Mein Sohn U25 gehört nicht mehr zur BG, wohnt aber noch bei mir - nun muss ich einen Weiterbewilligungsantrag ausfüllen. Bin mir unsicher mit der Haushaltsgemeinschaft, die wir aber auch nicht sind. Oder vielleicht doch? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Waldeule

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Guten Morgen zusammen,

ich hoffe, dass meine Themaüberschrift aussagekräftig genug ist, für das, was ich gerne wissen möchte.

Es ist so, dass mein Sohn letztes Jahr gearbeitet hat (Überbrückung bis zum Ausbildungsbeginn dieses Jahr im September). In einem Änderungsbescheid wurde er dann auch aus der BG gerechnet, der Mietanteil um seinen pro-Kopfanteil gekürzt, das Kindergeld für ihn wurde mir weiterhin als 'Gehalt' angerechnet, weil er genug verdient hatte.

Nun hat er mit seiner Ausbildung angefangen und ich muss nun auch wieder einen WBA ausfüllen. Mit dem, was er nun verdient, kann er sich trotzdem noch selbst finanzieren. Es ist zwar nur ein kleiner Überschuss, aber er fällt weiterhin aus der BG. Das Kindergeld würde auch weiterhin bei mir mit angerechnet werden (hier würde ich aber versuchen einen Abzweigungsantrag zu stellen). Ich weiß einfach nicht, ob wir trotzdem eine HG bilden.
Ich habe auch hier schon im Forum gestöbert, ob ich etwas passendes an Antworten für mich finde. Aber irgendwie bin ich mir echt unsicher. Mein Sohn kann von seinem Ausbildungsgehalt weiterhin seinen pro-Kopfanteil an Miete zahlen und finanziert sich auch sonst weiterhin selbst. Ist zwar jetzt etwas enger geworden für ihn, aber es geht. Demzufolge sind wir doch auch keine Haushaltsgemeinschaft, oder liege ich da falsch mit meiner Annahme?

Ich überlege auch schon die ganze Zeit, wie dich dieses 'In meinem Haushalt wohnen (x) Personen' genau zu interpretieren habe, denn in meinem Haushalt wohnt er ja schon, er finanziert sich aber komplett selbst. Nach dem, was ich gelesen habe, müsste ich hier nur meine Tochter eintragen, die noch zur BG gehört.
Im Grunde genommen ändert sich ja nicht wirklich etwas. Die Miete ist gleichgeblieben, der pro-Kopfanteil auch.

Theoretisch würde ich den Antrag eigentlich so ausfüllen, also dass er nicht zu meinem Haushalt gehört. Müsste ich dann noch zusätzlich irgendwas schreiben...also, dass er sich selbst finanziert und wir uns nicht gegenseitig unterstützen, oder abwarten, wie das JC reagiert?

Es grüßt euch die
Waldeule
 

Silvia123

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Auf die Antworten bin ich sehr gespannt. Ich dachte dass Kinder unter 25 immer zur BG zählen und somit deren Einkommen zur Bedarfsdeckung genommen wird.
 

axellino

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Ich dachte dass Kinder unter 25 immer zur BG zählen und somit deren Einkommen zur Bedarfsdeckung genommen wird.
Nein nicht immer.
So denn sie ihren Bedarf (Mietanteil + Regelsatz) selbst decken können, fallen sie aus der gem. BG raus.

§ 7 Abs.3 Nr.4 SGB II

(3) Zur Bedarfsgemeinschaft gehören
4. die dem Haushalt angehörenden unverheirateten Kinder der in den Nummern 1 bis 3 genannten Personen, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, soweit sie die Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen beschaffen können.
 

Silvia123

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@axellino vielen Dank!!!!

Ich musste mal Hartz4 beziehen wo mein Kind minderjährig war, da wurde dessen Unterhalt auf den Gesamtbedarf verteilt. Wenn das "Kind" jetzt volljährig ist und mit eigenen Einkünften mehr hat ist es also raus und darf den "Überschuss" behalten?! Ich hoffe wir kommen nicht in die Situation, aber, das ist beruhigend.

Danke nochmal, auch an alle. Ich lese hier so viel und finde ständig neue, hilfreiche Informationen.
 

ela1953

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Ihr seid keine Haushalts-, sondern eine Wohngemeinschaft.
Er gehört nur rechnerisch zur BG wegen des Kindergeldes.
Wir bekamen ja damals die Abzweigung, weil ein ALG II Empfänger niemanden in seinen Haushalt aufnehmen kann.
Und weil das Kindergeld für das Kind ausgegeben werden muss.

Bei der Frage: Wieviel Personen leben nicht in der BG, sondern in der HG . Wird der Sohn NICHT eingetragen.

Nur bei der Anzahl der Personen, die in der Wohnung leben wird er gezählt.
 

Silvia123

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Aber das Kindergeld steht doch dem jungen Erwachsenen zu, es kann auch direkt auf dessen Konto laufen?
 

axellino

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Demzufolge sind wir doch auch keine Haushaltsgemeinschaft, oder liege ich da falsch mit meiner Annahme?
Was eine Haushaltsgemeinschaft (HG) im SGB 2 ist, solltest Du eigentlich mit der Suchfunktion unseres Forums und den etlichen diesbezüglichen vorhandenen Threads, in Erfahrung bringen können. ;)
Eine HG ist im SGB 2 eine Wirtschaftsgemeinschaft (wirtschaften aus einen Topf) und so denn dies nicht vorliegt, bildet man auch keine und fertig ;)
 

H4H-OF

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Auf die Antworten bin ich sehr gespannt. Ich dachte dass Kinder unter 25 immer zur BG zählen und somit deren Einkommen zur Bedarfsdeckung genommen wird.
das denken viele jobcenter auch.

ausschlaggebend ist aber immer nur, was im gesetz steht. :)


bezüglich der haushaltsgemeinschaft sollte im übrigen klar sein, dass die hier vorliegt, da die immer vorliegt, wenn verwandte unter einem dach leben.

man soll sich nur nicht von den jobcentern erzählen lassen, dass über art und höhe von zufluss für die BG durch das gemeinsame wirtschaften eine gesetzgebervermutung vorläge.

eine gesetzgebervermutung gibt es nur darüber, dass unter verwandten davon auszugehen ist, dass sie gemeinsam wirtschaften.

daraus ergibt sich aber nicht automatisch, dass man einfach behaupten kann "der sohn wird der mama schon was geben, dann rechnen wir da mal 200 euro an". hierrüber besteht eine ermittlungspflicht des amtes; es müsste also vorher mindestens mal zur mitwirkung aufgefordert werden.
 
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Waldeule

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Ihr seid keine Haushalts-, sondern eine Wohngemeinschaft.
Er gehört nur rechnerisch zur BG wegen des Kindergeldes.
Wir bekamen ja damals die Abzweigung, weil ein ALG II Empfänger niemanden in seinen Haushalt aufnehmen kann.
Und weil das Kindergeld für das Kind ausgegeben werden muss.
Diesen Beitrag von dir hatte ich auch gelesen. Daher möchte ich das eventuell auch versuchen:).

Was ich nur etwas 'kurios' finde, ist, dass auf der einen Seite Kinder ihre Eltern nicht unterstützen müssen, wenn sie genug verdienen und aus der BG fallen, also der Verdienst darf nicht angerechnet werden. Andererseits geht man dann aber wieder davon aus, dass man sich gegenseitig unterstützt:unsure: (da oder gerade weil verwandt).

Was eine Haushaltsgemeinschaft (HG) im SGB 2 ist, solltest Du eigentlich mit der Suchfunktion unseres Forums und den etlichen diesbezüglichen vorhandenen Threads, in Erfahrung bringen können. ;)
Eine HG ist im SGB 2 eine Wirtschaftsgemeinschaft (wirtschaften aus einen Topf) und so denn dies nicht vorliegt, bildet man auch keine und fertig
:)...ja, habe dazu was gelesen. Rein logisch betrachtet und unter Berücksichtigung der Fakten, bilden wir keine:sneaky:.
Aber ich habe eben auch überlegt wegen des Verwandtschaftsverhältnisses, wie H4H-OF auch geschrieben hat.
 
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ela1953

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Bei einer Haushaltsgemeinschaft hat der Verdienende einen Freibetrag vom doppelten Regelsatz + KdU Anteil.
Von dem überschreitenden Verdienst braucht nur die Hälfte in den Haushalt gesteckt werden.
Diesen Beitrag von dir hatte ich auch gelesen. Daher möchte ich das eventuell auch versuchen:).

Was ich nur etwas 'kurios' finde, ist, dass auf der einen Seite Kinder ihre Eltern nicht unterstützen müssen, wenn sie genug verdienen und aus der BG fallen, also der Verdienst darf nicht angerechnet werden. Andererseits geht man dann aber wieder davon aus, dass man sich gegenseitig unterstützt:unsure: (da oder gerade weil verwandt).



:)...ja, habe dazu was gelesen. Rein logisch betrachtet und unter Berücksichtigung der Fakten, bilden wir keine:sneaky:.
Aber ich habe eben auch überlegt wegen des Verwandtschaftsverhältnisses, wie H4H-OF auch geschrieben hat.
H4H-OF schreibt aber, dass IMMER eine Haushaltsgemeinschaft vorliegt. Und das stimmt nicht.

Bei einer Haushaltsgemeinschaft kommt alles in einen Topf und es wird gemeinschaftlich gewirtschaftet.
Das ist hmja hier nicht so.
Der Sohn zahlt Miete, Er kauft seine Lebensmittel, Kleidung usw von seinem Geld.
 

quinky1950

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@axellino vielen Dank!!!!

Ich musste mal Hartz4 beziehen wo mein Kind minderjährig war, da wurde dessen Unterhalt auf den Gesamtbedarf verteilt. Wenn das "Kind" jetzt volljährig ist und mit eigenen Einkünften mehr hat ist es also raus und darf den "Überschuss" behalten?! Ich hoffe wir kommen nicht in die Situation, aber, das ist beruhigend.

Danke nochmal, auch an alle. Ich lese hier so viel und finde ständig neue, hilfreiche Informationen.
Wenn der Unterhalt auf alle in der BG angerechnet wurde, bist Du betrogen worden.
Wenn der Unterhalt NUR auf das minderjährige Kind angerechnet wurde, eventuell überschüssiges Kindergeld dann auf die BG angerechnet wurde, war alles in Ordnung.
Sollte jedoch der 1. Teil vorgekommen sein, der Bescheid nach dem 1.1.2018 ausgestellt worden sein, Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X gegen die Falschberechnung.
Bist Du bei der Situation vom Jobcenter darauf hingewiesen worden, das das minderjährige Kind, wenn es seinen Bedarf komplett selbst decken kann, das für es Kinderwohngeld beantragt werden kann, so ist das meiner Meinung nach eine Falschberatung des Jobcenters und ein Schadenersatz außerhalb des § 44 SGB X ist durchaus möglich.

>Gruß
Ernie
 
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