Mein 1. Ein-Euro Job

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scavi

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Ich habe am 26.02.2013 meinen ersten 1 Euro Job angetreten. Meine SB meinte, sie hätte noch nichts Schlechtes von dem Verein gehört und es würde dort auch nicht viele 1-Euro Jobber geben.

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme kaum mir die Sache nicht koscher vor. Das Gelände war/ ist schäbig und es standen da jede Menge Leute nur so herum. Ich hatte zu der Zeit einen Nebenjob fast sicher und dachte, wenn ich dort ein paar Stunden Zeit absitze, würde es schon irgendwie gehen. Doch es klappte nicht mit dem Nebenjob und ich hatte bereits alle Vereinbarungen unterschrieben, also musste ich dort den 1 Euro Job regulär antreten.

Im Kleinen hegte ich ja noch die Hoffnung, dass ich zu einer "sinnvollen" Arbeit eingeteilt wurde. Ich saß die ersten zwei Wochen aber nur rum, mit ca. acht anderen Leuten im EDV Raum vor dem Computer. Ich beschwerte mich und wurde in die Zentrale/Verwaltung umgesetzt. Doch da sitze ich auch nur rum. Wenn ich was zu tun haben will, soll ich fragen. Einer dieser Fragen führte zum Auftrag, ich solle einen Ordner für 3 Seiten anlegen...

Eine Frau, die zur gleichen Zeit angefangen hat, hat sich auch beschwert. Sie arbeitet mittlerweile als eine Art Büroaushilfe. (Was nicht legal ist, denke ich.) Im Grunde genommen geht es nur darum die Stempelkarten abzuarbeiten, sprich, wer wann kommt, wer wann geht, wer krank ist und warum. Und natürlich die vielen Telefonanrufe der SBs zu beantworten, ob ihre "Schäflein" auch wohl behalten zum 1 Euro Job angetreten sind.

Ich erkenne daraus weder die "zusätzliche Arbeit" noch das "Allgemeinwohl".

Es gibt noch weitere Abteilungen wie eine Schreinerei/Schlosserei - Die Teilnehmer sollen/können für sich selber etwas herstellen. Ein "Sozialkaufhaus" - die Teilnehmer verkaufen etwas nur an andere Teilnehmer. Eine Werkstadt für Fahrräder - die Fahrräder dürfen nur an Teilnehmer vermietet werden und ein Landschafts/Gartenbauabteilung.

Laut meinen Recherchen gibt es eine normale Teilnehmerzahl von 150 Leuten. Ich finde das eindeutig zuviel, da festangestellt gefühlt 10 maximal 20 Leute sind. Wie kann da noch gewährleistet werden, dass man eine Chance hat auf dem ersten Arbeitsmarkt zu kommen?

Da wir uns vor der Wahl befinden - so meine Theorie - hat das JC dem Verein noch weitere Leute aufgehalst, obwohl sie wussten, dass bereits alle angebotenen Plätze belegt sind. Es sollen mittlerweile 213 sein. Der Chef meinte am Freitag, er hätte 70 Leute wieder an das Jobcenter zurückgeschickt. Reaktion noch offen.

Meine Frage: Wie komme ich aus dieser sinnlosen Maßnahme so schnell wie möglich wieder raus? Ich möchte auf jeden Fall anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, soll ich auch meine SB kontaktieren? Würde die etwas ändern können/wollen? Macht es Sinn die Presse zu informieren? Vom Hörensagen weiß ich, dass das JC zur Zeit alle Maßnahmenträger mit Arbeitssuchenden "bombardiert" - auch bei "Aufnahmestopp" der Maßnahmenträger. Eindeutig Verschwendung von Steuermitteln, finde ich.

Wie lange werde ich meine Zeit absitzen müssen? Was ist mit einer Verlängerung? Ich weiß von anderen Teilnehmern, die hinter ihrem Rücken verlängern worden sind - das ist legal - aber kann man sich nicht dagegen wehren?

Es gibt bauliche Mängel, z. Bsp. tropft es schon seit Wochen durchs Dach eines Büroraumes. Wenn man zu den Toiletten will, muss man über den Hof. Die Halle, in der das "Sozialkaufhaus" steht, ist zur Hälfte nur mit einer Plastikpläne überdeckt. Es ist kalt. Ein provisorisches Zelt wurde in der Halle errichtet. Kann ich das melden? Muss das behoben werden?

Und last but not least: soll ich meine Anwaltstermine so timen, dass sie außerhalb von den Bürozeiten liegen, damit ich weitere Fakten unbehelligt sammeln kann?


Vielen Dank für Eure Hilfe.
 

gelibeh

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Einige Dinge sind da ja nicht wie sie sollen. Ich hoffe es meldet sich noch jemand, der Dir die passenden Ansprechpartner gibt. Das ist für die baulichen Mängel nicht das Jobcenter, sondern eine andere Behörde. Ich komme aber nicht drauf, wie die heißt. Denke mal Gewerbeaufsicht/Berufsgenossenschaften.
Welche Arbeiten standen in der Zuweisungen zu dem Ein-Euro-Job? Du musst nur diese Tätigkeiten ausführen. Stempelkarten kontrollieren gehört sicherlich nicht dazu. Da scheint im ganz großen Stil Steuergelder abgezockt zu werden.
Was ist mit einer Verlängerung? Ich weiß von anderen Teilnehmern, die hinter ihrem Rücken verlängern worden sind - das ist legal - aber kann man sich nicht dagegen wehren?
Was steht in der Eingliederungsvereinbarung/Zuweisung als Enddatum? Um das zu verlängern muss, eine neue EGV abgeschlossen werden. Die muss man aber nicht unterschreiben.

Deine Frage liegt im falschen bereich. Ich bitte mal den Thread zu verschieben.
 

Couchhartzer

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Meine Frage: Wie komme ich aus dieser sinnlosen Maßnahme so schnell wie möglich wieder raus?
Ich würde sagen, den Bericht (und alles was du sonst noch an Fakten auflisten kannst) sendest du an den Geschäftsführer des Jobcenters, das Beschwerdemanagement der Bundeagentur für Arbeit und (wegen der baulichen Mängel mit den Folgen für Arbeitssicherheit / Arbeitsschutz) an die Gewerbeaufsicht, denn da läuft Einiges, was nicht ansatzweise zulässig ist.

Im Begleitschreiben an diese genannten Stellen bittest du um unangekündigte Überprüfung, mit dem Hinweis, dass augenscheinlich deines Eindrucks hier Steuern der öffentlichen Kassen unter Ausnutzung der Integrationsinstrumente vermutlich massiv mißbraucht werden, um sich subventionieren zu lassen ohne die rechtmäßigen Leistungen zu erbringen. Ebenso gibst du, wegen der baulichen Mängel, auch einen Hinweis, dass hier vermutlich gravierende Gefährdungen der Gesundheit bei den Teilnehmern vorliegen dürfte.

Ebenso schreibst du die Meldung an die für dich maßgebliche Krankenkasse, und weist darauf hin, dass hier augenscheinlich deines Eindrucks so genannte Ein-Euro-Jobs vergeben werden, die aufgrund der Tätigkeiten sicherlich keinerlei Zusätzlichkeit und/oder Wettbewerbsneutralität beinhalten.
Auch die KK prüft dann ob dasdort mit rechten Dingen zugeht, denn die mögen es gar nicht, wenn sich jemand Billigarbeitskräfte auf Ein-Euro-Basis für die nicht zusätzlichen Arbeiten holen und damit die Kassen um ggf. zustehende Abgaben eines ordentlich sozialversicherten Job betrügen.
 

Makale

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Ich würde sagen, den Bericht (und alles was du sonst noch an Fakten auflisten kannst) sendest du an den Geschäftsführer des Jobcenters, das Beschwerdemanagement der Bundeagentur für Arbeit und (wegen der baulichen Mängel mit den Folgen für Arbeitssicherheit / Arbeitsschutz) an die Gewerbeaufsicht, denn da läuft Einiges, was nicht ansatzweise zulässig ist.

Im Begleitschreiben an diese genannten Stellen bittest du um unangekündigte Überprüfung, mit dem Hinweis, dass augenscheinlich deines Eindrucks hier Steuern der öffentlichen Kassen unter Ausnutzung der Integrationsinstrumente vermutlich massiv mißbraucht werden, um sich subventionieren zu lassen ohne die rechtmäßigen Leistungen zu erbringen. Ebenso gibst du, wegen der baulichen Mängel, auch einen Hinweis, dass hier vermutlich gravierende Gefährdungen der Gesundheit bei den Teilnehmern vorliegen dürfte.

Ebenso schreibst du die Meldung an die für dich maßgebliche Krankenkasse, und weist darauf hin, dass hier augenscheinlich deines Eindrucks so genannte Ein-Euro-Jobs vergeben werden, die aufgrund der Tätigkeiten sicherlich keinerlei Zusätzlichkeit und/oder Wettbewerbsneutralität beinhalten.
Auch die KK prüft dann ob dasdort mit rechten Dingen zugeht, denn die mögen es gar nicht, wenn sich jemand Billigarbeitskräfte auf Ein-Euro-Basis für die nicht zusätzlichen Arbeiten holen und damit die Kassen um ggf. zustehende Abgaben eines ordentlich sozialversicherten Job betrügen.

Ein Schreiben an die Staatsanwalt, ggf. angefertigt vom Anwalt, wäre ebenfalls angebracht, denn das ist eindeutiger Missbrauch in vielerlei Hinsicht.
Sollte das wirklich alles so stimmen, ist das systematisch geplante Veruntreuung von Steuergeldern, die unter den Deckmantel des "Öffentlichen Interesse" verschleiert werden ...
 

scavi

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Ich habe mich an die obengenannten Stellen gewendet. Was ich vergessen habe zu erwähnen, es kamen schon mal Mitarbeiter des Jobcenters vorbei, um sich die Firma und das Geländer genauer anzusehen, doch verwickelte sie der Leiter in ein Gespräch... Also, um's kurz zu machen, die Mitarbeiter des JC zogen wieder ab, ohne das was passierte.
 

gelibeh

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Was ich vergessen habe zu erwähnen, es kamen schon mal Mitarbeiter des Jobcenters vorbei, um sich die Firma und das Geländer genauer anzusehen, doch verwickelte sie der Leiter in ein Gespräch..
Warum wohl, weil der wollte, dass die nicht genauer gucken.
 

scavi

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So, ich bin jetzt - Gott Sei Dank - aus dieser Maßnahme raus. Sprich, der Leiter hat mir Hausverbot erteilt und wird mich noch heute (!) von der Maßnahme abmelden.

In den letzten Tagen ging das muntere Spiel zwischen Maßnahmenträger und Jobcenter übrigens weiter: Das JC schickt Teilnehmer zum Maßnahmenträger - der Maßnahmenträger schickt die Teilnehmer wieder zurück, weil alles überfüllt.


Ich wünschte nur, dass die Leute bei JC mal aufwachen würden und diesen unseriösen Verein auf 'ne schwarze Liste setzen. Es gibt dort einfach zu viele Teilnehmer, die alles nur über sich "ergehen" lassen und der Steuerzahler muss mal wieder dafür herhalten. :icon_eek:
 

scavi

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Ich habe mich mehrmals beschwert - 1. Bei meiner Sachbearbeiterin - bzgl. des Inhaltes meiner Arbeit: ich sollte im EDV/Verwaltung Bereich eingesetzt werden, saß aber nur rum, wie berichtet. Um der Langeweile zu entkommen, hatte ich mir ein Fachbuch mitgebracht, was nur im entfernteren Sinn mit EDV/Verwaltung zu tun hatte. Einer der Leiter meinte, wenn ich wollte, könne ich mich damit beschäftigen. Eine Woche später trat ein anderer von den Leitern an mich heran und fragte, ob ich nicht zwei anderen TN aus der Maßnahme besseres Deutsch beibringen könnte. Ich sagte ja - ist ja besser als nur rumzusitzen - doch informierte ich auch meine SB.

Kurz darauf hatte ich ein Gespräch mit dem Maßnahmenträger. (So nach dem Motto: wie könnte ich nur hinter seinem Rücken...)

Ich erklärte ihm, was ich mir unter EDV/Verwaltung vorstellte. Er versetzte mich in ein anderes "richtiges" Büro und erteilte zwei anderen Mitarbeitern den Auftrag mich zu "beschäftigen."

Ich notierte mir genau, wann ich was gemacht habe - und beschwerte mich wieder an den obengenannten Stellen, denn: den größten Teil der Arbeit saß ich wieder nur rum. Die wenigen Aufgaben, die ich hatte, nahmen nur einen Bruchteil meiner Zeit in Anspruch und erschienen mir weder "zusätzliche Arbeit" zu sein, noch dem "Allgemeinwohl" zu dienen. Außerdem beschwerte ich mich, dass ich quasi jeden Tag bei den Leuten anfragen sollte, ob sie denn etwas für mich zu tun hätten.

Also kurz gesagt, nach dem ich meiner SB alles haarklein geschildert hatte, platzte dem Leiter wohl der Kragen und er "entließ" mich. :redface:
 

scavi

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Ja, ich habe alles schriftlich gemacht. Meine SB hat mich telefonisch nach meinem "Rauswurf" kontaktiert. Jetzt habe ich einen neuen Termin bei meiner SB, nächste Woche, um genau zu sein.
 
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