Mein Sachbearbeiter macht 16i-Angebot (Mindestlohnzusteller), habe mich danach drei Monate vom Jobcenter abgemeldet. Bin ich den Status "langzeitarbeitslos" los ?

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Rookie84

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Moin Hallo,

es geht um folgenden Sachverhalt: Mein Sachbearbeiter hat mir ein 16i - Angebot gemacht, und zwar als Zusteller bei einem Billig-Briefanbieter, wo man neben Briefen auch Werbung, kostenlose Zeitungen, Prospekte usw austrägt. Bezahlt wird gerade mal so der Mindestlohn, die Kunden- und Mitarbeiterrezensionen sagen schon alles...

Das Schicksal meinte es jedoch nochmal gut mit mir, ich bekam kurz daraufhin ein Job-Angebot befristet auf 3 Monate mit einer 30h-Woche. Habe mich sofort vom Jobcenter abgemeldet, leider gibt es bei der Firma keine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit nach den 3 Monaten und ich werde mich dann wieder beim JC anmelden. Ich brauche keinen Neuantrag ausfüllen, sondern nur einen Weiterbewilligungsantrag.

Die Frage ist jetzt: Bin ich durch diese 3 Monate beim Jobcenter nicht mehr als "langzeitarbeitslos" geführt ?
 

Seppia

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@Rookie84 Hallo Elo. Wirf bitte einen Blick auf die Rechtsgrundlage zu 16i
(1) Zur Förderung von Teilhabe am Arbeitsmarkt können Arbeitgeber für die Beschäftigung von zugewiesenen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Zuschüsse zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn sie mit einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis begründen.
(2) Der Zuschuss nach Absatz 1 beträgt1.
in den ersten beiden Jahren des Arbeitsverhältnisses 100 Prozent,
2.
im dritten Jahr des Arbeitsverhältnisses 90 Prozent,
3.
im vierten Jahr des Arbeitsverhältnisses 80 Prozent,
4.
im fünften Jahr des Arbeitsverhältnisses 70 Prozent
der Höhe des Mindestlohns nach dem Mindestlohngesetz zuzüglich des auf dieser Basis berechneten pauschalierten Anteils des Arbeitgebers am Gesamtsozialversicherungsbeitrag abzüglich des Beitrags zur Arbeitsförderung. Ist der Arbeitgeber durch oder aufgrund eines Tarifvertrages oder nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen zur Zahlung eines höheren Arbeitsentgelts verpflichtet, bemisst sich der Zuschuss nach Satz 1 auf Grundlage des zu zahlenden Arbeitsentgelts. § 91 Absatz 1 des Dritten Buches findet mit der Maßgabe entsprechende Anwendung, dass nur der pauschalierte Anteil des Arbeitgebers am Gesamtsozialversicherungsbeitrag abzüglich des Beitrags zur Arbeitsförderung zu berücksichtigen ist. Der Zuschuss bemisst sich nach der im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeit. § 22 Absatz 4 Satz 1 des Mindestlohngesetzes gilt nicht für Arbeitsverhältnisse, für die der Arbeitgeber einen Zuschuss nach Absatz 1 erhält.
(3) Eine erwerbsfähige leistungsberechtigte Person kann einem Arbeitgeber zugewiesen werden, wenn1.
sie das 25. Lebensjahr vollendet hat,
2.
sie für insgesamt mindestens sechs Jahre innerhalb der letzten sieben Jahre Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach diesem Buch erhalten hat,
3.
sie in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt oder selbständig tätig war und
4.
für sie Zuschüsse an Arbeitgeber nach Absatz 1 noch nicht für eine Dauer von fünf Jahren erbracht worden sind.
In der Regel soll die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person bereits für einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten eine ganzheitliche Unterstützung erhalten haben. Abweichend von Satz 1 Nummer 2 kann eine erwerbsfähige leistungsberechtigte Person, die in den letzten fünf Jahren Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach diesem Buch erhalten hat, einem Arbeitgeber zugewiesen werden, wenn sie in einer Bedarfsgemeinschaft mit mindestens einem minderjährigen Kind lebt oder schwerbehindert im Sinne des § 2 Absatz 2 und 3 des Neunten Buches ist.
Wirf bitte einen Blick auf das von mir dick geschriebene.
16i ist im Prinzip die Endstation.
 

Echogamer

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Hallo Rookie84,

mir wollte man das mit dem Teilhabechancengesetz auch mal "schmackhaft" machen und ich habe dankend abgelehnt :icon_mrgreen:

Denn 16i ist freiwillig (zumindest in meinem JC ), wenn man es genau nimmt: - Man kann Dich zwar per Zuweisung zu den Vorbereitungsmaßnahmen zwingen, aber am Ende ist der Vertrag bzgl. 16i freiwillig.

Und die Vorbereitungsmaßnahmen könnte man zur Not auch ganz leicht abwehren, indem man die dort vorgelegten Verträge nicht unterschreibt :wink:

Meiner Meinung nach ist die Sache mit dem Teilhabechancengesetz eine riesen Mogelpackung.
Es wird nicht in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt (das heisst man würde im Falle einer erneuten Arbeitslosigkeit anstatt erstmal ALG I zu bekommen, sofort wieder beim JC landen).
Und dann wird man noch jahrelang trotz Arbeit weiterhin vom Jobcenter betreut mit Coachings usw....
Nee danke, sowas würde ich niemals freiwillig machen.
Ich bin der Meinung wenn man arbeitet, ist man normalerweise froh beim JC weg zu sein. Da will man nicht noch weiter parallel vom JC betreut werden.
 

Rookie84

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Besten Dank für die Ratschläge und Antwort auf den Sachverhalt der Lage. Leider trifft immer noch Punkt 2 auf mich zu.

Leider hörte sich das Angebot nicht freiwillig an, der Sachbearbeiter hatte bereits mit dem Personalleiter telefoniert. Eine EGV gab es aber noch nicht...

Mal sehen, wie es nach den 3 Monaten weitergeht.
 

Himbeere2020

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Ich häng mich mal dran , dass Thema würde mich auch brennend interessieren! Mir hat vor ein paar Tagen der SB telefonisch 16i und 16e aufgedrückt und werde von denen demnächst belagert werden😱

Ich hoffe auch das abwehren zu könn
 
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