Maßnahmezuweisungen bekämpfen durch gute Argumente

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Hallo zusammen,

aus meiner Erfahrung als Arbeitsloser (bin ich nicht mehr), persönlicher Ansprechpartner (bin ich nicht mehr), Beistand (bin ich noch) und Sozialreferent (bin ich noch) möchte ich hier einige Tipps geben bzw. Fragen auflisten, die helfen können, die Begründung, die Jobcenter-Mitarbeiter einem oft auftischen, wenn sie einen zu einer Maßnahme zuweisen wollen, in sich zusammenfallen zu lassen. Es ist bekannt, dass Zuweisungen zu Maßnahmen keineswegs primär der Förderung der Kunden dienen (wenn überhaupt eher der Forderung), sondern dass sie in erster Linie ein Instrument zur Bereinigung der Arbeitslosenstatistik sind.

Bekannt ist aber auch, dass dies von den Vermittlern im Amt selten zugegeben wird. Die Zuweisung wird viel eher damit begründet, dass die Maßnahme hilfreich sei, dass sie notwendig sei, dass sie ein interessantes Angebot sei, dass dadurch Defizite aufgearbeitet werden könnten, dass Kontakte zu Arbeitgebern geknüpft werden könnten usw. Zumeist ist dies schlicht gelogen.

In diesem Thread soll es darum gehen, Erfahrungen zu sammeln, wie Zuweisungen zu Maßnahmen durch gute Argumenteim Gespräch mit dem pAp bekämpft werden können. Es sollen hier hilfreiche Formulierungen gesammelt werden, denen man sich bedienen kann, um eine Maßnahme dem pAp, der Widerspruchsstelle und dem Sozialgericht gegenüber als das zu präsentieren, was sie zumeist ist: Unsinn, Zeitverschwendung, Schikane!

Es gibt nun kein Patentrezept, wie man dies tun kann. Es gibt unterschiedliche Wege, sich gegen eine Zuweisung zu wehren. Man kann sich im Fall der Fälle über den Rechtsweg, d.h. mittels Widerspruch und Gang vors Sozialgericht gegen eine unsinnige Maßnahme zur Wehr zu setzen. Das sollte meiner Meinung nach aber der zweite Schritt sein, weil dieses Vorgehen eben immer auch mit Aufwand, Lauferei und Kosten verbunden ist. Eventuell muss man sogar erst einmal mit einer Sanktion leben, auch wenn diese dann hoffentlich vorm Sozialgericht gekippt wird. Aber das kann dauern!

Bevor der Weg übers Sozialgericht gegangen wird, sollte im Vorfeld durch gute Vorbereitung und geschicktes Argumentieren versucht werden, die Maßnahme schon zu Anfang, also im Gespräch mit dem pAp, abzuwehren, dessen Zuweisungsbedürfnis also bereits im Keim zu ersticken. Wie man das erreichen kann, soll hier im Thread aufgelistet und debattiert werden.

Kurzum fände ich es hilfreich für Interessierte und Betroffene, wenn in diesem Thread Argumente gesammelt werden, die Ihr dem pAp, der Widerspruchsstelle oder dem Richter am Sozialgericht vielleicht schon vorgetragen habt und die geholfen haben, dass Ihr um eine Maßnahmen herum gekommen seid. Ich mache mal den Anfang. Beim Versuch der Zuweisung zu einer Maßnahme sollte man dem pAp meiner Erfahrung nach z.B. die folgenden Fragen stellen bzw. Anmerkungen machen und eine Antwort/Stellungnahme verlangen:
  • Was bringt mir diese Maßnahme?

  • Waran machen Sie fest, dass ich einen Bedarf an dieser Förderung habe?

  • Ist diese Maßnahme individuell auf mich zugeschnitten?

  • Glauben Sie nicht, dass ich besser über meine Kenntnisse und Fähigkeiten Bescheid weiß als Sie? Sie kennen mich doch gar nicht!

  • Ich habe schon zwei Bewerbungstrainings absolviert. Warum glauben Sie, dass mir nun das dritte etwas bringen wird?

  • Wie kann es sein, dass diese Maßnahme individuell auf mich zugeschnitten ist, wenn da Menschen mit ganz unterschiedlichen Qualifikationen und beruflichen Hintergründen zugewiesen werden?

  • Sie schreiben, dieses Maßnahme soll mich aktivieren. Woran machen sie bitte fest, dass ich Aktivierung brauche? Wirke ich inaktiv, demotiviert, faul? Woran machen Sie das fest?

  • Wie hoch ist der Prozentsatz der Kunden, die im Zuge dieser Maßnahme in Arbeit gekommen sind? Wenn Sie das nicht wissen, woher wollen Sie dann wissen, dass diese Maßnahme etwas bringt?

  • Ich habe gesundheitliche Einschränkungen. Es mangelt mir nicht an Motivation, sondern an Gesundheit. Kann diese Maßnahme mich heilen?

  • Was bringt diese Maßnahme, wenn Arbeitgeber als Qualifikationsnachweis ein echtes qualifiziertes Zeugnis erwarten, und kein wertloses Träger-Zertifikat?

  • Wenn diese Maßnahme soll toll ist, warum haben dann so viele Kunden eine so massive Abneigung dagegen?

  • Kann es sein, dass Sie überhaupt gar nicht wissen, was bei dieser Maßnahme wirklich vermittelt wird? Waren sie jemals da?

  • Wenn Sie nie da waren, wie wollen Sie dann die Qualität beurteilen? Und wenn Sie nur mal wenige Stunden da waren, glauben Sie ernsthaft, dass das repräsentativ ist?

  • Es wird doch ein Fachkräftemangel beklagt. Warum bieten Sie mir statt dieser Maßnahme nicht eine echte qualifizierende Umschulung an?

  • Ich bin nicht gegen Weiterbildung! Ich bin hochmotiviert! Ich will aber eine Weiterbildung, dich mich wirklich weiter bildet.
***Bitte mit passenden weiteren Argumenten ergänzen***

Auch wenn diese Argumente im ersten Schritt nichts bringen sollten, der pAp darauf nicht eingeht und die Zuweisung zur Maßnahme dann per Verwaltungsakt erfolgt, ist die Auseinandersetzung mit den Argumenten keinesfalls sinnlos, weil diese später auch der Widerspruchsstelle und, wenn das nichts bringt, auch dem Sozialgericht schriftlich vortragen werden können.

Das hilft dann meistens durchaus, dass der Verwaltungsakt aufgehoben wird, weil klar ersichtlich wird, dass der Kunde keinesfalls inaktiv ist, sondern er sich sehr wohl aktiv Gedanken macht und sich eine passende Förderung wünscht. Der argumentative Austausch mit dem pAp belegt, dass der Kunde die eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse und vielleicht auch Hemmnisse sehr wohl einschätzen kann und er weder einer Aktivierung noch eines Coaching bedarf, sonder einer für ihn passenden, mit ihm gemeinsam vereinbarten und nicht aufgezwungenen Zwangsmaßnahme.
 

Roter Bock

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Plan "B" funktioniert nur ohne eine EGV unterschrieben zu haben. Dann wird abgearbeitet. Voraussetzung: VA bzw. Zuweisung.

1. Einstweiliger Rechtsschutz beim SG
2. Widerspruch beim JC
3. Keine Verträge mit MT unterzeichnen (Mitnehmen wollen zum prüfen)
4. Krankmeldung (das SG braucht schon etwas Zeit).

Bei allem Informationen über den Maßnahmeträger sammeln als Argumente.

Roter Bock
 

BibiBlocksberg2009

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Und das gelingt am besten, wenn man die oft fadenscheinigen Argumente kennt, die das JC für die ach so tolle Maßnahme bringt. Weil man da dann auf gleicher Ebene Kontra geben kann, das JC also mit den eigenen argumentativen Waffen schlägt.

So ist es! Danke dafür, BurnsTorn!

Man kann denen nicht auf gleicher Ebene Kontra geben.

Selbstverständlich kann man das. :icon_smile:
Und ich setze noch eins drauf:
Man kann sogar aus der Ebene darüber Kontra geben (Leute, wir sind keine Opfer, sondern K-u-n-d-e-n!)

Schon allein deshalb, weil viele in der Situation vor Ort gegen die geschulten und geübten Schergen argumentativ nicht ankommen. Und sei es nur, weil ihnen die Übung fehlt.
Dem pflichte ich natürlich absolut bei, denn nicht jeder besitzt die entsprechenden kommunikativen Kompetenzen, sich auf ein sachlich, aber bestimmtes Gespräch mit der/dem pAp einzulassen.

Vielleicht wäre hier ein Training (selbstorganisierter Workshop?) von Leistungsberechtigten untereinander mal hilfreich:
Zusammen Jobcentersituationen mit einer pAp durchspielen und nachher reflektieren, wie die Situation besser laufen kann.
 

BiancaBerlin

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Vielleicht wäre hier ein Training (selbstorganisierter Workshop?) von Leistungsberechtigten untereinander mal hilfreich: Zusammen Jobcentersituationen mit einer pAp durchspielen und nachher reflektieren, wie die Situation besser laufen kann.

Klingt gut, da ich mich gerade in persönlichen Gesprächen leicht verunsichern lasse oder vielleicht auch zu emotional reagiere. Darum versuche ich so viel wie möglich schriftlich zu machen, aber für Meldetermine sollte man ebenfalls zu vorbereitet sein.
 

Piccolo

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Klingt gut, da ich mich gerade in persönlichen Gesprächen leicht verunsichern lasse oder vielleicht auch zu emotional reagiere. Darum versuche ich so viel wie möglich schriftlich zu machen, aber für Meldetermine sollte man ebenfalls zu vorbereitet sein.

richtig. notizblock mitnehmen und auf der erste seite gross und dick unterstrichen schreiben: nichts unterschreiben!!!
und immer wieder draufgucken.
das hilft wirklich wenn alle ringsrum unterschreiben oder man irgendwie eingelullt wird.
dann die fragen, die man sich vorher überlegt hat, darunterschreiben und ebenfalls fett daneben schreiben: diese fragen stellen!!!

man muss sich so motivieren. dann verliert auch so ein termin seine schrecken und man lässt sich nicht so leicht im bequemeren mainstream mit runterziehen.
 

Celeste

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Danke für die ganzen guten Tipps hier, ich hoffe, die können auch mir weiterhelfen.
Ich hätte auch noch einen weiteren Spruch, der vielleicht hilfreich sein könnte:

"Ich muss Ihnen leider sagen, dass ich im Moment massive Kreislaufprobleme habe, und es mir deswegen im Moment nicht möglich ist an einer Maßnahme teilzunehmen. Mir geht es im Moment so schlecht, mir wird öfters schwindelig, und einmal bin ich sogar umgekippt. Wenn Sie mich in diese Maßnahme schicken, müsste ich mich, so leid es mir tut, auf Wochen krank schreiben lassen, und damit wäre ja auch niemandem geholfen. Da wäre es doch sinnvoller, den Platz jemandem zu geben, der gesundheitlich in der Lage ist, teilzunehmen.

Und hier noch ein anderes Argument:

Sie sagen, ich könnte mit dem Bewerbertraining leichter eine Stelle finden, in den letzten Jahren war ich jedoch schon in mehreren solcher Maßnahmen, und es half mir nicht, einen Arbeitsplatz zu finden. In diesen Maßnahmen fühle ich mich gänzlich unterfordert, und musste dort Dinge machen, die eher Kindergartenniveau sind, wie zum Beispiel Mandalas ausmalen. Diese Maßnahmen bewirken bei mir eine massive Depression, die ich dann psychologisch behandeln lassen müsste...noch mehr solcher Maßnahmen, und ich habe nicht mehr das geringste Selbstbewusstsein. Könnten Sie mir nicht stattdessen ein Praktikum in einem Betrieb anbieten..ich denke, damit wäre die Chance, eine Stelle zu finden, viel größer.

Ein weiteres Argument wäre(und in meinem Fall stimmt es sogar, könntet aber auch jemand verwenden auf den das nicht zutrifft)

Ich war bereits in mehreren Maßnahmen, und in fast allen wurde ich von den anderen Teilnehmern, unter anderem Obdachlosen, agressiven Alkoholikern und Nazis massiv gemobbt. Diese Maßnahmen haben mich so traumatisiert, dass ich Schlafstörungen, Angstzustände und Panikattacken habe..eine weitere Maßnahme dieser Art würde ich psychisch nicht durchstehen. Sie müssen wissen, dass Mobbing in diesem Maßnahmen, wo so viele frustrierte Menschen aufeinandertreffen, an der Tagesordnung sind. Auf keinen Fall möchte ich noch einmal in so eine Maßnahme gehen und wieder zum Mobbingopfer werden, aber ich könnte mir stattdessen durchaus ein Praktikum in einem Betrieb vorstellen.

Und falls alle Argumente nicht helfen, und der SA stur auf der Maßnahme beharrt:


Wie gut, dass es ab Januar keine Praxisgebühr mehr gibt..da kommt man viel leichter an ATteste...in meiner Stadt gibt es über hundert Ärzte...das wird wohl reichen, sich während einer Maßnahme dauerhaft krankschreiben zu lassen, selbst wenn jeder Arzt einen nicht mehr als ein bis drei Tage krank schreibt. :icon_twisted:

Und ich hätte mal noch ne Frage an alle...
Mein SB erzählt mir, wenn er mich in eine Maßnahme stecken will immer, dass zwei Drittel aller Teilnehmer durch diese Maßnahme einen Arbeitsplatz gefunden hätten, um so meine Argumente, die Maßnahme wäre sinnlos, zu entkräften. Wie könnte ich dann meinerseits sein zwei drittel Argument, dass ich ihm einfach nicht abnehme, entkräften? Denn ich gehe mal davon aus, dass er gelogen hat.
 

Sprotte

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Danke für die ganzen guten Tipps hier, ich hoffe, die können auch mir weiterhelfen.
Ich hätte auch noch einen weiteren Spruch, der vielleicht hilfreich sein könnte:

"Ich muss Ihnen leider sagen, dass ich im Moment massive Kreislaufprobleme habe, und es mir deswegen im Moment nicht möglich ist an einer Maßnahme teilzunehmen. Mir geht es im Moment so schlecht, mir wird öfters schwindelig, und einmal bin ich sogar umgekippt. Wenn Sie mich in diese Maßnahme schicken, müsste ich mich, so leid es mir tut, auf Wochen krank schreiben lassen, und damit wäre ja auch niemandem geholfen. Da wäre es doch sinnvoller, den Platz jemandem zu geben, der gesundheitlich in der Lage ist, teilzunehmen.

Antwort : Gut.Dann werde ich einen Termin für sie beim ÄD veranlassen,zwecks Überprüfung ihres Gesundheitszustandes.

Und hier noch ein anderes Argument:

Sie sagen, ich könnte mit dem Bewerbertraining leichter eine Stelle finden, in den letzten Jahren war ich jedoch schon in mehreren solcher Maßnahmen, und es half mir nicht, einen Arbeitsplatz zu finden. In diesen Maßnahmen fühle ich mich gänzlich unterfordert, und musste dort Dinge machen, die eher Kindergartenniveau sind, wie zum Beispiel Mandalas ausmalen. Diese Maßnahmen bewirken bei mir eine massive Depression, die ich dann psychologisch behandeln lassen müsste...noch mehr solcher Maßnahmen, und ich habe nicht mehr das geringste Selbstbewusstsein. Könnten Sie mir nicht stattdessen ein Praktikum in einem Betrieb anbieten..ich denke, damit wäre die Chance, eine Stelle zu finden, viel größer.

Antwort : Ich kann ihnen eine psychologische Untersuchung durch den Psych.Dienst anbieten.

Ein weiteres Argument wäre(und in meinem Fall stimmt es sogar, könntet aber auch jemand verwenden auf den das nicht zutrifft)

Ich war bereits in mehreren Maßnahmen, und in fast allen wurde ich von den anderen Teilnehmern, unter anderem Obdachlosen, agressiven Alkoholikern und Nazis massiv gemobbt. Diese Maßnahmen haben mich so traumatisiert, dass ich Schlafstörungen, Angstzustände und Panikattacken habe..eine weitere Maßnahme dieser Art würde ich psychisch nicht durchstehen. Sie müssen wissen, dass Mobbing in diesem Maßnahmen, wo so viele frustrierte Menschen aufeinandertreffen, an der Tagesordnung sind. Auf keinen Fall möchte ich noch einmal in so eine Maßnahme gehen und wieder zum Mobbingopfer werden, aber ich könnte mir stattdessen durchaus ein Praktikum in einem Betrieb vorstellen.

Damit ist dir der Psychodoc des Amtes sicher.......

Und falls alle Argumente nicht helfen, und der SA stur auf der Maßnahme beharrt:


Wie gut, dass es ab Januar keine Praxisgebühr mehr gibt..da kommt man viel leichter an ATteste...in meiner Stadt gibt es über hundert Ärzte...das wird wohl reichen, sich während einer Maßnahme dauerhaft krankschreiben zu lassen, selbst wenn jeder Arzt einen nicht mehr als ein bis drei Tage krank schreibt. :icon_twisted:

Dazu fällt mir nur eins ein : :icon_neutral:

Und ich hätte mal noch ne Frage an alle...
Mein SB erzählt mir, wenn er mich in eine Maßnahme stecken will immer, dass zwei Drittel aller Teilnehmer durch diese Maßnahme einen Arbeitsplatz gefunden hätten, um so meine Argumente, die Maßnahme wäre sinnlos, zu entkräften. Wie könnte ich dann meinerseits sein zwei drittel Argument, dass ich ihm einfach nicht abnehme, entkräften? Denn ich gehe mal davon aus, dass er gelogen hat.

Was gehen dich andere Teilnehmer an.....deine Frage lautet : Wie kann diese Massnahme MIR helfen einen Job zu finden.Wieso sind SIE der Ansicht,das ICH durch diese Massnahme....usw. ....weg vom neutralen die Anderen,personifizier das.
 

Buerosklave

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Gerade die sogenannten "Feststellungsmaßnahmen" sind der blanke Hohn. Besonders wenn sie über viele Monate gehen. Ich sitze auch gerade in so einer Maßnahme. Das Jobcenter sagt,daß man hinterher eine entsprechende Maßnahme kriegt, je nachdem,was bei der Feststellungsmaßnahme rausgekommen ist. Meine Erfahrung ist aber,daß man dann erstmal zu hören kriegt "Sie hatten doch erst eine Maßnahme, jetzt müssen sie erst wieder 1 Jahr arbeitslos sein!". Ergebnis also gleich Null. Die Maßnahmeträger hingegen behaupten gern,daß sie selbst diese Fortbildung entsprechend dem Ergebnis der "Tests" übernehmen. Aber wenn ich mich mal die Maßnahme hier anschaue, sieht das irgendwie ganz anders aus: von den 17 Teilnehmern der Maßnahme (laufender Einstieg, die meisten sind aber schon etwa 7 Monate hier) haben ganze 2 (!) wirklich aufbauende Kurse bekommen. Und die auch nur deswegen,weil sie den Maßnahmeträger wirklich auf seine Aussagen festgenagelt haben. Mit der Genehmigung solcher Aufbaukurse sind die Maßnahmeträger meist sehr knauserig,weil sie natürlich Geld kosten (e-learning-Module) und das seinen Gewinn schmälert.
 

Celeste

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@Sprotte

Was soll denn das :icon_neutral:?
Ich meine, wenn mein Sachbearbeiter sich nicht von Argumenten überzeugen lässt, bleibt mir doch gar keine andere Wahl als Ärztehopping zu machen, es ist besser, alle paar Tage in einer anderen Arztpraxis zu sitzen, als 8 Stunden am Tag in einer Sinnlosmaßnahme. Mir gehts jedenfalls so, dass ich etliche solcher Maßnahmen durch habe, und dass ich nun keine Lust habe, eine weitere zu besuchen.
Alleine bei dem Gedanken, nochmal in eine zu müssen, dreht sich mir der Magen um :icon_kotz:
Aber danke für deinen Hinweis, das mit der Personifizieren ist eine gute Idee,d as werde ich dann als Argument vorbringen, und außerdem auch sagen, dass ich schon in vier solcher Maßnahmen war, und keinen Job gefunden habe dadurch.

Noch mal ne Frage an alle:

Ist hier jemand, der die wirklich guten Argumente, die hier genannt wurden, schon bei seinem SA vorgebracht hat? Und war es erfolgreich?

eine weitere frage hätte ich noch...wie oft darf ein SA einen eigentlich pro Jahr in eine Sinnlosmaßnahme stecken? Ich hab mal irgendwo gehört, dass für jeden Arbeitslosen nur ein bestimmtes Budget vorhanden ist.
 

Sprotte

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@Sprotte

Was soll denn das :icon_neutral:?

Kommst du da nicht selber drauf ?

Das Phänomen "Ärztehopping" ist nicht nur den Krankenkassen bekannt,die dieses Wort mal erfanden.
Die Einführung der Praxisgebühr kann auch unter dem Gesichtspunkt Verhinderung des "Missbrauchs der freien Arztwahl" durch Arzthopping gesehen werden.
Nun fällt sie....und schon lese ich : "Wie gut, dass es ab Januar keine Praxisgebühr mehr gibt..da kommt man viel leichter an ATteste."

Spätestens beim 3. Attest eines anderen Arztes hast du den SB auf dem Pelz.

Such dir einen vernünftigen Arzt,mit dem du sprechen kannst und der dich aus echten,nachvollziehbaren Gründen aus dem Verkehr zieht und dir,wenigstens für einige Zeit, Ruhe verschafft........

......oder fang an dich selbstbewusst,mit Hilfe des geballten I-Net-Wissen zu wehren.
 

Buerosklave

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eine weitere frage hätte ich noch...wie oft darf ein SA einen eigentlich pro Jahr in eine Sinnlosmaßnahme stecken? Ich hab mal irgendwo gehört, dass für jeden Arbeitslosen nur ein bestimmtes Budget vorhanden ist.

Meines Wissens geht das eher nach der Maßnahme ansich. Sprich: 2x die selbe Maßnahme geht nicht. Das dürfte wohl auch der Grund sein, wieso die vielen Sinnlosmaßnahmen sich ständig umbenennen,obwohl der Inhalt der selbe ist. Neuer Name und schon "dürfen" die früheren Teilnehmer ganz ganz legal erneut antreten.


Mein SB erzählt mir, wenn er mich in eine Maßnahme stecken will immer, dass zwei Drittel aller Teilnehmer durch diese Maßnahme einen Arbeitsplatz gefunden hätten,

Das sind ähnliche Zahlenspielchen,wie sie bei der Arbeitslosenstatistik auch durchgezogen werden. Sprich: In die Vermittlungsquote wird u.a. die Fortführung oder Ausweitung bereits bestehender Minijobs einberechnet, der Antritt anderer Maßnahmen danach usw. angetretene Jobs sowieso. Halt alles, was man innerhalb eines Jahres nach Maßnahmeende macht,zählt als deren Vermittlungserfolg. Manchmal habe ich den Eindruck,daß selbst die maßnahmeinternen Praktika dazugezählt werden. Wie reell sowas wirklich ist,muss ich sicher nicht dazusagen.
So schmückt sich mein Maßnahmeträger damit, für meine letzte Maßnahme eine Vermittlungsquote von 45% erreicht zu haben und daß ich auch darunter falle. Mal überlegen: Ich habe hinterher meinen Minijob weitergemacht und habe einen 1€-Job "verordnet" bekommen....und inwiefern ist das eine Vermittlung ?
 

Celeste

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@Sprotte

Ich bin ja ein eher nicht so selbstbewusster, zurückhaltender Mensch, der nicht so viel redet, ich weiss nicht, ob es mir gelingen würde, die Argumente hier, die wirklich sehr gut sind, so überzeugend rüberzubringen, dass mein SB von einer weiteren Maßnahme absieht.
Und in meiner letzten Maßnahme habe ich mich von vier verschiedenen Ärzten, trotz Praxisgebühr, krank schreiben, und hatte meinen SB keineswegs auf dem Pelz, dem war das schlichtweg egal. Und dank der vier Ärzte waren meine Fehlzeiten so groß, dass ich nach acht Wochen aus der Maßnahme genommen wurde, um meinen Platz für einen anderen frei zu machen. :icon_klatsch:
Natürlich ohne Sperre, weil ich ja krank gewesen war. :icon_party:
Und ich hoffe ja, dass mein SB, wenn ich mich in jeder Maßnahme komplett krankschreiben lasse, von weiteren Zuweisungen absieht.

@Bürosklave

Ja, das kenne ich..sie bennnen sich einfach um und ziehen in ein anderes Gebäude, damit niemand merkt, dass es sich um denselben Maßnahmeträger handelt.
 

Godzilla007

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Hallo,

ich habe gestern die Zuweisung in eine ESF-Massnahme erhalten. Diese geht ab 03.12.2012 . 02.10.2012. Ich war dieses Jahr erst in einer anderen ESF-Massnahme die vom November 2011 - 06.07.2012 lief. Ich habe mir jetzt erst einmal einen Termin bei meiner Sachbearbeiterin für morgen 13:30 Uhr geben lassen um mit ihr darüber zu reden. Das Schreiben der Zuweisung ist nicht direkt von ihr. Mich wundert es da ich erst kürzlich einen Termin bei ihr hatte und da sagte sie nichts davon das sie für mich eine neue Massnahme plant. In der Eingliederungsvereinbarung vom September steht auch nichts über diese Massnahme. Wie soll ich mich morgen verhalten bzw. wie soll ich argumentieren?

Ich bin langzeitarbeitlos und erhalte ALG II. Hier der Anfang des Schreibens der Zuweisung:

Zuweisung in eine berufliche Orientierungs- und Qualifizierungsmassnahme

Bezeichnung: ESF Maßnahme Work-Art-Creation
Träger/Betrieb:
Ort und Dauer:

Dann noch das Übliche das ALG II für die Dauer weitergezahlt wird für die Dauer der Maßnahme. Ausserdem das Lehrgangskosten übernommen werden (sofern der ESF nicht alles bezahlt), genauso Prüfungsgebühren, Kosten für erforderliche Arbeitskleidung. Fahrtkosten werden übernommen aber nur wenn man Minimum 3km vom Ort des Trägers wohnt.

Das für mich "Interessante" beim Flyer der bei der Zuweisung dabei ist ist der Block "Fachliche Qualifizierung". Dort heisst es: Verwaltende Tätigkeiten zur Vorbereitung von Veranstaltungen, Öffentlichkeitksarbeit, Gestaltung von Flyern und Prospekten, Organisation von Kunstausstellungen, Planung einer eigenen Veranstaltung, Dokumentation der Ausstellung durch Fotos und Berichte.

Ich bin gelernter Industriekaufmann. Was soll mir das hier genannte bringen? Mit Kunst habe ich nichts am Hut.

Praktikum ist geplant vom 09.09.2012 - 01.10.2013.

Ich hoffe ihr könnt mir erstmal für den Termin morgen ein paar Ratschläge geben.

Viele Grüsse
Godzi

P.S.: Die Massnahme vorher hatte wenigstens einen Bezug zu meinem gelernten Beruf. Da ging es unter anderem um Buchhaltung.
 

Maddrax

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Hallo Godzilla,
ich bin hier ja auch noch sehr neu hier und steck eher in troubles und hoffe auf Hilfestellung, als dass ich gross Ratschläge geben könnte.
Aber, es gibt hier bestimmt Etliche, die dazu was schreiben können.

Vielleicht wäre es sinnvoller, dazu einen eigenen neuen thread aufzumachen, statt das hier in diesem thread (quasi) zu verstecken(?)
Ein neuer thread fällt mehr in's Auge und wird (vor allem wenn er neu ist) von mehreren wahrgenommen/gelesen.

Einige, die dazu evtl. was sinnvolles sagen können, lesen viell. ausgerechet jetzt diesen thread hier nicht, einen Neuen aber schon...
Nur mal so ein Gedanke von mir
 

Agent007

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@Kobold1966

Da sich ohnehin nur ganz wenige wehren, fallen wir paar Hanseln nicht ins Gewicht und der Träger wurde mit einer fetten Steuerspritze am Leben erhalten.

Bei meiner letzten Sinnlosmaßnahme
hatte ich das auch gemerkt. Alle dort waren der Meinung, wenn sie das nicht antreten bzw. die EGV nicht unterschreiben gibt das Sanktionen.

Die breite Masse ist zu schlecht über ihre Rechte informiert.
 

Buerosklave

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Bei meiner letzten Sinnlosmaßnahme
hatte ich das auch gemerkt. Alle dort waren der Meinung, wenn sie das nicht antreten bzw. die EGV nicht unterschreiben gibt das Sanktionen.

Die breite Masse ist zu schlecht über ihre Rechte informiert.

Die Lüg..äh..."versehentlich inkorrekten Aussagen" im Rahmen solcher Maßnahmen gehen oft auf keine Kuhhaut. Dabei würde ich hab noch nichtmal was sagen,wenn es die Maßnahmeträger selbst sowas raushauen,die wissen es oft nicht besser. Aber oft kommen solche Aussagen von den JC-Mitarbeitern,die bei den zugehörigen Infoveranstaltungen anwesend sind...und die müssten wissen,daß sie nur Mist erzählen.

Generell sollte man NICHTS glauben,was einem in so einer Maßnahme erzählt bzw versprochen wird. In meiner letzten Maßnahme sollte den Teilnehmern beispielsweise weisgemacht werden,daß es sich dabei nur um eine Vorschaltmaßnahme zur Eignungsfeststellung handele und jeder Teilnehmer anschließend in für ihn geeignete andere Kurse eingeteilt würde. Ja ne...is klar. Deswegen ist die "Eignungsfeststellung" auf 10 Monate inkl Praktikum (!) angesetzt,während es sonst praktisch keinerlei Kurse von mehr als 6 Monaten Dauer gibt. Und wie bitte will man bei nur 2 angebotenen Themengebieten (MS Office und Werkstatt) feststellen,wofür ein Teilnehmer wirklich geeignet wäre ? Da muss man schon sehr mit dem Klammerbeutel gepudert sein,um darauf reinzufallen.
 

ethos07

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Hier hat Tim Bürns supergut beschireben, wie gute Gegenwehr aussehen müsste:

... das JC also mit den eigenen argumentativen Waffen schlägt....

- Nur, lieber Burns Torn , wie bringen wir unser Wissen breiter unter's Volk`? Wie 'schulen' wir darin die Massen der Betroffenen ?

Denn nur dann würden solche Einsichten die Verhältnisse auch wieder mal zum wanken bringen können... :icon_kinn:

Bei den vielleicht 3-hundert Aktiven hier aus dem Forum, ja da ist das sicher kein unüberwindbares Problem - viele machen das so oder so ähnlich für sich ja auch seit Jahren . Und geben das Wissen ,sofern sie auch Beistandsarbeit machen, auch weiter.

Aber wie kommen wir über diesen Zustand hinaus,so dass die guten Einsichten die da seit Jahren vorhanden sind, auch breit fruchtbar werden?

Zumal diese Gegenwehr-Verfahren ja schon einiges auch an Grips brauchen, um ihre Logik zu verstehen... und dann auch Übung, um sie souverän umsetzen zu können.

Mit dem Forum allein kommen wir da nicht weiter.
Und auch die kleinen Inis da und dort stagnieren seit langem und drehen sich im eigenen kleinen Sumpf...

Da bin ich zur Zeit echt ratlos.


Es geht hier im Thread einfach darum, aufzuzeigen, dass man mit guten Argumenten IMMER besser fährt. Selbst dann, wenn man beim JC damit auf taube Ohren stößt, wenn also eine Zwangszuweisung per VA erfolgt. Denn spätestens, wenn der Fall von der Widerspruchsstelle als unbegründet zurückgewiesen wird und man vors Sozialgericht ziehen muss, will auch der Richter ein paar Argumente hören, was denn gegen die Teilnahme an dieser Maßnahme spricht.

...

Und das gelingt am besten, wenn man die oft fadenscheinigen Argumente kennt, die das JC für die ach so tolle Maßnahme bringt. Weil man da dann auf gleicher Ebene Kontra geben kann, das JC also mit den eigenen argumentativen Waffen schlägt.
 

freakadelle

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Ich habe versucht - nach dem vorgegeben Schema - meinen SB und auch das SG, mit den genannten Argumenten davon zu überzeugen.

Es hat nichts gebracht! Gar nichts!

Es wurde noch nicht mal darauf eingegangen bzw. bekam ich eine Antwort auf meine Fragen von meinem SB.
So viel dazu, man fährt immer besser.

Ich habe den SB (und auch das Gericht gefragt) ob diese Maßnahme mir meine Zeugnisse,Gesellenbrief und den fehlenden Führerschein (der hier unerlässlich in der Region ist wenn man arbeiten möchte) wieder bringt?
Und, was kam? Nichts, keine Antwort. Nicht mal ansatzweise wurde auch nur ein Argument aufgeschnappt und kommentiert.
Woran mag das liegen? Sind die Argumente nun so gut dass dem SB und dem SG darauf keine Antworten einfallen oder siegt hier einfach nur die Ignoranz?
Ich weiß es nicht, ich bin ratlos.

Das einzige was ich zu hören bekam, war - ich solle doch endlich akzeptieren dass ich alles zu unternehmen habe um in Beschäftigung zu kommen und dazu gehört eben auch die Teilnahme an einer Bewerbungsmaßnahme.

Hat jemand Gegenargumente?
 
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[...] Ich mache mal den Anfang. Beim Versuch der Zuweisung zu einer Maßnahme sollte man dem pAp meiner Erfahrung nach z.B. die folgenden Fragen stellen bzw. Anmerkungen machen und eine Antwort/Stellungnahme verlangen:[...]

Sieht man mal von einigen Ausnahmen ab, so haben sich doch die allermeisten eLb selbst schon längst diese Fragen gestellt und/oder auch an an die zuständigen AA-MA gerichtet. Wie sonst könnte wohl entsprechenden EinV und Zuweisungen erfolgreich widersprochen werden. Zudem gibt es diesen Fragenkatalog so oder ganz ähnlich bereits im Forum.

Viel interessanter wäre es für die Leserschaft hier, wenn mal echtes Insider-Wissen zutage käme, also bspw. Sachen, die im Intranet eingestellt werden, Leitfäden, Textauszüge o. ä., usw.
 

BibiBlocksberg2009

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Und/oder man sagt:


Ja, Sie haben mich überzeugt. Dass ist wirklich ne super Maßnahme ist. Und weil das so ist, geben Sie die besser mal wem anders. Ich kann das schon alles und will da niemandem den Platz wegnehmen... :biggrin:


Das ist übrigens ein gutes Argument, diese Sie-wurden-auserwählt-JobOffensive abzulehnen.
Im Fernsehen wurde ja dafür geworben, dass es sogar schon Kunden gibt, die extra beim Jobcenter anfragen, weil sie da unbedingt mitmachen wollen bei der "Intensivbetreuung".
Die Antwort dann: s.o. :biggrin:
 

Buerosklave

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Ich habe den SB (und auch das Gericht gefragt) ob diese Maßnahme mir meine Zeugnisse,Gesellenbrief und den fehlenden Führerschein (der hier unerlässlich in der Region ist wenn man arbeiten möchte) wieder bringt?
....
Das einzige was ich zu hören bekam, war - ich solle doch endlich akzeptieren dass ich alles zu unternehmen habe um in Beschäftigung zu kommen und dazu gehört eben auch die Teilnahme an einer Bewerbungsmaßnahme.

Das ist Logik á la Jobcenter: Egal ob einem Qualifikationen oder technische Vorraussetzungen zur Arbeitsaufnahme fehlen...im Bewerbungstraining lernt man dann schon,wie man sowas überspielt. Ist ja nicht so,daß es spätestens am ersten Arbeitstag auffliegen würde, daß man diese doch nicht erfüllt. Aber dann wäre man ja im Mindestfall zumindest für einen Tag aus der Statistik..und nur das zählt für die Herrschaften im Amt.

Noch weniger als für Qualifizierungen interessieren sich diese Leute in den Ämtern für technische Vorraussetzungen für eine Arbeitsaufnahme. Speziell denke ich da an ein Auto. Da kommt dann immer schnell die Forderung,daß man doch einfach umziehen soll. Klingt sinnvoll,wenn man nicht näher drüber nachdenkt. Und dann ? Wenns denn Stellenangebote gibt,sind das doch zu 80% Zeitarbeitsbuden, die einen hin und herschicken. Was nützt es mir also,wenn ich zwecks besserer Vermittelbarkeit vom Land in die Stadt umziehe,aber da nur einen Leiharbeitsjob finde, der mich dann im schlechtesten Fall wieder irgendwo in die Pampa führt, wo ich mangels Auto nicht hinkomme ?
 

Rocko5

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Bei meiner letzten Sinnlosmaßnahme
hatte ich das auch gemerkt. Alle dort waren der Meinung, wenn sie das nicht antreten bzw. die EGV nicht unterschreiben gibt das Sanktionen.

Die breite Masse ist zu schlecht über ihre Rechte informiert.

Dies könnte man doch eventuell geschickt nutzen um sich selbst als Teilnehmer einer Maßnahme generell etwas unattraktiv zu machen.
Man könnte doch ankündigen (und ggf. auch wirklich umsetzen) sein Wissen über Rechte und Möglichkeiten als Arbeitsloser im Rahmen der Maßnahme an die anderen Teilnehmer weiterzugeben.
Und sich bei allen als Rechtsbeistand für JC Termine anzubieten.
Eventuell ist es dann für das JC einfacher hier nachzugeben anstatt rund 10 weitere unangenehme informierte Kunden zu riskieren.
Man könnte sich so den Ruf als schwierige Person die man möglichst nicht mit anderen Arbeitslosen zusammenbringt erarbeiten.
Mir fällt im Moment auch nicht ein wie man jemandem daraus einen Strick drehen könnte nur weil er andere über ihre Rechte informiert.

Dies soll kein Ratschlag sein nur ein Gedanke zur Diskussion.
Ich weiß auch noch nicht wirklich wie man dies geschickt im Gespräch unterbringen könnte.
 

KarlApitalismus

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Da Maßnahmen scheinbar in erste Linie dazu dienen, Arbeitsmarktzahlen zu bereinigen, und die JC an Argumenten nicht ansatzweise interessiert sind, wäre ein Sammlung von Urteilen, die belegen, wie eine Maßnahme auszusehen hat, damit diese vor dem Sozialgericht bestand hat, oder eben nicht, ebenfalls hilfreich.
Der weit verbreiteten Zuweisung in eine Maßnahme per Verwaltungsakt kann man so wohl am ehesten entgegen gehen, so sinnvoll und gut Argumente auch sind.
 
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