Mein Gütetermin auf Weiterbeschäftigung, AG bietet 2000€ an

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evelyn62

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Ich wollte ja berichten.

Gestern war mein Gütetermin.
ich bestehe ja auf Weiterbeschäftigung, mein Arbeitgeber möchte mich loswerden. Auf die Frage der Richterin, warum man mich nicht mehr beschäftigen möchte hatte man nur schwurbelige Antworten, man könne mich nicht vermitteln, man hätte nur wenige Stammkunden und man könne die ja nicht zwingen mich zu beschäftigen. Auf die Frage nach der Sozialauswahl hatte man gar keine Antwort ausser der, man könne ja nicht jemand den man irgendwo vermittelt hat entlassen und mich dafür einsetzen. Man hat es aber auch gar nicht versucht. Man gab zu, dass ich die einzige Frau bin, die sie jemals als Elektrikerin vermittelt haben und dass es auch nur wenige Beschäftigte gibt, die genauso alt und älter sind als ich.Das fand die Richterin ein wenig unbefriedigend. Es seien wenige Argumente, zumal man mit ir ja auch zufrieden sei, was der GF auch bestätigte. es sei nun mal das Geschäftsrisiko von Zeitarbeitsfirmen, dass man immer wieder neue Einsatzfirmen für die Mitarbeiter suchen müsse, wenn der Entleiher aus welchen Gründen auch immer abmeldet.
Nichtsdestotrotz hat sie nach einem Vergleich gefragt. Die Firma hat mir 2000€ angeboten, was für eine 17 monatige Beschäftigungszeit schon recht grosszügig ist. Es ist knapp ein Monatsgehalt.

Nun bin ich am Überlegen. nehm ich die 2000 €, das ist der Spatz in der Hand. Lasse ich es auf einen Prozess ankommen haben die in etwa 2 Monate Zeit eben doch noch zu beweisen, dass ich nicht vermittelbar bin und ich krieg gar nichts.

Andersrum könnte mir auch ein verlorener Prozess nützen. Nämlich als Argument gegenüber der Arbeitsagentur, mir doch noch eine Umschulung zu bezahlen. Wenn die Firma jetzt nämlich nachweist, dass ich auf Grund meines Alters, meines Geschlechtes und meiner Ausbildung nicht zu vermitteln bin und ich den Prozess deswegen verliere, können die doch gar nicht anders, als mir zu einer Umschulung in einen Frauen und alterskompatiblen Beruf zu verhelfen. Zum Beispiel als Speditionskauffrau oder eben in einen anderen kaufmännischen Beruf, wo die körperlichen Anforderungen auch von einer "älteren Frau" gestemmt werden können. Dass mir dann meine sonstigen Kenntnisse noch weiter nutzen könne steht ja ausser frage.
 

Roter Bock

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Die Entscheidung kann ich Dir nicht abnehmen - aber von den angebotenen 2.000 Euro sind noch Lohnsteuern fällig.

Roter Bock
 

evelyn62

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Meine Exfirma zieht alle Register, um mir mein Zeitkonto nicht auszahlen zu müssen. Heute krieg ich einen Anruf, ich solle doch mal in der Firma auftauchen, dann könne man mir "erklären", warum mir das Geld nicht zustünde. Ich denk ja nicht dran. jede Fahrt in die Firma kostet mich 12 €.
Sollen sie mir schriftlich geben, dass sie die Kohle nicht auszahlen wollen. Dann geh ich vor Gericht.
 
E

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

?? Welche Nichteinsatzzeit ?

Die Zeit, in der sie bis zum Arbeitsvertragsende nirgends eingesetzt wird, welche sonst?

Die TE hat noch 170 Überstunden auf dem AZK. Im Falle einer betriebsbedingten Kündigung ist eine Freistellung zum Abbau des Arbeitszeitkontos nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers möglich.

Korrekt. Freilich wird sie bei der ZAF etwas anderes zu hören bekommen.
 
E

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Gast
AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Nichtsdestotrotz hat sie nach einem Vergleich gefragt.

Klar. Es ist der Gütetermin. Der ist dazu da, die Vertragsparteien zu einer Einigung zu bewegen.

Die Firma hat mir 2.000€ angeboten, was für eine 17 monatige Beschäftigungszeit schon recht grosszügig ist. Es ist knapp ein Monatsgehalt.

Nun bin ich am Überlegen. nehm ich die 2000 €, das ist der Spatz in der Hand. Lasse ich es auf einen Prozess ankommen, haben die in etwa 2 Monate Zeit, eben doch noch zu beweisen, dass ich nicht vermittelbar bin und ich krieg gar nichts.

Ein Vergleich hat immerhin den Charme, daß Du damit einen Titel hast. Zahlt der Arbeitgeber nicht umgehend, kannst Du Dir von der Rechtsantragsstelle eine "vollstreckbare Ausfertigung" austellen lassen und damit den Gerichtsvollzieher in Marsch setzen. Schau halt, daß Du in den Vergleich nicht nur die 2.000 Euro, sondern bspw. auch ein Deinem beruflichen Weiterkommen förderliches Zeugnis mit aufnehmen läßt, damit Du darum nicht noch extra klagen mußt.

Letztlich ist das aber Deine Entscheidung. Wann der Kammertermin stattfindet (die Beisitzer Zeit haben) und was dabei rauskommt ...

Andersrum könnte mir auch ein verlorener Prozess nützen.

Ich wüßte nicht, wie.

Nämlich als Argument gegenüber der Arbeitsagentur, mir doch noch eine Umschulung zu bezahlen. Wenn die Firma jetzt nämlich nachweist, dass ich auf Grund meines Alters, meines Geschlechtes und meiner Ausbildung nicht zu vermitteln bin

Die Argumente bringt in Europa keiner, der nicht mit dem Klammerbeutel gepudert ist. Zumindest die ersten beiden werden verdammt teuer.

... und ich den Prozess deswegen verliere, ...

Das wird so nicht passieren. Die Kündigung ist entweder wegen Formfehler unwirksam (das wäre im Gütetermin zur Sprache gekommen) oder Du gehst (mit oder ohne Abfindung). Dann wird man Dir aber nicht sagen "weil Du eine Frau, zu alt oder falsch ausgebildet bist". In den seltensten Fällen wurden Leute nach erfolgreichen Kündigungsschutzklagen dauerhaft weiterbeschäftigt.

... können die doch gar nicht anders, als mir zu einer Umschulung in einen frauen- und alterskompatiblen Beruf zu verhelfen.

Deine Argumente kannst DU beim Arbeitsermittler anbringen, völlig unabhängig davon, was bei dem Prozeß rauskommt. Ich vermute nur, daß man Dich als Erstes in eine "Maßnahme zur beruflichen Aktivierung und Eingliederung" stecken wird, das ist bei "Frischlingen" auf dem Amt seit einigen Jahren so Usus. Und das ist ein Bewerbungstraining, aber keine Umschulung. Die kriegst Du erst, wenn Du in Deinem Beruf unübersehbar gar kein Bein mehr auf die Erde bekommst.
 

evelyn62

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Überrascht Dich das?



Warst Du da nicht gerade? Wieso ist das Zeitkonto beim Gütetermin nicht zur Sprache gekommen?

Beim Gütetermin ging es ausschliesslich um die Kündigung. ich wollte das mit dem Zeitkonto noch zur Sprache bringen, da hat mein Rechtsverdreher aber nicht mitgespielt. Das ginge nicht, das müsse extra abgehandelt werden, ich müsse mich da erst selbst mit meiner Firma auseinandersetzen und meine Ansprüche anmelden. Das hab ich gemacht, das Resultat ist jetzt das.
 

jockel

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Und warum darf nicht gekündigt werden? Der Arbeitgeber ist die Leihfirma.Und die Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen.Wird ja wohl eingehalten.

Ab einem 1/2 Jahr Beschäftigungsdauer besteht Kündigungsschutz bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen unter Anwendung von Kündigungsfristen.

Das schriftliche Wiederanbieten der eigenen Arbeitskraft, so wie es kirschblüte rät, hat den Sinn, daß der Kündigungstermin meist zu einem späteren Abgangstermin durchs Gericht geprüft und festgesetzt wird.

Existiert in dem Unternehmen ein Betriebs- oder Personalrat, dann muß die Zustimmung zur Kündigung vom Arbeitgeber eingereicht, über den Tisch des Betriebs- oder Personalrats laufen, ansonsten ist die Kündigung rechtsunwirksam. Diesem Rat gegenüber muß der Arbeitgeber stichhaltig die Kündigungsbegründung nachweisen. Lehnt der Rat die Kündigung ab, wird sie nicht wirksam.

Hat man seine Arbeitskraft in Form einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses beim Arbeitgeber wiederangeboten und wird dennoch vom ihm abgewiesen, so entsteht eine Annahmeverzug in einem Kündigungsschutzverfahren für dieses Arbeitsverhältnis mit der Folge, daß ein Rechtsanspruch des "Gekündigten" auf Verzugslohn oder -gehalt zwischem dem vom Arbeitgeber angestrebten Kündigungstermin und dem vom Gericht festzusetzenden Kündigungstermin entsteht und das mit 5% Verzugszinsen + dem Basiszins der EZB.

Als zweites wird es so auch einfacher per Arbeitsgericht eine Abfindung zu erreichen.
 
E

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Das ginge nicht, das müsse extra abgehandelt werden, ich müsse mich da erst selbst mit meiner Firma auseinandersetzen und meine Ansprüche anmelden. Das hab ich gemacht, das Resultat ist jetzt das.

Da hat er zwar Recht (Kündigungs- und Lohnklage sind tatsächlich nicht dasselbe). Kann man sich natürlich fragen, wieso der Anwalt Dir jetzt erst damit kommt? Ich meine, die Geschichte rechtzeitig pressieren lassen, alle nötigen Klagen zeitnah zueinander anhängig machen - dann wird die ein Richter als ökonomisch denkender Mensch am selben Termin abhandeln. Und dann kann man auch in einem Vergleich alles regeln (und kurz darauf vollstrecken), was ansteht. Will die ZAF einen loswerden, dann muß sie sich halt die Trickserei um die paar Kröten abschminken.
Hab' ich so gemacht, allerdings ohne Anwalt. Schließlich will man sich auf seine Zukunft konzentrieren und sich nicht ein dreiviertel Jahr lang mit einem Ex-AG auseinandersetzen müssen. Kostet nur zusätzlich Energie, Nerven und verdirbt einem noch länger die gute Laune.
 

evelyn62

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

ich denk mal, dass der DGB sich damit nicht so recht auseinandersetzen will.Ich hatte ja das mit dem Zeitkonto schon erwähnt, als ich das erste mal wegen der Kündigungsschutzklage da war. Da hat man erstmal abgewimmelt, ich wüsste ja noch gar nicht, vielleicht würde die das ja auch ganz ohne Aufforderung zahlen. Klar:icon_pfeiff:
Dann habe ich den Rechtsverdreher noch mal geschrieben, alle Lohnabrechnungen beigefügt, Stundenzettel, Einsatzvereinbarungen etc.pp. Er möchte sich doch bitte damit befassen, der Firma einen Brief schreiben.Da kam bis zu Güteverhandlung keine Reaktion. Firma selber angeschrieben hatte ich auch schon, nochmal alles angemahnt.
Und jetzt kam das. Ich denk mal, die wollen die 2000 Abfindung mit dem Zeiitkonto verrechnen und bilden sich ein, ICH hätte ja noch Schulden bei denen.
Weil ich ab dem 28. 1. freigestellt war, bzw. ohne Einsatz und meine Plusstunden für die Zeit bis zum 28.2. nicht ausreichen.

In der Kündigung hat man mir nämlich mitgeteilt, ich hätte meinen Urlaub zu nehmen und in der Freistellung würde mein Zeitkonto aufgebraucht, den Rest würde man mir in Rechnung stellen.
Das können sie ja gerne tun, die Rechtslage ist aber anders.
 

franky0815

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

ich denke auch die bieten dir die 2000€ an und im gegnzug unterschreibst du eine erklärung das mit der zahlung der 2000€ alle ansprüche abgegolten sind.
 
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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

In der Kündigung hat man mir nämlich mitgeteilt, ich hätte meinen Urlaub zu nehmen

Dagegen kannst Du leider nichts machen. Allerdings kommt da bei einer Kündigung zu Ende Februar sowieso nicht viel raus.

... und in der Freistellung würde mein Zeitkonto aufgebraucht, den Rest würde man mir in Rechnung stellen.

Und darauf ist der Rechtsverdreher nicht angesprungen? Hat noch nicht mal eine Meinung dazu gehabt? :mad:
Gegen die Behauptung, Du hättest bei denen Schulden, wäre - soweit ich mich erinnere - eine negative Feststellungsklage denkbar. Die kann man aber auch lassen, man muß nur bei einem eventuellen Mahnverfahren die Widerspruchsfristen einhalten.

Und wenn die Jungs Dir Deinen Lohn nicht pünktlich und vollständig zahlen, gehst Du zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts. Nach der Kündigung kannst Du da ohne viel Skrupel entweder einen Mahnbescheid beantragen, wenn Du meinst, daß sie dem nicht rotzfrech widersprechen werden oder umstandslos gleich die Lohnklage anhängig machen. Ich vermute allerdings, daß sie schon aus Prinzip und Boshaftigkeit Widerspruch einlegen werden, womit Dich dieser Weg gegenüber der sofortigen Klage etwa drei Wochen mehr Zeit kostet.
Guck Dir das Hensche - Lohnklage an und dann mach. Die Begründung zur Verpflichtung, Lohn tatsächlich auszuzahlen findest Du in den §§ 611, 612 und 614 BGB.
 
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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

ich denke auch, die bieten dir die 2000€ an und im Gegenzug unterschreibst du eine Erklärung, das mit der Zahlung der 2000€ alle Ansprüche abgegolten sind.

Hm, mit der Unterschrift darunter wäre das Zeitkonto tatsächlich beerdigt. Ob das zu unterschreiben in dem konkreten Fall obskurer Blödsinn wäre, kann man so schlecht beurteilen. Möglicherweise ist das Zeitkonto keine 2.000 Euro brutto wert. Auf der anderen Seite reduziert sich der Vorteil eines solchen Vergleiches dann auf die Differenz und die schnellere Vollstreckbarkeit, wenn man davon ausgeht, daß die ZAF zur Zahlung unbedingt der Hilfe des Gerichtsvollziehers bedarf.
Man müßte erst die 2.000 Euro als Abfindung festnageln und danach den ausstehenden Lohn einklagen, wenn das mit den Fristen und den Randbedingungen so hinhaut.
 

evelyn62

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

ich denke auch die bieten dir die 2000€ an und im gegnzug unterschreibst du eine erklärung das mit der zahlung der 2000€ alle ansprüche abgegolten sind.
Das hätten die wohl gerne. *vogelzeig*
Die haben offensichtlich noch nie einen AN gehabt, der sich gewehrt hat.
Das gleiche Thema hatten wir ja im November schon mal, da sind sie aber gleich eingeknickt, als ich ihnen gedroht habe.
Aber damals war das nur der Disponent, diesmal ist es der GF, der involviert ist. Der will sich das von einer kleinen popligen AN nicht bieten lassen.
 

franky0815

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

Man müßte erst die 2.000 Euro als Abfindung festnageln und danach den ausstehenden Lohn einklagen, wenn das mit den Fristen und den Randbedingungen so hinhaut.

is die frage ob die zaf sich darauf einlässt und die 2000 als reine abfindung zahlt, ich denke so blöd werden die nich sein.
 

kirschbluete

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

sorry Evelyn, ich hab das alles jetzt nicht so ganz durchgelesen, da EIGENES THEMA!!!

evtl. kann "deine Baustelle" mal innen anderen neuen Fred verschoben werden, weil ich sonst kleinere Schwierigkeiten habe, dein Thema weiterzuverfolgen, solange es noch in einem anderen Thema sitzt, das auch nicht uninteressant ist.

Danke an die Redaktion fürs Verständnis und für die Tatkraft im Voraus! (Ich melde das jetzt mal und gucke was da kommt...)
 
E

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Hallo Evelyn62,

hier ist nun Dein eigener Thread zum Thema Weiterbeschäftigung :icon_smile:
 
E

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AW: Man hat mir einfach so gekündigt

is die frage ob die zaf sich darauf einlässt und die 2000 als reine abfindung zahlt, ich denke so blöd werden die nich sein.

Kommt auf den Wortlaut des Vergleiches an.

Nach dem Terminplan im hiesigen Gericht werden für die Gütetermine jeweils nur eine Viertelstunde angesetzt. Wenn eine Partei ihre Position für aussichtslos und das Erscheinen nicht für erforderlich hält, dann spart der Richter keine Zeit. Da wird x-mal aufgerufen und gewartet, derweil ist dann die Viertelstunde auch rum.
Auch bei mir war für die zwei Klagen zusammen nur eine Viertelstunde vorgesehen. Man ist da emotional mitgenommen und zeitlich gestreßt nicht wirklich in der Lage, an Formulierungen und Kommata zu feilen.

Erreicht der Richter im Termin eine Einigung, dann spricht er den Inhalt auf Band, spielt seine Aufzeichnung vor und dann haben die Parteien dem zuzustimmen oder eben nicht. Sagt der Richter da in dem Satz bspw. "2.000 Euro Entschädigung" (wie lange spricht man im Fließtext an dem Wort "Entschädigung"?) müßte der Arbeitgeber so hellwach und schlagfertig sein, sofort zu unterbrechen und explizit gegen dieses Wort zu opponieren. Macht er das nicht und nickt er nach dem Vorspielen der Aufzeichnung, dann steht das so im Titel.

"Doof" hält man für eine treffende Bezeichnung, wenn man diese Situation noch nicht erlebt hat. Lügen und Verleumdungen - alles kein Problem. Die dreckige Wäsche interessiert den Richter auch nicht die Bohne, der hält sich an offensichtliche Tatsachen und den Gesetzestext. Das Theater, der Psychokrieg dient nur dazu, die Gegenpartei von ihren Forderungen abzubringen. Wie gesagt, nach ein paar Minuten ist alles vorbei. Danach zählt nur noch, was auf dem Papier steht. Und da steht garantiert nicht drin, der Arbeitnehmer sei ständig mit offenem Hosenstall herumgelaufen und habe permanent in der Nase gepopelt, auch wenn der Arbeitgeber sich im Termin auf dieses Niveau herabgelassen und dazu eine Unterschriftensammlung der Ex-Kollegen dabeihat (da hat kaum einer den NoNo in der Hose, so etwas nicht zu unterschreiben).

Im Arbeitsgerichtsprozeß der ersten Instanz zahlt jeder seinen Anwalt selbst. Muß man sich also überlegen, ob man sich einen nimmt. Ich würde aber jedem empfehlen, nicht alleine zum Gericht zu gehen, sondern eine sachlich unbeteiligte Person mitzunehmen, die das Geschehen verfolgt und einen ggf. "festhält" (einen anstupsen, Notizen hinlegen und dgl., nicht unbedingt etwas sagen).

Freilich, man kann einen Vergleich auch unter Vorbehalt des Widerrufs abschließen. Der Vorbehalt gilt dann natürlich für beide Seiten, so daß auch der Arbeitgeber zwei Wochen Zeit hat, das Ding in Ruhe mit einer Horde von Juristen zu zerpflücken. Und dann sitzt man da und zittert, ob der das Ding durchlaufen läßt oder am letzten Tag der Frist kurz vor Mitternacht seinen Widerspruch ans Gericht faxt.
Es gibt da im Verfahrensablauf weder Sonderrechte für eine Partei noch irgendwas, was im Einzelfall nicht sowohl Vor-, als auch Nachteile haben kann. "Der Spatz in der Hand" ist nach einem Gütetermin nicht unbedingt ein schlechtes Ergebnis, denn der Kammertermin kommt irgendwann, bringt nicht unbedingt mehr und die nächste Instanz (das LAG) hat Anwaltszwang und richtig satte Gerichtskosten.

P. S. Tip an die Mitleser:
Vor dem eigenen Termin unbedingt mal einen Tag investieren, die Verhandlungen am Arbeitsgericht sind in der Regel öffentlich
 

evelyn62

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707
gerade hab ich Mail von meinem Ex-Disponenten

Gestern habe ich geschrieben:
Was die Stundenberechnung und die Auszahlung des Zeitkontos betrifft, ich bin da zu keinen Kompromissen bereit. Wie schon gesagt, sollten wir uns nicht einigen können, geh ich vors Arbeitsgericht. Tut mir leid für Sie, das geht nicht gegen Sie persönlich. Aber die Stunden wurden geleistet und sind zu bezahlen, ich habe nichts zu verschenken.

Heute kam das zurück:
wir werden Ihnen eine Auflistung Ihrer Abrechnung sowie das Arbeitszeugnis per Post zuschicken.

Na da bin ich ja mal gespannt.
 
E

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Kleine Anmerkungen am Rande: Vereinbarungen zu Lasten Dritter sind unwirksam bzw. unzulässig. Wer ohne wirklich triftigen Grund auf Gehalt verzichtet und dann aufs Amt läuft, muß sich nicht wundern, wenn die dort zunächst erstmal die Backen aufblasen.
 
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