mein SB meint, ich müsse eine freiwillige Weiterbildung mitmachen

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Ich bin 47 Jahre alt, Facharbeiter mit langjähriger Berufserfahrung und seit noch nicht ganz 2 Monaten arbeitslos. Mein SB versucht mich dazu zu bringen, mich freiwillig für eine Weiterbildung einzuschreiben.

Ich habe kein Interesse an einer Weiterbildung. Ich bin qualifiziert genug für viele Stellen. Mein SB ist der Meinung, daß jemand, der in 2 Monaten nichts findet, nie etwas finden wird. Ich müsse mich deshalb weiterbilden. Er betont aber auch, daß diese Weiterbildung freiwillig wäre. Mit der Begrünung, daß das ja so teuer wäre!

Nachdem ich mich geweigert habe, mich freiwillig einzuschreiben, argumentiert er, daß dann mein Beruf wohl nichts mehr für mich wäre, und ich dann eben ein Coaching mitmachen müßte, das dann nicht mehr freiwillig wäre. Zwei Wochen hat er mir noch gegeben. Wenn ich bis dahin keinen Job gefunden habe und auch nicht freiwillig an der Weiterbildung teilnehme, müsse ich in ein Coaching.

Ich verstehe das nicht: Sind 2 Monate arbeitslos lang? Ich hätte ja längst schon einen schlecht bezahlten ZAF-Job gefunden, aber ich sehe es nicht ein, daß ich mich unter Wert verkaufen soll. Dank diesen Forums kenne ich meine Rechte und weiß, daß man mich derzeit noch nicht zwingen kann, für weniger als 80% meines letzten Lohns arbeiten zu gehen. Wenn ich jetzt die vom SB vorgeschlagene Fortbildung mitmachen würde, würde ich hinterher exakt die gleichen Jobs zur Auswahl haben wie jetzt.

Kriegen die da Provision für, wenn die einen in eine Fortbildung vermitteln?
Ich habe das Gefühl gehabt, daß mein SB regelrecht sauer war, daß er mich nicht hat überreden können.
Warum ist das für die so wichtig? Bei dem Termin in 2 Wochen wird er vermutlich wieder versuchen, auf mich einzureden. Ich suche hierfür noch einen Beistand, habe bereits in der entsprechenden Rubrik ein bzw. mehrere Themen eröffnet. Leider scheint sich hier niemand zu melden.
 

gelibeh

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Juni 2005
Beiträge
23.664
Bewertungen
17.048
gibt es denn überhaupt sinnvolle Weiterbildungen in Deinem Bereich?
Ich vermute fast, dem SB geht das eher um dieStatistik. Wenn Du in einer Weiterbildung/Maßnahme bist, dann bist Du nämlich raus aus der Statistik.

Im Grunde genommen muss der SB auch begründen können, warum ein Coaching notwendig sein soll. Auch ein Coaching kostet Geld.
 

Ronon Dex

Elo-User*in
Mitglied seit
6 Juni 2016
Beiträge
45
Bewertungen
23
Hast Du eine Eingliederungsvereinbarung bekommen?

Vielleicht, ich weiß es nicht, kann man dieses (Bewerbungs(?))Coaching auch mit einem ordentlichen, nach dem momentanen Stand der Technik erfüllten, ausgefüllten Lebenslauf und Bewerbung umgehen? Ich weiss nicht ob es solche "Standartblätter" hier im Forum irgendwo gibt. Aber auch wenn nicht sollte man solche "Blätter" im Internet finden können :wink:
 
E

ExitUser

Gast
Muß freiwillig mitmachen.

Das ist ja schon ein Hammer! :icon_rolleyes:
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Ja, ich bekomme ALG1. Eine EGV habe ich bekommen. Da steht nichts von einer Weiterbildung drin. Nur, daß ich jede Woche 1-2 Bewerbungen schreiben muß und so allgemeine Dinge. Er versucht, das Coaching damit zu begründen, daß ich ja schon seit fast 2 Monate vergeblich nach einer Arbeit suche und trotzdem keine Fortbildung mitmachen möchte. Seine Aussage: Wenn ich bis in 2 Wochen nichts finden würde, würde ich auch später nichts mehr finden.

Da ich früher schon öfter arbeitslos war, kann ich das widerlegen: Es dauert ein wenig, bis ich was finde. Aber innerhalb von 2 Monaten bin ich noch nie fündig geworden.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.398
Bewertungen
7.570
Ganz ehrlich, ich finde das Anliegen Deines SBs vom Prinzip her sehr richtig und so mancher aussem Forum würde sich freuen, eine Weiterbildung einfach so machen zu dürfen. :icon_stop:

Aber: Du entscheidest selber. Ich als SB würde mir bei reiner Ablehnung seitens des ELOs überlegen, ob ich Dir nicht statt eines Bildungsgutscheins eine Wundertüte aufs Auge drücken kann.
So was haben die oft inner Schublade rumfliegen.
Genau das kann Dir passieren und Wundertüten sind nicht wirklich lustich! :biggrin:

Zeige zumindest Deinen guten Willen, such Dir was auch dem Kursnet-Angebot raus, was lange dauert und kostspielig ist.
So haste zumindest den Nachweis, dass Du Dich gekümmert hast.
Bitte immer dran denken: der ELO will ja alles machen, aber... :icon_mrgreen:
 
G

Gast1

Gast
Und: Weiterbildungen bei Bezug von ALG I verlängern die Bezugsdauer von ALG I, wenn ich richtig informiert bin. Das ist angesichts eines möglichen zukünftigen Bezugs von ALG II nicht ohne Bedeutung.
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.806
Bewertungen
2.357
Wer sagt denn das eine "Wundertüte" hier nicht als Weiterbildung verkauft wird ?
Und dann kommt einer mit Coaching und die Verwirrung ist komplett.
SBchen reden viel wenn der Tag lang ist , beim nächsten Kunden erzählen sie vielleicht das Gegenteil.
Wenn es eine Weiterbildung ist dann erhälst du doch erst mal einen Gutschein, du suchst dir was aus und findest einen Träger - oder auch nicht .
Hat der Gutschein drei Monate Gültigkeit hast du so lange schon mal Ruhe.
Es besteht ja auch keine Pflicht den einzulösen, wenn du nichts passendes findest :icon_mrgreen:
Aber man bemüht sich ja, und ist erst mal aus der Schusslinie für Trainigsmaßnahmen.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
13.642
Bewertungen
7.477
Ich denke, ich werde nach der DRV-Massnahme nochmal einen ESF-Auslandsaufenthalt anvisieren.....die bieten sogar Nicaragua und China an.....:icon_mrgreen:
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Hat der Gutschein drei Monate Gültigkeit hast du so lange schon mal Ruhe.
Es besteht ja auch keine Pflicht den einzulösen, wenn du nichts passendes findest :icon_mrgreen:
Aber man bemüht sich ja, und ist erst mal aus der Schusslinie für Trainigsmaßnahmen.
Ja, wenn da keine Pflicht zu besteht den einzulösen, wäre das natürlich auch eine Möglichkeit. Ich hatte das eigentlich so verstanden, daß ich den auch einlösen muß, wenn ich ihn erst mal beantragt und bekommen habe, also daß ich mich dann freiwillig dazu verpflichte, daran teilnehmen zu müssen.

Früher, als ich gerade aus der Lehre kam, in der ich nicht allzu viel gelernt hatte, hätte ich mich durchaus auch gefreut, wenn mir jemand eine Fortbildung finanziert hätte. Das hat aber damals keiner gemacht; ich mußte mir meine Fortbildung selber finanzieren, wenn ich eine Arbeit finden wollte. Jetzt verbessert eine solche Fortbildung meine Chancen nicht. Daß ich mich da reinsetzen soll, damit es wieder einen Arbeitslosen weniger gibt, finde ich nicht richtig.

Außerdem bekomme ich sehr wenig ALG (da Teilzeitarbeitslos), bin also auch nicht auf eine Verlängerung der Bezugsdauer scharf. Wenn ich bis in 4 Monaten keinen Job finde, der meinen Vorstellungen entspricht, nehme ich einen Helferjob bei ZAF. Das ist mir 100x lieber als so eine Maßnahme.
 

Imaginaer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Februar 2011
Beiträge
1.873
Bewertungen
2.043
"Freiwillig" ist es ja nicht mehr, er stellt Dich vor die Wahl...Pest oder Cholera.

Freiwillig wäre ein Ja, ich mache die Maßnahme/Weiterbildung oder ein Nein, ich mache keine Maßnahme/Weiterbildung.

Ein Nein sollte so akzeptiert werden, das Elo daraus keine Nachteile entstehen.

Jedoch werden die Maßnahmen/Weiterbildungen in EGV reingeschrieben und Elo darf unterschreiben Oder halt EGV/VA und/oder Zuweisung. Und da ist bereits die "Freiwilligkeit" zum Opfer geworden. Und dann als Abbruchgrund "bringt mir nichts" anzugeben führt zur Sanktion des Regelsatzes bis hin zur Streichung der gesamten Leistung. Elo wird natürlich bis zum Ende die Massnahme durchziehen müssen.

Anbieter der Maßnahme/Weiterbildung freut sich, da er Geld verdient.

JC/Staat freut sich, da ein Elo weniger in der Statistik auftaucht.

Die Bevölkerung ist zufrieden, da Sie in einem Land lebt wo es ja ach so wenig Elos gibt.

Nur der Elo hat davon nichts.
 

HansimGluck1

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
16 März 2016
Beiträge
75
Bewertungen
3
Kann mir einer sagen, wie lange denn eigentlich die Sperrzeit wäre, wenn ich jetzt eine Zuweisung zu einer Maßnahme bekommen würde und dann da einfach nicht hingehe?
 
G

Gast1

Gast
HansimGluck, das steht im § 159 SGB III:

(4) Die Dauer der Sperrzeit bei Arbeitsablehnung, bei Ablehnung einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme oder bei Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme beträgt

1. im Fall des erstmaligen versicherungswidrigen Verhaltens dieser Art drei Wochen,

2. im Fall des zweiten versicherungswidrigen Verhaltens dieser Art sechs Wochen,

3. in den übrigen Fällen zwölf Wochen.
 
Oben Unten