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Mehr Transparenz für Jobcenter!

wolliohne

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#1
Schon bekannt ?
Auf einer neuen Plattform kann jeder Bürger interne Dokumente von Jobcentern anfragen
RECHERCHE ARBEIT

Jobcenter üben sich in Geheimniskrämerei. Sie legen nicht alle Spielregeln offen, an die sich Arbeitssuchende halten müssen. Die Ämter verschweigen, welche Zielvorgaben sie im Umgang mit den Arbeitslosen haben. Die Telefonnummern der Sachbearbeiter sind auch geheim. Die Intransparenz wollen wir ändern. Wir kooperieren deshalb mit der Transparenz-Initiative FragDenStaat, die eine neue Internet-Plattform über Jobcenter startet.


408*Jobcenter*gibt es in Deutschland und alle haben ihre*„interne Weisungen”. Sie legen fest, an welche Spielregeln sich Arbeitssuchende*in dieser Kommune halten müssen. Sie dienen auch als Anleitung für die Sachbearbeiter, wie sie mit Hartz-IV-Empfängern umgehen sollen. Das Problem: Fast überall sind die internen Weisungen vertraulich. Die Betroffenen kennen sie nicht. Und können deshalb auch ihre Rechte nicht wahrnehmen. *
Drei Beispiele für interne Weisungen aus Jobcentern:https://correctiv.org/recherchen/arbeit/artikel/2016/10/19/mehr-transparenz-fuer-jobcenter/

https://fragdenstaat.de/jobcenter/
 

0zymandias

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#2
AW: Mehr Transparenz für Jobcenter

Genau dazu: Jobcenter: Aktivisten starten Massenanfragen für mehr Transparenz - SPIEGEL ONLINE
So werden etwa in den sogenannten Weisungen Regeln aufgestellt, an die die Jobcenter-Kunden sich zu halten haben. Schwierig, wenn sie nichts von ihnen wissen.

Jüngst sorgte etwa die Weisung zur Ausgestaltung von Leistungskürzungen bei "sozialwidrigem Verhalten" für Empörung. In diesem Fall handelte es sich um eine Weisung aus der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg - aber in jedem Jobcenter gibt es darüber hinaus eigene Weisungen, die sich teils erheblich voneinander unterscheiden.
[...]
Grundlage der Anfragen ist das Informationsfreiheitsgesetz, das jedem Bürger das Recht gibt, auf Antrag Unterlagen von Bundesbehörden zu bekommen. Nur in Ausnahmefällen können die Behörden das ablehnen und sich dabei etwa auf die öffentliche Sicherheit oder den Datenschutz berufen.

Dieses Recht wollen die Transparenzaktivisten nutzen, um für Augenhöhe zu sorgen: "Die Kunden und Angehörigen von Kunden der Jobcenter müssen alles offenlegen, etwa auch ihre Finanzdaten. Im Gegensatz dazu sind die Behörden sehr intransparent. Dieses Missverhältnis wollen wir aufbrechen", sagt Arne Semsrott von der OKFN.
Neugierig? Dann frag das Jobcenter! :biggrin:
 

ThisIsTheEnd

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#3
AW: Mehr Transparenz für Jobcenter

Die mit ihren "Zielvorgaben". :icon_rolleyes:

Auch die Zielvorgaben eines Jobcenters bleiben meist intern. Darin ist definiert, was ein Jobcenter innerhalb eines Kalenderjahrs erreichen möchte, daran wird die Leistung seiner Mitarbeiter gemessen. Manch offenkundig unsinnige Entscheidung ließe sich damit erklären - doch dafür müsste die Öffentlichkeit die Inhalte dieser Zielvorgaben kennen.
 

Sansiveria

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#4
AW: Mehr Transparenz für Jobcenter

Anfragen sind schon gestellt - mal gucken, ob (und wenn ja, wie viel) die dafür verlangen.
 

dagobert1

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#5
AW: Mehr Transparenz für Jobcenter

Der Thread sollte angepinnt werden.
 

0zymandias

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#6
Aus dem ersten Link in Posting #1:
Die Jobcenter sagen, sie halten die Nummern geheim, um zu
verhindern, dass Sachbearbeiter am Telefon bedroht werden.
Und damit mehr Zeit für die Hartz-IV-Empfänger vor Ort bleibt.
Kann man ja verstehen.
Wer lässt sich auch telefonisch bedrohen, wenn man das von Angesicht zu Angesicht haben kann? :biggrin:

Mögliche Fragen:
  • Welche Weisungen fordern zu Kommentaren über Jogginghosen auf? (Es gibt so etwas.)
  • Sind Hausbesuche sanktionsfrei ablehnbar?
  • Wie viele kommunale Arbeitsplätze konnten durch den Einsatz von 1-€-Jobbern abgebaut werden?
  • Um wie viele Prozent stieg die Budgetierung der Verwaltung durch das 4-Augen-Prinzip? (Irgendwohin muss das Geld ja sein.)
 

Texter50

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#7
Was ich nicht verstehe: da lehnen die JC das telefonische Bedrohen ab und verweigern die Nummern - ja isset denn besser, gleich eins direkt auffe Nase zu bekommen, wenn dem Kunden der Geduldsfaden reißt?
Die Argumentation mit den Nümmerkes, die isset nicht. :icon_lol:

Transparenzbeispiel und die Folgen :biggrin:
Unser JC hat auffer Site nen tollen Zettel verlinkt, auf dem der Prozeß des Abgebens von Anträgen zeitlich beschrieben wird. Das ist gut so, denn:
Nü, auf genau diesen Zettel habe ich mich berufen, als ich meine Unterlagen für den Erstantrag eingereicht hatte. Den Zettel hatte ich natürlich bei...
Da sachte mir das Sammel-SB doch glatt, das gelte nur für die Hauptstelle. In der Nebenstelle würd man es machen, wie man gerade lustich sei. :eek:
Diese Aussage nun wieder habe ich als Haus- und Hofpetze doch an den Cheffe weitergegeben, so ganz zufällig. Der Wahrheitsgehalt meiner Behauptung wurde von SB-Handlungen gestützt.
Irgends sah der Teamleiter da vor meinem Bericht ein wenig anders aus.
Also: Transparenz kann zu unerwünschten Ergebnissen führen - so für manche SBs... :icon_party:
 

TazD

Mitarbeiter
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#8
Also: Transparenz kann zu unerwünschten Ergebnissen führen - so für manche SBs... :icon_party:
Wenn ich meinen Job ordentlich mache, dann brauche ich auch keine Angst vor Transparenz o.ä. zu haben.
 

0zymandias

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#9
[...]
Die Argumentation mit den Nümmerkes, die isset nicht. :icon_lol:
[...]
Wenn man an der Gegenargumentation interessiert ist, kann man sie im anstrengungslosen Überfluss bekommen, indem man seine Telefonnummer löschen lässt.

Immer bemerkenswert, wenn eine Stelle zwei gegenläufige Standpunkte mit solcher Vehemenz vertritt. :biggrin:
 

ThisIsTheEnd

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#11
Wenn Erwerbslose zur Gefahr werden

"Kein Anspruch auf Informationszugang zu dienstlichen Telefonlisten von Jobcentern" - Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und seine mündliche Begründung ist Klassenkampf von oben
Das Bundesverwaltungsgericht erkannte eine "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung", was nach dem Informationsfreiheitsgesetz ausnahmsweise die Verweigerung der Telefonnummern rechtfertige. In der Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts zum Urteil heißt es: [...]
Hier schwingt die alte Furcht vor den Unterklassen noch immer mit, obwohl es doch nur Ansätze einer engagierten Erwerbslosenbewegung in Deutschland gibt. An der Kampagne gegen renitente Erwerbslose beteiligen sich auch die in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisierten Jobcentermitarbeiter, die die Repressalien gegen renitente Erwerbslose noch verschärften wollen und es schon in der Akte dokumentieren wollen, wenn jemand mal lauter wird.

Auf die Idee, dass es die Ungerechtigkeiten des Hartz IV-Systems sein könnte, die manche Erwerbslose wütend macht, kommen auch die gewerkschaftlich organisierten Jobcentermitarbeiter in der Regel nicht.
https://www.heise.de/tp/artikel/49/49774/1.html
 

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#13
Hallo, wie genau geht die Anfrage?
Einfach den Text auf der FragdenStaatseite absenden oder muß ich da noch was (und wo) ergänzen?
Ich möchte gerne die Zielvereinbarung und die Weisungen, muß ich dan aber auch irgendo eintragen welches Jobcenter mich im speziellen interessiert?

Muß ich meinen richtigen Namen dort eintragen (irgendwo angeben für´s Jobcenter?)

Ich hab beim suchen den Kreis gefunden, aber nicht speziell mein JC.
Dort habe ich ja 2 Möglichkeiten (und kann beide nacheinader nutzen) Ziel und Weisung Anfrage zu stellen, dann kommt man auf die Anfrageseite und es ist schon alles vorgegeben.

Wie geht´s hier weiter?
 
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#14
Erreichbarkeit im Jobcenter – Telefonnummern bleiben weiter unter Verschluss

Leipzig: Bundesverwaltungsgericht | Wie von einem andern Stern – Außerirdische beim Bundesverwaltungsgericht?
Richter sehen in der Veröffentlichung von Diensttelefonnummern Gefährdungspotential für Funktionsfähigkeit der Behörde und den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jobcentern.

In einer eigenen Presseerklärung des Bundesverwaltungsgerichts zum Verfahren BVerwG, 20.10.2016 - 7 C 20.15 heißt es wörtlich:

„Einem Anspruch auf Informationszugang zu den dienstlichen Telefonnummern der Bediensteten von Jobcentern können sowohl die Gefährdung der Funktionsfähigkeit der Behörde als auch der Schutz der personenbezogenen Daten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegenstehen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden.“


Erreichbarkeit im Jobcenter ? Telefonnummern bleiben weiter unter Verschluss - Iserlohn - lokalkompass.de
[/URL]
 
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#15
AW: Erreichbarkeit im Jobcenter – Telefonnummern bleiben weiter unter Verschluss

Ja, die unserer BG bleibt auch unter Verschluss:biggrin:
 

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#16
Stellt sich nur noch die Frage, wovor sich JC Mitarbeiter schützen müssen oder geschützt werden müssen und vorallem.....weshalb??????????? :biggrin:

sind die etwa böse? oder haben sie es mit bösen menschen zu tun, die ihnen an den krangen wollen?

der staat und sein apparat muß soch vor den bürger schützen, bedenkiche entwicklung! :D

warum funktioniert bei mir kein smiley?:icon_mrgreen:
 
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#17
Stellt sich nur noch die Frage, wovor sich JC Mitarbeiter schützen müssen oder geschützt werden müssen
Sie sollen geschützt werden vor der Beschimpfung durch manche Kunden, welche massiv beleidigend auftreten und sich gerade ob der Distanz und vermeintlichen Anonymität der Fermündlichkeit am Telefon verbale Ausfälle erlauben. Solche Ausfälle gibt es natürlich auch bei direkter Face-to-Face-Interaktion, doch die Erfahrung vieler Mitarbeiter aus den JCs (und nicht nur dort, sondern auch in anderen Behörden wie dem Jugend- und Finanzamt) zeigt, dass die Distanz durch das Telefon Beleidigungen begünstigt.

Ich weiß, dass es manche Foristen anders wahrnehmen, aber was Beleidigungen angeht, sind Elos nicht partout in der Opfer-Rolle. Ich behaupte von mir, immer konstruktiv und freundlich mit Menschen zu kommunizieren. Dennoch waren die Beleidigungen und verbalen Ausfälle, die mir als JC-Mitarbeiter von diversen "Kunden" am Telefon an den Kopf geknallt wurden, schon extrem.

der haben sie es mit bösen menschen zu tun, die ihnen an den krangen wollen?
Zum Glück haben sie es eher selten mit "bösen" Menschen zu tun. Sehr oft haben sie es mit Menschen zu tun, die sich ungerecht behandelt fühlen und die ob ihres Gefühls von Ohnmacht viel Wut verspüren. Hinzu kommt, dass viele dieser wütenden Menschen in Folge mangelnder Bildung - oder weil Deutsch nicht ihre Muttersprache ist - eine eingeschränkte Artikulationsfähigkeit haben. Die sprechen dann Beleidigungen auch deshalb aus, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Wut sprachlich anders zum Ausdruck bringen können.

Dann sind da noch jene Menschen, die unter Drogeneinfluss stehend im JC anrufen und dann nicht nur beleidigende Dinge von sich geben, sondern auch direkte Bedrohungen ausstoßen. Damit in Zusammenhang stehend wurde die Einrichtung eines telefonischen SC in der BA auch deshalb beschlossen, weil die BA gegenüber ihren MA eine Fürsorgepflicht hat, welcher sie durch die Einrichtung eines SC nachkam (die SC-MA bekommen den ganzen Ärger ab. Sie fungieren sozusagen als Blitzableiter, sind aber auch gesondert geschult und erhalten ob der hohen Stressbelastung eine Zulage).

Nun muss man das natürlich im Verhältnis sehen. Ich habe keine Statistik zu diesem Thema zur Hand, aber ich schätze aus eigener Erfahrung, dass lediglich 10% der "Kunden" am Telefon beleidigend auftreten. Ob das rechtfertigt, dass durch die "Abschirmung" via SC auch die große Mehrheit jener 90% Kunden, die sich friedfertig und sachlich äußern möchte, nicht mit dem zuständigen SB telefonieren können soll, kann man kritisch hinterfragen, wie es ja Kritiker der SC-Praxis auch tun.

Allerding muss man auch hierzu wissen, dass das SC ja nicht nur die Blitzableiter-Funktion hat, sondern dass es bei der Einrichtung des SC eben auch um Verbesserung der Kundenzufriedenheit ging und geht. Die wird regelmäßig durch das ZKM evaluiert und es zeigt sich, dass das Gros der "Kunden" mit dem SC zufrieden ist. Sicher, das werden viele hier im Forum nicht glauben. Aber ich habe es ja schon mal erwähnt:

Die Erfahrungen mit dem SC, von denen hier im Forum berichtet wird, sind nicht repräsentativ. Denn hier im Forum posten hauptsächlich jene Leute, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Leute, die zufrieden mit dem SC sind, haben seltener ein Mitteilungsbedürfnis - und auch keine Fragen, bei denen Sie die Hilfe eines Forums in Anspruch nehmen müssen. Ergo findet sich von denen hier nix.

Das kann dem Eindruck Vorschub leisten, alle „Kunden“ wären ganz unzufrieden mit dem SC. Dem ist aber nicht so. Lediglich das Gros jener, die sich hier bzw. in anderen Foren äußern, ist damit unzufrieden. Leute ohne Probleme brauchen kein Problem-Löse-Forum -> Die sind hier unterrepräsentiert, aber deshalb nicht nicht-existent.

Das SC hat – und das blenden die Kritiker aus - auch viel Gutes. Denn die Abläufe im JC würden zum Nachteil der "Kunden" massiv gestört, wenn Beratungsgespräche und Antragsbearbeitungen ständig durch Anrufe unterbrochen würden. Darunter würden auch die "Kunden" leiden, weil Störungen Fehler verursachen können (die ja schon jetzt viel zu oft passieren) und es der Beratungsqualität nicht zuträglich ist, wenn während des Gespräches ständig das Telefon klingelt.

Ich habe das selbst erlebt. Ich habe, als ich frisch im JC anfing, noch allen meinen "Kunden" meine direkte Telefonnummer gegeben und war erreichbar. Das hatte Vorteile, weil sich diverse Probleme so schnell aus der Welt schaffen ließen und dadurch verhindert werden konnte, dass Probleme überhaupt entstehen. Aber es wurde irgendwann zu viel. Denn wenn man 300 Kunden + X betreut, kann es schnell passieren, dass man pro Tag 30-50 Anrufe erhält, wenn man eben immer bereit ist, sich auf tel. Kommunikation einzulassen.

Und es ist dann ja nicht damit getan, dass man kurz mal zwischendurch mit einem "Kunden" telefoniert. Jeder Anruf muss in VerBIS als Vermerk samt Gesprächsinhalt + etwaig folgender Aufgabe dokumentiert werden. Das kostet Zeit, und die hat man nicht. Zudem laufen all diese Anrufe on-top zusätzlich zur eigentlichen Arbeit (Beratungsgespräche, Antragsbearbeitung und Dokumentation). Ich bin, wie die meisten meiner Kollegen, deshalb dann schnell dazu übergegangen, meine Telefonnummer nicht mehr rauszugeben und das Telefon dauerhaft auf lautlos zu stellen.

Ich habe den "Kunden" aber auch erklärt, warum ich das tue (um vernünftig ohne Störungen meine Beratungsgespräche führen zu können) und dass sie mich immer per E-Mail erreichen können. Das war für viele dann auch in Ordnung und ich habe sehr viel per E-Mail mit vielen meiner "Kunden" korrespondiert.

Davon abgesehen: Selbst wenn das Gericht verfügt hätte, dass alle JCs in Deutschland alle Durchwahlnummern publik machen müssten, würde das die Erreichbarkeit der SBs nicht verbessern, sondern verschlechtern! Die Wirkung wäre nämlich vermutlich, dass fast alle SB entweder die Anrufe ignorieren würden (Telefon durch *Taste auf lautlos gestellt) oder sie die Rufumleitung aufs SC dauer-aktivieren würden (man kann sein Telefon in der BA so einstellen, dass interne Anrufe von Kollegen zu einem durchgestellt werden, Anrufer von Extern aber sofort ans SC umgeleitet werden).

Meine Einschätzung und Erfahrung ist: Die Leute, die meinen, durch die Veröffentlichung der Telefonnummern würde eine bessere Erreichbarkeit der SB/pAp möglich, haben wenig Ahnung von den Abläufen im JC. Das SC hat sicher manche Nachteile, aber die Vorteile überwiegen. Denn es ist immer noch besser, wenn man über das SC irgendwann wen erreicht, der das Anliegen aufnimmt und weiterleitet, als wenn der Anruf vom pAp einfach ignoriert wird, was ohne SC oft passiert.
 

Couchhartzer

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#18
Sie sollen geschützt werden vor der Beschimpfung durch manche Kunden, welche massiv beleidigend auftreten und sich gerade ob der Distanz und vermeintlichen Anonymität der Fermündlichkeit am Telefon verbale Ausfälle erlauben.
Man könnte denen ja vielleicht einfach mal einen Lehrgang "intelligenzgesteuerte Feinmotorik - eigenhändiges Auflegen eines Telefonhörers" auferlegen, damit sie sich schützen können. :bigsmile:
 

subfoo

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#19
Insoweit bemängelt wird, man habe keine Zeit, die "vielen" Telefonanrufe zu bearbeiten, so sei darauf hingewiesen, dass dies ein Problem des Personals ist.

Es kann nicht richtig sein, dass Menschen noch länger im Bezug sein müssen, wenn diese ständig warten müssen, so dass ggf. einige Probleme behoben werden können, die zur Beendigung des Leistungsbezuges führen könnten. Denn der Auftrag des Gesetzgebers war, dass die Hilfebedürftigen unabhängig von Leistungen werden.


Die Realität sieht also so aus, dass Menschen jahrelang im Bezug sind, weil denen nicht geholfen wird, nicht beraten werden usw. Statt die internen Probleme der Jobcenter zu beheben wird nunmehr auf den Kunden abgewälzt, ach die "vielen" Telefonanrufe...
 
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#20
aktuelles Video der Macher von Frag das Jobcenter mit Tips

Hier gibts ein aktuelles Video (13 Minuten) wo einer der Macher von Frag das Jobcenter das Projekt und den aktuellen Stand kurz vorstellt. Er zeigt z.B. einen Trick wie das JC (sofern es das tut) Kosten für die Auskunft/Herausgabe nicht verlangen kann. :icon_klatsch:

Video: Frag das Jobcenter | Arne Semsrott
https://www.youtube.com/watch?v=idEInjQAxfQ

So ein gutes Projekt! Super! :)
Das Jobcenter in meinem Bereich z.B. hat in der Zielvereinbarung stehen, dass ein bestimmter Betrag für KDU in 2016 nicht überschritten werden soll. Wie dieses Ziel wohl erreicht wird... ... ... :icon_evil:
 
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#23

flandry

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#26
Das Urheberrecht soll die Verwertung schützen - und nicht das Objekt an sich.

Danach dürfte kein Künstler seine Schöpfung der Öffentlichkeit vorstellen.
Ich kringel mich vor Lachen.
 
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