mehrfache Einladung für ein telefonisches Beratungsgespräch, ALG1 Zahlung bereits erhalten

Sperling44

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Hallo an die Gemeinschaft und Danke für dieses Forum,

mir wurde im März ALG1 bewilligt und seit dem auch regelmäßig ausgezahlt.

Ich habe zu Beginn damals im März nach der Bewilligung eine Einladung für ein persönliches Gespräch erhalten um die "aktuelle berufliche Situation zu besprechen" mit Hinweis "nach § 309 Abs. 1 SGB III in Verbindung mit $ 159 SGB III" und mit RFB erhalten. Dieser persönliche Termin wurde dann allerdings von der Arbeitsagentur wegen Corona abgesagt.

Anschließend wurden mir mehrere Einladungen zu telefonischen Gesprächen geschickt, alle ohne RFB. Ich habe auf diese schreiben nicht reagiert und war auch zum gewünschten Termin telefonisch nicht erreichbar.

Jetzt habe ich eine weitere ("Leider haben wir Sie bisher nicht erreichen können...") aber dezent veränderte Einladung erhalten, wieder ohne RFB aber diesmal mit dem Hinweis im Text: "Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist es wichtig, dass Sie den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen (§138 SGB III)". Nachfolgend wird der Termin genannt und es wird darum gebeten bei Krankheit oder abweichender Telefonnummer bitte vorher telefonisch über die Hotline bescheid zu geben.

Wie verhalte ich mich jetzt am klügsten? Ich habe bisher keinerlei Kontakt mit meinem SB gehabt. ALG1 wurde bewilligt und bisher gezahlt. Ich habe nichts unterschrieben und mir wurde bisher auch nichts vorgelegt. Ich telefoniere natürlich äußerst ungern mit Behörden. Was meint ihr, kann ich das irgendwie umgehen? Wie geht es dann weiter wenn ich niemals telefonisch erreichbar bin? Muss ich auf irgendetwas besonderes achten?

Danke für jede Hilfe und Gruß,
Sperling44
 

Zeitkind

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"Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist es wichtig, dass Sie den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen (§138 SGB III)"
Es ist nicht erkennbar, daß Du den Vermittlungsbemühungen der Agentur nicht zur Verfügung stehst.
Auszug § 138 SGB III
(5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer
1. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung
unter den üblichen Bedingungen des für sie oder ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf,
2. Vorschlägen der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung zeit- und ortsnah Folge leisten kann,
3. bereit ist, jede Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 anzunehmen und auszuüben, und
4. bereit ist, an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung in das Erwerbsleben teilzunehmen.
Die Agentur kann dafür schriftlich zum persönlichen Gespräch einladen oder Vermittlungsvorschläge offerieren.
Eine Pflicht, mit der Agentur zu telefonieren ist vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben.
Ebensowenig, wie die Angabe von E-Mail Adresse, Telefonnummer oder eine Registrierung bei der sog. Jobbörse.

Mag Dir vielleicht in den Anschreiben eine Veränderung aufgefallen sein, was möglicherweise Druck erzeugen soll.
Reagieren mußt Du darauf tatsächlich nicht, denn der Sachbearbeiter hat seine Mittel nicht ausgeschöpft.
Ansonsten gilt für die Agentur das gleiche, was auf deren Online-Präsenz den Kunden geraten wird;
In dringenden Fällen können Sie auch einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren.
Quelle: Startseite - Bundesagentur für Arbeit
Vielleicht kommt der zuständige Sachbearbeiter selbst mal auf die Idee, ein persönliches Gespräch zu terminieren. :icon_wink:
 

Sperling44

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Vielen Dank für deine Antwort Zeitkind!

Würdet ihr erstmal weiterhin gar nichts von euch hören lassen oder ist es empfehlenswert z.B. mal per Fax darauf hinzuweisen, daß das
Telefon kaputt gegangen ist?
 

Zermürbt38

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Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ist es wichtig, dass Sie den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen (§138 SGB III)".
Stehst du ja auch und zwar postalisch. Lasse deine Telefonnummer und eventuell E-Mail sofort dort löschen. Du kannst auch zurück schreiben, dass du laut Gesetz nur postalisch erreichbar sein musst. Anschließend dieses Schreiben der Behörde nachweisbar zukommen lassen.
 

Jalava

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Ich habe ein ähnliches Problem. Mich hatten die jetzt mehrmals angerufen, da ich zu der Zeit aber noch geschlafen hatte, war das Telefon aus und ich habe weitergeschlafen und wurde dank ausgeschaltetem Telefon auch nicht geweckt. Die Telefonnummer war natürlich deren zentrale Telefonnummer und nicht die Duchwahlnummer von dem Beamten. Dann kam eine Email das man mit mir telefonieren möchte. Darauf habe ich denen einen langen Brief geschrieben mit zahlreichen Höflichkeitsfloskeln. Ich habe mich nun erstmal schriftlich nach der Richtigkeit der Anrufe und Email erkundigt. Parallel habe ich die Löschung meiner Email und Telefonnummer beantragt. Im Höflichkeitsblabla habe ich gebeten mich zu einem persönlichen Gespräch einzuladen. Nun kam gestern ein Schreiben mit einer Einladung zu einem Telefontermin mit dem Beisatz dies würde die persönliche Einladung ersetzen, ohne Rechtsfolgebelehrung. Man möchte mich Freitag anrufen und ich soll denen meine Telefonnummer mitteilen oder anrufen wann mir das Gespräche passen würde. Mein Schreiben mit meiner Anfrage wurde noch nicht beantwortet und der Beamte der mir schreibt, ist mir pesönlich auch nicht bekannt. Die kurze Zeit ist natürlich schon etwas problematisch wenn ich mit der Schneckenpost antworten würde.
Nun werde ich wohl zurückschreiben das man mich bitte persönlich einladen soll und noch mal an mein voriges Schreiben erinnern. Oder meint Ihr es wäre besser, gar nicht zu antworten?
 
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Antihartzer19

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Ruhig bleiben. Sie können Dir bei der aktuellen Rechtslage garnichts. Du kannst ja noch einmal, wenn Dir so ist auf Deine postalische Erreichbarkeit hinweisen. Wenn Du etwas schnell zustellen möchtest schicke ein Fax (Webfax) . Da hast Du gleich den Nachweis der Zustellung mit dazu.
 

Zeitkind

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... mal per Fax darauf hinzuweisen, daß das Telefon kaputt gegangen ist?
Was geht den SB der Zustand Deines Telefones an?
Du kannst auch zurück schreiben, dass du laut Gesetz nur postalisch erreichbar sein musst.
Es reicht auf die postalische Erreichbarkeit hinzuweisen.
Aus welchem Anlaß, wenn die Rechtslage eindeutig ist? Nicht umsonst wurde sich die RFB verkniffen.
Wären sie auf dem Router nicht sowieso gesperrt, würde ich auf 0190´ger Nummern doch auch nicht reagieren.
Wenn der SB nicht mal einen Termin zum persönlichen Gespräch zustande bekommt, frage ich mich was er den lieben langen Tag macht?
Vermutlich in Karnickelstarre um seinen Arbeitsplatz schlottern, weil er keinen ein vorladen darf? :icon_lol:

Bei massivem Stellenabbau steigender Vermittlungsdruck vom prekären Sklavenmarkt. Was für ein Dilemma ...
Mit der Privatisierung des Kommunikationssektors haben sie selbst die Rechtsverbindlichkeit auf den Schriftweg verbannt.
Der nächste Schritt wäre, mit fehlerhaftem Ermessen auch noch den Rest der Sozialgerichtsbarkeit lahmzulegen.
Also ... don´t panic. :icon_wink:
 

Merse

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Es kann doch nichts schaden, dem JC gleich vorab den Wind aus den Segeln zu nehmen, bevor es auf die Idee kommt, mal wieder aus Vermutungen eine Ortsabwesenheit zu konstruieren. Das JC schreibt ja schon, man könne ihn angeblich nicht erreichen. Warum nicht kurz und knapp antworten: Doch, liebstes JC, ihr konntet mich sehr wohl erreichen und könnt das auch weiterhin auf genau diese eine Art.
Sollte alles schieflaufen und der Fall irgendwann vor einem SG landen, sieht es in der Akte direkt die Antwort auf die Briefe, die ihn angeblich nicht erreicht haben. Und dann kann es erklären, warum es meint, er wäre nicht erreichbar.
 

Jalava

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Bei persönlichen Terminen nach Vorladung im Jobcenter habe ich mir stets zur Sicherheit das Erscheinen schriftlich bestätigen lassen. Es soll ja schon Fälle gegeben haben wo jemand zum Termin erschienen ist und hinterher gesagt wurde er sei nicht dagewesen. Bei einem telefonischen Termin kann man sich aber die Wahrnehmung des Telefonats nicht während des Termins bestätigen lassen. Im Umkehrschluss hat das Jobcenter beim Telefonanruf auch nicht die Möglichkeit zu beweisen man hätte das Telefonat nicht entgegen genommen. Und was ist wenn man nun zu genau dem Zeitpunkt des Anrufs vom Jobcenter einen anderen Anruf bekommt? Und was ist, wenn dieser Anruf gar von einem heiligen womöglichen neuen und somit heiligen Arbeitgeber wäre? Solle man da dem heiligen Arbeitgeber sagen man müsse sofort auflegen oder sofort wieder auflegen ohne etwas zu sagen?
Und wie ist es denn sonst wenn man den Termin im Jobby hat? Da ist es doch heiligste Pflicht sein Handy auszuschalten.
 

Sperling44

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Vielen Dank für eure Beiträge und Hinweise!

Ein kleines Update: Mittlerweile ist eine Einladung für ein persönliches Gespräch in der AfA eingetroffen mit RFB und dem Hinweis ich solle ausgedruckte Bewerbungsunterlagen zu dem Termin mitbringen.

Was muss ich alles für Bewerbungsunterlagen mitbringen? Muss ich bei den Unterlagen irgendetwas spezielles beachten?

Dazu ein interessanter Corona Anhang in dem unter anderem steht, daß man aufgrund der Kontaktbeschränkungen bitte alleine zu erscheinen hat, und Begleitpersonen nur zugelassen sind, wenn die Teilnahme zwingend (Dolmetscher, Medizinisch) erforderlich ist. ;)
 

Kerstin_K

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Naja, es gibt nunmal das Recht auf einen Beistan, und das ist durch Corona nicht aufgehoben.

Welche Bewerbungunterlagen du vorlegst, bleibt dir überlassen. Oft stet das auch nur standardmäßig in den Einladungen drin und dann wird gar nicht danach gefragt. Also erstmal in der Tasche lassen.

Ichhatte 2017 nur einen groben Lebenlauf dabei, eigentlich war das mehr eine Liste meiner bisherigen Erwerbsbiografie, damit ich mir nicht alle aten merken muss. Sind ja inzwischen ein paar Jahre zsamengekommen und ich habe wichtigeres zu tun, als auswendigzulernen, von wann bis wann enau ich in Firma XY bearbeitet habe.

Ich habe der Vermittlerin dann gesagt, dass ich Bewerbungen immer individuell angepasst an die ausgeschriebene Stell erstelle und mit gar nicht mal eben so allgemeine mein Bewerbungsunterlagen vorlegen kann. Das fand sie toll.

In jedem Fall solltest du vermeiden, Unterlagen mitzunehmen, die einfach so kopiert werden können und dann an Unternehmen weitergeleitet werden. Manche Vermittler geben sowas an den Arbeitgeberservice, und dann hast du keien Kontrolle mehr, wer deine Unterlagen bekommt.

Also telefonnummern und Mailaddi weglassen und Unterlagen anonymisieren. eine Andere Möglichkeit ist auch, dass amn ein Wasserzeichen MUSTER unter den Ausdruck legt.

Zeugnisse kannst due weglassen.
 
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