Mehr als 150.000 länger als fünf Jahre ohne Job

XxMikexX

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Hunderttausende Menschen sind lange ohne Beschäftigung, viele über Jahre. Die künftigen Koalitionspartner wollen das ändern. Doch ihre Pläne stoßen auf geteiltes Echo.
https://www.wr.de/wirtschaft/mehr-als-150-000-laenger-als-fuenf-jahre-ohne-job-id213659437.html

Da wird wie immer nicht viel bei rauskommen. Nichts neues eigentlich, Lohnkostenzuschüsse für Beschäftigungstherapie. Die Träger dieser Maßnahmen wird es freuen.
 

Albertt

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Da wird genau das bei rauskommen, was den elitären wichtig ist: Niedriglohnarbeiter, die dafür arbeiten gehen, damit die Elite weiterhin jährliche Gewinnzuwächse erzielen kann.

Volker Pispers - Warum wir wachstum brauchen
www.youtube.com/watch?v=deROsgvgF4A ab 1:13
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

hansklein

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Auf jeden Fall kostet dieser "Unsinn" erstmal pro Kopf 26.666€ im Schnitt bei 150.000 Menschen, wenn ich richtig gerechnet habe. Wer Lust hat, könnte mal ausrechnen, wie lange es dauert, bis Einer der Arbeitslosen in Bezugshöhe vom Mindestlohn diese Kosten wieder durch seine Hände Arbeit zurückgezahlt hat mit dem Anteil an der Arbeitslosenversicherung und von mir aus noch der Lohnsteuer - wenn er nicht dabei krank wird oder gar Arbeitslos :doh:
 

Bettelstudent

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0zymandias

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Auf jeden Fall kostet dieser "Unsinn" erstmal pro Kopf 26.666€ im Schnitt bei 150.000 Menschen, wenn ich richtig gerechnet habe. [...]
Durch drei Jahre noch geteilt ...
Über einen mit öffentlichen Mitteln geförderten Arbeitsmarkt sollen bis zu 150.000 Langzeitarbeitslose einen Job bekommen. Sie sollen durch ihren Lohn und einen Zuschuss an den Arbeitgeber auf den Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro kommen. Für die Finanzierung des Programms „Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle“ sind von 2018 bis 2021 vier Milliarden Euro eingeplant. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, nennt dies einen „grandiosen Durchbruch“. Was nicht verwunderlich ist, weil Scheele das, was beschlossen wurde, seit seinem Amtsantritt vor fast einem Jahr eingefordert hat.
[Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/sozialer-arbeitsmarkt-wie-die-groko-langzeitarbeitslosen-helfen-will/20948862.html ]
... und dann liegt man unter den Kosten der Grundsicherung. :wink:
Vom Mindestlohn kann man sich auch eine mehr als fürstliche Rente zusammensparen, wenn man 128 Jahre einzahlt.

Man muss aber auch an die damit querfinanzierten vielen Sozialarbeiter und JC-Halbgötter denken, ohne deren harte, wertvolle Arbeit wir nie den Wecker stellen könnten. :doh:
 
D

Dinobot

Gast
Da wird wie immer nicht viel bei rauskommen. [/QUOTE] Wenn überhaupt, dann in Richtung der Zunahme von ALG II Empfängern. Immer mehr verbleiben offensichtlich in ALG II. Open End. Wer sich für die genaue Zahlen und Trends interessiert: https://www.biaj.de/archiv-kurzmitteilungen/1046-arbeitsuchende-arbeitslose-erwerbsfaehige-leistungsberechtigte-laendervergleich-februar-2018.html Zur Zeit haben wir also rund 1,619 Millionen in ALG II insgesamt, welche bei Jobcentern registriert sind. 4, 263 Milionen erwerbsfähige Arbeitslose insgesamt -im Februar 2018. Gmeldete offene Stellen im Februar 2018: 764.257 Stellen, Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2900/umfrage/entwicklung-des-gemeldeten-offenen-arbeitsstellenbestands/ Es gibt nicht genügend Stellen für alle Arbeitslosen. Und schon gar nicht für die Langzeitarbeitslosen, die bei diesem Konkurrenzdruck nicht vorzuweisen haben. Niemand wird dafür eine Patentlösung finden können -solange die Politik den Umgang der Jobcenter mit den Langzeitarbeitslosen nicht ehrlich auf den Prüfstand stellt. Das sehe ich bislang nicht. Aktuell vernimmt man nur substanzlose Absichtserklärungen oder welche, die von Unverstand zeugen. Es gibt zudem nicht genügend offene Stellen. Nicht umsonst profitiert davon seit Jahren die Maßnahmenindustrie, BA und Jobcenter. Die persönliche Förderung des Elo bleibt seit Jahren auf der Strecke. Das ist gewollt und kein Zufall. Die Einsparung der gezielten Förderungen in 2017 nennt sich dann auch noch: "Aktive Arbeitsmarktpolitik" 2017: Bund gab 1,054 Milliarden Euro weniger aus als veranschlagt" Quelle: https://www.biaj.de/archiv-kurzmitteilungen/1040-aktive-arbeitsmarktpolitik-2017-bund-gab-1-054-milliarden-euro-weniger-aus-als-veranschlagt.html Die Notwendigkeit dessen ergibt sich wohl deshalb: 911 Millionen Euro mehr als im Bundeshaushalt 2017 veranschlagt: "SGB II-Verwaltungskosten" (Bundesanteil) Und genau das ist das eigentliche Problem der Langzeitarbeitarbeitslosigkeit. Die Langzeitarbeitslosen sind der Schmierstoff, der die Verwaltungen am Leben erhält. Und zudem Profiteuren in die Hände und Taschen spielt. Warum soll die Behörde dem eine Ende bereiten wollen. Der ganze Mist der eingeschätzten Profilagen und deren willkürliche Zuordnung durch einzelne Mitarbeiter spielt nur den Profitueren in die Hände und bringt dem Langzeitarbeitslosen rein gar nichts. Die Behörde hat längst den Bezug zur Wirklichkeit in der Privatwirtschaft verloren bzw. noch nie besessen. Die Jobcenter arbeiten Ihre internen Vorgaben ab -der Elo ist offenmals und viel zu offensichtlich nur Mittel zum Zweck. Interessiert ansonsten nicht. Die absurden Stilblüten hieraus kann man täglich in der Presse verfolgen oder erlebt es als Elo jeden Tag neu. Die Verwaltung und die absurden Maßnahmen kosten den Steuerzahler viel mehr, als die Langzeitarbeitslosen selbst. Ohnehin sind die Fördergleder nur Makulatur. Ein leeres Versprechen, was am Ende im Verwaltungsbudget landet. Und nicht beim Elo selbst. Da braucht man sich nicht wundern -wenn der Langzeitarbeitslose auf der Strecke bleibt.
 
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:icon_stop: Es ist zum weinen. Darum hat man mir Ü Mitte 50, schwerbehindert mit Ausweis und derzeit AU geschrieben also heute wieder eine "Einladung" zugeschickt mit neuem SB im Betreff. Kann zwar nur noch unter 6 Stunden arbeiten, habe ich im Gutachten amtlich, aber das interessiert ja niemanden.

Man will mich sicherlich wieder in irgendwelche Maßnahmen schicken oder in einen dieser tollen "gesponsorten" Jobs zwingen.
Wenn das wirklich so weitergehen soll, bis ich 66 Jahre alt bin (denn erst ab 66 und 5 Monate) steht mir Rente unter dem Grundsicherungsniveau trotz 15 Jahre arbeiten und einbezahlen und zweier Kinder, dann weiss ich wirklich nicht wie lange ich das noch ertragen kann.
 

swavolt

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Es sind doch viel mehr - durch Maßnahmen usw. die die Arbeitslosigkeit unterbrechen bzw. bei den älteren die gar nicht mehr als Arbeitslos geführt werden. Deshalb kommen die doch immer mit - wir müssen jetzt was machen, hier ist ne Maßnahme, 1 € Job usw.
Dadurch beginnt doch immer wieder die Arbeitslosigkeit neu obwohl man durchgehend arbeitslos war.

Es gibt nunmal keine Arbeitsplätze für diese Gruppe, denn es wird auch in Zukunft immer weniger Arbeitsplätze geben und nicht mehr. Jetzt und in naher Zukunft hat die Regierung noch das Glück das die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen.
Da wirds dann bei der Rente Probleme geben.
 
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Ich wäre ehrlich sehr gerne eine Karteileiche mit meinen 56 Jahren, der Schwerbehinderung (der eine Arm ist leicht spastisch, das Laufen geht auch nicht so toll und Blutverdünner und viele andere Tabletten muss ich auch schlucken) und nur noch unter 6 Stunden erwerbsfähig und AU geschrieben. Aber die ziehen mich ständig wieder irgendwie unter einem Stapel vor und lassen sich was einfallen.Ich bin ja nun leider schon viele Jahre arbeitslos (habe kmf Ausbildung und habe Berufserfahrung) und leider wollte mich keiner haben. Sehe auch nicht aus wie unter einer Brücke vorgekrochen und kann mich ausdrücken, aber das nutzte leider nichts. Absagen über Absagen. Habe viele Bewerbungen geschrieben, jetzt fehlt mir jede Kraft.
Meine Rente wird noch unter der Grundsicherung sein trotz zweier Kinder (wusste ja nicht, dass es da nicht je 10 Jahre gibt, sondern das Alter der Kinder zusammengezählt wird) und vieler Jahre Vollzeitarbeit. Krankheit und Scheidung haben mich da eben vernichtet. Wie viele andere wahrscheinlich auch.
 

cat44

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Dann sollen die sich auf die Leute konzentrieren die eine Ausbildung haben und auch gearbeitet haben. Stattdessen schicken die die Leute von einer sinnlos Maßnahme in die Nächste. Auch unter den Arbeitslosen gibt es genug Leute die mit echter Fortbildung und auch weiterer Unterstützung wieder arbeiten gehen können.

Arbeitslos müsste kaum jemand sein, denn es gibt genug Arbeit. Nur bezahlen will das keiner. Wir brauchen viel mehr neue bezahlbare Wohnungen, Straßen und Kanalisation müssen erneuert und ausgebaut werden. Es heißt immer wir brauchen ja auch schnelles Internet, dafür muss man auch Leute haben. Der Gesundheitsbereich hat einen enormen Fachkräftebedarf. In der WAZ stand am Samstag drin, das auch in der Verwaltung immer mehr Leute fehlen, weil die Geburten starken Jahrgänge demnächst in Rente gehen.
 

PeterMM

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juhu

Hubertus Heil ist unser neuer Arbeitsminister


allerdings ist er gegen das BGE
 

Bananenbieger

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Klar gibt es genügend Jobs. Aber zu (kleinen) welchen Lohn?
Dann ist man der 1. der gehen muß, wenn es der Firma schlecht geht.

Damit läßt sich nichts aufbauen. Nur ein ständiges hin und her.
 

ZynHH

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Nur bezahlen will das keiner.
So ist es. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Aktienbesitzer sollten 90%Steuern zahlen, jährlich auf den Wert der Aktie....
 

0zymandias

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Wären dann Leerverkäufe auf fallende Steuern möglich? :biggrin:
 
E

ExitUser

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Ein leeres Versprechen, was am Ende im Verwaltungsbudget landet. Und nicht beim Elo selbst.
Es gibt ja durchaus einige "Versprechen", die Menschen in Arbeit bringen. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt, bis ich es selbst erleben durfte: Drei Monate voll subventionierte Probearbeit ohne Risiko für beide Seiten, normaler Arbeitsvertrag befristet. Danach unbefristet und Lohnsubventionen. Wenn der AG in der Nachbeschäftigungszeit (gleich der Förderdauer) kündigt, muss er einen Teil der Förderung zurückzahlen. Das alles ohne Beteiligung der Elo-Industrie.

Wenn man das Problem wirklich strukturell angehen wollt, würde man Tarifpolitik betreiben. Es ist wie so vieles eine Verteilungsfrage.

Jetzt muss ich mir aber den Mund mit Seife auswachsen, ob solch kommunistischer Äußerungen.
 

cat44

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Der Berliner Bürgermeister schlägt ein solidarisches Grundeinkommen vor. Jemand wird eine kommunale Arbeit angeboten für 1500 Euro brutto. Als Single würde man 1200 Euro netto haben. Das finde ich auch besser als diese ewigen sinnlos Maßnahmen. Wer braucht schon das x-te Bewerbungstraining. Ich finde für Leute die nie wirklich gearbeitet haben ist das ganz OK. Für Leute die jahrelang gearbeitet haben ist der Lohn zu gering. Da müssten schon mindestens 2000 Euro brutto drin sein.

https://www.bild.de/politik/inland/hartz-4/berlin-buergermeister-mueller-will-hartz-iv-abschaffen-55135192.bild.html
 

Archibald

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1500 Euro Brutto!? Bei den Preisen und Mieten kommt man damit höchstens auf dem Land zurecht wo sich der Mietenwahn noch nicht so auswirkt dass Singlewohnungen real an die 900 oder 1000 Euro im Monat warm kosten.
Man bedenke es geht hier um Arbeit also ein Umstand mit dem man auch die üppigen Beamtenzuwendungen rechtfertigt.
1800 bis 2200 Brutto müssten es schon aein wenn das ein Erfolg für beide Seiten sein soll und nicht eine Seite das System mit "Dienst nach Vorschrift" ins Unsinnige verkehren lässt wie das heute bereits bei "Massnahmem" etc. der Fall ist.
 
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ExitUser

Gast
Ich finde für Leute die nie wirklich gearbeitet haben ist das ganz OK. Für Leute die jahrelang gearbeitet haben ist der Lohn zu gering.
Wir leben doch nicht in einer Kastengesellschaft.

An anderer Stelle (gender pay gap) würdest du dir massiv Feinde machen, wenn du unterschiedliche Löhne für gleiche Arbeit forderst.

Die Idee von Herrn M. ist sicher nicht die schlechteste, geht aber die Ursachen der Erwerbslosigkeit nicht an.
Nach der Wende gab es das im Osten, Schrankenwärter etc.

Strukturelle Probleme kann man damit nicht lösen, vielleicht zeitweise etwas entschärfen.

1800 bis 2200 Brutto
Da stimme ich dir zu, zudem müsste man das regional differenzieren. Es bleibt leider ein frommer Wunsch, wenn man bedenkt, wer in diesem Land das Sagen hat. Den Niedriglohnsektor werden die Eliten sich nicht so einfach nehmen lassen.
 
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