Mein Antrag auf einen Grad der Behinderung war zwar erfolgreich, aber wie formuliere ich einen Widerspruch? Hat jemand Tips für mich?

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Liska

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Guten Tag allerseits,

vor einiger Zeit stellte ich einen Antrag auf Anerkennung einer (Schwer)Behinderung.

Meine Diagnosen sind Depressionen, eine Angststörung, ADHS (ausgeprägt) und eine (Kombinierte) Persönlichkeitsstörung.

Im Dezember beantragte ich die Zuerkennung eines GdB bzw. der Schwerbehinderteneigenschaft. Zuerkannt wurden mir auf Anhieb 40%. Tatsächlich mehr, als ich erwartet hatte!

Kurz mal ein wenig zu meiner Geschichte:

Ich kämpfe mich mehr oder weniger durchs Studium, weil ich mich selbst finanzieren muss, obwohl ich aufgrund meiner diversen krankheitsbedingten Symptome, die da wären:
Verpeiltheit/Unbeholfenheit, nichtvorhandenes technisches/handwerkliches Verständnis, Paranoia, soziale Ängste und aus Erfahrungsmangel und Mangel an "sozialem Instinkt" auch Inkompetenz, Impulsivität, permanente Gefühle von Unzulänglichkeit, Sensibilität/Neigung zur Reizüberflutung, starke Labilität/geringe Belastbarkeit, chronische Suizidalität, Autoaggression, Panikattacken, extremes Grübeln, Tollpatschigkeit, Stimmungsschwankungen, Minderwertigkeitsgefühle, Mangel an Selbstvertrauen und -wertgefühl, Grobmotorik, Chaotischsein (Vermüllung, Verdreckung zu Hause), Konzentrationsmangel, Schlafstörungen, allgemeine Gereiztheit, Vergesslichkeit, permanente Schuld- und Schamgefühle (ganz wichtig!) -
bereits acht Jobs nach relativ kurzer Zeit verlor. Da auch die ganzen Jobversuche nicht reichten, meinen Lebensunterhalt zu decken, folgt nun noch während des Bachelors die Privatinsolvenz.

Außer meinem Partner, der durch die meisten der o.g. Punkte belastet ist, was wiederum meine Beziehung schädigt, und meinem Vater, mit dem ich die u.g. Sache kläre, habe ich keine (! keine Beschönigung) sozialen Kontakte.

Ich fühle mich in Gegenwart anderer wie "gesellschaftlicher Abschaum" und meide Kontaktaufnahme zu anderen um jeden Preis.

Mein Psychiater äußerte, ich hätte seiner Ansicht nach definitiv einen GdB von 50 (in meiner Paranoia rechne ich ja damit, dass meine Ärzte hier mitlesen...). Ich erwartete eigentlich, erst einmal einen GdB von 20 o.ä. zu erhalten - aber tatsächlich wurden es direkt 40.

Ein GdB von 40 ist höher als erwartet, hilft mir allerdings nicht wirklich weiter, da der einzige Anlass zur Beantragung eines GdB das Zusprechen der Schwerbehinderteneigenschaft und damit die Option für meinen Vater, wieder Kindergeld zu beziehen, war. Information am Rande: ich bin "bereits" 27 und habe nach Erhalt einer Sondergenehmigung der Bezirksregierung mit 19 die Oberstufe erneut besucht, mit 22 noch die 13. Klasse wiederholt, weil meine Mutter an ihrer Leberzirrhose verstarb, daher erst mit 23 das Abi erhalten.

Kindergeld ist essenziell, um während des Studiums das Existenzminimum zu erreichen, aber von einem GdB von 40 und psychatrisch attestierter verminderter Studier- und Erwerbsfähigkeit lässt sich die Famillienkasse nicht beeindrucken, ohne GdB von >= 50 und bei Ausübung eines Jobs im Umfang von mehr als 15 Stunden pro Woche liegt die Weiterbewilligung im Ermessen des Sachbearbeiters.

Etwas mehr als 15 Stunden pro Woche muss ich allerdings arbeiten, wenn ich es nicht darauf anlege, meine Wohnung zu verlieren. Es zeichnet sich seit Aufstockung des Pensums bereits eine Verschlimmerung der Symptomatik ab (Verschlimmerung der Autoaggressionen (ich arbeite bei den Diagnosen tatsächlich im Callcenter. ), Schlafstörungen, Gereiztheit), aber Miete, NK, KV, Semesterbeitrag und Essen wollen bezahlt werden. Wohngeldanspruch besteht seit Ende 2018 auch, wurde nun beantragt, wird mich etwas entlasten, das Ruder aber auch nicht vollständig "rumreißen".

Meine Mutter lebt nicht mehr, mein Vater lebt als Rentner selber unterhalb des Existenzminimums und hat sich für mich schon verschuldet, daher drängt es natürlich.

Ich habe bereits einen dreißigseitigen Widerspruch verfasst, den ich meines Erachtens nicht sinnvoll kürzen kann. Da im März der Semesterbeitrag von ca. 300Euro fällig ist, hätte ich in diesem Monat nicht einmal den "Eigenanteil" für einen Anwalt bei Beratungshilfe oder einen Mitgliedschaftsbeitrag bei einem Behindertenverein. Und der Widerspruch muss im März begründet werden.

Entschuldigung, falls ich unstrukturiert schrieb.

Hat jemand Tipps? Zum Widerspruch? Allgemein?

Vielen Dank!

Viele Grüße

Liska
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Mach mal keinen Stress. ;)

Woher nimmst du die Info, dass die Familienkasse den GdB von 40 nicht anerkennt? Ich denke, dass diese Info falsch ist, man braucht ja eigentlich nicht mal einen GdB, gerade wenn z.B. wegen einer schweren Erkrankung die Ausbildung länger dauert, heißt das nicht zwangsläufig, dass man dafür auch einen GdB hat.

Die Familienkasse wird da wohl eher versuchen, das abzulehnen, weil du schon über 25 bist - aber man kann den GdB rückwirkend feststellen lassen bzw sich ärztlich attestieren lassen, dass man schon länger behindert/krank ist.

Im Zweifel lehnen die eh erstmal ab und bewilligen erst im Widerspruch. Ist dein Vater in einer Gewerkschaft? Die können da helfen, da er ja der Kindergeldberechtigte ist und du deine Info aus einer womöglich schon erfolgten Ablehnung resultiert.

Falls ihr noch kein Kindergeld beantragt habt, macht es noch diesen Monat, ihr könnt bis zu sechs Monate rückwirkend Kindergeld bekommen, wäre ja schade, da noch Geld zu verschenken. Unterlagen, die nich fehlen, kann man ja problemlos nachreichen (wenn die Familienkasse nicht direkt, wie bei mir, rechtswidrig ablehnt, ohne überhaupt zu ermitteln... Auch das passiert).

Bzgl GdB, ja, da kannst du widersprechen. Das kannst du auch erstmal unbegründet tun und dann in Ruhe begründen oder dir im April dafür Hilfe holen.
Kann dein Partner dir evtl. helfen, den Text zu kürzen? Ein ausführlicher Widerspruch ist gut, aber 30 Seiten hören sich doch etwas viel an. ;-)

Wie sieht es denn bei dir mit weiterer Hilfe aus?
Hast du Studienerleichterungen?
Hast du Kontakt zur Sozialstelle deiner Uni oder zum AStA?
Sagt dir ambulant betreutes Wohnen was?
Haben deine finanziellen Probleme evtl auch was damit zu tun, dass du schwer den Überblick übers Geld behältst, hast du dich hier schonmal über eine mögliche Betreuung informiert?
Hast du Psychotherapie oder Ergotherapie?
Was würdest du von einem Pflegegrad halten? Seit 2017 kann man den auch mit "nur" psychischen Problemen bekommen und darüber z.B. eine Haushaltshilfe finanzieren.
 

Liska

Elo-User*in
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Hallo,

danke für deine ausführliche Antwort :) Sorry, ich neige generell etwas zum "Stressen" :biggrin:

Ja, Kindergeld wurde schon im März 2018 beantragt. Mittlerweile sprechen wir also von 19 Monaten Kindergeld. Nachdem wir wegen der Gesetzesänderung zum 01.01.2018 bereits Anspruch auf 15 Monaten verloren hatten. :evil:

Im Juni 2018 reichte ich ein therapeutisches Gutachten ein. Leider widersprachen sich die Menschen bei der Familienkasse, so dass ich dachte, mein Therapeut dürfe mir die Behinderung diagnostizieren. Ich hatte mich extra abgesichert und mit ihm geklärt, dass er im Ärzteregister verzeichnet ist etc. Kurz darauf wurde mein Antrag abgelehnt, weil ich keinen "fachärztlichen" Nachweis erbracht hätte - wie gesagt, ich wusste bis dato nicht, dass mein Therapeut als im Ärzteregister stehender Therapeut nicht als Arzt gilt. Erschien mir außerdem dubios, weil mein Therapeut wohl auch schon Bafög-Gutachten verfasst hat, die akzeptiert wurden.

Daraufhin legten wir sofort Widerspruch ein, da ich die Bedingungen ja erfülle. In etwa zeitgleich bemühte ich mich um einen Termin bei einem Psychiater. Eigentlich um Beruhigungsmittel zu erhalten, da zu der Zeit dann erstmals seit Ewigkeiten Panikattacken aufkamen und ich Angst hatte, meinen Job zu verlieren, mit dem ich ja mein Studium finanziere. Aber als Facharzt durfte er mir ja die Diagnosen stellen, die dann auch von der Familienkasse akzeptiert werden. Dh. kurz darauf wurde ein "fachärztlicher Nachweis" eingereicht und der GdB beantragt. Wir befinden uns aktuell also im Widerspruchsverfahren.

Ein Problem ist, dass ich Mitte 2018 noch sehr auf Ehrlichkeit hoffte und der Familienkasse schrieb, dass ich sehr dringend auf das Geld angewiesen sei - ich teilte ihnen mit, dass ich im Schnitt 18 Stunden pro Woche arbeite, weil ich muss, obwohl mein Studium darunter leidet, da mein Vater mir mittlerweile gar nichts mehr an Unterstützung zukommen lassen kann. Dass ich nur den Mindestlohn erhielt, war nur ein Faktor.

Wenn ich aber regulär mindestens 15 Stunden pro Woche arbeite, wird Kindergeld problematisch. Ich vermute, dass die der Meinung sind, dass ich, würde ich mein Studium abbrechen, ja in Vollzeit arbeiten könnte - aber nein, das könnte ich nicht. Ich falle schon jetzt phasenweise lange aus, in Vollzeit wäre ich nach spätestens zwei Wochen raus.
Und in der Uni bin ich zur Zeit nur geringfügig psychischem (sozialem) Stress ausgesetzt, da ich alle Klausurzulassungen besitze und zumindest in dem einen Fach nahezu alles autodidaktisch/online/mit Hilfe meines Partners löse, dh. die Belastung hält sich in Grenzen. Da geht also nicht viel "Energie" für die Ausbildung "drauf", ungeachtet dessen, dass dieses Studium eigentlich auch meine Erstausbildung ist und ich nachweislich aufgrund meiner Erkrankungen so lange gebraucht habe bzw. brauche (s. Abitur mit 23, und das auf dem ersten Bildungsweg).

Wie gesagt - aufgrund meiner prekären Jobsituation (~300 Bewerbungen, 30 Vorstellungsgespräche, trotzdem 7 Monate in '17 keinen Job gefunden, alle Jobs, die ich bisher hatte, (bis auf einen, den jetzigen) wegen meiner Symptomatik verloren, Arbeitsunfall, Kündigungen etc.) musste ich mich schon erheblich verschulden, so weit, dass ich jetzt Insolvenz angemeldet habe und damit sogar mein Studium auf der Kippe steht, das mir massiv Halt und Zukunftsmotivation gibt. In meinem Nebenjob habe ich permanent Angst, eine bestimmte Tätigkeit ausüben zu müssen, die wahrscheinlich relativ schnell zum Jobverlust führen würde, und passe meine Arbeitskonditionen daran an. Ich habe permanent Angst, dass das auffliegt und man mich die Tätigkeit doch ausüben lässt.

Dh. ich kann nicht die "Ich bin erwerbsunfähig"-Schiene fahren. Ohne den GdB von >=50 auch nicht die "Verzögert im Studium"-Schiene. Damit wäre also nur die Mitursächlichkeit der Behinderung für das Außerstandesein zum Selbstunterhalt anerkennbar. Und diese soll ich nachweisen. Meine mehrfachen Nachfragen, wie ich sie nachweisen soll, wenn man doch sieht, dass ich mit Ach und Krach 18 Stunden im Callcenter arbeite, zig Jobs verloren habe und "nebenbei" studiere, wurden mit der Aussage beantwortet, die Familienkasse müsse mich nicht beraten.

Dass die Familienkasse mir in Anbetracht all dessen erzählen will, ich könne mich selbst versorgen, ist für mich absoluter Schwachsinn, man entschuldige meine Wortwahl.

Gerade bei Betrachtung der o.g. Situation: bei einem GdB von 50 ist die Behinderung ursächlich, bei 40 nicht einmal im Umfang von mindestens 25% mitursächlich. Ein Scherz. Selbst wenn ich davon ausginge, dass die Behinderung nur als mitursächlich betrachtet wird, wenn ich studiere, weil das Studium ebenso als Belastung gilt - auch hierbei bleibt erhebliche Mitursächlichkeit bestehen.

Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, dass sie darauf warten, dass wir das Prozedere satthaben und aufgeben. Jede einzelne Reaktion der Familienkasse lässt einen Monat (!) auf sich warten. Telefonisch ist niemand erreichbar (ich kann nicht telefonieren, wohl aber mein Vater). Gestern legte ich die Sache mit dem GdB von 40 und dem Fortdauern der Ausbildung noch mal in einer Mail an die "Sachbearbeiterin" dar - wahrscheinlich lässt sie sich wieder bis ultimo Zeit, darauf zu reagieren, nur um dann wieder irgendetwas nachzufordern. Der aktuelle Stand der Dinge ist eben, dass sie nur davon sprach, dass ich nachweisen soll, dass bzgl des GdB Widerspruch eingelegt wurde, auf die Unterlagen meines Psychiaters (Vorhandensein und Umfang der Erwerbsfähigkeit) wurde eben mit keinem Wort eingegangen. Oder ich brauche einen weiteren Nachweis zur Mitursächlichkeit der Behinderung - aber natürlich weiß ich nicht, wie dieser aussehen könnte. Da ist schon eine Menge Willkür bei.

Der AStA hat mir leider kaum weitergeholfen. Die hätten mir 2017, als ich eine Beratung wahrnahm, - meines Erachtens - sagen sollen, dass ich noch Kindergeld erhalten bzw. sogar familienversichert bleiben könnte, dass der Aufschub des Leistungsnachweises beim Bafög daran scheitern könnte, dass ich nur in therapeutischer Behandlung bin etc.

Studienerleichterungen sind eine gute Frage - eine meiner Fakultäten (ich studiere zwei Fächer) lehnt Nachteilsausgleiche bei ADHS (ist eben meine Hauptdiagnose) und entsprechenden Komorbiditäten kategorisch ab, teilte mein Therapeut mir mit. Bei der anderen bin ich gerade dabei, mir eine Prüfungsverlängerung zu arrangieren. "Gerade" heißt hier "seit einem Jahr", ich schäme mich für meine für andere imaginären Probleme so sehr, dass ich es immer und immer wieder aufschiebe, weil ich mich ja ohnehin permanent wie eine Loserin und allgemein wie ein in der Gesellschaft ungewolltes Subjekt fühle... :icon_neutral:

Den finanziellen Überblick habe ich durchaus, auch wenn ich einige Zeit sicherlich zu verschwenderisch war, ich bin nicht der sparsamste Mensch. Ich hatte eben wirklich über ein halbes Jahr kein Einkommen und ansonsten ein geringes, da musste ich mich überschulden, die einzige Alternative wäre der Studienabbruch gewesen, und der hätte wahrscheinlich zur völligen Selbstaufgabe geführt (ist bei mir ein etwas komplexeres Problem).

In Psychotherapie bin ich fortlaufend seit 2015, seit 2018 eben auch in psychiatrischer, zur Zeit nehme ich auch ein Antidepressivum.

Bei einem Pflegegrad bin ich ehrlich gesagt sehr skeptisch. Ich habe große Angst, dass man mich dann vielleicht auf Lebenszeit vormerkt und mir später mal meine Kinder wegnimmt o.ä. ... obwohl eine Haushaltshilfe sicher sehr erleichternd wäre. Wegen betreuten Wohnens / einer Hilfe in Form des sozialpsychiatrischen Dienstes sind wir aktuell "dran". Es ist nicht förderlich, dass mein Partner ähnliche Probleme hat wie ich 😅

Der Einfachheit halber schreibe ich hier davon, dass ich das Kindergeld erhalte, mir ist klar, dass mein Vater der Kindergeldberechtigte ist. Das ist einer der Gründe dafür, dass das so lange dauert, mein Vater hat mit 70 Jahren kaum noch die Nerven, sich um all das zu kümmern. Nicht mal die Beratung durch einen Anwalt kann ich wahrnehmen. :doh:
 
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Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Puh, da hast du ja ein tolles Familienkassen-Exemplar erwischt.
Ich kenne das auch, dass die sich extrem sträuben, bei uns hat der DGB Rechtsschutz sehr schnell positive Bescheide erreicht.

Die Ursächlichkeit der Behinderung (egal welchen GdB die hat!) bestätigt doch der Arzt! Was will die Familienkasse denn da noch, da müssen die zahlen und gut isses. Ich wüsste da von keinem Ermessensspielraum.

Könntest du die Schreiben, wo sie dir mitteilen, dass der GdB nicht "ausreichen" soll, mal anonymisiert hier hochladen? Ich würd gern versuchen, dir da zu helfen, bin mir aber nicht sicher, ob ich das hinbekomme. Es hört sich an, als würden die dich durch sinnloses Labern hinhalten.
Besser wäre es da vermutlich, wenn sich eine offizielle Stelle einschaltet, deswegen fragte ich nach der Gewerkschaft, bei den älteren Herrschaften ist das ja in manchen Regionen sehr üblich. ;)
Hätte dein Vater denn vom Einkommen her Anspruch auf einen Beratungsschein?
Es ist zwar sein Rechtsstreit, aber du kannst natürlich mit einer Vollmacht von ihm die Klärung über einen Anwalt selbst anleiern.

Von dem Pflegegrad weiß ja nur die Pflegekasse. Und der Pflegegrad wird bei so jungen Menschen meist auch erstmal nur befristet gewährt.
Ich glaube, das Risiko, dass irgendjemand in der Zukunft mal falsche Dinge von dir denkt oder dich für nicht erziehungsfähig hält, ist durchs ambulant betreute Wohnen höher als durch den Pflegegrad. Aber auch wenn so ein Risiko besteht, ist das immer noch verdammt gering.
Ich hab selbst über zehn Jahre gebraucht, um Hilfen anzunehmen, aber inzwischen möchte ich da auf nichts mehr verzichten.
 

Liska

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Das ist deren letztes Statement, kein Wort zu meinem psychiatrischen Attest, nur die Rede vom Widerspruch. Eigentlich neige ich als ADHSlerin dazu, Dinge falsch zu lesen, vielleicht fällt daher ja jemand anderem etwas auf.

Die Beantwortung der Frage, wie ich "Mitursächlichkeit" nachweisen soll, wenn ein bestehendes Studium, der Verlust von zig Jobs wegen krankheitsbedingter Symptome und ein nachgewiesenermaßen erst mit 23 Jahren auf dem 1. Bildungsweg - und nach Erhalt einer Sondergenehmigung der Bezirksregiuerung, um wieder die Oberstufe besuchen zu dürfen - erhaltenes Abitur nicht ausreichen, wertet sie scheinbar schon als "umfassende Hilfe" bzw. "umfassende Beratung".

Übrigens - bevor ich den GdB beantragt hatte, hieß es noch, ich solle präzise formuliert (erstes Attest war zu "schwammig" gewesen) nachweisen, dass eine Behinderung besteht und in welchem Umfang ich erwerbs-/ausbildungsfähig bin. Der Nachweis wurde eingereicht. Behinderung wurde 2015, da ich 24 war, festgestellt, außerdem bin ich teilweise erwerbsfähig (für Kindergeld ausreichend, musste er so sagen, da ich ja mindestens 15 Stunden p.W. arbeite), sagt mein Arzt. Per Einschreiben eingesandt - plötzlich ging es nur noch um den GdB. Ich habe schon überlegt, wie ich Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen kann. Das Widerspruchsverfahren alleine zieht sich schon seit Juni.

Ja, da hab ich wohl tatsächlich Pech gehabt. Leider ist mein Vater kein Gewerkschaftsmitglied. Auch eine Rechtsschutzversicherung haben wir nicht... ein Beratungshilfeschein liegt bereits vor. Morgen möchte er einen Termin machen.

Ergänzung: besagte Dame der Familienkasse brachte es sogar fertig, uns anzubieten, den Widerspruch "noch" zurückzuziehen, weil er unbegründet sei.

Hier noch der vorige Schriftverkehr:

105871


Wenn ich schon "Mitwirkungspflicht" lese... wir haben bisher alles Verlangte schnellstmöglich eingesandt. Und die Äußerung mit dem "bisher geführten Schriftverkehr" dürfen wir uns ebenfalls bereits seit Juni anlesen.
 
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Liska

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Ergänzung: ich vermute stark, dass die Familienkasse an der Ursächlichkeit zweifelt, weil ich alleine psychische Probleme habe und weder unter physischen noch unter kognitiven Einschränkungen leide. Es wurde mir auch im Internet schon unterstellt, ich wolle "betrügen", wenn ich alleine wegen psychischer Erkrankungen länger Kindergeld beziehen will und (halbwegs) in der Lage bin, einem Studium nachzugehen. Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass psychische Behinderungen als weniger behindernd und psychisch Kranke ob ihrer "imaginären" Probleme als wehleidig wahrgenommen werden.

Ich verstehe nicht, weshalb sie auf mein o.g. Argument nicht eingeht (ich erwähnte das ja schon vor Wochen per Mail). Wenn ein GdB von 50 bei Fortdauern des Studiums als ursächlich gilt, wie kann dann ein GdB von 40 als nicht erheblich mitursächlich angesehen werden? Es erschließt sich mir einfach nicht...
 

Wolllaus

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Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass psychische Behinderungen als weniger behindernd und psychisch Kranke ob ihrer "imaginären" Probleme als wehleidig wahrgenommen werden.

das hilft dir zwar nicht wirklich weiter, aber das geht auch "nur" physisch Kranken so. Es gibt Erkrankungen, da sieht man total gesund aus und kann nicht mehr. Ich hab das schon Jahre hinter mir. Am schlimmsten sind die Ärzte, die einen nicht ernst nehmen und als Hypochonder hinstellen. Es ist da echt mühsam und extrem anstrengend, sich von Arzt zu Arzt zu hangeln, bis man einen findet, der einen ernst nimmt. Freundeskreis verkleinert sich da genauso.
Und im Endeffekt ist es auch egal, was man dir im Internet unterstellt. Das ist ja nicht relevant. Wichtig ist, was deine Ärzte sagen, nicht was man dir im Internet unterstellt.

Was den GdB angeht, das ist wahrscheinlich einfach Formsache. mit 50 bist du Schwerbehindert, mit 40 nicht. Kannst du dich nicht gleichstellen lassen? Ich hab da wenig Ahnung, weil für mich ein GdB wenig Sinn macht. Ich hab einfach keine Vorteile und habe mir den Stress deswegen bisher erspart. Vielleicht würde das gehen und dir weiterhelfen.

Und was den Pflegegrad angeht, deswegen würde dir niemand ein Kind wegnehmen. Da müsstest du es schon arg vernachlässigen. Das geht nicht so einfach.
 

Liska

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Hallo, danke für deine Antwort.

Ja, man beurteilt das schnell aus seiner eigenen Perspektive, es geht wohl auch einigen physisch Erkrankten so.
Leider ist es meinen Krankheiten inhärent, sich Dinge zu sehr zu Herzen zu nehmen und auch eigentlich irrelevanten Meinungen zu große Bedeutung beizumessen.

Gleichstellung bringt mir leider nichts, die würde nur "unnötig" Energie kosten. Für Kindergeld brauche ich den GdB von 50, eine Gleichstellung wird nicht anerkannt; im Berufsleben würde sie mir auch nicht helfen, da ich als Studentin (angeblich legal) jedes Jahr einen neuen befristeten Vertrag bekomme. Wollte mein AG mir kündigen, könnte er einfach den Vertrag auslaufen lassen und müsste sich dann nicht mal mit dem Integrationsamt auseinandersetzen... ungeachtet dessen, dass das Integrationsamt einer Kündigung in meinem Fall wohl zustimmen müsste, da ich, wenn mir gekündigt würde, höchstwahrscheinlich aufgrund meiner Symptomatik rausflöge. Und da ich die Erkrankungen natürlich verschwiegen habe/verschweigen musste, weil ich den Job andernfalls nicht erhalten hätte, wäre sogar eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. Echt heftig.
Ich habe bei jedem kleinsten Fehler auf der Arbeit Angst, dass man mich rausschmeißen will, daher arbeite ich so gewissenhaft wie möglich, was mich auch belastet, aber gut. Aktuell komme ich um Suizidgedanken für hypothetischen Fall einer Kündigung nicht herum, weil ich mich nicht noch einmal monatelang ohne Geld durchschlagen kann. Aber ich glaube, würde mir gekündigt werden, wäre es sinnvoll, mich an Stiftungen zu wenden, die Behinderte in Notsituationen unterstützen...

Gut, dass alle sagen, ich müsste mir um eine Aberkennung der Erziehungsfähigkeit keine Sorgen machen, beruhigt mich. Vielleicht gehe ich es tatsächlich an.
 

Liska

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Wie wäre das denn mit der Unterstützung bei Pflegestufen? Ich habe gelesen, dass ich wahrscheinlich Pflegestufe 1 und damit keinen Anspruch auf Pflegegeld hätte, so dass ich mich bei den Behörden "vormerken" ließe, um einmal alle sechs Monate ein Beratungsgespräch erhalten zu können, das ich auch über einen anderweitigen Träger erhalten könnte (wenn es denn was brächte). Mit 0€ Pflegegeld könnte ich mir keine Haushaltshilfe leisten, und genau darum würde es gehen. Die depressiven Stimmungslagen sind ja täglich da, "Beratung" hilft mir gegen die Depressionen nicht.
 

Liska

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Hallo, leider weiß ich nicht, wofür die Abkürzung steht, auch über Google werde ich nicht schlau. Was ist das denn?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Erstens heißt es Pflegegrad und zweitens sind deine Infos noch unvollständig.
Bei PG 1 wird kein Pflegegeld ausgezahlt, aber du hast Anspruch auf den sog. Entlastungsbetrag in Höhe von 125€ im Monat. Darüber kann ein Pflegedienst, eine Sozialstation, ein Anbieter haushaltsnaher Dienstleistungen dann eine Haushaltshilfe abrechnen.

Beratungsgespräche, die übrigens von irgendeinem Pflegedienst durchgeführt werden, sind erst ab PG 2 verpflichtend, wenn du das Pflegegeld ausschließlich auszahlen lässt und keine Pflegesachleistung in Anspruch nimmst.

Hach, danke Kerstin, dass du an sinnvolle Dinge erinnerst. ;) APP wäre gut, ja. Das ist ambulante psychiatrische Pflege. Kerstin, du wusstest neulich selbst nicht was das ist, hätteste ja mal ausschreiben können. ;) :p

Bzgl. des Kindergeldes glaube ich weiterhin nicht daran, dass die Behörde irgendeine Rechtsgrundlage dafür hat, den GdB von 40 und die ärztlichen Atteste nicht anzuerkennen. Die verarschen dich und halten dich hin.
Wenn es keine Möglichkeit gibt, damit einen Anwalt zu beauftragen (was ich aber noch hoffe, da das der einfachste und vor allem schnellste Weg wäre), müsstest du bitte den gesamten schriftlichen Gesprächsverlauf inkl. jeweiligem Datum (ohne Atteste o.ä., es geht nur darum, was die jeweils wie begründen und was du geantwortet hast) anonymisiert hochladen.
Dann kann ich versuchen, das auseinanderzunehmen und denen das unter Androhung einer Untätigkeitsklage aufs Brot zu schmieren. Ein Anwalt wäre aber besser.
 

Liska

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Ja, stimmt, ich erinnerte mich nur an meine Mutter, die 2013 Pflegegeld erhielt, damals hieß es ja noch Pflegestufe. Ich werde mich auf jeden Fall schlaumachen, alleine zwei Stunden Hilfe pro Woche würden schon viel ausmachen. Ich putze sehr ineffizient und brauche bestimmt doppelt so lange wie andere Leute... Manche haushaltsrelevanten Sachen bleiben Wochen oder, wenn auch selten, Monate liegen.

Danke, mein Vater hat einen Termin beim Anwalt. Der ist leider nicht auf Kindergeld spezialisiert, aber daran "interessiert"; Grund ist, dass mein Vater auch nur eingeschränkt mobil ist und es in seinem Wohnort keinen auf Kindergeld spezialisierten gibt. Wenn ich den Termin für ihn - also mit Vollmacht - wahrnehmen wollte, würde ich da dann mit seinem Beratungshilfeschein hingehen? Oder bräuchte ich dann selber einen? Ich bekäme den zwar, aber es kommt wohl komisch, wenn ich mir drei Beratungshilfescheine auf einmal ausstellen lasse... so das überhaupt geht.
 

Liska

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Kann es sein, dass ab einer gewissen Anzahl an Monaten der Anspruch verfällt? So dass Kindergeld z.B. nicht 20 Monate rückwirkend ausgezahlt werden kann, auch wenn der Antrag entsprechend mehr als ein Jahr zuvor gestellt wurde? Ich vermute zwar, dass nicht, bin aber unsicher, weil die Frist der rückwirkenden Kindergeldauszahlung 2018 ja allgemein verkürzt wurde, da Kindergeld nur dem direkten Lebensunterhalt des Kindes diene. Mein Vater hat für mich einen hohen Dispo aufgenommen, für den er monatlich Zinsen zahlt. Ich fände es arg mies, wenn die Familienkasse aufgrund ihres eigenen Aufschiebens Geld sparen könnte, das ihm zusteht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Nein, die müssen ab dem Antragstermin bzw von da an 6 Monate rückwirkend, zahlen. Daran können die mit ihrer Aufschieberei nix ändern.
In der Kindergeldsache müsstest du mit Vollmacht und einem Beratungsschein für deinen Vater einen Anwalt aufsuchen, ist ja nicht dein Rechtsstreit.
Ich schätze, das kann aber auch ein Anwalt erledigen, dessen Fachgebiet es nicht ist, so schwierig ist die Sache eigentlich nicht.
Wenn du aber ohnehin gerade einen Anwalt für deine Dinge suchst, würde es vermutlich schon Sinn machen, denselben Anwalt auch aufs Kindergeld anzusetzen.

Man kann durchaus mehrere Beratungsscheine auf einmal bekommen.
 

Liska

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Gut, ich habe nun doch noch einen einschlägig tätigen Anwalt kontaktiert und warte ab, was die Beratung bringt.

Um auf den ursprünglichen Aspekt zurückzukommen:
Ich habe den Widerspruch nun auf knapp zweieinhalb Seiten stichwortartig, aber dennoch ausführlich und, wie ich denke, gut verständlich zusammengefasst.
Da ich das Ding so schnell wie möglich durchkriegen will:
Ist es sinnvoll, den Widerspruch so einzureichen? Ich bin mir sicher, dass auch die kurze Variante die Bandbreite meiner Symptomatik abdeckt.
Und besteht die Option, dem Verwaltungsamt sowohl die ausführliche als auch die komprimierte Variante zu schicken? So nach dem Motto - "wenn Sie genug Zeit haben sollten oder etwas unverständlich sein sollte, lesen Sie gerne in der ausführlichen Variante nach, andernfalls können Sie sich auch an der Zusammenfassung orientieren"?
Die Zusammenfassung beinhaltet sehr viele alltägliche Beispiele, deren zugrundeliegende Problematik ich in der Zusammenfassung einfach abstrahiert habe.
Ich möchte nur nicht noch Wochen warten müssen, bis ich die Begründung einreiche, denn es drängt aufgrund des Geldes natürlich durchaus etwas.
 

Liska

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So, kleines Update:

Anwalt ist sich auch nicht sicher, ob es mir "das Genick brechen" könnte, dass mein Psychiater mir zwar attestiert hat, dass ich nur eingeschränkt ausbildungs- und erwerbsfähig bin, auf der anderen Seite aber auch schrieb/schreiben musste (da ich eben in Teilzeit arbeiten muss, ansonsten keine Unterstützung erhalten kann), dass ich >15 Stunden pW arbeite. Damit dürfe die Familienkasse - vermutlich - davon ausgehen, dass ich mich hinreichend selbst versorgen kann.

Hat noch jemand Ideen, Anreize? Ist echt zum Verzweifeln. Ich fürchte, dass ich den GdB von 50, der den Anspruch direkt bestätigen würde, nicht direkt erhalten werde, da ich ja "leider" nur psychische Erkrankungen angegeben habe. Daher wäre meine einzige Option, das Kindergeld innerhalb der nächsten Monate zu erhalten, die, auf Mitursächlichkeit zu pochen. Aber wenn auch der Anwalt nicht weiterweiß...

Vielen Dank!
 

atasteofbunny

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Wenn es dir gesundheitlich/psychisch so schlecht geht, wie im Eingangsbeitrag geschrieben: 1. Studium unterbrechen, 2. arbeitslos melden und um Gesundheit kümmern, 3. wenn es dir besser geht, du dich stabilisiert hast, Studium abschließen. (Ja, das dauert voraussichtlich lange, aber so kannst du Stück für Stück alles "abarbeiten" und hast nicht so viele Belastungen auf einmal zu bewältigen.)

Die bereits vorgeschlagene ambulante psychosoziale Betreuung kenne ich. Ich habe das von 2010 bis 2014 gemacht und es geht mir sehr viel besser heutzutage. Vielleicht wäre das der nächste Schritt für dich, sich erstmal darum zu kümmern, denn die Leute, die dich dort betreuen, kennen sich auch mit Behördenangelegenheiten gut aus und können dir auch dort helfen!
 

Liska

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Danke für deine Antwort, aber eine Unterbrechung kommt für mich nicht mehr infrage. Ich bin schon jetzt Ende 20, und nicht alle meiner Erkrankungen sind wegtherapierbar, auch langfristig, sondern teilweise sogar genetisch, der Rest, die ganzen Komorbiditäten konnten über die Jahrzehnte untherapiert fortschreiten.
Mit anderen Worten, wenn ich Pech hätte, blieb das Gros meiner Probleme auch nach zeitintensiver Therapie bestehen, aber ich werde ja nicht jünger, d.h. über 30 muss ich mich dann bei Wiederaufnahme des Studiums in der KV "freiwillig" versichern, wenn ich nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten kann. Das würde bei womöglich gleicher Arbeitsfähigkeit ein Minus von ca. 100€ bedeuten. Dann beiße ich mich lieber jetzt durch, um im Master wieder den Bafög-Höchstsatz zu erhalten. Mit der Bafög-Reform werden ja sogar die KV-Kosten über 30 übernommen.
Mittlerweile weiß ich ja auch, wie man den Bafög-Bezug behinderungsbedingt verlängern kann.

Im Gegenteil, ich befinde mich aktuell in einem studienbezogenen "Höhenflug", habe just wieder gemerkt, dass ich gute Leistungen erbringen kann, weswegen ich mich aktuell mit meinem ursprünglichen Ziel, das ich späterhin wegen der ganzen Selbstzweifel verwarf, nämlich dem, in die Wissenschaft zu gehen, mindestens aber zu promovieren, motiviere, das Studium schnellstmöglich und gut abzuschließen. Dass ich nun erstmals seit langer Zeit Leistung erbracht habe, bei der ich das Gefühl habe, mein fachbezogenes Potenzial auch zu nutzen, gibt mir deutlichen Auftrieb.

Und auch wenn man dazu neigt, meiner "Rechtfertigung" des Nichtstudienabbruchs zu entnehmen, dass ich dahingehend unsicher wäre: ich bin es nicht ;) Unterbrechung fällt zwar flach, aber das heißt ja nicht, dass ich auf mir rechtmäßig zustehende Unterstützung verzichten möchte. Dass ich mein Studium eventuell auch weiterhin, selbst bei Kindergeldbezug, unterhalb des Existenzminimums weiterführen müssen werde, ist die eine Sache, aber natürlich nehme ich das Kindergeld gerne an, um zumindest beim Discounter-Wocheneinkauf kein schlechtes Gewissen zu haben, um es mal auf das Wesentliche zu reduzieren.

Hat sonst niemand Erfahrung damit, Kindergeld über 25 zu erhalten?
 

Liska

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Aktuell: Widerspruch gegen GdB 40 wurde abgewiesen, Klage auf Zuerkennung der Schwerbehinderteneigenschaft wurde erhoben. Der Kampf gegen die Familienkasse ohne GdB 50 wurde vorerst eingestellt Hat jemand Tipps für die Begutachtung oder die Klage allgemein? Ich habe panische Angst, dass meine Erkrankungen "underrated" werden - obwohl der Versorgungsmedizin-Verordnung gemäß eindeutig mittelgradige Anpassungsschwierigkeiten vorliegen. Danke!
 

Liska

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So, (erster) Gutachtertermin im Klageverfahren fand statt. Ich bin mir sehr sicher, dass es diesem Gutachter zufolge bei einem Grad der Behinderung von 40 bleiben wird. Der Gutachter äußerte auch, er wisse nicht, ob meine Symptome für eine Schwerbehinderung ausreichen (was sie gem. versorgungsmed. Grunds. relativ offen ersichtlich tun).

Gibt es vor dem Hintergrund der ADHS-Erkrankung, die für eine sinnvolle Begutachtung fundierte diagnosepezifische Kenntnisse voraussetzt, weil andernfalls viele Verhaltensweisen missinterpretiert werden können (z.B. Implikation, ich sei weniger oder gar nicht depressiv, weil ich impulsiv bin und viel und sehr schnell rede), irgendeine Möglichkeit, dass ein Gutachten nach §109 SGG (sicher) von der Staatskasse übernommen wird? Mir selber fehlen, da ich ja sogar unter dem "menschenwürdigen Existenzminimum" lebe, zur Kostenübernahme absolut die Mittel.
 
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