Medizinische Diagnose: wie gehe ich damit beim JC um ?

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Belmonti

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Hallo,

ich bin Mitte 40 und habe nun die Diagnose Parkinson bekommen. Nun meine Frage:

wie gehe ich damit beim JC um ? Dürfen die Einsicht in die medizinischen Akten haben oder reicht es erstmal denen ein ärztliches Attest vorzulegen ?

Nun bin ich arbeitstechnisch eingeschränkt und kann meinen eigentlich erlernten Beruf nicht mehr uneingeschränkt ausüben. Wie und mit welchen Möglichkeiten kann mich das JC im Rahmen einer Umschulung unterstützen ?

Für weitere Infos und Tipps bin ich sehr dankbar


Belmonti
 

Nighthawk71

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Die werden dich vermutlich zum medizinischem Dienst schicken und ein eigenes Gutachten in Auftrag geben.

Unterschreibe keine Datenschutzerklärung, in der du deinen Ärzten etc. eine Schweigepflichtentbindung unterschreibst - wenn du dies tun solltest, dürfen die dir deinem Arzt jegliche Frage stellen und er muss die bei Vorlage auch beantworten.

Keine Schweigepflichtentbindung = keine Arztauskunft.....

Die Jobcenter verfügen für Umschulungsmaßnahmen etc. über jeweils einen "eigenen Topf", den die nach belieben verwenden dürfen aber aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass in deinem Alter eine Umschulungsmaßnahme vom Jobcenter eher unwahrscheinlich ist - wenn du dieses vor hast, wende dich besser bzw. auch bei deiner Rentenversicherung - ich denke, da biste besser und schneller mit durch.
 

Sani73

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Hallo,
du kannst ja sagen das du eingeschränkt bist und das die gerne ein Gutachten erstellen können. Ich würde med, Unterlagen aber nie dem Jobcenter aushändigen.

Ich bin seit Antragsstellung durchgehend AU. Wurde bisher noch nicht einmal eingeladen und wenn werde ich das genau so machen.
Auf das Gutachten bin ich jetzt schon gespannt weil die sicher noch nie jemanden mit PTC begutachtet haben, ;-)
 

Doppeloma

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Hallo Belmonti,

ich bin Mitte 40 und habe nun die Diagnose Parkinson bekommen. Nun meine Frage:

wie gehe ich damit beim JC um ? Dürfen die Einsicht in die medizinischen Akten haben oder reicht es erstmal denen ein ärztliches Attest vorzulegen ?

wie dir schon geschrieben wurde gehen deinen SB (Arbeitsvermittler) weder medizinische Unterlagen noch ärztliche Atteste irgendetwas an ...

Du kannst ihm "andeutungsweise" mitteilen, dass du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alle Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst und dann hat der den med. Dienst zu beauftragen genaueres zu erforschen und festzustellen, dort kannst du dem Arzt dann gerne auch die notwendigen Unterlagen /Atteste zur Verfügung stellen (natürlich immer nur Kopien).

Der Vermittler wird (sollte) dann nach der Untersuchung beim Amtsarzt eine "neutrale" Leistungseinschätzung erhalten (vom Med. Dienst den Teil B des erstellten Gutachtens), darin dürfen keine konkreten Diagnosen stehen, sondern nur in welchem Rahmen du Erwerbsfähig bist, also welche Tätigkeiten (Büro /leichte/mittlere /schwere Arbeiten)/Körperhaltungen (sitzen/stehen/gehen/bücken usw.) in welchem Zeitumfang (Vollzeit/Teilzeit z.B.) du noch ausüben kannst.

Im Teil A stehen dann die medizinischen Begründungen dafür, beide Teile kannst du dir dann selber direkt vom Med. Dienst als Kopie anfordern, darauf hast du einen Rechtsanspruch.

Nun bin ich arbeitstechnisch eingeschränkt und kann meinen eigentlich erlernten Beruf nicht mehr uneingeschränkt ausüben. Wie und mit welchen Möglichkeiten kann mich das JC im Rahmen einer Umschulung unterstützen ?

Möglicherweise ergeben sich aus so einer Untersuchung auch Hinweise auf mögliche /notwendige berufliche Veränderungen allerdings solltest du dich da besser nicht auf die Hilfe des JC verlassen, sondern lieber einen Antrag auf med. /berufliche Reha bei der DRV (Rentenkasse) stellen, denn wenn du schon länger berufstätig bist sollten die dafür auch finanziell eher zuständig sein.

Das JC würde also einen Antrag dann (vermutlich) auch nur an die DRV weiterleiten, es ist besser das von Beginn an selbst und direkt in die Hand zu nehmen.

Sprich mal mit deinem Arzt über eine (zunächst) medizinische Reha, er kann dir bei der Antragstellung (und Auswahl einer geeigneten Klinik) behilflich sein, bestimmt mehr als das JC ...

In so einer Reha wird dann auch geprüft wie es allgemein mit deiner Erwerbsfähigkeit steht und ob eine Umschulung /Weiterbildung (LTA) für dich angezeigt ist und in welche Berufsrichtung das gehen könnte.

Ich will dir nicht verschweigen, dass du mit Mitte 40 schon im "Grenzbereich" der Bewilligungen sinnvoller Umschulungen angekommen bist, das gilt leider auch für die DRV, noch mehr allerdings für AfA und/oder JC ...

Bitte immer alle Anträge schriftlich und nachweislich stellen, in Gesprächen wird oft viel erzählt und meist auch gleich alles abgelehnt, wenn es richtig Geld kosten würde ... dagegen kann man sich ja dann schlecht wehren.

Auf einen schriftlichen Antrag (mit Eingangsnachweis!!!) muss man dir auch schriftlich antworten, mit einem rechtsverbindlichen widerspruchsfähigen Bescheid, wird der Antrag abgelehnt kannst du dann Widerspruch einlegen und notfalls (bei Ablehnung des Widerspruches) auch die beantragte Leistung am Sozialgericht einklagen.

Es wird von deiner Hartnäckigkeit abhängen, ob du das auf diesem Wege durchsetzen kannst ... dafür wünsche ich dir viel Glück und Erfolg!

MfG Doppeloma
 
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