Mein Arbeitgeber will mich nicht kündigen und fordert stattdessen, dass ich selber kündige. Wie sollte ich am besten vorgehen?

ChrisWinchester

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Hallo, ich habe vor kurzem einen Aushilfsjob angefangen jedoch passt mir das gar nicht dass ich meinen Lohn erst 15 Tage später erhalte als meine ALG2-Leistung weil ich dadurch Abbuchungen habe die ins leere laufen würden. Bekomme zudem sowieso noch Vermittlungsvorschläge dass ich langfristig also nicht in einem Minijob glücklich werden könnte, die Tätigkeit ansich hat mir auch nicht wirklich Freude bereitet und ist eher was für Frauen.

Habe mich nun für zwei Wochen krankgemeldet, und auch gleichzeitig mitgeteilt dass ich dann jetzt wohl wahrscheinlich gekündigt werden würde aufgrund der Dauer der Krankmeldung und ich das sogar nicht so schlimm finden würde da eine fristgerechte Kündigung sogar erwünscht wäre da ich sowieso Vermittlungsvorschläge erhalte und deshalb nicht lange diesen Minijob wohl ausführen würde. Sie sagte mir nun dass ich am Ende der Woche bitte in die Filiale kommen soll dann könnten wir das Arbeitsverhältnis beenden. Ichh abe aber geantwortet dass ich krankgeschriebn bin und meine Anwesenheit dafür nicht erforderlich ist da fristgerechte ordentliche Kündigung eine einseitige Willenserkläarung darstellt. Da sagte Sie dass ich dabei persönlich dabei sein müsste. Darauf habe ich dann geantwortet dass sie mich wahrscheinlich nur persönlich dabei haben will weil Sie einen Aufhebeungsvertrag machen wil welchen ich aber nicht unterschreiben werde (wegen einer Sanktion). Sie sagte mir dass ich entweder in die Filiale kommen kann dann würde das Verhältnis benden würden oder ich soll es bleiben lassen dann muss ich selber kündigen. Was soll ich nun machen?
 

abcabc

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Sie sagte mir nun dass ich am Ende der Woche bitte in die Filiale kommen soll dann könnten wir das Arbeitsverhältnis beenden.
So lange du krankgeschrieben bist, gehst du natürlich nicht zur Filiale.

Sie sagte mir dass ich entweder in die Filiale kommen kann dann würde das Verhältnis benden würden oder ich soll es bleiben lassen dann muss ich selber kündigen. Was soll ich nun machen?
Verdienst du in dem Nebenjob mehr als 100€ monatlich? Dann auf keinen Fall selbst kündigen, da du dann deine Hilfsbedüftigkeit vorsätzlich erhöhen würdest. Einfach abwarten - die Chefin muss dich so lange bezahlen, bis sie dir fristgerecht die Kündigung nachweisbar zustellt. Bzw. jetzt erstmal bis die 4 Wochen voll sind, die Krankenkasse, weil der Job noch "neu" ist, anschließend für 6 Wochen wieder die Chefin und danach die Krankenkasse..... (außer es gibt bei Minijobs irgendwelche Sonderregeln)
Würde der Arzt dich weiter krank schreiben?
 

isso

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Naja, die Wahrscheinlichkeit, dass von deinem Arbeitgeber eine Arbeitsbescheinigung gefordert wird ist jetzt auch nicht so klein. Und wenn du Pech hast kreuzt der Arbeitgeber da Aspekte an, die dem SB signalisieren können, dass es eine gewollte Kündigung des AN ist. Saktion wäre da noch das kleinere Übel. Denn wenn du einen ganz speziellen SB hast kann es sein, dass dir der §34 SGB II um die Ohren fliegt.

Ich möchte dir nicht absprechen, dass du tatsächlich krank bist (auch wenn dein Beitrag eher vermuten lässt, dass du so eine Kündigung provozieren willst). Wenn der Arbeitgeber dich halten will, dann tut er das, wenn er sich nicht von dir zu einer Kündigung nötigen lassen will, tut er das auch. Du willst ja die Kündigung, dem kommt er z.B. mit einem Aufhebungsvertrag nach (auch wenn er dir nicht passt). Ansonsten kündige selber, wenn wichtige Gründe vorliegen passiert auch genau genommen gar nichts. Es wird vielleicht fast jeder angehört (formal erforderlich) es wird aber lange nicht jeder sanktioniert und im Moment sowieso eher sparsam bis gar nicht. (Meinen letzten Sanktionsbescheid habe ich Ende Februar versandt).
 

Lucky Luke

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.... und auch gleichzeitig mitgeteilt dass ich dann jetzt wohl wahrscheinlich gekündigt werden würde aufgrund der Dauer der Krankmeldung und ich das sogar nicht so schlimm finden würde da eine fristgerechte Kündigung sogar erwünscht wäre........weil Sie einen Aufhebeungsvertrag machen wil welchen ich aber nicht unterschreiben werde.....Was soll ich nun machen?
Sorry, aber ich muss gerade bei deiner Schilderung wirklich schmunzeln.... das hast du ja seeehr geschickt eingefädelt (das war jetzt ironisch gemeint😉).

Was erwartest du denn? Dass auf deine "Wünsche" eingegangen wird? Ernsthaft?!

Du schreibst, dass du diesen Aushilfsjob erst"vor kurzem" angefangen hast - bist du schon länger als vier Wochen dabei? Falls nein, wirst du keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhalten, sondern Krankengeld, aber das nur am Rande.

Besser - und vor allem ehrlicher - wäre es auf alle Fälle gewesen mit deinem AG offen zu reden, anstatt einen. "Gelben" zu reissen, und die Kosten hierfür auch noch vom AG zu wollen, dem du gleichzeitig praktisch mitteilst, dass du eigentlich gar nicht krank bist, dir der Job aber eben nicht gefällt und du die Kündigung willst...

Wenn der AG nicht sehr gutmütig ist, wird er jetzt einfach gar nichts machen und die Sache aussitzen - sowas wie ein "Recht auf Kündigung" gibt es mMn nicht, und eine "Karteileiche" mehr oder weniger wird den AG nicht stören.

Ich würde an deiner Stelle nochmals das Gespräch mit dem AG suchen, und nicht gleich mit juristischem "Halbwissen" anfangen ( a la "einseitige Willenserklärung" usw....), sondern ehrlich sagen was Sache ist - dass er dir nämlich kündigen soll, damit dir keine Sanktionen vom JC drohen. Und für den gelben Urlaubsschein würde ich mich entschuldigen.

Vielleicht kannst du die Sache wieder hinbiegen, viel Erfolg...
 

ChrisWinchester

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Also aktuell habe ich nur 10 Stunden gearbeitet und komme somit nur auf 90€ brutto. Wenn ich nicht mehr im Einsatzplan eingetragen werde dann komme ich ja nicht über die 100€ und würde somit nicht meine Hilfsbedürftigkeit erhöhen
 

abcabc

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Was steht denn in deinem Arbeitsvertrag zu Arbeitszeiten und Gehalt pro Monat?
Steht da nur was wischi-waschi von xx€ pro Stunde und die Anzahl der Stunden können zwischen AG und AN bis 450€ flexibel vereinbart werden?

Und vor allem wie hast du dem JC den Job gemeldet bzgl. zu erwartendem Einkommen (hast du ja hoffentlich vor dem 1. Arbeitstag gemacht)?
 
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hansklein

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Habe mich nun für zwei Wochen krankgemeldet, und auch gleichzeitig mitgeteilt dass ich dann jetzt wohl wahrscheinlich gekündigt werden würde aufgrund der Dauer der Krankmeldung und ich das sogar nicht so schlimm finden würde da eine fristgerechte Kündigung sogar erwünscht wäre da ich sowieso Vermittlungsvorschläge erhalte und deshalb nicht lange diesen Minijob wohl ausführen würde. Sie sagte mir nun dass ich am Ende der Woche bitte in die Filiale kommen soll dann könnten wir das Arbeitsverhältnis beenden. Ichh abe aber geantwortet dass ich krankgeschriebn bin und meine Anwesenheit dafür nicht erforderlich ist da fristgerechte ordentliche Kündigung eine einseitige Willenserkläarung darstellt. Da sagte Sie dass ich dabei persönlich dabei sein müsste. Darauf habe ich dann geantwortet dass sie mich wahrscheinlich nur persönlich dabei haben will weil Sie einen Aufhebeungsvertrag machen wil welchen ich aber nicht unterschreiben werde (wegen einer Sanktion). Sie sagte mir dass ich entweder in die Filiale kommen kann dann würde das Verhältnis benden würden oder ich soll es bleiben lassen dann muss ich selber kündigen. Was soll ich nun machen?
Mit solchem Schreiben reitest du sich selbst in die :poop:. Ist der AG dir nicht wohlgesonnen, oder ihm werden deine Faxen zu dicke, teilt er das mal eben dem JC mit. Das bringt dann ganz andere Probleme mit sich. Datenschutz zwischen JC und AG, könnte dann sogar irrelevant werden, wenn das ganze vor Gericht gehen sollte.

Besser zeigen, das ich keinen Bock auf eine Verbesserung meiner Situation habe, kann ich kaum noch, allerdings könntest du das ganze toppen, in dem du deinem SB mitteilst, das du den Job geschmissen hast, weil keine Lust, den weiter aus zu üben.

Ich an deiner Stelle, würde das Arbeitgeberangebot zum Gespräch wahrnehmen. Ich kenne jemand, der hat in ähnlicher Situation ehrlich mit dem AG geredet und wurde dann, in gegenseitigem, mündlichen Einverständnis, "normal" gekündigt. Wird man sich nicht einig, kann das Gespräch immer beendet werden.

Nicht gesagt, das es bei dir auch so klappt. Aber allemal besser, als zu warten, was passiert, n.m.M.
 

ChrisWinchester

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In meinem Arbeitsvertrag steht nur der Stundenlohn und die Stundenanzahl pro Woche.
Ich habe den Minijob über Jobcenter Digital ohne Brutto/Netto Angaben gemeldet da die Stunden ja variabel sein können. Den Arbeitsvertrag kennt das Jobcenter auch nicht da ich diesen nicht eingereicht hatte. Hatte nur ein Schreiben erhalten vom Jobcenter dass mein Lohn mit 450€ progonostieziert wird.
 

Kerstin_K

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Naja, die Wahrscheinlichkeit, dass von deinem Arbeitgeber eine Arbeitsbescheinigung gefordert wird ist jetzt auch nicht so klein. Und wenn du Pech hast kreuzt der Arbeitgeber da Aspekte an, die dem SB signalisieren können, dass es eine gewollte Kündigung des AN ist. Saktion wäre da noch das kleinere Übel. Denn wenn du einen ganz speziellen SB hast kann es sein, dass dir der §34 SGB II um die Ohren fliegt.
Arbeitsbescheinigung bei einem Minijob?
Du schreibst, dass du diesen Aushilfsjob erst"vor kurzem" angefangen hast - bist du schon länger als vier Wochen dabei? Falls nein, wirst du keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhalten, sondern Krankengeld, aber das nur am Rande.
Bei einem Minijob gibt es kein Krankengeld.
Also aktuell habe ich nur 10 Stunden gearbeitet und komme somit nur auf 90€ brutto. Wenn ich nicht mehr im Einsatzplan eingetragen werde dann komme ich ja nicht über die 100€ und würde somit nicht meine Hilfsbedürftigkeit erhöhen
Nein, falsch. Schau dir bitte mal den § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz an.
In meinem Arbeitsvertrag steht nur der Stundenlohn und die Stundenanzahl pro Woche.
Ich habe den Minijob über Jobcenter Digital ohne Brutto/Netto Angaben gemeldet da die Stunden ja variabel sein können. Den Arbeitsvertrag kennt das Jobcenter auch nicht da ich diesen nicht eingereicht hatte. Hatte nur ein Schreiben erhalten vom Jobcenter dass mein Lohn mit 450€ progonostieziert wird.
Dein Arbeitgeber muss für jeden einzelnen Monat eine einkommensbescheinigung für das Jobcenter ausfüllen.
 

isso

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Arbeitsbescheinigung bei einem Minijob?
Ja, ist doch auch ein Beschäftigungvehältnis. Die Angaben zur Art der Kündigung ist da doch nur ein Aspekt. Die Arbeitsbescheinigung beim JC ist nicht auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen beschränkt. Es gibt aber immer auch ein gewisses Ermessen, ob man so etwas einfordert oder nicht.
 

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Ich würde da ganz bequem die Beine hochlegen. Einfach krankschreiben lassen. Und wieder und immer wieder. Und Lohnfortzahlung gibt's ja auch. Und wie die anderen schon sagten: nicht selber kündigen.
 

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Aber man kann sic nicht ewig krankschreiben lassen. Und wenn der Arbeitgeber nicht kündigt, muss man wieder hin.
Dann ginge noch eine andere Möglichkeit: Dem Arzt die ganze Geschichte erzählen und ihm sagen, dass die momentane Arbeit einen psychisch total belastet und man dort nicht mehr arbeiten kann. Der Arzt setzt dann ein Schreiben auf, wo steht, dass man aus gesundheitlichen Gründen dieser Arbeit (in dem Betrieb) nicht nachgehen kann. Dieses Schreiben zeigt man dem Jobcenter und man kann selber kündigen, ohne dafür sanktioniert zu werden.
 

ChrisWinchester

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Also in meinem Vertrag steht dass ich auf stundenweise eingestellt bin und zur Arbeitszeit steht: mindestens 3 Stunden pro Woche und maximal 15 Stunden pro Woche.
 

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Vorausgesetzt, der Arzt spielt mit.
Tut er das nicht, sucht man sich halt einen anderen.

Ich meine das ist nicht mal gelogen: Der TE steckt in einer Lage, die ihm offensichtlich nicht gut tut. Also erzählt man dem Arzt das so. Und wenn der Arzt mit den Augen rollt, dann ist ein Arztwechsel angezeigt.

Ich war mal selbst in so einer Lage. Ich hatte einen Minijob, in dem ich mich nicht wirklich wohlgefühlt habe. Aber OK, ich habe mich trotzdem angestrengt und habe weiter gemacht. Leider geriet ich in eine Krise (Trennung, Depressive Phase).

Ich war so ehrlich und habe dies auch meiner Fallmanagerin gesagt. Sie meinte nur: entweder so lange krankschreiben lassen, bis ich gekündigt werde oder eben den Arzt um ein Schreiben bitten, damit ich sanktionsfrei kündigen darf. Hat geklappt
 
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Kerstin_K

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Okay, das ist ein bissschen vertrackt:

Es gilt nach §12 Teilzeit- und Befristungsgesetz folgendes:

(1) 1Arbeitgeber und Arbeitnehmer können vereinbaren, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall zu erbringen hat (Arbeit auf Abruf). 2Die Vereinbarung muss eine bestimmte Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit festlegen. 3Wenn die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, gilt eine Arbeitszeit von 20 Stunden als vereinbart. 4Wenn die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht festgelegt ist, hat der Arbeitgeber die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers jeweils für mindestens drei aufeinander folgende Stunden in Anspruch zu nehmen.


(2) 1Ist für die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nach Absatz 1 Satz 2 eine Mindestarbeitszeit vereinbart, darf der Arbeitgeber nur bis zu 25 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit zusätzlich abrufen. 2Ist für die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nach Absatz 1 Satz 2 eine Höchstarbeitszeit vereinbart, darf der Arbeitgeber nur bis zu 20 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit weniger abrufen.


(3) Der Arbeitnehmer ist nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilt.
Der Arbeitgeber muss dich immer für mindestens 3 Stunden am Stück einsetzen (und dir das mindestens 4 Tage vorher mitteilen).

20 % von 15 Stunden Höchstarbeitszeit sind 3 Stunden.

Meiner Mwinung nach, muss dich der Arbeitgeber immer für 12 Stunden bezahlen, auch wenn er dich weniger einsetzt.

So könnte man da sehen. Allerdings könnte es auch sein, dass die Regelung in deinem Arbeitsvertrag gar nicht rechtmäßig ist.

Das habe ich hier gefunden:

Zur Unzulässigkeit von Durchschnittregelungen​


vgl.: Zwanziger, in: Kittner/Däubler/Zwanziger, Kündigungsschutzrecht, Komm. für die Praxis, 5. Aufl. 2001, § 12 TzBfG Rdn.13 Zur Zulässigkeit von Durchschnittregelungen vgl.: Schüren, in: Richardi/Wlotzke, Münchener Hand buch Arbeitsrecht, Ergänzungsband, 2. Aufl. 2001, § 166 Rdn.20ff., 29ff. Würde man der zuerst genannten Ansicht folgen, wäre fast jede Möglichkeit einer Flexibilisierung der Arbeitszeit im Anwendungsbereich des § 12 TzBfG ausgeschlossen. Ist nämlich die Arbeitszeit für die jeweilige Kalenderdauer und den jeweiligen Arbeitstag festgelegt, so würde sich der "Abruf" darauf beschränken, die Arbeitszeit innerhalb der Woche bei vorgegebener Dauer der Arbeitszeit an den einzelnen Tagen festzulegen. Die Bestimmung der Lage der Arbeitszeit ist jedoch bereits nach allgemeinen arbeitsrechtlichen Grundsätzen Gegenstand des Direktionsrechts des Arbeitgebers. Für jedes flexible Arbeitsverhältnis ist es wesenstypisch, dass im Arbeitsvertrag gerade nicht im Voraus im Einzelnen bestimmt wird, an welchem Tag der Woche und für welche Dauer des jeweiligen Arbeitstages die Arbeitsleistung zu erbringen ist. § 12 Abs. 1 Satz 2 TzBfG ist somit richtigerweise dahingehend zu verstehen, dass die regelmäßige Dauer der wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit zu definieren ist, um so die Höhe der Vergütungspflicht des Arbeitgebers festzulegen. Dies schließt aber nicht aus, dass die tatsächliche Arbeitszeit auf die einzelnen Tage und Wochen unterschiedlich verteilt wird. Da gesetzlich kein Ausgleichszeitraum festgelegt wurde, kann nach der hier vertretenen Auffassung für die Berechnung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit weiterhin auch auf einen Jahreszeitraum abgestellt werden (ebenso Schüren, a.a.O., § 166 Rdn. 20 ff., 29 ff.; Hanau, NZA 2001 S. 1168 (1175); Jacobs, a.a .O., § 12 TzBfG Rdn. 22). Allerdings wird ein Jahresbezugszeitraum nur akzeptabel, wenn er durch eine Langzeitplanung zumindest partiell konkretisiert wird (Schüren, a.a .O., § 166 Rdn. 31). Bei der Bestimmung der Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit ist die Fixierung einer konkreten Stundenzahl pro Woche erforderlich. Das Gesetz sieht dabei keine Mindestdauer der wöchentlichen Arbeitszeit vor. Ob eine Berechnung nach Prozentsätzen - etwa auf die tarifliche Wochenarbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten bezogen - ausreichend bestimmt und bei der Arbeit auf Abruf zulässig ist (so Buschmann , a.a.O., § 12 TzBfG Rdn. 62 f.; Zwanziger, a.a.O., § 12 TzBfG Rdn. 15), ist umstritten (dagegen Heyn, in: Meinel/Heyn/Herms, TzBfG 2002, § 12 Rdn. 28). Unzulässig sind jedenfalls sog. Bandbreitenregelungen die eine wöchentliche Mindest- oder Höchstarbeitszeit, z.B. mindestens 10 höchstens 30 Stunden, festlegen (Heyn , a.a.O., § 12 Rdn. 29; Schüren, a.a.O., § 166 Rdn. 10; Worzalla, a.a.O., § 12 Rdn.3).

Zirtiert aus https://www.kanzlei-leising.de/alle.../rechtliche-vorgaben-bei-der-arbeit-auf-abruf

Wenn also die Vereinarung in deinem Arbeitsvertrag unzulässig ist, würden evtl. 20 Stunden als vereinbart gelten, dann müssten dir savon 80 %, also 16 Stunden immer bezahlt werden.

Nicht ganz einfach.
 

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Also in meinem Vertrag steht dass ich auf stundenweise eingestellt bin und zur Arbeitszeit steht: mindestens 3 Stunden pro Woche und maximal 15 Stunden pro Woche.
Ich gehe jetzt einfach Mal davon aus, dass du den Mindestlohn (9,35€) kriegst. Da du schreibst, dass dein Arbeitsvertrag minimal 3 Stunden die Woche vorsieht, wird man dich im Falle der Lohnfortzahlung höchstwahrscheinlich auch nur danach bezahlen. Wären also 12 Stunden im Monat: 12x9,35= 112,20.

Das bedeutet folgendes: 100€ sind anrechnungsfrei. Die restlichen 12,20€ werden zu 80% an dein ALG 2-Regelsatz angerechnet. Das wären 9,76€. Also bekämst du dann vom Jobcenter ca 422€.
 

Kerstin_K

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ch gehe jetzt einfach Mal davon aus, dass du den Mindestlohn (9,35€) kriegst. Da du schreibst, dass dein Arbeitsvertrag minimal 3 Stunden die Woche vorsieht, wird man dich im Falle der Lohnfortzahlung höchstwahrscheinlich auch nur danach bezahlen. Wären also 12 Stunden im Monat: 12x9,35= 112,20.

Das bedeutet folgendes: 100€ sind anrechnungsfrei. Die restlichen 12,20€ werden zu 80% an dein ALG 2 angerechnet. Das wären 9,76€. Also bekämst du dann vom Jobcenter ca 422€.
Falsch. Es gilt der §12 Teilzeit und Befristungsgeset, siehe auch mein #21.
 
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