Mali - Hintergründe deutscher Beteiligung

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
M

Minimina

Gast
Eurokorps und Afrikakorps

Die deutsche Haltung zum Krieg in Mali ist stark durch die deutsch-französischen Rivalitäten der vergangenen 20 Jahre bestimmt. Schon in den 1990er Jahren gab es Streit zwischen Frankreich und der Bundesrepublik, wo und in wessen Interesse die EU künftig intervenieren solle.

Damals wehrte Bonn die Pariser Pläne ab, EU-Truppen in der afrikanischen Frankophonie zugunsten französischer Interessen einzusetzen: "Das Eurokorps ist kein Afrikakorps", wetterte 1994 der damalige deutsche Verteidigungsminister Volker Rühe.
www.german-foreign-policy.com

LG MM
 

galadriel

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Februar 2007
Beiträge
1.517
Bewertungen
56
Hat die EU nicht den Friedensnobelpreis verliehen bekommen?
Der beschränkt sich wohl auf den Frieden in Europa?:confused:
 

hartaber4

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 September 2011
Beiträge
11.612
Bewertungen
2.631
Bleibt zu hoffen, dass sich solche großkotzigen Aktionen (mit dem humanen Tarnanstrich) noch bitter rächen werden.....
 

wolliohne

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.317
Bewertungen
831
: Kein Krieg um Öl. Aber um Uran...

Früher reichten Einheiten der Fallschirmjäger um in “Französisch-Afrika”
die Ordnung des Kapitals wieder herzustellen. Heutezutage braucht es mehr
- und auch jede Menge Hilfe der “europäischen Partner”. Und der Kampf gegen “islamischen Terrorismus” erscheint, noch lange bevor die bescheidene Frage gestellt wird, ob Krieg das passende Mittel sei, sehr
selektiv: Islamischer Terrorismus regiert in einigen sehr befreundeten Staaten...Aber Nordmali hat Uran, die Grenzen in Westafrika sollen, anders als im Sudan, bleiben wie sie waren und ausser den Milizen gibt es dort ja auch noch die Tuaregs, die letztes Jahr zum vierten Mal seit der Staatsgründung 1960 rebellierten, und Investoren aus China sollen auch gesichtet worden sein. Dass in wüstengeprägten Norden Malis die Bewegung der Tuaregs von den religiösen Milizen an die Seite gedrängt wurden sei ein Anlaß der aktuellen Auseinandersetzung schreibt in “The West chooses war in Mali” Autor David Whitehouse am 15. Januar 2013 im socialist worker The West chooses war in Mali | SocialistWorker.org

Siehe dazu auch:

a) “Der Rohstoffkrieg in Mali” von Frank Doll am 14. Januar 2013 in der Wirtschaftswoche, der so beginnt: “Den Militäreinsatz in Mali mit Sicherheitsinteressen zu begründen ist zynisch. Tief im Herzen Afrikas will Frankreichs Staatspräsident Hollande die Versorgung seines Landes mit dem Atomkraftbrennstoff Uran sichern. Geht die Operation schief, ist seine Regierung am Ende” - und auch wenn der letzte zitierte Satz eher konservatives Wunschdenken sein mag, ist schon auffällig dass offensichtlich Neid auf französische Zugriffsmöglichkeiten besteht..
Frankreich: Der Rohstoffkrieg in Mali - Europa - Politik - Wirtschaftswoche
 

hartaber4

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 September 2011
Beiträge
11.612
Bewertungen
2.631
Lesetipp:

Jean Ziegler: "Der Hass auf den Westen", 12.09.2009 (Friedensratschlag)

Die Schizophrenie des Westens

Globalisierungskritiker Jean Ziegler: Wir müssen aufhören, so arrogant zu sein


Von Nissrine Messaoudi *

Der Hass auf den Westen wächst. Schuld daran sei unter anderem die gegenwärtige »kannibalistische Weltordnung des globalisierten Finanzkapitals«, die Hunger und Elend produziere, sagte Jean Ziegler bei der Vorstellung seines neuen Buches am Donnerstag (10. Sept.) in Berlin.

»Die Sklaverei ist nicht überwunden, sie ist nur moderner geworden.« Jean Zieglers Neuerscheinung »Der Hass auf den Westen. Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren«, die gestern in Berlin vorgestellt wurde, ist voll von provokanten und mutigen Sätzen. Wer jedoch die Dinge radikal beim Namen nennt, stößt meist auf Feindseligkeit. Eine Tatsache, die der Vizepräsident des UNO-Menschenrechtsrats bereits anhand seiner früheren Werke erfahren musste.

»Diese Provokation ist aber gewollt, um die Menschen aufzurütteln«, erklärte Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.. Oft würden Themen wie Armut, Ausbeutung und Ungerechtigkeit an den Rand gedrängt und verharmlost. Ein fataler Fehler, der immer wieder im Scheitern von Verhandlungen zwischen den Ländern aus dem Süden und den führenden Industriestaaten ende.

Obwohl die »weiße Bevölkerung« nur 12,8 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, bestimme diese Minderheitsherrschaft über den Rest der Welt, so Ziegler. »Aus Sicht der südlichen Völker ist die globalisierte Finanzordnung mit den Söldnern der Welthandelsorganisation, der Weltbank und der neoliberalen Ideologie eines der mörderischsten Unterdrückungssysteme.« Ein deutliches Beispiel sei Nigeria. Obwohl das Land schwer reich sei, lebten 70 Prozent der Bevölkerung in bitterer Armut. Öl-Giganten wie Shell oder BP beuteten das Land aus. Ferner werde die Korruption, wegen wirtschaftlicher Interessen, vom Westen gefördert - eine Art Herrschaftsinstrument. Aus dieser Demütigung und dem unerträglichen Leid der Völker nähre sich der Hass auf den Westen, der durch vergangene Verbrechen wie Sklaverei und Kolonialismus tief verwurzelt sei.

Der Ruf nach Gerechtigkeit, nach Reue werde auf allen drei Kontinenten Afrika, Südamerika und Asien immer lauter. »Sie haben ein verwundetes Gedächtnis. Der Westen hingegen scheint seine Gräueltaten vergessen zu haben und versteht die Ablehnung des Südens nicht.« Dafür gebe es unzählige Beispiele: Als Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy 2007 Algerien besuchte, wurden die unterschiedlichen Wahrnehmungswelten deutlich. Sarkozys Besuch habe wirtschaftliche Interessen gehabt, da Algerien ein bedeutender Erdölproduzent ist. Bevor die Verhandlungen jedoch überhaupt begonnen hatten, verlangte Algeriens Staatschef Abdelazis Bouteflika von Sarkozy eine Entschuldigung für Setif - 1945 wurden dort während einer friedlichen Demonstration 45 000 Algerier von der französischen Luftwaffe getötet. Sarkozy verweigerte die Entschuldigung. Daraufhin wurden alle Verhandlungen abgesagt.

»Wenn wir nicht aufhören, so arrogant und belehrend zu sein, wird die Lösung von globalen Konflikten immer unwahrscheinlicher«, warnte Ziegler. Auch die Schizophrenie und Doppelzüngigkeit des Westens habe die Vereinten Nationen an den Rand des Ruins gedrängt. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit verlange man vom Süden, sich an die Menschenrechte zu halten. Gleichzeitig verurteile man beispielsweise die jüngsten Kriegsverbrechen Israels im Gaza-Streifen nicht. Die gleiche Haltung spiegele sich in der Diskussion um Atomwaffen wider. Eine Doppelmoral mit verheerenden Folgen für die ganze Welt, resümierte Ziegler.
 
X

xyz345

Gast
Wenn es in Mali keine Bodenschätze gäbe, würde sich kein Schwein darum scheren.

Und wenn eben der Rückzug aus Afghanistan geplant ist und damit wieder militärische Kapazitäten frei werden, dann passt es doch prima, dass in Mali "Islamisten auf dem Vormarsch sind". Gell?

Ach, was für ein Glück aber auch. :biggrin:

:icon_kinn: Oder will sich Änschie beim Hollande anbiedern? Wäre auch möglich.
 

hemmi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 Juni 2010
Beiträge
2.159
Bewertungen
52
@Minimina
In Mali würde nie das Eurokorps eingesetzt.
Für solche Fälle hat man in Frankreich die Legion!:icon_evil:
 
X

xyz345

Gast
Wie die Medien jetzt die Militäreinsätze in und um Mali dem Volk schmackhaft machen.... ich könnte ko**en!!! :mad:
 

ZERO 50plus

Elo-User*in
Mitglied seit
30 Dezember 2012
Beiträge
10
Bewertungen
1
Militanter Islamismus gedeiht dort wo es soziale Defizite und Armutsprobleme gibt. Solche Entwicklungen sind vorhersehbar.

Diese Verlogenheit von Hollande gegen islamistische Rebellen ganz ohne wirtschaftliche Interessen vorzugehen, natürlich ohne jegliches Interesse an Uran, Erdöl, Erdgas, Gold, Dimanten, Kupfer, .... Das nehme ich ihm nicht ab.
 

galadriel

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Februar 2007
Beiträge
1.517
Bewertungen
56
Ich verlinke mal fefes blog. Ist richtig gut.


Habt ihr euch auch gefragt, was Frankreich eigentlich in Mali will?
Hier ist die Auflösung:
Put simply, this is about Uranium to be found in the Tuareg areas of Mali​
Frankreich bezieht von dort das Uran für ihre Atomkraftwerke. Damit bleibt nur noch die Frage offen, wieso Deutschland hilft. Unsere Regierungs-Schlipse haben sich hoffentlich nicht von irgendwelchem Antiterror-Gefasel einlullen lassen...!?

Fefes Blog
 
E

ExitUser

Gast
Europa ist schon im Frühjahr 2012 heftigst kritisiert worden, weil sie trotz der Pogrome (wörtlich taz) in Mali nur zusieht.
Jetzt greift Europa ein und wieder wird kritisiert.

Wenn man etwas kritisieren kann, dann warum so spät eingegriffen wurde.

Diejenigen, die jetzt am lautesten gegen diesen Krieg schreien, sind in der Regel die, die am lautesten schreien würden, wenn es dort ein zweites Ruanda geben würde.
Zur Erinnerung, im Jahre 1994 wurden in Ruanda in wenigen Monaten zwischen 800000 und Eine Million Menschen bei Pogromen ermordet.
Da Welt hatte damals zugeschaut.
 

hartaber4

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 September 2011
Beiträge
11.612
Bewertungen
2.631
Ruanda fiel mir auch dazu ein.

Lesetipp wie sich die Welt (UN-AMIR) mit Ruhm bekleckerte:

L.Gen Roméo Dallaire


About The Book

The Failure of Humanity in Rwanda was written with a view to leaving a document for the General's children for them to try and understand why the father they saw leave for a UN mission in 1993 and the soldier who returned in August, 1994 was not the same father. As the book developed it became a personal record of the genocide of over 800,000 souls (both Tutsi and Hutu) and was dedicated to the Rwandans, abandoned to their fate, who were slaughtered in the hundreds of thousands, to the fourteen UN soldiers under his command who died bravely in the service of peace and humanity and to his researcher, who died while working so hard to tell the story.
 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.329
Bewertungen
35
So wird Merkel Altmeiers Geschwafel über einen angeblichen Ausstieg aus der Atomenergie zum Wahlkampfgetöse.
 
E

ExitUser0090

Gast
Ja der Guido:

Westerwelle sagt Mali weitere Hilfen zu

Staatengemeinschaft ECOWAS: "Deutschland muss sich mehr engagieren - auch mit Truppen."

Bundesaußenminister Westerwelle verspricht neben Ausbildern nun auch mehr finanzielle Unterstützung. Eine deutsche Beteiligung an den Kämpfen in Mali ist bisher nicht vorgesehen. Doch der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, schließt einen Einsatz deutscher Kampftruppen nicht aus.
Westerwelle sagt Mali weitere Hilfen zu - Staatengemeinschaft ECOWAS "Deutschland muss | Aktuell | dradio.de
 
N

Nustel

Gast
Auf in den Krieg. Rohstoffe, Gold etc. und ja verschweigen von Christenverfolgung.

Unser gequetschter Guido trieft ja nur so vor Mitleid.
Ein Barackendackel ist dagegen ehrlich.

Warum hat dieser elegante gepulverte Mann immer noch eine Daseinsberechtigung?
 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.329
Bewertungen
35
Vorsicht.
1. Die Atombetreiber werden lieber die Erde in Brand setzen, als freiwillig abzuteten.
2. Die Katasrophe ist schon so nicht mehr kontrollierbar.
 

hemmi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 Juni 2010
Beiträge
2.159
Bewertungen
52
@ Nustel


Nun gut Deutschland gilt in den letzten 100 Jahren und en paar mehr als kriegerisch nicht besonders erfolgreich, deswegen sehe ich der Sache sehr gelassen entgegen, da wird kein deutscher Soldat hingehen.:biggrin:
 

Der Ratlose

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 September 2009
Beiträge
2.065
Bewertungen
349
bringen wir es doch mal auf den Punkt.

Also die "besseren" Deutschen, die aufgeklärten die angebliche linke akademiker Elite würde niemals etwas gegen Unrechtsysteme unternehmen.
Hände abhacken, Leute steinigen, Menschenmassen wegen ihrer Herkunft bestialisch umzubringen, all das rechtfertigt keinen bewaffneten Konflikt.

Das hat ja mit der eigentlich links bequemen Einstellung zu tun.
Seit dem spanischen Bürgerkrieg hat die linke eben keine Eier mehr.

Die heutige Linke ist der festen Überzeugung das die Befreiung Auschwitz, Bergen Belsen und wie sie alle hießen, Unrecht war.
Es war eine Einmischung in die souveränität Deutschlands die ein innenpolitisches Problem hatte.

Oder wie in Ruanda " Irgendwann müssen denen doch die Tutsies ausgehen, und dann hört das von selbst auf".

Schuld ist immer das "Kapital" wenn es das Kapital nicht gebe dann wäre das alles nicht.
 
E

ExitUser12345

Gast
@TE

Also m.M.n ist dieser Angriff voll i.O, zumindest wenn man mal von den wirtschaftlichen Interessen absieht & mal die Menschen in den Fokus nimmt.
Also wenn mir jemand die "Freiheit" nehmen wollte, müsste er sich auch auf einen Schlagabtausch einstellen.
Nur eben, dass die Menschen in Mali, zumindest in dem dafür nötigen Umfang, keinerlei Widerstand leisten können.
Daher ist Frankreichs "Alleingang", bzw. die Unterstüzung für die Regierungstruppen vor Ort, aus m.S :icon_daumen:

Dahingehend können die Menschen vor Ort eigentlich glücklich sein, selbst "wenn" Frankreich & die anderen Beteiligten nur wirtschaftliche Interessen verfolgen "sollten". :icon_party:

m.M

:icon_pause:
 

ethos07

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 April 2007
Beiträge
5.671
Bewertungen
915
@ Ratloser: deine dolldreisten Zynismen sind einfach unter jeder politischen Grütellinie . Das gehört m.E. nicht in ein Forum wie diesem. Die Redaktion müßte mal schauen, was sie mit Usern wie dir anstellt...
Solche ständigen oberknalligen Politprollprovokationen zerstören jede respektvolle Forendiskussion.

Im übrigen: Es gibt , quer zu links und rechts, grün und gelb, eine seit Jahrhunderten währender Streit betr. der unterschiedlichen Einschätzungen der Legimität von Gewalt als (letztem) Mittel der politischen Auseinandersetzung.
Das wirst du mit deinen doofdreisten Zynismen nicht ändern.
Und du bringst diese Diskussion damit auch keinen Milimeter produktiv voran.




bringen wir es doch mal auf den Punkt.

Also die "besseren" Deutschen, die aufgeklärten die angebliche linke akademiker Elite würde niemals etwas gegen Unrechtsysteme unternehmen.
Hände abhacken, Leute steinigen, Menschenmassen wegen ihrer Herkunft bestialisch umzubringen, all das rechtfertigt keinen bewaffneten Konflikt.

Das hat ja mit der eigentlich links bequemen Einstellung zu tun.
Seit dem spanischen Bürgerkrieg hat die linke eben keine Eier mehr.

Die heutige Linke ist der festen Überzeugung das die Befreiung Auschwitz, Bergen Belsen und wie sie alle hießen, Unrecht war.

Es war eine Einmischung in die souveränität Deutschlands die ein innenpolitisches Problem hatte.

Oder wie in Ruanda " Irgendwann müssen denen doch die Tutsies ausgehen, und dann hört das von selbst auf".

Schuld ist immer das "Kapital" wenn es das Kapital nicht gebe dann wäre das alles nicht.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten