Medizinischer Dienst -> 1-Euro-Job

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miriamel

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Hallo an alle elo-Foristen.

Ich hatte letzten Freitag einen Termin beim Job Center, bei der es um die Auswertung des Gutachtens des medizinischen Dienstes ging.

Dies war das zweite vom Job Center beauftragte Gutachten.

Vorgeschichte:
Das erste entstand, als ich meinen Sachbearbeiter (damals ein anderer) darum bat, mir den Grund bei einer plötzlichen Einladung mitzuteilen, da ich seit Geburt an psychosomatischen Beschwerden (u.a. Reizdarm, der bis hin zu kolikartigen Schmerz geht) habe.

Das erste Gutachten kam dabei auf 4h arbeitsfähigkeit mit einer reihe Einschränkungen. Ich wurde daraufhin einem anderen Sachbearbeiter zugewiesen, der letztlich nur sah, dass es für mich keine Jobs hat und es weitestgehend auf sich beruhen ließ.

Dann kam es in Berlin zu einer Umstrukturierung, zu einem neuen Sachbearbeiter und seit Freitag weiß ich, dass dieser keinerlei Menschlichkeit an den Tag legt, sondern nur als Fassade trägt.

Da im ersten Gutachten stand, dass u.U. durch entsprechende Unterstützung bei mir eine Verbesserung auftreten können und man in einem Jahr dann vll weitersieht, stellt der neue SB das Gutachten schlichtweg völlig infrage und setzte mich erst einmal von selbst auf voll arbeitsfähig. Sollte mir das nicht passen, würde er dann eben doch nochmal den medizinischen Dienst einschalten.

Nach einem Job bein einem Glücksspielautomatenhersteller (bei denen der Umsatz zu 80% auf krankhaft Spielsüchtigen aufbau), was ich aus den in Klammern genannten Grund ablehnte, selbst wenn es eine Sanktion gibt, kam zunächst ein 1 Euro Job als "Systemadministrator", obwohl ich zwar beruflich mit Computer arbeiten, aber um ein Sys Admin zu sein gehört da ja noch etwas mehr dazu. Mit Hilfe von Bekannten widersprach ich dieser Zuweisung, da ein Systemadministrator eindeutig ein Job auf den 1. Arbeitsmarkt ist und da ich merkte, dass mich diese Person nicht in Ruhe lassen wird, bat ich zugleich um ein weiteres Gutachten. Dies bekam ich dann auch, was sich über ein halbes Jahr zog, warum auch immer und nach einer mehr als absurden Untersuchung, die aber auf den Unterlagen des letzten Gutachtens une einer seitenlanger Beschreibung meiner "Leidensgeschichte" aufbaute, kam es schließlich zu dem Ergebnis, dass ich diesen Freitag bekam.

Derzeitige Situation:
Erneut weiß ich nicht wirklich, worauf das medizinische Gutachten exakt aufbaut. Heraus kam, dass ich:
3-6h arbeitsfähig bin, überwiegend sitzend
allerdings mit folgenden Ausschlusskriterien:
Hohe Anforderung an Umstellung und Anpassung
Hohe Anforderung an Konzentration und Reaktion
Hohe Verantwortung
Zeitdruck
Hoher Publikumsverkehr
Unregelmäßige Arbeitszeiten
Nachtarbeit
Lärmtätigkeit

Reaktion des SB:
Der SB schien sich wenig für die Ausschlusskriterien zu interessieren, die meine eigentliche Problematik ja weit mehr betrafen als beispielsweise "überwiegend sitzend" und versteifte sich genau darauf und auf unter 6h.

Er wies mir sofort einen weitern 1 Euro Job zu beim Christlichen Jugenddorfwerk, als Bürohilfskraft, wo ich mit "sozial Benachteiligten" kommunizieren soll.

Beschreibung des 1 Euro Jobs (1,50 Entlohnung 20 Stunden die Woche):
Bürohilfstätigkeiten im Rahmen von Werkstätten, Kommunikation mit den gemeinnützigen Einrichtungen bzw sozial benachteiligten Personen, Annahme, Abgabe sowie Dokumentation von reparierungsbedürftigen Sachen, Internetrecherche zu fehlenden Teile, besonders bei defektem Spielzeug. Unterstützung bei der Vorbereitung von Schulveranstaltungen und -festen, Zuarbeit bei vorbereitenden Tätigkeiten, entwerfen von Einladungen, Ablaufplänen, Gästelisten und das Gestalten von Aushängen, Dokumentation von Absprachen, Organisation bzgl. Auftragsannahme- und Lieferung.

Meine Fragen:
1. Was bedeutet im medizinischen Gutachten "Hohe Anforderung an Anpassung und Umstellung?"
2. Widerspricht das juristisch betrachtet nicht bereits einer Tätigkeit, in der man Kontakt mit "sozial Benachteiligten" haben muss, was schließlich sehr belastend sein kann. (ich musste eine Stelle als Pflegekraft in einem Krankenhaus aufgeben, weil ich mich nicht abgrenzen konnte und das meine psychosomatischen Probleme massiv verstärkt hat)
3. Ist diese Stelle überhaupt ein legaler 1-Euro-Job oder genauso widerrechtlich wie die Stelle davor?

Ich erfuhr bereits von den Bekannten, die mir auch damals halfen, dass die EinV in vielen Bereichen rechtswidrig ist und werde dagegen auch Einwand erheben. Unterschrieben habe ich bisher nichts, so dumm bin ich nicht mehr. Letztes Mal wollte ich die Sache noch im Guten regeln, aber inzwischen weiß ich, dass ich für diesen SB nur eine Nummer bin, die bereinigt gehört, egal mit welchen Mitteln.

Ich bedanke mich bereits im voraus für jede Antwort und Hilfe.
 

miriamel

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Der Anwalt hat den Widerspruch an das JobCenter geschickt. Er schlug dann in einem Büchlein nach, was es kosten würde, wenn er auch das Schreiben an Sozialgericht macht. Ansonsten müsste ich das selbst abschicken mit dern Unterlagen. Ich habe es nicht so recht verstanden, aber ich verstehe den gesamten Irrsinn auch nicht.

Das Sozialgericht hat sich bisher bei mir mit dieser Stellungnahme des Job Centers gemeldet und hinsichtlich der PKH mit der Frage nach den Bankauszügen der letzten 3 Monate und dieser Erklärung hinsichtlich meiner wirtschaftlichen Verhältnisse. Was der Anwalt noch macht, weiß ich nicht.

Ich wollte jetzt erst einmal die Reaktion des Sozialgerichts abwarten.
 

Falwalla

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was für einen anwalt hast du dir da ausgesucht?

nicht falsch verstehen, bitte.

ich konnte aus gesundheitlichen gründen im frühjahr nicht mal in die kanzlei (ok- war ja schon öfter dort, also bekannt).
man besorgte von dort aus den beratungshilfeschein, regelte das mit der prozesskostenhilfe (musste natürlich kontoauszüge einreichen u. a. unterlagen zusenden, die man für die klage - darauf lief es hinaus - benötigte).

leider ist es so, dass die amtsgerichte mit der herausgabe dieser beratungshilfescheinchens immer geiziger werden.

deshalb ist es sehr verwunderlich, wie dein anwalt agiert. hm.
also bezahlen würd ich den nicht. dafür hat er ja die PKH.
und für alles weitere ist er zuständig. hält dich auf dem laufenden.
lg F.
 

miriamel

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Ich weiß es wie gesagt nicht. Ich habe auch keine 380€ gezahlt, habe ihm gleich gesagt, dass ich die nicht habe. Letztlich hab ich kaum was selbst gemacht. Er schickte mir die Schreiben per email und ich legte dann meine Kopien von den notwendigen Unterlagen dazu und schickte das eben los.

Bis auf eine Nachfrage, ob ich ein Attest besorgt habe, was ich verneinen musste (er meinte, das wäre natürlich optimal), kam bisher von ihm nichts weiter. Ob ich PKH bekomme, weiß ich noch nicht. Das JobCenter hat ja beantragt, dass ich die nicht bekommen soll. :frown:
 

miriamel

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Da hat das JC doch nichts damit zu tun. Das können die nicht beantragen.
Oh, ich sehe auch, dass ich mich da wohl etwas vertan habe, es geht wohl um die Kostenerstattung gemäß § 193 Sozialgerichtsgesetz und die Ablehnung des Antrages.

Begründung des Jobcenters für den Antrag:

"Der Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz kann keinen Erfolg haben.

Der Sanktionsbescheid ist nicht offensichtlich rechtswidrig. Bei der Sanktion zugrunde liegenden Zuweisung wurden alle Belange ausreichend gewürdigt und beachtet. Zur Begründung wird auf die ausführliche Stellungnahme der zuständigen Stelle des Bereiches Markt und Integration verwiesen."

Was heißt überhaupt nicht offensichtlich rechtswidrig? Aber wenn man genauer hinsieht schon? Die "zuständige Stelle" ist nebenbei der SB. Er schreibt letztlich auch nur, dass er alles richtig gemacht hat, bisschen ausgeschmückt. Begründen tut er das nicht. Erneut wird auch nicht mitgeteilt, wer entschieden hat, dass diese Stelle dem medizinischen Gutachten entspricht.

Er schreibt lediglich: "dem ÄG wurde Rechnung getragen".

Ich bezweifle, dass man auch nur den Arzt dort fragte und selbst dieser könnte das gar nicht beurteilen, weil er mich nie gesehen hat. Hätten sie eine Stellungnahme des Arztes, würden sie ja wohl auch darauf hinweisen.

Ich denke, dass sich der SB schlichtweg ein ärztliches Urteil angemaßt hat und das Job Center das nicht eingestehen will. Sie machen ja noch weit schlimmere Dinge...
 

verona

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Oh, ich sehe auch, dass ich mich da wohl etwas vertan habe, es geht wohl um die Kostenerstattung gemäß § 193 Sozialgerichtsgesetz und die Ablehnung des Antrages.

Begründung des Jobcenters für den Antrag:

"Der Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz kann keinen Erfolg haben.


Ich habe mir jetzt nicht alle, der vielen Beiträge durchgelesen.
Von daher frage ich mal nach.
Es ist zu keinem Gerichtsurteil gekommen bzw. der Streit ging noch nicht zu Gericht? Denn etwaige Kostenerstattungen muss m.W. das Gericht entscheiden, nicht der SB.
Wieso stellst du einen Antrag auf Kostenerstattung an das JC?
Der SB hat auch nicht abgelehnt, weil er, wie zu einer Bewilligung dazu die Befugnis nicht hat.
Er schreibt ja auch lediglich, dass dieser keinen Erfolg haben kann.



Der Sanktionsbescheid ist nicht offensichtlich rechtswidrig. Bei der Sanktion zugrunde liegenden Zuweisung wurden alle Belange ausreichend gewürdigt und beachtet.

Nach meiner Interpretation heißt das, der Bescheid ist rechtswidrig, aber das sieht man nicht zwingend auf den ersten Blick.


Er schreibt lediglich: "dem ÄG wurde Rechnung getragen".

Genau das ist ja offensichtlich nicht der Fall.
Du brauchst drigend eine Beratungsstelle. In B gibt es doch bestimmt einige.
.......
 

obi68

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Was heißt überhaupt nicht offensichtlich rechtswidrig? Aber wenn man genauer hinsieht schon?

Tja, die Tücken der deutschen Sprache. Es ist in der Tat ein Riesenunterschied, ob "offensichtlich nicht" oder "nicht offensichtlich".

So bedeutet das nichts anderes als: "Wir haben uns die allergrößte Mühe gegeben, die Illegalität des Bescheids nicht allzu auffällig zu gestalten." :icon_mad:
 

miriamel

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Ich weiß natürlich nicht, was exakt abgelaufen ist, aber der Antrag ging an das Sozialgericht, das Sozialgericht schrieb wohl das Job Center deswegen an und das Job Center beantragte dann, dass das Sozialgericht dem Antrag nicht nachkommt.

Ich habe dem JobCenter selbst nichts geschickt. Die bekamen nur den Widerspruch vom Anwalt, den ich auch mit den anderen Unterlagen an das Sozialgericht geschickt habe.

Bisher ist das alles noch im Laufen und kann so oder so ausgehen.

Ein Urteil gibt es noch nichts. Es ist auch noch kein Prozess, denke ich, sondern geht um den Widerspruch. Dazu gibt es noch keine Reaktion vom JobCenter.

Vom Gericht wurde ich bisher den Fall betreffen nur dazu aufgefordert zu schreiben, ob ich mich beim Träger über meine Tätigkeiten und notwendigen Kontakte erkundigt habe. Dazu schrieb ich zurück, dass dies ja alles in der Zuweisung vom JobCenter zu finden war (Kopie davon mitgeschickt) und der Träger davon gar nicht abweichen darf.

Ich wünschte, ich wüsste, was da derzeit alles abläuft.

Der Antrag auf Kostenerstattung kam vom Anwalt und ging an das Sozialgericht. Der SB bzw das JobCenter schrieb ebenso an das Sozialgericht, dass dieser Antrag abgelehnt werden soll.
 

miriamel

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Danke, das dachte ich mir schon fast...

Bekannte und Verwandte amüsierten sich bisher königlich über "nicht offensichtlich rechtswidrig".
 

miriamel

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Post vom Sozialgericht.

Es geht um Kenntnisnahme eines Schreibens vom JobCenter, das letztlich einfach nur schreibt:

"Nach Auffassung des Antragsgegners ergeben sich keine neuen rechtserheblichen Gesichtspunkte."

und

"Der Antragsgegner sieht keine Möglichkeit, seine Entscheidung abzuändern oder aufzuheben. Es wird um gerichtliche Entscheidung gebeten."

Was diese Leute den Staat kosten, es ist unbegreiflich. Es ist auch wieder eine andere Person. Wahrscheinlich kontrolliert das gar niemanden, das wird einfach so zurückgeschickt und man schaut, was bei rauskommt. Besteht ja die Chance, damit durchzukommen und immerhin kostet es das Job Center dann nichts...

Ich muss wohl nun auf das Sozialgericht hoffen.

edit: Frage hat sich erledigt, eine Reaktion auf Kenntnisnahme ist wohl nicht nötig.
 

Anna B.

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Hallo,

nö...mußt du nicht drauf antworten...

es sei denn, du hast noch neue Erkenntnisse, die du dem Gericht noch gern mitteilen möchtest...

ansonsten heißt es warten...

meine letzte Antwort an das SG war im November 2012...

darauf schrieb der Antragsgegner, dass man alles zur Kenntnis genommen hätte, aber von seiner Rechtsauffassung nicht abweichen würde...

tja..und seit dem..still ruht der See...

ich hab vor kurzem das SG angeschrieben und gefragt, wann es denn nun letztendlich mal entscheiden will...

als Antwort bekam: Arbeitsüberlastung...erst müssen noch die vorrangigen Fälle von 2010 und 2011 abgearbeitet werden..

tja...und nun sind Gerichtsferien, wegen Weihnachten, im Febr.beginnen bestimmt die Gerichtsferien wegen Ostern, und im Mai beginnen die Gerichtsferien wegen Sommerurlaub...und und und..

ich denke, vor Ende nächsten Jahres bzw. übernächsten Jahres bekomme ich keine Entscheidung..

bis dahin bin ich Rentner und dann sollen die mich in Ruhe lassen..

aber mein Geld will ich....und wenn ich bis vor das BSG oder Verfassungsgericht gehe..

ein Afa-Mitarbeiter darf nicht in meine gesundheitlichen Unterlagen schauen, er darf auch nicht das ALG I einstellen, nur weil ich ihm keine Schweigepflichtentbindung unterschrieben habe..
der ÄD der Afa könnte sogar eine aktenmäßige Begutachtung durchführen..dem liegen alle relevanten Befunde und Berichte vor....

aber...da es sich hier um Sturköpfe handelt, wollen sie mich klein kriegen..und bestehen auf Schweigepflichtentbindung...und die bekommen sie nicht..

sollte es in ferner Zukunft von 10 Jahren wirklich darauf hinauslaufen, dass ich Schweigepflichtentbindungen auszufüllen habe, dann verzichte ich auf das ALG I und fordere meine gesundheitlichen Unterlagen von denen zurück...

aber das ist noch in ferner Zukunft...
 

miriamel

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Danke für die schnelle Antwort und meine besten Wünsche, dass das bald ein Ende hat.

Ich weiß schon von meiner Mutter, wie schlimm das alles sein kann, sowohl Amtsärzte, als auch Ämter, als auch Gerichtsverfahren. Die Scheidung meiner Eltern dauerte ELF Jahre!

Ich muss mich wehren, ich kann mich nicht beugen, weil ich dann zerbreche. Ich will das Gericht an sich nicht damit belasten und letztlich geht es mir selbst noch nicht einmal ums Geld (natürlich bin ich froh, wenn ich es habe). Die meiste Angst habe ich davor, was diese Leute, die ja keiner Moral, keinerlei Anstand, keinerlei Respekt zu kennen scheinen, tun werden, wenn sie damit durchkommen.

Das überleb ich schlichtweg nicht und das ist nicht so dahingesagt.

Es ist immer schwer, stark zu bleiben und nicht die Schuld bei sich selbst zu suchen, im Angesicht derartige Skrupellosigkeit. Aber ich weiß inzwischen, dass es der Trotz ist, der mir immer wieder Kraft gibt.

Man darf sich nicht unterkriegen lassen! Nur so wird sich irgendwann etwas ändern.

Ich wünsche Dir alles Gute und eine schöne Adventszeit.
Wir sind stärker als die...
 

Schadbär

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[...] Er wies mir sofort einen weitern 1 Euro Job zu beim Christlichen Jugenddorfwerk, als Bürohilfskraft, wo ich mit "sozial Benachteiligten" kommunizieren soll.

Beschreibung des 1 Euro Jobs (1,50 Entlohnung 20 Stunden die Woche):
Bürohilfstätigkeiten im Rahmen von Werkstätten, Kommunikation mit den gemeinnützigen Einrichtungen bzw sozial benachteiligten Personen, Annahme, Abgabe sowie Dokumentation von reparierungsbedürftigen Sachen, Internetrecherche zu fehlenden Teile, besonders bei defektem Spielzeug. Unterstützung bei der Vorbereitung von Schulveranstaltungen und -festen, Zuarbeit bei vorbereitenden Tätigkeiten, entwerfen von Einladungen, Ablaufplänen, Gästelisten und das Gestalten von Aushängen, Dokumentation von Absprachen, Organisation bzgl. Auftragsannahme- und Lieferung.

Meine Fragen:
1. Was bedeutet im medizinischen Gutachten "Hohe Anforderung an Anpassung und Umstellung?"
2. Widerspricht das juristisch betrachtet nicht bereits einer Tätigkeit, in der man Kontakt mit "sozial Benachteiligten" haben muss, was schließlich sehr belastend sein kann. (ich musste eine Stelle als Pflegekraft in einem Krankenhaus aufgeben, weil ich mich nicht abgrenzen konnte und das meine psychosomatischen Probleme massiv verstärkt hat)
3. Ist diese Stelle überhaupt ein legaler 1-Euro-Job oder genauso widerrechtlich wie die Stelle davor?[...]

Ob diese Stelle nun unbedingt einer Vollzeitstelle entspricht, sei dahingestellt. Immerhin wurde sie positiv geprüft (Vorsicht: Da beißt du dir die Zähne kaputt, wenn du dagegen klagen möchtest!) und scheint einer dieser Stellen zu entsprechen, die üblicherweise von Zivildienstleistenden und Praktikanten erledigt wird. "Kommunikation" kann bedeuten: Telefonhörer abnehmen, wenn keiner da ist, mitschreiben, was der Teilnehmer wünscht und das Ganze an die Verantwortlichen weiterleiten.

Also spaßig und Ringelpiez mit Anfassen. Manchmal sollte man sich gut überlegen, ob man sich auf Anwälte und Gerichte einlässt, oder nicht besser mal so eine Stelle anguckt und ein wenig mitspielt. Man lernt auch nette Leute kennen, wenn man Glück hat. Wenn nicht, kann man immer noch dagegen vorgehen. Mein Credo: Wenn schon Maßnahme, dann nur, wenn man mich dort freundlich und menschenwürdig behandelt, es mich gut gehen lässt, mich als vollwertige Person behandelt. Erfüllt eine Maßnahme diese Umstände nicht, bin ich weg und meist gibt es dafür auch keine Sanktion (außer bei den ganz harten Maßnahmeträgern, die kommen aber meist aus der Wirtschaft).

Ich möchte dir hier nicht in den Rücken fallen. Aber wenn man die vier Seiten Text hier liest und das ganze Trara, das auch durch unfähige Anwälte entsteht, mit Gericht und Pipapo und Schriftverkehr, ....kleine Anmerkung: Währenddessen hättest du schön basteln und Weihnachtsschmuck aufhängen können, sogar noch ein wenig dazu verdienen und eventuell nette Leute kennenlernen. In diesem Sinne: Schöne Weihnachten. :icon_hug:
 

miriamel

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Falls Sie es nicht gelesen haben, aber ich bin kein gesunder Mensch. Ein Teil meiner Problematik ist, dass ich mich emotional nicht abgrenzen kann. Deshalb kann ich z.B. auch nicht in einer Schule, Altenheim oder Krankenhaus arbeiten. Ich geh darin zugrunde. Und das ist keine Frage der Einstellung, ich habe physische Schmerzen, alle möglichen Problem mit Magen und Darm, Übelkeit, Schwindelgefühle, damit bin ich geboren worden auch wenn in meiner Kindheit die Problematik nicht so groß war.

Das ist für mich daher keine Frage von: naja, ich könnte mal. Das "übliche" kommt lediglich noch dazu, oben drauf, dass solche Stellen nicht dem Grundgesetz und den Menschen rechten entsprechen, sondern glasklar Zwangsarbeit als Bestrafung darstellen. Das macht es aber lediglich noch schlimmer.

Ganz nebenbei: So ziemlich jedes Übel auf der Welt entstand und wurde größer indem die Masse es einfach nur passiv mit trug. Bei Zwangsarbeit mit Androhung des indirekten Todes ist ja nicht Schluss. Wenn das akzeptiert wird, kommt der nächste Schritt und dann der nächste und der nächste, bis alle Arbeitslose in Arbeitslager kommen und wer dann nicht arbeitet, wird direkt erschossen. So läuft es immer ab und so wird es auch bei uns wieder ablaufen. Schon jetzt ist das System menschenverachtend und man wird schlimmer behandelt als jeder Kinderschänder und Mörder. Denn deren Dach und Essen ist gesetzlich geschützt.
 

Schadbär

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Falls Sie es nicht gelesen haben, aber ich bin kein gesunder Mensch. Ein Teil meiner Problematik ist, dass ich mich emotional nicht abgrenzen kann. Deshalb kann ich z.B. auch nicht in einer Schule, Altenheim oder Krankenhaus arbeiten. Ich geh darin zugrunde. Und das ist keine Frage der Einstellung, ich habe physische Schmerzen, alle möglichen Problem mit Magen und Darm, Übelkeit, Schwindelgefühle, damit bin ich geboren worden auch wenn in meiner Kindheit die Problematik nicht so groß war.

Das ist für mich daher keine Frage von: naja, ich könnte mal. Das "übliche" kommt lediglich noch dazu, oben drauf, dass solche Stellen nicht dem Grundgesetz und den Menschen rechten entsprechen, sondern glasklar Zwangsarbeit als Bestrafung darstellen. Das macht es aber lediglich noch schlimmer.

Ganz nebenbei: So ziemlich jedes Übel auf der Welt entstand und wurde größer indem die Masse es einfach nur passiv mit trug. Bei Zwangsarbeit mit Androhung des indirekten Todes ist ja nicht Schluss. Wenn das akzeptiert wird, kommt der nächste Schritt und dann der nächste und der nächste, bis alle Arbeitslose in Arbeitslager kommen und wer dann nicht arbeitet, wird direkt erschossen. So läuft es immer ab und so wird es auch bei uns wieder ablaufen. Schon jetzt ist das System menschenverachtend und man wird schlimmer behandelt als jeder Kinderschänder und Mörder. Denn deren Dach und Essen ist gesetzlich geschützt.

Ich finde es streckenweise zu köstlich, wie sich Arbeitsuchende vor Angst schier in die Hosen machen, wenn sie eine(n) SB vor der Nase sitzen haben, es jedoch leicht finden, in arroganter "Wir-siezen-uns-ab-jetzt"-Manier gegen andere Arbeitsuchende zu sticheln, die eigentlich nur einen guten Rat erteilen wollten.

Erst einmal zur Erläuterung: Ich habe mehrfach für Arbeitsuchende meinen Kopf hingehalten, mich selbst dadurch sogar finanziell schädigen lassen (was nie wieder vorkommen wird, denn es war ihnen letztendlich wurscht, Hauptsache, ihr eigener Po war gerettet) und mich für sie bei Ämtern und Behörden wirklich unbeliebt gemacht, etc..(was auch nie wieder vorkommen wird, denn Ämter und Behörden hassen mich noch heute dafür). Und in Sachen Grundrechte brauchst Du mich nicht aufzuklären, da bin ich dir weit überlegen.

Vorschlag: Setz genau diesen arroganten Ton auf und erkläre das in genau diesem arroganten Ton deiner Sachbearbeiterin. Vorher noch ein bisschen üben und sich aufrecht ans Telefon stellen (nicht setzen), beim Telefonat nicht rauchen und sich vorher den Text gut überlegen. Ich garantiere dir: Sie wird strammstehen und gehorchen und sich zukünftig Mühe geben.

Was das Thema "Zwangsarbeit" angeht: Diesbezüglich sind die Dinge nicht so einfach, wie sie scheinen. Sonst könnten jetzt alle Zivildienstleistenden der letzten 50 Jahre Schadensersatz beim Staat einfordern. Noch ein Tipp: Erkläre deiner SB einfach, dass es sinnlos ist, ein psychisches Wrack in ein Altenheim zu stecken, wenn es bereits im Vorstellungsgespräch vor lauter Erschütterung dem Altenheim-Leiter in den Schoß kotzen muss. Und dritter Tipp: Der Satz "lieber putze ich Bahnhofsklos, bevor ich so etwas mache", zieht immer, vorausgesetzt, man bewirbt sich auch fleißig auf solche Stellen, die natürlich vom ersten Arbeitsmarkt gestellt und gut bezahlt sein müssen, damit man sie annimmt. Viel Erfolg, du schaffst das! :smile:
 

miriamel

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edit: Ich möchte zuvor noch sagen, dass für mich das "Sie" keine Zeichen von fehlendem Respekt. Für mich ist es eher umgekehrt so. Ihr Post ließ mich zum Sie greifen - eben aus Respekt, aber auch Distanz. Es war keine Entscheidung, mit der ich Sie beleidigen wollte.
----
Sie missinterpretieren meinen Post. Und das Sie wählte ich wegen der Art Ihres Postes. Ich hielte es in dem Zusammenhang für unangebracht, Sie zu Dutzen. Das war in keinster Weise arrogant gemeint.

Ich wollte Ihnen auch keine Lehrstunde in irgend etwas geben.

Ich habe keine Angst vor dem SB. Ich habe Angst vor den Verbrechen, die er begehen "darf" im Namen des Staates.

Ich rauche nebenbei nicht und Arroganz bekomme ich einfach nicht hin gegenüber Menschen, zumal ich es für eine schlechte Eigenschaft halten.

Umgekehrt habe wohl auch ich Sie falsche verstanden und entschuldige mich, wenn mein Post aggressiv oder abweisend rüber kam. Ich weiß lediglich, dass dieser SB nicht stramm stehen wird, aber zu dem komme ich auch nicht mehr.

Ich denke für die Tipps, ob ich Sie so umsetzen kann, weiß ich nicht. Sie sind sicherlich nützlich, wenn alles andere okay ist und man "nur" Probleme mit dem SB hat. Aber dann hätte ich auch nicht dieses medizinische Gutachten in dieser Weise.

Ich werde es versuchen, letztlich hatte ich das schon. Wie ich bereits schrieb: Dem SB war das völlig egal.

Ich kenne Sie nicht, nicht im Ansatz, kenne Ihr Leben nicht, nicht Ihre Sorgen und Probleme. Umgekehrt wird das genauso sein, denn was ich hier von mir schrieb ist natürlich nur eine kleine Aufnahme. Meine körperlichen Leiden verfolgen mich seit meiner Geburt und brachten mich zwei Mal an den Selbstmord. In einer solchen Situation ist dann leider vieles nicht so leicht, wie es sonst vielleicht wäre.

Ich bedanke mich dennoch und entschuldige mich, wenn ich Sie falsch verstanden habe. Tut mir leid.

P.S.: Selbst ein solcher Post wie der von Ihnen, der sicherlich gut gemeint ist, ist ein Messer im Bauch. Ich weiß, dass es das nicht sein sollte, aber Krankheiten sind eben etwas abseits der Norm.

P.P.S.: Es tut mir auch leid, dass Ihre Hilfe so oft missbraucht wurde. Ich habe bereits Probleme, diese anzunehmen, da ich Menschen nicht belasten will. Selbst hier schon.
 

miriamel

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Der Fall ist abgeschlossen. Ich habe chancenlos verloren.

Die Richterin kommt den Lügen - es ist einfach das treffende Wort - das Jobcenters im vollem Umfang nach.

Der entscheidende Teil:

"Die Arbeitsaufgaben entsprechen auch inhaltlich den Fähigkeiten des Antragssteller. Großteil der Aufgaben hatten administrative Aufgaben wie Organisation, Dokumentation, Recherchetätigkeit ausgemacht. Nur bei der Auftragsannahme und Lieferung sowie Kommunikation mit Sozialeinrichtungen oder einzelnen sozial benachteiligten Personen wäre der Antragssteller einem Publikumsverkehr ausgesetzt gewesen, allerdings nicht in hohem Maße."

Chancenlos, keine Hinterfragung, nichts, einfach in die Mülltonne geschmissen. Aber so ist dieser Staat wohl nun wieder...

Danke für all die Hilfe hier. Aber da kann einem wohl niemand mehr helfen.
Das JobCenter hat nun die richterliche Erlaubnis, mich nach belieben zugrunde zu richten und zu töten. Was für ein Land.

Ich möchte hier auch niemanden weiter zur Last fallen, da das nun geklärt ist.

Ich wünsche allen hier eine schöne Weihnachtszeit und auch sonst alles Gute und noch einmal Danke für all die Hilfe und Geduld.
 
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