Mein Facharzt weiß nicht mehr weiter, will mich nicht weiter krankschreiben sondern mich plötzlich als "gesund" deklarieren (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

franzi

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Bin seit Juni 2019 AU. Zunächst war ich bei Arzt 1, der mit seinem Latein schnell am Ende war, dann wechselte ich zu Arzt 2, wo ich weiter AU geschrieben wurde. Dieser versuchte es mit Physiotherapie, Spritze ins Knie. Brachte alles keine Besserung. Er war dann ebenfalls ziemlich ratlos.
Zwischenzeitlich habe ich weitere Fachärzte aufgesucht, war in zwei Kliniken zum Erstgespräch. Zunächst war Arzt 2 darüber ganz froh, dass ich die Sache in die Hand nehme, da er ja keine Behandlungsmöglichkeiten mehr anzubieten hatte.

Gestern war ich in einer Fachklinik. Dort wollten die einen aktuellen MRT-Befund von mir, der erst angefertigt werden muss. Dann soll ich denen den Befund per Post senden. Sie würden sich dann bei mir melden wegen der weiteren Vorgangsweise. (Komplexe Problematik, die man nicht mal einfach so entscheiden kann).

Habe dies heute meinem Arzt 2 so geschildert. Brauche daher weiterhin eine AU-Bescheinigung, bis entschieden ist, ob ich operiert werden kann oder nicht.

Mein Arzt reagierte ziemlich gereizt und meinte ich solle ihm sagen, wie lange ich noch AU sein möchte, bis nächstes Weihnachten oder länger.
Ich antwortete, ich verstehe die Frage nicht ganz, schließlich muss ja noch abgewartet werden, wie die Ärzte in der Fachklinik meinen Fall bewerten. Daher liege die Entscheidung, ob ich weiterhin krank sei, nicht bei mir.
Darauf entgegnete mein Arzt, er wolle von mir eine "Selbsteinschätzung" hören.

Er sagte, ich sei im Kopf gesund und auch an den Händen, also sei ich durchaus arbeitsfähig.
Dann drohte er mir an, dass ich bald einen Brief von der Krankenkasse bekommen werde, weil ich schon so lange AU bin. (Die AUs hat er doch selbst immer wieder für mich ausgestellt!!)

Will er sich jetzt aus der Affäre ziehen? Die AU-Schreibung lag doch die ganze Zeit in seiner Verantwortung.
Und wenn er von Anfang an der Meinung war, dass ich nicht wirklich krank sei, warum hat er mich dann überhaupt AU geschrieben?
Ich kann auch nichts dafür, dass sich die Behandlung so in die Länge zieht. Man bekommt nicht überall zeitnah Termine, ich musste erst verschiedene Untersuchungen machen lassen und Befundberichte abwarten. Ich war also die ganze Zeit nicht untätig.

Was kann mir jetzt drohen?
Oder hat er lediglich selbst Angst, dass er Ärger mit der KK bekommen könnte?
 

franzi

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@Burke: Alg 2.

Er sagte, solange die KK sich still hält, ist alles ok ... Dann sagte er, er wollte das "nur mal mit mir besprochen haben", damit ich mich nicht wundere, wenn ich einen Brief erhalte ...

Ich vermute eher, dass er Ärger mit der KK bekommt, weil er mich ja - derzeit - nicht weiter behandelt, ich aber von ihm immer die fortlaufende Krankmeldung benötige.
Im Falle, dass später operiert werden kann, wäre ich dann ohnehin in einer Fachklinik. Dann hätte er mit der Behandlung nichts mehr zu tun.

Oder könnte ich die weitere Krankmeldung auch vom Hausarzt bekommen? Vielleicht wäre das sinnvoller?
Aber der ist ja auch nicht der behandelnde Arzt.
Derzeit muss erst mal abgeklärt werden, wie weiter behandelt werden kann. Und das wird sich noch ein paar Wochen oder sogar Monate hinziehen. Darauf habe ich keinen Einfluss. Und für die Überbrückungsphase brauche ich weiterhin die AU, da ich ja nicht genesen bin.

Was ist eigentlich mit Menschen, die chronisch krank sind und nicht mehr behandelt werden können? Verlieren die dann auch den AU-Status?
 

PeterK

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Sehr merkwürdiger Arzt. Als ich zu Beginn meiner Rentengeschichte zum sozialen Dienst musste, (Wegen AU), sah man mich 2 Sekunden an (wirklich ernst gemeint) und sagte.." Denke das klappt wieder mit dem Arbeiten.." Wurde also "gesund" geschrieben.
Bin dann zu meinem Hausarzt. Er hat sofort ein Schreiben aufgesetzt, das er eine AU weiterhin feststellt und das darüber nicht diskutiert wird.
Ich war ihm so dankbar. Toller Einsatz. Hatte danach Ruhe.
 

franzi

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:doctor: Unglaublich ...

Ich habe nächsten Fr einen Termin beim Hausarzt. Da werde ich die Thematik mal ganz offen ansprechen. Mit dem kann man reden und ich hoffe, dass wir da zu einer Klärung kommen, mit der ich dann in nächster Zeit gut zurechtkomme ... Vor allem ohne Druck! Denn zusätzlichen Druck kann ich nicht brauchen. Und gesund werde ich davon auch nicht.

Schon seit mehreren Jahren habe ich den Eindruck, dass auch die Ärzte sehr unter Druck stehen. In der Regel bekommt man maximal 3 Tage Krankschreibung. Als ich einmal eine Lungenentzündung hatte und nach 5 Tagen noch nicht genesen war, unterstellte mir mein damaliger Hausarzt, dass ich die Medikamente nicht ordnungsgemäß genommen hätte und drohte mir, mich zum MDK zu schicken. Ich habe daraufhin den Arzt gewechselt. Da besteht keine Vertrauensbasis mehr! (Ich war bei dem Arzt 15 Jahre Patientin gewesen!)
 
Zuletzt bearbeitet:

Mutter Beimer

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Mein Mann lässt sich vom Hausarzt durchgehend AU schreiben, da sein Hausarzt auch den Behandlungsverlauf der ganzen verschiedenen Fachärzte kennt, und somit genau Bescheid weiß.
Er ist jetzt schon seit fast 3 Jahren durchgehend AU geschrieben. Und bis jetzt hat die KK nicht einmal etwas gesagt.
 
G

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Wenn du von der KK kein Geld bekommst, ist deine AU der KK vollkommen egal. Die werden weder dich noch den Arzt deswegen jemals anschreiben.
Von daher - uninformierter Arzt, dem es womöglich am Ego kratzt, dass er nix für dich tun kann als dich AU zu schreiben.

Wechsle mit der AU also ruhig zum Hausarzt, wenn der da kooperativer ist.
 

Antik 63

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Hallo Franzi,
Ich bin auch von meinem Hausarzt seit Juli/16 durchweg AU geschrieben,der HA ist auch mein behandelter Arzt.Da hatte ich noch nie Probleme,wegen der AU,obwohl ich auch beim Schmerz Arzt in Behandlung bin.

Ich an deiner Stelle,würde auch mal mit dem HA sprechen und ihn fragen ob er dir, die AU nicht weiter ausstellen kann.
 

ZynHH

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Ich würde die AU so lange vom Facharzt beziehen, wie er sie ausstellt. Er hat ja nur darauf hingewiesen, das die kk schreiben könnte. Er hat nicht gesagt, das er nicht mehr AU schreibt.

Also alles okay.
 

Zermürbt38

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Ja wie andere schon sagen, lass es deinen Hausarzt in die Hand nehmen. Dieser ist normalerweise auch für die Krankmeldungen zuständig und eigentlich nicht der Facharzt. Der Facharzt schreibt eigentlich nur krank, wenn dieser beispielsweise einen Eingriff (Operation oder ähnliches) vornimmt. Nach der OP und Nachbehandluungszeit im übrigen auch der Hausarzt. Ansonsten immer der Hausarzt. Deswegen wundert es mich, dass der Facharzt dich überhaupt krank geschrieben hatte. Ist vielleicht auch wieder Bundeslandabhängig!

Egal was bei mir war, die ganzen AU´s stammen von meinem Hausarzt. Während OP´s war ich nur für die Liegedauer oder Facharztbehandlungsdauer krank geschrieben. Aber auch maximal eine Woche. Danach übernahm es der Hausarzt.
 

Muzel

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Bist du völlig informiert über deine Diagnose und den kompletten Therapieverlauf?
 

Muzel

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Warum wird aber die Franzi arbeiten geschickt?
 

Muzel

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Er sagte, ich sei im Kopf gesund und auch an den Händen, also sei ich durchaus arbeitsfähig.
Dann drohte er mir an, dass ich bald einen Brief von der Krankenkasse bekommen werde, weil ich schon so lange AU bin. (Die AUs hat er doch selbst immer wieder für mich ausgestellt!!)
Wie verstehst du den Satz?
 

Zermürbt38

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Dann kann dich auch jeder Facharzt krank schreiben.
Dieser macht es aber nur in unserem Bundesland jedenfalls bsp. bei einer Operation. Habe ich extra dazu geschrieben. Ich habe es auch nicht anders gelernt. Keine Ahnung wie es in den anderen Bundesländern ist. Kann auch Arzt abhängig sein. Bei uns jedenfalls und bei den Fachärzten wo ich selber Patientin war oder bin oder ein längeres Praktikum machte, haben es nur in bestimmten Fällen gemact. Kann sein, dass es bei dir anders gehandhabt wird. Ich kann nur aus Erfahrung sprechen!
 

ZynHH

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Kann sein, dass es bei dir anders gehandhabt wird.
Ich kenne das nicht anders, als das mich der Arzt krank schreibt, bei dem ich in Behandlung bin.
Als ich keinen Bock mehr hatte, zum Psychiater zu fahren und dort nur Rezept und AUB abzuholen, hat beides mein Hausarzt übernommen. Aber im Regelfall bleibe ich beim Facharzt in Behandlung, bis die Behandlung abgeschlossen ist und solange hat der mich auch wegen " seiner " Sachen AU zu schreiben.
 

Muzel

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Will er sich jetzt aus der Affäre ziehen? Die AU-Schreibung lag doch die ganze Zeit in seiner Verantwortung.
Und wenn er von Anfang an der Meinung war, dass ich nicht wirklich krank sei, warum hat er mich dann überhaupt AU geschrieben?
Ich kann auch nichts dafür, dass sich die Behandlung so in die Länge zieht. Man bekommt nicht überall zeitnah Termine, ich musste erst verschiedene Untersuchungen machen lassen und Befundberichte abwarten. Ich war also die ganze Zeit nicht untätig.
Was schlussfolgerst du aus diesem Abschnitt?
 
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