Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich? (1 Betrachter)

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Bahamut

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Hi Leute.

Folgende Situation: Wer sich an meinen letzten Thread erinnert der weiß vielleicht noch, dass ich zum ärztlichen Dienst eingeladen wurde um abzuklären, in wie fern ich noch auf dem Arbeitsmarkt einsetzbar bin. Dies wurde nun bei mir geklärt. Die Hochsensibilität wurde nochmal bestätigt, sodass es ein paar Einschränkungen gibt, auf die nun auch geachtet werden sollen vom Arbeitsvermittler. Nun habe ich das Gefühl, dass diese Einschränkungen so enorm hoch sind, dass man mich mehr oder weniger abschiebt mit eben der von mir im Titel genannten Maßnahme.

Man erklärte mir, dass es sich dabei um eine einjährige Maßnahme handelt, bei der man unter anderem auch nochmal lernen würde, wie man Bewerbungen schreibt. Außerdem hieß es, dass es dort Sozialpädagogen und Psychologen geben würde, die für einen individuell ansprechbar wären und das ja so super für mich passen würde. Der ganze Kram wird wohl vom ESF gefördert und stammt vom MEGALEARN Bildungswerk. Allerdings höre ich zum ersten Mal davon und kann mir deshalb nichts darunter vorstellen. Persönlich klingt es aber so, als wolle man mich erst mal sozusagen abschieben, da sie sich bei mir sicher sind, dass ich sowieso keinen Job bekommen werde mit meinen Einschränkungen.

Momentan läuft keine EGV bei mir. Es ist nichts unterschrieben und ich habe jetzt erst mal Bedenkzeit bekommen bei der ich darüber entscheiden soll/kann/muss/darf, ob ich an dieser Maßnahme teilnehme oder nicht. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das Zeitverschwendung ist aber ich würde gern eure Meinungen dazu lesen um mir ein Bild davon machen zu können, wie genau das dort abläuft und ob es vielleicht sogar doch sinnvoll wäre, dort mitzumachen? Der interessante Punkt dabei ist, dass mir schon gesagt wurde, dass wenn es nicht zu dieser Maßnahme kommen sollte, ich wohl mit einem 1€ Job rechnen müsste, da denen dort wohl scheinbar auch so langsam die Ideen ausgehen. Muss ich mir Sorgen machen, dass so ein Käse wirklich bald auf mich zukommt?
 

Fairy11

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Der ganze Kram wird wohl vom ESF gefördert
Dazu habe ich hier im Forum schon mehrfach den wichtigen Hinweis gelesen, dass die Teilnahme an ESF-geförderten Programmen freiwillig ist. Persönlich finde ich die Maßnahme-Dauer von einem Jahr für so etwas ganz schlimm; zumal es am Ende wahrscheinlich nicht einmal ein bewerbungsrelevantes Zertifikat geben wird.
 

saurbier

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Nun habe ich das Gefühl, dass diese Einschränkungen so enorm hoch sind, dass man mich mehr oder weniger abschiebt mit eben der von mir im Titel genannten Maßnahme.
Vielleicht solltest du dir dazu mal das Untersuchungsergebnis selbst anfordern, damit du weist was dir eigentlich gesundheitlich fehlt und welche Hemmnisse damit auf dem Arbeits-/Ausbildungsmarkt bestehen.

Schaue ich mir den obigen Link an, dann erscheint dies eher als Abschiebebahnhof und Zeitvertreib, nicht aber als wirkliche Lösung für eine Arbeitsaufnahme.

Sorry, aber ich als ü50 z.B. der gesundheitliche Einschränkungen hat lass mich doch vom JC nicht für so unmündig erklären, daß ich in solch eine Beschäftigungstherapie gehen muß. Ich will Arbeit mit der ich Geld verdiene bzw. hier eben eine als u25 eine passgenaue Ausbildung.

Vielleicht sollte man da mal etwas auf den Tisch klopfen, daß der SB aufwacht. Es gehört zu seiner Aufgabe dir zu helfen und nicht abzuschieben.


Gruß saurbier
 

Bahamut

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Vielleicht solltest du dir dazu mal das Untersuchungsergebnis selbst anfordern, damit du weist was dir eigentlich gesundheitlich fehlt und welche Hemmnisse damit auf dem Arbeits-/Ausbildungsmarkt bestehen.

Schaue ich mir den obigen Link an, dann erscheint dies eher als Abschiebebahnhof und Zeitvertreib, nicht aber als wirkliche Lösung für eine Arbeitsaufnahme.

Sorry, aber ich als ü50 z.B. der gesundheitliche Einschränkungen hat lass mich doch vom JC nicht für so unmündig erklären, daß ich in solch eine Beschäftigungstherapie gehen muß. Ich will Arbeit mit der ich Geld verdiene bzw. hier eben eine als u25 eine passgenaue Ausbildung.

Vielleicht sollte man da mal etwas auf den Tisch klopfen, daß der SB aufwacht. Es gehört zu seiner Aufgabe dir zu helfen und nicht abzuschieben.


Gruß saurbier

Das Gutachten vom ärztlichen Dienst habe ich von meinem Arbeitsvermittler mitbekommen.
Wir haben das während des Gesprächs aber eh alles besprochen, sodass da jetzt keine Sachen drauf stehen, die ich nicht schon wissen würde.

Der SB wird in dem Fall nur meinen, dass das seine Form der Hilfe ist, in dem ich bei so einer Maßnahme 1 Jahr lang an keine sonstigen Verpflichtungen gebunden wäre. Dazu zählt man halt auch, dass ich keine Bewerbungen schreiben müsste, zu keinen Terminen erscheinen müsste und auch keine sonstigen anderen Maßnahmen antreten müsste. Mir ist bewusst, dass das keine Hilfe ist, aber so argumentieren sie doch letztendlich eh immer. ;)

Und ich habe da halt schon so eine Vorahnung, dass es keine wirkliche Hilfe für mich in dem Sinne gibt, weil die Einschränkungen bei mir doch schon ziemlich groß sind. Da sagen sie sich halt: "Den schieben wir mal ab, da wird sich sowieso nichts mehr finden."
 

Fairy11

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Dazu zählt man halt auch, dass ich keine Bewerbungen schreiben müsste
bei der man unter anderem auch nochmal lernen würde, wie man Bewerbungen schreibt
Also ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass ihr ein ganzes Jahr lang nur lernen sollt. Aktive Eingliederung, das klingt für mich definitiv nicht nach einem harmlosen Zeitvertreib... Ich hatte z.B. mal eine Maßnahme, in welcher die Dozenten "in unserem Auftrag" den Firmen wie bescheuert hinterhertelefoniert haben, um die TN letztendlich an Putzstellen und ZAF zu vermitteln. Vielleicht meint dein SB ja nur, dass dir vom JC während der Maßnahme keine VVs mit Bewerbungspflicht zugestellt werden?
 

Bahamut

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Also ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass ihr ein ganzes Jahr lang nur lernen sollt. Aktive Eingliederung, das klingt für mich definitiv nicht nach einem harmlosen Zeitvertreib... Ich hatte z.B. mal eine Maßnahme, in welcher die Dozenten "in unserem Auftrag" den Firmen wie bescheuert hinterhertelefoniert haben, um die TN letztendlich an Putzstellen und ZAF zu vermitteln. Vielleicht meint dein SB ja nur, dass dir vom JC während der Maßnahme keine VVs mit Bewerbungspflicht zugestellt werden?
Ja richtig, das war damit gemeint.
 

Fairy11

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Mit ESF-Programmen habe ich bisher keine Erfahrung gemacht. Dennoch würde ich persönlich diese Maßnahme definitiv nicht freiwillig antreten wollen.

Für ein Bewerbungstraining sollten ein bis zwei Wochen locker ausreichen, und meinen Psychologen würde ich mir wirklich lieber selbst aussuchen wollen;-)
 

Bahamut

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

OK die Frage lautet dann für mich...
Wie geht es weiter, wenn ich das ablehne?
Mir wurde ja schon indirekt gesagt, dass ich dann mit einem 1€ Job rechnen muss, sollte das mit dieser Maßnahme hier nicht klappen (aus welchen Gründen auch immer).
Ich bin gerade mal 26 Jahre alt und 1€ Jobs sind doch eher für die Leute, die kurz vor der Rente stehen und dann die restliche Zeit überbrücken sollen oder stimmt das so auch nicht?
 
G

Gast1

Gast
AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

... 1€ Jobs sind doch eher für die Leute, die kurz vor der Rente stehen und dann die restliche Zeit überbrücken sollen oder stimmt das so auch nicht?
Nein, das stimmt nicht. Was sagt das Gesetz dazu in § 16d SGB II?

(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte können zur Erhaltung oder Wiedererlangung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, die für eine Eingliederung in Arbeit erforderlich ist, in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden, wenn die darin verrichteten Arbeiten zusätzlich sind, im öffentlichen Interesse liegen und wettbewerbsneutral sind ...
"Arbeitsgelegenheit" ist die offizielle Bezeichnung für einen Ein-Euro-Job. Arbeitsgelegenheiten sind das letzte Mittel (Ultima Ratio) um zu versuchen jemanden ins Erwerbsleben zu integrieren.

In dieser Maßnahme "Aktive Eingliederung" sollst Du wahrscheinlich über Praktika versuchen in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu kommen. Außerdem wird es sicherlich irgendeinen Unterricht in den praktikumsfreien Zeiten geben.
 

Kerstin_K

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Vielleicht solltest du dir dazu mal das Untersuchungsergebnis selbst anfordern, damit du weist was dir eigentlich gesundheitlich fehlt und welche Hemmnisse damit auf dem Arbeits-/Ausbildungsmarkt bestehen.
Sicher sollte man das Gutachten kennen, aber meinst Du wirklich, dass jemand den aerztlichen Dienst braucht, um zu wissen, was einem fehlt?
 

Bahamut

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Sonst scheint ja hier niemand weiter bisher Erfahrungen mit dieser Maßnahme gesammelt zu haben.
Sehr schade. Ich habe jetzt nur noch ein paar Tage Bedenkzeit und weiß ehrlich gesagt selber nicht so wirklich, ob mir diese Maßnahme etwas Positives bringen würde oder nicht.
 

Pixelschieberin

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Sonst scheint ja hier niemand weiter bisher Erfahrungen mit dieser Maßnahme gesammelt zu haben.
Sehr schade. [...]
Du könntest all deine Fragen auch vom SB deines Vertrauens klären lassen.
Schreib ihn - mit Verweis auf seine Auskunfts- und Beratungspflicht - an.
Nachweisbar.
Das entschleunigt. :icon_wink:

Da im Zusammenhang mit sinnbefreiten=unerwünschten Maßnahmen stets die selben Fragen hochgewühlt werden,
kopiere ich aus einen Post mit passenden Querverweisen.
Wenn du die Schularbeiten gemacht hast, kannst du wahrscheinlich die "richtigen" Fragen an JC-SBs stellen.

Nicht nur zur Abwehr sinnloser Maßnahmen auch zur Vorbereitung, damit du keinen Fehler aus Unwissenheit machst, solltest du dir nachfolgende Links - und deren Querverweise - anlesen.

Such dir die für dich passenden Highlights aus dem Pfeilköcher:
- Verhalten beim Träger - Maßnahmeabwehr
- Erklärung, warum kein Vertrag beim Träger unterschrieben wurde - es sei bereits alles geregelt - :icon_wink:
- Vermittlungsgutschein und das Bewerben bei privaten Dienstleister - ZAF
- Bewerbungsbemühungen, Jobbörse, anonymes Profil, Referenznr, ZAF abwehren
- Vermittlungsvorschlag (VV), Jobbörse, anonymes Profil, Referenznr, ZAF abwehren

Hier ein Faden des Users "Simor", der sich dem Thema sehr gewitzt stellt.
Einer seiner smart-ass-Schachzüge:
SOFORT sämtliche FREIWILLIG erteilten "Einverständniserklärungen" bezüglich seiner Datenverwurstung zurückzunehmen.
Schriftlich und nachweisbar.
Versteht sich.

[...] und weiß ehrlich gesagt selber nicht so wirklich, ob mir diese Maßnahme etwas Positives bringen würde oder nicht.
Hmmm, im Forum habe ich noch von keiner Maßnahme gelesen, die nicht allein darauf abgestellt war, den HE zu parken und somit aus der Statistik zu fälschen.

Wunder-gibt-es-immer-wieder-summ:
Du hast doch die Adresse des Trägers, oder?
Dann warte doch in der Nähe des Pausenhofs und geselle dich zu Gruppen, die dort vor sich hin murmeln.
Oder frag die aus, die das Haus verlassen und wie "Maßzunehmende" auf dich wirken.
In einem Vier-Augen-Gespräch kannst du in Erfahrung bringen, was zu deiner Entscheidung beitragen könnte.

Solltest du "erwischt" werden, fragst gleich im Büro nach, ob womöglich irgendwas unterschrieben werden müsse, das wolltest du gleich zwecks Prüfung mitnehmen.
Meistens "geht das leiiiider nicht."

Solltest du - wie immer wieder vorgeschlagen - die "Mitwirkungsvereinbarung" nicht sogleich unterzeichnen, siehst du doch recht schnell wo der Hase lang laufen wird.
 

Bahamut

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Hmmm, im Forum habe ich noch von keiner Maßnahme gelesen, die nicht allein darauf abgestellt war, den HE zu parken und somit aus der Statistik zu fälschen.

Wunder-gibt-es-immer-wieder-summ:
Du hast doch die Adresse des Trägers, oder?
Dann warte doch in der Nähe des Pausenhofs und geselle dich zu Gruppen, die dort vor sich hin murmeln.
Oder frag die aus, die das Haus verlassen und wie "Maßzunehmende" auf dich wirken.
In einem Vier-Augen-Gespräch kannst du in Erfahrung bringen, was zu deiner Entscheidung beitragen könnte.

Solltest du "erwischt" werden, fragst gleich im Büro nach, ob womöglich irgendwas unterschrieben werden müsse, das wolltest du gleich zwecks Prüfung mitnehmen.
Meistens "geht das leiiiider nicht."

Solltest du - wie immer wieder vorgeschlagen - die "Mitwirkungsvereinbarung" nicht sogleich unterzeichnen, siehst du doch recht schnell wo der Hase lang laufen wird.

Danke erst mal für deine ausführliche Antwort.

Nun möchte ich noch auf den Teil eingehen, den ich aus deinem Text zitiert habe...
Leider kann ich das so nicht machen, da die Maßnahme erst in rund 1 1/2 Wochen beginnt und das dann auch die Zeit ist, wo ich den nächsten Termin beim Jobcenter habe um Bescheid zu geben, ob ich die Maßnahme gern machen wollen würde oder nicht. Interessant dabei ist aber noch eine Sache, die ich vielleicht noch hätte erwähnen sollen... An sich sind die Plätze für die Maßnahme schon alle belegt und ich würde nur dort unterkommen, falls andere Leute abspringen würden, in dem sie z.B. am ersten Tag nicht erscheinen oder einfach abhauen und von sich aus die Maßnahme abbrechen etc. Es wurde dann besprochen, dass wenn ich dieses Jahr nicht in die Maßnahme unterkommen sollte, man über einen 1€ Job nachdenken müsste... Und das ist ja dann das Abstellgleis schlechthin. Da fällt die Entscheidung ehrlich gesagt auch ziemlich schwer, was da angenehmer wäre. Die Maßnahme scheint wie eine Art Schulunterricht abzulaufen und da ich nun mal Hochsensibel bin (diagnostiziert) wäre das der reinste Stress für mich. Bei einem 1€ Job würde man einen nur ausnutzen aber eventuell wäre ich für mich allein. Schwierig.
 

Pixelschieberin

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

[...] Da fällt die Entscheidung ehrlich gesagt auch ziemlich schwer, was da angenehmer wäre. Die Maßnahme scheint [...]
Bei einem 1€ Job würde man [...] Schwierig.
Das ist der Manipulationstrick, den es zu durchschauen gilt.
Die tun immer so als müßtest du dich zwischen Teufel und Bezelbub entscheiden.
Um dich in die Ecke zu drängen, wird stets so getan als wäre "keins von beiden" keine Option.

Durchsuch mal die letzten Beiträge von User Ozymandias, was er zur Ansage - "1-€-Job weil so lange erwerbslos" - gefunden hat.
Beiträge der User findest du über öffentliches Profil - Statistiken - Suche alle Beiträge von ******
 

Fairy11

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Die Maßnahme scheint wie eine Art Schulunterricht abzulaufen und da ich nun mal Hochsensibel bin (diagnostiziert)
Also das ist wirklich nur eine Idee:
Könntest du nicht zunächst diese Maßnahme gegen max. 2 Wochen normales Bewerbungstraining bei einem anderen Anbieter tauschen? Quasi als Kompromiss, dann kommst du deinem SB zumindest ein bisschen entgegen.

Und danach könntest du ja vielleicht die tollen 1-Euro-Jobs über deinen Doc als unzumutbar abzuschmettern? Ich meine, mit dieser Diagnose findet man doch bei Bedarf ganz bestimmt immer einen guten Grund, warum es "leider" nicht geht...
 

0zymandias

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Betrachte es doch mal anders herum:

Hast Du eine schriftliche Zusicherung, dass Du tatsächlich und wirklich-wirklich für ein Jahr aller Sorgen ledig bist?
(Normalerweise kommt so eine Sozial-Nanny vom MT aus Hartz IV oder ist auf dem Weg dorthin weit fortgeschritten,
möchte ihren - nennen wir es mal so - Job behalten und wird Dir eine ZAF nach der anderen hereindrücken wollen.
Mit Bewerbung, Vorstellungsgespräch (In einer halben Stunde gehen Sie dahin! Zack-zack!) und allem Tatütata.)

Hast Du eine schriftliche Zusicherung, dass Du nach den 365 Tagen in der kognitiven Diaspora nicht in einem 1-€-Job landest?
(Aus den schon genannten Gründen schreiben die Pseudo-Arbeitssittenwächter gerne Berichte, in denen lang und breit darüber
räsoniert wird, wie gut einem eine möglichst laaange Maßnahme mit Sonderbehandlung gut tun würde.)
 

Bahamut

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Und danach könntest du ja vielleicht die tollen 1-Euro-Jobs über deinen Doc als unzumutbar abzuschmettern? Ich meine, mit dieser Diagnose findet man doch bei Bedarf ganz bestimmt immer einen guten Grund, warum es "leider" nicht geht...
Auch das wird schwierig.
Ich war ja beim ärztlichen Dienst und wurde als arbeitsfähig eingestuft.
Natürlich gibt es bestimmte "Hindernisse", die auch im Gutachten stehen.
Beispielsweise wird bei mir davon abgeraten, in einem Callcenter zu Arbeiten oder in Großraumbüros, da zu viele Menschen um mich herum auf mein Gemüt schlagen würden, ich sehr schnell müde sein würde und auch Konzentrationsschwächen dadurch bekomme. Das führt dann wieder dazu, dass ich Fehler mache und auf gut Deutsch zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Also werden die natürlich versuchen etwas zu finden, wo ich selbstständig für mich Arbeiten kann, beispielsweise was in einer Bibliothek oder irgendwas in der Richtung. Denn das wäre ja eine zumutbare Arbeit laut Gutachten.
 

Fairy11

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Nur meine Meinung:

eine zumutbare Arbeit laut Gutachten
Vielleicht dürfte man die ärztlich freigegebenen Tätigkeiten ja erstmal nur als nette Theorien werten. Was man aber ganz faktisch leisten kann und was eben nicht, wird sich im Ernstfall halt in der Praxis zeigen:

dass ich Fehler mache und auf gut Deutsch zu nichts mehr zu gebrauchen bin
Dies könnte doch schon einmal die perfekte Grundeinstellung sein, sollte es wirklich zum Probearbeiten im 1-Euro-Job kommen;-)
 

Doppeloma

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AW: Maßnahme mit dem Namen "Aktive Eingliederung" - Worum handelt es sich dabei wirklich

Hallo Bahamut,

den Beiträgen zur geplanten Maßnahme und der Skepsis dazu, ob dich das weiter bringen wird kann ich mich in weiten Teilen nur anschließen, dein SB hat zu WISSEN was da passieren soll und in welcher Weise dir das helfen soll, am 1. Arbeitsmarkt Einsatzfähig zu werden, das ist doch SEINE Aufgabe.

Wie dir schon geschrieben wurde sind ESF-gestützte Maßnahmen generell freiwillig (die wollen eigentlich keine Gelder für "Zwangs-Teilnehmer" ausgeben), dass sie es wirklich nicht wissen oder ahnen für welche Zwecke diese Gelder seit Jahren missbraucht werden kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Das dient eher der "Förderung" sinnfreier Maßnahmen als der Förderung von gesundheitlich eingeschränkten Erwerbslosen ... ebenso dienen 1-€-Jobs vorwiegend nur der Sanierung von "Caritas" und Co. (Beratungs-Stellen/ Verwaltungen / Museen usw.) für die Niemand mehr anständige Löhne zahlen will. :icon_evil:

Auch das wird schwierig.
Was wird schwierig, von einem ambulanten Arzt und Therapeuten regulär behandelt zu werden, damit du nicht von irgendwelchen "Maßnahme-Quacksalbern" therapiert wirst, deren Qualifikationen du nicht mal kennst und/oder nachprüfen kannst. :icon_neutral:

Ich war ja beim ärztlichen Dienst und wurde als arbeitsfähig eingestuft.
FALSCH, der ÄD hat dich als Erwerbsfähig mit gewissen Einschränkungen eingestuft und das Gutachten ist NICHT komplett, denn der SB darf den Teil A (mit den medizinischen Begründungen) gar nicht bekommen, der kann nur den Teil B mit dir besprochen haben.

Natürlich gibt es bestimmte "Hindernisse", die auch im Gutachten stehen.
Beispielsweise wird bei mir davon abgeraten, in einem Callcenter zu Arbeiten oder in Großraumbüros, da zu viele Menschen um mich herum auf mein Gemüt schlagen würden, ich sehr schnell müde sein würde und auch Konzentrationsschwächen dadurch bekomme.
Alles soweit "gut und schön" aber ob du generell ARBEITS-FÄHIG bist entscheidet nur ein richtiger Arzt außerhalb des JC und der sollte auch darüber entscheiden (mit dir zusammen) welche Therapiewege es bei welchen (echten) Therapeuten für dich geben kann.

Der darf sogar (mit dir zusammen) dann entscheiden, ob du vorerst als "Behandlungs-Fall" besser gar nicht der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehen kannst und dir eine AU-Bescheinigung ausstellen, auch für sehr lange Zeit.

Ob du in dieser Zeit selbst (bei Besserung deines Zustandes und echten Möglichkeiten) mal wieder Bewerbungen schreibst, bleibt dabei völlig in deiner Hand, denn offiziell darf man mit einer AU KEINE Bewerbungen von dir verlangen, auch keine Teilnahme an irgendwelchen sinnfreien Maßnahmen, die nur die weitere Existenz dieser MT sichern sollen.

Der ÄD vom JC entscheidet NICHT ob du Arbeits-FÄHIG bist oder Arbeits-UNFÄHIG, dafür gibt es ambulante Ärzte außerhalb vom JC.

Das führt dann wieder dazu, dass ich Fehler mache und auf gut Deutsch zu nichts mehr zu gebrauchen bin. Also werden die natürlich versuchen etwas zu finden, wo ich selbstständig für mich Arbeiten kann, beispielsweise was in einer Bibliothek oder irgendwas in der Richtung. Denn das wäre ja eine zumutbare Arbeit laut Gutachten.
Die versuchen GAR NICHTS, das JC ist dich los (überweist nur noch dein Geld) wenn du diese "freiwillige" Maßnahme angetreten hast und dort kann man dann 1 volles Jahr mit dir machen was man will, in Bibliotheken arbeiten Bibliothekare und da gibt es in der Regel auch Publikumsverkehr ...

Wie viele Bibliotheken die (ungelernte) Leute suchen gibt es denn in deinem näheren Umfeld so ... du glaubst doch nicht mehr an den Weihnachtsmann, oder ???

Auch diese MT haben KEINE "passende" Arbeit für dich, dann könnte dein SB dich ja vermitteln, wo doch jetzt das Gutachten da ist mit deinen Einschränkungen, warum bitte soll das nun ein MT 1 Jahr lang versuchen ...

Weil die so gute Kontakte zu den umliegenden AG haben, die immer mal ein paar "Praktikanten" zur Überbrückung von Personal-Engpässen gebrauchen können, ist ja bald wieder Urlaubszeit und vor ALLEM ist bald WAHLTAG, da muss man doch Erfolge in der Arbeitsmarktpolitik nachweisen können. :first:

Wen interessiert es schon genauer wo die LE so landen, die man weniger in der Statistik hat, wenigstens vorübergehend in Maßnahmen und 1-€-Jobs "versteckt", ist schon auffällig, dass diese ach so erfolgreichen Maßnahmen immer länger werden ... also schnelle Vermittlung in richtige Arbeit ist da auch nicht zu erwarten. :icon_evil:

Und alleine, ohne Druck selbstständig arbeiten darfst du dort ganz sicher auch nicht, du wirst doch jede Menge Gesellschaft haben, laute fremde Menschen (die dein Schicksal teilen), mit denen du so gar nicht unbedingt klar kommen möchtest und kannst.

Auch Maßnahmen und 1-€-Jobs müssen übrigens zumutbar sein nach § 10 SGB II UND nun auch zusätzlich nach deinem "Gutachten" ... ob das so ist, hat dein SB VOR einer Zuweisung zu prüfen und zu WISSEN. :icon_daumen:

Ich denke mal besonders viele Erfahrungen mit genau dieser Maßnahme wird es nicht geben, die ist ja noch ziemlich neu, aber im Grunde ist es immer wieder der gleiche MIST, der gesundheitlich eingeschränkte Arbeitslose auch nicht ernsthaft in Arbeit bringen wird, mit der sie auf längere Sicht dann auch klar kommen und zufrieden sein werden. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Bahamut

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Hallo und sorry für den Doppelpost, aber da das Thema Aktive Eingliederung bei mir gerade wieder aktuell ist wollte ich mich nochmal diesbezüglich dazu zu Wort melden.

In den letzten Wochen hatte ich ziemlich viele Gespräche mit Ärzten und auch mit meiner Krankenkasse um abklären zu lassen, wie es nun eigentlich mit mir weitergeht.

Nun gab mir meine Krankenkasse eine Liste mit Psychotherapeuten die ich soweit auch alle abtelefoniert und meine Situation erklärt habe. Leider sieht die Situation so aus, dass sich keiner auf Hochsensibilität spezialisiert hat, sodass ich bisher immer eine Absage für eine Therapie bekommen habe.

Mein Hausarzt teilte mir dann mit, dass ich mich bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden solle. Ich bekam eine Überweisung mit entsprechendem Überweisungscode und habe diesen dann beim Telefonat angegeben. Leider teilte man mir auch hier mit, dass man mir nicht direkt weiterhelfen könne da nur sehr schwere Fälle sofort aufgenommen werden können und entsprechend kürzere Wartezeiten erteilt werden können wie z.B. bei selbstmordgefährdeten Menschen.

Dies führte letztendlich dazu, dass ich wieder beim Jobcenter Antanzen durfte und mich rechtfertigen durfte wieso ich immer noch auf der Stelle trete und nichts erreicht habe. Also hat man nochmal einen Psychologen vom Jobcenter kommen lassen der ein Gespräch mit mir führte und alles protokolliert hat und daraus dann eine Art Gutachten schreibt. Interessant war es wie dann selbst vom Psychologen mehr oder weniger stark darauf hingewiesen und betont wurde, wie toll doch die Aktive Eingliederungsmaßnahme von Megalearn wäre und man dort mehr Möglichkeiten hätte mir zu helfen weil auch dort Psychologen vor Ort sein sollen. Ich habe mich dann vergewissert ob mir Sanktionen oder sonstige Strafen drohen wenn ich diese Sache abbrechen sollte oder von mir aus sage, dass ich das nicht machen möchte, was man verneint hat.

Jetzt habe ich dann nächste Woche erst mal eine Art Vorstellungsgespräch wo im Voraus geklärt werden soll, ob ich geeignet für die Maßnahme bin oder nicht. Da sie aber eh nur ihr Geld haben wollen nehmen sie sicherlich jeden mit Kusshand. Ich habe mehrfach auf Probleme hingewiesen die entstehen, wenn ich unter vielen Leuten bin aber man versuchte mir "Mut" zu machen von wegen ich hätte in der Vergangenheit schon weitaus schlimmere Dinge überstanden also wäre diese Maßnahme dagegen ein Zuckerschlecken (so nach dem Motto).

Damit das Jobcenter sieht, dass ich kooperativ bin und man mir so nichts negativ auslegen kann habe ich mich also erst mal dazu bereiterklärt, dieses "Vorstellungsgespräch" wahrzunehmen. Ich werde dort auch nochmal klipp und klar auf meine Probleme hinweisen und hoffe dann, dass ich auf Verständnis meines Gegenübers treffe.

Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass bei mir die Anfrage auf eine Reha gestellt wurde vor nicht ganz 2 Monaten und es da bisher aber noch keinerlei Antwort gegeben hat, weder beim Jobcenter noch bei mir persönlich per Post. Mir wurde gesagt, dass sich das noch hinziehen könnte weil es wohl viele Anträge gibt.

Was mich jetzt interessiert ist Folgendes: Ich habe nicht wirklich vor, bei dieser Aktiven Eingliederung mitzumachen. So wie mir das verkauft wurde vom Arbeitsvermittler wäre das absolut keine Hilfe für mich sondern eher schädigend, was wohl aber auf taube Ohren stößt. Wenn ich mich jetzt dagegen entscheiden sollte dann wird es vermutlich erst mal ein Gespräch geben warum ich mich jetzt plötzlich doch dagegen entschieden habe und dann wird man mir wie schon bereits vor Wochen "angedroht" mit 1€ Jobs kommen. Dass ich diese abwehren kann weiß ich, darum soll es mir an dieser Stelle auch nicht gehen.

Mich würde eher interessieren ob es eine Möglichkeit gibt, von all diesem Stress seitens des Jobcenters erst einmal wegzukommen, bis ich einen Psychologen gefunden habe, der sich meiner Sache annimmt? Leider hat man mir schon oft gesagt, dass selbst wenn ich einen Platz finden sollte es 6-12 Monate dauern kann bis dann ein Termin frei wird. Und in dieser Zeit wird das Jobcenter natürlich weiterhin versuchen wollen mich zu schikanieren. Wäre gut zu wissen, ob ich das für einen bestimmten Zeitraum erst mal eindämmen könnte.
Mir ist bewusst, dass eine längerfristige Krankschreibung erst mal eine Lösung wäre aber da macht mein Hausarzt nicht mit solange er nicht sieht, dass es mir auch wirklich schlecht geht.
 
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