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Mein Jobcenter ist okay!

atasteofbunny

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#1
Guten Morgen,

heute habe ich keine Frage, möchte aber trotzdem diesen Thread eröffnen. Da ich hier immer wieder lese, dass Leute Angst vor dem ALG-II-Bezug bzw. dem Jobcenter haben. Ich denke, das muss nicht sein. Hier wird ja über die ganzen Probleme berichtet, aber eher selten, dass es gut läuft. Deshalb meine Erfahrungen mit "meinem" Jobcenter:

  • es sind noch nie Unterlagen verloren gegangen, die ich eingereicht hatte
  • die Arbeitsvermittler sind kooperativ und unkompliziert. Als mein Verhalten mal Anlass für eine Sanktion gab, lies sich diese aus der Welt schaffen. Ich hatte auch überhaupt nicht den Eindruck, dass der SB sowas gern macht, im Gegenteil (mir kam es vor, als sei es ihm viel unangenehmer als mir)
  • meine Auslagen (Bewerbungskosten und Fahrten zu Vorstellungsgesprächen) werden mir vollständig und innerhalb einer angemessenen Frist überwiesen
  • mir werden keine Sinnlos-Maßnahmen aufgeschwatzt
  • sie haben meine Telefonnummer und E-Mail-Adresse, ich werde aber nur im Notfall darüber kontaktiert und diese Daten werden nicht an Zeitarbeitsfirmen weiter gegeben.

atasteofbunny :smile:
 

RobbiRob

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#2
In so einem Forum ist es normal, dass eher die schlechten Erfahrungen überwiegen.

Gleiches erlebe ich im Krankenkassenforum, wobei ich mit Krankenkassen auch persönlich sehr schlechte Erfahrungen habe.


Ansonsten hole ich mir schon mal Popcorn ;-) ...
 

Gemcitabine

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#3
Und weshalb ein extra Lob für Dinge, die in der Normalwelt selbstverständlich sein sollten?

Meine Güte, nun wird eine staatliche Behörde schon dafür gelobt, dass keine Unterlagen verschwinden oder man nicht per Telefon/mail mit garantiert unerwünschtem Kram (nämlich meist zum eigenen Nachteil) belästigt wird?

Bei mir und allen mir bekannten Personen kamen bisher ebenfalls noch nie Unterlagen auf dubiose Art weg (obwohl, da fällt mir schon das erste Gegenbeispiel ein, war etwas anders gelagert), trotzdem eilt der negative und berechtigt negative Ruf dem Jc so weit voraus, dass sogar Leute, die in ihrer Filterblase leben und keine Ahnung von effektiver Gegenwehr haben noch ihre Rechte kennen, sicherheitshalber alle relevanten Unterlagen persönlich gegen Quittung abgeben.
So ein Ruf entsteht ja nicht mal eben über Nacht, weil drei Leutchen bundesweit schlechte Erfahrungen machten.
Dieser Ruf wird über längere Zeit hart erarbeitet.

Von mir jedenfalls gibts kein Lob für selbstverständliche Dinge.

Auch nicht dafür, dass ich bisher in der Luft schwebende mögliche Sanktionen (zweimal meinerseits abgebrochene Maßnahmen) zerschlagen konnte bei den zugehörigen Anhörungen.
Die wären ohnehin nicht damit durchgekommen und das wussten sie ganz genau.

Um das auch gleich mal klarzustellen, ich bin sehr dafür, viel öfter im Alltag Menschen für lösungsorientiertes, kompetentes, zielführendes und kundenfreundliches Tun zu loben.
Habe ich mir zur Gewohnheit gemacht, egal ob es sich um irgendwelche hotlines, Privatmenschen oder Dienstleister handelt.
Kleineres Ungemach nehme ich zur Kenntnis, bewerte es aber nicht über, sofern es eine Lösung zur allgemeinen Zufriedenheit gibt. Was meist der Fall ist.

Wer aber mit schöner Regelmäßigkeit soviel Mist baut und überhaupt an sich keine sinnvolle Existenzberechtigung hat wie das JC, der bekommt nicht mal Tadel (zu viel Energievergeudung) sondern wird mit Verachtung gestraft und wann immer möglich, lasse ich es die Repräsentanten dieses Konstruktes auch persönlich spüren.
Ansonsten wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch auf die Finger gehauen, wenn sie mal wieder mit ihren Spielchen durchzukommen versuchen.


@ Robbi Rob
die üblichen Querelen mit Behörden, kann man nicht mal ansatzweise mit dem JC-Schund vergleichen.
ich hatte auch mit dem Finanzamt meinen Ärger, mit Krankenhassen auch einmal, da gings halt schlicht um "Verteilungskämpfe", ich wollte für mich das Beste rausholen, die für sich - alles ganz normal, wenn man nicht zu den naiven Gutmenschen gehört, die an Altruismus und Selbstlosigkeit glauben.
Trotzdem kann man mit diesen Vertretern sich halbwegs auf Augenhöhe begegnen, so zumindest meine Erfahrung. Eine gewisse Grundfairness habe ich ebenfalls erlebt, ja, sogar und ausgerechnet mit dem Finanzamt. Haben sich sehr korrekt und kooperativ verhalten, obwohl ich schon bisschen Mist gebaut hatte zwischendrin und die durchaus auch im Recht waren.
 

Allimente

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#4
Bei mir sieht es so aus:

  • Es sind noch nie Unterlagen verloren gegangen, die ich eingereicht hatte
  • Ich hatte verschiedene SB's, der Herr hat den Schuss nicht gehört, die Dame ist an sich ganz umgänglich.
  • Meine Auslagen (Bewerbungskosten und Fahrten zu Vorstellungsgesprächen) werden mir vollständig und innerhalb einer angemessenen Frist überwiesen
  • Der männliche SB versucht mir immer wieder mal was total sinnloses aufzuschwatzen - allerdings ohne Erfolg. Was ich bisher gemacht habe (Fortbildung), habe ich mir selber ausgesucht und hat für mich auch Sinn gemacht.
  • Keine hat meine Nummer oder eMail Adresse, daher auch keinen Stress deswegen
  • Es gab noch nie auch nur die geringsten Probleme mit WBA's oder AU's. Auch alle weiteren Dinge die ich beantragt habe, wurden bisher anstandslos genehmigt. Allerdings habe ich auch immer alles gut recherchiert und mit enntsprechenden Nachweisen beantragt.
  • Wir hatten noch nie eine Sanktion, lediglich einen Sanktionsversuch, der aber Dank eurer Hilfe hier zu meinen Gunsten entschieden wurde.
  • Ich weiß, dass meine SB's schon sehr lange beim JC arbeiten und daher auch wohl nicht so unter internem Druck stehen wie manch anderer SB mit einem befristeten Vertrag. Vielleicht sind die deshalb etwas entspannter!?
  • Grundsätzlich habe ich festgestellt, dass es beim meinem JC so ist, dass es immer so wiederkommt, wie man es reinruft.
  • Leider kenne ich auch ganz andere Fälle von Bekannten aus meiner Stadt, wo es ganz anders, viel negativer, aussieht. Dazu muß man aber fairerweise sagen, dass diese Personen anfangs so gut wie alles was man falsch machen kann auch falsch gemacht haben. Sich hier gründlich einzulesen und dadurch dem SB gleich am Anfang klarmachen zu können, dass man kein Freiwild ist, kann einem das Leben mit dem JC um einiges erleichtern.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Allimente
 

vidar

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#5
Dies ist nun mal ein Forum, welches in erster Linie von Personen aufgesucht wird, weil sie sich oft, aufgrund eigener gesetzlicher Nichtkenntnis, durch die Ämter „über den Tisch gezogen“ fühlen, und deshalb unterstützende Hilfe bzw. Informationen benötigen, um sich gegen etwaiger/jedweder Willkür wehren zu können. Insofern wirst du hier selten Personen finden, die über die Arbeit der Ämter positiv berichten würden.

Es kommt hier wohl auch darauf an, wie sich die Situation des jeweiligen Leistungsbeziehers in Verbindung mit der/des jeweiligen zuständigen AfA/JC widerspiegelt.
 

HartzVerdient

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#6
Hier wird ja über die ganzen Probleme berichtet, aber eher selten, dass es gut läuft.
Bis du auf die Abschussliste kommst. Bisher lief es bei mir auch recht gut und positiv und nun bin ich auf deren Abschussliste aufgetaucht. Man nennt das auch "Aktivierung". Für jeden ELO hat das Jobcenter eine gewisse Kalkulation laufen. Wenn es - so wie bei mir - bei ca 50.000 - 70.000 € angekommen ist, dann werden die wach.

Dann erhält man auch gerne mal eine Einladung, wo schriftlich erwähnt wird, das man "Maßnahmen" generell ablehne und damit eine Arbeitsaufnahme konterkariert - was zudem vollkommen aus der Luft gegriffen ist und mich seit Tagen schwarz ärgert. Wissend, dass man mir zwei popelige Bustickets für eine Maßnahme (noch aus dem ALG1 heraus - vor einigen Jahren) nicht finanzieren wollte. Also lieber X Jahre finanzieren, statt die reale Chance mit den zwei Bustickets zu suchen. Und heute das große Mimimi, man würde sich nicht weiterbilden wollen (ohne selbst konkrete Angaben der Defizite zu machen).

Warte es ab! Kommt noch... Spätestens nach der neuen Fluktuationswelle, wenn die richtige SB aufschlägt und keine Scheu vor solchen Maßnahmen hat.
 

Gemcitabine

Elo-User/in
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#7
Dies ist nun mal ein Forum, welches in erster Linie von Personen aufgesucht wird, weil sie sich oft, aufgrund eigener gesetzlicher Nichtkenntnis, durch die Ämter „über den Tisch gezogen“ fühlen, und deshalb unterstützende Hilfe bzw. Informationen benötigen, um sich gegen etwaiger/jedweder Willkür wehren zu können.
da würde ich normalerweise zustimmen, so trifft es auf viele Dinge im inet zu, kennt ja jeder bei der Dr. google-Befragung (am Ende steht man mit der denkbar schlimmsten Diagnose da.. ).

Doch auch im realen Leben kenne ich absolut niemanden, der das JC nicht als Drecksviech betrachtet, aus unterschiedlichen und natürlich auch oft sich ähnelnden Gründen.
Sogar relativ gelassene Menschen, die ansonsten mit sich und der Welt zufrieden sind, kommen in Wallung, sobald die Rede auf die Umsetzer von ALGII kommt.
Trifft auch auf nahezu alle Leute zu, die nur relativ kurz mit diesem "Verein" zu tun hatten und zuvor sich naturgemäß mit dem Thema kaum bis gar nicht beschäftigten. Die zuvor sogar teilweise kritisierten, wie negativ JC-Betroffene doch die Welt betrachten.... kurze Zeit Kontakt zum JC und die Sichtweise drehte sich um ca 180°.

Freilich sehr lohnend, gibt dieser schlechte Ruf doch der #Abstiegsangst genügend Futter und das ist ja durchaus erwünscht.
Der schlechte Ruf hat sich ja inzwischen bis weit über die Grenzen der Behörde hinaus etabliert und ist kaum mehr totzukriegen.
 

Gollum1964

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#8
moin,

ich finde es ist nicht so sehr die Frage des Jobcenters, sondern eher die der aktuellen SB.
Ich hatte gemischte Erfahrungen:
Die 2. und 3. waren ok und halbwegs fair, sodass ich keinen Beistand benötigte.
Dann kam die 4. von der Intensivbetreuung und die war wirklich unter aller Kanone. Bei der ging es andauernd um Themen wie BufDi, kostenlose Praktika, Sinnlosmaßnahmen, Verbannversuche ("Hamburg braucht sie nicht mehr, hier haben Sie einen VV mit RFB für eine ZAF in Köln") und mindestens zweier haltloser Sanktionsversuche. Ohne Beistand waren bei der die Besuche nicht mehr zu ertragen.
 

Gemcitabine

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#9
moin,

ich finde es ist nicht so sehr die Frage des Jobcenters, sondern eher die der aktuellen SB.
Das ist eine naive, kurzsichtige, wenn auch verständliche Sichtweise.
Jeder einzelen SB setzt bestimmte Vorgaben um und wird durch bestimmte Instrumente dabei belohnt, unter Druck gesetzt usw.
Ich behaupte einfach mal, SB, die nicht über eine grundsätzliche Skrupellosigkeit undoder Empathiedefizite bzw auch der besonders gut entwickelten Fähigkeit zum Selbstbelügen und Ausblenden verfügt, hat dort keine langfristige Überlebenschance.
Bei meinen mir bisher untergekommenen zwei SB kamen bevorzugt die Strategien der pädagogisch verschleierten Manipulation zum Einsatz. Ob die beiden generell oder je nach Bedarf so agieren, kann ich nicht sagen. Bei einer zumindest erlebte ich kurzzeitig auch eine ganz andere Seite, da hatte sie sich wohl mal kurz vergessen... sie wechselte von ihrer nett-umgänglichen Psychonummer zu offenen Einschüchterungsversuchen, war aber nur ein kurzen Augenblick und später wusste ich nicht mehr so genau, war das jetzt real oder hab ich es nur geträumt :biggrin: War aber real, ich hatte Beistand dabei.

Andere SB fahren eher grundsätzlich die Einschüchterungs- Abwertungs etc -Strategie, wenn ich hier so manche Erfahrunge lese (mein Vorposter zB).

Alle setzen aber im eigenen Interesse die Vorgaben um und die sind nun mal selten im Sinne und Interesse der Elos.
In den Details gehts nur um Gerangel.... wem man wieviel aufdrücken/entziehen kann.

Dass die Elo-Gemeinde eine mehr oder weniger sprudelnde Einnahmequelle sind, ist ja nun mal ein Fakt und natürlich wird auch daraufhin gearbeitet, wenn man schon sonst nix sinnvolles zu vergeben hat oder mit der Klientel anzufangen weiß.
Ich glaube deshalb Anekdoten auch nicht so recht, wenn Leute behaupten, sie wurden noch nie mit Maßnahmengedöns belagert über längere Zeiträume.
Es sei denn, der SB kennt den Kunden persönlich und schont ihn, was ja durchaus auch mal vorkommen kann. Früher oder später wird er aber Druck von oben bekommen und dann stellt sich die Frage (nicht wirklich), ob dem SB das Hemd oder die Hose näher ist.
 

Matt45

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#10
Wahrscheinlich gibt es gute JC/SB und es gibt auch schlechte JC/SB. Aber eines bitte auch nie vergessen:
Es gibt auch "gute" ELO und "schlechte" ELO.

Was ich damit meine:

Manchmal wenn ich im JC bin, sehe ich auch schwierige Typen. Leute die mit "Adi" Tüten ins JC gehen(Hat man wirklich keine Taschen oder Ordner?) oder nicht wissen wer ihr Ansprechpartner ist(bei einer Einladung) oder im welchen Raum man einen Termin hat usw.
Man kann und sollte sich auf solche Gespräche vorbereiten! Sehe ich persönlich so.

Ich selber habe grundsätzlich kein Problem, aber dies hat musste ich mir erkämpfen. Falls ich Fragen habe oder ich sehe schon ein Problem bin ich dankbar für dieses Forum. Man lernt auch sehr viel.
 

Onkel Tom

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#11
Ich gaube, das da soviel Faktoren eine Rolle oder Mitbeeiflussung spielen, das dieser Thread wohl eine
hohe Überlebenschance hat..

Ein SB bekommt Vorgaben von der Teamleitung wie z.B. Wir haben noch 100 Masnahmenlose und schon
dürfen sich SB,s nach ihren Ermessen nach Kanidaten umschauen..

Es kommt hier schon darauf an, wie ein SB anbei seine Arbeit macht.. Vom intensiver Beschau in der EDV
bis hin zu Überumpelungsversuchen ist da alles drin, seine Erfolge zur nächsten Teamsitzung zu belegen.

Ein SB kann jedoch besonders bösartig werden, wenn die Teamleitung schon so drauf ist, das Erwerbslosen
keine Rechte zugestanden werden, wie es in meinen JC der Fall war..

Ich konnte mich in den letzten 5 Jahren ohne Beistand nicht im JC blicken lassen. Einerseits konnte ich mich
darüber bei mir selbst bedanken, weil JC mit meiner Wehrhaftigkeit nicht mehr klar kamen.
Andererseits durfte ich immer wieder neue SBs kennenlernen, die nur im Hinterkopf hatten "Wenn ich diesen
Querulannten nun im Griff bekomme, werden es mir meine Kollegen danken"..

So manches Mal wurde der JC-Termin sehr anstrengend, insbesondere dann, wo mich Teamleitung
anbrüllte "Das SGB 10 interessiert uns nicht !! Hier gilt das Hausrecht.."

Dem engegnete ich mit "Das SGB 10 interessiert mich aber und Sie haben sich genau so daran zu halten"..

Der Bock wurde richtig fett a la "Müssen wir uns nun von einem Erwerbslosen belehren lassen ??"

Meine Gelassenheit anbei brachten SB mit Teamleiterin als gegnerischen Beistand derart auf die Palme, das
sie nicht unter 80 db argumentierten.. Naja, den Besuch konnte ich mit folgendem Satz "unterbrechen" : Nun hat sich
die Gesprächsatmosphäre soweit entwickelt, das keine konstruktiven Gespräche mehr möglich sind..
Hiermit unterbreche ich hier den Termin, hätte gern ein neuen Termin und ich hoffe, das sich bis dahin die
Gemüter beruhigt haben..

Darauf das gebrüll vom SB : Ja, Sie bekommen gleich einen neuen Termin mit und hackte laut in ihrer
Tastatur ein. In Anbetracht, durch einen erwerbslosen Nachbarn über diese SB vorgewarnt zu sein und
sie nun mit einem hochroten Kopf voll angefressen ist, konnte ich mir das grinsen doch noch gut verkneifen..

Gleich nach Hause und ein Erinnerungsprotokoll erstellt sowie Beschwerde und Aufforderung zu
Stellungnahme fertig gemacht, habe ich mir noch ein Termin von der Standortleitung geben lassen.

Die Standortleitung meinte dazu, das das Ignorieren des SGB-10 in ihrem Hause nicht üblich sei und dem
nachgeht. Weiter vermittelten wir der Standordleitung, das es der SB nur um reine Machtdemonstration ging.

Tage später kam ersatzweise zu dem neuen Termin ein Schreiben, das dieser Termin ausfällt und sich
eine neue SB darum kümmere.. Eine weitere Woche später wieder "graue Post" a la "Ich neue SB bin für sie
nicht zuständig und reiche die Akte zurück an die Arbeitsvermittlung"..

Es kehrte also "Ruhe nach dem Sturm" ein und das JC war mittlerweile mit ihrem Umzug beschäftigt.

Nach einem halben Jahr erneut "graue Post" zu einem Termin bei der gleichen SB, mit der ich das
80 db-Theater hatte.. Darauf ein Schreiben zu der teamleitung, das ich auf Grund bösartiger Erfahrungen
eine andere Sachbearbeitung haben möchte.. Schlafstörungen stellten sich schon ein und es folgte eine
Einladung zum Gespräch bei einem Teamleiter, jedoch erst für den Tach danach..

Übel, das dem Austausch des SB so ausgewichen wurde und wieder zur "Hexe" musste..

Nun doch zu ihr und handelt wie verwandelt.. Keine Machtdemonstrationen und nur belangloses,
was Termininhalt anging.

Ich dachte zunächst "Was war das denn und wozu der Termin ?".. Doch diese Frage beantwortete sich
einen Tag später beim Teamleiter, der neu ist und mich dazu benutzte, eine Bewertung von der entsprechenden
SB zu bekommen..

Fazit: Solange Du den Wünschen des SB auch so funktioniert, ist alles gut, ansonsten gibt es "Sonderbehandlung",
spich machen wir dir das Leben schwer..
 

Gemcitabine

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#12
Wahrscheinlich gibt es gute JC/SB und es gibt auch schlechte JC/SB. Aber eines bitte auch nie vergessen:
Es gibt auch "gute" ELO und "schlechte" ELO.

Was ich damit meine:

Manchmal wenn ich im JC bin, sehe ich auch schwierige Typen. Leute die mit "Adi" Tüten ins JC gehen(Hat man wirklich keine Taschen oder Ordner?) oder nicht wissen wer ihr Ansprechpartner ist(bei einer Einladung) oder im welchen Raum man einen Termin hat usw.
also bitte, mit schwierigen Leuten müssen Behörden umgehen können, das sollte eine Grundkompetenz sein, sonst wären sie an dieser Stelle einfach verkehrt angesiedelt!
Dass die Quote der schwierigen Leute (von ungepflegt über rüpelhaft bis alkoholisiert) in dieser Gruppe stärker vertreten ist naturgemäß, ist doch allen klar und dem sollte dann auch Rechnung getragen werden mit speziell hierfür geschulten und geeigneten (=talentierten) Mitarbeitern.
Das handhaben ja andere Einrichtungen genauso und dort klappt das auch ganz gut. Bspw. der sozialpsychiatrische Dienst fiele mir da ein....

Wo ein Elo "schwierig" ist, darf sich das der professionelle Dienstleister, der mit ihm zu tun hat, noch lange nicht erlauben.
Oder setzt du die beiden Parteien etwa auf gleiche Stufe, was Professionalität und Souveränität in der sozialen Interaktion betrifft?

Weil einige Elos schwierig sind, müffeln oder besoffen antanzen, dürfen sich SB auch ihre "Defizite" erlauben? Und es womöglich noch an der Kundschaft auslassen, die gar nicht schwierig ist? Die Armen sind ja soo gestresst....
 

Gollum1964

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#13
Fazit: Solange Du den Wünschen des SB auch so funktioniert, ist alles gut, ansonsten gibt es "Sonderbehandlung",
spich machen wir dir das Leben schwer..
Onkel Tom,

da hast du natürlich recht. Aber bedenke, das es SB gibt (meine letzte), die charakterlich so gestrickt sind, das ein passives oder unterwürfiges Verhalten eines Elo als Schwäche aufgefasst wird,
und man diesen SB dazu ermuntert, immer größere Kröten zu verteilen, um Elos Grenzen anzutesten. Möchte man sich als Elo nicht alles bieten lassen, sind da Konflikte geradezu vorprogrammiert.
Meine SB 2 und 3 agierten eher nach dem Prinzip "Leben und leben lassen". Mit denen hatte ich überhaupt keine Probleme.
 

Onkel Tom

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#14
Onkel Tom,

(Vollzitat..)
Ja, ich hatte vor laaanger Zeit auch ein SB, mit dem mann wirklich was konstrucktives und sinnvolles
auf die Beine stellen konnte.. Ob er "gegangen" wurde oder in den Ruhestand ging, weiß ich nicht.

Anbei dachte ich "Oh.. Endlich mal nicht gleich nur Schei.. am Rad", doch nach 6 Monaten wurde alles
wieder beim alten..

In meiner Langzeitarbeitslosigkeit habe ich schon bemerkt, das die Tendenz ungemütlicher SBs
ansteigt.. Da beißt sich die rotierende Katz in den Schwanz.. Das Namengedächnis von SBs
spielt ja anbei schon im Vorfeld auch mit, wie ein Termin verlaufen könnte oder sich bewahrheitet.
 

Watch

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#15
Aaalso, ich habe zwischenzeitlich Erfahrungen mit vier verschiedenen Jobcentern, davon zwei Optionskommunen. Die meisten davon waren schlecht bis hundsmiserabel. Ist nicht mal so, daß nur die Optionskommunen grottenschlecht waren, das war gleichmäßig verteilt:

  • es sind in allen vier Jobcentern Unterlagen verschwunden, in zweien davon verschwanden diese sowas von "gezielt" und passend, um Probleme zu machen, daß dies mit Zufall nix zu tun haben konnte. Es hörte erst auf, als ich anfing mit Nachweis zu faxen. Honi soit... usw.!
  • ich hatte insgesamt sieben verschiedene Arbeitsvermittler, darunter nur einen der kooperativ und unkompliziert war. Zwei davon (beide in Süddeutschland) versuchten bzw. versuchen mit aller Macht Sanktionen zu verhängen. Vier davon versuchten mir absolut bescheuerte Massnahmen aufzudränken. Nur einer war tatsächlich an meiner beruflichen Vergangenheit und meinen Kenntnissen interessiert, er war auch der Einzige, der je ein Profiling mit mir machte und der Einzige, der eine akzeptable EGV vorschlug, mich anhörte während der Verhandlung und meine Vorschläge auch umsetzte. Das war die einzige EGV, die ich unterschrieb. Ich hatte und habe absolut den Eindruck, daß die anderen SBs ihren persönlichen Machtrausch an den ELOs bedienen.
  • Ich hatte mal einen überhört, wie er einer Hochschwangeren sagte, sie hätte mal besser abtreiben sollen.
  • meine Auslagen (Bewerbungskosten und Fahrten zu Vorstellungsgesprächen) wurden mir meist vollständig, aber oft um Wochen zu spät überwiesen
  • mir wurden ohne Ende Sinnlos-Maßnahmen aufgeschwatzt, angefangen bei Ein-Euro-Jobs die ich physisch garnicht machen konnte, über 50-Plus-Maßnahmen mit Schwimmen und Ringelpiez zum Anfassen, bzw. Anti-Alk-Maßnahmen (ich habe kein Suchtproblem), bzw. Gewöhnung an Arbeit-Maßnahmen (ich arbeite zuhause täglich von 5-11 Uhr) bis zu Bewerbungsschreiben-Kursen (ich war mal selbst Personaler).
  • sie haben meine Telefonnummer und E-Mail-Adresse nicht, bzw. nur Versionen, die ich problemlos löschen kann.
  • bisher waren stets 7 von 10 Bescheiden falsch. Einige davon waren ganz klar absichtlich falsch.
  • es wurden Leistungen nicht ausbezahlt, obwohl es keinen Grund gab diese zu verweigern
  • in einem JC wurden mir in jedem einzelnen Gesprächstermin Lügen aufgetischt. Nicht nur ein bischen Geflunkertes, nein, absolute Falschaussagen und Lügen.
  • drei Mal bisher versuchten JC mich überfallartig zuhause aufzusuchen, ohne daß es dafür eine Veranlassung gegeben hätte.

Ich könnte fortfahren, aber eigentlich reichts damit. Ich kenne auch nicht einen einzigen ELO bei dem es viel besser aussieht. Ich glaube dir, wenns bei dir bisher gut läuft, aber wie so einige andere hier, denke ich auch, einfach abwarten. Irgendwann kommts auch auf dich zu.
 

Gemcitabine

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#16
Ja, ich hatte vor laaanger Zeit auch ein SB, mit dem mann wirklich was konstrucktives und sinnvolles
auf die Beine stellen konnte..
Was denn zB?

meine Erfahrung ist, dass diese Sorte SB zwar sehr viel angenehmer ist in der Kurzfrist (ich hatte bei denen nie Angst vor Terminen oder Schikanen, wobei JC-Termine per se natürlich immer so unangenehm sind wie jeder Behördentermin, aber nicht über Gebühr halt), etwas sinnvolles anzubieten haben sie indes auch nicht, sie machen eher so ne Art Beschäftigungstherapie mit dir, um die Zeit rum zu kriegen und sich selbst nützlich zu fühlen.
Und langfristig empfindet der halbwegs mitdenkende Mensch sie als unehrlich, übergriffig und manipulativ mit ihrem pädagogischen Positivdenken-Gesülze samt Verteilung von Lob (ein SB, der einem verklickert, dass man intelligent und reflektiert ist, ist auf den ersten Blick doch super.... NICHT, denn es das ist Teil eines manipulativen Psychospielchens).

Wie schnell das nach hinten losgehen kann, merkte ich dann ein halbes oder dreiviertel Jahr später, als mir diese nette, umgängliche, psychologisch geschulte SB fies in den Rücken fiel....
und mich in eine völlig dämliche und mit Sicherheit destruktive Maßnahme stopfen wollte. Noch nicht mal selbst, sie ließ dabei die Drecksarbeit den MT machen und redete sich später damit heraus, da sei ja alles quasi an ihr vorbei und schiefglaufen.

Dieses wahrlich hinterhältige (fast schon geisteskranke) Verhalten fand ich viel schlimmer als ihre Vertretung, die zwar wesentlich ruppiger war, dafür aber direkt, ehrlich und unverblümt. Sie sagt offen, vor mir plus Beistand, sie wolle letztlich nicht auf meiner Seite des Schreibtisches sitzen und damit war der Rest des Gespräches irgendwie... sehr konstruktiv.
Das erste Mal, dass ich dort nicht vollgeheuchelt wurde mit schönen Phrasen, an die die SB doch selbst keine Sekunde glauben. Diese erfrischende Ehrlichkeit und Unverblümtheit war direkt ein Genuss! :biggrin:
Kann mir aber vorstellen, dass mit der burschikosen Tusnelda sonst nicht gut Kirschen essen ist, die saß schon da wie eine stattliche Kriegsmatrone und sackt mit Sicherheit passive Leute oder solche mit mangelndem Selbstwertgefühl ruckzuck ein.
Genau dieser Typus ist dort hocherwünscht, ist doch logisch.
 

DoppelPleite

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#17
Eigentlich müßte es heißen:

"Mein Sachbearbeiter hatte gute oder schlechte Laune!"

Keiner von uns kann auf das gesamte JC schließen, die Erfahrungen die man gefühlt wahrnimmt, jemand anderes beim selben JC und dem selben SB völlig anders empfindet.

Da kommen noch viele andere Faktoren dazu, die Chemie, wie man selbst auftritt, wie der Tag des SB war, welche Vorgaben er gerade erfüllen muss, aber leider auch die berufliche Laufbahn.

Daher ist alles was hier geschrieben wird lediglich eine Momentaufnahme.

Meine beiden EX-SB waren der Horror, meine neue "scheint" zu gehen! Was war nun also das JC in Gesamtbetrachtung? :wink:

Unterlagen verschwinden seit FAXEN nicht mehr, Begeißterung hält sich in Grenzen.
 

romeo1222

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#18
- In meinem wird immer wieder gegen den Datenschutz verstoßen.
- Emailadresse / Handynummer wurden von mir beantragt zu löschen, schriftliche Bestätigung darüber gibt es, dennoch gab es Jahre später einen Anruf auf die Handynummer mit Mailbox-Nachricht.
- Viele der SBs kann man dort vergessen. Manche schreien einen an, wird natürlich dann beim Vorgesetzten geleugnet und die Personen sogar kurze Zeit später befördert (Maaßen lässt grüßen). Gibt aber wenige Ausnahmen von netten Mitarbeitern, die bleiben aber nicht lange und man muss sich den Respekt erst erarbeiten.
- Es wird viel rumgelogen, selbst vor Gericht, obwohl man Nachweise über die Lügen hat und auch vorlegt, werden weiterhin die Lügen erzählt (Konsequenzen von dem hiesigen Gericht haben die ja nicht zu befürchten).
- Es sind schon häufiger Schriftstücke verloren gegangen, selbst wenn das Gericht was an das JC schickt und das JC den Erhalt bestätigt, ist das Schreiben aufeinmal weg.
- Angeblich (ich kann nicht beurteilen, ob es stimmt, da ich nicht dabei war), hatte ein FM mit seiner Kundin Sex im Keller des alten JC-Gebäudes. Nachdem dieses herauskam, bekam sie einen neuen FM, mehr passierte nicht.
- Selbst bei eindeutigen Sachen wird zunächst dem Antrag nicht stattgegeben, sodass man erst im Widerspruch / Klage Erfolg hat.

Bestimmt gibt es noch mehr, ich weiß das es schon einige haarsträubende Sachen gab, aber an die erinnere ich mich wohl erst wieder, wenn ich meine ganzen Unterlagen mal wieder durchgehe. Bin leider sehr vergesslich geworden in den letzten Jahren :(
 
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#19
Bisher hatte ich mit drei verschiedenen Jobcentern zu tun.
Alles Optionskommunen.

Bei dem ersten, noch in einem anderen Bundesland und ganz am Anfang meiner Erwerbslosenkarriere (2012) verschwanden wichtige Unterlagen. Von der SB, aus der Leistungsabteilung wurde ich als älteres Semester behandelt wie der letzte Dreck.
Beim Erstantrag stand ich auf dem Flur und wartete um meine Unterlagen abzugeben, da kam sie aus ihrem Büro gelangweilt raus und fragte mich ob wir (ein andere Kunde mit sichtlichen Alkoholproblemen und sehr ungepflegt) zusammengehören.
Das traf mich damals wie der berühmte Schlag ins Gesicht und ich dachte mir, jetzt bist du ganz unten angekommen.
Nach 6 Monaten wurde ich in eine Ü50 Maßnahme abgeschoben.
Damals noch unwissend, ich kannte das Forum nicht und habe aus Unwissenheit die EGV unterschrieben und diese lief fast ein halbes Jahr.

Ein Jahr später zog ich in ein anderes Bundesland und hatte fast 3 Jahre Ruhe. Zwischenzeitlich machte ich eine Rehamaßnahme über die DRV, die im Fiasko endete.

2016 wurden wir leider bedürftig und mussten erneut AllgII beantragen. Gleich zu Anfang musste ich zum Amtsarzt, da ich erhebliche, gesundheitliche Einschränkungen habe und der SB mich nicht so einfach in einen Bullshitjob vermitteln konnte.
Daraufhin wollte er mich in eine Maßnahme stecken, die ich erfolgreich abschmetterte.
Ein Jahr später kam die nächste Einladung einer neuen SB, die mir eine Maßnahme zur Stärkung der "sozialen Kompetenzen" vorschlug. Auch diese schmetterte ich erfolgreich ab!

Jetzt, vor einem Monat stellten wir einen Weiterbewilligungsantrag und es verschwanden auch dort wichtige Unterlagen.
Den Bescheid haben wir trotz Beweisen und Nachweisen immer noch nicht. Am 1.Oktober ist Stichtag.
Auch denke ich, dass ich eine Einladung bei der Arbeitvermittlung demnächst erhalte. Das war immer kurz nach den Anträgen so.
Mein Lebensgefährte hat eine Klage laufen beim Sozialgericht, wegen seiner EU-Rente.
 

Onkel Tom

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#20
Was denn zB?

meine Erfahrung ist, dass diese Sorte SB zwar sehr viel angenehmer ist in der Kurzfrist..
Meisterlehrgang Teil 4 (Ausbilderschein)..

Diese "echte Quallifikation" war nicht nur günstiger, wie teure Sinnlosmasnahmen..
Es hat mich auch im Bereich Kommunikation mit SB fortgebildet :biggrin:
 

atasteofbunny

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#22
Wow, ihr seid hier ja ordentlich am Diskutieren :icon_daumen:

@HartzVerdient: Kann sein, dass ich dort später noch Schwierigkeiten bekommen werde. Ich hoffe nicht aber man weiß ja nie. Im Grunde genommen können sie mir aber nichts vorwerfen. Ich bewerbe mich bundesweit. Und auch auf Stellen, für die ich eigentlich überqualifiziert bin. Mehr kann ich nicht tun.

@DoppelPleite: Bei mir ist es ausdrücklich keine Momentaufnahme! Ich bin seit 2013 "Kundin" und habe es immer so erlebt (war nicht durchgängig dort, sondern zeitweise auch im Job). Ganz anders war es bei der Bundesagentur für Arbeit - dort wehte ein wesentlich rauerer Wind. Aber das ist eine andere Geschichte.

und überhaupt an sich keine sinnvolle Existenzberechtigung hat wie das JC,
Wenn ich in diesem Land etwas zu sagen hätte, ich würde eine ganz andere Arbeitsmarktpolitik fahren, die Jobcenter überflüssig macht. Da bin ich deiner Meinung. Jobcenter verwalten nur das Elend und können in den seltensten Fällen jemanden in eine ausbildungsgerechte, passende, langfristige und angemessene bezahlte Arbeit vermitteln.

Aber nun gibt es die Jobcenter nunmal und wir müssen mit ihnen klar kommen (und sie mit uns).

Also, bei mir ist natürlich auch nicht alles toll. Der Bewerbungskostenantrag ist kompliziert und zeitaufwendig: Man muss vor dem Bewerbungen schreiben den Antragsvordruck anfordern. Wenn man das vergisst, gibt es nix :doh: Und es ist Pflicht, die ganzen Bewerbungsanschreiben dem Antrag beizulegen (oder auch Antworten der Arbeitgeber, soweit vorhanden) - die ganze Kopiererei nervt.
 
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erwerbsuchend

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#23
Und es ist Pflicht, die ganzen Bewerbungsanschreiben dem Antrag beizulegen (oder auch Antworten der Arbeitgeber, soweit vorhanden) - die ganze Kopiererei nervt.
Wissen die AG, dass du deren Schreiben, die an dich persönlich gerichtet sind, einfach so an eine dritte Stelle weitergibst?
 

atasteofbunny

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#24
Die lege ich nicht bei, sondern nur Kopien der Bewerbungsschreiben bzw. der ausgedruckten E-Mail an den Arbeitgeber. Ich hoffe mal, das ist datenschutzmäßig okay.
 

erwerbsuchend

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#25
Die lege ich nicht bei, sondern nur Kopien der Bewerbungsschreiben bzw. der ausgedruckten E-Mail an den Arbeitgeber. Ich hoffe mal, das ist datenschutzmäßig okay.
Das ist schon ein Bruch des Datenschutzes. Es geht das JC nichts an, was du in deiner Bewerbung an den AG konkret schreibst.
 

Sery

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#26
"Mein " Jobcenter hat sich schon einiges geleistet:
Beim Hartz IV Antrag bekam ich so etwas zu hören wie: Schade daß ich kein Ausländer bin, dann könnte man mich abschieben und noch einiges...

Papiere wurden verschlampt.
Mieterhöhung wurde abgelehnt obwohl sie unter der KDU Grenze lag.
Telefonate wurden missbraucht und Entscheidungen abverlangt.
Bewerbungskosten werden nicht übernommen sonders ans Bewerbungszentrum verwiesen.
Fahrtkosten zum Bewerbungszentrum werden nicht übernommen
Sollte eine Blancounterschrift für die EGV unterschreiben ( die EGV sollte nachträglich erstellt werden)
EGV kann nicht verändert werden(angeblich) .
Mieterhöhung wurde ohne Wissen des Mieters akzeptiert
 

Matt45

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#27
@Sery: Tut mir leid. Wie hast du dich verhalten? Hast du dich gewehrt oder beschwert?
 

Sery

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#28
@Sery: Tut mir leid. Wie hast du dich verhalten? Hast du dich gewehrt oder beschwert?
Natürlich habe ich mich gewehrt .
Die erste Mieterhöhung würde nachbezahlt.
Bei der zweiten habe ich zurückgesetzt.
EGVs unterschreibe ich nicht mehr
 

HartzVerdient

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#30
Ich habe vor wenigen Tagen die Abgründe menschlichen Seins bei meinem - bisher okay Jobcenter - erfahren...

Das Gespräch dauerte ca. 25 Minuten und man warf sich gegenseitig Dinge an den Kopf.

Was mir aber im Halse stecken blieb, war folgende Aussage:

"Sie können ja Flaschen sammeln gehen" bzw. "In der Baumschule arbeiten gehen (Als wenn man diese Arbeit nachgeworfen bekommt)".
 

Gollum1964

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#31
Ich habe vor wenigen Tagen die Abgründe menschlichen Seins bei meinem - bisher okay Jobcenter - erfahren...

Was mir aber im Halse stecken blieb, war folgende Aussage:

"Sie können ja Flaschen sammeln gehen" bzw. "In der Baumschule arbeiten gehen.
nabend Hartzverdient,

der Abqualifizierungswunsch deines Jobcenters war ja aus deinem anderen Thread schon abzulesen.
Ich würde mich trotzdem weiter auf deinen gewünschten Beruf bewerben. Bei den Helfer-VV deines Jobcenters alle Diplome und Zeugnisse reinpacken. Glaub mir, da kommt Null-Rückmeldung der Arbeitgeber oder Schreiben, ob du sie verar... willst. Kannst mir ruhig glauben, das Thema habe ich auch schon durch.:peace:
Und jede Bewerbung erstatten lassen. Klappt schon!!!
 

Dinobot

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#33
Ich habe eine super Idee: Sie machen das und ich mache Ihren Job.
Nö -denn dann bekommt er mit der Sb erst recht zu tun, weil die Sb dann trotzdem auch Hartz iV beziehen könnte, denn:

Eine häufige Frage, die sich anschließt ist die nach dem Flaschensammeln bei Harzt-4-Bezug. Dürfen Hartz-4-Empfänger durch Flaschensammeln ihre Bezüge ergänzen? Laut einer aktuellen Befragung in deutschen Jobcentern ist das möglich und erlaubt. Grund ist – wie eben bereits beschrieben -, dass Pfandsammeln nicht als Erwerbstätigkeit zählt. Pfandflaschensammeln wird ignoriert, und es sind hierfür keine Beläge erforderlich.
Quelle: https://www.heimarbeit.de/pfandflaschensammler-ein-steuerpflichtiger-beruf/

Der Ratschlag von der Sb war in diesem Fall eher eine dummdreiste Ausfallerscheinung -mithin ein Beleg für geistige Armut und wahrscheinlich noch Antipathie gegen den Betroffenen.
 

Zeitkind

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#34
Absatz - Kein Vorbild für Deutschland sagte :
Kritiker Profiteure sinnloser Maßnahmen fürchten, dass diese Zuordnung darüber entscheidet,
welche "Unterstützung" und "Förder"programme für die Arbeitslosen zur Verfügung stehen.
Besonders diejenigen mit niedrigen Chancen könnten dadurch nicht mehr benachteiligt
und nicht mehr im bisherigen Umfang unterstützt mißbraucht werden ...
Den Absatz ► dieses Artikels mußte ich Richtung Realität korrigieren,
schon um meiner Meinungsfreiheit nachzukommen.
 

0zymandias

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#35
AW: Mein Jobcenter ist bald voll digitalisiert!

Apropos Missbrauchen: Wenn man an die Ösi-App noch eine Domina-Emulation aus der SM-Branche anflanscht, wäre er auch schon fertig, der virtuelle SB.

Und der organische erst mal. :biggrin:

[...]
"Sie können ja Flaschen sammeln gehen"
[...]
Aus der Abteilung "Warum fällt mir das immer erst hinterher ein?":

"Da würde ich ja mit dieser Adresse hier steinreich." :biggrin:
 

HartzVerdient

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#36
AW: Mein Jobcenter ist bald voll digitalisiert!

"Da würde ich ja mit dieser Adresse hier steinreich." :biggrin:
Betteln wäre auch eine Maßnahme.

1) Man macht sich nicht schmutzig
2) Bekommt u.U. etwas zu Essen und zu Trinken
3) Der mtl. Umsatz liegt bei vermutlich 1500€ - 3000€ Netto im Monat
4) Einkommenssteuerfrei

Geht halt als Selbstständige Arbeit durch. Dienstleistung an unbaufmerksame Mitmenschen im Straßenverkehr. Man teilt sich die Arbeitszeit, Urlaub usw. selbst ein. Man trägt auch das eigene Risiko zu 100%. Keine gewerbliche Auflagen. Kein Kriechen im Allerwertesten irgendwelcher Handelskammern.

Etwas ähnliches funktioniert gerade im Internet mit den sogenannten Influenzern. Wo man halt "Donaten" kann bzw. ein toller "Patreon" wird.

Also wozu vollgesiffte Plastikflaschen aus Tonnen sammeln ?
 

0zymandias

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#37
5.) Es ist angesehener, da die Kampagnen von Springer, RTL II, etc. fehlen. :wink:
 

HartzVerdient

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#38
5.) Es ist angesehener, da die Kampagnen von Springer, RTL II, etc. fehlen. :wink:
Ich habe das vor paar Jahren in Bremen beobachten dürfen. Meine Schwester und ich standen an so einem Frittenstand zwischen Bahnhof und Innenstadt.

Kleinbus hielt irgendwo am Straßenrand. Einige ältere Damen mit Kinderwagen stiegen aus. So ein 2m Glatzkopf mit Tattoos am Hals, voll der Schlägertyp - so richtig Kante, stieg auf der Beifahrerseite aus und instruierte die Damen.

Keine 3 Minuten später kam bereits eine der Damen mit dem Kinderwagen angerollt und wollte Pommes für's Baby von uns erbetteln.

Ich habe gleich abgewunken. Währenddessen konnte ich den Glatzkopf noch beobachten, wie er ein weiteres Mütterlein mit Kinderwagen an einer Ecke maßregelte.

Scheint wohl zu laufen die "Industrie".

Ich schau mal, ob Tertia, IBB oder im Kursnet Kurse für sowas angeboten wird... 6 Monate "zuckender Arm" oder so lernen... "Professionelles Auftreten und wie Sie Ihrem Gegenüber das Maximale an Mitleid bekunden..." "Korrekte Handhabung von Utensilien wie Kinder, Kinderwagen." "Steigernde Gewinne durch maximales Mitleid."

Als Kursmaterial werden Grundkenntnisse in Yoga gewünscht. Alte Klamotten und ein abgewraktes Kopfkissen. Plastikbecher stellt der Maßnahmeträger.

Bei vorzeitigem Kursabbruch wird unser Kursleiter "Schläger Juri" mit Ihnen über Ihren weiteren Verbleib philosophieren...

Bringen Sie Personalausweis und Reispass mit. Wir bewahren die Gegenstände während der Aktivität für Sie auf. Mittagessen stellt Ihnen jede Pommes- und Dönerbude Gratis (je nach Erscheinungsbild).

In Köln hatte mich 2008 so eine Olle am Bahnhof vollgequatscht. Für die 30€, die sie mir abnahm, hatte ich zumindest noch eine -einvernehmliche- Gegenleistung erhalten (die von ihr angeregt wurde).

Echt... Flaschen sammeln...
 

Dinobot

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#39
AW: Mein Jobcenter ist bald voll digitalisiert!

Also wozu vollgesiffte Plastikflaschen aus Tonnen sammeln ?
Von wegen aus Tonnen sammeln. Ich hatte mal innerhalb meines Eherenamtes druch Zufall davon erfahren:

https://pfandgeben.de/

Der Typ , welchewr dort registiriert war, der bezog Grusi und war dazu dort regististriert. Der kaufte sich vorher für sein altes Rad einen Anhänger, den er dann noch entprehend zurechtbaute, mit dem der dann immer den ganzen Tag Pfandflaschen im Umkreis abholte und noch dazu -erfuhr ich durch Dritte -so auch noch so manch amouröses Abenteuer dazu erlebt haben soll. Der hat am Tag so 100 Flaschen mindestens mit seinem Fahhrad nebst selbstgebautem Anhänger abgeholt oder auch mal 300 Flaschen, von Leuten, die für die Verbringung keine Zeit hatten -wie auch immer.

Ob der heute noch dabei ist -keine Ahnung. Aber wühlen in Eimern -das muss nicht mehr sein. Geht auch schon anders.
 

HartzVerdient

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#41
der Abqualifizierungswunsch deines Jobcenters war ja aus deinem anderen Thread schon abzulesen.
Das man sich bei HartzIV ein richtig dickes Fell anwachsen lassen muss, habe ich erst jetzt richtig begriffen.

Allerdings würde mich interessieren, wieweit eine "Abqualifizierung", so wie das Jobcenter es wünscht, vor einem Sozialgericht bestehen würde.

Die Wünsche und Interessen eines Jobcenters gehen bekanntlich nicht immer Hand in Hand mit den Gesetzen und Auslegungen der Sozialgerichte.

Was allerdings interessant ist, ist folgendes:

In den Medien werden Bezieher von Transferleistungen wie ALG2 als ungebildet und faul dargestellt. Als Säufer und Drogensüchtige ohne schulische Leistungen.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Teils hochqualifizierte Menschen, die aus Gründen in die Abhängigkeit gefallen sind.

Diesen Menschen eine "Abqualifizierung" zu unterstellen ist meiner Ansicht vollkommen an den Haaren herbeigezogen.

Ich meine mich erinnern zu wollen, dass das SGB2 zwar vorschreibt, das man alle geeigneten Tätigkeiten annehmen soll. Allerdings schreibt das SGB2 auch vor, dass diese Tätigkeiten eine Wiederaufnahme in die vorherige Arbeit nicht behindern darf. Man möge mich korrigieren.
 

Gollum1964

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#42
nabend,

laut JC ist fast alles zumutbar, d.h. man kann nur mit gesundheitlichen Argumenten, überlangen Pendelzeiten oder fehlenden Qualifikationen argumentieren. Überqualifikation gehört nicht dazu, da man wegen "Berufsfremdheit" alles verlernt haben muß, egal wie lange man vorher im Beruf gearbeitet hat. Laut Jobcenter scheint es keine qualifizierten Langzeit-Elos zu geben!
Eigentlich sehr merkwürdig, wo es immer heißt, dass für eine große Anzahl von schlecht ausgebildeten Arbeitslosen viel zu wenige Arbeitsplätze gibt.
Wahrscheinlich besteht im Jobcenter die Denke, dass man die wenigen besch... Arbeitsplätze in der Jobbörse vorrangig an gut ausgebildete Leute verteilen muss und der schlechter qualifizierte Teil völlig leer ausgeht. In meinem Bekanntenkreis kenne ich jemanden, der nach einer abgebrochenen Ausbildung und einer weiteren, die er im 2. Anlauf bestanden hat, nie richtig gearbeitet hat und noch ca. 20 Jahre jünger wie ich ist. Den lässt man fast völlig in Ruhe (bzgl. Maßnahmen und Anzahl VV, Kundendichte, etc.).
Oder vielleicht liegt das auch daran, dass SB vor dem Schreibtisch schlechter ausgebildet ist als sein Gegenüber und die Machtposition dazu ausnutzt, es dem Kunden so richtig zu zeigen, da er mit dessen Abschlüssen nicht klar kommt. Wenn ich meine SB im nachhinein betrachte, liege ich sicherlich nicht falsch. Der, von dem ich weiß, dass er vorher studiert hat, hat mich mit Abstand am fairsten behandelt.
Ein weiterer Grund könnte wohl sein, dass der harte Kern der Langzeitarbeitslosen auf Themen wie Arbeitsethos eh pfeift und SB gegen die Wand redet und man sich daher auf die Elos stürzt, die sich wie ich schon über 20 Jahre bewährt haben und hofft, dass diese die These "Hauptsache Arbeit, egal was" vertreten.

Keine Ahnung, aber das ganze System scheint irgendwie pervertiert.
 

HartzVerdient

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#43
Danke für deine Ausführungen. Allerdings beantwortet es weiterhin nicht die Frage, wie die Sozialgerichte das sehen.

Es kann ja nicht sein, das die Sozialgerichte vor den Machenschaften der Jobcenter resignieren.

...und...

Wie siehts mit Verfahrensfehlern seitens eines Sachbearbeiters aus ? Wenn dieser gleich von A nach Z springt, nur um seine Quoten, Leistungsprämien und sonstige Interessen nachgeht ?

Wenn ich das hier so lese, dann graust es mir

https://www.gegen-hartz.de/news/ba-quoten-vorgabe-bei-hartz-iv-sanktionen
 

Dinobot

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#44
Diesen Menschen eine "Abqualifizierung" zu unterstellen ist meiner Ansicht vollkommen an den Haaren herbeigezogen..
Die Mehrzahl der Arbeitsvermittler interessiert nur, dass man wieder in Arbeit kommt -in welche das ist denen vollkommen egal. Selbst wenn man eine Ausbildung nebst staatlichem Abschluss hat, dann wird dafür häufig diese Begründung vorgeschoben:

So gelten Sie als wieder ungelernt

Der Begriff ungelernt ist bekannt. Der Begriff "wieder ungelernt" bedarf dagegen einer Erklärung. Er trifft zu, wenn

ein Berufsabschluss vorhanden ist
-und-
danach mindestens 4 Jahre in an- oder ungelernter Tätigkeit*) gearbeitet wurde
-und- der erlernten Beruf deshalb nicht mehr ausgeübt werden kann.

Insbesondere der 3. Punkt ist entscheidend. Beispiel: Maurer sind nach 4 Jahren in berufsfremder Helfertätigkeit vermutlich trotzdem im Ausbildungsberuf vermittelbar (und zählen deshalb weiter als gelernt). Dies muss bei Berufen im IT-Bereich wahrscheinlich anders beurteilt werden.
Es gilt dann einfach die unterstellte These -man hätte den erlernten Beruf dann "verlernt"

Quelle: http://www.arbeitsvermittler.de/weiterbildung/item/gelernt-ungelernt

Gegenargument, § 10 SGB II Zumutbarkeit:

Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass

1.
sie zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist,
Quelle: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbii/10.html

Ergänzend das Wissen, das die Mehrzahl der Inhalte von Maßnahmen am Empowerment Ansatz orientiert sein soll -laut den Vorgben der BA als Auftraggeber.

Dazu kann man in den Leistungsvorgaben an die Träger lesen, sinngemäss: , es soll an vorhandenen Kenntnissen und Kompetenzen angeknüpft werden, in denen die Leistungsempfänger ihre Fähigkeiten erkennen und zur Entfaltung bringen können (Empowermentansatz).

Und genau das ist die Idiotie daran -wie ich finde,weil das zusammengenommen irgendwie so gar nicht vereinbar erscheint.
 
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0zymandias

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#45
Das JC findet das Downgrading schön, weil die Eingliederungszuschüsse dann niedriger sind.
Der dabei zu erwartende Drehtüreffekt nur kurzfristiger, keinesfalls auskömmlicher oder nachhaltiger Beschäftigungen, macht natürlich gar nichts.
Hauptsache, die Langzeitarbeitslosigkeit wird scheinbar unterbrochen und die Vermittlungskennzahlen stimmen.

Die Arbeitgeber mögen es auch, weil es günstiger ist, z. B. Meister zu beschäftigen und als Gesellen zu bezahlen.

Ist ja nicht gerade so, als wäre das Gesamtpaket der Agenda ausgerechnet für die Arbeitnehmer geschrieben worden.

BTW: Die Behauptung, man sei ungelernt, dürfte in dem einen oder anderen Fall eine Verleumdung sein.
 

Gollum1964

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#46
Hartzverdient,

leider blasen die ins selbe Horn, auch weil SGB2 keinen Berufsschutz mehr kennt. Letztlich kannst du deine Abschlüsse und Zeugnisse nur als Waffe verwenden, um solche niedrigschwelligen Jobs abzuwehren. Bei mir hats bisher gut geklappt.:feiern:

Du bist zwar in deren Augen nicht ungelernt, aber man traut dir nach einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit nicht mehr zu, dieses Wissen in einem Job umzusetzen. Also berufsfremd.

Das JC findet das Downgrading schön, weil die Eingliederungszuschüsse dann niedriger sind.
Der dabei zu erwartende Drehtüreffekt nur kurzfristiger, keinesfalls auskömmlicher oder nachhaltiger Beschäftigungen, macht natürlich gar nichts.
genau,

Burns Torn und ich meine auch Inge Hannemann (beides Insider) haben in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass es für das JC besser ist, jemanden 5 mal innerhalb eines Jahres in eine ZAF zu vermitteln als nachhaltig in einen dauerhaften Job. Außerdem weiss man bei diesen prekären Vermittlungen mit großer Sicherheit, dass der Kunde bald wiederkommt oder garnicht erst wegkommt (Aufstocker) und damit zur Erhaltung des eigenen Arbeitsplatzes beiträgt.:sorry:
 
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HartzVerdient

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#47
Wie sieht eine passende Gegenwehr aus ?

Bei mir, so meine Wahrnehmung, sind zahlreiche Aspekte einer Eingliederung mit haltlosen Dingen übergangen worden und das im Schnelldurchlauf. Keine konkreten Angebote, kein Konzept, keine Potentialanalyse, Ignorieren der gesundheitlichen Belange, nix. Und von Einem zum Nächsten Gespräch werde ich vollkommen nieder gemacht.

Ich dachte, der Gesetzgeber sieht erstmal eine klare Wiedereingliederungsstrategie vor. Diese fand bei mir nie statt, da vorher eine riesige Fluktuationswelle im Jobcenter vorherrschte. Ich wurde nur durchgereicht und jetzt an die Wand genagelt. Es wurde auch nie irgendetwas erarbeitet bzw als Ziel gesetzt.

Ich befinde mich gegenwärtig in einer Situation, die ich in der Form hier im Forum noch nicht begegnet bin.

Ich mache mir Sorgen um meine Existenz.

Zu naiv?
 

Dinobot

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#48
Das JC findet das Downgrading schön, weil die Eingliederungszuschüsse dann niedriger sind.
Wenn der AG EGZ beantragen will, dann werden ihm diese Voraussetzungen bzw. Anfragen dazu genannt:

Liegen Minderleistungen vor?

Quelle: https://egz.tips/news-interessantes...um-aktenschluss-die-wichtigsten-egz-auflagen/

Eine Minderleistung ist dann gegeben, wenn die Arbeitskraft des Arbeitnehmers unzureichend ist – zum Beispiel, wenn er am Tag weniger Werkstücke herstellt, als er schaffen müsste.
Ein Status des wieder Ungelernten oder die Nichtanerkennung der früheren Berufsabschlusses steht dort gar nicht zur Debatte oder wird dem AG als Bonus zusätzlich vergütet.

Ebenso aber auch nicht ein Hinderungsgrund anderweitiger Berufsabschlüsse, der vielleicht ganz andere Begabungen oder Talente erkennen lässt als die Herstellung von Werkstücken.

Ich meine damit eine grundsätzliche Nichteignung, die NICHT fördertfähig ist.

Es ist nun mal auch so - es gibt eben auch Arbeitsbereiche und Menschen dazu, die überhaupt nicht kompatibel sein können, was in der Überlegung von Jobcenter und BA ein Tabu ist. Ein NO-go Area.
 

Gollum1964

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#49
Wie sieht eine passende Gegenwehr aus ?
gegen niederschwellige VV kannst du dich langfristig kaum argumentativ wehren. Falls die kommen, in den Bewerbungen die Überqualifikation herausstellen. Dann klappt das schon. Deren Erwähnung können die Jobcenter nicht unter Sanktionsandrohungen verbieten. Zumindest noch nicht.

Falls man ein bestimmtes Alter hat (ab ca. 50), helfen evtl. auch Minijobs oder kleine Nebengewerbe, damit man "relative Ruhe" bekommt. Als "Vollhartzer" steht man hingegen immer unter Dauerbeschuss, was VV, Maßnahmen und Kontaktdichte angeht.
 

HartzVerdient

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#50
Bei mir wird gerade alles ignoriert. Selbst die Zielsetzung des letzten Meldetermins. Ich musste mir anhören, das die Anzahl meiner Bewerbungen zu niedrig sei - obwohl keinerlei EGV vorlag. Dann haben die sich noch nicht einmal die Bewerbungen und Absagen angesehen. Es ging dabei nur um das Einheizen. Da wurde ein vollkomnen anderes Ziel verfolgt. Was ich mir da alles anhören musste. Selbst der Nachweis der Pflegebedürftigkeit eines Familienangehörigen wurde in Rage vollkommen niedergemacht. Als würde dem SB sein Plan nicht aufgehen bzw. man vor einem Problem stünde. Die EGV, also das Erstellen des Sanktionstatbestandes, hat man mit mir nicht gemacht, wie im Meldetermin beschrieben.

Also, so ein Vorgehen habe ich noch nie erlebt. Jetzt sollen auch noch die Zeiten für die Meldetermine drastisch gekürzt werden. Nur auf was baut das denn auf ? Da ist doch nichts. Ich kenne noch nicht einmal einen Grund dafür. Außer jetzt kaputt machen.

Soviel dann zum Thema: Mein Jobcenter ist okay.

Also bitte nicht durch solche okay Aussagen in die Irre führen lassen und sich nicht in Sicherheit wiegen.

Der große Knall kann von Einem zum Anderen Tag folgen.

Und die schei*sen dann auf Dinge wie Eingliederungskonzepte oder genauer benannte Angebote oder Eiertanz oder Krankheit.

Da fliegt der Kuli durchs Zimmer und du kannst dich warm einpacken und Flaschen sammeln gehen.

Also nochmal.

Nicht von solchen Threads in die Irre führen lassen.

Woher du die Arbeit bekommst ist denen schei*sdreck egal.
 
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Dinobot

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#51
Ich kenne noch nicht einmal einen Grund dafür. Außer jetzt kaputt machen.
Du nimmst das alles viell zu persönlich. Das Verhalten der Sb ziegt mir nur auf -in der OK ist nichts OK. Wahrscheinlich liegt das an anderen Faktoren, wenn sich das jetzt ohne Veranlassung so gedreht haben sollte.

Du bist wohl nur ein Blitzableiter -damit die ihr Versagen Dir anhängen können.

Wappne Dich , indem Du mehr Wissen über Deine OK in Agriff nimmst. Vielle OK haben vorab Planungen für den Arbeitsmarkt ins Netz gestellt oder Vorgaben für deren Eingliederungsstrategie oder angedachte Maßnahmen. Die Anzahl Deiner Bewerbungen kann nur so hoch sein -wie deren Budget zuläasst. Kennst du deren Höhe ? Entweder selbst ermitteln oder von der Sb die Zahlen dazu aushändigen lassen. Hätte mir die Sb sowas vorgeworfen, dann hätte ich sofort zur Überprüfung die Preisgabe von deren VB Jahresbudget verlangt. Wer behauptet, der muss auch belegen können, ob Deine Bewerbungen so weit unter dem möglichen Förderbetrag geblieben sind. Zum Beipiel.

Könnte auch eine Taktik sein -dich regulär rausekeln zu wollen.

Hatte auch mal eine Zeitlang solche Sbs -und bin in keiner OK. Der Grund war dann später klar -deren TL war die Ursache, die die Anstifterin zu einem solchen Verhalten gegenüber Kunden war.

In solchen Phasen solltest du dann nie ohne Beistand dort vorstellig werden.

Und die schei*sen dann auf Dinge wie Eingliederungskonzepte oder genauer benannte Angebote oder Eiertanz oder Krankheit.Woher du die Arbeit bekommst ist denen schei*sdreck egal.
Die ersatzweise "Iss mir übel" Haltung von dummdreisten Sb gegenüber Kunden ist mir auch bestens bekannt. Nicht aufregen -nur wundern und seine Konseqeunzen daraus ziehen, soweit möglich.
 
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HartzVerdient

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#52
Ich habe kräftig ausgeteilt. Der hat so einiges an den Kopf geballert bekommen. Alles auf sachlicher Ebene. Ich musste sogar mit de-eskalierenden Mitteln aus dem Management eingreifen, um den Typen wieder runter auf sachlicher Ebene zu kriegen.

Ich nehme es nicht persönlich, da mir meine vorherige SB auf den "Abschuss" hingewiesen hat. Dennoch war das Gezappel genauso groß, wie die Verunsicherung auf beiden Seiten. Ja selbst ich war unsicher.
 

0zymandias

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#53
Wenn ein Kugelschreiber flugfähig wird, bedankt man sich für das Gespräch und erlaubt ihr, einen wieder einzuladen.

Sobald sie wieder geschäftsfähig ist.

Ansonsten Fahrtkosten beantragen, Ausdrucke des VerBIS-Gesprächsvermerks anfordern, Gedächtnisprotokoll führen, viel fragen, noch mehr fragen, wenig glauben, noch weniger glauben. :biggrin:

Sobald nach einigen Vorladungen klar wird, dass sie keinem zulässigen Meldezweck dienen, geht man den Beschwerdeweg.

Und irgendwann kehrt dann eine gewisse Einsicht ein ... :feiern:
 

HartzVerdient

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#54
Ja, das Leben ust schon schwer.

Protokolle liegen vor. Alleine das jetzige Protokoll könnte 8 Seiten Chuck Norris Thread füllen.

PS: Unsere OK hat nun angebaut. Ein Labyrinth wie bei Hockwarts.
 

Wholesaler

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#55
@HartzVerdient: Nimmst du keinen Beistand mit? Falls du keinen hast, solltest du dir unverzüglich einen besorgen. Bei dir scheint deine SB nämlich das erreicht zu haben, was sie erreichen wollte.

Bei ZAF niemals angeben, dass man ein Auto besitzt. Wovon soll man das bei 416 Euro im Monat unterhalten? Gut macht sich bei denen auch immer, sämtliche Krankheiten zu offenbaren. "Idealerweise" chronisch und mit SB-Ausweis. Danach ist Sense und die lassen nie wieder etwas von sich hören.

Wie man sich gegenüber dem Jobcenter am besten verhält, wurde ja schon beschrieben. Kugelschreiber durch die Gegend zu schmeißen ist ein Unding. Die Bemerkung mit dem Flaschen sammeln finde ich ziemlich deplatziert, dreist und erniedrigend. Das würde ich dem Teamleiter melden. Wenn sich das wiederholt, dient dein Beistand zukünftig als Zeuge.
 

Dinobot

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#56
Also bitte nicht durch solche okay Aussagen in die Irre führen lassen und sich nicht in Sicherheit wiegen.
Ergänzendes Stichwort dazu: Die Sb -insbesondere auch die von Optionskommunen lernen vorrangig aktuell -wie man EGVen rechtssicher konzipiert und durchsetzt, was sehr deutlich zeigt -worum es in den Jobcentern wirklich geht. Und wer ist hier bei sowas behilflich als Dozent? Natürlich -eine Richterin des LSG!!. Zum Beispiel.

Da braucht man sich doch nicht mehr wundern, wenn Prozesse dann für den Elo gleich von Anfang an zur Farce werden.

Schau Dir dazu mal die Seite 31 im Anhang an -und überhaupt die Themen und deren Texte dazu an, worum es dabei geht -nicht um den Kunden , sondern vorrangig um die Verwaltung.

Das ganze Gerede und die schönen Phrasen vom 4Phasen und Eingliederungskonzepte nach Bedarf und Passgenauigkeit sind Märchen, die schon immer daran scheiterten, dass die Mehrzahl der Weisungen der GF in den Jobcentern viel zu niedrige Summen zur Förderung zulassen und dann auch nur begrenzte Instrumente genutzt werden, dazu noch im Ermessen der Sb -nach Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Aber eben nicht , was die Höhe der drohenden Sanktionen anbelangt.

Da die sb die Kunden auch gar nicht im Vorfeld über das gesamte VB aufklären, ist so gewährkeistet, dass Sb leichtes Spiel hat und Elo nur bekommt, was Sb noch verteilen darf -denn die EGV muss ja vorrangig rechtssicher sein. :doh:

Siehe: https://www.studieninstitut-niederrhein.de/media/downloads/fortbildung/programm/Jobcenter_2018.pdf

Das ist mithin ein Sachverhalt , warum so viele in hartz iV seit Gründerzeiten verharren und auch weiter verharren werden.

Solch ein Blick hinter die Kulissen des Jobcenter Theaters verhilft einem dazu , die Dinge sehr viel besser zu verstehen und objektiver zu bewerten. Aber auch, seine Position zu stärken. Wissen ist Macht.
 

HartzVerdient

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#57
@HartzVerdient: Nimmst du keinen Beistand mit? Falls du keinen hast, solltest du dir unverzüglich einen besorgen. Bei dir scheint deine SB nämlich das erreicht zu haben, was sie erreichen wollte.
Ich bin schon einige Jahre hier im Forum als aktives Mitglied dabei. Sieht man anhand meiner Beitragshistorie. Bisher konnte ich die Gespräche alle wunderbar meistern.

Was die SB glaubt erreicht zu haben erschließt sich mir noch nicht. Es ist gerade Wochenende und Post von denen erwarte ich erst in der kommenden Woche. Zumal sie während des BlahBlahs von mir über den Pflegegrad eines Angehörigen aufgeklärt wurde. Dann ging das Theater ja erst richtig los.

Wer hat also wen wo ? EGV dürfen vorerst nicht abgeschlossen werden. VV's müssen die Pflegebedürftigkeit berücksichtigen (nehme ich mal an). Genauso gilt es auch für Sonstige Maßnahmen. Bewerben muss ich mich so oder so. Nur halt ohne das Ankleistern von Sanktionstatbeständen. Wer hat also wen wo, wenn Weihnachten die Leistungsprämien nicht ausgezahlt werden und die Zielsetzung nicht erreicht wurde ?

Selbst mit Beistand hat man keine Garantie, dass die Gespräche nicht ähnlich ausarten. Der Beistand - der hier immer zur Mitnahme gepredigt wird - hat meines Erachtens nach absolut keine Relevanz außer der Bekundung von Aussagen, die man wo geltend machen kann ? Nirgends ! Erst, wenn die Gespräche zu dritt stattfinden (Ungleichgewicht) zwischen zwei JC Mitarbeitern und einem H4'ler, macht das Sinn. Auch dann geht's nicht um das Auftreten, sondern um die gegenseitige Bekundung von Aussagen.

Allerdings wissen wir nicht, ob nicht irgendwelche InstantMessenger (mit der GL oder der Rechtsabteilung) oder Audioaufzeichnungssoftware seitens der Jobcenter in diesen Gesprächen mitlaufen. Zutrauen würde ich denen das.

Edit: Am Besten noch die Form von Beistand, die dir im Gespräch noch in den Rücken fällt mir unbedachten Aussagen wie: "Ja hör doch auf die SB, die meint es nur gut mir dir... Ja das mit der Baumschule habe ich dir auch schon gesagt." Was besseres kann garnicht passieren.

unbedingt dem Teamleiter melden, so geht das nicht.
Ich möchte meine Aussage korrigieren. Da flog nichts durch die Gegend. Es war nur eine symbolische Aussage über die Art des Gesprächverlaufs.

Und dann noch dem Teamleiter melden, der die Art des Umgangs vorher noch angeordnet hat... Macht keinen Sinn... Strategisch verrennt man sich dann mit "Auffälligwerden". Besser wäre es Tatbestände durch ein Sozialgericht zu entkräften.
 

HartzVerdient

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#58
Schau Dir dazu mal die Seite 31 im Anhang an -und überhaupt die Themen und deren Texte dazu an, worum es dabei geht -nicht um den Kunden , sondern vorrangig um die Verwaltung.
[...]
Siehe: https://www.studieninstitut-niederrhein.de/media/downloads/fortbildung/programm/Jobcenter_2018.pdf
Betrachten wir die Situation mit unterschiedlichen Sichtweisen. Zunächst finde ich es vollkommen in Ordnung, wenn Richter Seminare und Schulungen halten. Dabei ist es vollkommen unerheblich ob LSG oder ein sonstiges Gericht.

Es wird sicherlich Vorteile haben, wenn eine Richterin beim LSG den Mitarbeitern beim Jobcenter eine richtungsweisende Ausbildung gibt. Besser so, als wenn die Mitarbeiter beim Jobcenter daherkommen und dir irgendeinen Klotz ans Bein binden.

Gerade der Sozialapparat ist ein sensibles Thema. Ich unterestelle den Mitarbeitern beim Jobcenter keine mutwillige Böswilligkeit. Es gibt halt einige Positionen - und dazu gehört auch das Fallmanagement - die halt unschöne Themen ansprechen müssen.

Das ist jedoch nicht mein Thema. Das Problem kommt ja erst, wenn Jobcenter gegenseitig unter Wettbewerbsdruck stehen und Quoten erfüllen müssen. Da fängt dann das ganze Thema an zu bröckeln.

Ich habe es lieber, das eine Richterin den Leuten zeigt was sie dürfen und sollen, statt dass mir einer der Hobby-Juristen beim Jobcenter mit eigenen kreativen und weltfremden Ideen kommt.

Ich nehme einem Juristen die Rechtssituation sicherer und dankbarer ab, wenn sie einem auch vernünftig erklärt wird. Dieses "Erklären"... Also die Informations-, Beratungs- und Aufklärungspflicht fehlt mir... Zumindest bei meinem gegenwärtigen Fallmanager.

Zudem: Bei so einem Nachmittagsseminar mit Kaffee, Kuchen, Klönschnack und Co... Wo soll da eine hinreichende Informationsvermittlung stattfinden... Das komplexe Thema kann doch nur am Rande angekratzt werden.

Ich sehe auch keine Böswilligkeit, damit Menschen kaputt gemacht werden. Die Böswilligkeit kommt ja immer erst an anderer Stelle. Halt da, wo Zahlendruck herrscht.

Diese ganze Weiterbildungsgeschichte schützt weiterhin nicht vor Verfahrensfehlern und fehlenden Konzepten...

(Gerde fuhr die Post an unserem Haus vorbei... Keine Briefe...)

Aber gut! Egal was kommt... Der SB darf mich auf diese Reise begleiten und Abends, wenn Feierabend ist, den eigenen Kindern in die Augen schauen... Vielleicht stehen sie eines Tages auf der gleichen Seite, wo ich jetzt stehe... und das passiert schneller als man denkt oder erwartet... Im Leben sieht man sich immer zwei Mal...
 

Dinobot

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#59
Ich sehe auch keine Böswilligkeit, damit Menschen kaputt gemacht werden. Die Böswilligkeit kommt ja immer erst an anderer Stelle. Halt da, wo Zahlendruck herrscht.
Der Zahlendruck und der Wettbewerb darin ist bereits mittels Kennzahlentool implementiert worden. Da kann sich jeder informieren, wo sein Jobcenter da im Ranking augenblicklich gelandet ist. Kein GF eines Jobcenters will da numehr schlecht abschneiden. Und genau das macht jetzt die Situation mithin so brisant, wie Du sie dort auch vor Ort erlebst. Zum Wettbewerbskriterium zählt auch die Anzahl der gewonnen Klagen. Insofern ist auch die Notwendigkeit der Schulung erwachsen , wie du sie gerade gelesen hast -aber offensichtlich unter dem Eindruck der Nichtkenntnis dessen interpretierst. Siehe:

https://www.sgb2.info/DE/Kennzahlen/SGBII-Kennzahlentool/kennzahlen-tool.html

Diese ganze Weiterbildungsgeschichte schützt weiterhin nicht vor Verfahrensfehlern und fehlenden Konzepten...
Kommt darauf an, meiner Meinung nach -ob besagte Richterin dann noch weiter im Sinne der Jobcenter doziert. Aber auch so -wird sie eher die Rechtssicherheit in ihrem vorher verbreiteten Sinne Geltung verschaffen wollen.

Jedenfalls ist die Anzahl der gewonnenen Prozesse in Berlin nicht mehr optimal, seit einige Richter im Sinne der Jobcenter und deren Kennzahlentool Druck auch in den kommunalen Schulungen dort vertreten sind.

Aber auch so mal angemerkt: Eine rechtssichere EGV -anstatt eine eingliederungssichere EGV -zeigt mir ganz deutlich. Es geht den Jobcentenr vorrangig darum, die Sicherheit von Sanktionsmöglichkeiten zu optimieren -im Sinne des Kennzahlentools.

Nachtrag:

Es gibt halt einige Positionen - und dazu gehört auch das Fallmanagement - die halt unschöne Themen ansprechen müssen..
Die Themen, die da mittlerweile den Elo zur Erörterung aufgezwungen werden, die sind jenseits dessen , was einen AG zu interessieren hätte. Der Arbeitsvermittler spielt sich hier eher zum Seeelenklempner auf -um den Elo dann das Psycho Etikett verpassen zu können, was dann erfolgreich die Gründe liefern soll, warum das System es nicht vermochte, diesen Elo eingliedern zu können. Reine Ablenkungstatktik.
Wer sich als Elo solchem Seelenstriptease freiwillig oder auch ansonsten unterwirft, der muss sich nicht wundern, wenn er sich dann im endlosem Maßnahme Hopping wiiederfindet -zum Wohle des Kennzahlentools.

Übrigens gibt es inzwischen auch Maßnahmen, wo pflegende Angehörige zugewiesen werden können -in Teilzeit. Genauso gibt es Maßnahmen für Jugendliche ab 15 Jahren oder Mütter mit Kleinkind unter 3 Jahren -alles mithin dem Druck via Kennzahlentool zu verdanken.
 
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Kerstin_K

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#60
Ein Beistand, der einem in den ruecken fällt ist Mist. Aber ein guter Beistand kann schon durch seine Anwesenheit deeskalierend wirken. Ausserdem ist eine neutrale Person nicht schlecht, weil sie die Situation mit weniger Emotionen beurteilen kann.
[>Posted via Mobile Device<]
 

HartzVerdient

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#61
Und genau das macht jetzt die Situation mithin so brisant, wie Du sie dort auch vor Ort erlebst. Zum Wettbewerbskriterium zählt auch die Anzahl der gewonnen Klagen. Insofern ist auch die Notwendigkeit der Schulung erwachsen , wie du sie gerade gelesen hast -aber offensichtlich unter dem Eindruck der Nichtkenntnis dessen interpretierst.

[...]

Es geht den Jobcentenr vorrangig darum, die Sicherheit von Sanktionsmöglichkeiten zu optimieren -im Sinne des Kennzahlentools.

[...]

Übrigens gibt es inzwischen auch Maßnahmen, wo pflegende Angehörige zugewiesen werden können -in Teilzeit.
Interessant!

Ich muss zugeben, dass ich mich tatsächlich nicht mit dieser Thematik auseinander gesetzt habe. Mir war bekannt, dass Jobcenter gewisse Zahlen trimmen. Jedoch habe ich nicht damit gerechnet, dass dies in diesem perversen Umfang stattfindet.

Das erklärt auch die hohe Fluktuationsrate und die nervlichen Wracks, die im Jobcenter ihrer Arbeit nachgehen.

Es erklärt mir auch - so nehme ich das jetzt mit - wieso mein SB so eine Show abgezogen hat. Die steht viel mehr unter Zahlen- und Zielsetzungsdruck, als ich unter Arbeitsfindungssdruck.

Wie dem auch sei. Alles was mein SB macht, muss begründbar und nachvollziehbar sein. Jedenfalls nehme ich das jetzt vorsichtig an, da gerade mein Weltbild etwas an Riss bekommen hat.

Es geht mir weniger um Weiterbildung, Maßnahmezuweisung oder prekäre Arbeit. Es geht mir eher darum, es denen nicht so einfach zu machen. Wenn ich schon wegkippen muss (auf Grund oberster Ansage), dann kippt der SB mindestens mit um (symbolisch).

Die Aktion war ein Augenöffner, die jeder ELO miterleben muss. Andernfalls verstrht man die Tragweite nicht.
 

0zymandias

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#62
[...]
Burns Torn und ich meine auch Inge Hannemann (beides Insider) haben in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass es für das JC besser ist, jemanden 5 mal innerhalb eines Jahres in eine ZAF zu vermitteln als nachhaltig in einen dauerhaften Job. [...]
Von Ersterem findet sich ...
[...] Ergo: Prekär ist gut! Deutschland sucht den Super-Leiher!

Hinzu kommen die ganzen Maßnahme-Zuweisungen wahrend der Arbeitslosigkeit, die Bildungs- und Aktivierungsgutschein-Ausgaben, die gewährten Praktika und Eingliederungszuschüsse, für die es ebenfalls abgefragte und an die Regionaldirektionen gemeldete Zahlen gibt. Der Traumkunde eines jeden Jobcenters sieht folglich in etwa so aus:

01/2012: ZAF-Job verloren
02/2012: VGS ausgegeben und O&A-Maßnahme zugewiesen
03/2012: ZAF-Job wieder aufgenommen, über EGZ und VB gefördert (Integration!)
04/2012: in Arbeit
05/2012: in Arbeit
06/2012: in Arbeit
07/2012: ZAF-Job verloren
08/2012: VGS ausgegeben und Lager-Maßnahme zugewiesen
09/2012: ZAF-Job wieder aufgenommen, keine Förderung (Integration!)
10/2012: in Arbeit
11/2012: in Arbeit
12/2012: ZAF-Job verloren, im Weihnachtsgeschäft kostenloses Praktikum, dann Übernahme durch ZAF (Integration!)

Wir sehen: Der immer flexible, dauerhaft prekarisierte Mensch, der gezwungen ist, sich um jeden Preis ständig zu vermarktlichen, dabei aber nie eine reale Chance hat, der Armut zu entkommen, ist für die verantwortlichen BA- und JC-Manager ein super Kunde! Und einen solchen lässt man verständlicherweise nicht gerne ziehen! Sicher, man könnte auch argumentieren: „Moment mal, das wäre doch besser, und auch billiger für den Steuerzahler, wenn jemand nur einmal, aber dafür dauerhaft integriert wird, auf einen festen, unbefristeten Arbeitsplatz.“

Das könnte man in der Tat meinen. Aber für die Quote ist es nicht besser. Und da nur die Quote zählt, ändert sich nichts in Richtung Nachhaltigkeit, auch wenn man durchaus in diese Richtung steuern könnte. [...]
 

HartzVerdient

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#63
Scary! Ich habe mich vorhin dazu entschlossen, meine Suchparameter um Örtlichkeiten zu erweitern. Wenn man das so liest, dann ist fast alles besser als Jobcenter bzw. ZAF.
 

atasteofbunny

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#64
@HartzVerdient: Ich habe deine Beiträge jetzt mehrfach gelesen, aber werde nicht so ganz schlau aus ihnen. Was genau ist passiert? Wenn du deine Eltern pflegst und dem JC das bekannt ist, sollte es doch keine Probleme geben? Dann stehst du dem Arbeitsmarkt nur noch in Teilzeit zur Verfügung, bewirbst dich auf entsprechende Stellen und gut? Oder hab ich da etwas nicht mitbekommen?

Dass man sich nicht in Sicherheit wiegen soll wenn es im JC gut läuft, ist klar. Habe ich ja weiter vorne schon zugegeben.

Noch mal zum Beistand: Der sollte "gut" sein, sonst bringt das Ganze natürlich nichts. Mit gut meine ich: Er muss zuhören und aufpassen. Wenn das Gespräch kippt, der SB unsachlich, oder sogar beleidigend, wird, muss er ihn deutlich machen, dass das nicht geht. Und es muss ein Mensch sein, der eine gewisse Ruhe und Sicherheit (bloß keine Hektik oder Aggressivität) ausstrahlt. So jemanden zu finden, ist leider nicht immer leicht...
 

HartzVerdient

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#65
Oder hab ich da etwas nicht mitbekommen?
Nein, das hast du auch nicht. Ich habe nur dem Ozymandias in einer PM kurz angedeutet.

Im Grunde verhält es sich letztendlich so, wie du beschreibst.

Allerdings hat es richtig geknallt im Gespräch und darüber ärgere ich mich immer noch. Da kamen vom SB, wie auch von mir, unschöne Fakten auf den Tisch.

Als ich fertig war und ging, standen schon Mitarbeiter irgendwo im Eckgang. Ich habe noch nie Leute so schnell platzmachen sehen.

Einige von euch nehmen es mit Humor, weil man es nicht anders vom eigenen JC kennt. Andere ärgern sich halt tagelang. Es gibt sicherlich JC, da gehören solche Soft Skills zur gängigen Gesprächskultur.
 
E

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#66
Mahlzeit, hab jetzt nicht alles gelesen aber ergänzend zu Beitrag #17 würde ich viel eher fragen "ab wann hat mein JC schlechte Laune"?

Denn wenn wir alle nicht erwerbslos wären, was würden die Leute da dort im Amt wohl machen? Sich gegenseitig die Beine in den Bauch stellen oder wie oder was:doh:


Ich hab meinen aktuellen PAP übrigens noch nicht einmal kennengernt. Der soll aber sehr nett sein, hab ich mir sagen lassen.
 

Dinobot

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#67
Mahlzeit, hab jetzt nicht alles gelesen aber ergänzend zu Beitrag #17 würde ich viel eher fragen "ab wann hat mein JC schlechte Laune"?
Beispielsweise, wenn das Kenzahlentool andauernd bessere Quoten im benachbarten Jobcenter anzeigt oder die Kennzahlen der von ihm unterschriebenen Zielvereinbarung noch nicht im vereinbarten Zeitraum von den Sb umgesetzt wurden, dann hat GF meist ganz schlechte Laune und macht mehr Druck nach unten, was dann meist zu blindem oder besonders gezielltem Aktionismus der SB gegenüber Elos führt.
 

HartzVerdient

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#68
[...] was dann meist zu blindem oder besonders gezielltem Aktionismus der SB gegenüber Elos führt.
So hat sich das bei mir auch angefühlt ... Richtig toll lief das Gespräch nicht wirklich für mich, zumal ich mich auf einen Meldetermin mit üblichen Unterlagen vorbereitet hatte.

Allerdings konnte man den immensen Druck des SB zum Ende des Gesprächs anmerken. Der war sichtlich fertig mit den Nerven. so fühlte sich im Rückblick auch das Gespräch an. Als habe jemand die Nerven verloren.

Dann lieber Flaschen sammeln, als dem seine Arbeit zu machen.

Das ist keine Arbeit soetwas. Dann eher die Arbeiten, die der SB mir vorschlug. Lieber auf dem Bau, in der Baumschule oder so E-Werkstatt. 9 to 5 Job. Abends zu Hause.

In welcher Arbeitswelt sind wir angekommen, wenn die Zielsetzung in der Vernichtung von Menschen besteht ? Wenn es keine Arbeit mehr gibt, dann gibt es keine Arbeit. Man entlässt Menschen auf Augenhöhe und bedankt sich für die gemeinsame Zeit.

Heute wird Giftschrank aufgemacht und alles links und rechts kaputt gekloppt. Ohne Rücksicht auf Menschen und Existenzen.

... und ich sage das als Jemand, der eine Management Ausbildung durchlaufen hat ...

Ethik hat bei mir noch viel Wert.

Selbst in vielen anderen Ländern geht man wesentlich besser mit der Arbeitswelt und den Mitarbeitern um. Es gibt zwar eine scheiss Bezahlung und schlechte gesundheitliche Versorgung. Aber das Zwischenmenschliche ist besser.

Eine Perversion in der wir leben (müssen). Kein Wunder das immer mehr deutsche Menschen (nicht ausschließlich Fachkräfte), das Land hier verlassen. Das hat alles schon seinen Grund.
 
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#69
#67 aha, ja dann ahne ich, warum diese Leute mir immer noch auf den Sack gehen, obwohl -> oder besser: weil (?) ich mich "abgemeldet" habe.
 

HartzVerdient

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#70
#67 aha, ja dann ahne ich, warum diese Leute mir immer noch auf den Sack gehen, obwohl -> oder besser: weil (?) ich mich "abgemeldet" habe.
Die fragen sich, wovon du lebst bzw. Leben wirst und die fragen sich viel mehr, ob du hättest nicht während des Bezugs nicht auch ohne Anmeldung auf dich gestellt leben können. Sprich, die vermuten Sozialbetrug.
 

Dinobot

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#71
Allerdings konnte man den immensen Druck des SB zum Ende des Gesprächs anmerken. Der war sichtlich fertig mit den Nerven. so fühlte sich im Rückblick auch das Gespräch an. Als habe jemand die Nerven verloren.
Wenn wundert das? Der Sb kennt die Zahlen sehr genau. Auch wenn die BA die Arbeitslosen in verschiedenen Kategorien statistisch verstecken will. In 2017 hatten wir insgesamt 6 Millionen Mernschen, die ALG II erhiielten. Siehe:

Statistik der 58er via Sozialinstitut aus 2017
http://www.sozialpolitik-aktuell.de...lstaat/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIII57.pdf

Davon sind heute noch tatsächlich im Oktober 3.147,048 Menschen ohne Arbeit: -ohne die Aufstocker.

http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/rubrik/datenbank/menschen_ohne_arbeit

Für diese Anzahl bietet die Jobbörse der BA heute gerade mal sehr wenig ,die bei der BA gemeldet sind -wobei hier viele Stellen als solche von den ZAF drin sind, die eigentlich nur Kandidaten suchen, aber gar keine Stelle anbieten usw:

https://jobboerse.arbeitsagentur.de...?aa=1&m=1&kgr=as&vorschlagsfunktionaktiv=true

Ich selbst erhielt heute einen VV für eine ZAF -wo ich schon war -vor 2 Monaten, die hatten aber nichts für mich. Jetzt darf ich mich schon wieder da bewerben :icon_eek: Zudem ist diese Stelle 14 Tage alt. In anderen Jobbörsen kannst du Stellen finden, die gerade mal 2 Stunden alt sind. Allein die Stufenstein Jobbörse hat die BA Jobbörse sowieso schon lange überholt. Genau deswegen würde ich niemals mehr für diese Steinzeit Mentalisten meine Lebenszeit in irgendeiner Maßnahme vertrödeln wollen. Ein Sb an sich ist sich dessen sehr wohl bewusst. Denen gehen somit insgesamt immer mehr die Argumente aus. Richtig so.

IEine Perversion in der wir leben (müssen). Kein Wunder das immer mehr deutsche Menschen (nicht ausschließlich Fachkräfte), das Land hier verlassen. Das hat alles schon seinen Grund.
Viele kommen erst gar nicht her. auch richtig so Als junge Fachkraft würde ich garantiert auch nicht nach Deutschland gehen wollen oder hier bleiben.
 
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#73
Die fragen sich, wovon du lebst bzw. Leben wirst und die fragen sich viel mehr, ob du hättest nicht während des Bezugs nicht auch ohne Anmeldung auf dich gestellt leben können. Sprich, die vermuten Sozialbetrug.
richtig. Einmal in den Fängen dieser Mafia kommst du kaum noch raus. Ich probiers halt trotzdem. Hab nur ein Leben hier.

Ich kann aber jeden verstehen, der es nicht schafft. ich verstehe auch jeden, der optimistisch ist.

Aber sich die Situation mit Aussagen wie "mein JC ist geil" schönzureden, übersteigt meinen persönlichen Horizont. Da muss dann meiner Ansicht nach was anderes am Werk sein, was nicht mitgeteilt wird.
 

Zeitkind

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#74
Es gilt dann einfach die unterstellte These -man hätte den erlernten Beruf dann "verlernt"
Die These eines Menschenhändlers, der damit gerne Hochqualifizierte als Helfer vermitteln will.
Die im Artikel als Grundlagen benannte FW zum § 81 SGB III sagt einzig zur Notwendigkeit
einer Weiterbildung wegen fehlenden Berufsabschluß aus, daß diese für AN genehmigt wird,
Abs.2 Punkt1 § 81 SGB III sagte :
wenn sie
1. über einen Berufsabschluss verfügen, jedoch auf Grund einer mehr als vier Jahre ausgeübten
Beschäftigung in an- oder ungelernter Tätigkeit eine dem Berufsabschluss entsprechende
Beschäftigung voraussichtlich nicht mehr ausüben können,
Eine gesetzliche Regelung dazu exisitiert schlichtweg nicht, also werden munter Phantasien ausgelebt.
Schon die Verwendung der Wörter "vermutlich" und "warscheinlich" machen den Artikel unglaubwürdig.
 

Dinobot

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#75
Eine gesetzliche Regelung dazu exisitiert schlichtweg nicht, also werden munter Phantasien ausgelebt.
Schon die Verwendung der Wörter "vermutlich" und "warscheinlich" machen den Artikel unglaubwürdig.
Der Weg zum Bildungsgutschein ist trotzdem dem Ermessen der IFK "ausgeliefert", wie man in der Weisung nachlesen kann:

Bei derTeilnahme an einer FbW handelt es sich um eine
Ermessensleistung. Die IFK entscheidet darüber, ob die Leistung zur Eingliederung der/des eLb erforderlich ist...
http://inge-hannemann.de/wp-content...che_Weisung-22052018_Ergänzung_§16-Anlage.pdf

Und das wird meistens negativ beschieden, wenn Elo über 35 Jahre alt ist. Die meisten Maßnahmen der BA für die Jobcenter enthalten ebenfalls diese Altersgrenze.

Ansonsten wird dann argumentiert, man könne ja als Helfer arbeiten gehen. und ganz schnell ist dann auch die EGV dazu gebacken.

Ich plädiere da eher dafür, sich nicht manipulieren zu lassen. Eine staatlicher Abschluß verliert genauso wenig seine Gültigkeit wie ein Führerschein. Und solange die AG nicht die Einstellung der sB des Jobcenters haben , würde ich immer dagegen argumentieren. Ich selbst halte auch nichts von dem Artikel. Wollte nur mal aufzeigen , wie AV - an der Sparsamkeit orientiert -argumentieren.

Übrigens : Vermutungen und Einschätzungen sind das alltägliche Handwerkszeug aller Sb und AV im Jobcenter -leider.
 

HartzVerdient

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#77
Wenn wundert das? Der Sb kennt die Zahlen sehr genau.
Das ist der Punkt!

Ich habe gestern Abend noch über dieses Herumgeschreie nachgedacht und dann fiel es mit wie Schuppen von den Augen. Eigentlich hätte ich da selbst drauf kommen müssen, da ich mich selbst mit dieser Thematik aus meiner damaligen Tätigkeit habe befassen müssen.

Das Thema heißt: Neuro-Linguistische Programmierung oder kurz NLP.

Wenn ich mir das rückblickend ansehe, erklärt es die gegenwärtige Situation und das Verhalten meines SB so ziemlich genau! Es passt sogar so genau, wonach ich meine, mich bei künftigen Gesprächen besser vorbereiten zu können.

Es geht dann wohl nicht mehr um sachliche Inhalte und sachbezogene Themen der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, sondern nur noch ums blanke Überleben.

Es erklärt mir das Vorhaben meines Jobcenters. Es soll die Kunden-Kontakt-Dichte erhöht werden. Das herumgeschrei sollte wohl dazu dienen, ein abschreckendes Szenario der Angst zu verbreiten. In der Annahme, der Kunde würde irgendwann die Meldetermine meiden.

Es soll mit dem Angstszenario ein Umfeld generiert werden, wonach der Kunde aus Furcht eine ihr vorgelegte EGV abschließt und danach im Kreis der Manipulation gefangen wird. Angst vor weiteren Meldeterminen und Angst vor weiteren Sanktionen, da die in der EGV unterzeichneten Ziele nicht erreicht wurden.

Das ist schon menschlich unter aller Sau, wenn ich das mal trefflich formulieren darf.

Rückblickend waren meine Reaktionen zum besagten Termin dann doch nicht ganz so verkehrt.

@Dinobot. Manipulieren ist ein richtiges Stichwort. So weit sind wir schon.

Edit: und man kann mit diesem Szenario der Abwertung die EGV mit Bewerbungsbemühungen gut füllen, da man sich dann nur noch auf Helfertätigkeiten konzentrieren braucht und diese ja angeblich problemlos mit 10-20 Vorlagen je Monat zu erfüllen seien (ohne jetzt die Kosten zu berücksichtigen)... so dreht man die Zahl der Bewerbungen von mtl. 4 auf mtl. 10 hoch.
 
Zuletzt bearbeitet:
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#78
Das Problem ist doch auch, daß die Hartz-IV-Gesetzgebung absichtlich so schwammig gehalten wurde, daß es eben wirklich darauf ankommt, ob man bei Sachbearbeiter "A", "B" oder "C" ist.

Bei dem einen kommt man so durch, ein anderer hingegen kann einem das Leben bei unveränderter Sachlage extrem zur Hölle machen. - Das ganze nennt sich Willkür- und Unterdrückungssystem, und ist auch ganz so beabsichtigt. Schon um die Arbeitslosen einzuschüchtern.

Normalerweise dürfte es nämlich überhaupt keine Rolle spielen, welchen SB man gerade hat. Wenn es nämlich eindeutige, immer gleich anzuwendende Vorgaben und Richtlinien gäbe, die natürlich auch wirklich darauf abzielen, dem ELO zu helfen. - Aber das ist natürlich in diesem System nur Wunschdenken und wie aus einer anderen Welt.
 

Negev

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#79
Was man hier teilweise so lesen muss... schrecklich!
Bisher hatte ich zwei SBs. Von keinem wurde ich drangsaliert. Die erste SB übergab aus privaten Gründen. Der zweite SB "betreut" mich schon über 3 Jahre und er hat meine positive Entwicklung auch gesehen. In der Vergangenheit hat er mir auch "den Rücken frei gehalten" und mir freie Hand gelassen. Hierfür kann ich ihm einfach nur dankbar sein. Erst in diesem Jahr hätte die Suche nach einem Arbeitsplatz wieder höchste Priorität gehabt.

Aber leider wurde mir meine Wohnung gekündigt. Ich glaube schon, das ich mit diesem SB Glück hatte. Ich glaube auch, dass da noch viel möglich gewesen wäre: am Ende vielleicht sogar ein Job 🤔.

Naja, ich bin auf jeden Fall gespannt auf meinen neuen SB. Das wenige, was ich vom JC-DD gehört habe, hat sich nicht bestätigt. Meine Anträge wurden allesamt schnell bearbeitet. Ein Dokument kam tatsächlich nicht an. Verloren? Wie gesagt, alles wurde schnell bearbeitet.

Auch ein Gedanke: wir leben in einer Filterbubble aus schlechten Nachrichten über die JC. Man hört, wie Sanktioniert wird, das Menschen ihre Wohnung verlieren - das alles ist unendlich tragisch und man bekommt es selbst mit der Angst zu tun. Aber das ist doch auch die Intention hinter diesem System... spielen da die Medien nicht ihre Rolle - wenn sie immer wieder Extrembeispiele aufgreifen und Menschen zeigen, bei denen quasi alles versagt hat? Und hier im Form begegnet man auch eher Leuten, bei denen es schief gelaufen ist.

DAS es schief laufen kann, ist, wie gesagt, absolut tragisch.
 

Gaestin

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#80
hier im Forum begegnet man nicht nur Leuten, wo
es schiefgelaufen ist, sondern vielen, die Ratschläge
möchten, damit es nicht schiefläuft. Das ist das Gute
an einem Hilfeforum.
 
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