Maßnahme und Minijob kündigen

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kk9979

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Hallo,

ich bin seit 01.01.2007 arbeitslos ohne Leistungsbezug und soll jetzt eine Maßnahme mitmachen und dafür meine geringfügige Beschäftigung kündigen, die ich seit 6 1/2 Jahren ausübe.

Die geringfügige Beschäftigung habe ich mir alleine gesucht. Ich bin gelernte Industriekauffrau, arbeite aber seit besagtem Zeitraum bei einem Kurierdienst. Weil ich mich bei der Krankenkasse freiwillig versichern muss (150 Euro/Monat) bin ich auf jeden Cent angewiesen.

Nun hat mir meine Vermittlerin beim Arbeitsamt gesagt, dass ich die Maßnahme (FTEC) machen muss, sonst schmeißt sie mich raus und eine anderere hätte es schon längst getan. Das Problem ist, dass die Maßnahme nicht Teilzeit funktioniert sondern Vollzeit. Ab Mittag muss ich aber schon los mit meinen Kuriersachen.

Jetzt habe ich Angst, dass ich den Kurs machen muss, meinen Job dadurch verliere, nach dem Kurs auch wieder keine Arbeit bekomme und dann sehen kann, wie ich zu meinen 150 Euro Krankenversicherung komme. Daraufhin sagte mir die Vermittlerin, dass ihr der Job egal ist und das mein Ziel eine Vollzeitstelle im Büro ist und ich dafür den Kurs machen muss. Mein Ziel ist auch eine versicherungspflichtige Beschäftigung, habe ich gesagt, mir wäre es sogar egal, ob ich wieder im Büro arbeite und ich würde sogar aus mehreren Minijobs (z.B. 400 Euro-Job und 165 Euro-Job, etc. pp.) zusammen eine versicherungspflichtige Arbeit machen wollen. Selbst das wäre mir egal.

Das hat sie nicht interessiert. Mein Job muss für die Maßnahme weg. Ich hatte ihr dann vorgeschlagen, ob ich mir nicht auch einen Lehrgang-Fernlehrgang- bei SGD oder ILS suchen kann. Damit bin ich so flexibel, dass ich einen Kurs mache und den Job behalten kann. Da meinte sie nur, dass sie das nicht bezahlen.

Auch ein Praktikum, was man vormittags machen kann, habe ich ihr vorgeschlagen. Auch dies hat sie abgelehnt mit der Begründung, dass das nicht zählt, wenn die Firmen keine Absicht hätten mich einzustellen. Ich meinte aber, dass ich da was praktisches lernen kann und vorweisen kann. Das hat sie wieder nicht interessiert.

Nun bin ich echt aufgeschmissen. Ich bekomme zwar kein Geld vom Arbeitsamt, außer Bewerbungskosten, aber bin bisher immer gemeldet gewesen, weil ich von den zur Rentenversicherung gemeldet werde und mir dadurch Anrechnungszeiträume entstehen.

Wie kann ich aus dem Schlamassel rauskommen? Den Job kündigen, kann ich aus finanziellen Gründen eigentlich gar nicht, weil mir niemand versprechen kann ob ich nach dem Kurs was kriege. Davon abgesehen bin ich eher der Meinung, dass Kurse wie FTEC voll für den ... sind.

Was ist FTEc eigentlich? Hat da jemand Erfahrungen. Ich habe ohne Erklärung nur eine Broschüre bekommen, wo mehrere Module drin stehen. Von Einführung über kaufmännische Module bis Arbeitserprobung und Bewerbungen schreiben üben. Eine Mitarbeiterin von diesem FTec sagte mir dann am Telefon, dass ich nur 1 Modul machen müsste. Aber irgendwie komme ich von dem Glauben nicht ab, dass die mich hinters Licht führen wollen. Nach dem Motto, wenn sie einmal da sitzt, dann muss sie alle Module durcharbeiten.

Außerdem: gibt es da überhaupt Fahrtkosten. Ich müßte jeden Tag 60 km (Hin- und Rückweg) fahren. Wenn ich da keine Fahrtkosten kriege, dann kann ich rein finanziell gar nicht da antreten, weil mein Job beim Kurier ja dann auch weg ist, wo ich hätte Geld bekommen....

Ich bitte um Erfahrungsberichte und Tipps wie ich da rauskomme.
 

gelibeh

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Als erstes, geh nie wieder alleine zum Amt. Nimm Deine Recht wahr und nimm einen Beistand nach §13 SGBX mit. Das kann jeder machen, der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben.
Nun hat mir meine Vermittlerin beim Arbeitsamt gesagt, dass ich die Maßnahme (FTEC) machen muss, sonst schmeißt sie mich raus und eine anderere hätte es schon längst getan
Lass Dir doch bitte schriftlich geben, dass Du Deinen Job kündigen sollst, um bei dieser Maßnahme mitmachen zu müssen.

Also, nicht den Job kündigen!!!!!!!!!!

Du bist nur wegen den Rentenanrechnungszeiten beim Amt. Ich weiß jetzt gar nicht, was man da alles mitmachen muss um nicht rausgeworfen zu werden.

Außerdem: gibt es da überhaupt Fahrtkosten. Ich müßte jeden Tag 60 km (Hin- und Rückweg) fahren.
Dauert das Hin- und zurück mehr als 2,5 Stunden? Ich bin kein Autofahrer, deshalb meine Frage und Fahrkosten müssten die natürlich zahlen.
 

Sticker

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Die Zumutbarkeit von Maßnahmen bei bestehendem Job
Nach § 2 SGB II steht die Verringerung der Hilfebedürftigkeit an erster Stelle, d.h. ein Job, egal mit welchem zeitlichen Umfang, geht einer Eingliederungsmaßnahme generell vor.
Nur in Ausnahmefällen ist es zulässig, neben dem Job die Teilnahme an einer Maßnahme zu fordern, und zwar dann, wenn die Maßnahme erforderlich ist, um den ALG II-Bezieher in die Lage zu versetzen, seine Hilfebedürftigkeit weiter zu veringern als bislang (vgl. § 16d Abs. 1 SGB II) und die Maßnahme mit seinem Job zeitlich vereinbar ist (vgl. § 2 SGB II).
Würde der Leistungsträger die Teilnahme an einer Maßnahme fordern, die zeitlich nicht mit dem Job vereinbar ist, müsste man den Job aufgeben und würde damit seine Hilfebedürftigkeit vergrößern, sowie sich der Gefahr eine Sanktion nach § 31 Abs. 1 S. 1 Nr. 1c SGB II aussetzen. Eben deshalb ist eine solche Forderung rechtlich unzulässig.
 

gelibeh

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@Sticker SGBIII
weil ich von den zur Rentenversicherung gemeldet werde und mir dadurch Anrechnungszeiträume entstehen.
Meiner Meinung nach, wird ein geringer Teil beim Minijob auch in die Rentenkasse eingezahlt. Dann hättest Du zumindest Rentenzeiten. Vielleicht weiß das jemand genauer.
 

kk9979

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Hallo,

danke erstmal für Eure Antworten. Trifft das mit der Hilfebedürtigkeit für mich ohne Leistungsbezug auch zu? Oder können die dann so argumentieren, dass ich ja kein Geld von denen bekomme, dann bin ich auch nicht Hilfebedürftig.

Ich verstehe auch nicht, warum sämtliche Sachen aus meiner Eigeninitiative abgelehnt werden (wie das vorgeschlagene Praktikum, was zeitlich zu meiner geringfügigen Beschäftigung passt oder der Fernlehrgang von Ils oder SGD)? Aber der FTEC-Kurs soll mehr bringen?

Sie hat mir für den 15.8. nochmal einen Termin für mich mitgegeben. Dann soll ich meine Entscheidung dort sagen, ob ich nun den Job kündige und den Kurs mache oder ob ich den Job behalte und bei ihr rausfliege. Gerade zu dem Zeitpunkt hat mein Freund Urlaub. Wir werden zusammen hingehen. Schließlich geht es ja um ihn mit, wenn man das _Finanzielle auch mal
rechnet.

In der Zwischenzeit habe ich bei der Minijobzentrale und Rentenkasse angerufen. Wenn mein AG alleine in die Rentenkasse einzahlt, dann werden ca. 3-4 Monate von 12 Monaten des Minijobs angerechnet. Wenn ich mit dem Arbeitgeber vereinbare, dass ich auch etwas dazugebe, dann zählt jeder Monat des Minijobs -also alle 12 Monate. Mein Problem ist jetzt, dass mein Lohn schwankt, da er mengenabhängig ist, also wieviel Briefe ich verteile pro Tag. Wenn es sehr schlecht läuft würde mein kompletter Lohn einbehalten werden, nur um dort zur Rentenkasse gemeldet zu werden. Wenn es gut läuft, dann bräuchte ich nur 4 Euro/Monat zahlen.

Trotzdem kann ich nicht sagen ich schmeiße einfach hin. Es ist immerhin Geld, auch wenn es unter Umständen einen Monat mal schlecht aussieht.
 

gila

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Du erhältst keine Leistung - also kein Geld.
Der Auftrag lautet, dich in Arbeit zu bringen? Tut diese Maßnahme das?
Um was handelt es sich da und hast du eine schriftliche Zuweisung erhalten?
Ich würde die SB auffordern, mir schriftlich zu erklären, WIE die Maßnahme mich in eine Arbeit bringt und wie PASSEND diese Maßnahme auf mein Profil ist.
Und eine schriftliche Aufforderung, dass sie mich auffordert, aus Gründen dieser tollen Maßnahme und aus den Gründen, weil sie bei Nichtantritt der Maßnahme mich "rausschmeissen" will, meinen langjährigen Job zu kündigen und hier die Bundesagentur bereit ist, die Konsequenzen zu tragen, falls du nach der Maßnahme immer noch ohne Arbeit und ohne deinen Job dastehst - also auch die Kosten deiner KV trägt.

Kann sie nicht - denn sie müsste zugeben, dass du beim Scheitern ihre schlauen Plans Hartz-IV-Empfängerin wirst.

Vielleicht formulierst du was vor und sagst ihr bei "Ausflüchten": wenn Sie so fest von ihrem Handeln überzeugt sind, dürfte so eine Vereinbarung doch kein Problem sein :icon_mrgreen:
Da könnte man auch mal beim Geschäftsführer nach den Rechtsgrundlagen fragen ... einfach drohen mit "Rausschmiss" - WO steht das?
 
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