mehrere Minijobs bei EU-Rente möglich?

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sgrund

Elo-User*in
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Hallo,

ein Bekannter der eine volle EU-Rente bekommt hat einen Minijob bei dem er 180 Euro im Monat verdient. Kann er einen zweiten Job annehmen um bis zu 450 Euro im Monat dazu zu verdienen oder geht generell nur ein Minijob, egal wieviel der abwirft?
 
E

ExUser 1309

Gast
Lt. Minijobcentrale, Ja.
Quelle
Hat Ihr Minijobber keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, kann er mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausführen, wenn er insgesamt nicht mehr als 450 Euro monatlich verdient. Überschreitet er die Verdienstgrenze insgesamt, sind alle Jobs versicherungspflichtig – und damit keine Minijobs.
Hier finden sich noch spezielle Informationen: Rente und Minijob
 

ZynHH

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Gibt es da nicht auch eine Regel, nachdem Erwerbsunfähige in der Stundenzahl beschränkt sind?
Ich mein, Erwerbsunfähig und dann Vollzeit für 450€ nebenbei arbeiten hört sich komisch an...
 

HermineL

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Gibt es da nicht auch eine Regel, nachdem Erwerbsunfähige in der Stundenzahl beschränkt sind?
Richtig. Nicht mehr als 3 Stunden pro Tag und 15 Stunden in der Woche. (Genaugenommen 2:59 pro Tag)
Außerdem max. 6300 Euronen pro Jahr. Diese Grenzen zu überschreiten kann zum vollständigen Verlust
der EMR-Rente führen.
 

Larsson

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Das haben wir hier schon öfter diskutiert, Damit wäre ich sehr vorsichtig.
Ich arbeite 2x die Woche 3 Std, meist klappt das mit dem Stempeln nicht auf die Minute genau, bin also immer über 3 Std. Ich habe bei der DRV 2x 3Std angegeben. Dieses Jahr wurde überprüft, es interessiert nur, dass ich nicht über die Verdienstgrenze gekommen bin. Zumindest bei der DRV Nord.
 

saurbier

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Hallo Larsson,

wer seine EMR vor Gericht erstreiten mußte wird sehr genau wissen, wie die DRV in solchen fällen tickt.

§ 43 SGB VI
2Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Quelle Buzer

Diese Aussage im § 43 Abs. 2 SGB VI sollte eigentlich alles sagen.

Wer hingegen in der Lage ist 3 Sd./tägl. zu arbeiten, der hat demnach auch keinen Anspruch auf eine volle EMR.

Ich z.B. durfte (1999) dieses Spiel mit der neu eingeführten Zeitgrenze damals leider miterleben, wo das Gericht ausführte das man sich an dieser neuen Zeitgrenze halten müsse, eben weil der Gesetzgeber es so nun vorschreibe, womit es auch keinen Ermessensspielraum gebe.

Demzufolge spielt es auch keine Rolle diese vom Gesetzgeber benannte tägl. Grenze auf die Woche umlegen zu wollen, denn im Rentenrecht gibt es nur die tägl. Leistungsgrenze.

Sollte hier ein DRV SB es ganz genau nehmen mit dem Gesetz, wäre die volle EMR leider zu Recht futsch.

Etwas ganz anderes ist es da mit den Arbeitsmarktrentnern, denn bei diesen liegt eine Ausnahmeregelung vor, eben weil diese auf einer Teil-EMR beruht und dort heißt es eben im § 43 Abs. 1 SGB VI, daß man noch zwischen 3-6 Std./tägl. Leistungsfähig ist.

Hier käme dann die Abgrenzung zur Gesetzeslage mit der AfA in Betracht, denn eine Arbeitsmarktrente (als sogenannte Richterrente) wird ja nur dann gewährt, wenn es keine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle seitens der AfA gibt. Für die AfA hingegen gilt man erst ab einer wöchentlichen Arbeitzeit ab 15 Wochenstunden erfolgreich in Arbeit vermittelt. Genau hier haben wir jetzt die 15 Wochenstunden Grenze, welche sich aus der mindest zugrunde liegenden Leistungsfähigkeit bei der Teil-EMR von 3 Std./tägl. auch ermöglicht wird.

Wer also als Arbeitsmarktrentner die Hinzuverdienstmöglichkeit im Rahmen eines Minijobs laut Rentenbescheid nutzen möchte, muß darauf achten nicht die Zeitgrenze der AfA zu überschreiten - eben die 15 Wochenstunden - nach denen er dann als erfolgreich in Arbeit vermittelt gilt. Hier kann man dann 2x die Woche 5,5 Std. einem Minijob nachgehen, muß aber auch da wieder darauf achten die max. Zeitgrenze der DRV (hier max. 6 Std./tägl.) auf keinen Fall zu überscheiten.

Mein persönlicher Rat, 15min. unterhalb der Zeitgrenze ist immer sicherer, als 1min. darüber, erst recht wenn jetzt nach dem neuen EU-Recht Aufzeichungspflichten für den Arbeitgeber bestehen. Ungeachtet dessen spielt inzwischen der neue Mindestlohn eh alle in die Hände, denn mit aktuell 9,19€ bei max. 450,-€/mtl. befindet man sich automatisch rechnerisch unterhalb der 3 Std./tägl. Grenze, es sei denn die tägl. Arbeitsaufzeichungen (sofern bei einem Minijobber geführt) gäben etwas anderes her.

Letztlich muß aber jeder für sich selbst entscheiden, wozu er bereit ist und ob ihm wohlmöglich der Verlust einer ggf. hart (per Widerspruch und Klage) erkämpften vollen EMR es wirklich wert ist - mir persönlich auf keinen Fall.

Es gibt solche und solche SB´s in jeder Behörde, die einen sehen es gelassen an die anderen sind eben Korinthenkacker und daher ist immer VORSICHT angebracht. Es gibt keine Garantie dafür das das was einmal geklappt hat auch ein zweites Mal funktioniert.

Ein gutes Beispiel dafür darf ich derzeit leider selbst erleben. In den letzten 7 jahren wurde meine Arbeitsmarktrente anstandlos binnen weniger Wochen verlängert, beim jetzigen Weiterbewiligungsantrag heißt es plötzlich - meine medizinischen Unterlagen würde es nicht hergeben -. Da darf - nein muß - man sich doch ernsthaft fragen, ja wieso reichten die Unterlagen die letzten Jahre denn dafür aus, oder.


Grüße saurbier
 

grün_fink

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Für mich ist die Lösung etwas weltfremd.

Es kommt doch immer auch darauf an, wie das auch mit dem Arbeitsweg ist, wie lang und beschwerlich der ist.
Beispiel: Job 5 Stunden pro Woche, Arbeitsweg einfache Strecke etwa eine Stunde. Da ist ein Unterschied im Zeitaufwand zwischen 7 und 9 Stunden, und beides liegt weit unter der max. zulässigen wöchentlichen Zeit. Manche Leute brauchen für ihren Arbeitsweg dann auch noch Hilfe, so dass da mehrmals wöchentlich jemand eingespannt werden müsste anstatt einmal. Dito Verfügbarkeit von Mitfahrgelegenheiten, das kann man ja auch nicht selbst planen (sofern man nicht selbst der Fahrer ist).
 
Zuletzt bearbeitet:

saurbier

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Hallo grün_fink,

für die Tatsache was einem bei einem Minijob als zusätzliche Verdientsmöglichkeit erlaubt bzw. eben nicht erlaubt ist spielt es eine untergeordnete Rolle wie man zur Arbeit kommt. Da ist es auch uninteressant ob der Arbeitsweg das ganze aus Kostengründen interessant macht oder nicht. Sowas muß sich jeder selbst überlegen.

Wir wollen ja nicht vergessen, manche wollen mit dem Minijob manchmal auch nur wieder unter Menschen kommen, anstatt zuhause in den vier Wänden zu versauern.

Ich hba ja lediglich die rechtlichen Aspekte bei einem Minijob angesprochen, nicht ob sowas sinnvoll oder eben nicht sinnvoll ist.

Hier muß sich eben jeder selbst die Frage beantworten ob ihm ein möglicher Minijob finanziell was bringt.

Ich z.B. hab jahrelang einen Minijob ausgeführt welcher ca. 8 km entfernt war und wo ich in den frühen Abendstunden 2 Std./tägl. gefordert war, leider gibt es die Arbeit inzwischen nicht mehr.


Grüße saurbier
 
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