt hier keine getrennte gemeinnützige und steuerliche Betrachtung.
Du solltest dich einmal mit § 52 Gemeinnützige Zwecke AO beschäftigen.

Voraussetzungen müssen für die Anerkennung als steuerbegünstigte Körperschaft erfüllt sein:

Die Körperschaft muss gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen.
Der Zweck muss selbstlos, ausschließlich und unmittelbar verfolgt werden.
Alle Voraussetzungen der Steuerbegünstigung müssen aus der Satzung ersichtlich sein. Die Satzung muss auch die Art der Zweckverwirklichung angeben.
Die Satzung muss eine Regelung enthalten, dass das Vermögen der Körperschaft bei Auflösung oder Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke auch zukünftig für steuerbegünstigte Zwecke verwendet wird (sog. Anfallklausel).
Die tatsächliche Geschäftsführung muss der Satzung entsprechen (§ 59 Abgabenordnung).[1]

Nach § 52 Abs. 2 AO sind u. a. folgende Ziele als gemeinnützig anzuerkennen (unvollständige Aufzählung):

die Förderung von Wissenschaft und Forschung
die Förderung von Bildung und Erziehung
die Förderung von Kunst und Kultur
die Förderung von Völkerverständigung
die Förderung der Hilfe für politisch, rassisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler, Spätaussiedler und weitere
die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege
die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege
die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde
die Förderung des traditionellen Brauchtums (einschließlich des Karnevals, der Fastnacht und des Faschings)
die Förderung des Tierschutzes
die Förderung des Sportes
die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit
die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (seit 1. Januar 2007)
Wo willst du deinen Zeitarbeitsverein e.V. da den eingeordnet sehen ?
Nirgends.

Im übrigen ist das Vereinsrecht und die Gemeinnützigkeit auch nur ein Nebenkriegsschauplatz weil die ganze Idee schon barer Unsinn ist. Solch einen Verein der Leiharbeit auch noch verbilligt sollte man sowieso mit allen Mitteln verhindern. Um zu erkennen wohin so etwas führt fehlt dir allem Anschein nach der Überblick.
 

Otto27

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Das ist so nicht richtig, Auszug-Wiki:
Gemeinnützigkeit oder gemeinnützig ist ein Verhalten von Personen oder Körperschaften, das dem Gemeinwohl dient. Allerdings sind nur die dem Gemeinwohl dienenden Tätigkeiten auch gemeinnützig im steuerrechtlichen Sinn, die im § 52 der Abgabenordnung abschließend aufgezählt sind
Wie du siehst, kann es sehr wohl Dinge geben die gemeinnützig sind, aber im steuerrechlichen Sinne dann rausfallen (weil sie im § 52 halt nicht aufgezählt sind).

Mir gehts im Begriff gemeinnützig wie gesagt im erster Linie um Betonung von ehrenamtlichen engagieren um damit anderen zu helfen, das steht im Vordergrund und keine Anstellung mit Gehalt dafür (weil das wäre auch nicht möglich, ich habe nicht die Mittel dafür...und finde es auch von der Idee wie gesagt schlecht, weil es dann schnell Richtung normale Zeitarbeit gehen kann und die Leute ihre Unabhängigkeit etwas verlieren, wenn ihr Job dranhängt und dann evtl. verleitet werden selbst falsche/ausbeuterische Entscheidungen zu treffen...).
 
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HermineL

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Wie du siehst, kann es sehr wohl Dinge geben die gemeinnützig sind, aber halt im steuerrechlichen Sinne dann rausfallen (weil sie im § 52 halt nicht aufgezählt sind).
Du begreifst es einfach nicht. Ich kann alles Gemeinnützig nennen wenn ich es will. Ich kann auch einen e.V. gründen wenn ich genug Gründungsmitglieder habe und sagen das dieser Gemeinnützig ist. Aber um die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen bedarf es eine Anerkennung durch das Finanzamt und dafür gibt es ganz klare Regeln.
Gemeinnützigkeit wird heute im Wesentlichen durch das Steuerrecht definiert. Es bestimmt Körperschaften, insbesondere Vereine, als gemeinnützig, wenn sie sich der »selbstlosen Förderung der Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet« widmen. Ist dies mit der Verfolgung konkreter und im Steuerrecht klar umschriebener Zwecke verbunden (die sich ausdrücklich in der Satzung des Vereins wiederfinden müssen), wird die Arbeit des Vereins steuerlich begünstigt. Über die Gemeinnützigkeit und die Anerkennung und Gewährung von Steuerbegünstigungen entscheidet das Finanzamt.
Quelle: Gemeinnützigkeitsrecht
Aber wie ich schon zuvor sagte ist das ein Nebenkriegsschauplatz und kommt überhaupt nicht zum tragen da die ganze Idee weder sinnvoll, noch nützlich oder gar gemeinnützig ist sondern dem Allgemeinwohl der Arbeitnehmerschaft nur schadet und den Jokecentern in die Karten spielt.

Zu dem Thema habe ich fertig weil alles gesagt wurde. Diskussionen über Vereinsrecht und Gemeinnützigkeit gehören auch nicht hier ins Forum. Dafür gibt es andere Plattformen.
 

Otto27

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Du begreifst es einfach nicht. Ich kann alles Gemeinnützig nennen wenn ich es will. Ich kann auch einen e.V. gründen wenn ich genug Gründungsmitglieder habe und sagen das dieser Gemeinnützig ist. Aber um die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen bedarf es eine Anerkennung durch das Finanzamt und dafür gibt es ganz klare Regeln.
Genau das habe ich doch geschrieben, ich nenne es gemeinnützig weil ich den Begriff passend finde und habe klar gesagt, wie es steuerrechtlich behandelt wird ist anderes Thema...

Können wir nicht einfach Freunde sein?
 

HermineL

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Mein Gott das kann doch nicht so schwer sein. Du kannst es nennen wie du willst aber du kannst es nicht gemeinnützig betreiben ohne Anerkennung. Folge ist das alle Aktivitäten die du gemeinnützig nennst nicht als solche anerkannt werden und der Verein somit ein auf Gewinn ausgelegtes Unternehmen ist der auch alles komplett versteuern muss.
Das hat dann aber alles nichts mehr mit Ehrenamt und Allgemeinwohl zu tun. Wobei letzteres ist eh nicht geben.

Ach... ich gebe es auf. Du glaubst du hast eine gute Idee dabei hast du in Wirklichkeit keine Ahnung was du da eigentlich vorschlägst und noch weniger Ahnung hast du von dem was da dann noch dran hängt.

Können wir nicht einfach Freunde sein?
Ich bin nicht dein Feind sondern versuche dir nur den Aberwitz deiner Idee zu erklären. Aber Freund möchte ich auch nicht mit jemanden werden der noch dazu beitragen will das Arbeitnehmer noch mehr ausgenommen werden als zuvor.

Jetzt mögen sich andere damit beschäftigen ich habe schon viel Zuviel Zeit damit verschwendet.
 

ZynHH

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Ziel wäre schon das ganze weitesgehend automatisch als Online-Service (und zusätzlich könnten auch KI's mithelfen...) laufen zu lassen. Wenn der Entleiher z. B. wen abmeldet, dann erfolgt automatisch Kündigung (diese Bedingungen werden vorher klar kommuniziert, hat auch Vorteile, gibt kein Stundenkonto, alles wird sofort ausbezahlt, aber wenn halt Abmeldung erfolgt, wird der Vertrag beendet, weil bei einem 4-Wochen-Vertrag gehts nicht anders...), oder Krankmeldung hat online zu erfolgen und dann wird automatisch Entleiher und Krankenkasse informiert...Abrechnung könnte quasi auch vollautomatisch stattfinden, das gleiche auch bei Zeugnis-Verfassung, der Entleiher bewertet im einfachen Formular 4-5 Punkte mit Notenschlüssel und dann erfolgt automatische Zeugnis-Formulierung...

Insgesamt wäre man dadurch auch viel effizienter als normale Zeitfirmen
Auja prima, wir machen ehrenamtlich vor, wie man uns noch leichter für dumm verkaufen kann.... ist das hier ne Idee der Sklavenhändler? Gibts für das Konzept schon Abnehmer?

Da wir gerade bei Krankmeldung sind.... wird man gefeuert wenn man krank wird? Weil weder der Kunde noch der Verein können / wollen eine Lohnfortzahlung leisten....




Jetzt einen Gewerbebetrieb als Verein zu tarnen um andere Gewerbebetriebe vom Markt zu drängen, wer soll das denn zulassen und genehmigen?


Aber keine Bange, die Idee als solches war zwischen 2014 und 2016 schon mal da....
 
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