Mein 1. Mal als Beistand - Reinfall

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Philas

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Eigentlich fand ich es ja eine gute Sache, Leute als Beistand zu begleiten.
Also habe ich mich gemeldet und für heute einen Termin ausgemacht. Frage extra noch nach, ob derjenige sicher ist, dass Freitag nachmittags geöffnet ist. Derjenige bestätigt - ja, bis 16.00 Uhr ist auf alle Fälle geöffnet.

Also fahre ich eine 3/4 Stunde (Großstadt) zum Treffpunkt, laufe 10 Minuten zur Arge und - wir stehen vor verschlossenen Türen, da die Arge
freitags nur bis 11.30 Uhr geöffnet hat.

So verplempern andere Leute 2 Stunden meiner Lebenszeit! :icon_evil:
Das muss ja wohl nicht sein.

Mein Engagement in Sachen Beistand hat damit einen ziemlichen Dämpfer bekommen.

Trinke jetzt erst mal 'ne Tasse :icon_pause:
 
R

Rounddancer

Gast
AW: Mein 1. Mal - Reinfall

In solchen Fällen gucke ich auf der Ämter-Dienststundenseite der jeweiligen Stadt im Internet nach,- allerdings kann auch die mal falsch informieren.
Und selbst die Hotline kann die falschen Öffnungsdaten haben.

Trotzdem: Ich finde es gut, daß Du Dich erstmals durchrangst, jemanden zu begleiten.
Weiter so.

Denn kein Mensch sollte allein zur Arge müssen,- zu ner fairen Arge nicht, und erst recht nicht zu einer argen Arge.
 

HajoDF

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Wer als Beistand fungieren möchte, sollte die Gepflogenheiten der entsprechenden ARGE selbst kennen und die Termine zur Begleitung selbst festsetzen.
Der Beistand sollte auch vor dem Termin wissen, worum es überhaupt in der Sache geht!
Das ist also Lehrgeld... und Fehlschläge sind nie ausgeschlossen.

Neuerdings lasse ich mich sogar von der betroffenen Person in der ARGE als Beistand vorher "anmelden" mit folgendem Schreiben:

Lieschen Müller
00459 Kleinsiehstemichnich
Mondstr.1
BG-Nr. 1234567BG0001234


Jobcenter XXXXXXX





Strasse

00459 Kleinsiehstemichnich 06.05.2009


Betr: Beistand für 1234567BG0001234

Seht geehrte Damen,
sehr geehrte Herren,

in allen Angelegenheiten meine BG 1234567BG0001234 betreffend wird mir in Zukunft

Herr
Fritz Meier (Pers.-Ausweis-Nr.xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx)

Adresse




beistehen. Gegebenenfalls wird Herr Meier mich auch zu einzelnen Gesprächsterminen bei der ARGE begleiten und bei Hausbesuchen anwesend sein.
Herr Meier ist zudem berechtigt, in meinem Namen Auskünfte bei Ihnen einzuholen oder Auskünfte zu erteilen.
Diese Erlaubnis erteile ich auf Widerruf.

Ich bitte Sie, dies in meiner Leistungsakte zu vermerken.

Mit freundlichem Gruß
 

M_M

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Philas,

ich finde es zunächst einmal wirklich superklasse von Dir dass Du Dich angagierst und Hilfe als Beistand angeboten hattest.
Auch finde ich es super mit Deiner investierten Zeit und Geld / Anfahrtskosten.
Es gibt wenige Menschen so wie Dich, ok, und gegenseitige Hilfe ist wirklich das sozialste und beste was wir machen können.
Nicht alle Hartz 4 ler liegen unter Palmen, und sind Schmarotzer Mentalitäten!!!
Zuviele schämen sich für Ihre Lage, kennen Ihre Rechte nicht wirklich und lassen sich von den super Argen nur noch klein und kleiner mal treten.
Aber wie gesagt ich finde es sehr ehrenwert und gut von Dir Deine Beistands Hilfe angeboten zu haben.
Lass Dich nicht von einem Rückschlag gleich entmutigen!!!!
Ich für meinen Teil hätte mir in meinen vergangenen Verhören auch schon sehr einen Beistand gewünscht, weil ich eben auch das Gefühl hatte und habe alleine gar nichts mehr ausrichten zu können.

Gruss und meine Hochachtung
Michael
 
E

EnnX

Gast
Sorry, aber...

Jedes Kind weiß, daß am Freitag bei Behörden und deren ähnlichen Einrichtungen spätestens um 12 Uhr der Hammer fällt, und die Herr- und Damschaften sich nach Hause verkrümeln.

Egal wo in Deutschland, das ist überall dasselbe, wo in Behörden nicht im Schichtbetrieb rund um die Uhr wie etwa bei der Polizei oder Berufsfeuerwehr o.ä. gearbeitet wird.

Ich leiste zudem auch Beistand, aber ich fahre dafür keine 45 Minuten einfache Strecke, sondern empfehle in solchen Fällen den Hilfesuchenden, der/die von so weit kommt, sich einen Beistand vor Ort zu suchen, und helfe auch dabei, den zu finden.

Darüber hinaus leiste ich Beistand niemals alleine, sondern nur in Begleitung von mindestens zwei weiteren Beiständen (das hat das SG Kassel explizit erlaubt), und ich leiste Beistand niemals, ohne vorher mit den Betroffenen länger gesprochen und vor allem ihre Papiere durchgesehen zu haben.

Denn nur zu oft machen ARGEn in den Bescheiden so viele Fehler, daß da zunächst vor einer Beistandsleistung ohnehin erstmal was Schriftliches gemacht werden muß, also z.B. Widersprüche, Überprüfungsanträge, ggf. Klagevorbereitung (Papiere ordnen und Kopieren) fürn Sozialrechtsfachanwalt und so weiter.

Blind-Beistandsleistungen, also ohne den/die Betroffene/n und dessen/deren Fall vorher gut zu kennen, macht hier bei uns schon lange niemand mehr und ich kann aus schlechter Erfahrung vor sowas nur warnen.

NormanX
 
E

ExitUser

Gast
Hier ist jeden Freitag- und Mittwochnachmittag dicht. Alle Brückentage werden nach Möglichkeit mitgenommen, sodann gibt es diverse Faschingsaktivitäten u. zu guter Letzt noch Betriebsfeiern u. -ausflüge.

Da läßt sich´s doch leben! :icon_party::icon_party::icon_party:
 
E

ExitUser

Gast
Ich bin Beistand und ich brauchte auch schon den Beistand.
Und in beidem habe ich Tops und Flops erlebt - finde ich vollkommen normal.
Ich wurde hängengelassen, und wartete vergebens vor der Arge auf den verabredeten Beistand.
Und ich hatte es auch, dass ich irgendwie nicht der richtige Beistand für eine Person war - auch gut.
Dennoch, der gute Wille zählt.
Mein Beistand ist jemand, der vom SGB II nicht wirklich viel Ahnung hat, aber er ist sehr zuverlässig und "lernfähig". Und steht mir absolut loyal zur Seite. Macht Notizen, oder tut wenigestens so, greift ein, wenn ich verbal angegriffen werde. Beim letzten Gespräch auf der Arge, wo ich meine EGV verpasst bekam, reichte seine pure Anwesenheit, das unterschwellig aggressive Temperament des SBs zu dämpfen. Seine Gegenwart half mir den Faden nicht zu verlieren, gab mir die Sicherheit nicht dem SB ausgeliefert zu sein und verhalf mir die EGV mitzunehmen - das ist doch schon was.
Alles andere möchte ich gar nicht mit dem SB besprechen, mit und ohne Beistand nicht. Das mache ich schriftlich. Und dabei helfen mir dann wieder die Gespräche mit meinem Beistand, seine mentale Unterstützung, seine Ermutigung, seine Freundschaft. Das ist für mich manchmal sehr viel mehr wert, als alles Fachwissen. Denn mein Beistand kennt mich als Menschen sehr gut, und weiß, wie er mich, wenn ich mal unsicher oder schwankend bin, mobilisieren kann, das durchzuziehen, was ich mir vorgenommen habe.
Weitere Unterstützung finde ich hier im Forum. Hier gibt es viele, richtig gute Fachleute, die von der Materie sehr viel Ahnung haben, sich in Urteile reinlasen, ihre eigenen Erfahrungen weitergeben, mit Rat und Tipps weiterhelfen. Da fühle ich mich als Elo im Grunde gut versorgt, und im Kampf gegen die Arge sehr gut gerüstet. und so sollte es ja auch sein. :icon_smile:

Ich kann jeden nur ermutigen Beistand zu sein, oder Beistand anzunehmen. Auch wenn es nicht immer perfekt läuft, es ist allemal besser als allein auf die Arge zu gehen. Und wenn die Organisation mal nicht so klappt - sorry, das ist ärgerlich, aber menschlich. :icon_smile:

LG :icon_smile:
 
E

ExitUser

Gast
Danke für Dein Engagement @Philas. Ich hoffe das du dich durch diesen Vorfall nicht abbringen lässt. Auch weiterhin mitzuhelfen.
 

Philas

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Danke für Dein Engagement @Philas. Ich hoffe das du dich durch diesen Vorfall nicht abbringen lässt. Auch weiterhin mitzuhelfen.

Keine Sorge, ich hab' mich schon wieder beruhigt und werde weiterhelfen, wenn ich kann. - Allerdings nehme ich wohl den Tipp von Ennx auf, und begleite nur noch in meinem Stadtviertel. :icon_wink:

Das ich mich um Öffnungszeiten kümmere :icon_evil: - nein, dass betrachte ich nicht als meine Aufgabe. Dass diesbezüglich alles in Ordnung ist, da muss die betroffene Person schon nachschauen. Das hat einfach etwas mit Manieren und gegenseitiger Achtung zu tun. Denn wenn sich schon jemand anbietet, mich zu begleiten, dann achte ich auch darauf, dass das Organisatorische alles reibungslos funktioniert.
 
E

ExitUser

Gast
Das ich mich um Öffnungszeiten kümmere :icon_evil: - nein, dass betrachte ich nicht als meine Aufgabe. Dass diesbezüglich alles in Ordnung ist, da muss die betroffene Person schon nachschauen. Das hat einfach etwas mit Manieren und gegenseitiger Achtung zu tun. Denn wenn sich schon jemand anbietet, mich zu begleiten, dann achte ich auch darauf, dass das Organisatorische alles reibungslos funktioniert.

Genauso sehe ich das auch.
Man hat vorher schon "Arbeit", um sich in die Geschichte einzulesen und alles vorzubereiten. Da kann man erwarten, dass der Beizustehende wenigstens seine Termine ordungsgemäß regelt, und auch weiss, wann seine Arge geöffnet hat.

Genauso irre macht es, wenn etwas abgesprochen wird, und derjenige dann beim Gespräch umkippt. Kann ich wohl verstehen, aber dann nützt die ganze Vorbereitung nichts.
 
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