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Meine Erfahrung, nebst Abwehr eines Bewerbungstrainings, bei der Grone Schule

annar

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#1
Huhu, ich möchte meine erste Erfahrung beim MT mitteilen.

War mit meinem BG-Partner/Freund dort (JC SB mündliche Begründung zur Zuweisung: "da sind noch 2 Plätze frei"). Ziel war es, die Verträge zum Prüfen mitzunehmen.

Mitarbeiter 1 begrüßte uns freundlich. Er hatte für einen 'Bewerbungscoach' eindeutig zu lange und schmutzige Fingernägel, außerdem roch er und war insgesamt ungepflegt. Er wirkte auch etwas 'durcheinander'.

Er führte uns kurz herum, erläuterte den groben Wochenplan (Bewerb.training, Einzelcoaching, Kochtag, Ernährungs- und Stilberatung etc.) und setzte uns in einen von zwei PC-Räumen.

Leider stand der Unterhaltung mit den anderen Teilnehmern neben dem Gewusel dort (alle druckten hektisch ihre CVs aus) hauptsächlich unsere Aufregung im Weg. Sie wirkten zwar nett, war aber vielleicht auch besser so.

Wir saßen dort 5 Minuten, da kam Mitarbeiterin Nr. 2 und sagte in einem herrischen Ton, wir mögen uns doch auf die beiden Räume aufteilen, das sei förderlich für den individuellen Bewerbungsprozess.

Wir waren etwas geschockt von ihrem Ton. Sie sah ebenfalls verwirrt aus und ihr Ton wirkte irgendwie gezwungen und aufgesetzt.

Nun sind wir beide wirklich keine Anarchos, aber Autoritäten gegenüber schon grundsätzlich skeptisch, also gaben wir zurück, warum wir gerade zusammen so gut arbeiten können. Sie sagte, weiterhin mit etwas zuviel Nachdruck in der Stimme, dass wir zu unserem Wohl wirklich darüber nachdenken sollten, uns zu trennen. Wir erwiderten, dass wir das gerne tun werden. Sie ging und kam direkt mit der Anwesenheitsliste zurück. Wir wollten erstmal die Verträge sehen. Sie erwähnte unsere Rettung - den Zeitarbeits-Bewerbertag im Jobcenter, zu dem die gesamte Gruppe in ca. 1 Stunde zu pilgern hatte und dass wir die Vertragssache dann schnell machen müssten. Mitarbeiter 1 werde sich um die Verträge kümmern. Wir warteten.

Uns fiel ein handgeschriebenes Plakat auf:

"Die 3 goldenen Word-Regeln:

1) Schriftgröße 12
2) Aufzählungen einrücken
3) Foto rechts oben"


10 Minuten später waren die Verträge fertig und MA 1 holte uns zu sich ins Büro. Er holte recht lange aus, bevor er uns die Verträge rüberschob. Eine lange Rede, wie toll das Coachingangebot ist und dass das Kochen jeden Freitag viel Spaß mache usw. Interessant wurde es, als er die Arbeitserprobung und die vielen guten Kontakte zu Arbeitgebern anpries, die "immer mal wieder für ein paar Tage Leute brauchen". Sehr gut auch ein Vermittlungsbeispiel, das er (wahrscheinlich aufgrund unseres Alters) besonders hervorhob: ein Teilnehmer wollte unbedingt im Ausland arbeiten und bekam angeblich mithilfe dieses Bewerbungstrainings einen Job als Urlaubsanimateur. MA 1 betonte, dass die Mitarbeiter vom MT den Herren sogar vor der niedrigen Bezahlung gewarnt hatten, aber er ließ sich wohl nicht abbringen, da eine Arbeit im Ausland sein größter Wunsch war. Und nun sei dieser Teilnehmer überglücklich.
Die Moral von der Geschicht: auch wenn man bei einem Job annähernd nichts verdient, so kann man doch wenigstens in Vollzeit arbeiten oder sogar sein ganzes Leben dafür umkrempeln.
Wir zeigten uns begeistert ob dieses bezeichnenden Erfolgs der G. Schule.

Endlich bekamen wir die Verträge. Wir schauten kurz durch und verkündeten den Prüfungswunsch. Er verstand es nicht und es folgte eine Kurzfassung des zuvor vorgetragenen Pamphlets.
Wir aber waren sicher und würden zunächst nicht unterschreiben. Wir fragten, ob wir nicht ohne die 4 Unterschriften teilnehmen könnten.

Leider nicht! Seine Argumente:

1) Wir bewegen uns ohne Unterschriften im rechtsfreien Raum.

2) Wir haben doch eine EGV unterschrieben (negativ, aber gute Vorlage).

Diese wiederholte er ein paar Male, bis er nichts mehr machen konnte, außer verständnislos zu tun. Er holte MA 2 hinzu.

Kaum zu glauben, aber auch sie hatte nicht mehr auf Lager als die Vorzüge des Bew.trainings aufzuzählen. Sie ratterte ihren Text wie auswendig gelernt herunter und schaute uns dabei auch gar nicht richtig an. Sie fixierte mit ihren Augen den Tisch und fummelte dabei an den Verträgen rum. Sie bot uns an, auf eine Unterschrift zur Not verzichten zu können (den Zettel, auf dem man unterschreibt, dass der MT beim Arbeitgeber 6 Wochen + 6 Monate nach Arbeitsaufnahme nachhält).

Sie wollten ihre Positionen glaubhaft rüberbringen, aber irgendwie schien immer wieder etwas durch, so als würden sie insgeheim, tief drinnen, doch noch was mitkriegen. Das zu sehen war merkwürdig!

Ich hatte dann um eine Anwesenheitsbescheinigung gebeten, beide verließen uns. MA 1 machte die Gruppe startklar für die Pilgertour, MA 2 brachte uns nach 5 Minuten die Schreiben ('waren pünktlich, doch können nicht teilnehmen, weil nicht unterschrieben') und verabschiedete uns sehr freundlich. Man könnte sich ja vielleicht nochmal wiedersehen.
 

Gollum1964

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#2
AW: Erfahrung Maßnahmenabwehr Bew.training Grone Schule

Hallo,

sind das die Grone-Schulen in Hamburg-Hammerbrook? Von denen habe ich vieles gehört, nur nichts gutes. Hat ja bei euch sehr geklappt, um euch vor diesen Unsinn zu drücken.
Gratz:first:
 

annar

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#3
AW: Erfahrung Maßnahmenabwehr Bew.training Grone Schule

Nee, südlicher und dörflicher :)

Die hatten anscheinend keinen Bock oder keine Erfahrung, uns da lange hinzuhalten. Wir waren laut SB die einzigen (ersten), die bei einer Maßnahme dort nicht unterschrieben haben.

Hatte noch vergessen, dass sie fragten, wer der zuständige SB ist. Ist uns leider in dem Moment nicht eingefallen.
 

Gollum1964

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#4
AW: Erfahrung Maßnahmenabwehr Bew.training Grone Schule

Hallo Annar,

da ihr im vorhinein schon alles richtig gemacht habt (EGV nicht unterschrieben, Bestätigung, daß ihr da wart) hätte ich kein Problem gehabt, den Namen der SB mitzuteilen, da die diesen aufgrund der Zuweisung eh herausbekommen würden.

Falls die SB sich dann wegen einer ungerechtfertigten Sanktionierung vor dem Sozialgericht blamieren möchte (Stichwort: Vertragsfreiheit), dann her damit.

Bewerb.training, Einzelcoaching, Kochtag, Ernährungs- und Stilberatung

bei den Maßnahmeninhalten käme auch bei mir richtig Freude auf:animaus:
 

Gollum1964

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#5
AW: Erfahrung Maßnahmenabwehr Bew.training Grone Schule

Wir waren laut SB die einzigen (ersten), die bei einer Maßnahme dort nicht unterschrieben haben.
Hallo Annar,

die SB erzählen viel, wenn der Tag lang ist.
Ich vermute, daß die meisten Elo´s tatsächlich alles unterschreiben, aber mit Sicherheit seid ihr keine Einzelfälle.
Diesen Unsinn hätte ich mit Sicherheit auch nicht mit meiner Unterschrift abgesegnet.
 
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#6
AW: Erfahrung Maßnahmenabwehr Bew.training Grone Schule

[...] Wir waren laut SB die einzigen (ersten), die bei einer Maßnahme dort nicht unterschrieben haben. [...]
Bringt diese manipulative Ansage eine nutzbringende Erkenntnis?

Wie auch immer:
Welcher Sachbearbeiter (SB) hat das gesagt?
Der/die vom Träger oder vom JC?
Nein, ich wills gar nicht so genau wissen...

Worauf ich tatsächlich hinaus will - falls vom JC:
Wurde auf die Weigerung/Verschleppung, den Träger-Vertrag zu unterzeichnen, bereits reagiert?
Ist die Maßnahme damit vom Tisch?

Sofern SB vergnügungssüchtig ist, könnte noch eine Anhörung zu einer möglicherweise eintretenden Sanktion ins Haus schneien.
Um dem vorzubeugen, empfehle ich eine schriftliche, nachweisbar im Machtbereich des JC eingegangene Kurznotiz los zu treten.
In der wird in knappen dürren Worten dem Befremden Ausdruck verliehen, daß der Vertragspartner des JC [Träger-Name, Ref Nr. der Maßnahme] offenbar seinen Verpflichtungen nicht nachzukommen gedenkt, ohne daß Sondervereinbarungen getroffen werden.
Von denen hatte SB [hier den Namen eintragen] beim Beratungsgespräch am dd.mm.yy nichts verlautbart.

Für solche Scharmützel wähle ich die Methode "doppelt gemoppelt".
In dem verlinkten Faden finden sich diverse nützliche Anträge und Vorlagen.

Wenn nicht schon geschehen:
Das Verbot zur Datenweitergabe an Dritte solltet ihr so schnell wie möglich auf den Weg bringen.
 

annar

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#7
Welcher Sachbearbeiter (SB) hat das gesagt?
Der/die vom Träger oder vom JC?
Nein, ich wills gar nicht so genau wissen...

Worauf ich tatsächlich hinaus will - falls vom JC:
Wurde auf die Weigerung/Verschleppung, den Träger-Vertrag zu unterzeichnen, bereits reagiert?
Ist die Maßnahme damit vom Tisch?
Zu deinen Fragen:

SB vom JC hat beim Termin ein paar Wochen später gesagt, wir wären die "einzigsten" Unterschriftenverweigerer. (siehe erfolgreiche Gegenwehr)

Die Teilnahme wurde storniert, keine Sanktionsanhörung etc.

Danke für all deine Hinweise!

Hatte die von dir erwähnten Dinge alle erledigt:

Untersagung der Datenweitergabe am Tag nach dem Termin im JC (EGV mit Maßnahme + Zuweisung) dort nachweislich eingereicht.

Nach dem Maßnahmenbeginn darauffolgende Woche: Das vom MT mitgenommene Schreiben, dass die Teilnahme aufgrund nicht geleisteter Unterschriften nicht stattfinden kann, zusammen mit empörtem Schreiben - 'Äußerung zur Maßnahme + Vorschlag zur Änderung EGV' (u.a. Streichung der Maßnahme aus der EGV) - einen Tag später nachweislich im JC eingereicht.

Ein paar Tage später kam eine Eingangsbestätigung von SB - ein richtiger Brief, keine Textbausteine - Teilnahme wird storniert wg nicht unterschriebener EGV (mit Maßnahme) sowie nicht unterschr. Teilnehmerverträge beim MT.
 
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