Meine Sachbearbeiterin hat mir eine Eingliederungsvereinbarung vorgelegt. Ist diese EGV zulässig oder beinhaltet diese "Fallen"?

Psyna

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Hallo liebe Forengemeinschaft!

Nach zwei Jahren unabgeschlossenem Studiums (Dank Corona) hats mich auch wieder erwischt. Da ich sehr viel über die EGVs gehört habe bin ich mit sehr argwöhnischem Gefühl in das Erstgespräch gegangen.

Zum Ablauf des Gesprächs:
Meine SB hat erstmal mit mir nochmal meinen ganzen Werdegang bisher festgestellt und festgestellt, dass ich schon alles Mögliche an Jobs hatte (bin jetzt 33), die unter anderem auch kaum jemand machen will. Da sie auch wegen dem abgebrochenem Studium nun keine Ahnung hat wie und wo sie für mich suchen soll hat sie mir eine Maßnahme direkt angeboten. Sie hat direkt meine Skepsis erlebt aber gemeint die sei nicht verbindend. Ich solle mir nächste Woche bei einem Termin erstmal nur anhören was die dort machen. Es soll eine sogenannte Hilfestellung werden in welchem Bereich ich gehen soll. Eine ähnliche Maßnahme musste ich bereits vor mehr als 5 Jahren schon einmal machen. Eine dieser absonderlich schlimmen "Sinnlosmaßnahmen" wie sie im Buche standen. Daher werde ich mir das bei dem Termin zwar mal anhören um guten Willen zu zeigen aber auf keinen Fall annehmen.

Sie hat sich dann noch meine Vorstellungen angehört was ich gerne mal machen würde und dann sofort gemeint "Ne, also sowas gibts bei uns nicht. Da müssen sie sich alles selbst drum kümmern. Bei der VHS, oder so. Aber bei uns nicht." Außerdem konnte sie es nicht lassen mir ihre Erfahrenheit unter die Nase zu reiben da sie einen ähnlichen Lebenslauf hat wie ich und (weil sie sicher jünger ist) trotzdem mehr Erfahrung hat als ich mit so einer Situation.

Schließlich ging es ihr natürlich wieder um die EGV im Anhang. Ich hatte während des ganzen Gesprächs keine Mitbestimmung was sie dort reinschreibt, u.a. auch wegen der Begründung "Hier stehen sowieso keine Pflichten für sie drin und keine Rechtsfolgebelehrung. Also können sie die auch direkt unterschreiben. Was soll schon passieren, hm?" Sie hat das Ding sicherlich schon während des vorherigen Gesprächs fleißig zusammen gebastelt. Ich hab es dann auch lesen können nur war die Atmosphäre auch schon sehr seltsam als würde sie insgeheim in den Himmel flehen ich würde unterschreiben, so als ob sie wusste ich hätte mich schon in Vergangenheit öfter mal versucht zu wehren.
Schließlich hab ich gesagt ich will die lieber nochmal mitnehmen weil ich nicht gerne Sachen direkt unterschreibe. Da war sie auch gleich enttäuscht und meinte "Woran liegts denn?"

Im Nachhinein habe ich auch einige Sachen erst zu Hause festgestellt:
- Gültig "bis auf Weiteres"
- der Satz direkt darunter "Mit dieser EGV wird die EGV vom 26.07.2018 ...." (das war die 2 Monate vor Studiumsantritt) und da weiß ich nicht mehr was da drin stand.
- Kontroverse mit dem ersten Punkt der Gültigkeit und erster Satz von Punk 7.

Ich habe wirklich das Gefühl sie will mich aufs Glatteis führen aber kann es aus Unerfahren- und Befangenheit leider nicht sagen. Ich hatte IMMER Streit in meinem Leben mit dem Jobcenter. Sie hat mir keinen Termin genannt wann ich die EGV überhaupt unterschrieben oder nicht einreichen soll.
 

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HermineL

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.



Stell dir einfach folgende Situation vor und frage dich selbst, ob du so auch mit deinen Mitmenschen kommunizierst:

Elo: "Hey du, ich brauch mal Hilfe."
Helfer: "Was gibt's denn?"
Elo: "Prüfung meiner EGV"
Helfer: "????.Worum geht es jetzt genau?.... Und wie ist jetzt deine Frage?...."
 

abcabc

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Hallo und willkommen im Forum.

Daher werde ich mir das bei dem Termin zwar mal anhören um guten Willen zu zeigen aber auf keinen Fall annehmen.
Das wäre ein riesen Fehler. Die Einlösung des Gutscheins ist zu 100% freiwillig, wie es auch in der EGV steht. Es kann nichts passieren, wenn du den abheftest und ignorierst. Sobald du den Gutschein einlöst wird die GANZE Maßnahme bis zum letzten Termin verpflichtend und es kann direkt 30% für 3 Monate sanktioniert werden, wenn du abbrichst.

Sie hat sich dann noch meine Vorstellungen angehört was ich gerne mal machen würde
Was wäre das denn?

Die EGV hat wirklich keine RFB --> vollkommen unmöglich dich zu sanktionieren, wenn du dagegen verstößt.
Es könnte einen Vorteil bringen: Wenn du unterschreibst, kann die SB nicht so einfach eine neue EGV anbieten und als VA erlassen (wenn du die nicht unterschreibst). Dafür müsste sie erstmal die alte Kündigen - das darf sie aber auch nicht grundlos. Viele SBs vergessen das gerne mal --> perfekter Formfehler um in den nächsten 6 Monaten jeden VA zu kippen.....


Im Nachhinein habe ich auch einige Sachen erst zu Hause festgestellt:
- Gültig "bis auf Weiteres"
- der Satz direkt darunter "Mit dieser EGV wird die EGV vom 26.07.2018 ...." (das war die 2 Monate vor Studiumsantritt) und da weiß ich nicht mehr was da drin stand.
- Kontroverse mit dem ersten Punkt der Gültigkeit und erster Satz von Punk 7.
Die Gültigkeit bis auf weiteres ist OK, da sie ja durch Punkt 7 auf 6 Monate beschränkt wurde.
Das mit der Fortschreibung ist zwar Quatsch, aber vom System automatisch so gemacht. Hat keinen Nachteil, dass es da drin steht.
 
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Psyna

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Das wäre ein riesen Fehler. Die Einlösung des Gutscheins ist zu 100% freiwillig, wie es auch in der EGV steht. Es kann nichts passieren, wenn du den abheftest und ignorierst. Sobald du den Gutschein einlöst wird die GANZE Maßnahme bis zum letzten Termin verpflichtend und es kann direkt 30% für 3 Monate sanktioniert werden, wenn du abbrichst.
Sie hat mir gesagt der Termin nächste Woche ist nur so etwas wie eine Infoveranstaltung. Ich werde das auf keinen Fall wirklich annehmen oder denen den Gutschein dafür zukommen lassen.

Was wäre das denn?
Ich hatte ihr gesagt, dass mich eine sprachliche Ausbildung für Japanisch derzeit am meisten Interessiert da ich das in meinen zwei Jahren meines Naturwissenschaftlichen Studiums nebenher aus Interesse selbst begonnen habe um nun inzwischen schonmal lesen/schreiben zu können, sowie die meisten grammatikalischen Regeln und Partikel. Außerdem ist es mein Ziel in der nahen oder fernen Zukunft dort zu arbeiten und hinzuziehen.
Als Alternative habe ich noch etwas im Gesundheitswesen vorgeschlagen, da ich Mini-Job mäßig seit 7 Jahren in einem Krankenhaus arbeite. Nicht als Pflegekraft aber eher als Kraft fürs Grobe. Müll, Wäsche, Reinigung, Sortierung, Desinfektion und Ordnung und co. auf der Intensivstation.
Das mit der Fortschreibung ist zwar Quatsch, aber vom System automatisch so gemacht. Hat keinen Nachteil, dass es da drin steht.
Sehr interessant. Danke dafür! Das hat mir am meisten Kopfschmerzen bereitet. Ich dachte das wäre sowas wie, dass sie sich den Fuß drin hält für das was damals war. Da wollten sie mich auch in den paar Wochen vor dem Studium noch Vollzeit irgendwo rein drücken, sodass ich meinen Minijob verloren hätte den ich ja auch im Studium behalten wollte.
Die EGV hat wirklich keine RFB --> vollkommen unmöglich dich zu sanktionieren, wenn du dagegen verstößt.
Es könnte einen Vorteil bringen: Wenn du unterschreibst, kann die SB nicht so einfach eine neue EGV anbieten und als VA erlassen (wenn du die nicht unterschreibst). Dafür müsste sie erstmal die alte Kündigen - das darf sie aber auch nicht grundlos. Viele SBs vergessen das gerne mal --> perfekter Formfehler um in den nächsten 6 Monaten jeden VA zu kippen.....
Das hatte ich mir auch schon überlegt. Was ich persönlich an dem ganzen Sachverhalt nicht verstehe ist wieso mir dann überhaupt so eine EGV vorliegt wenn sich daraus keine Verpflichtungen ergeben. Das war mir anfangs sehr suspekt gewesen.
 

Merse

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Ich sehe es bildlich vor mit.

SB: "Beschef.... Bäscheftig.... Bäschäft... AUFNAHE EINER SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIGEN B. AUF DEM 1. ARBEITSMARKT."

Der Punkt "Unterstützung durch das JC" ist halt ein Lückenfüller, damit da irgendwas steht. Anonyme Veröffentlichung vom Bewerbungsprofil ist inzwischen Standard, "Beratung bei Bedarf" ist ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Der Vermittlungsgutschein ist freiwillig, schadet also nicht.

Bei deinen Pflichten werden nur die ohnehin bereits bestehenden Mitwirkungspflichten nachgebrabbelt, also auch unschädlich.

Unter "Teilnahme bei Maßnahmen" steht nur die Option zum freiwilligen Einlösen des Gutscheins, daraus entsteht ebenfalls kein Nachteil.

Was ich persönlich an dem ganzen Sachverhalt nicht verstehe ist wieso mir dann überhaupt so eine EGV vorliegt wenn sich daraus keine Verpflichtungen ergeben.

Statistik-EGV, da mit jedem Leistungsempfänger eine EGV abgeschlossen werden soll. Da du Gegenwehr leistest, versucht man es gleich mit einer harmlosen EGV, da das aus Sicht des JC besser ist als ein vom SG aufgehobener VA.

Ich würde das Ding unterschreiben. Wenn der SB dann nächste Woche eine neue EGV mit Maßnahme möchte -> Pech gehabt, es existiert eine gültige EGV.
 

Psyna

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Ich würde das Ding unterschreiben. Wenn der SB dann nächste Woche eine neue EGV mit Maßnahme möchte -> Pech gehabt, es existiert eine gültige EGV.

Werde ich wohl dann wirklich machen Anfang nächster Woche. Ich hoffe dann nur wirklich, dass der Satz unter der Gültigkeit auf der ersten Seite mir nicht doch irgendwann in den Rücken fällt. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, dass ich den jemals sonst gelesen habe. Aber ich denke mal, da kann ich euch mehr vertrauen als meinem Bauch.
 

Merse

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Das mit der Gültigkeit bis auf Weiteres steht in jeder EGV.
Und selbst wenn sie wirklich unbegrenzt gültig wäre, dann wäre das doch das Beste, was dir passieren kann. Keine Pflichten, keine Rechtsfolgen, aber JC ist an die EGV gebunden und kann später auch nicht behaupten, der Kunde würde grundsätzlich jeglichen Abschluss einer EGV verweigern.
 

Psyna

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Das mit der Gültigkeit bis auf Weiteres steht in jeder EGV.
Und selbst wenn sie wirklich unbegrenzt gültig wäre, dann wäre das doch das Beste, was dir passieren kann. Keine Pflichten, keine Rechtsfolgen, aber JC ist an die EGV gebunden und kann später auch nicht behaupten, der Kunde würde grundsätzlich jeglichen Abschluss einer EGV verweigern.

Das stimmt Merse. Ich habe mir mal andere EGVs hier im Forum angesehen und wie gesagt ist wirklich der einzige Punkt der mich daran noch stört was direkt über Punkt 1 steht, dass sie eine Fortführung ist. Das habe ich bisher bei keiner gelesen soweit ich geschaut habe. Und die EGV damals wäre alles Andere als hübsch, soweit kann ich mich noch daran erinnern.
Aber die könnten ja auch nicht auf den Inhalt einer anderen EGV verweisen wenn ich den gar nicht mehr von denen zur Einsicht bekommen habe, oder?
 
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