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Mehrbedarf für Alleinerziehende

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Afrodite

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#1
Hallo,

habe bezüglich des Mehrbedarfs für Alleinerziehende eine Frage.

Bis zur Umstellung auf HartzIV habe ich für meinen Sohn diesen Zuschlag erhalten. Aber seither nicht mehr, weil dieser Zuschlag angeblich gestrichen wurde. Wie ich hier allerdings unter HartzIV lesen kann, stimmt das jetzt nicht.

Genauer kann man bei euch dort folgendes nachlesen:

für Alleinerziehende mit
einem bis drei Kindern unter 7 Jahren
36%
einem Kind über 7 Jahren 12 %


Nun meine Frage dazu, bis zu welchem Alter muß bei einem Kind dieser Zuschlag bewilligt werden?

Mein Sohn wird jetzt im September 16 Jahre alt und ich habe die letzten beiden Jahre keinerlei Zuschläge erhalten.

Herzlichen Dank für euere Hilfe.

Liebe Grüße
Afro
 

Martin Behrsing

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#2
§ 21 Abs. 3 Nr. 1 SGB II erkennt einen Mehrbedarf in Höhe von 36% der maßgebenden Regelleistung an, wenn der Alleinerziehende mit einem Kind unter sieben Jahren lebt. Dasselbe gilt, wenn der Alleinerziehende mit mehreren Kindern unter 16 Jahren zusammenlebt, dabei ist es nicht erforderlich, dass ein Kind davon unter sieben Jahre alt ist. Der Mehrbedarf von 36% entspricht der rechnerischen Betreuung von drei minderjährigen Kindern (je Kind 12%). Die Leistung beläuft sich beim vollen Eckregelsatz West auf 124,20 EUR - gerundet 124,00 EUR -, beim vollen Eckregelsatz Ost auf 119,16 EUR, gerundet 119,00 EUR. Ein Mehrbedarf von 36% darf auch dann nicht überschritten werden, wenn drei Kinder unter sieben Jahren im Haushalt des Alleinerziehenden leben; nach Abs. 3 Nr. 2 ergibt sich auch kein höherer Mehrbedarf. Ein höherer Mehrbedarf als 12% der maßgebenden Regelung je Kind errechnet sich nur, wenn tatsächlich ein Kind unter sieben Jahren oder zwei Kinder unter 16 Jahren im Haushalt des Alleinerziehenden leben.
 

Cha

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#3
Ein Anspruch auf diesen Zuschlag besteht für Alleinerziehende, solange mindestens eines der Kinder minderjährig ist.

Ich halte es für empfehlenswert, diese Sache zunächst über einen persönlichen Termin mit der zuständigen Sachbearbeitung abzuklären.

Sollte es danach nicht zu einer Nachzahlung für den gesamten Zeitraum und einer laufenden korrekten Bewilligung der Leistungen kommen, ist ein schriftlicher Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X notwendig, einschliesslich der rechtlichen Mittel von Widerspruch und Klage.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist eine professionelle Hilfe durch einen Anwalt, Gewerkschaft o.ä. anzuraten.

Viele Grüsse

Cha
 

Afrodite

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#4
Erstmal herzlichen Dank für euere Antworten.

@Martin...
Diesen Gesetzestext habe ich schon gelesen, nur verstehe ich deren Sinn jetzt nicht ganz.

Um es mal konkret zu formulieren...
Bedeutet das jetzt, das ich als alleinerziehende Mutter eines fast 16jährigen Sohnes Anspruch auf 12 % des Regelsatzes hätte?
Oder gilt diese Regelung nur, wenn ich noch ein weiteres Kind haben würde?

Minderjährigkeit bedeutet für mich dann auch gleichzeitig, das dieser Anspruch dann bis zum 18. Geburtstag bestehen würde.
Dann würde das bedeuten, das die mich seit der Einführung von HartzIV bewusst beschissen hätten.

Dieses Beamtendeutsch ist wirklich nicht leicht zu verstehen :kinn:

Liebe Grüße
Afro
 

Martin Behrsing

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#5
Hier auch noch mal die Fachlichen Hinweise der Bundesagentur für arbeit. Dort besonders unter Hinweise Zuschlag für Alleinerziehende. Da ist eine wunderbare Tabelle.
 

Afrodite

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#6
Danke für diese Tabelle.

Jetzt ist es für mich klarer geworden.
Na dann werde ich doch meinem überarbeiteten Sachbearbeiter morgen einige Widersprüche zu kommen lassen.
Die Wartefrist für ein Gesprächstermin bei ihm dauert mir einfach zu lange und zudem entstehen mir dabei nur noch Fahrtkosten usw.

Da werde ich ja von den Nachzahlungen direkt reich *g*

Liebe Grüße
Afro
 

Martin Behrsing

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#7
Verweise auch auf die Fachlichen Hinweise der Bundesagentur für Arbeit mit Seiten zahl. Und stelle doch erstaunt die Frage, ob die diese denn nicht lesen.

Also Antrag auf Rücknahme eines nicht rechtsbegünstigten Bescheides. Kannst den dir ähnlich diesem hier http://www.erwerbslosenforum.de/antrag/ueberpr_alleinerz.doc zusammenbasteln. Nur etwas den Inhalt austauschen und auf dich etwas münzen. §§ aber alle drinnen lassen.
 

Afrodite

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#8
Danke !

werde ich machen und wenn ich mich hier noch weiterdurchlese, werden es sicher noch mehr Widersprüche, die bei dem auf dem Tisch landen werden.

Ich finde das eine große Schweinerei was die da mit einem machen.

Alleine schon mit den Einladungen, die gut 4 Wochen unterwegs sind bis der Briefträger sie einem zustellt. Oder das sie dann noch eine andere Dienststelle angeben wo man erscheinen muß und dann auch nicht stimmt.
Wenn man dann nicht anruft, weil man krank im Bett liegt, hat man noch unnötige Auslagen.

Ach ja, die Begründung für diese großen Zeitdifferenzen waren bei mir bisher immer, das die EDV-Anlage nicht okay gewesen sei.
Menschliche Fehler oder gar Willkür werden gänzlich abgelehnt.

Hätte nie geglaubt, das Menschen sich solche gemeinen Tricks bedienen.
Aber ich bin lernfähig und werde jetzt um meine Rechte kämpfen.

Herzlich
Afro
 

Cha

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#9
Na dann werde ich doch meinem überarbeiteten Sachbearbeiter morgen einige Widersprüche zu kommen lassen.
Die Wartefrist für ein Gesprächstermin bei ihm dauert mir einfach zu lange...
Meine sanfte Empfehlung zu einer persönlichen und unbürokratischen Klärung der Sache ist aufgrund eigener Erfahrungen durchaus ernst gemeint:

Ein armer überlasteter Aushilfssachbearbeiter von Post oder Bahn wird den mehrseitigen mit Paragrafen, Urteilen und unklaren rechtlichen Formulierungen gespickten Brief zunächst ganz tief unter den grossen Stapel von unerledigten Akten schieben mit dem unbedingten Vorsatz, diesen irgendwann in den nächsten Wochen oder Monaten, wenn mal vielleicht etwas Zeit übrig ist, genauer durchzulesen, denn viele eilige anstehende einfache und schnelle Arbeiten müssen vordringlich erledigt werden.
Möglicherweise landet die Sache wegen der Formulierung auch bei einer überlasteten Widerspruchstelle, die die Sache wegen Nichteinhaltung der Fristen einfach zurückweist; es kann dabei auch geschehen, dass nach langer Zeit ein ähnlich gestaltetes Schreiben, gespickt mit allen möglichen Bausteinen aus verschiedensten Rechtstexten zurückkommt.
Mit etwas Glück wandert die Akte von der Widerspruchstelle zurück zur Sachbearbeitung mit dem Hinweis, dass die Sache kein Widerspruch wäre und nach § 44 zu erledigen sei.....und landet wieder in besagtem Stapel :)

Eine persönliche Vorsprache mit dem kurzen Hinweis "Hey, Jungs, ihr habt bei mir den Zuschlag für Alleinerziehende vergessen !" bewirkt vielleicht eher das Wunder, dass die Sache als ganz einfacher Bearbeitungsvorgang begriffen werden kann und auch gleich ohne ausufernden Papierkrieg erledigt wird.
Bei einem persönlichen Termin können bei einem widerspenstigen SB die hier gewonnenen Erkenntnisse nachhaltige Wirkung zeigen.

Nachdem der Zuschlag seit fast zwei Jahren fehlt, kommt es meiner Ansicht nach jetzt auch nicht mehr auf die kurze Wartezeit für einen Termin an.

Viele Grüsse

Cha


PS: Nagut, ich gebe zu, ich habe die Sache ein bisschen übertreiben dargestellt. Möglicherweise erfasst der zuständige SB mit dem ersten Blick auf das Schreiben sofort den Sachverhalt, sieht seinen Fehler ein und macht die korrekten Zahlungen unverzüglich fertig.
 

Martin Behrsing

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#10
PS: Nagut, ich gebe zu, ich habe die Sache ein bisschen übertreiben dargestellt. Möglicherweise erfasst der zuständige SB mit dem ersten Blick auf das Schreiben sofort den Sachverhalt, sieht seinen Fehler ein und macht die korrekten Zahlungen unverzüglich fertig.
Zumindest hat dies bei Lippe Pro Arbeit sofort geholfen. Allerdings war dies von einer Presseerklärung begleitet, da der Zuschlag vielen vorenthalten wurde.
 
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