MDK- trotz erheblicher Verschlechterung des Gesundheitszustandes - von Pflegegrad 2 auf KEIN Pflegegrad zurückgestuft - Widerspruch oder Neubegutachtung sinnvoll? (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

teamelo

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Gestern erhielten wir den Bescheid, dass mein Vater rückwirkend ab dem 14.01.2020 von Pflegegrad 2 auf Pflegegrad 0 zurückgestuft wird !
:-(

Wir sind mehr als überrascht, weil sich der Gesundheitszustand meines Vaters in den letzten 12 Monaten rapide verschlechtert hat, und damit einhergehend viele weitere Einschränkungen entstanden sind, die ich regelmäßig alle 2Tage unterstützend ausgleiche, damit sich sein Alltag einigermaßen erträglich gestaltet, weshalb er um eine erneute Prüfung gebeten hatte.

Uns ist nicht klar, wie es zu der wenig realistischen Beurteilung kommen konnte, denn mein Vater ist so stark sichtbar in seinen Bewegungen eingeschränkt, dass er sich selbst in der Wohnung nur mühevoll mit Hilfsmitteln (Krücken/Rollator) bewegen kann.

Beispielsweise ist der Einstieg in die Badewanne auf Grund starker Bewegungseinschränkungen (Arthrose/Spinalkanalverengung/Taubheit) kaum möglich, weil die Beine nicht mehr ausreichend angehoben werden können - Stichwort Umbau barrierefreies Bad.....


Ich habe mich durch vielfältige Seiten mit Ratschlägen gearbeitet und bin trotzdem nicht viel schlauer, deshalb würde ich gerne wissen, ob jemand mit dem Thema Erfahrungen hat?

Ist es ratsam einen Widerspruch einzulegen oder eine Neubegutachtung zu beantragen?

Würde mich sehr über euren persönlichen Tipps freuen, vielen Dank für eure Unterstützung!
:)
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag teamelo

Ist es ratsam einen Widerspruch einzulegen oder eine Neubegutachtung zu beantragen?
Hierzu gehe mal bitte in diesem Link Selbstständigkeitsmeter zur Berechnung Ihres Pflegegrads , Pflegeldrechner die einzelnen 6 Module durch, so hast du in ca 30 Minuten eine Übersicht bzw. schon einen Pflegegrad für deinen Vater.


Bestimmt kommen noch einige Hinweise für dich.
 

teamelo

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@Seepferdchen

Herzlichen Dank für den Link (y) , ich habe einen aktuellen Pflegegrad mit 68.75 Punkten/Pflegegrad 3/ lt Pflegegradrechner erhalten!

Zur Info, ab 70 Punkten beginnt bereits Pflegegrad 4.....
 

Seepferdchen 2010

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Schau bitte mal im Net nach dem Suchbegriff "Pflegestufe Wiederholungsbegutachtung Überprüfung" dort kommst
auf einige Links mit hilfreichen Informationen und Muster-Vorlage .
 

Woodruff

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Hallo teamelo,

Ist es ratsam einen Widerspruch einzulegen oder eine Neubegutachtung zu beantragen?
die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (gemeinnützige Einrichtung) empfiehlt in diesem Fall einen Widerspruch einzulegen.

Die UPD bietet auch eine telefonische Beratung sowie eine Online- Beratung an.

https://www.patientenberatung.de/de...nformation/pflege/themenspecial-pflegereform- 2017_teil1
Quelle: UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH, 12347 Berlin
 

saurbier

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Wenn sich der Gesundheitszustand verschelchtert hat, solltest du umgehend fristwahrenden Widerspruch einlegen, auf jeden Fall.

Dazu kann dich auch ein ausführliches Gespräch mit den behandelnden Ärzten weiter helfen, denn die müßten doch am besten beurteilen können ob und in welchem Umfang sich der Gesundheitszustand in den letzten 12 Monaten verschlechtert hat.

Und wie Kerstin_K bereits ausführte, da müßte doch auch der Pflegedienst eine Einschätzung abgeben können, oder.

Wa das ganze denn ohne eine erneute Begutachtung einfach - ja worauf bitte - erfolgt, nach Aktenlage oder wie.

Man sieht auch hier wieder einmal wie die Kassen so verfahren.
 

Ines2003

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@
teamelo
Wenn dein Vater seit 2016 eine Pflegestufe hatte und er in die neuen Pfkegegrade übergeleitet wurde, gilt § 140 Abs. 3 SGB XI.
Die Zuordnung zu dem Pflegegrad, in den der Versicherte gemäß Absatz 2 übergeleitet worden ist, bleibt auch bei einer Begutachtung nach dem ab dem 1. Januar 2017 geltenden Recht erhalten, es sei denn, die Begutachtung führt zu einer Anhebung des Pflegegrades oder zu der Feststellung, dass keine Pflegebedürftigkeit im Sinne der §§ 14 und 15 in der ab dem 1. Januar 2017 geltenden Fassung mehr vorliegt
Das heißt, dein Vater bekommt weiterhin Leistungen nach Pflegegrad 2, wenn in der Begutachtung zumindest Pflegeaufwand nach Pflegegrad 1 festgrstellt wurde.
 

isabel

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Hallo, teamelo,
für Umbau des Badezimmers oder andere, notwendigen Veränderung in der Wohnung gibt es ein Zuschuß von 4000,00€.
Bei Pflegegeld ist eine professionelle Beratung jedes halbes Jahr notwendig und wird durch Pflegekasse bezahlt.
Das kann von ambulanten Pflegedienst erfolgen, außerdem kann der Pflegedienst auch in Ansprucg für die 125,00€ Entlastungsbetrag genommen werden.
Ich habe mir (außer Internet), Beratung von meiner Kranken-Pflegekasse (Barmer) und von Pflegestützpunkt geholt.
Ich denke, ein Wiederspruch fristgerecht und gleichzeitige Beratungsgespräche, auch mit ambulanten PD, können helfen.
Nach 1.1.2017 geht automatisch Pflegestufe 2 in Pflegegrad 3, so habe ich gelesen.
Wünsche viel Erfolg
isabel
 

teamelo

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@ all
Vielen Dank für vielen guten Hinweise, wir lassen uns beim Pflegestützpunkt zum Widerspruch beraten.
 

bondul

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Das heißt, dein Vater bekommt weiterhin Leistungen nach Pflegegrad 2, wenn in der Begutachtung zumindest Pflegeaufwand nach Pflegegrad 1 festgrstellt wurde.
Nach 1.1.2017 geht automatisch Pflegestufe 2 in Pflegegrad 3, so habe ich gelesen.
Leider wurde hier wohl der Fehler begangen, eine Höherstufung ohne ausreichende (fach)ärztliche Untermauerung zu beantragen:

[...] weshalb er um eine erneute Prüfung gebeten hatte.
Dies kann, wie man sieht, schnell nach hinten los gehen.
Ich wünsche dir, @teamelo, dass dein Widerspruch Erfolg hat, vor einer (evtl.) Neubegutachtung würde ich auch 'mal einen Blick in die Begutachtungsrichtlinien des MDK werfen, man bekommt dort einen guten Überblick, wie die so ticken (müssen).

lg, bondul
 

teamelo

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Gestern erhielten wir Antwort auf unseren Widerspruch gegen das Gutachten des MDK - Ergebnis: die Einstufung in Pflegegrad 1!


Auch diese Einschätzung entspricht leider nicht dem aktuellen Gesundheitszustand und Pflegeaufwand, wir sind davon ausgegangen, dass mindestens die Wiederherstellung
des Pflegegrades 2 erfolgt.....


Welche Schritte, welche Möglichkeiten haben wir, um mindestens die Anerkennung des Pflegegrades 2 zurückzuerlangen?
 

HermineL

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Nach dem Erlass des Widerspruchs bleibt nur noch die Klage beim Sozialgericht als einziges Rechtsmittel dagegen übrig.
 

teamelo

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Gibt es hier Erfahrungswerte zu Klagen vor dem Sozialgericht, wie wahrscheinlich sind die Aussichten auf Erfolg?

Wenn man bedenkt, dass sich Klagen über Monate und Jahre hinziehen können, macht es Sinn zu klagen, oder gleich eine Neubegutachtung durch den MDK zu beantragen?
 

teamelo

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Grade im Netz gefunden:

"In einigen Fällen gibt es die Möglichkeit, Ihr Verfahren trotz eines abgelehnten Widerspruchs erneut zu öffnen. Dadurch umgehen Sie das Sozialgericht und Ihr Antrag bei der Pflegeversicherung wird praktisch noch einmal von vorne geprüft und Ihr Leistungsanspruch gilt rückwirkend ab dem Tag des ersten Antrags."

Leider wird nicht weiter darauf eingegangen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um das Verfahren erneut zu eröffnen - weiß jemand Rat?
 

Kerstin_K

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Die einzige Möglichkeit, die ich kenne: Klagefrist verstreichen lassen, dann Überprüfungsantrag und wenn der abgelehnt wird, nochmal Widerspruch.

Ichglaube aber nicht, dass das was bringt.
 

saurbier

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Hallo Kerstin_K,

nun ja der Weg ist möglich, nur bitte sollte man nicht dabei nicht vergessen das dies dann nicht unmittelbar erfolgen sollte. Sowas kann dann wieder unmut bis hin zum "Richter" auslösen, denn bei Einhaltung der Klagefrist wäre ja der selbe Weg verfolgt worden und das ist ja nicht Sinn und Zweck des § 44 SGB X.

"In einigen Fällen gibt es die Möglichkeit, Ihr Verfahren trotz eines abgelehnten Widerspruchs erneut zu öffnen. Dadurch umgehen Sie das Sozialgericht und Ihr Antrag bei der Pflegeversicherung wird praktisch noch einmal von vorne geprüft und Ihr Leistungsanspruch gilt rückwirkend ab dem Tag des ersten Antrags."
Ich vermute mal das hiermit eine andere Möglichkeit gemeint sein dürfte. Um da helfen zu können müßte unsereis aber zuerst die Quelle kennen um das dann zu eruieren.


Grüße saurbier
 

wheelie

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Moin,

ich glaube, ich würde als erstes die kranke Kasse auf den Bestandsschutz hinweisen, wonach der Pflegegrad 2 nur herabgestuft werden darf, wenn überhaupt keine Pflegebedürftigkeit vorliegt, und Ihr von daher davon ausgeht, dass nun alles beim Alten bleibt.

Und dann würde ich in mich gehen an Eurer Stelle, ob ihr dann erstmal überhaupt was macht, oder weiter PG 2 bekommt, und evtl in einem guten halben Jahr noch einmal einen Antrag stellt.

Umbau geht auch mit PG 2, daher lohnt sich der Aufwand erstmal nur bedingt, aus meiner Sicht.

Viel Erfolg.

Lg wheelie
 
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