Meine Frau ging nach Aussteuerung der Krankenkasse arbeiten und ist nun wieder erkrankt. Wer ist für sie zuständig, wenn die 3-jährige Blockfrist demnächst endet?

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decon444

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Hallo in die Runde,

folgender Fall liegt aktuell bei uns vor. Meine Frau wurde von der Krankenkasse ausgesteuert und war 78 Wochen krankgeschrieben auf Grund von schwerer rezidivierender Depression. Nach diesen 78 Wochen fing meine Frau wieder an zu arbeiten für ca. 10 Monate. Leider ist sie nun wieder mit derselben Diagnose erkrankt und müsste ja nun nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung ALG1 nach §145 beantragen und einen Reha- bzw. Rentenantrag stellen, richtig?

Am 11.11.2022 endet die 3-jährige Blockfrist bei der Krankenkasse. Ist dann weiterhin die Agentur für Arbeit für sie zuständig, bis über einen Reha- bzw. EM-Rentenantrag entschieden wurde, oder gilt dann das Krankengeld wieder?

Danke für eure Antworten.

Viele Grüße
decon444
 

saurbier

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Leider ist sie nun wieder mit derselben Diagnose erkrankt und müsste ja nun nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung ALG1 nach §145 beantragen und einen Reha- bzw. Rentenantrag stellen, richtig?
Sagt wer.

Deine Frau war seinerzeit zutreffend seitens der KK ausgesteuert und wäre, so sie sich nahtlos bei der AfA gemeldet hätte, sicherlich ein typischer Nahtlosigkeitsfall.

Da sie aber ihre Arbeit wieder aufgenommen hat, hat sie sich freiwillig aus dem System verabschiedet und damit die Leistungskette unterbrochen (KG/ALG-I/DRV ).

Das ALG-I ist auch kein Leistungsersatz für KG, auf welches sie aufgrund der noch bestehenden Blockfrist seitens der KK sie keinen KG-Anspruch hat.

Wenn überhaupt, dann müsste ihr Arbeitgeber sie jetzt kündigen, damit sie sich bei der AfA arbeitslos/arbeitssuchend melden kann, womit sie einen Anspruch auf ALG-I haben dürfte (arbeitslos infolge Kündigung).

Bei der ALG-I Antragstellung müsste sie dann auf ihren derzeitigen schlechten Gesundheitszustand verweisen, damit für sie ein ärztliches Gutachten in Auftrag gegeben werden kann, um zu erfahren, wie es um ihre aktuelle Leistungsfähigkeit steht.

Sollte bei dem Gutachten der äD -Gutachter sie für mehr als 6 Monate mit weniger als 15 Wochenstunden begutachten, dürften ihre Chancen nicht schlecht stehen, ein ALG-I gem. § 145 SGB III zu erhalten. In dem Fall würde sie dann auch seitens der AfA schriftlich aufgefordert werden, nachweislich binnen einem Monat beim Rententräger einen Reha-/Renten-Antrag zu stellen.

Aber bitte bedenke, das äD -Gutachten kann auch anders ausfallen (hängt halt von den medizinischen Befunden ab). Im schlimmsten Fall beurteilt der äD -Gutachter sie für bis zu 6 Monate mit weniger als 15 Wochenstunden, womit sie dann der Arbeitsvermittlung erst gar nicht zur Verfügung stünde und demzufolge keinen Anspruch auf ALG-I hätte. Dann bliebe ihr als letzte Möglichkeit sich bei JC zu melden, so keine Vermögenswerte bzw. ausreichendes Partnereinkommen vorliegt.
 
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