Maßnahmeträger 'droht' wegen telefonischer Nichterreichbarkeit mit Hausbesuch

Krishan

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Guten Morgen,
Ich habe eine per VA beschlossene Maßnahme - Widerspruch wird eingelegt - wg. Erkrankung noch nicht angetreten.
Vom Maßnahmeträger erhielt ich jetzt folgende mail:
Guten Morgen,
ich bin der Coach von Herrn xxxxxxxxx in der Maßnahme bei der XXXX
Da ich telefonisch niemanden erreichen kann, versuche ich es nun auf diesem Wege Kontakt herzustellen, bevor ich einen Hausbesuch machen muss.
Es wäre gut, wenn Sie mich auf unten aufgeführten wegen kontaktieren könnten.
Mit freundlichen Grüßen
--
--
Xxxxxx Xxxxxxxx

Tel.:xxxxx xxxx
xxxstraße xx
XXXXX Xxxxxx
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
(Wie) sollte ich auf diese mail reagieren? Bin ich zur telefonischen Erreichbarkeit verpflichtet? Durfte das JC meine Tel.-Nr. an die 'ash' weitergeben?

Moderation:

Realname und Angaben zum Maßnahmeträger gelöscht
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

HermineL

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wg. Erkrankung noch nicht angetreten.
Liegt dafür eine AU vor ?

Was den Hausbesuch betrifft so würde ich schriftlich darauf hinweisen das du dies untersagst. Dafür gibt es keine rechtliche Grundlage. Notfalls ginge das auch mit einem Hausverbot. Was die Maßnahme an sich betrifft so musst du schon ein wenig mehr Input bereitstellen wie z.B. den VA, die Zuweisung usw. Selbstverständlich alles anonymisiert.
 

Regensburg

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Moin und :welcome:
(Wie) sollte ich auf diese mail reagieren?
Gar nicht, außer, Email & Tel. & Fax usw. löschen lassen. Nur per Post erreichbar....
Bin ich zur telefonischen Erreichbarkeit verpflichtet?
Nein

Hausbesuch:
Ich würde Ihn kommen lassen aber nicht reinlassen - auch kein Gespräch führen. Guten Tag und Tür zu reicht vollkommen aus.
Schriftlich nach der Gesetzgrundlage fragen, warum er dich besuchen muss.
 

apfelkuchen

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Beim Hausbesuch - du musst gar nicht aufmachen, wenn er kommt. Kann ja sein, dass du ausgerechnet dann einkaufen oder beim Arzt oder sonstwas bist. Man ist ja nicht zum Stubenarrrest verdonnert, weil man eine AU hat.
 

gila

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Wann hast du den VA bekommen und bist du mit dem Widerspruch noch in der Frist? Welche Argumente gegen die Maßnahme hättest du denn? Handelt es sich um eine Zuweisung? Das ist meistens kein VA gegen den man eine Widerspruch einlegen könnte Punkt wichtig wäre zu wissen ob du eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben hast oder einen Verwaltungsakt bekommen hast in dem die Maßnahme drin ist, und die Maßnahme dann später auch noch extra per Zuweisung erfolgt ist. Ohne diese wichtigen Daten kann man hier wenig beitragen.

Dass ein Maßnahmeträger sich erdreistet einen Hausbesuch zu machen, auch noch mitteilt dass er einen Hausbesuch machen müsste, ist eine absolute Frechheit. Schließlich hat ihn ja deine AU erreicht und einen Maßnahmevertrag hast du ja sicher nicht unterschrieben.

Was soll das für eine Maßnahme sein, die einen Träger hierzu veranlasst, Hausbesuche zu machen? Sollst du da irgend einer sozialpädagogischen Geschichte zugeschrieben worden sein?

Ich würde wohl das Schreiben des Maßnahme Trägers kopieren und an verschiedene Dienststellen schicken wie Geschäftsführung des Jobcenters, Bundesagentur in Nürnberg und auch Datenschutzbeauftragter und um eine Stellungnahme bitten, inwiefern es denn sein kann, dass Maßnahmeträger Hausbesuche machen, inwiefern es sein kann, dass sie ankündigen sie müssten dies tun, was hier als Vorspiegelung falscher Tatsachen gewertet werden kann und inwiefern darüber hinaus ein Maßnahmeträger dieses "Recht" für sich beanspruchen würde, wenn man eine Maßnahme aus Krankheitsgründen noch gar nicht angetreten hat.
Auf diese Fragen sollte man dir dann mal eine Antwort geben. Wenn man das nicht kann, wird man wohl mal im Rahmen des Qualitätsmanagements diesen Maßnahmeträger auf die Pfoten gucken müssen.
 

Matt45

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Was sind dass eigentlich für merkwürdige und absurde "Geschichten". Mag man kaum glauben.

So spielt es sich ab in einer Maßnahme? >>> Bin "nur" Aufstocker und kenne dieses nicht.

So schreibt doch eigentlich kein Couch zum Kunden! Nicht falsch verstehen, aber mein Kopf(Menschenverstand)sagt: Das gibt es nicht!

TE sollte schon jetzt zur Polizei gehen. Ich würde es so machen, weil ich es für mich eine Bedrohung ist!

Auf welchen Couch-Seminar lernt man dieses?
 

0zymandias

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[...]
Ja - ist dem Maßnahmeträger per Post zugegangen.
[...]
Ist das denn nachweisbar passiert?

Es ist nämlich schon vorgekommen, dass eine AU-Bescheinigung beim MT komplett verloren ging.
Deswegen würde ich so etwas immer an das JC senden und zwar nachweisbar (Fax und Brief, am besten auch inhaltlich bezeugt).

BTW: Außerhalb von Terminen musst Du mit diesen Fremden nicht reden. Nicht an der Haustüre, nicht am Telefon, ...
 

0zymandias

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Ich würde auch noch davon ausgehen, dass hier aggressive, nicht erlaubte und unzumutbare Werbung im
Sinne des § 7 UWG vorliegen könnte.

Dementsprechend die Anfrage beim Datenschutzbeauftragten erweitern und die Unterlassungsaufforderung
an den MT ergänzen mit der fröhlichen Aussicht, dass bei Zuwiderhandlung Abmahn- und Bußgeldaufforderungen
ergehen können.

Dann freuen die sich auch ein bisschen über die zwischenmenschliche Aufmerksamkeit, ne? :biggrin:
 

gila

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Ich würde diese Ankündigung zum Besuch einfach verpuffen lassen und die Tür bleibt zu.
Uneingeladen hat man Menschen nicht aufzusuchen. Your home is your castle so steht es schon im Grundgesetz . parallel eben Datenschutz und Beschwerde bzw kleine Anfrage auf welcher Rechtsgrundlage diese seltsam Gepflogenheiten beruhen und gegebenenfalls bekommt dann der Maßnahmeträger durch die Hintertür ein bisschen Spaß...
 

Krishan

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Hallo Elo's,
hier einmal kurz der Stand der Dinge:

Unterlassungsaufforderung an MT geschickt per FAX
Unterlassungsaufforderung
Sehr geehrte Frau Xxxx,
hiermit fordere ich Sie auf, künftig Hausbesuche oder Androhungen von Hausbesuchen zu unterlassen.
Es gibt keine gesetzliche Grundlage, die mich zu telefonischer Erreichbarkeit verpflichtet oder die Sie berechtigt oder gar verpflichtet Hausbesuche abzuhalten.
Für mich stellt Ihre Email eine Nötigung dar und ich behalte mir vor, eine Kopie diese Schreibens an die Geschäftsführung des Jobcenters und die Bundesagentur für Arbeit zu senden und Ihnen und Ihren Mitarbeitern ein Hausverbot zu erteilen.
Nach Ablauf der Krankschreibung per Post einen Termin zum Erstgespräch erhalten - dort pünktlich erschienen - die zuständige Dame war offentsichtlich überascht und unvorbereitet mit der Situation, das die EGV nicht unterschrieben wurde und gegen den VA Widerspruch eingelegt wurde <- das wäre noch nicht vorgekommen..- dann bat ich sie, mir alle zu unterschreibenden Dokumente zur Prüfung mitzugeben - sie holte dann die Chefin zur Hilfe, welche mir dann mitteilte, das unter diesen Umständen ein Maßnahmeantritt nicht möglich sei.

Auf eine weitere Email des MT mit folgendem FAX geantwortet:
Betr.: Ihre Email vom 08.04.2019

Sehr geehrte Frau Xxxx,
In Ihrer Email

Zitat – Email von Frau Xxxx – 08.04.2019



Hallo Herr Xxxxx,

können wir mal telefonieren? Ich rufe Sie gerne an, wenn Sie mir sagen, wann es Ihnen passt?

Es geht nochmal um die Teilnahme hier bei uns in der Maßnahme...

(Ansonsten per e-mail)

Mit freundlichen Grüßen


Xxxxx Xxxxxx

Zitat – Ende

bitte Sie um Kontaktaufnahme per Telefon oder Email – Um unsere Kommunikation rechtssicher belegen zu können, sehe ich davon ab und bitte Sie künftige Anfragen per Brief-Post zuzusenden.

Ich bitte nochmals darum, mir alle für die Maßnahme erforderlichen Dokumente, die meine Unterschrift erfordern, zur Prüfung zuzusenden.

Mit freundlichen Grüßen
Seit dem (15.04.19) habe ich weder vom JC oder MT etwas gehört - einem inzwischen gestellten WBA wurde problemlos entsprochen - der eingelegte Widerspruch wurde erwartungsgemäss abgewiesen.

LG Krishan
 

gila

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Grandios! (y)

Erstmal die Maßnahmekuh und Zwangsbesuche vom Eis.

Leider zeigt dein Bericht, wie viele Leute sich sowas offensichtlich gefallen lassen. :poop:
 
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