Meine Erwerbsminderungsrente wurde bewilligt. Welche Schritte muss ich nun als nächstes einleiten?

franzi

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Zunächst freue ich mich über die Bewilligung der Rente.
Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben.

Allerdings habe ich jetzt eine Menge Fragen, die abgeklärt werden müssen.

Vorab ein paar allgemeine Infos für euch:

Ich erhalte die Rente wegen voller Erwerbsminderung. :geek:
Sie beginnt am 01.01.2020 und endet am 31.03.2022, ist also befristet.
Der Anspruch entstand am 05.06.2019.
Die Nachzahlung wird vorläufig nicht ausgezahlt. Diese wird erst später abgerechnet.
Die Höhe der Rente beträgt ca. 200 E monatlich
Die Auszahlung beginnt am 01.12.2020.

Die Rente wurde deswegen zeitlich begrenzt, da diese nicht ausschließlich durch meinen Gesundheitszustand, sondern auch durch die Verhältnisse am Arbeitsmarkt begründet ist.

Zu den Fragen:

- Handelt es sich dabei nun um eine echte Arbeitsmarktrente? Dieser Begriff wurde im Bescheid nirgends verwendet.
- Da die Rente so niedrig ist, muss ich mich wohl umgehend beim Sozialamt melden.
Welche Formulare sind nun auszufüllen?

- Was muss ich genau dem Jobcenter melden? Formlose Meldung?
Muss ich dem Jobcenter die Kopie des Rentenbescheids zusenden oder unterliegt das dem Datenschutz?
- Werden meine JC-Leistungen sofort eingestellt?

Von wem bekomme ich bis zur Klärung des Papierkrams mein Geld?

- Erfolgt die Auszahlung der Rente per Post oder per Überweisung?
- Die Rente endet schon am 31.03.2022. Wie stehen da die Chancen, diese verlängert zu bekommen? (An meinem Gesundheitszustand wird sich nichts verbessern. Auch am Arbeitsmarkt wird sich für mich nichts verbessern, schon allein wegen Corona und ich werde ja nicht jünger, bin dann schon Ü50.)

Das wären erstmal die wichtigsten Fragen.
Vielen Dank vorab!
 
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hansklein

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Hi,
herzlichen Glückwunsch. Es handelt sich um eine Arbeitsmarktrente. Warum Sozialamt? Du bist arbeitsfähig, 3-unter 6 std. Hier steht einiges dazu.
Bezieher sogenannter „Arbeitsmarktrenten“ oder Teilerwerbsminderungsrenten sind erwerbsfähig i. S. des § 8 Abs. 1 SGB II....

...Sie sind somit in der Lage, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig zu sein (§ 8 Abs. 1 SGB II). Soweit sie die weiteren Anspruchsvoraussetzungen nach § 7 Abs. 1 SGB II erfüllen, besteht ein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II.
Das JC benachrichtigen, auch wenn sie voraussichtlich schon benachrichtig wurden und sich auf die Erstattung und Zahlung geringerer Leistung freuen ;-)
DRV zahlt ganz normal auf das Konto aus, am letzten des Monats, nachträglich als wenn ich arbeite.
Wie die Chancen auf Verlängerung stehen, wird dir niemand sagen können. 3-6 Monate vor Ablauf beantragen und abwarten.
 

franzi

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Wieso arbeitsfähig? Ich bekomme eine Rente wegen voller Erwerbsminderung!
Daher verstehe ich nicht, warum dann die Situation auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle spielt.
Ist irgendwie nicht ganz klar für mich bzw. in sich nicht schlüssig.
Der Begriff "Arbeitsmarktrente" wurde auch nirgends erwähnt.

Wenn ich so krank bin, dass ich voll erwerbsgemindert bin, kann ich ohnehin nicht arbeiten. Dann spielt die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch keinerlei Rolle.
Vielleicht hofft die DRV, dass sich a) langfristig mein Gesundheitszustand bessert und b) sich die Lage am Arbeitsmarkt bessert.
Beides wird aber für mich nicht eintreten.
 

hansklein

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Die Rente wurde deswegen zeitlich begrenzt, da diese nicht ausschließlich durch meinen Gesundheitszustand, sondern auch durch die Verhältnisse am Arbeitsmarkt begründet ist.
Dieser Satz sagt aus, das es sich um eine Arbeitsmarktrente handelt. Das wird nicht extra erwähnt. Du erhälst diese nur, weil der Arbeitsmarkt z.Zeit verschlossen ist. Siehe auch meinen Link in meinem ersten Beitrag. Da stehts beschrieben.
 

franzi

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Ja, aber warum erhalte ich dann die volle Erwerbsminderungsrente und nicht die teilweise?
Wie soll ich mit voller Erwerbsminderungsrente dem Arbeitsmarkt bzw. den Jobcenter zur Verfügung stellen?

"Eine volle Erwerbsminderung liegt nach der Rechtsprechung des BSG demnach auch dann vor, wenn der Versicherte täglich mindestens 3 bis unter 6 Stunden erwerbstätig sein kann, der Teilzeitarbeitsmarkt aber verschlossen ist."

Ok. Muss ich dann weiterhin Bewerbungen schreiben und der Vermittung zur Verfügung stehen?
Maßnahmen besuchen?
etc.?

"2.6 Arbeitsmarktrente / Teilerwerbsminderungsrente Bezieher sogenannter „Arbeitsmarktrenten“ oder Teilerwerbsminderungsrenten sind erwerbsfähig i. S. des § 8 Abs. 1 SGB II. Die Betroffenen erhalten diese Leistung vom Rentenversicherungsträger, wenn sie in der Lage sind, zwischen drei und sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein, und nach Ansicht des Rentenversicherungsträgers der Arbeitsmarkt für sie verschlossen ist. Sie sind somit in der Lage, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig zu sein (§ 8 Abs. 1 SGB II). Soweit sie die weiteren Anspruchsvoraussetzungen nach § 7 Abs. 1 SGB II erfüllen, besteht ein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II." https://www.segeberg.de/media/custom/2211_2223_1.PDF?1581932925

Welche Pflichten habe ich nun weiterhin gegenüber dem Jobcenter?

Ist dann mein Antrag auf medizinische Reha hinfällig?
Wie sieht es aus mit dem Hinzuverdienst? Da habe ich zwar bei der Arbeitsmarktrente einen hohen Freibetrag von mehr als 500 E monatlich, aber wenn ich weiterhin ergänzend ALG II beziehe, wird mein Hinzuverdienst trotzdem angerechnet.
 
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Krautkopf

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Hallo franzi, erst mal Glückwunsch!
Du beziehst eine Arbeitsmarktrente. Da Du aufstocken musst musst Du Dich im Jobcenter melden. Du musst für Teilzeittätigkeiten zur Verfügung stehen und ggf. auch annehmen.
Das ist die Theorie. In der Praxis sind die Teil-EMR kaum zu vermitteln, wegen diverser Einschränkung.
Da hat @saurbier schon vieles dazu geschrieben, lies mal die alten threads.
 

franzi

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@Krautkopf:
Vielen Dank. Ich sehe das erstmal als Zwischenetappe an ...

So schnell werfe ich die Flinte nicht ins Korn. Macht es Sinn, weiter ärztliche Befunde an die DRV einzureichen, wenn sich z. B. der Gesundheitszustand im Laufe des Bezuges der Arbeitsmarktrente verschlechtern würde?
Das könnte ja eventuell dazu führen, dass die Arbeitsmarktrente dann doch - langfristig gesehen - in eine normale volle EMR umgewandelt werden könnte, oder nicht?

Wie sieht es aus mit Teilnahme an Maßnahmen?
Teilnahme an 16e und 16i? Das schwebt ja weiterhin im Raum ...
Bekomme ich jetzt eine EGV per Post zugesandt?

Ist meine Erwerbsfähigkeit nun endgültig geklärt oder muss ich jetzt wieder zum Ärztlichen Dienst des Jobcenters?
 
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Krautkopf

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Von einem Umwandlungsversuch in eine Voll-EMR rate ich dringend ab. Dann wird nämlich Dein Gesundheitszustand erneut überprüft, ggf. auch mit Gutachter. Da kann dann leider auch rauskommen dass Du gar nicht erwerbsgemindert bist. Ich habe von solchen Fällen hier gelesen: https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/action/show.html
Die einzelnen threads finde ich nicht mehr, aber es ist gar nicht so selten.
 

hansklein

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Hi Franzi,
Verschlechterungen, meines Gesundheitszustandes, reiche ich beim/mit dem WBA ein.
Die Feststellungen der DRV sind fuer das JC bindend, ärztlicher Dienst vom JC entsprechend unnötig.
 

franzi

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Da ich nun keine Reha gemacht habe, weiß ich auch gar nicht, welche gesundheitlichen Einschränkungen bei der Bewerbung berücksichtigt werden müssen. Im Rentenbescheid steht auch kein Ton dazu.
Muss ich mich jetzt - trotz meiner gesundheitlichen Einschränkungen - auf alle zumutbaren Teilzeit-Stellen bewerben?
 

franzi

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Das Gutachten hatte ich schon für den Widerspruch angefordert. Darin steht aber nichts über meine Leistungsfähigkeit.
Ich habe nur einzelne Blätter daraus erhalten und nicht das komplette Gutachten.

Muss ich bei Bewerbungen jetzt im Anschreiben immer erwähnen, dass ich Erwerbsminderungsrentner bin?
 
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saurbier

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Hallo franzi,

und gleich mal auch von mir Glückwunsch.

Wie meine Vorredner absolut korrekt ausführten, hast du jetzt eine volle EM-Arbeitsmarktrente.

Und ja zu dem Thema habe ich bereits ausgiebige Erläuterungen hier gepostet.

Bei JC ist eine Arbeitsmarktrente leider meistens nicht das gelbe vom Ei, denn viele JC sehen die Betroffenen mangels handfester gesetzliche Vorgaben gem. § 8 SGB II leider immer noch Vermittlungsfähig und sei es eben nur für 3 bis 6 Std./tägl.. Das hängt leider damit zusammen das ALG-II Bezieher vom Gesetzgeber dazu verdonnert sind ihre Hilfsbedürftigkeit zu reduzieren.

Für dich gilt jetzt schlicht, du brauchst aufgrund der Rentenzahlung der DRV jetzt nur noch eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle anzunehmen, für alles andere bist du schlicht zu krank, egal was dir ggf. ein JC SB so erzählen mag.

Auch brauchst du nicht mehr zum äD-Gutachter denn dein Status für ja erst jetzt festgestellt.

Hier gilt es nun zu schauen, was die DRV hinsichtlich deinem Gesundheitszustand so alles festgestellt hat und damit dann natürlich was du aus gesundheitlichen schlicht nicht mehr kannst. All das brauchst du auch nicht mehr zu machen und sollte ein SB mit einem Arbeitsangebot um die Ecke kommen, dann schau ob es zu den Vorgaben der DRV paßt. Wenn nicht lehnt man es unter Verweiss auf die DRV ab.

Im übrigen solltest du dir auch merken, daß die DRV jede Arbeitsstelle zuerst gemeldet werden sollte, damit diese sie dann auf Umsetzungsfähigkeit prüfen kann, denn ggf. gibt es auch einen finanziellen Zuschuß von der DRV.

Eine Arbeitsmarktrente wird leider nie besonders im Bescheid vermerkt, da steht dann lediglich drin das du die Rente nicht ausschließlich wegen deinem Gesundheitszustand bekommst, sondern auch weil keine ausreichenden Teilzeitarbeitsplätze vorhanden sind. Genau deshalb sage und frage ich ja hier auch immer wieder was die DRV auf der Seite 2 im Bescheid zur Rente vermerkt hat.

Für dich gilt ca. 4-6 Moante vor Ablauf der Berrentung den neuen Weiterzahlungsantrag am besten per Einschreiben zu stellen, damit die DRV genügend Zeit hat alles erforderlich ggf. zu prüfen. Meist erfolgt da nur eine Anfrage beim behandelnden Arzt der dann einen entsprechenden Befundbericht ausfüllt. Es kann aber auch schief laufen, so wie z.B. es bei mir im letzten Sommer selbst geschehen ist und dan hängt man halt in der Luft - sozusagen - weil die Mühlen der Bürokratie schlicht langsam mahlen.

Der DRV vorzeitig medizinische Unterlagen zukommen zu lassen, bringt nichts es sei denn es würde dadurch der Nachweis einer massiven gesundheitlichen Verschlechterung (z.B. krebs/Unfall etc. pp.) damit belegt, was hoffen wir mal nicht passieren sollte.

Jetzt ist für dich lediglich wichtig, daß du dich in fortlaufender ärztlicher Behandlung befindest, damit der Arzt auch deinen Gesundheitszustand und dessen Verlauf später gut beurteilen kann und sei es nur das du regelmäßig auf Medikamente angewiesen bist (chroniker).

Ich darf z.B. seit meinem Unfall meine Hausärztin regelmäßig nerven, da ich alle 2 Wochen zum Bluttest muß, da ich wegen der komplizierten Brücke ja seit dem Sommer überwiegend liege und mir demzufolge schon über 120 Clexane Spritzen verpassen durfte und lt. Unfallchirurgen wohl noch viele weitere folgen werden - mein nächster Termin ist Anfang Januar. Bis zum Unfall mußte ich zwar auch jeden Monat da antanzen, aber nur wegen den Rezepten (insbesondere dem BTM) ansonsten eher jedes Quartal mal 5 min. vorsprechen ob es was neues gibt.

Wie gesagt, beschaffe dir das sozialmedizinische Gutachten der DRV um zu sehen, was du gesundheitlich nicht mehr kannst, damit du beim JC auch rechtzeitig Stop sagen kannst. Maßnahmen sind für dich eh nicht mehr drin, weil das nichts mit einer sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeit zu tun hat. Entweder dein JC SB hat jetzt für dich eine zielgerechte sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle - was ihm wohl kaum gelingen dürfte wenn man an die Vergangenheit denkt, oder er läßt dich einfach in ruhe.

Allerdings noch eins am Rande, die volle EMR befreit dich nicht von regelmäßigen Einladungen zu Terminen, es sei denn da würde etwas aus gesundheitlichen Gründen gegen sprechen, wie z.B. Gehbehindert oder Schmerzpatient LWS, denke daran ansonsten könnte es eine Sanktion geben. Ich erwähne dies, da speziell für die DRV genau die WUB gilt, wonach man keine 4x tägl. 500m mehr gehen kann um z.B. zur Arbeit zu gelangen wenn man eine volle EMR erzielen will. Schlitzohrige JC SB könnten das ausnutzen wollen, also Vorsicht da.

Ich kann dir da nur aus meiner letzten Erfahrung mit der AfA berichten, daß meine SB hier auf mich Rücksicht genommen hat, als das sie mich z.B. nur 2x zum Nachmittag eingeladen hat weil ich Morgens gesundheitliche Anlaufprobleme habe und die BTM erst Wirkung müssen, wo aber auch mein SchwerB-Ausweis half mit einem GdB100 und Merkzeichen.
 

Uhus

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@franzi:

Zumindest finanziell gesehen hast du die beste Variante der EMR erwischt, denn für den Zeitraum der Rentengewährung müsstest du die Versicherungspauschale in Höhe von 30 EUR pro Monat erhalten, soweit noch nicht anderweitig "verbraucht". Dass der Stress mit dem JC damit weitergeht und dich belastet, ist allerdings ein großes Manko. Deswegen würde ich darüber nachdenken, mir regelmäßig eine AU-Bescheinigung vom Arzt zu holen; das JC wäre dann weitgehend außen vor.
 

hansklein

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@grünfink Die Nachzahlung dürfte das tw. Aufwiegen, so das einiges weniger "fehlt". Das System mit im voraus/ im nachhinein Geld auszuzahlen,ist nat. bescheiden, weil der Kunde immer der gekniffene ist, auf die eine oder andere Art.
 

grün_fink

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Bei mir damals "gehörte" die Nachzahlung komplett dem Jobcenter, welches mit dem Sozialamt verrechnete. Am Monatsende fehlte dann der Betrag der Rente, es gab nur die eine "Hälfte" des Geldes, die andere am Monatsende.
Gut, kann auch anders sein.
 

Kerstin_K

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Auch am Arbeitsmarkt wird sich für mich nichts verbessern, schon allein wegen Corona und ich werde ja nicht jünger, bin dann schon Ü50.)
Das bewertet die DRV in abstimmung mit der AfA regelmäßig neu für alle Rentner mit teilweiser EM.
Ist dann mein Antrag auf medizinische Reha hinfällig?
Denke ich nicht.

Ich habe nur einzelne Blätter daraus erhalten und nicht das komplette Gutachten.
Da musst du hartnäckig sein. Das haben sie bei mir auch versucht.
 

franzi

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Erstmal danke an alle Rückmeldungen.

@saurbier: Habe mich schon brav durch deine Beiträge gelesen. :) Das ist immer sehr hilfreich und kompetent. Danke!
Grundsätzlich ändert sich jetzt für mich im Alltag nicht viel.

Zu den einzelnen Punkten:
- Wegen der Nachzahlung erwarte ich mir jetzt mal gar nichts. Ich vermute auch, dass die komplett ans Amt geht.
- Wegen der Überbrückung der ersten Rentenzahlung: Ich hatte immer etwas am Konto gelassen, sodass ich den Beginn der Rente gut abfedern kann

- Ich werde nun nochmals das komplette Gutachten anfordern, da ich dies nicht vollständig erhalten hatte.

- Ich werde weiterhin meine Pflichten gegenüber dem JC erfüllen

- Ich werde weiterhin in ärztlicher Behandlung sein wie bisher auch. An meiner Gesundheit ändert sich ja nichts.
Sämtliche meiner Erkrankungen sind chronisch und nicht heilbar.

- Bei mir steht jetzt noch die Rückmeldung bzw. Entscheidung des Versorgungsamtes aus wegen der Erhöhung des GdB. Vermutlich wird das noch bis Jahresende entschieden.

- Ich gehe davon aus, dass ich zu einem anderen JC-Sachbearbeiter wechseln werde. Vielleicht wieder zu dem, wo ich zuvor schon war. Das wäre mir sogar recht, weil mit dem kam ich gut klar und der ließ mich weitgehend in Ruhe.

Weitere Fragen:

- Gibt es für den Weiterzahlungsantrag ein Formular oder kann man das formlos machen?

- Zitat: "daß die DRV jede Arbeitsstelle zuerst gemeldet werden sollte, damit diese sie dann auf Umsetzungsfähigkeit prüfen kann, denn ggf. gibt es auch einen finanziellen Zuschuß von der DRV."
Wie soll ich das bei Bewerbungen konkret umsetzen?

Das dauert ja viel zu lange.
Wenn ich mir selbst Stellen suche, achte ich natürlich darauf, dass die für mich gesundheitlich passen.
Aber da gibt es kaum Stellenangebote derzeit (habe gestern Abend schon mal geguckt).

Und wenn es sich um einen Vermittlungsvorschlag meines SB handelt, muss ich mich ja innerhalb von 3 Werktagen bewerben.
Wie soll die DRV das prüfen, wo die doch extrem langsam sind?

- Bekommt mein Arbeitsvermittler nun auch von der DRV Informationen darüber, welche Tätigkeiten ich noch ausüben darf oder muss ich das selbst in Erfahrung bringen?
- Hat mein SB Recht auf Einsicht in das Gutachten der DRV?

Danke.
 

Krautkopf

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Du kannst den Antrag auf Weiterzahlung der EM-Rente selbst runterladen:
Anfordern per Post geht auch.

Deine gesundheitlichen Einschränkungen musst Du einem möglichen Arbeitgeber selbst mitteilen, die DRV macht das nicht.
Aber wenn Du sagst dass Du Teil-EMR bist wird wahrscheinlich kein Arbeitgeber weiterfragen und sich herzlich für Deine Berwerbung bedanken, das wars dann auch.

Ein Sachbearbeiter im Jobcenter darf keine medizinischen Unterlagen einfordern/ansehen.
Das ist dem ärztlichen Dienst vorbehalten.
 

franzi

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Das war mir schon klar, dass die DRV den Arbeitgeber nicht informiert, die hat ja direkt nichts mit meiner Bewerbung zu tun.
Es ging um die Frage, ob ich das z. B. schon im Anschreiben erwähnen muss.

Hinterher könnte man mir das als Vereitelung der Arbeitsaufnahme auslegen und das wäre eine Möglichkeit zur Sanktion.
Aber spätestens beim Vorstellungsgespräch müsste ich es ja dann erwähnen. (Falls ich überhaupt eingeladen werde.)

@Krautkopf:
Ja, solche Probleme mit den Gutachtern gibt es immer wieder. Ich hatte auch einen, der nach 15 Minuten fertig war mit der Begutachtung.
Das habe ich aber im Widerspruch ausdrücklich bemängelt. Meinem Widerspruch wurde dann ja auch stattgegeben.
Der zweite Gutachter nahm sich 3 Stunden Zeit.
 
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Matricaria

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Hey Franzi,
als erstes mal Glückwunsch zur bewilligten Rente:icon_klatsch:. Warte nun erstmal ab wie das jobcenter reagiert wenn du Ihnen von der Rente erzählst, kann man ja ne wissen. Vielleicht verlangen Sie weiter Bewerbungen, vielleicht aber auch nicht. Ich bekam auch die Arbeitsmarktrente zuerst und der Sachbearbeiter sagte: "Ah alles klar, die Akte legen wir zur Seite und gucken da nicht mehr groß rein. Aus der Vermittlung nehme ich Sie auch raus, das bringt ja eh nichts. Machen Sie´s gut." Und genauso war es auch - nie mehr das Jobcenter betreten. Habe dann nur noch meine nächsten Rentenbewilligungen hingeschickt, bis die Rente unbefristet wurde und ich zum Sozialamt wechselte.

Von der Rückzahlung wirst du immerhin die 30 Euro Versicherungspauschale rückwirkend am Juni erhalten. Wie Uhus schon oben schrieb. Bei mir waren es fast drei Jahre rückwirkend und dürfte es dann auch behalten. War ein schöner Batzen.

Alles Gute:).
 

franzi

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Das wären dann über 1000 E?

Das darf man dann tatsächlich behalten und es wird nicht angerechnet?

Da hattest du einen netten SB. Bei meinem aktuellen SB weiß ich nie, wie der drauf ist. Ich kenne den schon von früher, wo ich bereits 2 Jahre bei ihm war. Als er mir neu zugeteilt wurde, hatte ich seither mit ihm noch nichts zu tun, da ich über ein Jahr lang krankgeschrieben war. Und dann kam Corona.

Daher hoffe ich nun auf einen SB-Wechsel. Weil ein Fallmanager ist für mich jetzt nicht mehr der richtige Ansprechpartner.

Ich werde sicherheitshalber weiterhin Bewerbungen schreiben, nicht dass die einmal plötzlich die Meinung ändern und dann heißt es, ich wäre meiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Das ist mir zu gefährlich. Es braucht nur ein anderer SB kommen oder ein Wechsel des Teamleiters, der andere Vorstellungen hat und schon weht ein eisiger Wind ...
Wenn die dann verlangen, dass ich die bisherigen Bewerbungsbemühungen nachweisen soll, und ich hab nix dergleichen, dann wird es eng.

Ich vermute mal, dass das alles mündliche Zusagen an dich waren, die du da erhalten hast.
Schriftlich wird man dir das wohl nicht gegeben haben.
 
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hansklein

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Es kann passieren, das das JC die 30€ "vergißt" oder "übersieht" in seiner Berechnung. Deswegen sollte man genau prüfen, ob diese stimmig ist. Das kann sich lohnen.

Ich hoffe, du bekommst einen neuen Vermittler und dieser ist kompetent genug, zu erkennen, das dir der Arbeitsmarkt verschlossen ist, wie die DRV nett umschreibt, das heißt, das es eig. in dem Fall sehr unwahrscheinlich ist, das du überhaupt mit deinen Einschränkungen, eine Stelle bekommst. Ein guter SB würde in dem Fall eig. nichts verlangen oder sehr wenig. Dass ist bei einer Verwandten so, der SB versucht sie lediglich dazu zu bringen, einen Rentenantrag zu stellen, den sie wegen der Abzüge noch nicht gemacht hat. In der EGV standen keine Bewerbungsverpflichtungen mehr. Dabei hat bei ihr nur der med. Dienst die Einschränkungen erkannt. Aber jedes JC/SB ist leider anders.
 
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