Massnahme trotz Pflege des Vaters

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watersoul

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Hallo Ihr lieben,

gern hätte ich einen Rat von euch.
Ich bin 40 Jahre und komme aus Ostfriesland.

Mein Vater hat Krebs im Endstadium und nur noch wenige Wochen zu leben.
Sein größter Wunsch ist es zu Hause zu bleiben, was wir Ihm nur ermöglichen können, in dem ich mich um alles kümmer und Ihm helfend zur seite stehe.

Denn meine Mutter ist auch krank und kann sich nicht um Ihn kümmern.

Ich beziehe Hartz4 und lebe in einer eigene Wohnung.
Verbringe aber meistens den Tag bei meinen Eltern.

In einem Gespräch mit meiner Berufsberaterin erklärte ich Ihr meine Situation, weil ich an Ihre Menschlichkeit appelieren wollte.

Nur leider nutzte dies nicht viel, ich bekomme immer wieder die Einladung zur Massnahme, wo es ums Bewerbungen schreiben geht.

Bis jetzt habe ich mich Krank schreiben lassen, was mein Arzt aber nicht mehr mit macht.

Jetzt habe ich wieder eine Einladung für die Massnahme, und warte immer noch auf die Unterlagen von der Pflegekasse, wo ich dann als Pflegeperson eingetragen bin.

Nun zu meinen Fragen:

Kann ich auch die Unterlagen nachträglich einreichen beim Amt, und jetzt nicht antreten zur Massnahme?

Können die mir durch die Pflege Gelder kürzen oder ganz weg nehmen?

Muss ich trotz der Pflege weiterhin an der Massnahme teilnehmen?

Vielen lieben Dank sagt
Watersoul
 

erwerbsuchend

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Damit man dir gegen diese Maßnahme helfen kann, müsstest du bitte einmal die betreffenden Unterlagen in anonymisierter Form hier in das Forum hochladen. Bist du als Pflegeperson für deinen Vater eingetragen? Welche Pflegestufe hat er? Ansonsten kannst du dir weitere Tipps und Ratschläge hier in dem Forenbereich für die Maßnahmeabwehr erlesen.
 

0zymandias

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Du könntest noch zusätzlich vom behandelnden Onkologen eine Bescheinigung darüber einholen, dass Du für die Pflege zur Zeit unabkömmlich bist.

Das ist ein einfacher Brief des Arztes wie z. B. hier.

Das zusammen mit einem Begleitschreiben nachweisbar dem JC zukommen lassen.
Standardtipps:
  • Wichtige Briefe/Anträge/etc. immer nachweisbar zukommen lassen. Z.B durch bezeugten Einwurf in den Hausbriefkasten, wobei der Zeuge auch den Inhalt des Schreibens bezeugen kann, ebenso bezeugtes Verbringen zur Post und Versand per Einschreiben, Fax-Versand mit qualifiziertem Sendebericht. (Gerichtsvollzieher wäre eine theoretische Möglichkeit, ist aber zu teuer.)
  • Wichtige Unterlagen/Dokumente/Bescheinigungen/etc. nach Möglichkeit nicht aus der Hand geben, ansonsten nicht, ohne sie vorher zu scannen/kopieren.

Hintergrund ist der § 10 SGB II, (1), 4. ...
4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann,
... der nach (3) desselben Paragrafen auch für Maßnahmen gilt.

Was man im JC auch schon längst berücksichtigen hätte müssen. :wink:
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wie schon gesagt wurde, kann man die Pflegebedürftigkeit auch über ein ärztliches Attest nachweisen, sofern (noch) kein Pflegegrad besteht.
In den fachlichen Weisungen ist zwar nur der Pflegegrad als alleiniges Feststellungsmerkmal einer stattfindenden Pflege genannt, in allen anderen die Pflege betreffenden Gesetzen, insb. dem Pflegezeitgesetz, wird aber auch auf ein ärztliches Attest als Alternative, wenn kein Pflegegrad vorliegt, verwiesen.
Insgesamt wäre es aber sinnvoll, den zu beantragen, wenn das noch nicht geschehen ist, mit dir als Pflegeperson.
Auch die Mutter könnte bei dieser Gelegenheit einen Pflegegrad erhalten.

Ich würde das verlinkte ärztliche Attest aber abändern, um deutlich zu machen, welche Betreuung notwendig ist, zum Beispiel so:

Herr (watersouls Vater) ist wegen einer schweren, zum Tode führenden Erkrankung rund um die Uhr pflege- und betreuungsbedürftig. Herr/Frau (watersoul) leistet diese notwendige Pflege sowie die notwendige Sterbebegleitung.

Vom Arzt der Mutter kannst du auch noch gleich ein Schreiben beilegen, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung selbst Hilfe benötigt und nicht für Pflegeleistungen zur Verfügung steht.

Selbst wenn die SB auf stur stellt und die Maßnahme durchboxen will (was ein absolut unmögliches Verhalten ist!), wäre eine Sanktion so sehr leicht zu kippen.

Allerdings bedeutet das für dich zusätzlichen Ämterstress. Wenn man die Belastung bedenkt, die die Pflege eines sterbenden Angehörigen mit sich bringt, ist es eigentlich problemlos nachvollziehbar, wenn dein Arzt dich deswegen arbeitsunfähig schreibt. Ich verstehe nicht, wieso er deswegen rumzickt.
Hast du zu dem Arzt eine Alternative, Hausarzt der Eltern o.ä., sofern das nicht eh auch deiner ist?

Auch wenn das Recht bzgl. der Pflege eindeutig auf deiner Seite ist, wirst du in den nächsten Wochen und Monaten sicher wenig Zeit dafür aufwenden wollen, das auch durchzusetzen. Am "einfachsten" gehst du der Maßnahme per AU aus dem Weg, daher würd ich das noch nicht aufgeben.
 

Birgit63

Priv. Nutzer*in
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Ich verstehe deinen Arzt nicht. Ich habe eine gute Freundin, die ist seit dem Ausbruch der Krebserkrankung ihrer Mutter (Anfang des Jahres) durchgehend krank geschrieben. Jetzt ist ihre Mutter verstorben. Sie macht jetzt eine Therapie (war die Bedingung der KK, da sie sonst kein Krankengeld mehr gezahlt hätte) und fängt dann im Januar oder Februar mit der Wiedereingliederung an. Ich selbst halte von "gelben Scheinen" gar nichts, wenn man nicht erkrankt ist. Aber in so einem Fall finde ich es legitim. Außerdem nimmt einen so eine Krankheit im engsten Familienkreis so mit, dass man sowieso psychisch angeschlagen ist und die Krankschreibung daher auch berechtigt ist.
 
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