Medizinischer Dienst Begutachtung (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

pipesmoker

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Hallo Leute,

kurz zu meinem Problem. Bin seit fast einem Jahr ohne Unterbrechung wg. psychischer Probleme krankgeschrieben. Jetzt schickt mich meine SB zum MD der Arge zwecks Feststellung Gesundheitszustandes. Die Unterlagen inkl. Schweigepflichtentbindung gab sie mir mit.

Wir hatten dann noch ein Gespräch so in etwa:
"Der MD würde mich wieder gesund schreiben und ich könnte mich dagegen nicht wehren", das müßte ich dann akzeptieren.
Wie bitte, d.h. obwohl ich krank bin mit Depressionen usw. muß ich der Arge zur Verfügung stehen!? Und was ist wenn ich feststelle das ich dazu nicht in der Lage bin und wieder krankgeschrieben werde bzw. mich krankschreiben lassen muß? (z.B. innerhalb einer Maßnahme, 1 Euro Job )

Woher weiß die das der MD mich für gesund hält ohne meine medizinischen Unterlagen je gesehen zu haben? Ich habe so das Gefühl das die einen generell wieder gesund schreiben wollen um jeden Preis oder woher weiß die SB das dann...Erfahrungswerte?:icon_kotz:

Und wie wehre ich mich dann dagegen, es kann ja nicht angehen das man krank Jobs annehmen muß oder? Anwältin habe ich an der Hand die sich mit Jobcenter Angelegenheiten auskennt...:biggrin:

Danke für eure Infos im voraus.

LG Mikey
 
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Lass dich nicht verunsichern, selbst wenn es so wäre dass dich der äD für voll gesund hält, sprich du ohne Einschränkungen verfügbar sein sollst, zählt immer noch deine AU vom Arzt.

Schweigepflichtentbindungen sind freiwillig, genauso der Bogen.Nimm deine Befunde von den Ärzten nach deiner Wahl mit(zum Arzt und nicht zur SB ;) )
Kann trotzdem sein dass er dich für vollschichtig erklärt mit gewissen Einschränkungen die du hast.
 

Piratin007

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Hallo Mikey, wenn Dein Leiden schon so lang dauert, hast mal überlegt, ne medizinische Reha oder EU-Rente zu beantragen? Was sagt denn Dein Arzt dazu? Irgend eine Klärung muss ja hier herbeigeführt werden..
 
S

Steamhammer

Gast
Gehe zu Deinem Psychiater und sage ihm, was seitend der äD vorgefallen ist.
Ich schrieb es in anderem Zusammenhang schon öfter, dass Fachärzte aller Art eine Berufsehre haben, und diese Amtsärzte als zweitklassige Quacksalber betrachten.

Wenn Du also ein gutes Verhältnis zu Deinem behandelnden Arzt hast, zeige ihm das "Gutachten" und er wird wahrscheinlich mit ein zwei Anrufen da was graderücken.
 

Anna B.

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er war ja noch nicht einmal beim ÄD...dieser inkompetente SB hat ihn ja schon im Gespräch verunsichert: du bist af...und mußt dich dem Arbeitmarkt zur Verfügung stellen..

eine ähnliche Erfahrung hatte ich ja auch bei ALG I...eben auch ein solcher SB..der meinte, er könnte mich "Wunderheilen"..was Kliniken und Fachärzte nicht geschafft haben...aber er drückte sich so aus: ich sehe sie sowieso voll arbeits- und erwerbsfähig..und das Gutachten ist nur noch proforma..!!

also, geh zu dem Gutachtertermin, und dann schau, was dabei herauskommt....
danach kannst du immer noch dagegen etwas unternehmen...
 

Muzel

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Und gehe mit Begleitung dort hin.
 

Anna B.

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im übrigen darf der med. Dienst der Arbeitsagentur gar nicht über Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitsfähigkeit urteilen...

das obliegt einzig und allein dem MdK (med. Dienst der Krankenkassen)....

bei dieser Begutachtung geht es wohl um die sozialmedizinische Beurteilung: ob und inwieweit deine Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, ob du Schichten machen darfst, bestimmte Dinge unterlassen mußt usw. usw...

bitte immer unterscheiden: Erwerbsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit

oder Erwerbsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit...das sind zwei völlig unterschiedliche Begriffe...

Arbeitsunfähigkeit - MDS - Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.

Ärztlicher Dienst - www.arbeitsagentur.de

also nicht von solchen Aussagen eines dummen SB verunsichern lassen...
 

pipesmoker

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Hallo Leuts,

danke erstmal für eure schnellen Antworten. Nur wie kann ich mich denn gegen das Gutachten wehren?

Wenn die AU von meiner Neurologin zählt und die das nicht beachten, bzw. für hinfällig erklären?

Ich verstehe nicht wieso die SB sagt wenn die mich für arbeitsfähig halten muß ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wie denn wenn ich dazu nicht in der Lage bin und wie wollen die das beurteilen, evt. auch nach Aktenlage usw., evtl. auch wenn die mich kurz sehen!?

Gruss Mikey
 

pipesmoker

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Hi ...so hier nochmals...Zitat meiner SB:

Wenn unser med. Dienst sagt, dass sie gesund sind, dann kann Ihr Arzt sie AU schreiben wie er will. Ich muss ihnen dann Stellen- oder Maßnahmevorschläge machen, dagegen können Sie nichts machen. :icon_laber:

d. h. doch auf deutsch das ich die dann annehmen muss obwohl ich dazu meiner Meinung und der Meinung meiner Neurologin nicht in der Lage bin, ansonsten werde ich sanktioniert oder was? :icon_kotz2:

Dann kapiere ich nicht was eine AU vom Neurologen noch wert ist wenn das Amt diese nicht beachten muß nach dem amtsärztlichen Gutachten. Ich will ja nicht vorgreifen..aber was ich bisher so gelesen habe ..sind das so minimal Untersuchungen die gerade bei psychischen Krankheiten gar nichts bringen.

Wie verhalte ich mich denn nach einem negativen Amtsarzt Gutachten? Zum Anwalt gehen und Widerspruch einlegen? Wie verhalte ich mich wenn die mir Maßnahmen oder anderes aufs Auge drücken wollen bzw. dann mit Sanktionen drohen?

Bin gerade etwas verwirrt, sorry...

Gruss Mikey
 

Anna B.

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Die Arbeitsunfähigkeit !! kann nur der med. Dienst der KK aufheben...bzw. beurteilen...und der KK den Rat geben, dass der Patient ab dem..wieder arbeitsfähig ist..

SGB 5 - Einzelnorm

Abs 1, Satz 3....

kein Gutachter der Afa oder JC kann eine Arbeitsunfähikgeit aufheben..

das kann, wie gesagt, lediglich der MDK...der Krankenkassen..

die will dir Angst einjagen und das hat sie fast geschafft...

was anderes ist, wenn sie den MDK über die KK einschalten will....
aber das ist noch nicht gesetzlich geregelt..soll wohl erst noch kommen, dass es diese Möglichkeit für JC und Co. geben wird...

aber immer nur über den MDK...
 

Anna B.

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richtig...der beh. Arzt kann zwar keinen Einspruch erheben..aber gegen die Entscheidung des MDK einen Widerspruch einreichen..

lass dich nicht von dieser inkompetenten Tante verunsichern...

schau dich hier im Forum um, lerne deine Rechte kennen und dann kannst du auch gegenhalten...
 

BibiBlocksberg2009

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Lieber Mikey!

Nichtsdestrotz ist es gut, dass du dich auch darauf einstellt, dass der ÄD sagen könnte: "voll arbeitsfähig".

Solche "spontanen Wunderheilungen" habe ich im Umfeld nun schon selbst erlebt. Den einen Bekannten hätte es - als Kurzschlussreaktion - fast das Leben gekostet.

Da du hier im Thread aber schon so viel Hilfe und gute Antworten bekommen und dich vorher informiert hast, bist du darauf bestens vorbereitet.
Also kann dich das nicht mehr schocken, gelle?! :icon_smile:

Alles Gute für dich ! :icon_pause:
 

Anna B.

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DAs ist ein wichtiger Hinweis von bibiblocksberg..

auch wenn der ärztl.Dienst der Afa oder JC sich dazu hinreissen läßt, dir zur sagen: sie sind ab sofort arbeitsfähig..

mußt du das nicht hinnehmen...der kann die Arbeitsunfähigkeit nicht aufheben..derzeit jedenfalls noch nicht..

sondern nur der MD-Krankenkassen...

grinse den an und geh wieder nach Hause...
 

pipesmoker

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Hi Leuts,

danke für eure Mithilfe, bin da schon mal etwas beruhigter, kann ja auch sein das meine SB nur die Arbeitsfähigkeit im Sozialmedizinischem Sinn gemeint hat und nicht die AU.

Also gesetzt den Fall die sehen mich als arbeitsfähig an mit oder ohne Einschränkungen (die habe ich bei 60 % Behinderung plus Krankheiten auf jeden Fall) was dann?

- ich bin dann weiter AU geschrieben und die SB bietet mir dann Stellen oder Maßnahmen an, aber ich bin ja AU wie läuft das denn dann?:icon_neutral:

Denn wenn ich AU bin können dich mich ja nicht in irgendwas zwingen oder? Wie soll man das auch bewerkstelligen wenn man krank ist!? :icon_neutral:

Gruss Mikey
 

Anna B.

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Hallo,

AU mit Einschränkungen gibt es nicht...

entweder bist zu voll erwerbsfähig...
oder erwerbsfähig mit Einschränkungen...

du kannst, auch wenn du voll erwerbsfähig bist, für eine bestimmte Zeit arbeitsunfähig sein...d.h. derzeit nicht in der Lage für wenigstens 3 Stunden täglich auf dem 1. Arbeitsmarkt tätig zu sein..oder als ALG II-Empfänger an Maßnahmen teilzunehmen....

du kannst, auch wenn du erwerbsfähig mit Einschränkungen bist, für eine bsteimmt Zeit arbeitsunfähig sein...wenn...s.o.

du mußt unterscheiden zwischen Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit..das sind zwei komplett verschiedene Bereiche...

hast du dich schon mal mit den Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien befaßt?
da steht genau drin, wer wann wie au geschrieben werden darf bei bestimmten Konstellationen...

https://www.g-ba.de/downloads/62-492-633/AU-RL_2012-06-21.pdf

und hier noch etwas zur Erwerbsunfähigkeit..

Was bedeutet Erwerbsunfähigkeit

das lese dir mal durch, dann kennst du den Unterschied zwischen AU und EU
 

matarmoro

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Bei mir ist es genau andersrum, die Dame sozialmedizinischen Dienst, sprich Amtsärztin hat mich weniger als 3 St. täglich arbeitsfähig geschrieben.

Die Rentenkasse will das nicht begreifen und läßt über ein Mietmaul ein Gutachten verfassen, dass ich wieder 6 St. und mehr arbeitsfähig bin, und somit nicht in Rente komme. Das Elend läuft schon seit Jahren so...

Letzten Endes ist ein Amtsarsch meiner Meinung noch leichter zu bewegen eine Begutachtung von weniger als 3 st. arbeitsfähig zu erstellen, als es bei diesen Gutachterschweinen der Rentenkasse möglich ist.
Die lügen sich wirklich das blaue vom Himmel zusammen. Das siind vollkommen gewissenlose Figuren, die selbst vor Verläumdung und Fälschungen im Gutachten nicht zurückschrecken....
 

matarmoro

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Passend zu dem Fred ist noch die Geschichte eines Bekannten von mir, der in Frankfurt in Ausübung seines Dienstes als Harz 4 Opfer letzten September beim Papier sammeln an einem heißen Tag verstarb!
Er war meines Wissens auch zwangsweise verpflichtet bzw gesundgeschrieben worden um einen Ein Euro, oder Bürgerarbeitsjob zu machen. Leider habe ich die Sache erst vor kurzen mitbekommen, weil ich mit mir selbst und auch mit dem Schicksal meiner Freundin so eingespannt war.
Aber es scheint nach meinen Erkenntnissen vollkommen normal, dass die Ämter versuchen einen durch Zwangsarbeit zu schädigen, bzw zum Ableben zu bringen.

Solche Schicksale dringen leider nur selten nach draußen, weil es oft Menschen betrifft, die sich nicht wehren können.
Mein Bekannter war auch eine solche arme Sau, und ich mache mir jetzt Vorwürfe, dass ich mich nicht mehr um ihn gekümmert habe.
 
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