(Mal wieder) ein vernichtendes Urteil über ALG II

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mercator

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Hallo,
hier mal das Ergebnis einer Studie der Hans-Böckler Stiftung zum Thema ALG II bzw. "Fördern und Fordern". Den meisten dürfte der Inhalt aus eigener Erfahrung bekannt sein, daher sind die Ergebnisse nicht wirklich neu.

Wie lange kann die Regierung noch ignorieren, dass sie mit den Hartz4 Gesetzen einen riesigen Haufen Dreck produziert hat und das die Prämissen, von denen die Akteure dieses Schundgesetzes ausgegangen sind (Arbeitslose wollen nicht arbeiten, müssen "aktiviert" werden) dumm und unmenschlich und deren Auswirkungen gesellschaftszersetzend sind?

Die Frage ist natürlich rein rethorisch, denn wenn die Regierungskasper das eingestehen würden, dann müssten sie auch den ganzen Rest ihrer neoliberalen Irrtümer, angefangen von der Privatisierung bis zur Rentenlüge, eingestehen. Die ganze Politik der letzten Jahre ist ein einziger Irrtum, hervorgerufen durch Korruption, eine grenzenlose Naivität, Dummheit und Denkfaulheit der Verantwortlichen. Darum wird weiter gelogen und betrogen. Man muß sich nur mal die Neujahrsansprachen von Merkel und diesem Sparkassendirektor a.D. anschauen.

Ach so, hier der Link zur Studie:

Hans-Böckler-Stiftung***
 


B

B. Trueger

Gast
Darf ich anmerken (vielleicht liege ja auch ich vollkommen auf dem Holzweg), dass es der Regierung nie darum ging und geht, Menschen in Arbeit zu bringen. Ist dem einen oder anderen hier noch nie in den Sinn gekommen, dass dieses schlampig-dilettantisch fabrizierte Konstrukt Hartz I-IV nie dazu gedacht war, Menschen ein würdevolles Leben und Partizipation zu gewährleisten?

Ich möchte das etwas simplifizieren: Seit 1949 hat die Automation und Computerisierung in Deutschland weitreichende Fortschritte gemacht. Sieht man sich parallel zum Verlauf der Automation die steigende Arbeitslosigkeit an, liegt es doch auf der Hand, dass auch weitergehend

a) nur ein Bruchteil eine Erwerbstätigkeit nachgehen kann, von der sie auch leben kann, Tendenz sinkend

und

b) den Rest zunehmend alimentiert werden muss, was von Seiten der Regierung verhindert werden will.

Wie aber will man die steigende Alimentierung der zunehmenden Erwerbslosen bewerkstelligen, will man den Staatshaushalt mittel- bis langfristig nicht an die Grenzen des finanzierbaren fahren. Da sich eine elitäre Clique nun anmaßt zu entscheiden, wer in Zukunft teilhaben kann und darf, wird auch meines Erachtens nachhaltig dafür gesorgt, dass die steigende Anzahl derer, die nach hehrer Meinung keine Leistung bringt (bringen muss, auf Grund eben zunehmender Automation) immer weniger Unterstützung aus den Sozialtöpfen des Landes bekommen wird.

Die Gelder möchte man schlicht einsparen und vermutlich, natürlich rein hypothetisch, in Rüstungsausgaben stecken, um in naher Zukunft mit der EU, für die Versorgung von Rohstoffen jeglicher Art gewappnet zu sein.

Denn mal Hand aufs Herz: Kann man wirklich unwissend derart so viel Scheiße am laufenden Meter produzieren, ohne dass es selbst dem dümmsten Politiker auffällt?
 

destina

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Wieso fragst Du das jetzt? Es gibt schließlich H 1 bis H 10. Die Regierungen haben schon vor Jahren gewußt, dass es nicht mehr genug Arbeit für alle gibt. Deswegen ist dann der letzte Schritt internieren, um KDU zu sparen. Dann sind wir unter uns.
 
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B. Trueger

Gast
Wieso fragst Du das jetzt? Es gibt schließlich H 1 bis H 10. Die Regierungen haben schon vor Jahren gewußt, dass es nicht mehr genug Arbeit für alle gibt. Deswegen ist dann der letzte Schritt internieren, um KDU zu sparen. Dann sind wir unter uns.

Na, ich habe das schon des öfteren, wenn auch nicht in direkter Form schon zur Sprache gebracht. Und meines Wissens gibts auch nicht Hartz I-X sondern nur bis IV (4).

Letztendlich gehe ich aber auch davon aus, dass das mit der Wiedervereinigung zu tun hat. Man muss der DDR keinen Schaut-her-wie-gut-es-unseren-Menschen-geht-Staat mehr präsentieren. Hatte irgendwo die Tage auch noch mal die Aussage von Rogowski wiedergegeben, welche da lautete:

"Am 9. November 1989 haben wir mit der Maueröffnung auch die Abrissbirne gegen den Sozialstaat in Stellung gebracht. Hartz V bis VIII werden demnächst folgen. Es ist ein Klassenkampf, und es ist gut so, dass der Gegner auf der anderen Seite kaum noch wahrzunehmen ist."

Der ehemalige Arbeitgeberpräsident Michael Rogowski am 16.12.2004 auf Phoenix
Damit hatte er ja Recht und ich vermute, er wird auch mit Hartz V-VIII und ff Recht behalten.


Edit: Internieren geht nur mit Leuten, die sich internieren lassen. Wenn es also heute immer noch Lemminge gibt, die wie Schafe in Lagern marschieren, weil sie keinen Stress haben wollen und es eh kompliziert ist, gegen den Mainstream anzugehen, dann hat die deutsche Bevölkerung wirklich nichts, rein gar nichts gelernt.
 
E

ExitUser

Gast
Habe erst ziemlich spät (2006 war es) gerafft das nicht die Schuld bei mir oder anderen Erwerbslosen liegt.

Wir wollen das normalste der Welt. Geregelte und humane Arbeitszeiten die im Einklang mit dem Familienleben stehen. Ein Arbeitslohn von dem man Leben kann und nicht "überleben" muss.

Auch ohne Arbeit das Recht Mensch zu sein.

Unbürokratische und faire Behörden.

Und viele Dinge die normal sind. Nicht für einzelne Menschen oder nur für mich . Sondern für jeden Menschen.

Dies ist derzeit nichtmals ansatzweise zu erkennen.

Hartz 1 bis endlos müssen weg bzw. dürfen niemals weiterentwickelt werden.

Ausserdem war es vorauszusehen das es dermaßen bergab geht. Schon allein das man den Kündigungsschutz in diesen schweren Zeiten gelockert hat und der Zeitarbeit viel mehr Freiraum gab ist es mit der arbeitenden Bevölkerung schlecht bestellt.
 
E

ExitUser

Gast
Was helfen eigentlich diese sich immer wiederholenden Gutachten, wenn sie nicht berücksichtigt werden. Sollen sie lediglich "Trost" spenden, so dass
man sich nicht ganz so alleine fühlt.
Irgendwie wirkt das auf mich wie ein Plazebo.

Es besteht unter dem derzeitigen Regime keinerlei Hoffnung auf Änderung.
Denn wenn der Wille vorhanden wäre, würde man längst Einsicht zeigen.
Das dies nicht geschieht zeigt deutlich, wie "absichtlich" diese "Gesetze" sind. Faktisch fehlt es an existenzsichernden Einkommen, ein Ergebnis der
neoliberalen Indoktrination, maßloser Gier, Egoismus und einseitiger Umverteilung.

Ich bin der Meinung, dass es sich hierbei um eine "softe" Reduzierung der lästigen Bevölkerung handelt, weil niemand den "Mut" hat offen auszusprechen,was uns die Historie des 3.Reiches gelehrt hat.
Für mich spiegelt sich hier die moderne Form der Konzentrationslager.
Nichts anderes ist die herrschende Fremdbestimmung und das bewusste Knapphalten von gesellschaftlich, kultureller und zeitalteradäquaten Ansprüchen.

Unsere Eltern und teilweise wir haben Volksgut geschaffen, welches von
einer Kaste sich unabhängig erklärender, volksverachtender Politiker
zum eigenen und weniger Dritter Nutzen verscherbelt wird.

Ich frage mich, warum müssen solche Diskussionen überhaupt geführt werden,
wenn schon der gesunde Menschenverstand sagt: "Leben und Leben lassen."

Dies kann allerdings auch zu einer perversen Diskussion führen, wie man
aus eigener Erfahrung weiß.
 

mercator

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B. Trueger,
hast schon recht bez. Hartz4. Ich denke übrigens, dass der Abbau des Sozialstaates eher mit dem Fehlen des Systemkonkurrenten Rußland zu tun hat und nicht so sehr mit der DDR und ihrer sonderbaren und gescheiterten Form des repressiven Staatssozialismus. Die DDR war als Systemkonkurrent zu unbedeutend. Aber Deutschland als kapitalistisches Land an der Schnittstelle nach Osteuropa sollte natürlich glänzen, darum haben sich die Amis mit ihrer damals sehr ausgeprägten Kommunismusphobie auch so ins Zeug gelegt. Angefangen von der Luftbrücke bis zur Währungsreform (ich meine die von 1948) und wer weiß, wie sehr die Wirtschaftswunderjahre in Deutschland zumindest teilweise auf das Konto der Amis gingen.
 
B

B. Trueger

Gast
B. Trueger,
hast schon recht bez. Hartz4. Ich denke übrigens, dass der Abbau des Sozialstaates eher mit dem Fehlen des Systemkonkurrenten Rußland zu tun hat und nicht so sehr mit der DDR und ihrer sonderbaren und gescheiterten Form des repressiven Staatssozialismus. Die DDR war als Systemkonkurrent zu unbedeutend. Aber Deutschland als kapitalistisches Land an der Schnittstelle nach Osteuropa sollte natürlich glänzen, darum haben sich die Amis mit ihrer damals sehr ausgeprägten Kommunismusphobie auch so ins Zeug gelegt. Angefangen von der Luftbrücke bis zur Währungsreform (ich meine die von 1948) und wer weiß, wie sehr die Wirtschaftswunderjahre in Deutschland zumindest teilweise auf das Konto der Amis gingen.

Richtig, weil man Angst hatte, die deutsche Bevölkerung würde sich, nachdem es hier den Leuten so eklatant schlecht ging, sich zu nah an die Russen lehnen. Das wollten die Siegermächte England und USA tunlichst verhindern. Frankreich war keine Siegermacht, sie sind befreit worden, sie waren lediglich Besatzer.

Und da nun der eiserne Vorhang weg ist, kann man auch die Sozialstaatlichkeit abschaffen.
 
E

ExitUser

Gast
Richtig - und dies ist in einer Staatssimulation besonders einfach.


B. Trueger meinte:
Edit: Internieren geht nur mit Leuten, die sich internieren lassen. Wenn es also heute immer noch Lemminge gibt, die wie Schafe in Lagern marschieren, weil sie keinen Stress haben wollen und es eh kompliziert ist, gegen den Mainstream anzugehen, dann hat die deutsche Bevölkerung wirklich nichts, rein gar nichts gelernt.
Hat sie in den allergrößten Teilen wirklich nicht, bzw. kompensiert die "Realität" in dem man sich geistig auf die "andere Seite" schlägt.
Das sie nie dazugehören werden, kapieren sie nicht.

Man gerät ja leicht in den Verdacht zum Vtler, aber ich sag' mir, es gehört nur der gesunde Menschenverstand dazu zu erkennen, welche "Absicht" dahinter steckt. Sollte es sich um eine "gute" Absicht handeln, dann führt
diese aber an der Bevölkerungsmehrheit vorbei. Bei diesem Theme keimt manchmal sowas wie Mitleid in mir auf. Sind nicht doch auch unsere Politiker fremdbestimmt. Leid tun sie mir keineswegs.
 
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