"Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung"

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1O1li1

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Hallo,

erstmal eine kurze Info:
Ich habe ende Juni 2013 meine Ausbildung zum Fachangestellten für Bürokommunikation abgeschlossen und wurde nicht übernommen. Danach war ich zunächst bis 18.08.2013 arbeitslos, da ich ab 19.08.2013 einen Schulplatz für FOS - Form B hatte. Nach zwei Tagen habe ich mich von dort jedoch wieder abgemeldet, da ich erfuhr, dass ich kein Bafög bekomme und auch mit Nebenjob nicht mit dem Geld hinkommen würde. Außerdem hätte ich das nicht mit dem ganze Schulstoff vereinbaren können und fühlte mich ziemlich unwohl.

Heute hatte ich einen Termin und habe von meiner Beraterin (bzw. ihrer Vertretung) eine Zuweisung in eine "Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung" erhalten.

Da soll ich ab 02. September (also ab Montag) bis zum 01. November Montags bis Freitags von 08:00 Uhr - 16:00 Uhr bei einem Bewerbungstraining mitmachen.

Zum einen klingt das für mich aber relativ sinnlos, da ich weder Probleme mit dem Schreiben von Bewerbungen habe, noch mit Bewerbungsgesprächen oder Jobauswahl. Außerdem hat am Anfang meine feste Beraterin (also nicht die Vertretung) meine Bewerbungsunterlagen angefordert, die habe ich mitgebracht und waren einwandfrei (es gab nichts zu verbessern oder ändern).

Und zum leide ich seit Ende meiner Ausbildung unter Rückenproblemen, weshalb ich auch in den letzten 5 Wochen bis einschließlich heute in Behandlung war. Da es aber leider nicht so schnell geht, die Rückenmuskulatur aufzubauen, kann ich maximal nur ca. 15 Minuten sitzen. Nach spätestens 30 Minuten muss ich unbedingt aufstehen.
Hätte ich einen Job in meinem Bereich, wäre das mit dem Sitzen kein Problem, denn dort kann ich auch mal zwischendrin im Stehen arbeiten und kann auch durch den einen oder anderen Arbeitsvorgang mal ein paar Schritte gehen. So hat das auch gut in meiner Ausbildung funktioniert.

Meine Vorstellung der nächsten Zeit war eigentlich, dass ich, wie in der Eingliederungsvereinbarung steht, 2 Bewerbungen pro Woche raussende, ich bis spätestens 30. September einen Arbeitsplatz habe und vorher noch genug Zeit habe, selbst meine Rückenmuskulatur weiter aufzubauen.

Jetzt kommt aber das dazu..

Meine Frage ist: habe ich die Möglichkeit diese Maßnahme zu umgehen? Auf dem Blatt der Zuweisung steht etwas von "einem wichtigen Grund", ist denn meine Gesundheit solch ein "wichtiger Grund"? Z.B. mit einer Bescheinigung vom Arzt?

Leider ist mir das erst eingefallen, nachdem ich unterschrieben habe...

Danke schonmal

Gruß
 

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Rounddancer

Gast
Das Amt muß jeden, der neu in Alg-I oder Alg-II kommt, in eine solche Sofortmaßnahme stecken,- wenn es ihn nicht sofort in Arbeit vermitteln kann.

Das soll dreierlei bewirken:


  • Der neue "Kunde" erscheint erstmal nicht in der Arbeitslosenstatistik (solange die Maßnahme läuft).
  • Der neue "Kunde" soll sich erst gar nicht an das scheinbare Nichtstun gewöhnen. Nicht an spätes Aufstehen, nicht an Depression, nicht an Rumhängen bei Tabaksqualm und Bier.
  • Die Nachbarn des neuen "Kunden" sollen ihn nicht rumhängen sehen.


"Bewerbungstraining", das als Maßnahme mehr als vier Tage dauert, ist nicht selten in Wirklichkeit ein Einzelgespräch am Anfang, in dem festgelegt wird, was vom Bewerbungstraining selbst überhaupt nötig ist, dann diese ein bis vier Tage Training. Der Rest ist dann oft bis zum Ende der vorbestimmten Wochen oder Monate ein "die Zeit totschlagen unter Aufsicht mit dokumentierter Anwesenheits- und Pünktlichkeitspflicht". Zeit, in der man mit meist billig gebraucht gekauften Rechnern an billig gebraucht gekauften Tischen und ebensolchen Stühlen sitzt, im Internet und in den immer dünner werdenden Samstags-Zeitungen nach Stellen sucht. Sich dann auf diese bewirbt, und vor Versand dem Aufseher vorlegt.


Also: Bei der Stellensuche nicht aufs Amt verlassen,- sondern selbst herausfinden:
1. Das will ich erreichen.
2. Das ist mein Traumjob.
3. Da, wo mein Traumjob sein könnte, bewerben. Kurz. Initiativ. Nicht nachlassen.



Viel Erfolg!
 

Lilastern

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Solltest du in dieser Zeit wo diese Maßnahme läuft einen Job finden, kannst du diese Maßnahme doch unterbrechen.

Und wenn du Rückenprobleme während dieser Maßnahme bekommst, dann gehe zum Arzt und lasse dich AU schreiben.

Es entspricht der Wahrheit und fertig aus.

Suche dir selber einen Job am besten über Initiativbewerbungen.

Diesen selektiven Zugriff auf dein Bewerberprofil würde ich dem Maßnahmeträger verweigern.

Das geht den Träger gar nichts an.
 

bee123

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Das Amt muß jeden, der neu in Alg-I oder Alg-II kommt, in eine solche Sofortmaßnahme stecken,- wenn es ihn nicht sofort in Arbeit vermitteln kann.

Das soll dreierlei bewirken:


  • Der neue "Kunde" erscheint erstmal nicht in der Arbeitslosenstatistik (solange die Maßnahme läuft).
  • Der neue "Kunde" soll sich erst gar nicht an das scheinbare Nichtstun gewöhnen. Nicht an spätes Aufstehen, nicht an Depression, nicht an Rumhängen bei Tabaksqualm und Bier.
  • Die Nachbarn des neuen "Kunden" sollen ihn nicht rumhängen sehen.


"Bewerbungstraining", das als Maßnahme mehr als vier Tage dauert, ist nicht selten in Wirklichkeit ein Einzelgespräch am Anfang, in dem festgelegt wird, was vom Bewerbungstraining selbst überhaupt nötig ist, dann diese ein bis vier Tage Training. Der Rest ist dann oft bis zum Ende der vorbestimmten Wochen oder Monate ein "die Zeit totschlagen unter Aufsicht mit dokumentierter Anwesenheits- und Pünktlichkeitspflicht". Zeit, in der man mit meist billig gebraucht gekauften Rechnern an billig gebraucht gekauften Tischen und ebensolchen Stühlen sitzt, im Internet und in den immer dünner werdenden Samstags-Zeitungen nach Stellen sucht. Sich dann auf diese bewirbt, und vor Versand dem Aufseher vorlegt.


Also: Bei der Stellensuche nicht aufs Amt verlassen,- sondern selbst herausfinden:
1. Das will ich erreichen.
2. Das ist mein Traumjob.
3. Da, wo mein Traumjob sein könnte, bewerben. Kurz. Initiativ. Nicht nachlassen.



Viel Erfolg!

Also ich bin nun in solch einer Maßnahme. Nun ja abgesehen davon,dass man entweder der Datenweitergabe zustimmen musste oder halt nicht teilnehmen konnte (Passagen streichen is nicht). Ja, also es ist wirklich so 1 Woche Bewerbungssachen und dann vielleicht nur noch 1,2 Mal die Woche irgendwelche Trainings/Vorträge.

Aber auf der anderen Seite ist es zumindest bei mir so, dass ich dort auch in der freien Zeit versuche online was zu lernen. Jeder, der einen Zugang zur Jobbörse der Agentur hat, hat ja auch Zugang zu dieser Lernbörse. Und da kann man einiges machen. Zuhause würd ich halt eher auf Facebook sein, spielen usw.,was ich dort nicht mache. Von der Seite her gesehen, ist es vielleicht besser, wenn man dort eben nicht die Möglichkeit hat sich mit sowas abzulenken.Die Ausstattung ist dort aber top :D

Ich bin erst am Anfang, wie das nun mit Vermittlungsgesprächen usw. läuft-die arbeiten ja leider meist nur mit Leihbuden zusammen, das weiß ich noch nicht...

Ich denke es gibt auch sicher Unterschiede zwischen reinen Alg1-Maßnahmen und Alg2-Maßnahmen?
 
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Rounddancer

Gast
Ich denke es gibt auch sicher Unterschiede zwischen reinen Alg1-Maßnahmen und Alg2-Maßnahmen?

Kaum. Höchstens darin, daß wenn nur Alg-I-er da sind, viele davon das erste Mal so eine Maßnahme machen, und -seien wir mal ehrlich- jeder von uns glaubte doch anfangs mal, er (m/w) würde schnell wieder Arbeit finden können.

Die Alg-II-er hingegen haben solche Maßnahmen in der Regel schon mehrfach hinter sich. Viele von uns fühlen sich weggeworfen, unschuldig eingesperrt, frustriert, weil bisher nichts nützte, um aus der Misere heraus, und damit wieder in sozialversicherungspflichtige Arbeit oder auskömmliche Selbstständigkeit zu kommen.
 

Makale

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Das Amt muß jeden, der neu in Alg-I oder Alg-II kommt, in eine solche Sofortmaßnahme stecken,- wenn es ihn nicht sofort in Arbeit vermitteln kann.

Ich hoffe du weißt, dass dein Geschriebenes völliger Unsinn ist?! (i.S. des Gesetzgeberwillens)

Kurz und knapp:

Gemäß den Schilderungen der TE ist die Zuweisung rechtswidrig. Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verletzt. Des Weiteren wurde keinerlei Ermessen ausgeübt ("Bewerbungen sind fehlerfrei"). Ist alles im § 7 SGB III niedergeschrieben.
 

Fritz Fleißig

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Richtig.

Das "Sofortangebot" nach § 15a SGB II (unverzügliches sogenanntes "Angebot von Leistungen zur Eingliederung in Arbeit") ist ausschließlich im Rechtskreis SGB II, also ALG II, vorgesehen, und auch dort nur dann, wenn jemand in den letzten zwei Jahren vor Beantragung von ALG II weder ALG noch ALG II bezogen hat.

Es gibt keinerlei entsprechende Regelung im Rechtskreis SGB III, also ALG. Weder im Gesetz, noch in den Ausführungsbestimmungen, noch in der Praxis. Wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen, aber es sind halt Ausnahmen im Einzelfall, die nicht verallgemeinert werden dürfen. Von "müssen" kann keine Rede sein.
 
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Rounddancer

Gast
Nun, die Sofortmaßnahmenanweisung, die alle Ämter und Dienststellen bekamen, verlangt eben genau daß jeder, die nicht sofort vermittelt werden kann, in eine Maßnahme kommt.

ist auch hier im Forum an vielen Stellen zu finden. Und gilt für SGB II und III gleichermaßen.

Punktum.
 

Fritz Fleißig

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Na dann bitte mal diese angebliche "Sofortmaßnahmenanweisung" hier zitieren oder verlinken.

Bisher habe ich von dieser ominösen Anweisung immer nur in deinen Beiträgen gelesen, Heinz, und sie niemals auf der Webseite der Arbeitsagentur in den einschlägigen Gesetzen oder Dienstanweisungen finden können. Ist das vielleicht eine "Geheimanweisung"?

Für Aufklärung dankbar.
 

Makale

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Für Aufklärung dankbar.

Statistikschönerei ist das. Wie ich schon mehrmals schrieb, weder im Rechtskreis SGB III noch im SGB II gibt es "Neukundenaktivierung" oder "Sofortmaßnahme bei Antragstellung" (Ausnahme § 15a SGB II - trifft nur auf sehr wenige zu). Auch der § 2 Abs. 1 SGB II bzw. § 1 SGB III eröffnen keine Hintertür für diesen Unsinn aka Steuergeldverschwendung (vgl. hierzu auch Rügen des Bundesrechnungshof - Bspw. 1-Euro-Jobs).

Wenn es gesetzeskonform wäre, hätte ich an irgendeiner Stelle etwas in meiner zahlreichen Fachliteratur hierüber lesen müssen - Fehlanzeige, also rechtswidrig.
 
E

ExitUser

Gast
@bee123

Bekommst Du ALG I oder II ?

Wer hat Dir mitgeteilt, dass Keine Passagen in den Verträgen/Vereinbarungen gestrichen werden dürfen? Das Amt oder der Maßnahmenträger?
 

Texter50

Super-Moderation
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Nun, die Sofortmaßnahmenanweisung, die alle Ämter und Dienststellen bekamen, verlangt eben genau daß jeder, die nicht sofort vermittelt werden kann, in eine Maßnahme kommt.
ist auch hier im Forum an vielen Stellen zu finden. Und gilt für SGB II und III gleichermaßen.
Hallo Rounddancer,
bei ALG I ist das scheints nach Lust und Laune geregelt.
War in ALG I in Dresden, habe irgendwelche SBs, die zufällig zuständig waren gesehen (selten mehr als 15 Minuten), meine Bewerbungskosten eingereicht und bin gegangen. :icon_razz:
Bei den Schwaben durfte ich mir bei ALG I aussuchen, ob ich INGA mitmachen möchte (quasi 1 Tag im Monat je 45 Minuten). Ich tats, was rauskam steht im Forum. :mad:
Bei ALG II durfte ich bei jeder Meldung jeweils für zwei Wochen an sinnlosen Maßnahmen teilnehmen, die jeden trafen, sobald der ALG II Antrag durch war. :icon_kotz:
 
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