Mein Antrag auf ALG II habe ich im Januar gestellt, bin ohne festen Wohnsitz,es wird eine Meldeadresse und mehr gefordert,wie jetzt vorgehen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Elo42

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Hallo Forum,
Ich bin 26 und ohne festen Wohnsitz. Ich habe leider noch nicht gearbeitet und wurde bis ich 24 war unterstützt. Da mir leider das Geld ausgegangen ist und mich keiner mehr Unterstützen möchte benötige ich eine Überbrückung bis zu meinem Ausbildungsbeginn dieses Jahr.

Im Januar habe ich bereits einen Antrag beim Jobcenter gestellt, natürlich wurde gleich am selben Tag eine Vorabentscheidung getroffen und der Anspruch auf Leistungen ist dem Grunde nach gegeben.

Natürlich wurde gleich ein Paar aufgaben vergeben, Vorstellung bei dem Amt für Wohnungswesen, Sozialer Dienst mit Schweigepflichtsenbindung und eine Eingliederungsvereinbarung getroffen.

Der Antrag wurde Fristgerecht dann vollständig eingereicht, die letzten 6 Monate Kontoauszüge (welche komplett ohne Bewegungen waren, da mein Konto gepfändet ist und ich erst auf dem Amt erfahren habe das man ein P-Konto einfach einrichten kann). Geld habe ich leider keins, wie auch wenn ich noch nie gearbeitet habe.

Nach 8 Wochen bekam ich jetzt an meine Postadresse die Aufforderung zur Mitwirkung das ich einen Nachweis für die Postadresse erbringen soll (was soll das Bringen einen Nachweis über eine Postadresse als Brief zu fordern??), und jetzt kommt der Knüller das Jobcenter fragt mich von was ich gelebt habe seit der Antragstellung nachdem diese mir die Grundsicherung solange verweigerten. Da war ich einfach nur Baff.

In der Hoffnung das es nicht noch länger dauert habe ich diese für mich schwere Zeit (in der ich mehr als 30KG abgenommen habe, die Gesundheit wirds Danken, aber wenn dann bitte möchte ich immer noch selbst darüber entscheiden wann es ein Kaloriendefizit gibt) durchgekämpft und bin nur entsetzt.

Mir wurde zwischenzeitlich die Krankenversicherung gekündigt in einer Zeit in der ich Regelmäßige Untersuchungen und Arztbesuche gebraucht habe obwohl ich im Jobcenter diesbezüglich auf Dringlichkeit hingewiesen habe. Ich musste mir ein Darlehen bei verwandten nehmen das ich meine Krankenversicherung bezahlen konnte um meine Thrombose spritzen weiter zu erhalten, da meine Krankenkasse sich auf keine Fristverlängerung bis zum erreichen des Bescheids mehr einlassen wollte. Von den zusätzlichen mehr schulden gar nicht zu sprechen. (Bei mir wird bald auch eine Eidesstattliche Versicherung abgenommen vom Gerichtsvollzieher.) Ich musste mir auch noch ein Darlehen nehmen um nicht zu Verhungern. Ich Rauche nicht, ich Trinke nicht, ich brauche nicht viel Geld zum Überleben aber schön war das nicht in den 2 Monaten von knappen 300€ Bar zu leben, zum glück konnte ich manchmal noch bei meinen Eltern essen oder habe noch Pfandflaschen gefunden um über den Tag zu kommen.

Ich verstehe das nicht, wie sind eure Erfahrungen? Ich habe immer mit offenen Karten gegenüber dem Jobcenter gespielt, Kontoauszüge aus den letzten 6 Monaten abgegeben. Nur jetzt bin ich Verunsichert. Was ich noch schreiben soll, oder überhaupt. Ist nicht alles ersichtlich aus meinen Angaben und Kontoauszügen? Wäre da nicht § 65 SGB I Grenzen der Mitwirkung zu sehen?

Ich kann mich ohne Jobcenter bescheid nicht beim Amt für Wohnungswesen anmelden, was das wichtigste wäre laut Jobcenter, laut Sozialem dienst und dem Amt für Wohnungswesen in dem ich mich ja schon vorstellen sollte obwohl das Jobcenter wissen sollte das dies nicht geht ohne Bescheid.


Was habe ich jetzt gemacht:

Antrag1 Vorläufige Zahlung
(...)ALG II gemäß § 41a SGB II sofort vorläufig zu entscheiden(..)

Antrag2 Vorrauszahlung
(...)hiermit beantrage ich einen Vorschuss gemäß § 42 SGB I auf die zu erwartenden Leistungen nach dem zweiten Sozialgesetzbuch.(...)Aufgrund der Eilbedürftigkeit meiner persönlichen Situation ist dem Antrag sofort stattzugeben. Als Nachweis meiner Mittellosigkeit füge ich diesem Antrag eine Kopie meines letzten Kontoauszuges bei. (..)

Erbitte noch um Erfahrungen, Hinweise was Ihr machen würdet.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo @Elo42 und :welcome:

Ich war so frei und hab' den Titel Deines Fadens mal etwas griffiger gestaltet.
Ich möchte dir noch mal in Erinnerung bringen die Forenregel 11, bitte immer eine aussagekräftige Überschrift

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11

Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!!oder " Jobcenter Hinhaltetaktik"

sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 150! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

und auch im Texteingabefeld bei der Überschrift findest du dazu den Hinweis.

Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine

aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:


Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 

Berenike1810

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Hallo Elo und willkommen hier bei uns !

Habt ihr Organisationen, welche sich mit den Problemen der Erwerbslosen Leute befassen ? Mit den Themen des ALG 2 ? Der Obdachlosigkeit ?

Dort gibt es meist auch den Service der "Begleitung gemäß § 13 SGB X" ; dort wird in der Regel (bei uns ist das so) auch geholfen, was den ganzen Schriftverkehr angeht.

Was ich nicht verstehe: hast Du nun eine Postadresse angegeben, sonst könnte Dich deren Schreiben nicht erreichen ?

> Wenn es sich bei dieser Adresse um einen Hilfe - Verein handelt (soundso...e.V.), oder um eine kirchliche Institution, sollten Dir die Hauptamtlichen dort eine Bestätigung schreiben.

Nur z.B.: wir haben hier auch viele Leute ohne Obdach, diese lassen sich ihre Post dorthin schicken und sehen regelmäßig nach, ob sie welche bekommen haben.

Besorge Dir eine solche Bescheinigung und dann ab zum Amt für Wohnungswesen. Das P-Konto richtest Du dann am Besten umgehend ein.

Äähh: was hast Du denn für eine Adresse bei der Bank ???

Ach ja: sei vorsichtig mit Angaben, wie ich habe von Verwandten Bares bekommen ! - Die hören nicht mehr auf, denn sie wollen Dich dann sicherlich nötigen, diese Verwandten namentlich, mit Adresse, zu benennen und nerven dann dort weiter.

Du bist öfter zum Essen eingeladen, das können Hinz u. Kunz und Verwandte machen. Flaschen sammeln darf jeder, Gibt es einen Essenstreff bei Euch - wenn Ja: bist Du dort schon aufgetreten ?

Am besten wäre natürlich ein Anwalt, aber auch der braucht ine Adresse.

Berenike
.
 

Elo42

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Danke für die Verbesserung der Überschrift. Nur leider erweckt das jetzt den Anschein als gäbe es ein Problem mit der Postadresse.

Die Adresse bei der Bank ist die letzte Meldeadresse wie auf dem Aufweis. Meine Post lasse ich mir Postlagernd zusenden, deshalb kam der Brief auch an... Deshalb mein Unverständnis über die Aufforderung mich nach einem Post nachweis per Post zu fragen. So mit habe ich für das Amt eine Korrekte Postadresse über die ich erreicht werden kann.
Den Punkt wollte ich damit abhacken das ich auf die Mitwirkung reagiere und eben erläutere das sonst ja eine Beantwortung ihres Briefes unmöglich wär.

Beim Amt für Wohnungswesen war ich schon... im Auftrag des Jobcenters. Ich wurde abgewiesen, ohne bescheid oder Einkommensnachweis keine Hilfe.

Der Zeitliche ablauf:
Hauptantrag, xy.01.2019
Aufforderung Mitwirkung ende xy.04.2019 gleichzeitig dann Antrag auf vorläufige Zahlung/Entscheidung Hartz IV Forum - Antrag auf vorläufige Zahlung und Antrag auf Vorschuss meinerseits, mit vermerk auf Dringlichkeit samt letzten Kontoauszug Hartz IV Vorschuss | Anspruch | Höhe ▷ Muster-Antrag ▷ HartzIV.org


Mir wurde in einem anderen Forum geraten möglichst bald zum Sozialgericht zu gehen, nur die Frage ist noch wegen der Mitwirkungspflicht, die wird dadurch ja nicht verschoben, kann man das beantragen?

Aufgrund des Langen Zeitraums, und des Briefs zur Mitwirkung voller Drohungen, und dieser am Ausgestreckten Arm verhungern lassen Taktik, erwarte ich nichts mehr gutes und möchte nicht Mitwirken.
 

erwerbsuchend

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Die Adresse bei der Bank ist die letzte Meldeadresse wie auf dem Aufweis.
Ich gehe mal davon aus, dass man dich nicht mehr an dieser Adresse antrifft, oder wer wohnt an dieser Adresse unter deinem Namen dort?

Meine Post lasse ich mir Postlagernd zusenden, deshalb kam der Brief auch an...
Handelt es sich dabei um ein Postfach?

Das JC möchte von dir eine ladungsfähige Anschrift haben, wo man dich auch direkt persönlich antreffen kann. Ist dies bei dir derzeit gegeben?
 

gila

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Wenn du derzeit keinen festen Wohnsitz hast, dann hast du eventuell eine Art von Unterkunft, für die aber keine Kosten der Unterkunft derzeit per Mietvertrag anfallen. Folglich brauchst (und kannst du ggf. auch nicht) keine ladungsfähige Anschrift wo man dich antreffen kann, sondern eine postalische Erreichbarkeit.
Die kann man auch über die Caritas bekommen oder sonstige Institutionen. Lies dir bitte mal folgende Informationen durch und schaue ob es in Deinem Stadtbereich eine Institution gibt, die für dich unterstützend hilfreich sein kann.

 

RoxyMusic

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Hier noch Info zu "Erreichbarkeit" und "Zuständigkeitsbereich" als Voraussetzung für den Leistungsanspruch nach SGB II:

LSG Berlin-Brandenburg L 29 B 2228/07 AS ER

"Für Wohnungslose müssen die Anforderungen des § 1 Satz 2 EAO daher modifiziert werden. Es muss jedoch sichergestellt werden, dass der Hilfesuchende jeden Tag für den Träger der Grundsicherung erreichbar ist. Dies ist nach Auffassung des Senats möglich durch eine tägliche persönliche Meldung des Hilfesuchenden bei dem Träger der Grundsicherung. Der Senat hat jedoch auch keine Bedenken gegen die von dem Antragsgegner vorgeschlagene Verfahrensweise, nämlich dass sich der Antragsteller täglich bei einer anerkannten Beratungs- und Betreuungseinrichtung, die sich dann im jeweiligen Zuständigkeitsbereich des entsprechenden Trägers der Grundsicherung befinden müsste, meldet (so auch Brühl/Schoch in LPK-SGB II, 2. Aufl., § 7 Rn. 92) und die sich verpflichtet, dem Träger der Grundsicherung mitzuteilen, wenn sich der Hilfesuchende dort nicht mehr meldet. Damit könnte den Anforderungen der EAO nachgekommen und gleichzeitig sichergestellt werden, dass der Träger der Grundsicherung erfährt, wenn sich der Hilfesuchende nicht mehr in seinem Zuständigkeitsbereich aufhält. Der Antragsteller müsste dem Antragsgegner eine entsprechende "Erreichbarkeitsbescheinigung" vorlegen. Vordrucke hierfür sind beim Antragsgegner erhältlich. Auch müsste der Antragsgegner dem Antragsteller eine entsprechende Beratungs- und Betreuungseinrichtung benennen.

Solange der Antragsteller diesen Anforderungen nicht nachkommt, sich also nicht entweder jeden Tag persönlich bei dem Antragsgegner meldet oder eine Beratungs- und Betreuungseinrichtung angibt und sich jeden Tag bei dieser meldet, ist er nicht erreichbar und hat damit keinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II."
 

gila

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.... wobei hier noch keine so strenge Erreichbarkeit in dieser Art gefordert wurde. Es mag aber verdeutlichen, dass dies wohl gefordert werden kann. Momentan geht es noch um das Minimum an Anforderungen nämlich die postalische Erreichbarkeit
 

RoxyMusic

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Es geht ja auch um die Prüfung der örtlichen Zuständigkeit:


"Kann ein gewöhnlicher Aufenthaltsort nicht festgestellt werden, so ist der Träger nach diesem Buch örtlich zuständig, in dessen Bereich sich die oder der erwerbsfähige Leistungsberechtigte tatsächlich aufhält."
 

gila

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Es geht ja auch um die Prüfung der örtlichen Zuständigkeit:
....
Die scheint außer Frage zu stehen:

Nach 8 Wochen bekam ich jetzt an meine Postadresse die Aufforderung zur Mitwirkung das ich einen Nachweis für die Postadresse erbringen soll
Im Januar habe ich bereits einen Antrag beim Jobcenter gestellt, natürlich wurde gleich am selben Tag eine Vorabentscheidung getroffen und der Anspruch auf Leistungen ist dem Grunde nach gegeben.

Natürlich wurde gleich ein Paar aufgaben vergeben, Vorstellung bei dem Amt für Wohnungswesen, Sozialer Dienst mit Schweigepflichtsenbindung und eine Eingliederungsvereinbarung getroffen.

Der Antrag wurde Fristgerecht dann vollständig eingereicht,
TE versteht wohl nicht genau, warum (zumindest) die Postadresse wichtig sein soll - daher wäre es gut, er würde sich die passende Unterstützung für seinen Fall holen, sonst läuft er noch wochenlang seiner Kohle hinterher.
Er ist ja auch KRANK und nicht versichert...
 
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