Meine Tätigkeit als Sozialarbeiterin verstärkt leider meine bestehende Depression,habe ich eine Chance auf eine Umschulung?

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meeresheldin

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Ich habe eine Frage. Angenommen folgender Sachverhalt: Ich bin Sozialarbeiterin und mein Job mit Klienten verstärkt meine bestehende Depression. Habe ich eine Chance auf eine Umschulung? Sozialarbeiterin ist ein Beruf mit hoher Belastung. Theoretisch müsste ich dann mit Attest doch irgendwie an eine Umschulung kommen, oder?
 

Nena

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Vielleicht wenn Dir jemand bescheinigt, dass Du a) eine Depression hast und die b) durch Deine aktuelle Tätigkeit verstärkt wird. Oder so.

Denkst Du an was Bestimmtes, hast Du eine Idee, welcher Beruf besser für Dich wäre?

Ich nehme an, Du meinst nicht so sehr die Umschulung an sich, sondern die Finanzierung Deines Lebensunterhalts währenddessen? Sonst könntest Du Dich einfach nochmal einschreiben bzw. Dir eine Ausbildungsstelle suchen?
 

Anlando

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Ein Umschulung im oben genannten Fall ist ausgeschlossen, weil es mit einem absolvierten Studium der Sozialen Arbeit genug Stellen gibt, bei denen man fast oder sogar überhaupt keinen Kundenkontakt hat (Organisations- und Koordinationsstellen).

In Landesjugendämtern gibt es diverse Soz. Päds, deren Job es ist, Konzeptpapiere und QM-Nachweisdokus von Jugendhilfeanbietern zu sichten, um zu prüfen, ob diese eine Betriebserlaubnis (für Heime, Wohngruppen) erhalten bzw. weiterhin alle Kriterien dafür erfüllen.

Auch in Stadtverwaltungen gibt es Stabsstellen (Gleichstellungsbeauftragte usw.), bei denen Kundenkontakt nicht im Vordergrund steht. Sozialarbeiter*innen können auch im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung arbeiten, wo es ebenfalls keinen Kontakt zu jenen Menschen gibt, die üblicherweise zum Klientel der sozialen Arbeit gehören.

Daher sind die Voraussetzungen für eine Umschulung nicht gegeben.
 

Interesierter

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Einfach einen LTA-Antrag stellen bei der DRV und die wird sozialmedizinisch prüfen, ob eine Tätigkeit als Sozialarbeiter (Bezugsberuf) noch möglich ist. Grundsätzlich sind im Leistungsbild bei psychischen Erkrankungen meist therapeutische oder pädagogische Tätgkeiten ausgeschlossen, somit sind Tätigkeiten als Sozialarbeiter nicht mehr möglich. Ob als LTA-Leistung eine Umschulung in Frage kommt ist aber nochmal eine andere Geschichte die man mit dem Reha-Berater besprechen muss.

@ Anlando

Ich halte Ihre Aussage für falsch, dass sie sich scheinbar nicht Reha-Recht (SGB IX) auskennen. Im Reharecht wird der Bezugberuf geprüft, da geht es nicht um Verweisbarkeit. Bezugberuf ist die Tätigkeit die das Erwerbsleben in den letzten Jahren geprägt hat. Das war im vorliegenden Fall wohl eine Tätigkeit als Sozialarbeiterin mit Beratungstätigkeiten. Entsprechend Ihrer Aussage dürfte es nie einen Sozialarbeiter geben, der ein LTA-Fall werden dürfte.
 

grün_fink

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Birgit63

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Ich arbeite im ÖD und auch wir haben hier im Haus Sozialarbeiter, die Konzepte etc. erstellen und rein gar nichts mit Klienten zu tun haben.
 

Anlando

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Ich halte Ihre Aussage für falsch, dass sie sich scheinbar nicht Reha-Recht (SGB IX) auskennen. Im Reharecht wird der Bezugberuf geprüft, da geht es nicht um Verweisbarkeit. Bezugberuf ist die Tätigkeit die das Erwerbsleben in den letzten Jahren geprägt hat. Das war im vorliegenden Fall wohl eine Tätigkeit als Sozialarbeiterin mit Beratungstätigkeiten. Entsprechend Ihrer Aussage dürfte es nie einen Sozialarbeiter geben, der ein LTA-Fall werden dürfte.

Du verkennst, dass - egal ob im SGB II oder im SGB IX - eine Grundvoraussetzung, die gegeben sein muss, um eine Förderung zu ermöglichen, die Notwendigkeit ist.

Besagte Notwendigkeit ist evident nicht gegeben, wenn es Tätigkeiten gibt, die - unter Zugrundelegung vorhandener, ärztlich bescheinigter Einschränkungen - mit dem vorhandenen Berufsabschluss ausgeübt werden können.

Die Threadstarterin begründete ihren Umschulungswunsch mit Belastungen, die sich aus ihrem Kundenkontakt ergeben.

Ergo ist zu prüfen, ob es Tätigkeiten gibt, die die Threadstarterin mit ihrer vorhandenen Qualifikation ohne Kundenkontakt ausüben kann.

Die Prüfung zeigt: Ja, die gibt es. Denn viele Stellen ohne Kundenkontakt sind auch in der Sozialen Arbeit vorhanden.

Conclusion: Keine Umschulung möglich.

Ich bin in der Berufsbereatung durchaus firm und möchte der Threadstarterin sachlich die Ist-Lage schildern, ohne falsche Hoffnungen zu wecken.

Es steht der Threadstarterin frei, sich dazu weitere Meinungen einzuholen. Dafür dient ja auch so ein Forum.

Was mir in ihrem Fall eher probat erscheint, ist, ein Beratungsgespräch (etwa bei der Berufsberatung) dazu in Angriff zu nehmen, welche Möglichkeiten in Stellen der Sozialen Arbeit sie ohne Kundenkontakt ausübern könnte und welche Förderung (FbW) dafür ggfs. nötig wären, um sich benötigte Fachkenntnisse anzueignen (etwa in Case Management, Qualitäts- und Projektmanagement, als insoweit erfahrene Kinderschutzfachkraft u. v. m.)
 

Interesierter

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Die Aussagen sind falsch bezogen auf das SGB XI. Eine Verweisbarkeit im Bezugsberuf gibt es nicht. Im SGB XI geht's es darum, was notwendig ist um eine dauerhafte berufliche Wiedereingliederung zu reichen. Das wäre dann im Beratungsgespräch mit dem Reha-Berater zu klären, was behinderunsgbedingt notwendig ist um dieses Ziel zu ereichen und dass kann sehr wohl eine Umschulung sein, wenn diese vom Alter her noch Sinn macht. Ich sehe Sie kennen sich im SGB XI und der Anwendung durch die Rententräger nicht aus.

Der ganze Sachverhalt hat nichts mit Berufsberatung sondern mit Reha-Beratung zu LTA zu tun.

Schicken Sie die Versicherte so zur Berufsberatung und die AfA erfährt von den gesundheitlichen Einschränkungen passiert folgendes, wir brauchen da ein ärztliches Gutachten von Ihnen, Ergebnis LTA ist angezeigt, sie müssen einen LTA-Antrag bei uns stellen und wir leiten den ganz schnell an die DRV weiter, da sie ja 15 Beitragsjahre haben wegen der Zuständigkeit.
 

Anlando

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Ich weiß nicht, was mit Verweisbarkeit auf Bezugsberuf gemeint ist. Was ich weiß, ist das, was ich oben geschildert habe. Notwendigkeit muss vorliegen. LTA gibt es nur, wenn sie notwendig ist.

Ist sie das im oben skizzierten Fall? Wohl kaum, denn ein Blick auf das Berufsfeld Soziale Arbeit lässt einen schnell erkennen, dass es hier diverse Jobs ohne Kundenkontakt gibt. Es bedarf keiner Umschulung, um einen ädaquaten Job zu finden. Die Notwendigkeit ist nicht gegeben.

Ich halte es für unverantwortlich, einer 29-jährigen Frau, die ohnehin schon psychisch belastet ist, hier falsche Hoffnungen zu machen, deren Zerschlagung sie dann vermutlich noch mehr belastete. Die junge Frau hat keinen Anspruch auf Reha durch die DRV. Und der Reha-Anspruch durch die BA bzw. das JC würde sofort aufgrund mangelnder Notwendigkeit abgewiesen.

Das ist - so leid es mit für die Threadstarterin tut - auch richtig so. Denn es kann der Versichertengemeinschaft (DRV) ebensowenig zugemutet werden wie dem Steuerzahler (JC), einer formal bereits hochqualifizierten Fachkraft eine Umschulung zu finanzieren, wenn dieser Fachkraft in ihrem erlernten Beruf eine Arbeit ohne die sie belastenden Faktoren möglich ist.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gibt es, wenn die Teilhabe auf anderern wegen, subsidiär, nicht sichergestellt werden kann. Das kann sie aber - nämlich durch Wahl eines Jobs mit bereits vorhandener Qualifikation, nur eben ohne Kundenkontakt. Wie sie an diese Jobs kommt, dabei kann die Berufsberatung durchaus helfen.

Aber auch hier im Forum können sicher ein paar Tipps dazu kommen. Solle die Threadstarterin dazu einen neuen Thread aufmachen, werde ich ihr dazu dann auch gerne ein paar Tipps geben, aber ich will den Thread hier damit nicht sprengen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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Aber auch hier im Forum können sicher ein paar Tipps dazu kommen. Solle die Threadstarterin dazu einen neuen Thread aufmachen, werde ich ihr dazu dann auch gerne ein paar Tipps geben, aber ich will den Thread hier damit nicht sprengen.
Den gibt es schon.

 

Interesierter

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@ Anlando

Ich empfehle ihn die Leitlinien die hier als Link gepostet wurden mal durch zu lesen insbesondere was unter Bezugsberuf zu verstehen ist. Im übrigen gelten für LTA-Fälle der AfA die gleichen Regeln. Der Bezugsberuf stellt auf die letzte Tätigkeit ab und kann man die nicht mehr ausüben und ist die Erwerbsfähigkeit damit in dieser Tätigkeit gefährdet, dann ist man auch bei der AfA ein LTA-Fall. Sie fangen schon wieder mir Verweisbarkeit an die aber keine Rolle spielt, bei der Beurteilung ob man ein LTA-Fall ist oder nicht. Gerade eine psychisch erkrankter Mensch braucht vielleicht die besonderen Hilfen die mit LTA möglich sind.
 

grün_fink

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Zu den Leitlinien:
Eventuell wäre noch zu klären, ob mein verlinktes Exemplar noch gültig wäre (ist von 2005). Falls nicht, würde die DRV sicher ein neueres zur Einsicht haben.
 

Anlando

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Aktuelle Infos gibt es - mit weiteren Verlinkungen auf nützliche Dokumente - hier: https://www.rehadat-bildung.de/de/wieder-einsteigen/finanzielle-foerderung/index.html

Die Voraussetzungen für LTA (Zitat):

"- Die oder der Betroffene ist behindert oder schwerbehindert oder konkret von einer Behinderung bedroht.

- Aufgrund der Behinderung kann die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden oder der Einstieg in den Beruf ist ohne Unterstützung nicht möglich."


@Interessierter:

Mein aktueller Informationsstand ist, dass beides nicht auf die Threadstarterin zutrifft. Die DRV wäre in ihrem Fall auch nicht zuständig, sondern - wenn überhaupt - die BA. Aber die wird das Ersuchen abschmettern, wenn dem Reha-Berater als Grund der gewünschten LTA genannt wird: "Mein Job mit Klienten verstärkt meine bestehende Depression."

Der Grund der Ablehnung ist in dem bereits verlinkten Dokument, das zu lesen du mir empfahlst, klar ersichtlich. Das Dokument kenne ich nebenbei bemerkt, weil ich knapp 6 Jahre in der Berufsberatung gearbeitet habe.

Ich zitiere: "In Abhängigkeit von den Anforderungsmerkmalen im so genannten Bezugsberufist zu prüfen, ob die bei dem Versicherten festgestellten gesundheitlichen Einschränkungen seine Leistungsfähigkeit in diesem Beruf erheblich gefährden oder mindern und daher Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erforderlich sind."

Die bisherige Tätigkeit der Threadstarterin war die Arbeit mit sozial randständigen Gruppen. Ihr Beruf ist aber Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (B.A. schätze ich mal).

In diesem Beruf kann sie sehr wohl noch arbeiten, wenn ihre Probleme aus der Arbeit mit sozial randständigen Gruppen resultieren. Denn wie gesagt: Da gibt es andere Tätigkeiten. Ich selbst bin Sozialpädagoge M.A. und arbeite als Koordinator im Büro, wo ich keinerlei Kundenkontakt habe.

Daher würde ich der jungen Frau empfehlen, sich im JC um eine FbW zu bemühen, damit sie eine passende Organisations/Management-Weiterbildung erhält, um so in den Verwaltungsbereich wechseln zu können. Das ist aussichtsreicher, als sich aufgrund der oben skizzierten Problematik um LTA zu bemühen.

Damit LTA eine reale Chance auf Erfolg hat, würde weit mehr als die Begründung "Mein Job mit Klienten verstärkt meine bestehende Depression" gegeben werden müssen. Es müsste umfänglich ärztlich, am besten psychiatrisch, via Gutachten bestätigt werden, dass eine Arbeit im gesamten Sozialwesen gar nicht mehr möglich ist.

Eben das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Denn wie Kerstin_K schon richtig schrieb: Soziale Arbeit ist ein weites Feld. Da finden sich Stellen, die für die junge Frau in Frage kommen.

Des Weiteren steht zu bedenken, dass, wenn es wirklich LTA geben sollte, das keineswegs auf eine Umschlung hinauslaufen muss. Auch der Reha-Berater ist der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet. Auch er wird daher prüfen, ob nicht mit einer FbW ein Wechsel in einen anderen Tätigkeitsbereich erfolgen kann, bevor er eine ganz neue Ausbildung finanziert.

Aber es ist eigentlich müßig, dass ich hier meine Sicht schildere, woraufhin du dann schilderst, es anders zu sehen, worauf ich dann wieder...

Am besten wäre, die Threadstarterin stellt (1) ihren LTA Antrag (schriftlich) und nimmt (2) einen Beratungstermin z. B. bei einem Berufsberater oder bei ihrem pAp/FM teil. Dann hat sie die Antwort schwarz auf weiß, wenn sie um einen schriftlichen rechtsmittelfähigen Bescheid bittet.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo meeresheldin

ich möchte dir nochmal das Post 6 von Curt The Cat mit den Hinweis in Erinnerung bringen zum Thema
einer aussagekräftigen Überschrift, dein Überschrift "Reicht das für eine Umschulung?"
habe ich heute nochmals ergänzt.


Nachlesen kannst du bitte das im Post 6 hier in diesem Thread:


Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 
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