Mehrbedarf nicht-verschreibungspflichtige Medikamente

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Hallo zusammen! :)

brauche mal Tipps, wie ich vorgehen könnte, weil wir alleine keine Lösung finden, weil ich mir meine chronische Krankheit (Psoriasis) nicht mehr leisten kann, was die nicht-verschreibungspflichtigen Präparate betrifft. Dazu gehören mittlerweile "dank" Gesundheits"reform" auch alle salicyl- und urea-pura-haltigen Mittel. Bezahlt werden nur noch die hammerharten Medikamente. :(

Wie komme ich jetzt zu einem "Zuschuss", da sich diese Kosten - würde ich vernünftig mit meiner Krankheit umgehen, um sie in Schach zu halten - auf mind. 50 Euro im Monat belaufen würden?! Lt. SGB II ist dieser Aufwand ja "locker" aus dem Regelsatz zu bestreiten :uebel:

Die üblichen Anträge für Mehraufwand kann ich nicht verwenden, weil z.B. kostenaufwändigere Ernährung zwar drin wäre, aber der Erfolg medizinisch nicht nachgewiesen ist (wie das meiste andere auch bei dieser Krankheit, das ist aber ein anderes Thema).

Bescheinigung vom Hautarzt (der bestimmt auch wieder Kohle sehen will)? Antrag auf "Gut Glück" selbst formulieren, aber worauf stützen?!

Ich habe das bisher vermieden, um nicht noch "dankbarer" gegenüber unserer "geliebten" Optionskommune werden zu müssen, aber finanziell geht langsam nichts mehr :cry:

LG, Milo

@Martin oder Einstein

ich Depp habe das falsche Forum erwischt :( Schiebt ihr meinen Beitrag bitte ins ALG II-Forum?! Danke und Entschuldigung :)
 

Martin Behrsing

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Hallo Milo,

gib mir bis morgen oder Freitag Zeit. Habe da schon eine Idee, wie man das bewerkstelligen kann. Muss allerdings darüber noch etwas lesen. Erinnere mich dann bitte noch mal daran.
 

Martin Behrsing

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Hallo Milo,

ein Ansatzpunkt wäre über den § 21 Abs. 5 das ganze zu bewerkstelligen. Dieser ist zwar erstmal für kostenaufwendige Ernährung zuständig. Dies lässt sich jedoch auch auf Medikamente anwenden.

Nach VG Hamburg (info also 1989, 183) muss dem Hilfe Suchenden auch die Möglichkeit gegeben werden, auf schlumedizinisch nicht anerkannte Behandlungsmethoden zurückgreifen zu können, wenn bei schwerwiegenden Gesundheitsstörungen die Schulmedizin eine anerkannt wirksamen Maßnahmen zur Besserung, Heilung oder Abwehr einer Erkrankung bietet. (§ 21 Rz. 23 Hofmann in LPK-SAGB II, Nomos Kommentar, Münder Hrsg. )
Hier kommt es darauf an, dass Du entsprechende Bescheinigungen beibringen kannst, dass die schulmedizinischen Präparate zu anderen schweren gesundheitl. Beeiträchtigungne führen und deshalb alternative Behandlungsmethoden angezeigt sind. Am besten das ganze von einem Dermatologen.
Bei Fragen noch mal kontaktieren oder auch per e-mail.
 
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Ob das greift?! :kinn:

Die Präparate, die ich in diesem Zusammenhang meine, sind rein therapiebegleitend, also keine "Kangafische" oder ähnliches. Salicyhaltige Salben/Tinkturen sind z.B. zur Schuppenlösung (Kopfhaut z.B.) gedacht, urea-pura-haltige sind Pflegemittel, die die Haut vor weiterer Austrocknung bewahren, desweiteren Meersalzbäder fallen darunter usw. usf.

Wurde vor der "Reform" alles anerkannt. Jetzt fallen sie unter "nicht notwendige Leistungen". Die müssen ja auch nicht mit einer unheilbaren Krankheit leben bzw. haben genug Kohle, um sich einmal im Jahr einen Urlaub am Toten Meer zu gönnen (Almosenempfängern werden solche Kuren verweigert, wie im übrigen auch wirksame Medikamente und andere Leistungen :kotz: ...).

Wobei mir noch einfällt, dass dadurch unsere Strom/Warmwasserkosten auch über dem Verbrauch von "Otto-Normal-Almosenempfänger" liegen. Ich bin ein "teurer Mensch" :cry:
 

Martin Behrsing

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Deine Optionskommune wird dir diese Sachen nicht gewähren. Dies wäre aber für eine eventuelle Klage ein gangbarer Weg. Diese Sachen aus dem Regelsatz zu bestreiten oder deswegen auf Medikamente zurück zugreifen, die ganz andere Nebenfolgen haben (z.B. Cortisonhaltige Salben) wäre ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, denn eigentlich wären diese 50 EUR zum Anparen für Renovierungen oder sonstige unvorhergesehene Dinge vorgesehen.
 
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weil ich mir meine chronische Krankheit (Psoriasis) nicht mehr leisten kann,
Psoriasis ist eine chronische Erkrankung der Haut.Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunkrankheit, die nicht nur die Haut betreffen kann.Eine gesunde abwechslungsreiche vollwertige Ernährung hat einen positiven Einfluss auf die Erkrankung, sagt man. Sprich mal mit deinem Dok, ob er dir eine kostenaufwendige Ernährung bescheinigt z.B. für Neurodermitis Vollkost , da bekommst du wenigstens 25,56 € weil sie unter Haut- und Schleimhauterkrankung geführt wird.


Bei bestimmten Merkmalen einer Autoimmunkrankheit ist eine Diät umumgänglich.Bei dieser Autoimmunerkrankung sind die T-Lymphozyten mit krankheitsauslösend, dieses kann aber nur ein Bluttest klären.
 
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Danke, bschlimme, ich lebe bereits 27 Jahren mit dieser Krankheit und bin besser informiert als die meisten Hautaerzte (jedenfalls dieser Gegen hier :dampf: ). Bei einer Psoriasis kaeme nur eine purinarme Ernaehrung in Frage, weil die Pso auch auf die Gelenke schlagen kann. Diese Ernaehrungsart ist nicht kostenaufwendig, sondern nur sehr ausgewaehlt ;)

Bitte nicht eine Neurodermitis mit einer Psoriasis in einen Topf werfen, da liegen Welten dazwischen, zumal erstere auch noch eine Erbkrankheit ist. Und beim Verlauf dieser Krankheit, kann - ueberspitzt dargestellt - diesen Monat jeden Tag "ein Tafel Schokolade" helfen, im naechsten Vollwertkost, im dritten nur Nudeln und das ist bei JEDEM Psoriatiker anders. Nichts fuer ungut. :)

@Martin
Nee, schon klar. Unsere Optionskommune gewaehrt grundsaetzlich nichts (aeh, doch die Heizkostennachzahlung :D ). 50 Euro sparen?! Die Ansparsumme wird von unserem "unnoetigen Luxus" = Katzen verfressen bzw. wir "sparen" noch an einer Wama, die wir im letzten Jahr neu anschaffen mussten :pfeiff:

Ohne cortison- oder Vitamin-D-Salben geht es bei den wenigsten Psoriatikern, von daher werde ich mal "was Nettes" zu Papier bringen und den "Widerspruch-Klage-Weg" beschreiten. Kann ja nicht angehen, dass mind. 2% der deutschen Bevoelkerung diskriminiert werden.

Danke und bis dann erstmal!
 
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Milo
schreib doch mal an die Helga Kühn-Mengel, dafür wird sie ja bezahlt.


Name :
Anschrift :
Geburtsdatum :

helga.kuehn-mengel@wk.bundestag.de

Patientenbeauftragte
Helga Kühn-Mengel, MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Datum

Kostenübernahme für rezeptfreie Medikamente bei individueller ärztlicher Verordnung


Sehr geehrte Frau Kühn-Mengel,

bei bestimmten Erkrankungen werden auch rezeptfreie Medikamente zur Behandlung eingesetzt,
um entweder diese zu unterstützen oder nachtteilige Folgen von verordneter Medikation zu vermeiden,
auszugleichen oder zu heilen.
Gerade Menschen, die häufig, ständig oder viele Medikamente nehmen müssen, sind davon betroffen.
Damit diese Menschen auch weiterhin in der Lage sind, die individuell abgestimmte gesundheitliche
Versorgung (unabhängig von der Größe ihres Geldbeutels) zu erhalten, ist es notwendig, das die
Krankenkassen bei ärztlicher Indikation auch die Kosten für erforderliche rezeptfreie Medikamente
übernehmen. Dies nicht zu tun, wäre nicht nur für die einzelne Person belastend, sondern würde langfristig
enorme Folgekosten für die Solidargemeinschaft verursachen.
Beispiele für Medikamente, die weiterhin übernommen werden sollten:
Blutverdünner: z. B. ASS 100 u.ä.
Magen- und Darm: z. B. Talidat, Iberogast, Isomol u.ä.
Atemwegserkrankungen: z. B. Sinupret forte u. ä.
Weitere:
z.B......

Dabei ist zu gewährleisten, bei individuellen Unverträglichkeiten das Medikament oder seine
Darreichungsform austauschen zu können.
Hiermit bitte ich Sie, Frau Kühn-Mengel, sich in Ihrer Funktion als Patientenbeauftragte dafür einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
 
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Hallo, bschlimme! :)

meinst du, die rührt sich noch so kurz vor den Wahlen?! ;) Nee, Spass beiseite: keine schlechte Idee. Je mehr genervt werden, um so besser.

Ich wollte noch PBEH anschreiben, da die auch eng mit dem Psoriasis-Bund zusammen arbeiten.
 
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Milo
ich hatte ein ähnliches Problem wie du. Brauche aus gesundheitlichen Gründen alle 4 Wochen eine Vitamin B12 Spritze, die von der KK nicht bezahlt wurde, für mich aber lebennotwendig ist. Ich konnte sie nicht auch noch zahlen, also habe ich darum gekämpft.

Krankenkasse und Helga Kühn-Mengel bekam jede Woche das gleiche Schreiben, erst normale Briefe, dann kamen Atteste dazu und nach einem halben Jahr hat die KK mir mitgeteilt, das ich meine Spritzen doch bezahlt bekomme. Manchmal lohnt es sich, sich ein dickes nervendes Fell anzuschaffen.

Ich wünsche dir viel Glück
 
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