MDK-Gutachten fehlerhaft - Nachteil zu Lasten des Behinderten statthaft? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

little

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Hallo und guten Abend!

Bei meiner Mum wurde ein MDK Gutachten für einen Pflegegrad erstellt.
Dabei wurde z.B. das Modul in dem es um die Psyche geht (Modul 3), weder abgefragt, noch wurde es in der Auswertung bepunktet, das Modul wurde einfach "leer" gelassen und (natürlich) fehlen jetzt genau diese Punkte (Modul 2 ist komplett 0 Punkte, da voll selbstständig).

Laut Pflegegradrechner 2019 - Vorbereitung auf den MDK-Besuch werden bei Modul 2/3 nur das berechnet, das die höhere Punktzahl ergibt!

Meine Mum ist seit Jahren schon an Ängsten und Depressionen erkrankt und nimmt auch Medikamente (die auch im Gutachten genannt werden!)

Kurzum, darf die Pflegekasse ein nicht abgefragtes/begutachtetes Modul zum Nachteil des Pflegebedürftigen einfach "nullen"/weglassen?

Ab dem 1.11. ist meine Mum wieder zuhause, bis dahin in der KZP.
Im Gutachten wurden hauswirtschaftliche Notwendigkeiten verneint, da ja das Pflegeheim alles übernimmt.
Das wird zuhause anders sein, und einiges an Hilfe von Nöten sein.
Kann ich dies in meinem Widerspruch auch erwähnen oder müsste ich gar eine neue Begutachtung beantragen?

Gruss,
little
 

Kerstin_K

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Beim Widerspruch gibt es sowieso eine Neubegutachtung.

Wie soll die Pflege zu Hause laufen? Pflegedienst?
 

little

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Pflegedienst und private Pflege (Kombinationsleistung)

Es würde bei einem Widerspruch dann also eine Neubegutachtung geben, im Idealfall also dann nach dem 1.11., richtig?
 

Kerstin_K

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Richtig. Das dauert etwas. vor dem 01.11. wird das nichts mehr.
 
G

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Das "Schöne" ist, für Widersprüche gilt die verkürzte Frist von ein paar Wochen nicht, die die Pflegekassen für Erstanträge haben. Richte dich darauf ein, dass der MDK erst nochmal kommt, wenn du dann in drei Monaten mit einer Untätigkeitsklage drohst.
 

SusaHa

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Das "Schöne" ist, für Widersprüche gilt die verkürzte Frist von ein paar Wochen nicht, die die Pflegekassen für Erstanträge haben. Richte dich darauf ein, dass der MDK erst nochmal kommt, wenn du dann in drei Monaten mit einer Untätigkeitsklage drohst.
Unnötige Panik verbreiten bringt nichts. Es kann auch schnell gehen (habe ich selbst durch). Ratsam ist vorab eine Beratung bei einem Pflegedienst, auch ist es gut, wenn zur Begutachtung jemand vom Pflegedienst dabei ist.
 

Kerstin_K

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Drohen kann man auch schon früher. Ich schicke bei Widerspruch nach 6 Wochen eine Sachstandsanfrage und wenn darauf keine Antwort kommt, nach weiteren 6 Wochen sofort die UTK ohne weitere Ankündigung.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Unnötige Panik ist das nicht - nur eine Vorbereitung darauf, was realistisch kommen kann. Ich weiß von einigen Leuten, die das Konzept von Sachstandsanfrage und UTK nicht kennen, dass die locker mal ein halbes Jahr oder länger warten.
Bei mir hats ziemlich genau drei Monate gedauert, bis der neue Termin kam - eben wegen der Androhung der UTK. Die Dame vom MDK war erstaunt, dass es bei mir "so schnell" ginge, normalerweise müsse man beim Widerspruch auf eine Neubegutachtung länger warten. Ohne Drohung schafft man je nach Region also selbst die drei Monate nicht. Das sollte man wissen.
 

AnnikaK

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Es ist richtig, das beim Widerspruch meistens eine Begutachtung stattfindet. Dann darauf achten, das alles abgefragt wird, auch von selbst sollten solche Probleme angesprochen werden.
Gerade psychische Probleme bringen meist die entscheidenden Punkte, ein Bekannter hat wegen seiner schweren Depression Pflegegrad 3 bekommen und auch mein Sohn wäre rein körperlich in PG2, aber durch die Psyche ist er PG3.


Ich habe allerdings mit dem MDK gute Erfahrungen gemacht, es fand schon 2 Wochen nach Eingang des Widerspruchs eine Begutachtung statt und das obwohl Gutachter für Kinder rar gesät sind.
 

gila

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Kann ich dies in meinem Widerspruch auch erwähnen oder müsste ich gar eine neue Begutachtung beantragen?
Gibt es denn schon einen BESCHEID der Pflegekasse, gegen den dann ein Widerspruch statthaft ist?
Gegen ein Gutachten selbst ist kein Widerspruch möglich.

Parallel könntest du aber, sollte noch kein Bescheid über Leistungen der Pflegekasse ergangen sein, der auf dem fehlerhaften Gutachten beruht, eine neue Begutachtung beantragen aufgrund der Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse und in diesem Zuge darauf hinweisen dass in dem bestehenden Gutachten verschiedene Dinge keine Berücksichtigung gefunden haben.
 

HermineL

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Ich habe allerdings mit dem MDK gute Erfahrungen gemacht, es fand schon 2 Wochen nach Eingang des Widerspruchs eine Begutachtung statt und das obwohl Gutachter für Kinder rar gesät sind
Das sind keine guten Erfahrungen sondern spiegelt lediglich die Rechtslage wieder die den MDK zwingt ein Gutachten innerhalb von 2 Wochen zu veranlassen. Hält die Kasse die Begutachtungsfristen nicht ein, muss sie dem Antragsteller für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung unverzüglich 70 Euro zahlen.
Das Pflegegutachen muss dann innerhalb 25 Tagen vorliegen.
Wie @Caye aber schon richtig eingewendet hat gelten diese Fristen nicht im Widerspruchsverfahren.

ibt es denn schon einen BESCHEID der Pflegekasse, gegen den dann ein Widerspruch statthaft ist?
Gegen ein Gutachten selbst ist kein Widerspruch möglich.
In der Regel kommt der Bescheid zusammen mit dem Gutachten. Dies weil der Bescheid muss ja innerhalb 25 Tagen erlassen werden.
 

AnnikaK

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Es ging in meinem Beitrag ja auch um einen Widerspruch, also keine Fristen. Und da hat es trotzdem nur 2 Wochen gedauert
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Das sind keine guten Erfahrungen sondern spiegelt lediglich die Rechtslage wieder die den MDK zwingt ein Gutachten innerhalb von 2 Wochen zu veranlassen. Hält die Kasse die Begutachtungsfristen nicht ein, muss sie dem Antragsteller für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung unverzüglich 70 Euro zahlen.
Das Pflegegutachen muss dann innerhalb 25 Tagen vorliegen.
 

little

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Das sind keine guten Erfahrungen sondern spiegelt lediglich die Rechtslage wieder die den MDK zwingt ein Gutachten innerhalb von 2 Wochen zu veranlassen. Hält die Kasse die Begutachtungsfristen nicht ein, muss sie dem Antragsteller für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung unverzüglich 70 Euro zahlen.
Hallo Hermine,
bei meiner Mum wurde der Erstantrag auf Eilbegutachtung vom KH am 6.9.2019 gestellt, am 27.9 also genau 21 Tage später, fand die Begutachtung in der KZP statt. Heisst das, die Kasse müsste meiner Mum 1x 70€ zahlen??

Gibt es denn schon einen BESCHEID der Pflegekasse, gegen den dann ein Widerspruch statthaft ist?
Gegen ein Gutachten selbst ist kein Widerspruch möglich.
Hallo Gila,
ja, der Bescheid nebst Gutachten/Punkteergebnis kam am 1.10.2016, rückwirkend zum 6.9., also dem Zeitpunkt der Eilbegutachtungsbeantragung (was ein Wort ;-) )vom KH!

Gruss,
little
 
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