Mein Erwerbsminderungsrentenantrag wurde abgelehnt. Wie soll ich damit umgehen?

Insomnia

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Guten Morgen zusammen,

leider wurde mein Antrag auf EM-Rente abgelehnt. Ufff...
Viele von euch werden das sicherlich kennen, wir sind schon mit unseren Erkrankungen überfordert und beschäftigen uns den ganzen Tag (oder überwiegend) damit, wieder gesund zu werden, neue Behandlungsangebote aufzusuchen, wahrzunehmen usw. Ich bin ehrlich zu euch, ich habe gar nicht die Energie, Kraft und Ausdauer um jetzt in eine Schlacht mit der DRV zu ziehen. Wie sollte ich am besten damit umgehen? Vielelicht doch lieber einen Anwalt dazunehmen oder Mitglied beim VDK werden? Ich würde mich über einige Tipps sehr freuen, weil ich nicht genau weiß, wie ich damit umgehen soll.


PS: Ich hatte jetzt schon gelesen, dass ein Widerspruch innerhalb von einem Monat eingereicht werden kann. Dieser Widerspruch sollte ja dann auch irgendwie begründet werden und genau hier bin ich überfordert, weil ich mir denke "Ok, die DRV wird wahrscheinlich auf jedes Wort achten das ich hier schreibe, also könnte ich es auch verschlimmbessern" <- Natürlich nicht absichtlich, aber einfach aus Unwissenheit. Das ist jetzt mein erster Antrag und ich habe keine Ahnung von der Materie.

Danke im Voraus für eure Unterstützung.

Viele Grüße!
 

krakowianka

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Hallo Insomnia,
Ich würde an deine Stelle mit dem Wiederspruch einen Anwalt für Sozialrecht beauftragen.Du sollst auch wissen,das die DRV immer erstmal alles ablehnt.Hast du schon Reha absolviert?.Die wollen erstmal schauen,ob deine Gesundheit durch die Reha wiederhergestellt werden kann.Du sollst niemals aufgeben,ansonsten mit dem Behandler besprechen.
 

Nutälla

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Dieser Widerspruch sollte ja dann auch irgendwie begründet werden
Erstmal reicht es, den Widerspruch fristwahrend einzulegen, die Begründung kann später nachgereicht werden.
Wichtig ist es, Akteneinsicht zu fordern, damit du auf den Widerspruch gut begründen kannst und nachvollziehen kannst, worauf sich die Ablehnung stützt. Alles schriftlich und nachweisbar, das wird dein Anwalt machen, falls du einen einschaltest.
Nicht abwimmeln lassen, falls die Rentenversicherung anfängt, zu taktieren, du hast ein Recht auf Akteneinsicht.
 

Insomnia

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Guten Morgen zusammen,

vielen Dank euch allen für eure Antworten :)

Ich war in den letzten Tagen sehr demotiviert wegen der Ablehnung, aber mir haben jetzt mehrere Personen rückgemeldet, dass das bei der DRV "normal" ist. Dann werde ich mal schauen, dass ich mir Unterstützung für diese Aufgabe hole.

Viele Grüße
 

saurbier

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Das bei der DRV die meisten EMR-Anträge anfangs eher pauschal abgelehnt werden, dürfte sicherlich nichts neues sein. Auf diese Weise kann die DRV ja auch ganz schnell all die Fälle heraus filtern, welchen es eher persönlichen als aus tatsächlich gesundheitlichen Gründen um eine EMR geht.

Die Fälle wo tatsächlich die Gesundheit nicht mehr mit spielt, dürften auch durch die Unterstützung der behandelnden Ärzte den Kampf um die EMR aufnehmen und sich dann je nach Erforderlichkeit durch einen kompetenten Fachanwalt für Sozialrecht auch vor dem SG vertreten lassen.

Sofern du persönlich nicht über entsprechende Grundkenntnisse im Umgang mit Widerspruchsverfahren bei AfA/DRV etc. bzw. vor Gericht bzw. hier halt SG auskennst, solltest du im eigenen Interesse eher auf einen Fachanwalt für Sozialrecht zurück greifen. Es können dich zwar auch Vertreter vom VdK bzw. SozV vor dem SG vertreten, nur unter uns würde ich da eher nicht unbedingt auf deren Kompetenz vertrauen, was hier im Forum auch schon oft genug derart erwähnt. Solltest du ggf. sogar über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, müßtest du eh auf diese zurück greifen, weil dir damit der kostenlose Anwaltsschutz (Prozeßkostenhilfe) entfallen würde.
 

SusiLea22

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Hallo Zusammen,

wie bereits von einigen hier geschrieben kann auch ich nur empfehlen anwaltlichen Rat in Anspruch zu nehmen, bei meinem Vater hat die DRV damals auch zunächst alles abgelehnt, mir Hilfe eines Fachanwaltes für Sozialrecht wurde am Ende jedoch die EMR anerkannt - es lohnt sich also für seine Rechte zu kämpfen!

Je nachdem in welchem Bundesland du lebst gibt es auch ggfs. die Möglichkeit sich einen "Beratungshilfeschein" bei Gericht zu holen, falls du die Beratungsgebühren nicht selbst tragen kannst. So kannst du dich zumindest schon mal ohne große finanzielle Risiken beraten lassen und der Anwalt wird dir dann schon sagen wie die Aussichten auf Erfolg sind.

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute, lass dich nicht unterkriegen!
 

Sowhat

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Man müsste natürlich auch wissen, warum abgelehnt wurde. Wenn nicht genug Beiträge entrichtet wurden (36/60 Regel) dann ist die Ablehnung gerechtfertigt und leider unumstößlich. Ich habe gekämpft und es machte keinen Sinn.
Aber wenn aus irgendwelchen anderen, fadenscheinigen Gründen abgelehnt wurde, dann natürlich kämpfen. Auf eine erstmaige Ablehnung legt man sowieso immer Widerspruchein, zumal es stimmt, dass die DRV immer erstmal ablehnt in der Hoffnung. dass es einige einfach hinnehmen und verzichten. Das spart der DRV ja bares Geld. Ausnahmen, die sofort ihre EMR Rente bewilligt bekamen, bestätigen natürlich auch hier die Regel.

Ich bin beim VdK und es kommt halt immer auf den/die SB dort an. Besonders kämpfen tun die aber meist nicht für einen.
Bei uns in der Stadt ist es aber sehr umständlich einen Beratungsschein zu bekommen, erst durch die ganze Stadt zum Amtsgericht fahren, dann durch das grosse Gebäude laufen und dann einem Rechtsberater einen Beratungsschein abbetteln bzw. lange erklären warum und weswegen. Führ mich als Gehbehinderte war das immer sehr anstrengend und die Anwaltssuceh nervenauffreibend, deshalb in ich damals zum VdK.

Gute Anwälte für Sozialrecht, die auf Beratungsschein arbeiten sind bei uns leider meist auf lange Zeit ausgebucht und die Fristen für Widersprüche, Einsprüche usw. laufen schnell ab.
 

saurbier

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Hallo Sowhat,

Gute Anwälte für Sozialrecht, die auf Beratungsschein arbeiten sind bei uns leider meist auf lange Zeit ausgebucht und die Fristen für Widersprüche, Einsprüche usw. laufen schnell ab.

Da magst du vollkommen recht haben, allerdings kann ein jeder (bzw. sollte heute dank I-Net ein jeder) einen schlichten Widerspruch als zweizeiler verfassen können (siehe hier ggf. im Forum unter Vorlagen).

Bis man dann einen passenden Termin bei einem Fachanwalt vor Ort erhalten hat, reicht es zuerst das man die Frist für den Widerspruch (4 Wochen) eingehalten hat. Eine ausreichende Widerspruchsbegründung kann man dann immer noch dem beauftragen Fachanwalt überlassen.

Es ist alle male besser kurz vor Ende der Widerspruchfrist einen pauschalen Widerspruch einzulegen (ohne nähere Begründung) als das ganze später durch ein Überprüfungsverfahren gem. § 44 SGB X nochmals neu aufzurollen.
 

Ozymandias1

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Widerspruch einlegen
Akteneinsicht anfordern
Widerspruch begründen

Bei einem Antrag schauen es sich nur die Bürokraten der DRV an, bei einem Widerspruch landet es immerhin beim Widerspruchsauschuss wo manchmal auch eine andere Sichtweise vorhanden sein kann.

Das A und O sind natürlich die medizinischen Unterlagen, die vollständig und gut dokumentiert sein sollten.
 
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