Mein ALG I Anspruch ruht derzeit. Habe dennoch Mitwirkungspflichten und wie kann ich gegen eine 25 % Kürzung wegen einer angeblichen Leistungsminderung vorgehen ?

mryzx

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Hallo liebe Forumgemeinde,

ich bin neu hier und hoffe, dass ihr mir mit einigen Fragen zum ALG I weiterhelfen könnt.

1) Zunächst habe ich eine Frage zur Kürzung vom ALG I:
Meine Vorgeschichte: Ich war seit Ende letzten Jahres krank geschrieben und wurde im Juni von der Krankenkasse ausgeseteuert, weil ich die maximale Krankengeldbezugsdauer erreicht habe. Der Übergang ins ALG I gestaltete sich langwierig und vor ein paar Tagen habe ich endlich den Bescheid erhalten. Ich staunte etwas, als ich die Leistungen gesehen habe, da diese um einiges niedriger waren, als erwartet. Als Grund wurde angegeben, ich sei nur noch 30 Stunden von meiner ehemaligen 40-Stunden-Arbeitswoche arbeitsfähig. Seit diesem Monat bin ich nun offiziell arbeitslos, da ich nicht mehr an meinen alten Job zurückkehren konnte, aus gesundheitlichen Gründen. Die Auflösung des Arbeitsverhältnis erfolgte auf meine eigene Bitte hin.
Leider hat ein großteil meiner Krankheit mit dem Job selbst zu tun. Ich bin froh, dass ich nicht mehr zurückkehren muss, aber dennoch habe ich den Anspruch an mich selbst, einer "normalen" Arbeit in Vollzeit nachzugehen. Auch die Vermittlungsabteilung der Agentur hat mich als Vollzeit-Job-Suchenden registriert.
Meine Frage ist nun also, welche Möglichkeit habe ich meinen Anspruch auf die volle Höhe von ALG I geltend zu machen. Und gehe ich bei einem Widerspruch gegen den Bescheid das Risiko ein, noch nachträglich eine 3-monatige Sperrfrisst zu bekommen? Die habe ich aktuell nicht.

2) Davon unabhängig bekomme ich für diesen und nächsten Monat sowieso kein Geld, da mein Anspruch ruht. Der Grund dafür ist, dass mein AG mir (wohl) noch etwa 60 Tage Urlaub ausbezahlt. Laut meinen Recherchen lässt sich das nicht umgehen, aber ich frage mich nun, in wiefern ich während dieser Phase zur Mitwirkung verpflichtet bin und ob eine fehlende Mitwirkung dann im Nachhinein noch sanktioniert werden kann (also ab Dezember). Bitte versteht mich nicht falsch, ich will arbeiten, ich sitze täglich an Bewerbungen und das eine Stellengesuch, das ich bisher vermittelt bekommen habe, ist ok, entsprich jedoch nicht ganz meinen Qualifikationen. Ganz unabhängig davon weiß ich selbst am besten, was ich kann und will und was eben nicht. Für alle bisher geschriebenen Bewerbungen habe ich mir selbst die Stellenanzeigen rausgesucht und das soll auch so bleiben. Wenn ich nun noch Zeit vergeude mich auf unpassende Stellen zu bewerben, nur weil ich muss. Bringt das niemanden weiter. Meine Frage also: Habe ich noch zwei Monate lang freie Hand?

Vielen Dank für eure Hilfe :)
 

HermineL

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.



Stell dir einfach folgende Situation vor und frage dich selbst, ob du so auch mit deinen Mitmenschen kommunizierst:

GanzGeheim: "Hey du, ich brauch mal Hilfe."
Helfer: "Was gibt's denn?"
GanzGeheim: "Mitwirkungspflicht während Ruhezeiten und Kürzung um 25% wegen angeblicher Leistungsminderung"
Helfer: "????..... Und wie ist jetzt deine Frage?...."
 

saurbier

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Hallo mryzx,

Meine Vorgeschichte: Ich war seit Ende letzten Jahres krank geschrieben und wurde im Juni von der Krankenkasse ausgeseteuert, weil ich die maximale Krankengeldbezugsdauer erreicht habe. Der Übergang ins ALG I gestaltete sich langwierig und vor ein paar Tagen habe ich endlich den Bescheid erhalten.

Zuerst einmal muß man hier fragen, wie denn die Vorgeschichte (Ablauf) bei der KK war, denn du schreibst ja was von - seit Ende letzten Jahres AU und im Juni bei der KK ausgesteuert -. Da paßt so einiges nicht zusammen, denn nach 6 Monaten ist der KG Anspruch nicht ausgelaufen (regulär ja 78 Wochen), es sei denn du wärst in der Vergangenheit bereits mit der selben Erkrankung lange AU gewesen. Gab es bei dir ggf. eine Aufforderung seitens der KK auf eine Reha.

Was war also davor.

Der Übergang ins ALG I gestaltete sich langwierig und vor ein paar Tagen habe ich endlich den Bescheid erhalten.

Wie hast du dich denn bei der AfA nach deiner KG Aussteuerung gemeldet (ggf. nach § 145 SGB III) oder nur als Arbeitslos/Arbeitssuchend und wieso hat es denn von Juni bis jetzt gedauert bis du deinen Bescheid erhalten hast.

Hast du dich schlicht als gesunder Arbeit suchend gemeldet und gar nichts davon erwähnt das du zuvor bei der KK ausgesteuert wurdest.

Ich staunte etwas, als ich die Leistungen gesehen habe, da diese um einiges niedriger waren, als erwartet. Als Grund wurde angegeben, ich sei nur noch 30 Stunden von meiner ehemaligen 40-Stunden-Arbeitswoche arbeitsfähig.

Na ja, dazu müßte man dann die Vorgeschichte auch mal näher kennen, denn vom Grundsatz her Kerstin_K schon recht, so mir nichts dir nichts darf die AfA den ALG-I Anspruch nicht kürzen.

Seit diesem Monat bin ich nun offiziell arbeitslos,

Was bitte heißt hier jetzt offiziell arbeitslos.

Offiziell Arbeitslos bist du im Regelfall ab dem Tag wo du den ALG-I Antrag stellst, auf dem dann vermerkt wird ab welchem Tag du Anspruch auf ALG-I hast. Ohne Arbeitslosigkeit brauchst du ja auch keinen ALG-I Antrag zu stellen.

Leider hat ein großteil meiner Krankheit mit dem Job selbst zu tun. Ich bin froh, dass ich nicht mehr zurückkehren muss, aber dennoch habe ich den Anspruch an mich selbst, einer "normalen" Arbeit in Vollzeit nachzugehen.

Nun was du gerne möchtest steht auf einem anderen Blatt, was hingegen deine Gesundheit dir derzeit überhaupt ermöglicht auf einem ganz anderen. Also entweder kannst du deiner bisherigen Arbeit gesundheitlich nachgehen, oder aber du müßtest dich aus gesundheitlichen nach einer ganz anderen Tätigkeit umschauen.

Auch die Vermittlungsabteilung der Agentur hat mich als Vollzeit-Job-Suchenden registriert.

Also das paßt wohl nicht zusammen, denn wenn dich die AfA für vollschichtig leistungsfähig halten würde, ja warum hat man dir dann dein ALG-I auf wöchentlich 30 Std. reduziert. Also entweder Vollzeit oder Teilzeit, da geht nur eins.

Meine Frage ist nun also, welche Möglichkeit habe ich meinen Anspruch auf die volle Höhe von ALG I geltend zu machen.

Dazu müßte man erst einmal deine ganze Geschichte vollkommen kennen, also was da so alles gelaufen ist mit KG/Aussteuerung und dann Antragstellung bei der AfA.

Und gehe ich bei einem Widerspruch gegen den Bescheid das Risiko ein, noch nachträglich eine 3-monatige Sperrfrisst zu bekommen?

Dazu kann ich leider auch nicht viel sagen, weil du hier ja nicht näher auf die Umstände eingegangen bist.

In der Regel raten wir hier immer davon ab, selbst zu kündigen - eben wegen der Gefahr einer Sperre -. Einzige Ausnahme wäre ein medizinisches Gutachten wonach eine Weiterbeschäftigung zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen würde/könnte.

Du solltest da mal genauer deine Geschichte vortragen.


Grüße saurbier
 

Kerstin_K

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Offiziell Arbeitslos bist du im Regelfall ab dem Tag wo du den ALG-I Antrag stellst, auf dem dann vermerkt wird ab welchem Tag du Anspruch auf ALG-I hast. Ohne Arbeitslosigkeit brauchst du ja auch keinen ALG-I Antrag zu stellen.
Nach der Aussteuerung kann man aber schon ALG I beziehen, ohne arbeitslos zu sein.Viele haben ja auch noch ein ruhenes Arbeitsverhältnis.

Weiss jemand, wie diese Fälle in der Statistik stehen?
 

mryzx

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Hallo saurbier,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und entschuldige bitte, dass ich nicht detaillierter in meinen Ausführungen war.

Zuerst einmal muß man hier fragen, wie denn die Vorgeschichte (Ablauf) bei der KK war, denn du schreibst ja was von - seit Ende letzten Jahres AU und im Juni bei der KK ausgesteuert -. Da paßt so einiges nicht zusammen, denn nach 6 Monaten ist der KG Anspruch nicht ausgelaufen (regulär ja 78 Wochen), es sei denn du wärst in der Vergangenheit bereits mit der selben Erkrankung lange AU gewesen. Gab es bei dir ggf. eine Aufforderung seitens der KK auf eine Reha.

Was war also davor.

Ich war bereits in der Vergangenheit wegen derselben Krankheit öfter arbeitsunfähig und wurde dann nach dem Bezug der regulären (insgesamt) 78 Wochen von der KK ausggesteuert.
In Reha war ich in der Vergangenheit auch, sowohl über die Rentenversicherung, als auch die KK. Allerdings nicht in der letzten Phase der arbeitsunfähigkeit.
Zeitlich sieht meine Situation folgendermaßen aus:
Seit 11/19 arbeitsunfähig erkrankt
Seit 06/20 von Krankenkasse ausgesteuert
Seit 10/20 ohne Arbeit

Wie hast du dich denn bei der AfA nach deiner KG Aussteuerung gemeldet (ggf. nach § 145 SGB III) oder nur als Arbeitslos/Arbeitssuchend und wieso hat es denn von Juni bis jetzt gedauert bis du deinen Bescheid erhalten hast.

Hast du dich schlicht als gesunder Arbeit suchend gemeldet und gar nichts davon erwähnt das du zuvor bei der KK ausgesteuert wurdest.

Ich habe mich bei der AfA nach Aufforderung meiner KK gemeldet. Dies geschah unmittelbar, nachdem mir mitgeteilt wurde, wann mein Krankengeldbezug endet. Warum alles so lange gedauert hat ist mir nicht bekannt. Ich denke, dass es teils Corona geschuldet ist und teils der Arbeit des medizinischen Dienstes. Ich habe mich geweigert meine Ärzte und Behandler von der Schweigepflicht zu entbinden und der AfA mitgeteilt, dass ich natürlich alle notwendigen Dokumente zur Begutachtung einreichen werde. Auf die Frage hin, welche Dokumente der ärztliche Dienst denn genau benötigt bekam ich lange Zeit keine konkrete Antwort. Meines Wissens nach wird in dem Falle, dass man keine Schweigepflichtsentbindungen vorlegt, eine Untersuchung vom ärztlichen Dienst anberaumt. Doch aufgrund von Corona ist das zur Zeit nicht möglich und deshalb habe ich vor ein paar Wochen die Mitteilung erhalten meine Befunde einzureichen, was ich auch gemacht habe.

Die AfA weiß, also, dass ich von der KK ausgesteuert wurde und schon eine längere Krankheitsgeschichte hinter mir habe.

Na ja, dazu müßte man dann die Vorgeschichte auch mal näher kennen, denn vom Grundsatz her Kerstin_K schon recht, so mir nichts dir nichts darf die AfA den ALG-I Anspruch nicht kürzen.

Zur längeren Vorgeschichte:

Ich bin leider seit 2014 gesundheitlich (psychisch) angeschlagen. Ich hatte in dieser Zeit 4 verschiedene Jobs. Den letzten seit Juni 2017. Seitdem bin ich immer wieder krankheitsbedingt ausgefallen und hatte einen längeren (wie oben beschrieben) Rehaaufenthalt über die Rentenkasse. Im März 2019 wurde ich über 4 Wochen wiedereingegliedert und habe bis November letzten Jahres mehr oder weniger, ohne große Ausfallphasen normal gearbeitet. Leider war ich psychisch immer noch labil und das hat sich auf die Zusammenarbeit mit Kollegen und das Verhältnis zum Vorgesetzten ausgewirkt. Im November war es dann (wieder) soweit, dass ich partout nicht mehr konnte. Ich möchte ungern auf Inhalte der Krankheit eingehen, aber meine Gedanken waren jenseits von gut und böse und eine Sinnhaftigkeit in der alleinigen Existenz meiner Person nicht mehr zu erkennen (um es mal vornehm auszudrücken...) Weiterzuarbeiten war nicht mehr möglich und ich musste mich erstmal um mich selbst kümmern, bzw. das Kümmern erstmal wieder erlernen. Es hat zwar ein paar Monate gedauert, aber schließlich ging es, wenn auch langsam, bergauf. Irgendwann habe ich realisiert, dass jede Form der Rückkehr an meinen Arbeitsplatz nur von kurzer Dauer sein könnte und ich wäre schnell wieder an einem Punkt, von dem ich jedem nur wünsche, dass er/sie ihn nie erreicht.
Ich habe einen Anwalt beauftragt sich um die Auflösung meines Arbeitsvertrags aus gesundheitlichen Gründen zu kümmern. Alles notwendige dafür war dann im August erledigt und der Vertrag wurde Ende September aktiv.

Was bitte heißt hier jetzt offiziell arbeitslos.

Offiziell Arbeitslos bist du im Regelfall ab dem Tag wo du den ALG-I Antrag stellst, auf dem dann vermerkt wird ab welchem Tag du Anspruch auf ALG-I hast. Ohne Arbeitslosigkeit brauchst du ja auch keinen ALG-I Antrag zu stellen.

Das meine ich mit "offiziell" arbeitslos. Zusammengefasst: Ich habe seit Ende Juni (ich möchte aus Gründen der möglichen Wiederkennbarkeit keine konkreten Daten nennen) aufgrund der Aussteuerung der KK Anspruch auf ALG I und bin seit diesem Monat arbeitslos. Den Antrag habe ich zunächst wegen der Aussteuerung gestellt. Die AfA wurde natürlich auch sofort informiert, nachdem der Auflösungsvertrag unterschrieben war.

Nun was du gerne möchtest steht auf einem anderen Blatt, was hingegen deine Gesundheit dir derzeit überhaupt ermöglicht auf einem ganz anderen. Also entweder kannst du deiner bisherigen Arbeit gesundheitlich nachgehen, oder aber du müßtest dich aus gesundheitlichen nach einer ganz anderen Tätigkeit umschauen.

Tja, das ist so eine Sache. Da es sich um psychische Probleme handelt und ich lediglich alle 4 Wochen beim Hausarzt bin und alle 3 Monate beim Facharzt, läuft ein Großteil der Behandlung anhand eigener Einschätzungen ab.
Seitdem ich mich nicht mehr in einer für mich toxischen Umgebung befinde und ich mich um meine Gesundheit bemühe, stabilisiert sich mein Zustand (wie oben beschrieben). Es hat zwar lange gedauert, aber ich bin zur Zeit in der Lage etwa 7h täglich einer simulierten Arbeit nachzugehen. Das bedeutet, dass ich meine "Arbeitszeiten" notiere und bestimmten Tätigkeiten nachgehe. Konkret arbeite ich an Bewerbungen, kommuniziere mit Behörden, kümmere mich um Papierkram (und das ist eine Menge). Und versuche auf diese Art einen Arbeitstag zu Hause im häuslichen Arbeitszimmer zu simulieren. Angefangen mit dieser beinahe-Struktur habe ich vor etwa 6 Wochen. Ich habe mir meine frühere Wiedereingliederung zum Beispiel genommen und erstmal mit 3 Stunden/Tag für 2 Wochen gestartet. Dann habe ich für 2 Wochen auf 6 Stunden erhöht. Das Ziel waren 8 Stunden/Tag, aber die schaffe ich noch nicht. Aktuell bin ich seit 2 Wochen bei 7 Stunden. Damit komme ich ganz gut hin, auch wenn sich die Arbeitsstunden noch recht "wild" über den Tag verteilen und ich sie noch nicht am Stück (mit max. 1h Pause insgesamt) abreißen kann.
Das alles mache ich auf eigene Faust. Also gibt es weder einen Arzt oder Therapeuten, der mir das bescheinigen kann, noch irgendein offizielles Dokument, dass ich irgendwo einreichen könnte.
Was die Zukunft angeht, habe ich wieder Hoffnung. Ich kann mir wieder vorstellen ganz normal in meinem beruflichen Gebiet arbeiten zu gehen. Allerdings muss ich auch ein stückweit aus der Vergangenheit lernen. Und da zeigt sich, dass ich leider nicht genügend in der Lage bin mal meine Ellenbogen auszustrecken, wenn es nötig ist und ich so meine Schwierigkeiten in sozialer Anpassung habe. Wenn sich dass dann bei einer Arbeitsstelle bemerkbar macht (und das ist häufiger passiert, als gut für mich war), kann es schon sein, dass ich wieder abrutsche.
Allerdings haben sich auch meine Bewältigungsstrategien verbessert. Während ich in meinem alten Umfeld bereits, wie sagt man so schön, einen Stempel aufgedrückt bekommen habe, wäre das in einem neuen Umfeld ja nicht der Fall. Vielleicht verliere ich mich ja in Wunschgedanken, aber ich kann und will diese Herausforderung annehmen und mich dem stellen. Ich bin 35 und habe damit noch mindestens 30 Jahre vor mir. Ich (kann und) will normal arbeiten.

Zusammengefasst: Ich bin grundsätzlich (bald) vollzeit arbeitsfähig, ABER.....

Also das paßt wohl nicht zusammen, denn wenn dich die AfA für vollschichtig leistungsfähig halten würde, ja warum hat man dir dann dein ALG-I auf wöchentlich 30 Std. reduziert. Also entweder Vollzeit oder Teilzeit, da geht nur eins.

Sehe ich genau so. Könnte ich da nicht ansetzen, um wenigstens meine 60% vom Nettolohn zu erhalten?
Die Ursache könnte in einer Antwort eines meiner Ärzte für die AfA stehen. Dort wird aufgeführt, dass ich 4 bis 6 Stunden/Tag arbeiten kann.

Dazu müßte man erst einmal deine ganze Geschichte vollkommen kennen, also was da so alles gelaufen ist mit KG/Aussteuerung und dann Antragstellung bei der AfA.

Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Sorry, dass ich noch etwas unbeholfen bei der Verwendung dieses Forums wirke. Ist keine Absicht und ich gelobe Besserung :)

In der Regel raten wir hier immer davon ab, selbst zu kündigen - eben wegen der Gefahr einer Sperre -. Einzige Ausnahme wäre ein medizinisches Gutachten wonach eine Weiterbeschäftigung zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen würde/könnte.

Das ist mir bewusst. Ich war bei meiner Vertragsauflösung auch möglicherweise ein wenig vorschnell, aber es hat mir eine Riesen-Last von den Schultern genommen.
Über die Schwierigkeiten in Zusammenhang mit meiner ehemaligen Arbeitsstelle habe ich mit den Ärzten gesprochen und man kann meinen Befunden auch entnehmen, dass mein gesundheitlicher Zustand in Zusammenhang mit der Stelle steht. Ebenfalls kann man denen entnehmen, dass er sich verbessert, seitdem ich dort nicht mehr arbeite. Eine direkte Empfehlung zur Kündigung habe ich nicht erhalten, was meine Ärzte auch so in den Fragebogen zur ärztlichen Stellungnahme aufgeführt haben.
Ebenfalls haben Sie aufgeführt, dass ich zum Zeitpunkt, als dieser Fragebogen ausgefüllt war etwa 4 bis 6 Stunden / täglich arbeitsfähig war (das erklärt vielleicht die Kürzung, siehe oben). Es spiegelt allerdings nicht die gesundheitlich-positive Entwicklung wieder.

Falls ich irgendwas vergessen habe, bitte nachfragen und vielen Dank für die Hilfe :)

Beste Grüße
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Nach der Aussteuerung kann man aber schon ALG I beziehen, ohne arbeitslos zu sein.Viele haben ja auch noch ein ruhenes Arbeitsverhältnis.

Weiss jemand, wie diese Fälle in der Statistik stehen?
Genau! :)

Leider kenne ich mich mit den Statistiken nicht aus.
 

Ruhrpottmensch

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Du solltest Dir auf jeden Fall Teil A vom Gutachten des ÄD anfordern (Direkt beim ÄD).
Dort steht genauer drin, wie der Gutachter auf die Einschätzung gekommen ist.
(Teil B ist eher der "allgemeine" Teil für den SB & Dich)

Ich könnte mir vorstellen, dass der SB (in der Leistungsabteilung) aufgrund dieses Gutachten die 30h berechnet hat.

Sollte bei Dir ALG1 nach "Nahtlosigkeit" genehmigt worden sein, würde ich unverzüglich um eine Korrektur auf die 40h bitten...
 

saurbier

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Hallo mryzx,

dank deiner weiteren Ausführungen kann man sich nun so einiges weit besser vorstellen, danke.

Also wie du schreibst hast du in der Vergangenheit bereits einige Maßnahmen unter anderem Reha gemacht. Da wäre z.B. mal die Frage, wie denn dort deine Leistungsfähigkeit von den Ärzten so eingeschätzt wurde, z.B. in welchem zeitlichen Rahmen (<3Std./tägl., 3-6 Std./tägl. oder gar >6 Std./tägl. und mehr) du noch leistungsfähig bist und ebenso ob man dich jetzt in deinem Beruf überhaupt noch sieht und ganz wichtig ob die Reha-Ärzte ggf. eine LTA Empfehlung abgegeben haben bzw. eine Weiterbehandlung durch Psychologen/Psychiater in Erwägung zogen.

Ich hoffe mal, daß dir die Reha-Abschlussberichte vorliegen bzw. du sie mit deinem behandelnden Arzt auch besprochen wurden. Falls sie dir nicht selbst vorliegen, dann solltest du sie dir bitte mal besorgen denn da kann man so einiges erfahren.

Wenn du dich jetzt also Ende Juni bei der AfA arbeitslos gemeldet hast, gehe ich mal davon aus das du dort auch mitgeteilt hast das du von deiner KK aus dem KG-Ausgesteuert wurdest (als Nachweis das Aussteuerungsschreiben der KK vorgelegt) und man dir diesbezüglich dann den Gesundheitsfragebogen sowie einige Schweigepflichtentbindungen überreichte.

Warum alles so lange gedauert hat ist mir nicht bekannt. Ich denke, dass es teils Corona geschuldet ist und teils der Arbeit des medizinischen Dienstes.

Nun ja, Corona hin oder her, auch deswegen kann ein äD-Gutachten auch nicht ewig dauern, zumal die überwiegende Zahl der Gutachten eh nur nach Aktenlage erfolgt.

Ich habe mich geweigert meine Ärzte und Behandler von der Schweigepflicht zu entbinden und der AfA mitgeteilt, dass ich natürlich alle notwendigen Dokumente zur Begutachtung einreichen werde. Auf die Frage hin, welche Dokumente der ärztliche Dienst denn genau benötigt bekam ich lange Zeit keine konkrete Antwort.

Sich zu verweigern ist meist keine gute Idee, deshalb rate ich persönlich zumeist den Gesundheitsfragebogen auszufüllen und diesem dann aktuelle Befundberichte (max. 2-4 Jahre alte Befunde) gleich beizufügen, sowie mindestens mal eine Schweigepflichtentbindung für den Arzt seines Vertrauens (zumeist wohl der Hausarzt). Bei der Schweigepflichtentbindung sollte man allerdings die bereits auf 3 Jahre pauschale Gültigkeit direkt auf max. 3 Monate reduzieren (Durchstreichen und drüber schreiben), sonst dürfte die KK max. 3 Jahre Unterlagen anfordern. Das ganze ist dann umgehend am besten per Einschreiben persönlich an den äD-Gutachter zu schicken bzw. falls möglich dort gegen Empfangsquittung abzugeben.

Noch ein Tip am Rande wie ja hier bereits erwähnt, du solltest dir auch umgehend das äD-Gutachten (Teil-A verbleibt beim äD und Teil-B erhält der Arbeitsvermittler welcher das Ergebnis mit dir erörtern sollte) anfordern, damit du erfährst was der äD-Gutachter so alles festgestellt haben will und vor allem ganz wichtig, wie der äD jetzt deine Leistungsfähigkeit hinsichtlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt beurteilt.

Ich habe mich geweigert meine Ärzte und Behandler von der Schweigepflicht zu entbinden und der AfA mitgeteilt, dass ich natürlich alle notwendigen Dokumente zur Begutachtung einreichen werde. Auf die Frage hin, welche Dokumente der ärztliche Dienst denn genau benötigt bekam ich lange Zeit keine konkrete Antwort.

O.K. nur alleine etwas zu sagen/erwähnen bewirkt leider rein gar nichts bei der AfA, da zählen nur handfeste Fakten und auch solltest du niemals vergessen die laufen dir bestimmt nicht hinterher, denn du willst ja was von denen und nicht umgekehrt.

Hier hättest du gleich von anfang an alle aktuellen Befunde dem Gesundheitsfragebogen beifügen sollen, so hast du nun selbst das ganze Spiel unnötig hinaus gezögert.

Meines Wissens nach wird in dem Falle, dass man keine Schweigepflichtsentbindungen vorlegt, eine Untersuchung vom ärztlichen Dienst anberaumt. Doch aufgrund von Corona ist das zur Zeit nicht möglich und deshalb habe ich vor ein paar Wochen die Mitteilung erhalten meine Befunde einzureichen, was ich auch gemacht habe.

Das ist leider ein Irrtum, die AfA entscheidet respektive der äD-Gutachter ob er jemanden persönlich vorläd oder nicht, das hat nichts mit wohlmöglich beigefügten medizinischen Befunden zu tun, denn auch die könnten schon zu alt sein. Sollte da tatsächlich vom äD-Gutachter zwingend eine Auskunft vom behandelnden Arzt erforderlich sein, so würde er dich auch umgehend dazu auffordern ihm entsprechende Schweigepflichtentbindung zukommen zu lassen (so war es z.B. bei mir im letzten Sommer noch der Fall / meine Geschichte kann man hier auch gerne nachlesen). Da hast du dir ein Eigentor geschossen.

Die AfA weiß, also, dass ich von der KK ausgesteuert wurde und schon eine längere Krankheitsgeschichte hinter mir habe.

Das sollte sie ja bereits bei der Antragstellung erfahren, deshalb ja auch die Aufforderung nach dem Gesundheitsfragebogen sowie Schweigepflichtentbindungen.

Nur wenn das Spiel jetzt von Ende Juni bis heute gedauert hat, dann hast du dir die Verzögerung leider selbst zuzuschreiben, leider.

Hier stellt sich jetzt aber die ernsthafte Frage, wie hat die der äD-Gutachter nur bezüglich deiner Leistungsfähigkeit für den allgemeinen Arbeitsmarkt (also der Arbeitsvermittlung) beurteilt. Vor allem noch eine noch viel wichtigere Frage diesbezüglich, hast du dich in deinem ALG-I Antrag auch mit deinem Restleistungsvermögen entsprechend dem äD-Gutachten der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestellt (Antragsfrage 2e), oder hast du wohlmöglich aufgrund deiner eigenen Einschätzung deiner Leistungsfähigkeit deine Arbeitszeit selbst als reduziert/vermindert abgeben, denn dann würde die AfA hier umgehend deinem Wunsch entsprechen und man würde dir auch ein verringertes ALG-I (eben nur noch für die tägl. Arbeitszeit) zahlen.

All das was du hier jetzt zuhause so versuchst mag zwar schön und gut sein, nur zählt das nicht für die AfA und deinem ALG-I. Das sind deine persönlichen Eindrücke und die interessieren niemanden bei der AfA. Wenn überhaupt wäre das bestenfalls für deinen Psychologen/Psychiater interessant.

Wie sieht das ganze denn jetzt z.B. mit der DRV aus, was ist da als Ergebnis der Reha´s denn erfolgt.

Was mich hier schon sehr verwundert ist der Umstand, daß je nach äD-Gutachten eigentlich ein Information an dich hätte erfolgen müßen für wie leistungsfähig dich der äD-Gutachter beurteilt hat und ob du nicht ggf. sogar noch eine Leistungsfall nach § 145 SGB III bist. So wie es offenbar aussieht, hat dich der äD-Gutachter offenbar nicht als Nahtlosigkeitsfall eingestuft, was nach Ausführungen hier etwas komisch erscheint.

Nochmals, du solltest dir umgehend das äD-Gutachten (Teil-A und Teil-B) beim äD schriftlich anfordern um zu erfahren was da drin steht.

Damit könntest du dann auch klären warum dir die AfA jetzt nur für 30 Std./woche ALG-I zahlt, aber die Arbeitsvermittlung dich für voll Leistungsfähig hält, denn das geht mal gar nicht.

Auch frage ich mich, hat man dir jetzt rückwirkend ab Ende Juni 2020 dein ALG-I gezahlt oder erst ab September (jetzt), denn du hast ja einen nahtlosen Anspruch weil du dich ja umgehend gemeldet hast.

Mir scheint hier so einiges beim Ablauf der AfA irgendwie nicht zu passen.

Zu deinen gesundheitlichen Problemen mal soviel, ja du hast schon recht mit 35 Jahren sollte man nicht unbedingt daran denken nichts mehr zu tun, nur bedenke eine EMR kann auch als vorübergehende Maßnahme deinen Gesundheitszustand so weit stabilisieren das du ggf. nach 3 Jahren wieder mit einer passenden Arbeit in Erwerbsleben neu einsteigen könntest.

So wie du dich hier äußerst hätte ich gewisse Bedenken ob du überhaupt dauerhaft in einer neuen Beschäftigung durchhalten kannst/könntest und alle paar Monate/Jahre wegen neuerlicher psychischer Probleme die Arbeit aufgeben bringt dich auf Dauer auch nicht weiter.

Eine EMR kann durchaus als befristete Maßnahme gesehen zu einem Genesungsprozeß beitragen, nur wird das ganze leider nicht so einfach, da die DRV einem hier selbst viele Hindernisse zwischen die Beine haut, leider. Es will hat niemand freiwillig zahlen, nur darum dreht sich heute alles. Nichts desto trotz solltest du das in deinen Überlegungen mit einbeziehen und auch mal ernsthaft mit deinem Psychologen/Psychiater besprechen. Deine Versuche zu Hause im Arbeitszimmer einen geregelten Arbeitsalltag zu genieren - sorry für meine Worte - halte ich gelinde gesagt für Blödsinn, denn ddort wirst du nie den alltäglichen Arbeitsstreß simulieren können, vom Mobbing wohlmöglich mal ganz abgesehen. Eine echte Arbeitserprobung funktioniert nur in realer Umgebung mit all seinem stetig wachsenden Streß das hab ich vor Jahren selbst zweimal mit gemacht, wenngleich ich orthopädische Probleme habe. Da reichte mir alleine der tägliche Zeitdruck in Verbindung mit der weit höheren körperlichen Belastung das über kurz oder lang die Schmerzen wieder auftraten.

Zu Ende nochmals mein Rat, besorge dir umgehend das äD-Gutachten und vergleiche es mit den dir hoffentlich vorliegenden Reha-Abschlussberichten. Sollten sich da unstimmigkeiten ergeben, müßte man vielleicht einmal darüber nachdenken ob in deinem Fall nicht wohlmöglich ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X in Betracht käme (wie von Kerstin_K bereits erwähnt).


Grüße saurbier
 

mryzx

Neu hier...
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Hallo Zusammen,

vielen Dank für eure Ahtworten. Das hilft mir schon mal sehr weiter. Die Nachricht an den ärztlichen Dienst werde ich gleich verfassen und die Unterlagen anfordern.

Du solltest Dir auf jeden Fall Teil A vom Gutachten des ÄD anfordern (Direkt beim ÄD).
Dort steht genauer drin, wie der Gutachter auf die Einschätzung gekommen ist.
(Teil B ist eher der "allgemeine" Teil für den SB & Dich)

Ich könnte mir vorstellen, dass der SB (in der Leistungsabteilung) aufgrund dieses Gutachten die 30h berechnet hat.

Sollte bei Dir ALG1 nach "Nahtlosigkeit" genehmigt worden sein, würde ich unverzüglich um eine Korrektur auf die 40h bitten...

Werde ich gleich erledigen (s.o.).

Nicht bitten, Ueberpruefungsantrag und verlangen!

Hierzu hätte ich noch eine Frage. Sitze ich nicht in der Zwickmühle, was das angeht? Wenn mir volle arbeitsfähigkeit bescheinigt wird, würde ich dann nicht zwar meine ganzen 60% ALG I, aber eine Sperrzeit von 3 Monaten bekommen?

Also wie du schreibst hast du in der Vergangenheit bereits einige Maßnahmen unter anderem Reha gemacht. Da wäre z.B. mal die Frage, wie denn dort deine Leistungsfähigkeit von den Ärzten so eingeschätzt wurde, z.B. in welchem zeitlichen Rahmen (<3Std./tägl., 3-6 Std./tägl. oder gar >6 Std./tägl. und mehr) du noch leistungsfähig bist und ebenso ob man dich jetzt in deinem Beruf überhaupt noch sieht und ganz wichtig ob die Reha-Ärzte ggf. eine LTA Empfehlung abgegeben haben bzw. eine Weiterbehandlung durch Psychologen/Psychiater in Erwägung zogen.

Ich wurde von den Rehas immer arbeitsfähig entlassen. Bei der letzten gab's noch ne Eingliederungsmaßnahme über 4 Wochen. Danach war ich aber wieder auf 100 %. Weiterbehandlungen wurden auch immer empfohlen und finden auch noch bis Ende des Jahres statt.

Ich hoffe mal, daß dir die Reha-Abschlussberichte vorliegen bzw. du sie mit deinem behandelnden Arzt auch besprochen wurden. Falls sie dir nicht selbst vorliegen, dann solltest du sie dir bitte mal besorgen denn da kann man so einiges erfahren.

Jepp, die liegen alle vor. Hier ist nur ein Problem, dass so gut wie keiner der Berichte besonders exakt ist. Da steht teilweise ziemlicher Müll drin. Leider habe ich mich nicht umgehend nach Entlassung darum gekümmert. Gegen den letzten Reha-Bericht habe ich vor einigen Wochen bei der Renteversicherung Widerspruch eingelegt, weil das teilweise Diagnosen und "Informationen" drin stehen, die ich nicht habe oder die überhaupt nicht existieren. Eine Antwort habe ich noch nicht erhalten. Ich hoffe einfach mal, dass dies noch möglich ist. Ansonsten muss ich wohl mit dem Bericht leben.... Immerin habe ich beim Hausarzt eine von mir korrigierte Fassung eingereicht. Auch wenn meine Korrekturen keinen offiziellen Charakter besitzen, so denke ich doch, dass ein etwaiger, halbwegs kompetenter Leser die vielen Widersprüche erkennt (zumal ich sie ja markiert habe).

Sich zu verweigern ist meist keine gute Idee, deshalb rate ich persönlich zumeist den Gesundheitsfragebogen auszufüllen und diesem dann aktuelle Befundberichte (max. 2-4 Jahre alte Befunde) gleich beizufügen, sowie mindestens mal eine Schweigepflichtentbindung für den Arzt seines Vertrauens (zumeist wohl der Hausarzt). Bei der Schweigepflichtentbindung sollte man allerdings die bereits auf 3 Jahre pauschale Gültigkeit direkt auf max. 3 Monate reduzieren (Durchstreichen und drüber schreiben), sonst dürfte die KK max. 3 Jahre Unterlagen anfordern. Das ganze ist dann umgehend am besten per Einschreiben persönlich an den äD-Gutachter zu schicken bzw. falls möglich dort gegen Empfangsquittung abzugeben.

Danke für den Tipp, das wusste ich leider nicht.

O.K. nur alleine etwas zu sagen/erwähnen bewirkt leider rein gar nichts bei der AfA, da zählen nur handfeste Fakten und auch solltest du niemals vergessen die laufen dir bestimmt nicht hinterher, denn du willst ja was von denen und nicht umgekehrt.

Hier hättest du gleich von anfang an alle aktuellen Befunde dem Gesundheitsfragebogen beifügen sollen, so hast du nun selbst das ganze Spiel unnötig hinaus gezögert.

Naja, das ist mir schon bewusst. Ich habe auch nicht nur einmal danach gefragt. Ich habe das bei so ziemlich jedem Kontakt mit der AfA, ob nun telefonisch oder in Papierform erwähnt. Die Berater am Telefon hatten immer keine Ahnung. Sie haben wahrscheinlich nur im System stehen, dass dieser oder jenne Punkt noch offen ist und das war's dann auch.
Naja, irgendwann habe ich ja die Info bekommen und alles auf den Weg gebracht.

Das sollte sie ja bereits bei der Antragstellung erfahren, deshalb ja auch die Aufforderung nach dem Gesundheitsfragebogen sowie Schweigepflichtentbindungen.

Nur wenn das Spiel jetzt von Ende Juni bis heute gedauert hat, dann hast du dir die Verzögerung leider selbst zuzuschreiben, leider.

Ok, das merke ich mir fürs (hoffentlich nicht mehr vorkommende) nächste mal. Allerdings ist es auch kein Beinbruch, da ich meine 40% ja Rückwirkend bekomme. Ich habe zum Glück noch Rücklagen, von denen ich aktuell lebe.

Hier stellt sich jetzt aber die ernsthafte Frage, wie hat die der äD-Gutachter nur bezüglich deiner Leistungsfähigkeit für den allgemeinen Arbeitsmarkt (also der Arbeitsvermittlung) beurteilt. Vor allem noch eine noch viel wichtigere Frage diesbezüglich, hast du dich in deinem ALG-I Antrag auch mit deinem Restleistungsvermögen entsprechend dem äD-Gutachten der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestellt (Antragsfrage 2e), oder hast du wohlmöglich aufgrund deiner eigenen Einschätzung deiner Leistungsfähigkeit deine Arbeitszeit selbst als reduziert/vermindert abgeben, denn dann würde die AfA hier umgehend deinem Wunsch entsprechen und man würde dir auch ein verringertes ALG-I (eben nur noch für die tägl. Arbeitszeit) zahlen.

Ich habe es gerade nochmal geprüft. Bei 2e habe ich nein angekreuzt und für den Fall eines "ja" gesundheitliche Gründe ausschlaggebend sind. Ebenfalls ist vermerkt, dass dies bei Abgabe noch nicht bekannt war.

All das was du hier jetzt zuhause so versuchst mag zwar schön und gut sein, nur zählt das nicht für die AfA und deinem ALG-I. Das sind deine persönlichen Eindrücke und die interessieren niemanden bei der AfA. Wenn überhaupt wäre das bestenfalls für deinen Psychologen/Psychiater interessant.


Das ist richtig und mir auch bewusst. Für die Gespräche mit Psychologen/Ärzten ist es jedoch von höchster Relevanz, denn die stützen sich, wie gesagt, halt hauptsächlich auf meine Aussagen. Wenn ich da bei den nächsten Terminen ganz ehrlich erzählen kann, dass ich meine 7 bis 8 h am Tag arbeite und mich auch in der restlichen Zeit gesundheitsfördernd verhalte (Bewegung, Ausgleich, gesunde Beziehungen, ...) bringt das ggf. schon was.

Wie sieht das ganze denn jetzt z.B. mit der DRV aus, was ist da als Ergebnis der Reha´s denn erfolgt.

Arbeitsfähig nach Eingliederung und auch in meinem erlernten Beruf.

Nochmals, du solltest dir umgehend das äD-Gutachten (Teil-A und Teil-B) beim äD schriftlich anfordern um zu erfahren was da drin steht.

Damit könntest du dann auch klären warum dir die AfA jetzt nur für 30 Std./woche ALG-I zahlt, aber die Arbeitsvermittlung dich für voll Leistungsfähig hält, denn das geht mal gar nicht.

Das werde ich machen.

Auch frage ich mich, hat man dir jetzt rückwirkend ab Ende Juni 2020 dein ALG-I gezahlt oder erst ab September (jetzt), denn du hast ja einen nahtlosen Anspruch weil du dich ja umgehend gemeldet hast.

Das wurde rückwirkend bewilligt. Allerdings habe ich jetzt eine Ruhephase (Oktober+November), da ich laut AfA noch meinen Urlaub ausbezahlt bekomme. Wo mich noch interessieren würde, ob ich während dieser Zeit, in der ich aktuell kein Geld von der AfA bekomme, ich Nachteile erwarten kann, wenn ich den Vermittlungsvorschlägen nicht nachkomme. Versteht mich nicht falsch, ich bewerbe mich, kümmere mich und habe eigentlich auch vor mich auf die Vorschläge zu bewerben, dennoch interessiert es mich einfach.

Eine EMR kann durchaus als befristete Maßnahme gesehen zu einem Genesungsprozeß beitragen, nur wird das ganze leider nicht so einfach, da die DRV einem hier selbst viele Hindernisse zwischen die Beine haut, leider. Es will hat niemand freiwillig zahlen, nur darum dreht sich heute alles. Nichts desto trotz solltest du das in deinen Überlegungen mit einbeziehen und auch mal ernsthaft mit deinem Psychologen/Psychiater besprechen.

Deine Versuche zu Hause im Arbeitszimmer einen geregelten Arbeitsalltag zu genieren - sorry für meine Worte - halte ich gelinde gesagt für Blödsinn, denn ddort wirst du nie den alltäglichen Arbeitsstreß simulieren können, vom Mobbing wohlmöglich mal ganz abgesehen. Eine echte Arbeitserprobung funktioniert nur in realer Umgebung mit all seinem stetig wachsenden Streß das hab ich vor Jahren selbst zweimal mit gemacht, wenngleich ich orthopädische Probleme habe. Da reichte mir alleine der tägliche Zeitdruck in Verbindung mit der weit höheren körperlichen Belastung das über kurz oder lang die Schmerzen wieder auftraten.

Das sehe ein bisschen anders. Es ist natürlich "nur" eine Simulation und hat von daher, wie du richtig beschreibst, natürlich Differenzen zum realen Arbeitsleben. Das soziale Umfeld ist hier der größte Knackpunkt (mit allem was dazu gehört). Zeitdruck habe ich schon, aber weniger.
Wenn ich meine eigene Simulation jetzt aber mit dem Vergleiche, was ich bisher in Kliniken (Rehas) kennen gelernt habe, sehe ich bei meiner Variante jedoch das Potenzial näher dran zu kommen. Ganz ehrlich, verteilt über den Tag Therapien zu haben und in der Ergo-(Arbeits-)Therapie ein paar Dinge zu bastelnt kann weiter entfernt von meinem beruflichen Alltag gar nicht liegen.
Um es mal runterzubrechen: Die Rehamaßnahmen geben einem zwar eine Struktur und ein Umfeld, allerdings hakt es hier massiv beim Anspruch und beim eigenständigen Arbeiten. Man "muss" zwar, aber die Inhalte haben keinerlei Schnittpunkte, zumindest bei mir.
Wenn ich diesen Plan der Arbeitssimulation versuchen würde durchzuziehen, hieße die Alternative den Tag irgendwie rumzukriegen und über kurz oder lang in Gedankenspiralen zu versinken, die mich runterziehen. Ich würde meine Konzentrationsfähigkeit verlieren, mich (mehr als jetzt) zurückziehen und wäre zu nichts mehr zu gebrauchen.
Dann lieber so :)

Zu Ende nochmals mein Rat, besorge dir umgehend das äD-Gutachten und vergleiche es mit den dir hoffentlich vorliegenden Reha-Abschlussberichten. Sollten sich da unstimmigkeiten ergeben, müßte man vielleicht einmal darüber nachdenken ob in deinem Fall nicht wohlmöglich ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X in Betracht käme (wie von Kerstin_K bereits erwähnt).

Werde ich machen. Vielen lieben Dank auch nochmal, dass du dir soviel Zeit genommen hast.


Ihr alle habt mir schon enorm weitergeholfen :)
 
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mryzx

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Hey @saurbier: Kannst du mir einen Link zu deiner Geschichte posten? Ich habe leider keine Berechtigung deine Mitgliedsseite anzuzeigen und die Suche liefert zu viele Ergebnisse ;)
 

Kerstin_K

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Hierzu hätte ich noch eine Frage. Sitze ich nicht in der Zwickmühle, was das angeht? Wenn mir volle arbeitsfähigkeit bescheinigt wird, würde ich dann nicht zwar meine ganzen 60% ALG I, aber eine Sperrzeit von 3 Monaten bekommen?
Warum? Wenn, dann hättest du die Sperrzeit jetzt auch schon bekommen. Das ist ja nicht von der Höhe des ALG abhängig.
 

mryzx

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Warum? Wenn, dann hättest du die Sperrzeit jetzt auch schon bekommen. Das ist ja nicht von der Höhe des ALG abhängig.

Da ich als Grund für den Auflösungsvertrag meine Gesundheit angegeben habe, was, zumindest laut aktuellem Stand, vom ärztl. Dienst, akzeptiert wurde. Dadurch habe ich keine Sperrzeit erhalten, aber halt die Reduktion auf 40%. Wenn ich nun argumentiere, dass ich voll arbeitsfähig bin, könnten die wiederum argumentieren, dass ich dann auch weiter hätte angestellt bleiben und zurück an meinen Arbeitsplatz hätte kehren können.
 

Kerstin_K

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Deine Argumente gegen die Kürzung des ALG I sollten sich nicht darauf stützen, dass du voll arbeitsfähig bist. dein Restleistungsvermögen stellt der äD fest oder hat es bereits festgestellt. Aber auch bei verminderter Leistungsfähigkeit darf das ALG I eben nicht abgesenkt werden, egal zu welchen Ergebnis der äD gekommen ist oder kommt.
 

saurbier

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Hallo mryzx,

irgendwie hab ich immer noch Probleme mit deinen einerseits nur 30 Std. die man dir für dein ALG-I zugrunde legt und andererseits der vollen Leistungsfähigkeit bei der Vermittlung.

Da kann etwas absolut nicht zusammen passen, denn entweder bist du aus den Reha´s heraus voll leitungsfähig entlassen worden (heißt du kannst deine Arbeit ggf. nach einer noch anschließenden AU-Zeit wieder voll aufnehmen, oder eben nur eingeschränkt. Da gibt es kein hüh oder hot.

Alleine deshalb mußt du dir das Gutachten des äD genauer anschauen und zwar beide Teile, denn wie gesagt der Teil-A enthält die medizinischen Befunde incl. der ärztlichen ICD-Codes und der Teil-B geht an deinen Arbeitsvermittler mit Informationen wie du zu vermitteln bist (z.B. kann da dann stehen Rückenprobleme infolge dessen keine schwere körperliche Arbeit, oder nicht dauerhaft stehen, sitzen, gehen oder eben psychische Erkrankung weshalb Arbeitsstreß zu vermeiden ist wie z.B. Zeitdruck etc. pp.) und in welchem zeitlichen Umfang.

Im übrigen sollte man sich den Teil-B des Gutachtens auch gut aufbewahren solange man bei der AfA und ggf. JC Leistung erhält, damit dort kein Arbeitsvermittler auf die Idee kommt jemanden ein Arbeitsangebot zu unterbreiten was der äD-Gutachter ausgeschlossen hat. Leider legen die Arbeitsvermittler da wenig Wert drauf, denn logischer Weise hindert sie das meist an einer zügigen Vermittlung - also ACHTUNG hier.

Ich frage mich hier aber auch was deine Aussage

Dadurch habe ich keine Sperrzeit erhalten, aber halt die Reduktion auf 40%.

bedeutet, sowas kenne ich z.B. gar nicht.

Hat man dir jetzt für die Vergangenheit nur 40% ALG-I gezahlt, oder wie soll man das verstehen.

Dann nochmals, wenn die der äD-Gutachter voll leistungsfähig hält, dann stehst du der Arbeitsvermittlung auch wieder voll - heißt 8 Std./Tag plus Pausen an 5 Tagen der Woche zur Verfügung und hast logischer Weise auch ein Anrecht auf 100% deines ALG-I, also als lediger 60% und mit Ehepartner 67%.

Übrigens zu Punkt 2e im ALG-I hättest du zuerst mit "JA" antworten müssen um dann im Unterpunkt auf die Frage "Wenn ja" anzukreuzen ist, als dann auf den Hinweis das du nach dem äD-Gutachten der Vermittlung zur Verfügung stellt erneut mit "JA" zu antworten ist. Damit bestätigst du dann das du dich der Arbeitsvermittlung im Rahmen des äD-Gutachtens zur Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellst. Zugegeben etwas kompliziert, aber so ist es eben. Ferner sind die Fragen 2f und 2e nachfolgend mit "NEIN" zu beantworten, denn du willst deine Arbeitszeiten ja nicht freiwillig reduzieren, eben weil das dann zur Folge hätte das die AfA daraufhin dann auch dein ALG-I auf die von dir freiwillig reduzierte Arbeitszeit hin kürzt.

Zum Thema Arbeitssimulation nur nochmals soviel, was in der Reha so gemacht wird hat eher selten was mit der realen Arbeitswelt zu tun (einzige Ausnahme wäre hier eine echte Arbeitserprobung in entsprechenden Einrichtungen), genau aus dem grund hab ich das oben ja auch geschrieben. Alleine der tägliche reale Arbeitsstreß mit der stetig zunehmenden Arbeitsverdichtung führt ja gerade immer häufiger zu den psychologischen Erkrankungen und den kann man zuhause mitnichten Simulieren. Wäre das wirklich möglich, dann frage dich einmal warum deine diversen Arbeitsversuche in der Vergangenheit bereits gescheitert sind.

Meine geschichte kann man hier nachlesen ab # 76


Grüße saurbier
 

mryzx

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Deine Argumente gegen die Kürzung des ALG I sollten sich nicht darauf stützen, dass du voll arbeitsfähig bist. dein Restleistungsvermögen stellt der äD fest oder hat es bereits festgestellt. Aber auch bei verminderter Leistungsfähigkeit darf das ALG I eben nicht abgesenkt werden, egal zu welchen Ergebnis der äD gekommen ist oder kommt.


Hallo mryzx,

irgendwie hab ich immer noch Probleme mit deinen einerseits nur 30 Std. die man dir für dein ALG-I zugrunde legt und andererseits der vollen Leistungsfähigkeit bei der Vermittlung.

Da kann etwas absolut nicht zusammen passen, denn entweder bist du aus den Reha´s heraus voll leitungsfähig entlassen worden (heißt du kannst deine Arbeit ggf. nach einer noch anschließenden AU-Zeit wieder voll aufnehmen, oder eben nur eingeschränkt. Da gibt es kein hüh oder hot.

Alleine deshalb mußt du dir das Gutachten des äD genauer anschauen und zwar beide Teile, denn wie gesagt der Teil-A enthält die medizinischen Befunde incl. der ärztlichen ICD-Codes und der Teil-B geht an deinen Arbeitsvermittler mit Informationen wie du zu vermitteln bist (z.B. kann da dann stehen Rückenprobleme infolge dessen keine schwere körperliche Arbeit, oder nicht dauerhaft stehen, sitzen, gehen oder eben psychische Erkrankung weshalb Arbeitsstreß zu vermeiden ist wie z.B. Zeitdruck etc. pp.) und in welchem zeitlichen Umfang.

Im übrigen sollte man sich den Teil-B des Gutachtens auch gut aufbewahren solange man bei der AfA und ggf. JC Leistung erhält, damit dort kein Arbeitsvermittler auf die Idee kommt jemanden ein Arbeitsangebot zu unterbreiten was der äD-Gutachter ausgeschlossen hat. Leider legen die Arbeitsvermittler da wenig Wert drauf, denn logischer Weise hindert sie das meist an einer zügigen Vermittlung - also ACHTUNG hier.

Alles klar. Vielen Dank für die Hinweise. Ich habe noch Zeit bis Ende des Monats Widerpsruch einzulegen. Ich warte mal ab, ob die angeforderten Gutachten vom ärztlichen Dienst vorher schon eintreffen. Wenn ja, kann ich mich darauf beziehen. Wenn nicht werde ich den Widerspruch anders formulieren.
Das gibt mir schon mal Hoffnung wenigstens noch die 60% zu erhalten.

Ich frage mich hier aber auch was deine Aussage


mryzx meinte:


Dadurch habe ich keine Sperrzeit erhalten, aber halt die Reduktion auf 40%.

bedeutet, sowas kenne ich z.B. gar nicht.

Hat man dir jetzt für die Vergangenheit nur 40% ALG-I gezahlt, oder wie soll man das verstehen.

? Das weiß ich leider auch nicht.

Übrigens zu Punkt 2e im ALG-I hättest du zuerst mit "JA" antworten müssen um dann im Unterpunkt auf die Frage "Wenn ja" anzukreuzen ist, als dann auf den Hinweis das du nach dem äD-Gutachten der Vermittlung zur Verfügung stellt erneut mit "JA" zu antworten ist. Damit bestätigst du dann das du dich der Arbeitsvermittlung im Rahmen des äD-Gutachtens zur Arbeitsvermittlung zur Verfügung stellst. Zugegeben etwas kompliziert, aber so ist es eben. Ferner sind die Fragen 2f und 2e nachfolgend mit "NEIN" zu beantworten, denn du willst deine Arbeitszeiten ja nicht freiwillig reduzieren, eben weil das dann zur Folge hätte das die AfA daraufhin dann auch dein ALG-I auf die von dir freiwillig reduzierte Arbeitszeit hin kürzt.

Ok, im Prinzip habe ich das ja so gemacht, nur halt mit Hinweisen auf fehlende konkrete Informationen. Ich werde das auf jeden Fall im Auge behalten und falls nötig nochmal Stellung dazu beziehen. Danke.

Zum Thema Arbeitssimulation nur nochmals soviel, was in der Reha so gemacht wird hat eher selten was mit der realen Arbeitswelt zu tun (einzige Ausnahme wäre hier eine echte Arbeitserprobung in entsprechenden Einrichtungen), genau aus dem grund hab ich das oben ja auch geschrieben. Alleine der tägliche reale Arbeitsstreß mit der stetig zunehmenden Arbeitsverdichtung führt ja gerade immer häufiger zu den psychologischen Erkrankungen und den kann man zuhause mitnichten Simulieren. Wäre das wirklich möglich, dann frage dich einmal warum deine diversen Arbeitsversuche in der Vergangenheit bereits gescheitert sind.

Naja, im Prinzip ist es ja unerheblich für die Sache mit der AfA. Aber deshalb ist es ja eine Simulation. Da muss man immer Abstriche zur Realität machen und wie groß die sind hängt von der Güte derselben ab. Näher an die Realtitä kommen geht halt nicht wirklich. Selbst als ich mal in einer Klinik die freie Zeit im Gesellschaftsraum für meine Büro-"Arbeiten" genutzt habe, war das letztendlich auch ziemlich am realen Arbeitsleben vorbei gewerkelt. Am nächsten dran ist noch Home-Office, aber selbst da hat man Telekonferenzen und immer den Stakeholder im Kopf, wer auch immer das in diesem Moment ist. Jetzt könnte man argumentieren, dass die AfA diese Rrolle momentan einnimmt, aber das ist auch nicht so richtig vergleichbar.

Meine geschichte kann man hier nachlesen ab # 76

Wo genau finde ich die # ? Sorry, finde mich noch nicht so ganz zurecht hier.

Viele Grüße und einen guten Start in den Tag an alle :)
 

saurbier

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Wo genau finde ich die # ? Sorry, finde mich noch nicht so ganz zurecht hier.

Sorry hat der Link nicht funktioniert? Dann nochmals ab #76, zuvor bezieht sich alles auf die damals neue Abrechnungsmethode (Rückerstattungsforderung) der DRV hinsichtlich einer vollen EMR bei zuvor bereits bestehender Teil-EMR.

Übrigens einen Widerspruch kann man auch kurzfristig als schlichten 1-2 Zweiteiler vorab einlegen, nur um die Widerspruchsfrist zu wahren. Die Begründung dafür kann man dann jederzeit später ausführlich nachreichen. Natürlich sollte man das dann im ersten Schreiben auch vorsorglich erwähnen (z.B. die Widerspruchsbegründung erfolgt nach Einsichtnahme bzw. Vorlage der entsprechend angeforderten Unterlagen - oder ähnlich).

Wichtig ist dabei nur, daß man sowas unbedingt (wenns ums Geld geht) auf sicherem Weg macht, z.B. per Einschreiben mit Rückschein, nicht das sich hier dann die AfA damit raus reden könnte sie hätte nichts erhalten. Geht es dazu noch um die Einhaltung von kurzfristen Fristen sollte man das ganze am besten sogar noch vorab per Fax erledigen und per Einschreiben zusätzlich nachreichen. Und ja, ich weis doppelt gemoppelt, allerdings muß man hier leider sorgsam agieren, damit man notfalls vor Gericht auch ausreichende Beweise hat.
 

mryzx

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Hallo Zusammen,

sorry, dass ich nicht früher geantwortet habe. Irgendwie ist die Benachrichtigungsemail untergegangen, sosnt hätte ich mich früher schon gemeldet.

Ich habe mitlerweile eine Mitteilung der AfA bezüglich meiner Anfrage erhalten. Diese ist jedoch so gut wie nicht aussagekräftig. Ich zitiere mal:

Ein Gutachtenteil A + B existiert nicht, die Gründe dafür können Sie dem
Beratungsvermerk entnehmen.

Ärztlicher Beratungsvermerk


1 Angabe zum Gesprächsinhalt

2 Hinweise zum weiteren Vorgehen
Die Vorstellung im Ärztlichen Dienst erfolgt im Rahmen des § 145 SGB III (Nahtlosigkeit).
Es wird innerhalb von 15 Arbeitstagen eine Beurteilung erwartet, wofür nur umschriebene
Aussagen aus Datenschutzgründen zulässig sind. Es soll im Wesentlichen die Fragestellung
beantwortet werden, ob ein aufgehobenes Leistungsvermögen vorliegt und zwar prognostisch für
länger als 6 Monate.
Es liegen keine gültigen Schweigepflichtentbindungen vor, diese werden laut Mitteilung auch nicht
gewährt werden. So ist auf diesem Wege eine Befundermittlung nicht möglich. Es wurde
beschrieben, dass es möglich sei persönlich auf Anfrage Unterlagen in Kopie weiterzuleiten.
Auf Grund der aktuellen außergewöhnlichen Pandemielage dürfen derzeit keine persönlichen
Kundenkontakte stattfinden und ärztliche Untersuchungen zur medizinischen Begutachtung
dürfen/können unsererseits aktuell nicht durchgeführt werden.
Weiterhin wird angeraten Schweigepflichtentbindungen für die behandelnden Ärzte auszustellen.
Gerne können dem ÄD auch durch den Kunden direkt aktuelle Unterlagen zugeleitet werden.
Bei zeitnaher erneuter Einschaltung wird ein neuer Gesundheitsfragebogen nur benötigt falls
Änderungen eingetreten sind.

Ich habe daraufhin Widerspruch gegen die Kürzung eingelegt und der AfA auch die Unstimmigkeiten bezüglich der Arbeitsvermittlung (Vollzeit) mitgeteilt.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Viele Grüße und einen guten Start in die Woche :)
 

saurbier

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Wenn hier die Aussage zutreffend sein sollte:
Es liegen keine gültigen Schweigepflichtentbindungen vor, diese werden laut Mitteilung auch nicht gewährt werden. So ist auf diesem Wege eine Befundermittlung nicht möglich. Es wurde beschrieben, dass es möglich sei persönlich auf Anfrage Unterlagen in Kopie weiterzuleiten.
Auf Grund der aktuellen außergewöhnlichen Pandemielage dürfen derzeit keine persönlichen Kundenkontakte stattfinden und ärztliche Untersuchungen zur medizinischen Begutachtung dürfen/können unsererseits aktuell nicht durchgeführt werden. (siehe Zitat Vorredner)
dann könnte dir das ganze leider unangenehm auf die Füsse fallen, da du offenbar bei der Mitwirkung zum Gutachten nicht mitgewirkt hast.

Aktuell scheint es offenbar tatsächlich vermehrt so zu sein, daß die äD-Gutachter wegen der Pandemie keine persönlichen Begutachtungen durchführen. Hier würde ich mich jetzt auch nicht zwingend auf ein Recht aus § 62 SGB I stützen wollen, denn wer weis ob da nicht die Pandemie rein grätscht.

Wenn du dem äD-Gutachter weder den Gesundheitsfragebogen noch medizinische Befunde noch ggf. eine Schweigepflichtentbindung im Vorfeld zur Verfügung gestellt hast, dann kann es tatsächlich so sein, das die AfA kein Gutachten erstellt. Einen ähnlichen Fall hatten wir hier schon, wo sich auch jemand verweigerte und nur persönlich untersuchen lassen wollte und so ich mich recht erinnere selbst bei Gericht keinen Erfolg hatte.

Ohne deine Mitwirkung wird sich da dann wenig tun und ich befürchte dein Widerspruch abgelehnt.
 

mryzx

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Hallo Zusammen,

danke für deine Antwort @saurbier.
Naja, meine Mitwirkung ist ja erfolgt, nur nicht, wie sich das die AfA (normalerweise) wünscht.
Ich habe alle notwendigen Befunde beim Arzt geholt und an den ÄD weitergeleitet. Ich habe meine Ärzte "nur" nicht von der Schweigepflicht entbunden. Letztendlich ist es ja das Gleiche, nur mit dem Unterschied, dass ich selbst halt dazwischen geschaltet bin.
Haltet ihr es denn für sinnvoller dem ÄD nachträglich noch Schweigepflichtsentbindungen zu erteilen? Oder wäre es eine gute Idee nochmal bei einem entsprechenden Arzt (außerhalb des ÄD) ein entsprechendes Gutachten erstellen zu lassen?
Durch Corona ist blöderweise alles anders....

@saurbier: Ich habe mir deine Geschichte durchgelesen, aber muss ehrlich sagen, dass ich nur etwa die Hälfte verstanden habe. Aber was hängen geblieben ist, sind die ganzen Widersprüche und dein langer Leidensweg. Respekt, dass du das alles so durchgezogen hast. Und danke nochmal für den Link.
 

Kerstin_K

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Wenn der aerztliche Dienst aussagekräftige medizinische Unterlagen hat, dann stimmt etwas mit dem Beratungsvermerk nicht, denn da steht, dass du auch diese verweigert hättest.
 

HermineL

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Ich habe alle notwendigen Befunde beim Arzt geholt und an den ÄD weitergeleitet.
Das liest sich aber in dem von dir zitierten Text anders:
Es wurde beschrieben, dass es möglich sei persönlich auf Anfrage Unterlagen in Kopie weiterzuleiten.
Auf Grund der aktuellen außergewöhnlichen Pandemielage dürfen derzeit keine persönlichen
Kundenkontakte stattfinden und ärztliche Untersuchungen zur medizinischen Begutachtung
dürfen/können unsererseits aktuell nicht durchgeführt werden.
Weiterhin wird angeraten Schweigepflichtentbindungen für die behandelnden Ärzte auszustellen.
Gerne können dem ÄD auch durch den Kunden direkt aktuelle Unterlagen zugeleitet werden.
 

mryzx

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Ich habe herausgefunden, wo das her kommt. Anscheinend ist der ÄD nicht unbedingt der schnellste in der Bearbeitung von Befunden. Das Gutachten ist von August. Zu dieser Zeit hatte der ÄD meine Befunde noch nicht. Nach kurzer Rücksprache mit der AfA wurde mir mitgeteilt, dass ich diesbezüglich morgen nochmal von einem Mitarbeiter der AfA kontaktiert werde. Ich bin gespannt....
 

saurbier

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Was bitte heißt hier denn jetzt - ... ist der äD nicht unbedingt der schnellste ... -, nach deiner Aussage
Das Gutachten ist von August. Zu dieser Zeit hatte der ÄD meine Befunde noch nicht.
denn nach dieser Aussage würde ich wohl eher darauf schließen das der äD unmittelbar nach dem Auftragseingang bereits agiert hat und wohl eher du es warst der ihm nicht umgehend bzw. schnell genug die Unterlagen (ausgefüllter Gesundheitsfragebogen als auch ggf. aktuelle medizinische Befunde und ggf. dazu noch eine passende Schweigepflichtentbindung) hast zukommen lassen.

Sorry aber für mich leider nicht nachvollziehbar, immerhin wollen wir doch unser ALG-I und das obwohl wir ja immer noch so Krank sind das wir den Versuch mit einer EMR starten, oder wie.

Wer kein Interesse an einer Teil-EMR bzw. vollen EMR hat egal ob befristet oder unbefristet, der kann natürlich liebend gerne auf die Übersendung der Unterlagen verzichten, muß dann aber damit rechnen das er dann auch als voll vermittelbar eingestuft wird.

In der aktuellen Corona Krise halte ich es für sehr gewagt darauf zu bauen, daß einem der äD zu einer persönlichen Begutachtung vorläd, auch wenn man gem. § 62 SGB I dazu hat. Mal ungeachtet davon, daß einem doch niemand die Garantie geben kann, das die persönliche Begutachtung einen auch zum gewünschten Ziel führt. Die ja wohl eher meistens nur wenige Minuten dauernde oberflächliche Begutachtung (im Schnitt wohl um die 30min.) dürfte nach meinem dafür halten, kaum für ein vernünftiges Gutachten ausreichen, erst recht nicht wenn es dazu auch noch an aktuellen medizinischen Befunden mangelt in welchen sich der äD zusätzlich einlesen könnte um weitere Informationen zu erlangen.

Seh zu das der äD jetzt schnellstmöglich die notwendigen Unterlagen erhält, denn ansonsten kann sich das ganze noch weiter hinziehen. Der leidtragende bis letztendlich immer nur du.
 

mryzx

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denn nach dieser Aussage würde ich wohl eher darauf schließen das der äD unmittelbar nach dem Auftragseingang bereits agiert hat und wohl eher du es warst der ihm nicht umgehend bzw. schnell genug die Unterlagen (ausgefüllter Gesundheitsfragebogen als auch ggf. aktuelle medizinische Befunde und ggf. dazu noch eine passende Schweigepflichtentbindung) hast zukommen lassen.

Sorry aber für mich leider nicht nachvollziehbar, immerhin wollen wir doch unser ALG-I und das obwohl wir ja immer noch so Krank sind das wir den Versuch mit einer EMR starten, oder wie.

Das bezieht sich letzten Endes auf den in einem vorherigen Post beschriebenen Ablauf, dass man meine Anfrage bezüglich der Art und des Umfangs der Unterlagen für den ÄD lange Zeit nicht beantwortet hatte. Als ich dann von der AfA endlich eine Antwort erhielt und umgehend die Unterlagen besorgt und eingereicht habe, war der ÄD wohl schon durch mit seinem Gutachten (worauf auch immer er das aufgebaut hat...).


Seh zu das der äD jetzt schnellstmöglich die notwendigen Unterlagen erhält, denn ansonsten kann sich das ganze noch weiter hinziehen. Der leidtragende bis letztendlich immer nur du.

Die hat er ja, wie gesagt, schon längst. Nur, wie es scheint, nicht gesichtet...

Ich warte mal ab, was das Gespräch morgen ergibt. Vielleicht werde ich dann ein bisschen mehr erfahren.
 
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