Maßnahme in Jugendwerkstatt...?!

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Hallo zusammen,

habe gestern einen lieben Breif vom Jobcenter bekommen. Dachte erst mal wieder ein sinnfreier Stellenvorschlag für 6€ die Stunde aber nein, jetzt soll ich eine Maßnahme machen.
Und das nicht nur ein paar Wochen sondern gleich mal 9 Monate... natürlich nebenbei zu meinem Nebenjob

Die Maßnahme soll in einer Jugendwertsatt sein, ganz ehrlich da habe ich 0 Lust zu. Wenn es wenigstens was sinnvolles wäre, aber Jugendwerkstatt? Nein Danke.

Habe mich natürlich mal informiert, in der Jugendwerkstatt werden die Arbeitsbereiche Holz-, Garten- und Innenausbau "gelehrt"

Ist für mich genau so sinnvoll als wenn ein Pilot lernt wie man Kühe melken tut... ich hab eine (mit sehr gut) abgeschlossene Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer sowie ein Zertifikat zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten. Nur weil ich nicht für 8€ die Stunde oder solche Späße arbeiten will (Zeitarbeit usw.) soll ich jetzt so einen Mist machen?

Habe im Anhang mal den Wisch hochgeladen, gibt es für mich irgendeine Möglichkeit die Maßnahme abzulehnen/ zu verhindern ohne das einem gleich das Geld gestrichen wird ?

LG
 

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Was steht denn genau in der Anlage ? Ich frage daher, dass die Arbeitsgelegenheit in der Jugendwerkstatt nicht als Stühlemonteur, Vogelhausbauer, Tischler, Schreiner usw. arbeiten angeboten wird. Sprich, du erhälst eine AGH, musst aber als vollwertiger MA klotzen.
 
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ExitUser

Gast
habe gestern einen lieben Breif vom Jobcenter bekommen. Dachte erst mal wieder ein sinnfreier Stellenvorschlag für 6€ die Stunde aber nein, jetzt soll ich eine Maßnahme machen.

Wie HV schon schrieb ist das keine Maßnahme (MAbE nach § 16 SGB II i.V.m. § 45 SGB III), sondern ein Ein-Euro-Job (AGH nach § 16d SGB II). Hier stellt sich die Frage, warum dir, der du eine Ausbildung abgeschlossen und dich weitergebildet hast (Zertifikat zur Elektrofachkraft), eine AGH angeboten wird, die eigentlich nur Personen angeboten werden soll, die als sehr arbeitsmarktfern eingestuft werden. Das zu fragen wäre ein erster Ansatzpunkt, um dort wieder rauszukommen bzw. gar nicht erst starten zu müssen.

Habe im Anhang mal den Wisch hochgeladen, gibt es für mich irgendeine Möglichkeit die Maßnahme abzulehnen/ zu verhindern ohne das einem gleich das Geld gestrichen wird ?

Ja, die gibt es durchaus. Ich würde zwecks dessen folgendes Vorgehen empfehlen:

Setze ein Schreiben an deinen Arbeitsvermittler im JC auf, in dem du 1) um einen persönlichen Erörterungstermin zwecks Besprechung der Maßnahmeteilnahme bittest und 2) gleich auch umfassend schriftlich darlegst, dass du diese AGH-Maßnahme in deinem Falle als nicht zielführend empfindest, zumal du dich selbst nicht als arbeitsmarktfern siehst und somit auch weder einer Heranführung in Arbeit noch einer Strukturierung des Tagesablaufes bedarfst. Du kannst dem Vermittler zwecks Untermauerung deiner Argumente z.B. einige der hier aufgelisteten Fragen stellen.

Des Weiteren ist zu empfelhlen, dass du dir die Seiten 18 ff. dieses Dokuments durchliest und den Vermittler dann auch um Darlegung dessen bittest, wie er zur Einschätzung gelangt ist, dass du als ausgebildete Fachkraft eine AGH nötig hast. Du kannst z.B. auch darum bitten, dass dir der Vermittler den Beratungsvermerk ausdruckt, in dem er schriftlich dargelegt hat, inwieweit die Zuweisung zur AGH im Kontext deiner Wiedereingleiderung in Arbeit geboten ist. Denn das muss dokumentiert werden, heißt es doch in den oben verlikten FHs:

"Die Aussagen zur Erforderlichkeit, Passgenauigkeit, Erfolgssicherheit sowie Wirkung und Wirtschaftlichkeit, die zur Auswahl der AGH für die Teilnehmer/-innen geführt haben, erfolgen durch Anwendung des „Förder-Check Marktersatz“ und sind entsprechend zu dokumentieren. Durch die zuständige Integrationsfachkraft ist darzulegen, welches individuell unter Berücksichtigung der persönlichen und fachlichen Eignung auf den/dieTeilnehmer/in bezogene Eingliederungskonzept mit der Maßnahme und der individuell festgelegten Maßnahmedauer verfolgt wird (Integrationsstrategie)."

Lass dir also deine individuelle Integrationsstrategie erläutern! Sollte die AGH dabei seitens des Vermittlers in in den höchsten Tönen gelobt und als sinnvolles Integrationsinstrument hervorgehoben werden, findest du eventuell hier, hier, hier und auch hier einige Argumente, die dagegen sprechen könnten und deine Position stärken.

Was schließlich noch sehr gut kommt und deine Chance, sanktionsfrei aus der AGH genommen bzw. gar nicht erst zugewiesen zu werden, erhöht, ist, wenn du selbst die Initiative ergreifst und deinem Vermittler gleich noch ein paar Fortbildungsangebote (FbW/Bildungsgutschein) vorlegst, die dich wirklich interessieren und die deine berufliche Eingliederungschance tatsächlich verbessern könnten. Das kann im technischen Bereich alles mögliche sein, von QM-Zertifikaten bis REFA-Technik.Zu guter Letzt wäre es eventuell noch hilfreich, wenn du dich von einem Bekannten/Freund zum JC begleiten lässt, zumal du der behördlichen Macht so nicht ganz alleine gegenüberstehst. Viel Erfolg! :icon_daumen:
 

gelibeh

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Hast Du eine EGV in der ein Ein-Euro-Job drinsteht? Eine Zuweisung dient nämlich nur zur Konkretisierung. Und hier fehlt mir schon mal das Startdatum und das Enddatum, die tägliche Arbeitszeit, sowie die Höhe der Aufwandsentschädigung. Ob die die Tätigkeiten aufgeführt haben, müsste man sehen. Dafür brachte es das Beiblatt.
Das sind Dinge, die nicht dem Träger überlassen werden dürfen. Auf der Zuweisung muss auch eine Rechtsbehelfsbelehrung stehen, denn Zuweisungen in einen Ein-Euro-Job sind immer Verwaltungsakte.

Edit: Arbeitserprobung per Ein-Euro-Job? Ist das zulässig?
natürlich nebenbei zu meinem Nebenjob
Das heißt, Du bist in den ersten Arbeitsmarkt integriert. Wozu dann der Ein-Euro-Job? Der ist für ganz andere Leute gedacht, die keine Arbeit finden können.
Ist Deine Nebenjob unter 15tunden die Woche? Dann würde sich das als Statistikbereinigungsmaßnahme erklären.
Scheint eine Optionskommune zu sein. Da muss man auf Urteile des BSG bzw. die Gesetzestexte zurückgreifen.

Hier mal der Laden
Spezielle Angebote für Jugendliche und- junge Erwachsene
Frag mich, wie Du da rein passt.
 
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Erstmal vielen Dank für eure Antworten, das hilft mir schonmal ungemein.

Hier erstmal ein Foto der Anlagen (mein Scanner hat irgendwie Probleme das komplette Blatt zu erkennen)
https://abload.de/img/cimg2666ggudm.jpg

Hast Du eine EGV in der ein Ein-Euro-Job drinsteht?
Nein, in meiner EGV steht nur das ich mich bewerben muss usw. aber nichts von einer Maßnahme/Ein-Euro-Job

Ist Deine Nebenjob unter 15tunden die Woche?
Ja sind nur ca. 30 Minuten/Tag (6 Tage die Woche), immer abends. Schließe bei einer Firma alles ab und schalte dann die Alarmanlage scharf, das wars auch schon. Also lediglich 3h/Woche



Werde dann heute Abend mal einen Brief fertig machen und die Tipps von BurnsTorn umsetzen
 

gelibeh

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Kannst Du machen mit dem Schreiben. Es gibt aber zusätzlich noch eine Menge Möglichkeiten, um da nicht teilnehmen zu müssen.
 

Pfirsich

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Vielleicht einen Gegenvorschlag machen, etwas aus KURSNET, das dir beruflich wirklich hilft. Dann hast du Lernbereitschaft unter Beweis gestellt. Dann stur darauf pochen: DEN (selbst ausgesuchten, gewünschten) KURS HIER - und keinen anderen.

Berufliche Weiterbildung - KURSNET - Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung

Ein Jammer, dass Steuergelder zum Fenster raus geschmissen werden für unerwünschte Maßnahmen und dabei allzu oft auch noch für qualitativ schlechte Maßnahmen. Wenn überhaupt, dann bitte auch etwas Solides und kein (öffentlich finanziertes, kostspieliges) "Zeittotschlagen".

Ansonsten (bzw. auch damit also) wie von BurnsTorn in #3 vorgeschlagen.
 

gelibeh

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Was denn zum Beispiel?
Eine Zuweisung dient nämlich nur zur Konkretisierung. Und hier fehlt mir schon mal das Startdatum und das Enddatum, die tägliche Arbeitszeit, sowie die Höhe der Aufwandsentschädigung. DAs Bundessozialgericht hat ganz klar und deutlich gefordert, dass ein EEJ ausreichend konkretisiert werden muss. Und das ist hier nicht passiert. Solche Entscheidungen sind auch für Optionskommunen bindend.
vgl. BSG-Urteil vom 16.12.2008, Az: B 14 AS 60/07 R)

Außerdem hat der Maßnahmeträger sich nicht bei Dir zu melden und Dich einzuladen, der SB muss Dir eine Zuweisung schicken. Und der EEJ muss in einer EGV/EGV-VA drinstehen. Das geht auch nur ganz grob beschrieben und die genauen Daten kommen dann in der Zuweisung. Bei Dir steht aber nichts in der EGV.
 

Sani73

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Vielleicht einen Gegenvorschlag machen, etwas aus KURSNET, das dir beruflich wirklich hilft. Dann hast du Lernbereitschaft unter Beweis gestellt. Dann stur darauf pochen: DEN (selbst ausgesuchten, gewünschten) KURS HIER - und keinen anderen.

Berufliche Weiterbildung - KURSNET - Das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung

Ein Jammer, dass Steuergelder zum Fenster raus geschmissen werden für unerwünschte Maßnahmen und dabei allzu oft auch noch für qualitativ schlechte Maßnahmen. Wenn überhaupt, dann bitte auch etwas Solides und kein (öffentlich finanziertes, kostspieliges) "Zeittotschlagen".

Ansonsten (bzw. auch damit also) wie von BurnsTorn in #3 vorgeschlagen.

Das ist hier im Landkreis eher schlecht. Hier gibt es so gut wie keine vernünftigen weiterbringende Maßnahmen. ;-)
Ich habe so viele Vorschläge gemacht und alle wurden von der Agentur für Arbeit abgeblockt. Nächste Woche erfahre ich im Jobcenter ob die mir eine rausgesuchte Maßnahme zahlen.
 
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