Mein Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben wurde abgelehnt. Ist es nach einer Reha möglich, erneut einen Antrag zu stellen?

MZ1988

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Hallo,

Leider habe ich nun die zweite Ablehnung für meinen LTA Antrag bekommen.
Nun steht meine Reha an und die Krankenkasse meinte mit der Einschätzung der Reha Klinik hätte ich bessere Chancen.

Kann ich nach Beendigung der Reha erneut einen Antrag stellen?
Oder geht das nach der ersten Ablehnung nicht mehr?

Habe leider auf dem Merkblatt nichts gefunden.

Lieben Dank schon mal. 😊
 

MZ1988

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Es ist halt so, dass MDK der Krankenkasse, die Rentenversicherung und meine behandelden Ärzte es als ein Muss ansehen, dass der Weg über die LTA gemacht wird.
Die AfA stützt sich allein auf ein Gutachten, von einem Arzt, der keine Unterlagen von mir angefordert hatte. Und mich auch nicht Untersucht hat.
Mir bleibt halt jetzt entweder der Weg Klage einzureichen. Oder es abzuwarten bis die Reha um ist und mit dem Reha Bericht dann einen neuen Antrag zu stellen.
 

Ruhrpottmensch

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Es ist halt so [...] die Rentenversicherung [...] es als ein Muss ansehen, dass der Weg über die LTA gemacht wird.
Liegt das schriftlich vor?
Dann wundert es mich ein bisschen, dass a) die RV nicht die LTA übernimmt und b) die AfA ein eigenes Gutachten macht.
Eigentlich sind die Gutachten von der RV (auch für die AfA) bindend. Und stehen in ihrer "Wertigkeit" deutlich über dem eines ÄD.
 

Kerstin_K

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Auf welcher Grundlage hat denn der Arzt dieses Gutachen erstellt? Hast du mal Teil A angeforert, da müsste das drinstehen. Und das wäre er Ansatzt für den Widerspruch gewesen.

Aber ich halte den Weg über den Rehaabschlussbericht such für den erfolgversprechenderen.

Dann wundert es mich ein bisschen, dass a) die RV nicht die LTA übernimmt und b) die AfA ein eigenes Gutachten macht.
Eigentlich sind die Gutachten von der RV (auch für die AfA) bindend. Und stehen in ihrer "Wertigkeit" deutlich über dem eine ÄD.
Das geht eigentlich u, wenn die beitragsrechtlichen Voraussetzungen für eine LTA nicht erfüllt sind.
 

MZ1988

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Also in dem Gutachten steht ganz klar drin, dass ich meine jetzige Arbeit nicht mehr ausüben kann, da ich durch die vielen Einschränkungen dies nicht mehr kann.
Der Arzt, der das Gutachten geschrieben hat, hat viele Einschränkungen aufgeführt. Er meint aber, dass ich eine Helfertätigkeit ausüben könnte und dadurch ist mit der LTA Antrag nicht zu gewähren.
Darauf stützt sich auch die AfA.

Die Rentenversicherung ist bei dem LTA Antrag leider noch nicht für mich zuständig.
 

HermineL

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Die Rentenversicherung ist bei dem LTA Antrag leider noch nicht für mich zuständig.
Sagt wer und mit welcher Rechtsgrundlage ?
Der einzige Grund könnte sein das du die Voraussetzungen nach § 10 SGB VI oder § 11 SGB VI nicht erfüllst. Ersteres kann man aber ausschließen wenn das was der Gutachter schreibt zutreffend ist. Letzteres eigentlich auch da die Leistung einer Erwerbsminderungsrente dadurch verhindert werden könnte.
Also in dem Gutachten steht ganz klar drin, dass ich meine jetzige Arbeit nicht mehr ausüben kann, da ich durch die vielen Einschränkungen dies nicht mehr kann.
Damit dürfte deine Erwerbsfähigkeit eindeutig gefährdet sein und dann wäre die DRV zuständig und nicht die AFA. Ich kann dir nur raten einfach bei der DRV einen Antrag zu stellen. Diesen Antrag muss die DRV dann auch verbescheiden. Hierfür wird die DRV dich dann selber begutachten lassen (mittels med. Reha oder Gutachter) und, wie ein Vorredner schon richtig schrieb, ist dann das Gutachten der DRV bindend für alle anderen Leistungsträger. Vorherige Gutachten seitens AF oder sonstiges sind dann obsolet.

Weiter Infos zu LTA bei der DRV findest du hier: Berufliche Reha
 

MZ1988

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Also die Info, die ich habe, die mir von der drv und der AfA gegeben wurde ist, dass ich 15 Beitragsjahre bei der DRV haben muss, um einen Anspruch auf berufliche Reha zu haben. Diese habe ich leider nicht. Daher wurde der Antrag, an die Agentur für Arbeit geleitet.

Mein Anwalt wird Klage einreichen. Bis dahin war ich dann in Reha und hoffe, dass das Gericht anders entscheiden wird.
 

HermineL

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Also die Info, die ich habe, die mir von der drv und der AfA gegeben wurde ist, dass ich 15 Beitragsjahre bei der DRV haben muss, um einen Anspruch auf berufliche Reha zu haben.
Das ist ja soweit richtig und auch in § 11 Abs.1 SGB VI festgelegt.

Aber wenn ich dein Eingangsposting richtig verstanden habe machst du doch jetzt eine medizinische Reha. Genau diese Reha ist das Sprungbrett für LTA-Leistungen der DRV. Voraussetzung dafür ist das du den LTA-Antrag während der med. Reha stellst und die Reha-Klinik ebenfalls eine LTA anrät.
Das gleiche gilt im übrigen auch dann wenn ansonsten eine Minderung (auch teilweise) der Erwerbsfähigkeit eintreten würde. Die Wartzeit spielt dann keine Rolle mehr.
Rechtsgrundlage dafür ist § 11 Abs.2a SGB VI Im Zitat (Fett durch mich)
(2a) Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden an Versicherte auch erbracht,
1.wenn ohne diese Leistungen Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zu leisten wäre oder
2.wenn sie für eine voraussichtlich erfolgreiche Rehabilitation unmittelbar im Anschluss an Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der Träger der Rentenversicherung erforderlich sind.

Bis dahin war ich dann in Reha und hoffe, dass das Gericht anders entscheiden wird.
Darauf solltest du nicht warten sondern während der Reha einen LTA Antrag stellen. Rechtsgrundlage habe ich dir genannt. Ganz davon abgesehen das bis zur einer Entscheidung des Gerichts Jahre vergehen können.


Noch mehr Infos dazu:
Die Notwendigkeit der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben muss im unmittelbaren Anschluss an medizinische Rehabilitationsleistungen bestehen. Bei der Prüfung der "Unmittelbarkeit" i. S. d. § 11 Abs. 2a Nr. 2 ist davon auszugehen, dass ein inhaltlicher und zeitlicher Zusammenhang noch dann gegeben ist, wenn zwischen dem Ende der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und dem Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ein Zeitraum von bis zu 6 Monaten liegt (Ergebnis der Besprechung 1/2002 der Arbeitsgruppe "Durchführung der Rehabilitation" [AGDR] am 14.2.2002, TOP 4).

Für die Annahme des "unmittelbaren Anschlusses" ist es unerheblich, ob die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wegen mangelnder Aufnahmekapazitäten erst zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen werden können. Entscheidend ist die Feststellung der Notwendigkeit der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben durch den Rentenversicherungsträger, nicht der Beginn ihrer Durchführung. Dabei schließt der Antrag auf medizinische Leistungen i.S.d. §§ 14, 15 den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ein.

Diese Regelung kommt insbesondere der Bundesagentur für Arbeit zugute, die für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 22 Abs. 2 SGB III dann nicht leistungspflichtig ist, wenn der Rentenversicherungsträger die Kosten der Maßnahme zu übernehmen hat. Solange, wie das vom Rentenversicherungsträger gesetzte Teilhabeziel (§ 4 Abs. 1 SGB IX) nicht erreicht ist, ist er für das Verfahren und für die Durchführung der notwendigen Leistungen verantwortlich.

Quelle und weitere Infos: Jansen, SGB VI § 11 Versicherungsrechtliche Voraussetzungen
 

MZ1988

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Ok. Jetzt bin ich überrascht. Und echt sprachlos. Das wusste ich nicht.
Danke für den Hinweis. Das werde ich auf jeden Fall machen
 

HermineL

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Danke für den Hinweis. Das werde ich auf jeden Fall machen
Denke aber daran das die DRV das aber auch bewilligen muss und dafür benötigst du das Anraten der Reha-Klinik. Du solltest dort also gezielt daraufhin arbeiten und sehen das deine Erwerbsfähigkeit nicht besser ist als dieser Gutachter es auch gesehen hat.
Das zu steuern hast du mit deinem Verhalten während der med. Reha bis zu einem gewissen Grad selber in der Hand. Wenn du dort wie ein junger Gott rumspringst wird das nichts werden. Also immer schön die Bälle flach halten und bei jedem Arztgespräch auf eine LTA hinarbeiten.
 

MZ1988

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Das mache ich auf jeden Fall. Aber ich bin echt total überrascht, denn mir wurde die ganze Zeit gesagt, daß wenn ich diese 15 Jahre nicht erfülle das nichts wird. Von so einem Schlupfloch erzählt dir natürlich niemand.

Kann ich die Klage denn erstmal laufen lassen? Diese wird auch erst Mitte Oktober eingereicht und dann wird erstmal Akteneinsicht gefordert.
Sonst sage ich die Klage ab und die drv macht es nachher doch nicht
 

HermineL

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Kann ich die Klage denn erstmal laufen lassen? Diese wird auch erst Mitte Oktober eingereicht und dann wird erstmal Akteneinsicht gefordert.
Ich würde sie weiterlaufen lassen. Sollte du es schaffen über de med.Reha eine LTA zu bekommen kannst du die Klage immer noch zurückziehen.

Von so einem Schlupfloch erzählt dir natürlich niemand.
Weil die alle möglichst nicht leisten wollen. Die kennen den § 11 SGB VI schon aber wenn du nicht selber darauf kommst sagt es dir keiner. Allerdings hätte dein Anwalt darüber stolpern sollen wenn er wußte das du eine med. Reha machst.
 

MZ1988

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Ja, das habe ich mir eben auch gedacht. Habe ja gestern mit ihm noch gesprochen und gesagt, dass ich in Reha gehe. Er möchte ja alles rauszögern, bis der Reha Bericht dann da ist.

Sollte ich da direkt mit der Rentenversicherung oder Krankenversicherungen sprechen oder einfach innerhalb der med. Reha einen Antrag stellen?

Kennst du jemanden, wo das geklappt hat?
 

HermineL

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Sollte ich da direkt mit der Rentenversicherung oder Krankenversicherungen sprechen oder einfach innerhalb der med. Reha einen Antrag stellen?
Direkt in der med. Reha. Der dortige Sozialdienst wird dich dabei unterstützen. Die machen das jeden Tag.
Die sollten eigentlich von alleine auf dich zukommen. Wenn nicht dann frage danach.

Kennst du jemanden, wo das geklappt hat?
Ja und ich denke das die allermeisten LTA-Anträge während einer med. Reha gestellt werden. Habe erst diese Woche mit jemanden in der Reha einen Antrag fertig gemacht. Eine Garantie das die DRV die LTA bewilligt kann dir aber keiner geben.
 

MZ1988

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Achso. Du arbeitest in so einer Reha Einrichtung?
Das ist aber wirklich extrem nett, dass du dein Wissen mit mir teilst. Habe mich echt verloren und veräppelt gefühlt bisher
 

HermineL

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Achso. Du arbeitest in so einer Reha Einrichtung?
Nöö mit Sicherheit nicht. Aber durch die eigene langjährige Leidensgeschichte und Hilfestellung für andere sowie nicht zuletzt durch das Elo-Forum eignet man sich wenig Wissen an.
Den Antrag den ich diese Woche "fertig" gemacht habe war der eines Verwandten. Fertig machen bezieht sich auf das Ausfüllen damit der Betroffene dann diesen Antrag dem Sozialdienst der Reha-Klinik zur Weiterleitung an die DRV zurückgibt.

Das ist aber wirklich extrem nett, dass du dein Wissen mit mir teilst.
Das ist der Sinn und Zwecke des Forums.

Habe mich echt verloren und veräppelt gefühlt bisher
Damit befindest du dich hier im Forum auf Seiten der Mehrheit. Die meisten haben diese Erfahrungen gemacht wie man jeden Tag aufs neue feststellen kann.
 
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